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75 Jahre Hörfunk − Es war wie Magie - Archiv - Hamburger Abendblatt

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Hamburg
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Seite 20 − Nr. 102 − Hamburger Abendblatt
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Dienstag, 4. Mai 1999
75 Jahre Hörfunk − Es war wie Magie
Ausstellung im
„Electrum“ an der
Hamburger Straße
spiegelt die
Geschichte des
Rundfunks wider.
Von MATTHIAS REBASCHUS
Es ist immer noch die gleiche
Magie: Wie von Zauberhand
kommen Musik und Sprache
durch die Luft ins Radio. Ein
Druck auf die Zahnreihe der Tasten im nostalgischen „GebißRadio“ bringt das „Magische Auge“ zu geheimnisvollem grünlichen Leuchten und das Rundfunkgerät zum „Spielen“.
Am 2. Mai 1924 − vor 75 Jahren
− eröffnete der Journalist Hans
Bodenstedt in Hamburg mit einem Schlag gegen ein Weinglas
den Sendebetrieb der NORAG,
der Norddeutschen Rundfunk
Aktiengesellschaft. Mit dieser ersten Radiosendung begann weltweit ein neues Zeitalter der Kommunikation.
Das Museum der Elektrizität −
das „Electrum“ am U-Bahnhof
Hamburger Straße − feiert das
Jubiläum mit der bis zum 13. Juni geöffneten Ausstellung „Sendezeit“. Vor geheimnisvoll grün
leuchtenden Wänden stehen die
Edelholz-Radios der 50er Jahre,
die „Gebiß-Radios“, aber auch
die ersten Detektor-Empfänger
der 20er Jahre und ein heutiges
Satelliten-Radio. Neben 70 Geräten informieren Texttafeln und
akustische Beispiele über die
Hörfunk-Geschichte.
„Die alten Radios haben alle
ein unverwechselbares Gesicht:
Die Marke Braun war klar von
Grundig zu unterscheiden. Heute sieht alles gleich aus, und man
muß erst auf das Schild gucken,
um den Hersteller zu erkennen,
und Audi sieht aus wie VW und
Sony wie Philips“, sagt Manfred
Matschke, Chef des „Electrum“,
zum immer größer werdenden
Interesse an alten Radiogeräten.
Das Hamburger „Electrum“ mit
der größten Fachbibliothek ist
der Mittelpunkt der RadioSammler und historisch Interessierten in Norddeutschland.
Kaufleute hatten im Januar
1924 die NORAG gegründet. Das
private Radioprogramm hörten
damals 850 (zahlende) Hörer mit
Geräten, die einen halben Monatslohn (450 Reichsmark) kosteten − und zahllose Schwarzhö-
Das sind die Tasten, die den nostalgischen Röhren-Radios der Nachkriegszeit den Spitznamen „Gebiß-Radio“ eintrugen. Hier die Klangfiltertasten eines PhiFotos: RÖHRBEIN, REBASCHUS
lips „Capella“ von 1958. Jazz war damals modern, der NDR spielte Freddy Quinns „Die Gitarre und das Meer“.
rer mit ihren selbstgebastelten
Detektor-Empfängern.
Zehn Jahre später wurde der
Rundfunk staatliches Propaganda-Instrument. In der „Goebbels-Schnauze“, dem Volksempfänger, erklang der „Reichssender Hamburg“.
Am 4. Mai 1945 wurde wieder
von Hamburg aus die erste Nachkriegs-Sendung unter alliierter
Kontrolle ausgestrahlt. Legendäre Hamburger Rundfunkreporter wie Peter von Zahn im
NWDR
(Nordwestdeutscher
Rundfunk) oder Hermann Rockmann im NDR wurden in den
50er Jahren bekannt.
Mit dem Wirtschaftswunder
war das „Gebiß“-Radio zum Mittelpunkt der Wohnungen geworden. „Jedes Familienmitglied
hatte eine Beziehung zum Röhren-Radio, ob es nun in der Küche oder im Wohnzimmer stand“,
sagt Matschke. „Und auch die
Transistorradios der 60er und
70er Jahre waren noch etwas Besonderes. Ich weiß noch: Mein
Freund Klaus hatte so einen
Blaupunkt „derby“, und mit dem
Kofferradio im Freibad waren
auch alle Mädels bei ihm.“
Das Interesse an alter Radio-
„Electrum“-Chef Manfred Matschke mit einem Rundfunkempfänger von 1928: dem berühmten Loewe „OE
333“. Der Lautsprecher ist in der Südsee-Muschel
rechts. Die Röhre des Empfängers links enthält mehrere
Bauteile und stellt die erste integrierte Schaltung dar. Die
Sendereinstellung erfolgt über Schwenkspulen.
