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Die Frau, die wie eine Kuh denkt - Gut Aiderbichl

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Das Tagesthema
Akte Tier
Gewohnheitstiere
l
Mittwoch, 16. Juli 2008
Seite 16
Michael Aufhauser
Alles bleibt, wie es ist:
So ist es Minka, Benni,
Multi & Co. am liebsten
Leben lieben. Aiderbichl
Nestwärme
fürs Leben
W
enn Hunde und
Katzen zu uns
kommen, und
wir ihre Vorgeschichte
nicht kennen, dann
fängt das Rätselraten
an. Das beginnt mit dem
Futter. Oft dauert es
wochenlang, bis wir das
gefunden haben, was
das Tier gut verdaut und
gerne mag. Das Gleiche
gilt für den Schlafplatz
und vieles mehr.
Wir sind doch alle
Gewohnheitstiere. Regelmäßigkeit
schafft
Nestwärme. Nestwärme
gibt Sicherheit. Zuhau-
Die drei Pferde von der Reitbahn eines Volksfest-Betriebes gehen immer noch gemeinsam im Kreis, so wie sie es viele Jahre lang gemacht haben
Katze Minki miaut so lange, bis ihr jemand
die Dusche anstellt
G
ewohnheit schafft Sicherheit im Alltag – das ist bei
Tieren nicht anders als bei
Menschen. In neuen Situationen greift man gern auf bewährte Verhaltensweisen zurück. Ist das nicht möglich,
klopft das Herz schneller, die
Gedanken rasen: Stress pur.
Dieser Zustand wird vermieden. Geht das nicht, können
liebgewordene Verhaltensweisen dabei helfen, die Sicherheit
zurückzugewinnen. Die Tiere
auf Aiderbichl leben ein neues
angstfreies Leben ohne Pflich-
Schaf Multi überredet Michael Aufhauser
zu einer kleinen Spritztour
ten, dennoch bleiben sie Gewohnheitstiere. Eine kleine
Auswahl:
■■ Die vier Pferde von der
Volksfestreitbahn gehen zwar
brav auf die Weide, am liebsten
jedoch sind sie auf dem Sandplatz: Dann gehen sie wie früher
im Kreis, stoppen gemeinsam,
stellen sich auf, um nach einer
kleinen Pause zusammen wieder
loszugehen.
■■ Die kleine Laborhündin
Snoopy ist eine ganz normale
Hündin geworden. Geht man
jedoch direkt auf sie zu, dann
Geht nicht gern zu Fuß Gassi: Benny lässt
sich lieber kutschieren
friert sie förmlich ein und erstarrt völlig passiv – so wie früher vor „Behandlungen“.
■■ Katze Minki lebte bei einer
kranken Frau. Niemals sah sie
einen Garten oder Wiesen.
Setzt man sie nach draußen,
stakst sie so schnell wie möglich
wieder in ihre vier Wände. Allerdings muss sie früher oft geduscht worden sein. Denn jeden Tag sitzt sie in der Dusche
und miaut so lange, bis man sie
einschaltet. Das Bad ist ihr
größter Genuss.
■■ Hund Benny durfte immer
In dieser Villa haben die Katzen das Sagen
Biggy braucht zum Einschlafen ein
Körbchen
mit seinem betagten Herrchen
im Elektrorollstuhl mitfahren.
Auch heute weigert er sich, zu
Fuß Gassi zu gehen. Für ihn gibt
es nichts Schöneres als Autofahren.
■■ Lämmchen Multi wurde
von seiner Mutter verstoßen
und von Pflegerin Anna täglich
im Auto mit heimgenommen.
Auch als ausgewachsenes Schaf
nimmt Multi gern auf dem
Rücksitz Platz.
■■ Zwar könnten die Wildenten Peter und Paul fliegen, allerdings leben sie lieber mitten
kon das Schönste ist.
Auf alle Fälle sollte
man, egal ob man ein
Pferd, einen Hund, eine
Katze oder ein anderes
Haustier hat, Vorsorge
treffen und ein Protokoll
ihrer Gewohnheiten und
Vorlieben
verfassen.
Sollte unverhofft irgendetwas passieren, hätte
man dafür gesorgt, dass
sich das Tier nicht komplett umstellen muss.Wir
wollen doch, dass es immer mehr Tiergeschichten mit einen Happy End
gibt.
Das ist ganz im Sinne
in Salzburg in einem Garten.
Selbst dem Lockruf wilder Entenweibchen widerstehen die
Erpel: Sie verzichten freiwillig
auf den Einsatz ihrer Flügel!
■■ Schweinedame
Biggy
braucht zum Einschlafen ihr
Körbchen – wie sie es von klein
auf gewöhnt ist. Nur die Körbe
mussten im Laufe der Zeit größer werden.
