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■ CHARTER KORSIKA
Kurs
Korsika!
Die Felsmonolithe der Seychellen? Alter Hut. Und wie wär’s mit „The
Bath“ in den Virgins? Déja-Vu. Fahren Sie nach Korsika und erleben Sie
die „Tafoni“- Felsen an der Westküste von Napoleons Insel. Und Sie werRomantik-Garantie: In
der Cala d’ Agulia haben
maximal drei Yachten
Platz zum Ankern
den wie Carl Viktor (Text und Fotos) verstehen, was einen landschaftlich
wie seglerisch anspruchsvollen Chartertörn ausmacht
➣
6 segeln 2/2006
2/2006 segeln 7
Foto: Sebastien Laugier
■ CHARTER KORSIKA
V
on Nachtruhe kann nicht die Rede
Das alte Seeräubernest Bonifacio – ausgesein. Erst beginnt das Großfall an den nommen werden hier vor allem Touristen
Mast zu trommeln, dann die Kette
zu grummeln, was nur bedeuten kann, dass bald, dass ein Reff im Groß nicht nur die
sie ihren Anker durch den mit Fels durchLage verringert und dem Rudergänger hilft,
setzten Grund zieht. Einfaches CrewmitKräfte zu sparen, sondern auch locker einen
glied zu sein, hat in diesem Fall den Vorteil, Knoten mehr bringt.
die kuschelige Wärme der Koje einige
Und das ist gut so, denn als wir uns in die
Minuten länger als der Skipper auskosten zu von mehr Felsen als Wasser gebildete Eindürfen. Erst als der den Motor startet, setze fahrt der Marine d’Elbo tasten, haben wir
auch ich mich dem recht frisch aus Süddas Petit Dejeuner bereits zugunsten eines
west blasenden Wind aus. Der Segelführer Brunch gestrichen. Der liefert auch die nötiempfiehlt in diesem Fall, Girolata unverzüglich das Heck zu zeigen.
Doch bei uns reicht es diese Nacht gerade
bis dorthin, wo genügend Raum zum
Schwojen sich mit nicht zu großer Anker- gen Kalorien, um den Motor für die nachtiefe paart. Als unser Schiff nach einigen
mittäglichen Aktivitäten am Laufen zu halvergeblichen Ankerversuchen endlich bereit ten. Die Wanderung zu dem einen von 150
ist, seine Nase in den Wind zu stecken, sind rund um die Insel gebauten Wachttürmen
seine Bewegungen alles andere als sanft in sehen wir als Pflicht an, die Kletterpartien zu
den Schlaf wiegend. Es schaukelt schließlich den Höhlen und Höhen im Westen der Bucht
so, dass die französische Crew, die sonst
als Vergnügen. So einen Bilderbuchankerimmer darauf bedacht ist, den Ruf der Grand platz – und noch dazu ganz für uns allein –
Nation auch kulinarisch hoch zu halten, auf werden wir abends in Galeria wohl nicht
das Frühstück verzichtet und statt dessen
haben. Auf dem Weg dorthin will unser
volle Wäsche setzt. Bei der Kreuz hinaus
Schiff zeigen, dass mehr als nur die theoreaus dem Golf von Girolata zeigt sich aber
tische Rumpfgeschwindigkeit in ihm steckt.
Halber Wind, verfeinert von einer raumen
Komponente und die flach von schräg achtern auflaufende Welle sorgen dafür, dass
das GPS immer wieder an der Zehn-KnotenMarke kratzen kann. Dabei liegt das Schiff
so gut am Ruder, dass sein Druck gerade
für das nötige Steuergefühl sorgen kann.
Weil wir zwischen der Insel Gargalu und
Korsika südwärts gehen wollen, stört es uns
nicht, dass Äolus heute auf seine Kraftmeierei verzichtet. Einem Canyon gleich
streben die Felswände zu beiden Seiten
„Kein Korsika Törn ohne Bonifacio“
gegen den Himmel und verengen sich zu
einem rostrot in der Sonne leuchtenden
Nadelöhr, durch dessen engste, unter der
Wasseroberfläche auf unseren Kiel lauernde
Stelle ich das Schiff fädeln darf. Der Segelführer zeigt nur die Klippen an Steuerbord.
