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Förderplaner Phonologische Bewusstheit 1 - K2

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Claude Debussy
- geboren am 22. August 1862
in Saint-Germain-en-Laye
„Man muss vergessen, dass das Klavier
Hämmer hat." (Claude Debussy)
- gestorben am 2. März 1918 in Paris
- Schöpfer des Impressionismus in der Musik
Alan Gilbert dirigiert
- komponierte u.a. „La Mer“, „Prélude à 'L'Après-midi
Claude Debussy
„Images“ für Orchester
- zahlreiche Klavierwerke („Claire de lune“, „Children's
d'un Faune'“, Oper „Pelléas et Mélisande“,
Corner“, „Les Nocturnes“)
Biographie
1. Jugendkonzert
der Saison 2014/15
am Donnerstag
13. November 2014
19:00 Uhr
in der Philharmonie im Gasteig
"[...] Er war vielmehr ein typischer Franzose, und zwar
Claude Debussy wurde am 22. August 1862 als erstes
Obwohl Debussy von Anfang an dazu neigte, als
ein Bourgeois. [...] Selbst in der äußeren Erscheinung
von fünf Kindern in der Nähe von Paris geboren. Er
Komponist zu experimentieren, die strengen Regeln
bewies Debussy Geschmack und Methode. Er war
wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und besuchte
der Harmonik zu durchbrechen und mit Klängen zu
ziemlich groß und trug meist schwarze Anzüge, die
nie eine Schule. Dass er trotzdem als 6-Jähriger
arbeiten, die der Tradition nicht entsprachen – was
immer schön gebügelt waren. Sein Bart war stets
Klavierunterricht erhielt, verdankte er seinem
seinem Kompositionslehrer wenig gefiel –, gewann er
ordentlich gestutzt, das Haar gekämmt, die Krawatte
wohlhabenden Patenonkel, dem das musikalische
1884 den „Prix de Rome“, den wichtigsten
gut gebunden. Ohne gewandt oder elegant zu
Interesse des Jungen aufgefallen war. Nach zwei
Kompositionswettbewerb in Frankreich.
erscheinen, vermittelte er den Eindruck, Wert auf gute
Jahren Unterricht hörte Madame Mauté de Fleurville,
Kleidung und Sauberkeit zu legen. Wenn nicht diese
die Klavierunterricht bei Fréderic Chopin genossen
Als Debussy im Rahmen der Pariser Weltausstellung
seltsam geformte Stirn gewesen wäre, die sich
hatte, zufälligerweise Claudes Klavierspiel.
1899 zum ersten Mal javanische Gamelanmusik hörte,
hervordrängte, als wolle sie vor Verstand und Ideen
Beeindruckt von seinem Können bot sie der Familie
begann er, sich intensiver mit außereuropäischer
bersten, hätte er in jeder Hinsicht einem typisch
an, für Claudes Klavierausbildung zu sorgen und ihn
Musik zu beschäftigen. Arabische, russische und
französischen Kaufmann oder Akademiker ähneln
für das Pariser Konservatorium vorzubereiten. Nach
fernöstliche Musik halfen ihm, das europäische Dur-
können."
weiteren zwei Jahren Unterricht, bestand der 10-
Moll-System zu überwinden und rhythmisch neue
(Der Pianist Elie R. Schmitz über Claude Debussy)
jährige Claude die Aufnahmeprüfung und wurde
Wege zu gehen. Außerdem beschäftigte er sich mit
Student am Pariser Konservatorium.
der impressionistischen Malerei, deren Farbigkeit und
Unbestimmbarkeit ihn faszinierten. Mit seinem
Nach anfänglichen Erfolgen am Konservatorium,
„Prélude à 'L'Après-midi d'un Faune'“, mit dem
entwickelte sich Debussys Klavierspiel dann aber
Debussy 1894 seinen Durchbruch als Komponist
kaum noch weiter. Ein Lehrer notierte sogar, er spiele
feiern konnte, übertrug er den Impressionismus in die
Klavier als hätte er eine riesige Wut gegen das
Musik.
Instrument. Bald beschloss Debussy, das
Klavierstudium aufzugeben und stattdessen in die
Zwischen 1903 und 1910 entstanden mit „La Mer“,
Kompositionsklasse zu wechseln.
„Images“ für Orchester, „Children's Corner“ und „Jeux“
die wichtigsten Werke in seinem Schaffen. Diese
„ Herr
Achtelnote“
Erfolge wurden allerdings überschattet von Skandalen
in Debussys Privatleben, das sich erst mit der
Ab 1901 verfasste Debussy Musikkritiken und
Hochzeit mit Emma Bardac 1908 beruhigte.
Aufsätze über das Pariser Musikleben. Dazu erfand er
einen fiktiven Gesprächspartner, den er „Monsieur
In seinen letzten Lebensjahren litt Debussy
Croche“ („Herr Achtelnote“) nannte. Als „Monsieur
zunehmend an einer Krebserkrankung, der er
Croche“ konnte Debussy ungeniert über das Pariser
schließlich am 25. März 1918 erlag.