Technik zeigt auch die steigende
Mitgliederzahl des deutschen
Radio-Sammler-Vereins,
den
Karl Neumann − ein Hamburger
− vor zehn Jahren gründete. Die
Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens hat
jetzt mehr als 2000 Mitglieder.
Vereinsmitglieder organisieren
Um diese „Arcolette“ von
1927 mit drei Röhren zu
betreiben, brauchte man
noch einen Trichterlautsprecher und eine teure
90-Volt-Anodenbatterie.
auch Veranstaltungen im „Electrum“. So beginnt am Sonnabend, 8. Mai, um 9 Uhr eine „Radiobörse“ zum Kauf und Tausch
von Geräten.
Was ist nun Omas „Gebiß-Radio“ aus den 50ern wert?
Matschke, der im „Electrum“
auch jeden Radio-Interssierten
Mit dem Volksempfänger
„VE 301“ fanden Radiogeräte als billige Massenprodukte Mitte der 30er Jahre
weite Verbreitung. Hörfunk war Propaganda.
berät, sagt: „Das hängt vom Zustand und der Seltenheit eines
Gerätes ab. Ein weit verbreitetes
‚Gebiß-Radio‘ zum Beispiel von
Grundig kostet heute 20 bis 40
Mark. Allerdings: Ein seltenes
Radio aus den 20er Jahren, der
Siemens ‚D-Zug‘, wurde für
16 000 Mark versteigert.“
DAS WETTER HEUTE: Sonnig, zeitweise wolkig, um 17 Grad, mäßiger östlicher Wind
5
13°
13 Std.
0%
13 Std.
0%
12 Std.
0%
15°
Zeiten: MESZ
13 Std.
0%
3
8.5.
18°
4
18°
12 Std.
0%
Ein ausgedehntes Hoch, das sich vom Nordmeer über Skandinavien
bis nach Rußland erstreckt, bleibt für Norddeutschland wetterbestimmend. Mit lebhaften östlichen Winden wird weiterhin trockene
Festlandsluft herangeführt.
Vorhersage
Hamburg: Heute wird es sonnig werden und trocken bleiben bei Tageshöchsttemperaturen um 17 Grad und mäßigem östlichen Wind.
Kommende Nacht wird es überwiegend klar sein und die Temperaturen gehen zurück auf Werte um 4 Grad, in den Außenbezirken kann
das Minimum örtlich auch darunter liegen, hier besteht Bodenfrostgefahr. Am Mittwoch gibt es wieder einen heiteren und trockenen Tag
bei 17 Grad und mäßigem Ostwind mit starken bis stürmischen Böen.
Nordseeküste: Heute ist es Ostseeküste: Überwiegend
leicht bewölkt und niederschlags- heiter und niederschlagsfrei, heufrei, Tageshöchsttemperaturen te um 13 Grad, morgen bis 15
bis 15 Grad. Morgen heiter, Grad. An der freien Ostküste Vortrocken, bei 15 Grad.
pommerns um 11 Grad.
Lüneburger Heide: Überwie- Mecklenb. Seenplatte: Heugend sonnig und niederschlags- te und morgen sonnig, zeitweise
frei, heute Temperaturen bis 18 Durchzug hoher Bewölkung, nieGrad, morgen bis 19 Grad. Zu- derschlagsfrei, Tageshöchsttemnehmende Waldbrandgefahr.
peraturen bis 18 Grad.
Biowetter/Pollenflug
Das Wetter sollte für Aktivitäten im Freien genutzt werden. Dies stärkt
die Abwehrkräfte und wirkt der Wetterfühligkeit entgegen. Insbesondere an der Ostsee kann der starke Ostwind bei Personen mit erhöhtem Blutdruck zu Irritationen im Befinden führen.
Es ist mit einem schwachen bis mäßigen Flug von Birkenpollen zu
rechnen.
Aussichten
Mittwoch
4°/ 17°
Donnerstag
3°/ 18°
Freitag
4°/ 18°
22.5.
30.5.
Luftwerte
18°
Prozentzahlen Niederschlag: Wahrscheinlichkeit
Hamburg und Umgebung
15.5.