Dass es auch welche an Backbord geben
muss, sagt mir die Gestik des Lotsen am
Bug, dem ich vertrauen muss, da der Ruderstand an Backbord von dem in Eimern eingeweichten Frühstücksgeschirr blockiert ist.
Das wollten wir in einer der beiden Buchten
auf Gargalu abwaschen, die uns der Segelführer südlich der Durchfahrt empfiehlt, um
für Mittag gerüstet zu sein. Doch ein nicht
zu übersehendes Ankerverbot an beiden
Einfahrten verhindert die gute Absicht.
Dem Skippers verdanken wir, dass die
Küche doch nicht kalt bleibt. Erst lotst er uns
südwärts, dann zwischen sich senkrecht aufsteigenden Wänden durch in einen so felsigen Winkel, dass ich es ohne sein Insiderwissen nicht wagen würde, den Anker auf
die vom Echolot angezeigten 15 Meter Wasser über nicht feststellbarem Grund fallen zu
lassen. „Wenn du eine Heckleine zu den
Felsen ausbringst, kannst du hier selbst bei
stürmischem Mistral sicher liegen“, versucht er mich zu beruhigen. Ganz gelingt es
ihm nicht, denn auf meine Frage, warum
dann die Bucht den Beinamen „Anse du
Malheur“ hat, weiß er auch keine Antwort.
Viel besser gefällt mir da schon der Hafen
von Cargèse. Allerdings scheint der Hafenmeister etwas gegen unsere Anwesenheit
zu haben. Doch was ich als Aufforderung
verstehe, kehrt zu machen, stellt sich
schließlich als gut gemeinter Rat heraus,
das Schiff zu drehen und Bug voraus fest zu
machen, da vor der Mole Felsblöcke auf
das Ruder unseres Schiffes lauern. Cargèse
gilt als Korsikas griechische Stadt. Vor über
200 Jahren hatten sich Inselgriechen hier
angesiedelt. Doch statt Frieden zu finden,
waren sie nur vom türkischen Regen unter
die korsische Traufe gekommen.
Dass die nicht selten mit Waffen ausgetragene Feindschaft erst Duldung wich und In der Gargalu Passage. Reinfahr, schauen, rausfahren. Leider ist hier ankern verboten
schließlich zu einem freundschaftlichen Miteinander wurde, ist wohl so mancher
Romeo-und-Julia-Affäre zwischen den
Volksgruppen zu verdanken. Heute sind die
zart gesponnenen Bande so eng, dass niemand mehr etwas dabei findet, wenn am
Sonntag der Pope erst in der griechisch
orthodoxen Kirche die Messe für seine
Schäfchen liest und anschließend in der nur
wenige Schritte entfernten katholischen Kirche die dortige, priesterlich verwaiste
Gemeinde betreut. Vielleicht hatten die
Griechen sich Cargèse deshalb erwählt, weil
der Anstieg vom Hafen sie an die steilen
Pfade hoch zur Chora ihrer Heimatinsel
erinnerte.
Napoleon, einst Kaiser der Franzosen,
scheint heute noch über Ajaccio zu herrschen, so allgegenwärtig sind er und sein
Name in seiner Geburtsstadt, heute Korsikas
Hauptstadt. Dabei war er Zeit seines Lebens
gar nicht stolz darauf, Korse zu sein. „Sagen
sie, bringen sie sich immer noch gegenseitig Iles Lavezzi, Cala di Ghiuncu. Wer die Klippen gemeistert hat, wird mit „Karibik“ belohnt
➣
8 segeln 2/2006
2/2006 segeln 9
um?“ soll er einmal einen Landsmann
gefragt haben. Er spielte damit auf die Vendetta an, die Blutrache, die jahrhundertelang auf der Insel hoch im Kurs stand. Tausend Morde pro Jahr galten als ehrenvoller
Schnitt.
Noch stolzer waren sie darauf, dass es auf
ihrer Insel keine Diebstähle gab, denn die
galten im Gegensatz zu Mord aus Rache als
unehrenhaft. Dieser korsische Ehrbegriff hat
sich überlebt. Heute wird man nicht mehr
ehrenhaft ins Jenseits befördert, dafür kann es
einem schon mal passieren, dass man auf
der Insel ganz unehrenhaft beklaut wird.