Publikum, die Künstler und Kritikerkollegen herziehen
und z.B. Sachen schreiben wie: „Haben Sie schon
einmal die Feindseligkeit des Publikums im
Konzertsaal bemerkt? Haben Sie sich je diese
Gesichter angeschaut, grau vor Langeweile,
Gleichgültigkeit, ja Stumpfsinn?“ Oder: „Er dirigierte
zuerst Beethovens Pastoralsinfonie mit der Sorgfalt
eines ängstlichen Gärtners. Jede Raupe war
peinlichst entfernt worden."
Impressionismus in der Musik
Der Begriff „Impressionismus“ stammt eigentlich aus
Ab 1887 führten Kritiker den abfällig gemeinten Begriff
der Malerei und bezeichnet eine Stilrichtung, die ab
„Impressionismus“ auch in der Musik ein.
etwa 1850 mit Künstlern wie Claude Monet, Paul
„Klangtupfer, die exakt den Farbtupfern der
Cézanne und Édouard Manet entstand.
impressionistischen Malerei entsprechen“, freie
Impressionistische Bilder sind gekennzeichnet durch
formale Gestaltung, offene Harmonik, und eine große
luftige, helle Farben und verschwommene Konturen,
Vielfalt an unterschiedlichen Klangfarben sind
wobei die Darstellung des Lichts und einer
Merkmale impressionistischer Werke. Zu den
bestimmten Atmosphäre wichtiger sind als die
wichtigsten Komponisten dieser Stilrichtung zählen
Darstellung eines Objektes.
neben Claude Debussy Maurice Ravel, Manuel de
Falla, Paul Dukas und Ottorino Respighi.
Claude Debussy
„Images“ für Orchester
melancholische Oboenmelodie schlängelt sich durch
die Nacht, während sich die Streicher zu
Die „Images“ (Bilder) für Orchester – Debussys
In seinen „Images“ schickt Debussy das Publikum auf
leidenschaftlichen Ausbrüchen auftürmen.
umfangreichstes Orchesterwerk – entstanden über
einen Drei-Länder-Trip. Die Reise beginnt mit den
einen langen Zeitraum von sieben Jahren von 1905
„Gigues“ in England und führt über einen längeren
bis 1912.
Aufenthalt in Spanien („Ibéria“) schließlich mit
„Ibéria“
„Rondes de printemps“ nach Frankreich. Alle Teile
Abgesehen von einem wenige Stunden dauernden
Debussy legte „Images“ als dreiteiliges Werk – also
sind mit Elementen aus der jeweiligen Folklore
Kurztrip nach San Sebastian, hat Debussy Spanien
als Triptychon – an, wobei der mittlere Teil „Ibéria“
angereichert, so als wären sie musikalische
nie besucht. Trotzdem behauptete der spanische
wiederum aus drei Teilen besteht:
Postkarten, oder wie Debussy meinte: „Bilder der
Komponist Manuel de Falla, Debussy habe den
Wirklichkeit“.
spanischen Komponisten gezeigt, wie man spanische
1. „Gigues“
Musik schreibe. Das ist sicherlich übertrieben, doch
2. „Ibéria“
gelang es Debussy tatsächlich mit „Ibéria“ ein
I. „Par les rues et par les chemins“ (Auf Straßen und
wunderbares musikalisches Bild von Spanien zu
Wegen)
zeichnen.
II. „Les parfums de la nuit“ (Düfte der Nacht)
III. „Le matin d'un jour de fête“ (Der Morgen eines
Glockengeläut kündet den letzten Teil, „Am Morgen
eines Festtages“, an. Ein zunächst nur entfernt zu
„Gigues“
Mit Melodien, die die spanische Volksmusik
hörender Marschrhythmus dominiert bald das
Das erste Bild hatte Debussy ursprünglich mit „Gigues
nachahmen, und landestypischen Instrumenten wie
Geschehen. Eine Gitarren-Banda marschiert auf,
tristes“ (traurige Gigue) überschrieben. Auch wenn er
dem Tamburin und den Kastagnetten, schildert er drei
realistisch dargestellt durch die Geiger und Bratscher
den Titel später auf „Gigues“ kürzte, bleibt es ein
verschiedene Szenen. Im ersten Teil „Auf Straßen und
im Orchester, die ihre Instrumente wie Gitarren halten
Der Mittelteil „Ibéria“ ist am gewichtigsten und erklingt
trauriges und melancholisches Stück. Das
Wegen“ gibt Debussy, wie er seinem Verleger schrieb,
und spielen müssen. Zur „Gitarrenmusik“ gesellen
auch oft ohne die beiden „Nachbarbilder“ als
Hauptthema ist einer altenglischen Gigue (ein im 17.
„den Straßenlärm in Katalonien“ und aber auch „die
sich Tanzrhythmen, ein Posaunenchoral und
eigenständiges Werk im Konzertsaal.
