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Beilage - Südfinder

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16.00–16.15 Uhr: Einführung
Begrüssung
Prof. Dr. Helma Wennemers (Delegierte Öffentlichkeitsarbeit & Informationszentrum, D-CHAB ETH Zürich)
Themenwahl und Vorstellung der ReferentInnen
Dr. Barbara Brauckmann (Öffentlichkeitsarbeit, D-CHAB ETH Zürich)
16.15–16.50 Uhr: Schwerpunkt I: Gifte und Antidote
Programm
A) Einsatz von Antidoten bei Vergiftungen
Dr. med. Christine Rauber-Lüthy (Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum, Zürich)
Stichworte: Antikörper gegen Colchicin, Kalabarbohne gegen Atropin, Vitamin B12 gegen Blausäure
und Trinkalkohol gegen Ethylenglykol
B) Biodetoxification: The quest for a universal antidote
Dr. Vincent Forster (Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, ETH Zürich)
Key words: Drug overdose, Antidote, Detoxification, Nano- and Micro-Technologies
16.50–17.20 Uhr: Kleine Pause
17.20–17.55 Uhr: Schwerpunkt II: Gifte auf Leben und Tod
C) Antibiotika und Schmerzmittel aus Schlangengiften
Prof. Dr. Wolfgang Hanke (Universität Hohenheim)
Stichworte: Neuro- und Hämotoxine, Membranen, Klapperschlangen, Lanzenottern
Nächste Veranstaltung am
Freitag, 24. Oktober 2014:
Über das Suchen und Finden –
Teilchen, Moleküle, Ideen
D) Historische Giftmischungen vom Schierlingsbecher bis zum Erbschaftspulver
lic. phil. Flavio Häner (Pharmazie-Historisches Museum der Universität Basel)
Stichworte: Brunnenvergiftung, Hexenjagd, «Liebesgrüsse» aus Moskau und mehr ...
17.55–18.30 Uhr: Diskussion mit dem Publikum (Moderation Prof. Dr. Helma Wennemers)
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
1
«Giftige» Moleküle
Graues Arsen
Amanin
Aconitin
Coniin
Toxon: Bogen, Pfeil
venenum, potio (Poison), virus: Schleim, Absonderung, Gift
Antidotum: «dagegen gegeben»
Paracelsus (1493-1541): «Was ist, das nit gifft ist? Alle ding sind gifft und nichts (ist)
ohn gifft. Allein die dosis macht, dass ein ding kein gifft ist.»
Mithridatisation: Praktizieren des Selbstschutzes vor Vergiftung per Immunisierung
durch allmählich zunehmende Gaben von Giften einer nicht tödlichen Menge.
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
2
Giftmord als spezielle Form der Vergiftung - Forensik
siehe auch http://hss.ulb.uni-bonn.de/2009/1748/1748.pdf
Giftmordfälle
- verwendete Substanzen und Art der Beibringung
- Tätermerkmale (Geschlecht, Alter, Beruf)
- Opfermerkmale (Geschlecht, Alter)
- Täter-Opfer-Beziehung
- Umstände der Aufdeckung, toxikologischer Befund /
Exhumierung
kriminalistische Systematik  Konstellationen (Penning, 2001)
•
Absichtliche Fremdbeibringung (vorsätzliche
Gesundheitsschädigung bis zum Giftmord)
•
Absichtliche Selbstbeibringung (Suizid,
Selbstbeschädigung, Suchtmittelmissbrauch)
•
Akzidentelle Vergiftungen (als Unfall, «gewerbliche
Vergiftung» im Berufsleben oder durch falsch
angewendete Arzneimittel)
vollendeter Giftmord (felonious homicide by poisoning):
vollendete verbrecherische tödliche Vergiftung eines
Menschen durch fremde Hand mit dem Vorsatz,
den Tod des Opfers herbeizuführen
klassischer Giftmord:
absichtliche Fremdbeibringung einer potentiell toxischen
Substanz in Tötungsabsicht und mit Todesfolge
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Übersicht über die Gifte (Fuhrmeister, 2005):
Leichtflüchtige Gifte
• Gase: Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff/Cyanide,
Schwefelwasserstoff, Halogenierte Kohlenwasserstoffe
• Organische Lösungsmittel: Nitroverbindungen (MethämoglobinBildner), Methanol und andere Alkohole
Schwerflüchtige, Extrahierbare Gifte
• Pestizide: Herbizide (Paraquat) // Insektizide (E605, Metasystox,
DDT, Lindan)
• Chemische Kampfstoffe (Soman, Tabun, VX, Lost)
• Medikamente: Alkaloide (Strychnin, Atropin/Scopolamin, Nikotin),
Digitalis-Glykoside, Gerinnungshemmer (Cumarin-Derivate,
Marcumar), Hypnotika/Sedativa (Benzodiazepine, Barbiturate)…
• Rauschdrogen: Cannabis, Opiate (Heroin/Morphin, Kokain,
Amphetamine, …
Schwerextrahierbare Gifte
• Metallgifte: Arsen, Thallium, Quecksilber und Blei
• Anionen
Pflanzengifte (z.B. Alkaloide), Tiergifte
Zielorgan ihrer Wirkung:  Nervengifte, Atmungsgifte etc.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als therapeutische Mittel:
Arsen zusammen mit Quecksilber in der Therapie der Lues 
(„Two minutes with Venus, two years with Mercury“)
Arsen gegen Asthma
Thallium als Enthaarungsmedikament und Stärkungsmittel
weisses Quecksilberpräzipitat gegen trockenen Husten
Tabakaufguss gegen Krätze u.a.