Doch sicher nicht auf den Iles Lavezzi, die
wir nach einer Diesel fressenden, windlosen Nachtfahrt frühmorgens erreichen.
Das noch fahle Licht erleichtert nicht
gerade die sich zwischen Unterwasserfelsen
durchwindende Einfahrt in die Cala Lazavina. Die vor Korsikas Südspitze gelegene
Inseln gleichen einem Rosengarten aus Steinen. Schön anzusehen, was da über dem
Wasser blüht, doch gefährlich alles, was
sich so zahlreich unter der Oberfläche versteckt. 1855 riss sich die französische Fregatte La Sémillante daran den Rumpf auf.
750 Tote, die meisten davon auf Lavezzi
begraben, sind auch heute noch ein Warnung für alle, die sich in dieses tückische
und dabei so zauberhafte Revier wagen.
Klar und blauer noch als eine Südseelagune
schimmert das Wasser, gerahmt von Findlingen, die sich so hoch türmen, dass sie
keinen Vergleich mit Hochgerühmtem in
anderen Segelrevieren scheuen müssen. Sie
zu besteigen ist aber verboten.
Wo sonst gibt es noch eine Stadt wie Bonifacio. Als wir uns an die Mauern aus
weißem Kreidefels heranpirschen, auf denen
die Altstadt thront, strahlt ihre über dem
Spinnaker schwebende Silhouette eine Verlockung aus, der zu widerstehen wohl kaum
WWW.FRANK-COM.DE / FOTO: GILL MARTIN RAGET
■ CHARTER KORSIKA
SUN ODYSSEY 42 DS,
WELTENBUMMLER SEIN OHNE
DAS HOFLEBEN ZU VERMISSEN
Der schmale Hafen von Bonifacio:
Beliebt, überlaufen, aber ein Muss
„Wo Picasso sich die Natur zum Vorbild nahm“
ein Segler vermag. Eine Verheißung ist die
Einfahrt in den Fjord, die vom Liegeplatz –
so sicher wie es ihn sonst nirgends auf dieser Insel gibt – schließlich auch erfüllt wird.
Kaum sind die Leinen fest, stürmen wir die
Mauern der Altstadt. Versucht haben dies in
den Jahrhunderte vor uns so manche, doch
kamen sie nicht mit Kameras bewaffnet.
Die Spanier waren nicht die einzigen, dafür
aber die ersten die Feuerwaffen einsetzten,
um sich in den Besitz dieses Kleinods im
10 segeln 2/2006
Schnittpunkt der Handelsrouten des Mittelmeeres zu bringen. Trotz aller Widrigkeiten,
die diese Belagerung mit sich brachte, waren
die Korsen von den neuen Waffen begeistert, erschlossen sie ihnen doch die Möglichkeit, zwar geräuschvoller, dafür aber
umso gefahrloser für den Schützen, ehrenvoll zu morden.
Begehrter noch als die Stadt war damals
der schützende Hafen. Heute fallen hier
ganze Touristenheere über die Restaurants
her, ohne dabei auf finanzielle Verluste zu
achten. Wir dagegen erkunden penibel die
preisliche Lage, bevor wir uns zum Sturm
auf das „Le 4 Vent“ und seine Küche entschließen. Ohne Trubel wollen wir den Törn
ausklingen lassen. Buchten bieten sich dazu
im Südwesten Korsikas viele an, doch keine
ist wie die Cala d’Agulia. Bereits in der
Einfahrt müssen wir den Anker fallen lassen
und uns Heck voran in die Enge tasten, um
dort Heckleinen auszubringen. So verspannt
liegen wir sicher inmitten einer Galerie
phantastischer Felsskulpturen. Man könnte
glauben, die Natur habe Legér kopiert, sich
Picasso zum Vorbild genommen und
zusammen mit der sinkenden Sonne zu
Dalis dunklen Seelenwelten vereint.
Konstrukteure: Marc Lombard / Garroni Designers / Jeanneau Design
www.jeanneau.de
21.-29.01. 2006
Halle 16 / Stand A22
SKIPPER
AUS
LEIDENSCHAFT.
