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Der nächste Morgen begann eigentlich relativ - Oyla.de

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* Edwin, Steward, Howard ... Edward?* oder * Wer bin ich und wenn ja, wie viele? *
Der nächste Morgen begann eigentlich relativ ruhig.
Emmett und ich hatten zwar eine kurze Diskussion darüber, mit welchem Auto wir in die Schule fahren sollten, ich konnte
ihn letztendlich aber doch dazu überreden, den Volvo zu nehmen. Das ausschlaggebende Argument meinerseits war,
dass der Volvo kleiner war und man deshalb leichter und schneller eine Parklücke fand.
Und wir konnten es uns schließlich nicht schon wieder leisten, zu spät zu kommen.
In der dritten Stunde berichtete mir Emmett vollkommen aufgeregt und freudestrahlend von einem Gespräch mit Rosalie
in Sport.
Die beiden schienen wirklich gut miteinander klar zu kommen. Erstaunlicherweise schaffte es mein Bruder scheinbar
tatsächlich, den Ansprüchen von Rosalie Hale Genüge zu leisten.
„Können wir die Nachhilfe für heute mal ausfallen lassen?“, fragte er mich jetzt, „Ich habe schon etwas vor ... mit Rose.“
Meine Augen wurden groß. „Was? Das ging aber schnell. Was macht ihr denn?“ Ein kurzer Stich der Eifersucht
durchzuckte mich, aber ich ignorierte ihn geflissentlich.
„Na ja, ich bin ja erst seit zwei Tagen hier und habe bis jetzt noch nicht wirklich viel von meiner neuen Heimat kennen
gelernt. Und da hat Rosalie angeboten, mir ein paar Plätze zu zeigen.“
„Dein Glück möchte ich mal haben.“, seufzte ich.
„Keine Sorge, Eddy. Das mit dir und Bella bringen wir auch noch ins Laufen.“, meinte er zuversichtlich.
Ich sah die ganze Sache leider nicht so optimistisch, wie er.
„Emmett ... danke, aber ... Das wird nie etwas. Wir leben doch in zwei vollkommen verschiedenen Galaxien.“
„Vertrau mir einfach, Ed. Spätestens nächsten Samstag auf der Party ...“
An dieser Stelle wurden wir jäh durch ein lautes Quietschen neben uns unterbrochen. „Aaah ... Party. Du musst dieser
Emmett sein. Rosie und Bells haben mir von deiner Party erzählt. Ich freu mich ja schon so. Ach so ... Hi, ich bin
übrigens Alice.“, plapperte dieses aufgedrehte Nervenbündel neben uns ohne Punkt und Komma drauf los – Alice
Brandon.
Emmett wirkte irgendwie überrumpelt.
„Ähm ... Hi, Alice.“
„Ja hey, hör zu! Was ich dich eigentlich fragen wollte: Gibt es bei deiner Party irgendeinen Dress-Code?“
Mein sonst so unglaublich selbstbewusster Bruder wirkte auf einmal tatsächlich etwas unsicher und eingeschüchtert von
dem kleinen Zwerg. „Mmh, nein ... wieso? Sollte es etwa?“
„Was? Quatsch, nein. Ich müsste es bloß wissen, wenn es so wäre, weil ich dann die Klamotten dementsprechend
aussuchen muss. Ich gehe mit meinen beiden Sonnenscheinen nächste Woche Mittwoch shoppen, was heißt, dass ich
nicht mal mehr eine Woche Zeit habe, um mir einen Style für die beiden Schätzchen zu überlegen. Das wird echt knapp.“
Emmett öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch er schien etwas sprachlos von ihrem kleinen Ausbruch.
Zum Glück klingelte es in diesem Moment zum Unterricht und Alice ging zurück auf ihren Platz.
„Was war DAS denn?“, fragte mich mein Bruder langsam.
„Alice.“ war alles, was er von mir als Antwort bekam.
Während der Mittagspause geschah es, dass mein sonst so cooler Bruder mich an diesem Tag zum zweiten Mal ins
Staunen versetzte.
Wir saßen uns gegenüber an meinem üblichen Tisch und aßen stumm unsere Sandwichs – ich hatte auf Emmetts
Drängen hin auf meinen üblichen Salat verzichtet –, als ich feststellte, dass Alice allein mit Jasper am Tisch in der Mitte
der Halle saß.