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
3
«Heinrich Heines Tod: Ein Winterkrimi»
Dtsch Arztebl 1998; 95(1-2): A-47 / B-43 / C-43 (Gisela Klinkhammer)
Heinrich Heine:
Vermächtnis (1851)
Nun mein Leben geht zu End',
Mach ich auch mein Testament;
Christlich will ich drin bedenken
Meine Feinde mit Geschenken.
Diese würd'gen, tugendfesten
Widersacher sollen erben
All mein Siechtum und Verderben,
Meine sämtlichen Gebresten.
Ich vermach euch die Koliken,
Die den Bauch wie Zangen
zwicken,
Harnbeschwerden, die perfiden
Preußischen Hämorrhoiden.
Meine Krämpfe sollt ihr haben,
Speichelfluß und Gliederzucken,
Knochendarre in dem Rucken,
Lauter schöne Gottesgaben.
Kodizill zu dem Vermächtnis:
In Vergessenheit versenken
Soll der Herr eu'r Angedenken,
Er vertilge eu'r Gedächtnis.
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
«Mit Hilfe von Totalreflexions- und Röntgenfluoreszenz, habe er die Haare untersucht»,
berichtete Dr. med. Dr. rer. nat. Harald Kijewski, …
Die Analysen ergaben nämlich keinerlei Hinweise auf Quecksilber. "Wir haben statt dessen
erhebliche Spuren von Blei gefunden." (zwischen 192 und 244 Mikrogramm Blei pro Gramm
Haar) Verglichen mit Normwerten (etwa 1,8 Mikrogramm Blei pro Gramm Haar), könne dies als
Indiz für eine Bleivergiftung angesehen werden. Damit sei es zwar keineswegs widerlegt, dass
Heine dennoch an Syphilis erkrankt war, da die Quecksilbertherapie nicht obligat war. Es
spreche jedoch einiges dafür, dass Heine an einer Bleivergiftung gestorben sei.
In einem seiner letzten Gedichte habe der Dichter seine eigenen Beschwerden seinen Feinden
gewidmet. Er schilderte - auch in anderen Werken - fast alle Erscheinungen einer klassischen
Bleivergiftung: Speichelfluss, Darmkoliken, Tremor, Mattigkeit der Muskeln, Lähmungen,
Gewichtsverlust, Einschränkungen der Atemmuskulatur.
Doch wie kam es zu dieser Erkrankung? Möglich wäre es, dass beispielsweise das Trinkwasser
in einem bleihaltigen Gefäss aufbewahrt gewesen wäre. Dann hätten allerdings die Menschen
in Heines Umgebung die gleichen Symptome aufweisen müssen. Davon sei jedoch nichts
bekannt.
Auch bleihaltige Pomaden seien zu Heines Lebzeiten üblich gewesen. Sie wurden erst 1897
verboten. Er habe jedoch nicht den Eindruck gewonnen, als ob die Haare des Dichters mit Blei
behandelt gewesen waren. Eine Ermordung des Poeten ist also nicht auszuschliessen. Der
Göttinger Rechtsmediziner: «Bleiacetat lässt sich allen Nahrungsmitteln und Getränken
unauffällig beimengen.»…
siehe auch van Bethoven: http://beethovens-bleivergiftung-harryamon.blogspot.ch/
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
4
Hinrichtung durch Gift: Lieber Schierling als Eisenkraut!?
