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Franz Liszt gefeiert wie ein Popstar - art-st-urban

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WB | Wiggertal Dienstag, 6. März 2012
Willisauer Bote | Wiggertaler Bote Nr. 18
Franz Liszt gefeiert wie ein Popstar
St. Urban | Ungarische Rhapsodien von Franz Liszt, gespielt zu vier Händen von Johannes und Eduard Kutrowatz
Ein Programm im Stil der
Zigeuner boten die beiden
österreichischen
Pianisten,
Johannes und Eduard Kutrowatz, im Festsaal des Klosters.
Sie rissen das Publikum von
den Stühlen, nachdem JeanFrédéric Jauslin schon seine
Neugier auf das Duo ausgedrückt hatte.
von Willi Bürgi
Kultur sei Sache der Kantone, heisst es
in der Bundesverfassung. Aber JeanFrédéric Jauslin, der Direktor des Bundesamtes für Kultur (BAK), hat da weitergelesen und rief am Samstag in St. Urban
in Erinnerung, der Bund könne die Kantone bei der Förderung der Kultur unterstützen. Und nachdem nun das Eidg.
Parlament soeben über Massnahmen
diskutiert habe, um den Zugang der jungen Menschen zur Musik zu fördern,
glaubt Jauslin erkannt zu haben, dass
Kultur in der parlamentarischen Diskussion nun den gleichen Stellenwert habe
wie andere Themen.
BAK-Direktor
macht eine Ausnahme
Der Direktor des BAK tritt in offizieller Funktion normalerweise nur bei
Veranstaltungen in helvetischem Kontext auf. «Ich mache heute eine gros­
se Ausnahme», sagte Jauslin bei der
fünften Veranstaltung von Lisztomania in St. Urban. «200 Jahre Liszt
müssen wir feiern, weil er ein grosser
Künstler ist, obwohl er weder hier geboren noch längere Zeit hier gearbeitet hat.» Persönlich hege er eine grosse
Begeisterung für den Komponisten,
nicht zuletzt, weil er selber «ein bisschen Klavierspieler» sei. Er freute sich
auf das Duo Kutrowatz, weil er immer
schon das Gefühl hatte, um Liszt zu
spielen brauche man eigentlich mehr
als zwei Hände. Die österreichischen
Brüder, Johannes und Eduard Kutrowatz, zeigten es später, wie das geht,
und wie es fulminant geht.
Prominenz verfolgt mit gespannter Aufmerksamkeit das Konzert: JeanFrédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur.
Die beiden Energiebündel, Johannes und Eduard Kutrowatz, spielten am
Fotos Willi Bürgi
Flügel Brahms und Liszt zu vier Händen. Staunen zu Beginn…
Doch zuvor setzte sich der hochgewachsene Musiker und Kunstkurator Gerhard Krammer aus Österreich im Treppenhaus des Klosters auf ein wackliges
Stühlchen und machte sich am Toy Piano zu schaffen. Das kleine Instrument
umfasst zweieinhalb Oktaven. Mit Witz
und einer guten Portion Selbstironie
machte sich der Musiker an drei kleine
Stücke von Franz Liszt, sich selber und
von Gerhard Stäbler. Das Publikum, mitten in der Ausstellung «Vivat Liszt» im
Foyer, wusste vor Staunen nicht recht,
wie ihm geschah.
ten im Konzert in St. Urban immer wieder Zwiesprache miteinander über verwirrende Läufe oder stockende Töne.
Mit ihren Liszt-Interpretationen rissen
sie das Publikum in St. Urban regelmäs­
sig von den Stühlen, und selbst Brahms
wurde unter ihren Händen mehr und
mehr zu Liszt. Dass dabei die Klarheit
…Staunen bis zum Schluss
Dafür hielt es sich im nachfolgenden
Konzert im Festsaal des Klosters nicht
mehr zurück. Die Brüder Kutrowatz behandelten ihren mächtigen Flügel mit so
viel Energie, dass sie mit ihrem Instrument spielend die dreifache Grösse des
Saals gefüllt hätten. Wer sie schon mal
bei der Bearbeitung von zwei Klavieren mit moderner, vom Jazz beeinflussten Partituren gehört hat, war nicht er-
staunt, dass hier zwei Vollblutmusiker in
die Stapfen des frühen «Popstars» Franz
Liszt traten.