Temperatur min/max
Sonnabend
3°/ 17°
Sonntag
2°/ 16°
Gestern wurde in Hamburg eine niedrige bis durchschnittliche Luftbelastung
festgestellt:
Angaben in Mikrogramm / m3 Luft
Wert
Grenzgestern
wert
Schwefeldioxid
300
5
Schwebstaub
300
30
Stickstoffdioxid
100
26
Stickst’monoxid 12
500
Ozon (mittl. Wert) 53
180
Ozon (max. Wert) 97
180
niedrig
mittel
erhöht
hoch
Hoch-/Tiefdruckgebiet
-10° bis
unter
-6°
-10°
Heute wird eine ähnliche Schadstoffbelastung erwartet. In den Frühstunden
kann sie vorübergehend ansteigen.
Warmfront
-5° bis
-1°
3.5.
1022,1 hPa
steigend
0,0 mm
8,3 Stunden
Grad Celsius
Grad Celsius
0,1 mm
7,0 Stunden
1008,6 hPa
°C Jahr
27,6 1934
–3,6 1941
Max. Min.
19,9
3,3
14,3
7,9
20,2
5,8
12,7
5,4
23,4
5,7
8,3
0,5
Okklusion
5° bis
9°
warme Luft
kalte Luft
20° bis
10° bis
15° bis
24°
14°
19°
Deutschland
Rückblick
Luftdruck: 14 Uhr
Tendenz:
Vorgestern, 2. Mai 1999
Niederschlag
Sonnenscheindauer
Heute vor einem Jahr
Höchsttemperatur 14,2
Tiefsttemperatur
5,5
Niederschlag
Sonnenscheindauer
Luftdruck
Temperaturen
absol. Maximum
absol. Minimum
Temperaturhistorie
1997
1994
1989
1974
1949
1899
Kaltfront
0° bis
4°
Wetter Wind
Temperatur Feuchte
aus/Windst. 8 Uhr/14 Uhr in %
Berlin
wk WNW 3
9 16 43
Bremen
he NNW 3
7 14 45
Brocken
he WNW 3
5 10 57
Dresden
he
W
3
8 17 46
Flensburg he NW 3
4
1 100
Frankfurt
he NNO 2
10 21 38
Freiburg
he NNW 2
10 21 57
Hamburg he WNW 3
6 13 56
Hannover he
W
2
6 15 54
Köln / Bonn he NNW 3
6 20 40
Leipzig
wk SSO 2
9 18 42
List/Sylt
he NW 5
7
9 64
Lübeck
wk WNW 2
4 14 52
München he
NO 2
10 21 43
Nürnberg he WNW 2
8 19 40
Rostock
he NW 3
7 11 74
Schwerin wk NNW 3
8 14 58
Stuttgart
he
N
3
9 21 53
Trier
he
NO 3
9 20 38
Reisewetter
Morgen, 5. Mai 1999, mittags
Sonne/Mond
Aufgang
5.40 -.-- 5.38 0.33
Untergang
20.55 8.10 20.57 8.53
18°
17°
Heute, 4. Mai 1999, mittags
Morgen:
St. Pauli:
Heute:
Hochwasser
7.44 19.56 8.16 20.26
Niedrigwasser 2.47 14.56 3.16 15.24
4
15°
Hamburg
Heute, 4. Mai 1999, mittags
15°
Nebel Luftdruck in hPa
über
25° bis
30°
30°
Großbritannien und Irland: Nach Auflösung von Nebel- und Hochnebelfeldern
heiter und trocken, am Donnerstag aufkommende Bewölkung und Regen, 15
bis 20 Grad, an der Küste um 10 Grad.
Südskandinavien: Überwiegend heiter,
nur in Südschweden örtlich einzelne Regenschauer, 10 bis 15 Grad.
Frankreich: Stark bewölkt mit Regen
oder gewittrigen Schauern, 17 bis 22
Grad, im Süden bis 24 Grad.
Spanien und Portugal: Anfangs sehr
unbeständig mit starker Bewölkung und
häufigen, teils gewittrigen und ergiebigen
Niederschlägen, um 20 Grad, im Süden
bis 25 Grad. Am Donnerstag im Süden
sonnig und noch etwas wärmer.
Balearen: Heiter bis wolkig, 20 bis 24
Grad, an der Küste etwas niedrigere, im
Binnenland mitunter auch höhere Werte.
Kanarische Inseln: Heiter und trocken,
Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad.
Österreich und Schweiz: Meist stark
bewölkt und regnerisch. Am Donnerstag
Wechsel zwischen Sonne und Regenschauern, 16 bis 22 Grad.