Tabernaemontanus (1522-1590): «Es ist diß Kraut (vor allen anderen Gewächsen /
das ärgste Gifft / dann es also gifftig / dass auch der beste Theriak oder Mithridat
nichts dargegen schaffen kan / derowegen diejenigen / so diß Kraut im Garten
wachsen haben / fleißig achtung geben sollen / damit diß gifftige und tödliche Kraut
nicht unter andere Kochkräuter genommen werde / dann es den Menschen in kurzer
Zeit ums Leben bringe.»
In der Antike und im Mittelalter war Aconitin eines der meist gebrauchten Mordgifte.
 «Für den vierten römischen Kaiser Claudius (Regierung 41 - 54 n. Chr.) kam jede
Hilfe zu spät. Das Gift, das ihm seine vierte Frau Agrippina während eines Staatsbanketts unter eines der exotischen Gerichte gemischt haben soll, wirkte zuverlässig
und schnell. Zwar konnte sich der Herrscher noch in seine Gemächer schleppen – dort
angelangt, blieben ihm allerdings nur noch wenige Minuten zu leben. Der bestochene
Leibarzt Xenophon rief den bei einer Vergiftung umgehend eingeleiteten Würgereiz
mit Hilfe einer Vogelfeder hervor. An diesem Abend war diese allerdings vergiftet –>
doppelt hält besser. …» http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=25635
Aconitin wurde von vielen Kulturen als Pfeilgift gebraucht, so auch im 15. Jahrhundert
von den Mauren während ihrer Kämpfe gegen die Spanier.
Im alten Griechenland wurde Eisenhut nur Deliquenten verabreicht, die schwerste
Verbrechen begangen hatten, da der Tod mit Aconitin als besonders grausam galt.
Das Coniin im Schierlingstrank bewirkte bei Sokrates eine von den Füssen her
aufsteigende Lähmung des Rückenmarks, die bei vollem Bewusstsein zum Ersticken
führte. (http://de.wikipedia.org/wiki/Schierlingsbecher)
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
5
Vergiftungen: E 605, Lampenöl, Knopfzelle,
Knollenblätterpilz, Polonium
Vergiftungssituationen in den Fällen von Giftkontakt beim Menschen
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
6
A) Vergiftungen in der Schweiz
B) Bisse von Giftschlangen in der Schweiz
http://www.saez.ch/docs/saez/2014/18/de/BMS-02576.pdf
2012: 12 mittelschwere und 6
schwere Bisse oder Stiche durch
«Mit Giftschlange gespielt: Schüler landet im Spital» (Do, 15. Mai 14 in: 20Minuten) giftige Tiere (12 Schlangen, 2 Fische, 1
Spinne und 3 Insekten).
Die schweren Fälle wurden 3mal durch
Bisse einheimischer Vipern (Vipera
aspis oder V. berus), und 3mal durch
gehaltene exotische Giftschlangen
(Cerastes cerastes Wüsten-Hornviper,
Crotalus lepidus Felsen-Klapperschlange,
und eine einheimische Viper)
verursacht. Bei den einheimischen
Schlangen (2 Erwachsene, ein Kind)
kam es in allen Fällen zu ausgeprägten
Lokal-symptomen (Schmerzen,
Schwellung), zum Teil mit
systemischen Zeichen (Nausea,
Erbrechen).
Bei den exotischen Giftschlangen trat
einmal eine anaphylaktische Reaktion
auf, nach dem Biss durch Cerastes
cerastes kam es zu Gerinnungsstörungen und einer Hautnekrose lokal.
Giftschlangen in den Schweizer Alpen:
Der Biss von Crotalus lepidus führte
http://www.slf.ch/schneeinfo/wochenbericht/2005-06/0414/sac_giftschlangen_alpen.pdf
neben der lokalen Schwellung zu
einem Kreislaufkollaps.
Alle wurden mit Antivenin behandelt
und erholten sich innert einiger Tage.
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
7
Dr. med. Christine Rauber-Lüthy
geb. 1955 in Basel
Studium, Abschlüsse, Position:
• 1976-1983 Studium an der medizinischen Fakultät,
Universität Bern
• 1984 Staatsexamen, Universität Bern
• 1984-1989 Assistenzärztin Orthopädie in Bern
• 1990-1999 Assistenzärztin am Schweizerischen
Toxikologischen Informationszentrum, Zürich (STIZ)
• 1997 Promotion, Universität Zürich
• 1998-2008 Oberärztin am STIZ
• ab 2008 Leitende Ärztin am STIZ
Mitgliedschaften:
o EAPCCT (European Association of Poisons Centres
and Clinical Toxicologists)
o Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Klinische
Toxikologie (GfKT)
o Mitglied der Schweizerischen Antidotgruppe
Forschungsschwerpunkt: klinische
Toxikologie
 Dosiswirkungsbeziehungen,
in erster Linie bei Überdosierungen
von Pharmazeutika, aber auch von
Chemikalien oder Wirkstoffen aus
Pflanzen und Gifttieren.