Auf dem Programm standen drei Ungarische Rhapsodien von Franz Liszt
und zwei Ungarische Tänze von Johannes Brahms, zusammengefasst in «alla
zingarese», im Stil der Zigeunermusik.
«Selbst Brahms-Melodien wurden
unter den Händen der Brüder Kutrowatz mehr und mehr zu Liszt.»
Perlende Melodiebögen mischten sich
in donnernde Ausbrüche. Retardierende
Momente gingen in rasante Temposteigerungen über. Die beiden Brüder sind
auf Liszt eingeschworen. Nicht nur leiten sie in Raiding das Liszt-Festival im
modernen Liszt-Zentrum, sie verschaffen Liszt auch Gehör in internationalen
Konzertsälen von Amerika bis Japan. Sie
sind ein eingespieltes Team und hiel-
der Melodielinien etwas verloren ging,
mochte verzeihen, wen die Begeisterung
dieser Musiker ergriff. Sie verabschiedeten sich mit drei Zugaben, wobei es ihnen erst bei der dritten, verinnerlichten
gelang, sich und das aufgekratzte Publikum zu beruhigen.
Brückenbauer
Noch einmal zeigte damit der Liszt-Zy-
klus mit Musik und Kunst im Kloster
St. Urban, wie gut die Brücke zwischen
Raiding, dem Geburtsort von Liszt, und
St. Urban funktionierte. Dieser Austausch mit dem Kulturzentrum im fernen Osten Österreichs war eine echte
Bereicherung des attraktiven Kulturprogramms von St. Urban. Dafür dankte der Mitorganisator Roy Oppenheim
dem Kuratorenpaar, Gertrud und Heinz
Aeschlimann, die den Zyklus wiederum
mit nur marginaler öffentlicher Unterstützung auf die Beine gestellt hatten.
Dafür dankte auch Peter Schwegler, der
Direktor der Luzerner Psychiatrie, im
Namen des Kantons Luzern und hob
hervor, dass dadurch die Zisterziensische Tradition – die Pflege der Gastfreundschaft und der Kultur – wiederbelebt werde.
Noch bis zum 10. April ist im Foyer des Klosters
St. Urban die Ausstellung «Vivat Liszt» zum
Thema «Synästhesie» zu sehen. Mi, Sa und So,
11–17 Uhr, Eintritt frei. Letztes Konzert der Reihe
Lisztomania: So, 25. März, 11.30 Uhr,
Klosterkirche, Via Crucis von Franz Liszt.
Vom «Hotel Mama» zur Eltern-Kind-WG
Reiden | Vortrag mit Tipps und Tricks für den Alltag mit Kindern und Jugendlichen
Vom Vollservice zur ElternKind-WG: Ein Vortrag gibt Eltern Tipps und Tricks für den
Alltag mit Kindern und Jugendlichen.
Wer kennt das nicht? Rund um die Uhr
ein Vollservice im «Hotel Mama»: Gefüllter Kühlschrank, täglich ein gedeckter Tisch, saubere Wäsche – wenn möglich gebügelt im Schrank, Taxidienst
Markus Arnold zeigt wie ein DefibrilFoto V.H.
lator angewendet wird. Den Puls
gefühlt
Roggliswil/Pfaffnau. Am letzten
Mittwoch trafen sich die Mitglieder der
Verkehrsgruppe zur Samariterübung.
Unter der fachkundigen Leitung von Irene Lanz bekamen die Teilnehmenden
eine kurze Theorie-Lektion, wie eine
Person bei einem Atemstillstand wiederbelebt werden kann, ein Defi­brillator
richtig angewendet und eine bewusstlose Person aus dem Auto gerettet wird.
Dann wurde die Theorie praktisch angewandt. Unter anderem lernten die
Verkehrsgruppen-Mitglieder, wie einem
Motorradfahrer nach einem Unfall der
Helm richtig abgenommen wird. Nach
einer interessanten und lehrreichen
Übung gabs zum Abschluss ein feines
m.a.
Plättli aus der Löwenküche. und immer das erwünschte Kleingeld
für sonstige Annehmlichkeiten. Kinder
und Jugendliche fordern ihre Eltern täglich in verschiedensten Situationen heraus. Stärker als in früheren Zeiten sind
die jungen Menschen in der Komplexität der Gesellschaft eingebunden und
werden von Medienreizungen überflutet. So kommt es in der Erziehung –
wie auch sonst im Leben – darauf an,
jeweils zum erforderten Zeitpunkt das
richtige Mass zu finden. Gegenseitiges
Verständnis und Vertrauen – insbesondere ein gesundes Selbstvertrauen der
Sprösslinge – bilden eine gute Basis für
ein positives Miteinander. Ein konsequentes «Nein» kann auch positive Auswirkungen haben. Einmal ein Auge zudrücken: Wer weiss, vielleicht sind die
Gläser beim nächsten Mal am richtigen
Ort verstaut und alle Ecken vom Staub
befreit?