SUN 2000 / 2500 / SUN FAST 32i / 35 / 37 / 40.3
S U N O DY S S E Y 2 9 . 2 / 3 2 i / 3 5 / 3 7 / 3 9 i / 4 0 . 3 / 4 5 / 4 9 / 4 2 D S / 4 9 D S / 5 4 D S
➣
FICHTNER MARINE
D - 1 4 5 5 0 D E E T Z / H AV E L
Te l . : + 4 9 ( 0 ) 3 3 2 0 7 - 5 1 1 7 7
e - m a i l : fi c h t n e r m a r i n e @ t - o n l i n e . d e
- YAC H T S
D-24235 LABOE
Te l . : + 4 9 ( 0 ) 7 0 0 - 2 5 7 4 2 9 2 2 4 8 7
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M A S S AG M A R I N E G M B H
D - 7 3 6 6 0 U R B AC H
Te l . : + 4 9 ( 0 ) 7 1 8 1 - 8 1 1 2 0
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A - 3 0 1 3 T U L L N E R B AC H
Te l . : + 4 3 ( 0 ) 2 2 3 3 - 5 2 1 2 4
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CH-8592 UTTWIL
Te l . : + 4 1 ( 0 ) 7 1 - 4 6 6 7 5 3 0
e - m a i l : i n fo @ h a u s a m m a n n . c h
■ CHARTER KORSIKA
BEWERTUNG DER CHARTERYACHT
REVIER-INFOS
CHARTERFIRMA: Moorings GmbH,
Candidplatz 9, D-81543 München,
Tel.: +49 (0)89/69 35 08-0. Fax: 0049
(0)89/69350817, E-Mail: moorings@mooringsnet.de. Info über
0800 6935080 oder im Internet unter
www.moorings.com.
SCHIFFE & PREISE: Ab Ajaccio werden Monohulls zwischen 33 und 49
Fuß zu Preisen von 1.372 bis 6.790
Euro sowie 40 und 43 Fuß Katamarane von 4.137 bis 8.379 Euro pro
Woche und je nach Saison angeboten.
REVIER: Korsikas Westküste gehört
zu den landschaftlich schönsten Segelrevieren des Mittelmeeres. Wegen seiner exponierten Lage kann es aber
auch ein sehr raues sein.
SEEKARTEN: Französische Karten
6822, 6823, 6850, 6851, 6855, 6929,
6942, 6969, 6970, 6980,7024, 7025,
7050, 7096, 7162, 7280, 7316 (für
Ost- und Westküste). Nautische Literatur: Pilote Cotier „Corse & Sardaigne
NE.“ (Französisch).
WIND & WETTER: In den Sommermonaten bestimmt meist die Thermik das Geschehen. Der Seewind setzt
gegen 9 Uhr ein und kann am Nachmittag mit 6 bis 7 Bft.
recht frisch werden, bevor er abends
wieder abflaut. Der Landwind ist
moderater, kann aber für eine feine
Segelbrise sorgen. Gefürchtet ist der
Mistral, der mit Sturmstärke aus
Nordwest blasen kann und mit dem
Sie in der Vor- und Nachsaison immer
rechnen müssen. Selten ist dagegen
im Sommer der Levante, ein Ostwind, der kaum mehr als fünf Windstärken erreicht. Ganz anders der
Schirocco. Er kann im Frühjahr mit
7 bis 8 aus SE wehen.
WETTERBERICHTE: Auf UKW für
den Bereich Ersa/Cap Corse um 0733,
1233,1933. Serra di Pignon/Bastia um
0745, 1245, 1945. Conca/Porto
12 segeln 2/2006
Vecchio um 0803, 1303, 2003. Serragia/Bonifacio um 0815, 1315, 2015.
Punta/Cargèse um 0833, 1333, 2033.
Piano/Porto um 0845, 1345, 2045.
Gesendet wird auf Kanal 79 nach
Ankündigung auf Kanal 16.
LEUCHTFEUER & SEEZEICHEN:
Das Revier ist gut betonnt und befeuert, im Küstenbereich aber auch mit
jeder Menge Unter- und Überwasserfelsen gesegnet.