Ich fragte mich gerade noch, wo Rosalie und Bella waren, da sah ich, wie die beiden direkt auf uns zu kamen.
Oh. Mein. Gott!
Rosalie ließ sich neben Emmett auf die Bank gleiten, währen Bella an der Seite des Tisches stehen blieb.
Rosalie flüsterte meinem Bruder etwas zu, woraufhin dieser ein angeregtes Gespräch mit ihr begann. Bella stand immer
noch stumm vor dem Tisch und schien nachzudenken.
Was wollte sie denn hier?
Als hätte sie meine stumme Frage gehört, antwortete sie mir plötzlich.
„Hey ... ähm, Steward .“ Steward? Ich wusste es ... „Ich wollte mich eigentlich nur noch mal erkundigen, wie es deinem
Kopf geht?!“
„Danke, gut. Ich habe doch gesagt, dass es nichts weiter ist.“, erwiderte ich leise.
Bella wirkte irgendwie erleichtert. „Puh ... na, dann ist ja alles in Ordnung.“ Tja, bis auf die Tatsache, dass du dir meinen
Namen nicht merken kannst
„Ja.“
„Ich wünsche dir noch einen guten Appetit. Und Entschuldigung wegen gestern.“, sagte sie noch, bevor sie sich von mir
abwandte. „Also, Rose ... ich geh dann schon mal zurück zu den anderen. Du kommst dann?“
„Ja, ich komme dann gleich.“
„Gut.“ Bella drehte sich herum und lief zu Alice und Jasper hinüber. Ich schaute ihr noch eine Weile nachdenklich
hinterher ...
Sie war tatsächlich an unseren Tisch gekommen, nur, um sich nochmals nach mir zu erkundigen. WOW!
Gut, inzwischen hieß ich Steward und wer weiß, wie ich in einer Stunde heißen würde ... aber diese Tatsache versuchte
ich erneut auszublenden.
Ich wandte meinen Blick zu Emmett und Rose, welche auch eben fertig waren mit ihrem kleinen Gespräch – worüber
auch immer sie geredet hatten.
Rose musterte Emmett noch eine Weile, nachdem sie aufgestanden war.
„Also ... willst du dich vielleicht mit zu uns an den Tisch setzen?“, fragte sie jetzt meinen Bruder.
„Nein, ich denke ich bleibe hier.“
WAS? Hatte er gerade ernsthaft Nein gesagt? Seine Traumfrau lädt ihn dazu ein, mit ihr an einem Tisch zu essen,
welcher praktisch das Zentrum, der Thron der Cafeteria war und er sagte NEIN? Wieso das denn?
Ich sah zu Rosalie, die meinen Bruder mit einem sowohl fragenden, als auch leicht geknickten Blick musterte.
„Weißt du, ich will einfach nicht, dass mein kleiner Bruder hier schon wieder alleine rumsitzt.“ Hä? Er bleibt wegen mir
hier?
„Aber Edward kann auch gerne mitkommen, wenn er will.“, startete Rose einen neuen Versuch und warf mir dabei einen
kurzen Blick zu.
„Ich glaube nicht, dass er das will.“, sagte Emmett, suchte aber meinen Blick um sich Gewissheit zu holen. Er hatte
Recht, so gerne ich auch näher bei Bella wäre, an diesem Tisch zu sitzen wäre vermutlich zu viel. Ich mochte die
Aufmerksamkeit nicht, die das mit sich bringen würde. Und ich war mir sicher, dass Alice, Jasper und vielleicht auch
Bella mich nicht besonders mochten.
„Mein Bruder mag die Aufmerksamkeit nicht so. Schlechte Erfahrungen.“, meinte Emmett noch zu Rose.
Was war denn heute mit ihm los? So ... acht- und einfühlsam kannte ich ihn ja gar nicht.
„Naja, dann vielleicht ein andermal. Bis nachher, Emmett.“, verabschiedete sich Rosalie von meinem Bruder. „Edward.“
Sie nickte mir kurz zu, was ich erwiderte, und ging dann zurück an ihren Tisch.
„Du hättest nicht hier bleiben müssen, Emmett.“, sagte ich schnell, als sie außer Hörweite war.