Marianne Wyler, Erwachsenenbildnerin und vierfache Mutter, gibt inte-
ressierten Personen Einblick in Erziehungsmassnahmen und hilft mit Tipps
und Tricks, damit Regel und Abmachungen nicht nur getroffen, sondern
letztendlich auch eingehalten werden.
Die Schule Reiden und die Frauenvereine Reiden und Umgebung freuen sich
auf viele interessierte Eltern und ErzieG.H.
hende. Vortrag: Dienstag, 20. März, 19.30 Uhr, Aula
Schulhaus Johanniter 4, Reiden .
Spitze auf und neben der Piste
Reiden | Rückblick auf das Ski- und Snowboardlager
Letzte Woche berichteten fünf
Lagerteilnehmer im WB direkt
aus Adelboden. Nun sind sie
und ihre Kollegen zurück und
blicken auf eine tolle Woche
zurück.
Der Andrang war wirklich riesig. Das
diesjährige J+S- Lager war innert weniger Stunden komplett ausgebucht:
100 Kinder und 26 Teammitglieder
machten sich für eine Woche auf nach
Adelboden ins J+S-Lager, bezogen die
Ferienhäuser direkt am Weltcuphang
Chuenisbärgli. Nach dem traditionellen Abendspaziergang hinunter ins
Dorf durften die Kleinen am Anreisetag das Guetnacht­gschechtli schauen.
Danach beschäftigten sich die älteren
Teilnehmer unter anderem mit den
FIS-Regeln.
Lawinentanz
und Skihüttenbesuch
Am Sonntag konnten trotz dichtem
Nebel die verschiedenen Ski- und
Snowboardgruppen die ersten Fahrten auf der Piste machen. Dabei lernten die Teilnehmer ihre Leiter etwas
besser kennen. Den Rest der Woche
schien für die Lagerteilnehmer die
Sonne. Die Pistenverhältnisse ware
meist extrem gut. Doch nicht nur
auf der Piste war etwas los. Auch am
Abend war mächtig viel Schwung angesagt: Die Lagerteilnehmer stylten
sich einige Male für die Disco, deren
Höhepunkt der Lawinentanz war. Zudem stand ein Töggeli-Turnier auf
dem Programm. Und am Donnerstagabend ging es hinauf in die Skihütte
am Chuenisbärgli. Dort erlebten die
Kinder beim Fondueplausch einen
schönen Abend und durften danach
mit dem Sessellift im Dunkeln wieder
zum Lagerhaus zurückkehren. Dann
brachen die Grösseren zum alljährlichen Ausgang ins Dorf auf.
Gut vorbereitet startete die Schar
am Mittwoch zum Wettkampf am
Höchsthorn. Die Kids kämpften auf
dem anspruchsvollen Riesenslalom um
Sekunden. Am Abend waren alle dementsprechend müde. Die Anfängergruppen fuhr ihr Rennen am Donnerstag auf dem unteren Teil des Weltcups
– teils unter den Augen ihrer Eltern.
Denn wie jedes Jahr fand am Donnerstag der Elternbesuchstag statt.
Kurzum: Ein tolles Lager
Die Verantwortlichen können auch dieses Jahr auf ein äusserst erfolgreiches
Lager zurückblicken. Die Unfallrate war
erfreulicherweise sehr tief und Krankheitsfälle gab es mehr bei den Leitern
als bei den Teilnehmern. Die Kinder
verhielten sich sehr kollegial und waren
motiviert bei der Sache. Einmal mehr
hat Lagerleiter Roger Duss tolle Arbeit
geleistet. Ausserdem durfte die Schar
Tobias Lobsiger zu seinem zehnjährigen Jubiläum als Ski- und Snowboardlehrer und Andreas von Reding zu 15
Jahren als Snowboardlehrer und J+SVerantwortlicher Snowboard gratuliepd./WB.
ren. Ranglisten, Fotos und Gästebuch
unter www.jukolager.ch.
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Seele and Geist
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