Italien: Wechselnd wolkig, vielfach auch
heiter. In Mittelitalien einzelne gewittrige
Regenschauer, 20 bis 26 Grad,
Griechenland und Türkei: Teils heiter,
teils wolkig, 24 bis 30 Grad, am Donnerstag von Norden her kühler.
Israel und Ägypten: Wolkenlos bis heiter, an der Küste um 25 Grad, im Binnenland 30 bis 35 Grad, in Ägypten vorübergehend bis 40 Grad.
Wolkenvorhersage
4.5.
5.5.
Wetter / °C Wetter / °C
he 18 he 18
he 18 he 18
he
9 he
9
he 18 he 16
he 14 he 15
wk 20 wk 19
bw 22 wk 23
he 17 he 17
he 18 he 19
he 21 bw 19
he 17 he 17
he 15 he 15
he 16 he 16
he 18 he 18
he 18 he 18
he 15 he 16
he 18 he 18
wk 19 wk 22
he 18 he 18
wl=wolkenlos he=heiter wk=wolkig bw=stark bewölkt bd=bedeckt Gw=Gewitter
Ne=Nebel Ni=Nieseln R=Regen Sh=Schauer S=Schnee
Heute, 4. Mai 1999, mittags
Herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg.
Internet: http://www.dwd.de
Tidendaten: Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie
Urlaubsorte
3.5.
Wetter
Temperatur
Luft/Wasser
Helgoland
heiter
10 9
List/Sylt
heiter
9 11
Norderney
heiter
10 12
Fehmarn
9 11
heiter
Rügen
heiter
12 10
heiter
Usedom
13 10
Bodensee
heiter
23 8
Regen
Biarritz
14 14
Algarve
stark bewölkt 18 17
wolkig
Madeira
19 19
Las Palmas heiter
22 19
wolkig
Mallorca
22 18
Rimini
bedeckt
17 15
wolkig
Korfu
24 17
Zypern
heiter
29 19
wolkenlos
Antalya
27 19
San Francisco wolkig
11 14
Miami
25 24
heiter
Kapstadt
Regen
15 21
Bangkok
32 29
wolkig
Sydney
wolkenlos
20 20
Sternzeit
4. Mai 1999
Galileo bei Kallisto
Nachdem sie uns Hinweise auf
einen möglichen Ozean aus flüssigem Wasser unter der Eis-
LL
kruste des Jupitermondes Europa geliefert hat, wendet sich
die Raumsonde Galileo in dieser Woche dem Mond Kallisto zu.
Morgen früh soll sie in einer
Höhe von nur ca. 1200 Kilometern an Kallisto vorbeiziehen.
Wenn die Instrumente noch wie
geplant arbeiten, könnten sie
vielleicht auch auf diesem Mond
Hinweise für die Existenz von
Meeren finden.
Einige Anzeichen dafür fand
Galileo bereits bei früheren Besuchen. Beispielsweise scheint
sich das Magnetfeld des Mondes
sehr schnell zu verändern. Forscher deuteten ein ähnliches Ma-
<>
Nr. 102
gnetfeld bei Europa als Hinweis
auf einen salzigen Ozean unter
der Eiskruste. Bewegt sich das
Meerwasser, erzeugt es schwache elektrische Ströme, die das
Magnetfeld beeinflussen.
Bei Europa gibt es noch andere
Indizien für einen unterirdischen Ozean: Spalten im Eis, wo
Seite 20
2
Wasser an die Oberfläche getreten sein könnte − und riesige
Brocken, die schwimmenden
Eisbergen ähneln.
Diese Merkmale findet man
bei Kallisto nicht. Vielleicht ist
seine Eiskruste einfach dicker.
Wissenschaftler
spekulieren,
daß es in Europas Meeren Le-
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-gelb
bewesen von einzelligen Organismen bis zu komplexeren Formen geben könnte.
Dagegen scheinen die Bedingungen auf Kallisto nicht gerade lebensfreundlich zu sein. Er
verfügt über weniger Wärme in
seinem Innern, die Meere erwärmen könnte.
„Sternzeit“,
eine
Sendereihe
des
Deutschlandfunks, wird täglich um 16.58
Uhr ausgestrahlt (UKW 88,7 MHz). Die
Sternzeit ist auch im Internet nachzulesen
(http://www.dradio.de).
Written by Damond Benningfield * European Adaptation: Ursula Vaughan. Copyright 1999: The University of Texas McDonald Observatory. Unterstützt von NASA
und Universitätssternwarte München.
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