„Doch, Ed. Ich musste.“
„Warum?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Weil du mein Bruder bist.“ war seine einfache Antwort. (AN: Ich denke da immer an die Milchschnittenwerbung mit den
Klitschko-Brüdern *g* ... und irgendwie finde ich es süß von Em.)
„Was? Aber ...“
„Nichts 'Aber'.“, unterbrach er mich. „Du warst über drei Jahre lang der unscheinbare Einzelgänger, der sich in seinem
Schneckenhaus verkrochen hat. Seit jeher trauerst du immer nur dem hinterher, was du nicht hast ... insbesondere Bella.
Ich werde dich jetzt sicher nicht alleine lassen, weil das ein massiver Rückschritt in meinem „Edward-SozialisierungsPlan“ wäre. Wenn ich mit dir fertig bin, dann bist du ein anderer Mensch ... ein glücklicherer Mensch. Mag sein, dass das
jetzt pathetisch klingt, aber ich werde nicht eher ruhen, ehe du Bella Swan in deinen Armen hältst.
Du bist mein kleiner Bruder, Edward ... es ist quasi meine Pflicht, ein Auge auf dich zu werfen. Und dein Seelenfrieden ist
im Moment wichtiger, als ein Mittagessen mit meiner Traumfrau.“ Er sah mich mit einem Blick an, der keine Widerworte
zuließ.
Aber ich war auch nicht wirklich in der Lage, etwas zu sagen. Ich war im selben Moment geschockt, verblüfft und
irgendwie gerührt. Ich fragte mich ernsthaft, was mit meinem Bruder passiert war. So kannte ich ihn nun wirklich nicht.
„Also ... Danke ... Aber ... Was ist denn mit dir los?“, stammelte ich schließlich. Erst sah mich Emmett etwas unsicher an,
dann breitete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus.
„Ich habe wohl einfach zu viel von diesem 'Hamlet' gelesen. Die ganze Bildung scheint meinem Gehirn nicht gut zu
bekommen.“
Jetzt musste ich lachen. Das war wieder der Emmett, den ich kannte.
Als die Mittagspause zu Ende war machten wir uns noch zusammen auf den Weg in die obere Etage, dann ging jeder in
seinen Raum.
Biologie war genau so, wie erwartet:
Bei dem Experiment machte ich die ganze Arbeit, während Jacklyn sich neben mir die Fingernägel lackierte und alle 20
Sekunden ihre vollen Lippen mit Lipgloss nachzog.
Am Ende der Stunde wurden uns dann auch noch unsere Multiple-Choice-Tests ausgehändigt. Ich hatte volle Punktzahl,
stellte ich fest, als ich das Blatt kurz überflog.
„Mr. Cullen, ich würde sie gerne nach der Stunde noch sprechen. Es ist wichtig.“, sagte Mrs. Diehl zu meiner
Überraschung. Noch nie hatte mich ein Lehrer um ein Gespräch nach dem Unterricht gebeten. Ich stellte mir ernsthaft
die Frage, ob ich irgendetwas falsch gemacht habe, aber mir wollte partout nichts einfallen.
Als es dann klingelte, begab ich mich also auf den Weg zum Lehrertisch. Bella war immer noch da und packte gerade
ihre Tasche ein, doch Rose war schon gegangen. Was ist denn hier los?
„Ms. Swan!“, riss mich auf einmal die laute und durchdringende Stimme von Mrs. Diehl aus meinen Gedanken. „Dass die
Ergebnisse Ihres Tests mehr als miserabel sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.“ Bella senkte neben mir beschämt
den Kopf.
„Ich glaube, dass bei Ihrem ganzen außerschulischen Engagement, Biologie wohl etwas zu kurz kommt.“ Bellas Augen
waren immer noch auf die Tischplatte vor ihr gerichtet. Sicher war es ihr unangenehm, dass Mrs. Diehl all dies vor einem
Dritten mit ihr besprach. Ich fragte mich langsam wirklich, warum ich eigentlich bleiben sollte.
„Ich habe unter anderem mit Mr. Palese gesprochen, weil ich der Meinung war, dass eine kleine Auszeit vom DramaClub iÍhnen ganz gut tun würde.“ Jetzt sah Bella plötzlich erschrocken auf und starrte unsere Lehrerin mit großen Augen
an.