 Beratung von Ärzten,
Apothekern und Laien bei
Vergiftungsnotfällen.
http://www.toxi.ch/ger/welcome.html
Vergiftungen / Notfälle: Tel. 145
Kontakt: christine.rauber@usz.ch
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
8
Mehr oder weniger kompliziert zusammengesetzte Antidote
aus «früheren» Zeiten
Lorscher Medizinbuch (≈ 800): V. 1,36.
ALLHEILMITTEL: DAS ANTIDOT,
WELCHES „PANAZEE“ GENANNT WIRD
Es hilft gegen sämtliche Krankheiten, vor allem aber trocknet es die
gichterzeugenden Säfte aus.
Man trinkt das Mittel ein Jahr lang: es wird verhindern, dass die Säfte bis zu
den Füssen hinabfliessen, auch wird es keine Magenschmerzen und keine
Krankheit zulassen.
1 Drachme Weihrauch, 1 Drachme Gelbdolde, 1 Drachme Bibergeil, 1 Drachme
Opopanax, 2 Drachmen Steckenkrautsaft, 2 Drachmen Safran, 2 Drachmen Balsamholz,
2 Drachmen Wolfsmilchsaft, 3 Unzen Kretischer Ysop, 3 Drachmen Petersilie, 1 Drachme
Senf, 1 Drachme Wermut, 1 Drachme Bocksbart, 4 Drachmen Runde Hohlwurz, 4
Drachmen Enzian, 4 Drachmen Andorn, 5 Drachmen Blüten vom Tausendgüldenkraut, 6
Drachmen Kamille, 5 Drachmen Dill, 5 Drachmen Pfeffer, 6 Drachmen getrockneten
Beinwell, 6 Drachmen Seselkraut, 7 Drachmen beste Meerzwiebel, 7 Drachmen
Zitronenbaumblätter.
Dioskurides (1. Jahrhundert n. Chr.)
empfiehlt gegen Schlangenbiss:
Naptha, Tamarisken- und Platanenfrüchte-Weinsud,
Pistacien, Wurzel von Panakesart (Steckenkraut),
Epipactis (Stendelwurzen),
Wurzel vom Zwerghollunder,
Kardamom
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Hieronymus Bock:
«New Kreuterbuch» (1546)
Kohl gegen: «Bauchgrimmen,
Lendenstein, Ruhr, Gliederweh,
Gicht der großen Zehe, Schlangenbiss und Pilzvergiftung.
Kohlblätter, dem Haupt aufgelegt,
behalten das Haar, das auszufallen
beginnt.»
«Wenn sich jemand wegen des
Trunkes sorgt, esse er zwei oder
drei Kohlblätter roh mit Salz und
Essig vor und nach dem Essen.
Er kann sicher sein, dass der Wein
nicht schadet, auch wenn er zu viel
davon getrunken hat»
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
9
Drug-scavenging Liposomes Attenuate the Cardiovascular Toxicity of Overdosed Calcium
Channel Blockers
Vincent Forster, Paola Luciani, Jean-Christophe Leroux
https://www.galenik.ethz.ch/publications/snf/edit/snf_Forster.pdf
Ein Patient mit hoher
Toxinkonzentration im Blut
(Blutgefässe (Blood
vessels - BV, deshalb grün
gezeichnet) zu Beginn
einer Bauchraum-Dialyse.
B. Während der Dialyse
diffundiert das Toxin aus
den Blutgefässen durch
die Bauchfellmembran
und wird in den
Liposomen (L)
eingeschlossen. Dieser
Prozess verringert
zunehmend die
Konzentration des Toxins
im Blut.
C. Die toxinbeladene
Flüssigkeit wird
schliesslich aus dem
Körper entfernt.
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
10
Dr. Vincent Forster
born 1984, in Lausanne
Study, qualification, position:
•
2003-2008: Studies in Biomedical Engineering at EPF Lausanne
•
2007-2008: MSc thesis in cardiac biomechanics from University of California San Diego (UCSD)
•
2008-2013: PhD in Pharmaceutical Sciences from ETH Zurich
•
2013-now: CEO of Versantis, a Spin-off company of ETH Zurich
Research:
•
field of Drug Delivery  the Art of formulating, conveying, and targeting pharmaceuticals compounds in
and out of the body.