GEZEITEN & STROM: Der Tidenhub beträgt etwa 20 cm. Außer in der
Straße von Bonifacio ist der Strom eine
vernachlässigbare Größe. Dort kann
er aber bei länger anhaltendem Westwind mit 1 bis 2 Knoten ostwärts laufen. Zwischen den Inseln kann es
dabei zu Stromkabbelungen kommen.
NAVIGATION: Überall an Korsikas
Westküste sollten Sie wegen der zahlreichen Landmarken mit terrestrischer
Navigation zurecht kommen.
BESTE ZEIT: Juni bis September. In
den Sommermonaten sind Häfen und Ankerplätze meist
hoffnungslos überfüllt. Anreise: Die Flüge gehen meist
über Paris, Lyon oder
Nizza. Für alle ,
die mit
dem
Auto anreisen, bietet sich Livorno als
Fährhafen, aber auch Genua oder
Marseille an.
EINREISE & ZOLL: Korsika ist EUund Schengengebiet. Für die Einreise
reicht ein Personalausweis.
SPRACHE: Französisch. Englisch wird
hin und wieder verstanden.
RESTAURANTS: Ajaccio: Durchaus
akzeptabel sind die Lokale vor dem
Fähr- und Fischerhafen. Korsische
Küche wird im „La Mamma“ serviert,
Fisch im „Restaurant des Halles“.
Galeria: Ein Abend im Restaurant des
Hotels „L’Auberge“ wird sie nicht enttäuschen. Bonifacio: „Le 4 Vent“ war
der gute Tipp eines Einheimischen.
Aus dem „U Castille“ roch es gut und
die Speisekarte versprach moderate
Preise. Girolata: „La Cabane du Berger“ wird von der Charterfirma empfohlen. Cargèse: Im „Saint-Jean“ wird
das Diner zusammen mit dem Sonnenuntergang serviert. Zum Wein:
Das Beste, was ich über korsische Weiß- und Rotweine
sagen kann, ist, dass man sie
trinken konnte. Immer gut
war der Rosé, egal, ob in der
Flasche oder – preisgünstiger – offen serviert.
STROM: 220 V. Da die
Franzosen dreipolige Stecker verwenden, benötigen
Sie einen Adapter.
TELEFON: Sie können
fast überall mit ihrem
Handy telefonieren; die
Roaminggebühren sind
moderat.
KLIMA: Heiß im Sommer. Im Mai lag noch
Schnee auf den Bergen,
der für kühle Nächte sorgte.
KLEIDUNG: Im Sommer
reicht fast immer leichte Baumwollkleidung. In diesem Revier
sollte Ölzeug immer an Bord sein,
in der Vor- und Nachsaison auch
ein Pullover.
GESUNDHEIT & IMPFUNGEN: Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Für Liebhaber von
Muscheln sollte jedoch eine Hepatitis
A Impfung ebenso selbstverständlich
sein, wie ausreichender Sonnenschutz
in den Sommermonaten.
REISE
LINIENFLUG
500 bis 600 €
REISEPAPIERE
Personalausweis
DEVISEN
Euro
NOTARZT/TELEFON
Kanal 16 oder 112 am
Handy
ZEITUNTERSCHIED
keiner
HAFEN
ESSEN & TRINKEN
25 bis 30 €
LIEGEPLATZ/KOSTEN
26 bis 33 €
TIDENHUB
20 cm
HAFENSCHUTZ
AMBIENTE
SEGELN
WINDVORKOMMEN
TAUCHENGÄNGE
Tauchequipment lohnt sich
auf einem Törn rund um
Korsika. So manche Bucht
kann es locker mit den „Kollegen“ in der Karibik aufnehmen. Vorsicht auch in
Frankreich – wer durch
Zufall historische Gegenstände unter Wasser findet,
sollte tunlichst die Finger
davon lassen und nur die
Behörden informieren.
