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Grundstücke kaufen ist nicht alles: Wie die Wildland ihre Flächen

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Grundstücke kaufen ist nicht alles:
Wie die Wildland ihre Flächen pflegt
Fast 480 Hektar Land befinden sich unter dem Dach
verschiedener Projekte der Wildland-Stiftung Bayern.
Beispiele aus dem Bayerischen Wald zeigen, wie
diese Flächen gepflegt und weiterentwickelt werden.
späte Schnitt und die Aushagerung, das heißt das
Grüngut wird unmittelbar
nach der Mahd von der
Fläche geräumt. Mit dem
Freischneider werden die
bereits verbuschten und
zugewachsenen, ehemalig
intensiv bewirtschafteten
Flächen bearbeitet.
Das gemähte Grüngut
ist zur Abdeckung von
Böschungen geeignet
Diese Offenhaltung dient
unter anderem dem Braunkehlchen, das hier noch regelmäßig vorkommt. Auch
die später blühenden Pflanzenarten, wie Arnika und
Wollgras, können in den
nassen Wiesen berücksichtigt werden. Weil die meisten Flächen feucht sind,
ist eine Pflege in extremen
Regenjahren oft erst im
Spätherbst möglich. Eine
spezielle Maschine mäht,
häckselt und befördert das
Schnittgut in einem Arbeitsgang auf den Kipper. Das
gehäckselte Grüngut wird
vergärt oder auch im Straßenbau zur Abdeckung auf
neu entstandenen Böschungen ausgebracht.
Die Fichtenmonokulturen
werden ausgeholzt, damit
neue Lebensräume entstehen
können.
14
9/2011
Eine Spezialmaschine mäht, häckselt und befördert das
Schnittgut in einem Arbeitsgang auf den Kipper.
Auf geeigneten WildlandFlächen pflanzt die Naturschutzgruppe der Wolfsteiner Jägerschaft immer
wieder Obstbäume zur Nahrungsverbesserung. Für die
Betreuung und Umsetzung
der Pflegemaßnahmen sind
die Jäger als Ansprechpartner vor Ort unabdingbar. In
Absprache mit WildlandGeschäftsführer Eric Imm
werden diese Maßnahmen
geplant und in die Wege geleitet.
Im ostbayerischen Raum
arbeiten die Jäger auch mit
dem Naturpark Bayerischer
Wald zusammen, der über
die Naturpark- und Landschaftspflegerichtlinie bis
zu 80 Prozent Fördergelder
für Maßnahmen beantragen kann. Solche Förderungen können aber auch
in Zusammenarbeit mit den
Landschaftspf legeverbänden auf den Weg gebracht
werden.
S. Poost
Wohin mit gefundenen Vogelringen?
Immer wieder kommt es
vor, dass man so genannte
Vogelringe im Revier oder
an erlegtem Wasserwild findet. Diese Ringe sollten Sie
nicht einfach wegwerfen,
denn sie geben wichtige
Hinweise über die Wanderwege der einzelnen Vogelarten. Sie liefern Erkenntnisse über Sommer- und
Winterhabitate, über das Alter der Vögel oder über ihre
Flugleistungen allgemein.
Deshalb ist es wichtig, die
Daten der Vogelringe von
verletzten oder auch erlegten Vögeln zu kennen
und auszuwerten.
Sollten Sie solche Vogelringe
finden, dann geben Sie bitte
die Daten weiter an das:
Max-Planck-Institut
für Ornithologie,
Vogelwarte Radolfzell,
Schlossallee 2,
78315 Radolfzell,
Tel.: 07732/1501-0
Fax: 07732/1501-45
E-Mail: pfortevowa@
orn.mpg.de
Foto: W. Irsch/piclease
Im Bayerischen Wald grenzen viele Biotopflächen,
die im Rahmen des „Artenhilfsprogramms Fischotter“ gekauft wurden, an
kleine Bäche. Im Ufer- und
Überschwemmungsbereich
wurden in der Vergangenheit vor allem die dichten
Fichtenmonokulturen zurückgenommen, die oft bis
direkt an die Bäche reichten. Stattdessen entwickelt
sich der Pflanzenbestand
heute in Richtung Auwald.
Schwarzerle, Weide und
Pappeln kommen von allein.
Holunder, Vogelbeere und
Himbeeren bilden natürliche Äsung und Deckung,
nicht nur für die jagdbaren
Tierarten. Eine Vielzahl von
Vögeln und Insekten nutzen
die so neu entstandenen Lebensräume. Auf einigen der
ehemaligen
Fichtenforste
wurden Feuchtbiotope und
Tümpel angelegt. Amphibien besiedeln diese neuen
Wasserflächen, und auch
der Schwarzstorch ist in
einigen Bereichen kein seltener Gast mehr.
Auf den Freiflächen werden verschiedene Pflegekonzepte angewandt. Die
häufigste Variante ist der
Auftakt für Moorprojekt
mit Staatssekretärin Huml
Im Ehewald bei Tröstau, im
oberfränkischem Landkreis
Wunsiedel, hat die WildlandStiftung Bayern Moorflächen
gekauft und ein neues Projekt zur „Moorrenaturierung
im Fichtelgebirge“ gestartet. Die Schirmherrschaft
übernimmt die Oberfränkin
Melanie Huml, Staatssekretärin im Bayerischen Umweltministerium. „Bayern
will künftig noch stärker
auf die Natur als Treibhausgasspeicher setzen“, so
Huml. „Moore können als
wichtige biologische Kohlenstoffdioxidspeicher wirken,
wenn sie nach Klimaschutzkriterien bewirtschaftet
werden. Das Projekt leistet
daher auch einen wichtigen
Beitrag zum Klimaschutz.“
In der Tat setzt die WildlandStiftung Bayern als Naturschutzorganisation damit
ein Zeichen. Doch nicht nur
der Klimaschutz steht bei
diesem Projekt im Vordergrund – schließlich heißt die
Wildland-Stiftung nicht umsonst „Wildland“. Denn das
Moorgebiet ist ein einzigartiges Biotop, in dem nicht
nur der Luchs, sondern auch
die Wildkatze und das Auer-
wild beheimatet sind. Aber
auch Rot- und Schwarzwild
ziehen hier ihre Fährten.