„Aber ... Mrs. Diehl, das können Sie doch nicht machen. Ich meine, ich ...“, sagte sie regelrecht panisch, bevor sie jäh
von ihr unterbrochen wurde.
„Immer mit der Ruhe Ms. Swan. Mr. Palese und ich haben entschieden, dass dies die ungünstigste Lösung ist, da man
so schnell wohl keinen Ersatz für Sie finden kann. Stattdessen haben wir uns etwas anderes überlegt.“
„Und was?“, hakte Bella jetzt argwöhnisch nach.
„Sie nehmen Nachhilfe. Und zwar bei unserem lieben Mr. Cullen hier.“, Mrs. Diehl sah grinsend zwischen uns beiden hin
und her und klopfte mir dabei auf die Schulter. Mir blieb die Luft weg.
„W-Was?“, sagte ich atemlos. Mrs. Diehl sah dies wohl als Protest an, denn sie redete sofort energisch auf mich ein.
„Ich weiß, Cullen. Ich verlange von Ihnen, ihre Freizeit zu opfern, aber ich bitte Sie wirklich aufs Inständigste. Außerdem
kann ich Ihnen versichern, dass Sie dafür natürlich ein paar Extrapunkte erhalten werden. Also tun Sie mir bitte den
Gefallen. Und wenn Sie es nicht für mich machen, dann doch zumindest für unsere gute Ms. Swan, die fliegt sonst
nämlich doch aus dem Drama-Club und bleibt höchstwahrscheinlich sitzen.“
Mein Blick wanderte von Mrs. Diehl zu Bella, die mich geradezu flehend ansah, dann wieder zu Mrs. Diehl und wieder zu
Bella.
„Ähm .. klar.“, brachte ich schließlich heraus und Bellas Augen strahlten mich dankbar an.
„Danke, Howard.“, flüsterte sie leise. Okay ... jetzt also Howard.
Mrs. Diehl verabschiedete sich noch freundlich von uns, wobei sie mir einen mitleidigen Blick zuwarf – Na super!
Irgendwie passierte mir das in letzter Zeit öfter –, danach verließen Bella und ich gemeinsam den Bioraum.
„Also...“, wandte sie sich an mich, als wir zusammen auf dem Flur standen. „Wann fangen wir an?“
„Ich weiß nicht. Je nachdem, wann du Zeit hast?!“
„Mmh ... Wie sieht es mit heute Nachmittag bei dir aus?
„H-Heute Nachmittag?“ Okay, so schnell hatte ich da jetzt nicht mit gerechnet. Wo blieb denn da meine mentale
Vorbereitungszeit?
„Oder ist das ein Problem für dich? Es hätte nur gerade gut gepasst, weil Alice und Rose heute beide schon etwas vor
haben, aber wenn du keine Zeit hast...“
„Nein, nein. Ich habe Zeit.“, unterbrach ich sie schnell.
„Prima. Ist halb Fünf bei dir in Ordnung?“
„Natürlich.“, antwortete ich schnell ... vielleicht etwas zu schnell.
„Gut. Kommst du noch mit in die Cafeteria?“
„Ich ... nein, ich muss noch mal in die Bibliothek.“
„Dann sehen wir uns nachher. Tschüss, Howard.“
„Ja ... Tschüss, Bella.“, sagte ich so leise, dass sie es vermutlich gar nicht mehr hörte.
Ich machte mich alleine auf den Weg in die Bibliothek und dachte über dieses kurze Gespräch nach.
Zugegeben, sie hatte mich wieder Howard genannt, aber mal abgesehen davon, lief doch eigentlich alles ganz gut.
Ich würde Bella Swan Nachhilfe geben. Und sie somit in Zukunft wohl auch etwas öfter sehen. Heute würde sie nach der
Schule sogar zu mir nach Hause kommen und ...
HALT! Erst jetzt begriff ich die genaue Bedeutung von ihren Worten. SIE KOMMT ZU MIR NACH HAUSE!!! Du meine
Güte.
Bei der Vorstellung, dass SIE in meinem Zimmer sitzen würde, wurde mir ganz anders ...
Ein seltsames Schwindelgefühl überkam mich.
Na, wenn das mal gut geht ...
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