■■ Das Zirkuspferd „Der
Schwarze“ und sein Nachbar
„Noah“ aus einer Westernshow
zeigen immer noch gern Teile
ihrer alten Programme.
se ist, wo es einem gutgeht und man vor Überraschungen weitgehend
sicher ist. Das sehen auch
die Tiere so.
Weil wir Katzen, die
Häuser und Wohnungen
gewöhnt sind, helfen
wollen, haben wir jetzt
auf unserem Gut in Bayern ein vollständig eingerichtetes Haus zur Verfügung gestellt. Die ersten
drei Bewohner, die Angorakatzen Nino, Bounty und Pinki, sind bereits
eingezogen. Ich kannte
noch ihre Besitzerin, die
in der Zwischenzeit verstorben ist. Sie beschrieb
mir ihre Eigenheiten und
dass für sie ein Leben im
Haus und auf dem Bal-
der Aiderbichl-Fans, die
jetzt wieder viele Tiergeschichten im Fernsehen
erleben können. Seit
dem 14. Juli werden täglich insgesamt zehn Folgen im Regionalprogramm „Sat.1 live für
Bayern“ um 17:30 Uhr
gesendet, einschließlich
erster Blicke ins neue
Katzenhaus, das schon
von Audrey Landers und
Christa Clarin besucht
wurde.
Gut Aiderbichl in
Bayern liegt in Eichberg
bei Deggendorf. Ein Paradies für Tiere und ein
wunderbares Ausflugsziel während der Ferien.
Täglich geöffnet zwischen 9 und 18 Uhr.
Die Frau, die wie eine Kuh denkt
Die Gewohnheiten der Tiere nutzen, um ihre Haltung zu verbessern
A
ls sie mit drei Jahren immer noch nicht
sprechen konnte, rieten die Ärzte, die
Tochter in ein Heim zu geben. Doch die
Eltern engagierten Privatlehrer für Temple
Grandin. Die Amerikanerin ist hirngeschädigt
und dennoch hochbegabt. Die Autistin sagt von
sich selbst, sie denke wie die Tiere. Kühe sind
ihr am liebsten: „Bei ihnen werde ich ganz
ruhig.“ Ihr einmaliges Wissen über die Gewohnheiten der Tiere nutzt Temple Grandin
(60), um die Tierhaltung zu verbessern. Als
Professorin für Tierpsychologie entwarf sie
Zuchtanlagen und Schlachthöfe mit dem
Ziel, den Stress für die Tiere zu minimieren.
Heute läuft die Hälfte aller Rinder in den
USA stressfrei durch ihre Anlagen – der
simple Trick: Temple Grandin berücksichtigte erstmals die Eigenarten der
Tiere. Einige ihrer Erkenntnisse:
Montag
Lifestyle
Dienstag
Christa Clarin streichelt die erste Bewohnerin
■■ Rinder haben ein breites Gesichtsfeld und ■■ Schweine, Kühe und Schafe sind Herdenlassen sich leicht verschrecken, wenn sie seit- tiere. Es muss unbedingt vermieden werden,
liche Bewegungen wahrnehmen. Sind ihre ein einzelnes Tier zu isolieren.
Laufwege solide ver■■ Herden, die gute
kleidet, werden sie
Erfahrungen
mit
ruhiger. Ebenso sollMenschen gemacht
te möglichst leise gehaben, sind beim
arbeitet werden.
nächsten Mal, wenn
■■ Es ist für viele Tiesie den Standort
re schwierig, beim
wechseln müssen, geGehen auf den Bolassener.
den zu sehen. Bei
■■ Schweine
und
Schatten auf dem
Schafe lassen sich
Laufweg oder Draileicht durch bewegennagerillen
bleiben
de oder flatternde GeRinder oder Schafe
genstände irritieren
stehen, senken den
und ängstigen. Eine
Kopf und inspizieren Temple Grandin (60) weiß, wie Tiere denken ruhige Umgebung bedas Hindernis.
und hat vollstes Vertrauen zu ihnen Fotos: ap
ruhigt auch Tiere.
Zukunft Alter
mittwoch
Akte Tier
Donnerstag
Multimedia
Hier schreibt
unser Leser
an die
-Redaktion
80282 München
E-Mail: sekretariat@tz-online.de
Fax: 089 / 53 06 - 515
Zum Thema: Krebse
Sie schreiben, Krebse
können an Land und im
Wasser atmen. Wie geht
das genau?
Tina Stadl, Fürstenfeldbruck
Es gibt verschiedene Techniken, folgende nutzen
Krabben, Flusskrebse und Hummer: Im Wasser
atmen sie ganz normal mit ihren Kiemen. Auch an
Land bleiben die Kiemenkammern mit Wasser gefüllt. Durch eine spezielle Spültechnik wird es mit
Sauerstoff angereichert und erneut durch die Kiemen gedrückt. So können Krebse stundenlang auf
dem Trockenen atmen.
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Seele and Geist
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