Zudem gibt es Kreuzottern,
seltene Insekten wie die arktische Smaragdlibelle oder
den Hochmoorbläuling.
Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit im Naturschutz
Deshalb hob Melanie Huml
auch besonders den Verdienst der Jäger vor Ort für
dieses einmalige Projekt hervor. Es sei ein außerordentlich gutes Beispiel für Naturschutz aus der Hand von
Naturnutzern. Auch BJV-Präsident Jürgen Vocke betonte
als Vorsitzender des Stiftungsrats der Wildland-Stiftung Bayern, wie gut gerade
dieses Projekt zeige, dass die
Jagd schon lange im „praktischen Naturschutz“ angekommen ist. Nicht umsonst
sei die Wildland-Stiftung die
älteste Naturschutzorganisation in Deutschland aus
jagdlicher Hand. Das Projekt
sei darüber hinaus auch ein
besonders gutes Beispiel für
die Zusammenarbeit auf
allen Ebenen. Das demons-
Staatssekretärin Melanie Huml ist Schirmherrin über das
Moorprojekt der Wildland im oberfränkischen Tröstau.
trierten Landrat Dr. Karl
Döhler, Gisela Kreipe von
der Unteren Naturschutzbehörde und die örtliche
Jägerschaft der Kreisgruppe
Wunsiedel-Marktredwitz
mit ihrem Vorsitzenden
Bernd Tuchbreiter. Letztere
umrahmte den Eröffnungsakt im Ehewald stilvoll mit
ihrer Bläsergruppe.
Bei der Auftaktveranstaltung zu diesem einmaligen
Projekt dabei waren außerdem der BJV-Regierungsbezirksvorsitzende von Oberfranken, Prof. Hartmut
Wunderatsch, sowie der
Leiter der Landesjagdschule Wunsiedel, Severin Wejbora, Gudrun FrohmaderHeubeck vom Naturpark
Fichtelgebirge, Dr. Manfred
Scheidler von der Regierung
von Oberfranken und der
Bürgermeister der Gemeinde Nagel, Theo Bauer.
Das Moorgebiet Ehewald
umfasst insgesamt rund
21 Hektar und gehört zum
Fauna-Flora-Habitat-Gebiet
„Bergwiesen südliches Fich-
telgebirge“. Das Fichtelgebirge gilt darüber hinaus
als wichtige Drehscheibe im
Biotopverbund der Mittelgebirge. „Die Wildland-Stiftung-Bayern kann hier Wesentliches zur Vernetzung
von Lebensräumen beitragen und die Politik kann die
Chance nutzen und mithelfen“, so Vocke beim Auftakt
vor Ort.
Das Moorgebiet fungiert als
kleines Refugium, vernetzt
so die anliegenden Lebensräume und gibt den Wildtieren, wie zum Beispiel dem
Rotwild, die Möglichkeit zu
wandern. Deshalb plant die
Wildland-Stiftung in den
nächsten Jahren weitere Flächen im Ehewald zu kaufen,
wie auch ein weiteres Moor
im Fichtelgebirge. Damit
sollen der Biotopverbund
erweitert und mehr Lebensräume geschaffen werden,
auch für bedrohte Arten, wie
beispielsweise das Auerwild,
die von diesen Maßnahmen
mehr als nur profitieren.
M. P. v. Montgelas
Botschafter in der Öffentlichkeit – das Kuratorium der Wildland-Stiftung Bayern
Moorlandschaften und Flussauen, Trockenrasen und
Feuchtbiotope, Lebensraum
für Schwarzstorch, Gelbbauchunke und Birkhuhn
sind die Arbeitsgebiete der
Wildland-Stiftung Bayern,
der ältesten Naturschutzorganisation der Jäger in
Deutschland. Damit diese
Arbeit auch über die jagdlichen Kreise hinaus besser
bekannt wird, hat der Stiftungsrat nun ein prominent
besetztes Kuratorium unter
der Leitung des früheren Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein berufen.
Hochrangige
Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft engagieren sich für
die Naturschutzarbeit der
bayerischen Jäger. Sie werben um Sympathie und auch
Unterstützung durch Sponsoren und stehen dem Stiftungsrat und dem Vorstand
mit Rat und Tat zur Seite.
Wir haben Ihnen einen Teil
der Mitglieder des Kuratoriums bereits in der letzten
„Jagd in Bayern“ vorgestellt.
Hier und in den kommenden Ausgaben werden Sie
weitere kennen lernen.
Ich engagiere mich für die Wildland-Stiftung Bayern,
weil die Sorge um die Bewahrung der Schöpfung ein wichtiger Teil unseres kirchlichen
Auftrags ist, weil ich unserer christlichen
Perspektive eine Stimme geben will und für
unsere Anliegen auf allen Ebenen Verbündete suche.
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Ich engagiere mich für die Wildland-Stiftung Bayern,
weil es heute dringend notwendig geworden
ist, neue Lebensräume zu schaffen. Denn der
tägliche Flächenverlust lässt unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt keine Chance. Ohne Alternative dazu aber geht ein
Stück Heimat für immer verloren.
Günther Malisi, Unternehmer, Memmingen
9/2011
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Seele and Geist
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