ALLGEMEINES:
• Charterfirma: . . . . . . . .Moorings
• Zeitpunkt: . . .21. bis 28. 5. 2005
• Yacht: . . . . . . . . . . .Cyclades 43
• Preis: . . . . . . . . . . . . . . .3.521 €
• Rabatte: . . . . .5% für Wiederholer,
10% für Frühbucher, ab 2 Wochen
5%, ab 3 Wochen 10%, jedoch höchstens 15% für 1 Woche, 20% für 2
Wochen und 25% für 3 Wochen
• Extras: .Charterpauschale 200 €
• Selbstbehalt . . . . . . . . . . .5.000 €
• Kautionsversicherung .189/440 €
ANREISE:
• Erreichbarkeit: ●●●●
• Transfer: ●●●●●
STÜTZPUNKT:
• Freundlichkeit: ●●●●●
• Komfort: ●●●●
• Sanitärräume: ●●●●
• Sicherheit: ●●●●
UMFELD:
• Restaurants/Cafés: ●●●●●
• Versorgung ●●●●●
• Preisniveau: ●●●●●
ÜBERGABE:
• Kompetenz: ●●●●●
• Ausstattung: ●●●●●
• Sauberkeit: ●●●●●
TECHNISCHER ZUSTAND:
• Motor: ●●●●●
• Technik: ●●●●●
• Segel: ●●●●●
• Decksausrüstung: ●●●●●
• Navigation: ●●●●
• Elektronik: ●●●●●
• Dingi: ●●●●●
• Außenborder: ●●●●●
KOMFORT:
• Pantry: ●●●
• Sanitärraum: ●●●●●
• Bettwäsche: ●●●●●
• Hand- und Badetücher:
●●●●●
• Basisset Pantry: ●●●●●
• Schnorchelausrüstung: ●●●●●
FAZIT:
Alles wäre perfekt gewesen, hätte
●●●●● sehr gut ●●●● gut ●●● befriedigend ●● ausreichend ● mangelhaft
nicht die Werft beim Gasanschluss
des Kochers gepfuscht und die Charterfirma beim Barometer gespart.
DAS SCHIFF:
Diese neue Cyclades 43 war ein Charterschiff so ganz nach meinem
Geschmack. Helles Holz, das den
Raum noch größer erscheinen ließ als
er ohnedies schon war, gepaart mit
glatten Linien, standen hier für Funktionalität ohne Schnörkel. Die drei
Kabinen, jede mit eigenem Sanitärraum, boten viel Privatsphäre und
noch mehr Platz. Groß genug geraten
war auch die Navigationsecke, nicht
aber der Salontisch, an dem es schon
bei einer Crew von sechs eng geworden wäre. So wurde das geräumige,
von den beiden Steuerständen am
Heck gut getrennte Cockpit zum
eigentlichen Lebensraum, in dem
auch die Mahlzeiten serviert wurden.
Sie zuzubereiten war nicht immer
leicht. Wegen eines Fehlers der Werft
bei der Installation der Gasleitung
konnten wir den Schwingkocher nur
im arretierten Zustand verwenden
und die bescheidene Größe von Töpfen und Pfannen entsprach so gar
nicht der großzügig ausgelegten Pantry. Das eigentlich Neue an diesem
Schiff war jedoch das Rigg mit seinen
über die gesamte Schiffsbreite reichenden Salingspaaren, das keine
überlappende Genua zuließ. Diese
Anordnung mit dem kleinen Vorsegel und einem echten Groß bewährte
sich besonders an der Kreuz recht
gut. Nicht zufrieden waren wir mit
dem Pflugscharanker in den oft von
Fels durchsetzten Ankerplätzen.
Würde ihn die Werft durch ein anderes Eisen ersetzen, die Instrumente
im Cockpit richtig platzieren und die
Reffleinen des Großsegels gängiger
machen, käme die Cyclades 43 für
mich dem Ideal eines Fahrtenschiffes
sehr nahe.