Jahrhundert populärer Tanz) nachempfunden. Der
Musik in Grenada“ wieder. Charakteristisch sind der
jauchzende Holzbläsermelodien, wobei sich das
archaisch anmutende Klang der Oboe d'amore, die
typische Bolero-Rhythmus (Holzbläser und
Tempo ständig verändert. Ziemlich abrupt findet der
Debussy fordert für „Images“ eine besonders große
das Thema unbegleitet vorstellt, erweckt ein tiefes
Kastagnetten) und eine lebhafte Klarinettenmelodie,
spanische Festtag nach einem kurzem
Orchesterbesetzung: zwei Piccoloflöten und zwei
Gefühl von Einsamkeit. Der dazu im Gegensatz
die, detailreich verziert, durch verschiedene
Orchesterhöhepunkt ein Ende.
Flöten, zwei Oboen, Oboe d'amore und Englischhorn,
stehende schnelle punktierte Rhythmus, zunächst
Instrumentengruppen wandert
drei Klarinetten und Bassklarinette, drei Fagotte und
eingeführt vom Fagott, erinnert an das schottische
Kontrafagott, vier Hörner, vier Trompeten, drei
Lied „The Keel Row“. Diese beiden rhythmisch und
In „Die Düfte der Nacht“ verschwindet das muntere
Posaunen, Tuba, Pauken, Becken, Snare-Drum,
charakterlich kontrastierenden Ebenen – das „triste“
Treiben der Straße in der Dunkelheit einer schwülen
Xylophon, Celesta, Tamburin, Kastagnetten, Triangel
Thema der Oboe d'amore und die lebendigen,
Sommernacht. Um die ruhigen Bewegungen in der
und drei Glocken, zwei Harfen und natürlich Streicher.
markanten Punktierungen – bestimmen „Gigues“.
Nacht zu beschreiben, dehnt Debussy den
„Rondes de printemps“
tänzerischen Habanera-Rhythmus fast bis zum
Dem letzten Teil von „Images“ stellt Debussy ein
Stillstand in die Länge. Dennoch passiert viel unter
Motto voran: „Es lebe der Mai, willkommen sei der Mai
dem Mantel der Dunkelheit: Bis zu 14-fach geteilte
/ Mit seinem wilden Banner“. „Wild“ kann man das
Streicher schaffen eine unwirkliche Atmosphäre, eine
Stück sicherlich im Sinne von energiegeladen und
Festtags)
3. „Rondes de printemps“ (Frühlingsreigen)
Hören und verstehen
ungestüm bezeichnen, doch die Instrumentierung ist
Aufgabe 1
erstaunlich zart und hell und das, obwohl auch die
Schlaginstrumente intensiv zum Einsatz kommen. Bei
Die traditionelle Gigue ist ein schneller, heiterer Tanz
den Proben zur ersten Aufführung soll Debussy
im 6/8- oder 9/8-Takt, wobei die Melodie überwiegend
gesagt haben: „Das Orchester klingt wie Kristall und
aus Achtelnoten besteht. Wie geht Debussy in seinen
ist leicht wie eine Frauenhand“.
„Gigues“ mit dieser Tradition um?
Als Hauptthema verwendet Debussy ein altes
Beobachte dazu vor allem die ersten Takte des
französisches Volkslied „Nous n’irons plus au bois“
Stückes! Wie ändert sich der Charakter, wenn das
(Wir werden nicht mehr in den Wald gehen), das er in
Fagott die Punktierungen einwirft?
verschiedenen Formen und Orchesterfarben wie in
einer Variationsfolge präsentiert, so als wolle er die im
Frühling sich ständig verändernde Natur in der Musik
nachbilden.
Abbildungen:
1 Marcel Baschet: Claude Debussy
Aufgabe 2
en.wikipedia.org/wiki/Claude_Debussy
Aufgabe 3
2 Claude Debussy
Höre dir den Beginn von „Les parfums de la nuit“
en.wikipedia.org/wiki/Claude_Debussy
(Düfte der Nacht) an. Welche der folgenden
Folgende Rhythmen tauchen wiederholt in „Le matin
3 Claude Monet: « Impression soleil levant »
Instrumente kannst du heraushören?
d'un jour de fête“ (Der Morgen eines Festtags) auf.
de.wikipedia.org/wiki/Impression,_Sonnenaufgang
4 Schottische Highlands
Streicher,
schottlandrundreise.net/tag/schottische-highlands
Oboe,
Harfe,
5 Ramón Rodriguez Barcaza: „Spanische Fiesta“
Trompeten,
auctionata.de
Klavier,
Hörner,
Klarinette,
Tamburin,
Triangel,
Glockenspiel,
Xylophon,
Flöte,
Posaunen,
Fagott,
Pauke
zuordnen?
Englischhorn,
?
6 José Gallegos y Arosa: « Fiesta auf einer Terrasse
in Sevilla », www.kunst-fuer-alle.de/
Kannst du sie beim Hören den Instrumenten
Literatur:
Roger Nichols, Claude Debussy im Spiegel seiner Zeit
Welche Instrumente bilden einen Klangteppich?
- portraitiert von seinen Zeitgenossen, Zürich/St.
Welche spielen Melodien?
Gallen 1993
Welche Instrumente liefern Klangtupfer?
Theo Hirsbrunner, Debussy und seine Zeit, Laaber
1981
Die Münchner Philharmoniker | Spielfeld Klassik
Autorin: Christine Möller
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Kunst und Fotos
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