➣
KORSIKA
Centuri
Pino
Marine di Nonza
St. Florent
Marine di
Malfalco
L’Ile Rousse
Marine de Davia
Sant’ Ambrogio
Calvi
Baie de Crovani
Galeria
Marine d’Elbo
Gargalu
Anse de
Gattaghia
Girolata
Porto
Golfe de Peru
Cargèse
Sagone
Baie de Liscia
Golfe de Lava
Portu Provencal
Anse de Fica
Ajaccio
Port Tino Rossi
Ajaccio, Port
Charles Ornano
Anse de
Sainte-Barbe
Porto Pollo
Propriano
Campo Moro
Cala d’Agulia
14 segeln 2/2006
42°58,0’N
9°21,0’E
42°54,8’N
9°20,7’E
42°47,3’N
9°20,0’E
42°40,9’N
9°18,1’E
42°43,6’N
9°07,1’E
42°38,5’N
8°56,3’E
42°37,6’N
8°53,1’E
42°36,3’W
8°49,8’E
42°33,9’N
8°45,6’E
42°28,1’N
8°40,8’E
42°24,9’N
8°38,8’E
42°22,3’N
8°34,3’E
42°22,2’N
8°32,5’E
42°20,8’N
8°33,4’E
42°21,0’N
8°36,9’E
42°16,2’N
8°41,6’E
42°08,8’N
8°35,5’E
42°07,9’N
8°35,8’E
42°06,9’N
8°41,5’E
42°03,9’N
8°44,2’E
41°59,6’N
8°40,0’E
41°57,2’N
8°36,4’E
41°55,2’N
8°44,6’E
41°55,8’N
8°44,6’E
41°50,9’N
8°45,9’E
41°42,5’N
8°47,7’E
41°40,7’N
8°54,2’E
41°38,1’N
8°48,9’E
41°35,9’N
8°47,4’E
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4-7m
Sand
3-6m
Sand, Fels
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5-8m
Sand,Gras
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4-6m
Sand
4-6m
Sand,Gras
4-6m
Sand,Fels
5-7m
Sand,Fels
12-15m
Sand,Fels
3-5m
Sand,Fels
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● ●
● ● ●
●
●
●
2-4m
Sand
●
●
●
3-5m
Sand
●
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●
3-6m
Sand,Gras
3-8m
Sand,Gras
3-6m
Sand
● ●
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3-5m
Sand,Fels
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4-8m
Sand,Gras
3-6m
Sand,Gras
Ein hübscher Ort, ein schwierig anzusteuernder Hafen. Viele
Untiefen. Bei Wind aus W bis N rate ich von diesem Hafen ab.
Der von SSW über W bis NNW weit offene Tages- und Schönwetterankerplatz wird meist wegen des hübschen Ortes Pino angelaufen.
Von SW über W bis NW weit offener Tagesankerplatz. Der Aufstieg zu dem hübschen, geschichtsträchtigen Ort lohnt sich.
In den Sommermonaten wird die Genueserfestung von Touristen
überrannt. Selbst dann hat das Fischerdorf noch seinen Reiz.
Offen nach NW. Diese tief einschneidende Bucht gilt als Geheimtipp und gewährt außer bei nördlichen Winden guten Schutz.
Wer sich nicht dem Gedränge im Yachthafen aussetzen möchte,
kann auch südlich oder westlich des Hafens ankern.
Offen von SW bis W. Unter guten Bedingungen ein empfehlenswerter Ankerplatz.
Hier liegt es sich gut, wenn man erst einmal im Hafen ist. Das
kann bei starken nördlichen Winden manchmal unmöglich sein.
Die im Sommer meist überfüllte Marina bietet unter allen
Bedingungen besten Schutz.
Die nach SW bis WNW offene Bucht bietet guten Schutz und der
Ort L’Argentelle eine schöne Aussicht.
Offen nach NE. Hier können Sie Ihr Boot für ein paar Stunden
alleine lassen und das Fango Tal besuchen.
Offen nach W bis N. Ohne Landleine können Sie in dieser Bucht
wegen des ständig drehenden Windes nicht liegen. Sehr schön!
So verlockend die beiden Einschnitte auch sind, das Ankern in
ihnen ist leider verboten, was auch überwacht wird.
Offen nach S bis SW. Die Bucht soll guten Schutz bei Mistral
bieten. Spektakuläre Felskulisse!
Offen nach S bis SW. Die Bucht sieht besser aus als sie ist. Viel
Flachs und schlecht haltender Grund.
Der Hafen ist nur für Boote von max. 1,5 m Tiefgang geeignet. Alle
anderen müssen auf weit offenen Ankerplätzen vor dem Ort ankern.
Ein nach SW bis W offener Tagesankerplatz, der bei guten
Bedingungen auch zum Übernachten geeignet ist.
Hier sollten Sie mit dem Bug voran anlegen. Hübscher
„griechischer“ Ort mit netter Atmosphäre. Gutes Restaurant!
Falls Sie an der kurzen Mole keinen Platz finden, können Sie je
nach Wetterlage in der weiträumigen Bucht ankern.
Offen nach SW bis W ist der nördliche Ankerplatz, wo Sie guten
Grund und gute Versorgungsmöglichkeiten vorfinden werden.
Der Ort lockt Yachten mit kostenlosen Liegeplätzen an
Mooringbojen.
Offen nach SW bis W, bietet diese Bucht einen schönen Sandstrand und meist auch jede Menge Schwell an.
In dieser Marina liegen Sie inmitten des Geschehens, leider auch
des Fährverkehrs, der viel Schwell verursacht.
Empfehlenswert, da der Supermarkt Carrefour direkt vor den
Toren der Marina liegt.
Offen nach N. Ein beliebter, von Klippen beschützter Ankerplatz.
Anse de Ferru
Port de Tizziano
Baie de la Vena
Cala di
Roccapina
Cala di Fornellu
Anse d’Arbitru
Baie de Figari
Golfo de
Ventilègne
Bonifacio
Iles Lavezzi
Cala Lazavina
41°35,5’N
8°46,9’E
41°32,8’N
8°51,2’E
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Nam
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■ CHARTER KORSIKA
4-7m
Sand,Fels
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41°32,1’N
8°51,3’E
41°29,6’N
8°56,2’E
41°29,1’N
8°59,7’E
41°28,6’N
9°01,0’E
41°28,4’N
●
9°04,3’E
41°27,0’N
9°05,7’E
41°23,4’N ●
9°09,9’E
41°20,4’N
9°15,2’E
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2-4m
Sand,Gras
3-6m
Sand
4-6m
Sand
3-5m
Sand
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2-4m
Sand
2-5m
Sand,Fels
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Offen nach SSE bis SW. Landschaftlich sehr schöne Bucht. Achten Sie
bei der Ansteuerung und in der Bucht auf die zahlreichen Klippen.
Offen nach S bis SW. In diese einsame Bucht sollten Sie wegen
der Klippen in der Einfahrt mit gebührender Vorsicht einlaufen.
Offen nach S bis SW. Hübsch, aber nicht so einsam wie Fornellu.
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Offen nach S bis W. Einsamer und bei entsprechenden
Bedingungen auch sehr schöner Ankerplatz.
Den geschützten Teil des Hafens können nur Boote mit geringem
Tiefgang anlaufen. Alle anderen müssen auf der nach S bis W
offenen Reede auf 2-4 m über Sandgrund mit Gras ankern.
Offen nach W bis NW. Gute Alternative zu Tizzianos Hafen.
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In der fjordähnlichen Bucht dieses Hafens gibt es auch einige
Ankerplätze inmitten zahlreicher Klippen.
Offen von S bis WSW bietet die Anse de Porticciu den besten
Ankerplatz in diesem mit Klippen gespickten Golf.
Trotz des Trubels im Sommer sollten Sie sich diesen Hafen und
die Stadt nicht entgehen lassen.
Der Weg zum Ankerplatz führt durch ein Labyrinth von Klippen,
der Ankerplatz wird Sie für den Nervenkitzel entschädigen.
Der Hafen wird mit 1,5 m für die meisten Yachten zu flach sein.
Der Ankerplatz (3-6 m,Sd,Grs) bietet guten Schutz bei Mistral.
Der im Sommer von Touristen gestürmte Fischerort ist auch bei
Seglern sehr beliebt.
Weit offen nach N bis NE. Ein beliebter Ankerplatz der sich am
besten vom genuesischen Wachtturm aus überblicken lässt.
Offen nach W bis NW. Bei gutem Wetter ein stimmungsvoller
Ankerplatz für max. drei Yachten. Landleinen sind hier Pflicht.
2/2006 segeln 15
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Seele and Geist
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