•
Drug intoxication  Use of vesicular carriers to maximize drug removal from the affected peripheral
tissues and restore normal physiological functions.
•
Rare inborn errors of metabolism  Metabolic toxins can also be life-threatening when present in excess
due to liver dysfunction. We developed a technology to remove them from the body.
Projects, Startup company:
•
Versantis: combines a well-known pharmaceutical technology (i.e., liposomes) with an established medical
treatment (peritoneal dialysis) to develop an efficient and versatile detoxification technology. This therapy
serves as an antidote, capable of removing toxic compounds from the organism and saving patients from
metabolic intoxications, or from prescription and illicit drug overdoses.
Contact: vincent.forster@pharma.ethz.ch
www.versantis.ch
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
11
http://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=1008739
Als Beispiel: Antimetastatische Integrin-Inhibitoren
Antimetastatischer Effekt von Rhodocetin auf leberkolonisierende Tumorzellen.
Hemmung der Tumorzellinvasion durch Rhodocetin. Die isolierte Schlangengiftkomponente verzögert die Einwanderung von Tumorzellen (z. B. hepatozelluläre Karzinomazellen Hep G2) in einem in vivo-Rattenlebermetastasenmodell.
Struktur bekannter Integrin-Inhibitoren aus dem Gift der Malayischen Mokassinotter (Calloselasma rhodostoma).
A Rhodostomin ist ein Disintegrin, das mit seiner RGD-haltigen Peptidschleife das Plättchenintegrin αIIbβ3 hemmt.
B Rhodocetin gehört zu den C-Typ-Lektin-ähnlichen Proteinen; auf RGD-unabhängige Weise antagonisiert es selektiv
die Integrin α2β1-vermittelten Zellfunktionen, z. B. die Wanderung auf Kollagen I.
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
12
Wichtigste Komponenten im Schlangengift: Neuro- und Hämotoxine
https://membranphysiologie.uni-hohenheim.de/90448
Je nach Art wirkt das Gift auf das Nervensystem (Neurotoxine),
die Blutzellen und -Gefässe (Hämotoxine) / das Herz (Cardiotoxine) /
die Gewebe (Zytotoxine und Myotoxine) oder die Gerinnung (Koagulanzien) oder
an mehreren der genannten Wirkorten.
 Struktur und Funktion/Wirksamkeit niedermolekularer neurotoxischer
Komponenten des Gifts von Crotalus durissus terrificus
Im Gegensatz zu anderen Unterarten der Crotalus durissus (Schauer-Klapperschlange)
beinhaltet das Gift der südamerikanischen C. d. terrificus viele neurotoxische Anteile.
Während bei Bissen von anderen C.d.-Arten häufig die Gabe eines Gegengifts möglich ist,
liegt die Mortalität bei Bissen der C. d. terrificus bei bis zu 75 % innerhalb kurzer Zeit.
Mit zunehmend südlichem Breitengrad nimmt die Toxizität ihres Gifts zu.
Gift von Exemplaren im südlichen Brasilien enthält das Polypeptid Crotamin in grösserer
Konzentration.
 Hohenheim. «Forscher erhoffen sich medizinische Anregungen - von Schlangen» (Judith A.
Sägesser) - http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.heilsames-gift.125c6d23-badd-4014826c-584dacf46fa7.html
Weitere Literatur:
•
Schlangengift hilft Leben retten - http://de.mt.com/mt_ext_files/Editorial/Generic/8/22004_LabMagazine_Editorial-Generic_1100094367953_files/Waagen-Pentapharm.pdf
•
Über das Crotalotoxin aus dem Gifte der nordamerikanischen Klapperschlange (Edwin Stanton Faust)
http://download.springer.com/static/pdf/280/art%253A10.1007%252FBF01842418.pdf?auth66=139980662
9_dfcbc28799283c1515547843e72b7375&ext=pdf
•
Mit Schlangengift gegen Krebs-Spinnen, Schlangen, Skorpione: Forscher entschlüsseln das medizinische
Potenzial der Tiergifte. Von Jennifer S. Holland
http://www.welt.de/gesundheit/article114673824/Mit-Schlangengift-gegen-Krebs.html
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
13
Prof. Dr. Wolfgang Hanke
geb. 1951, Minden, D
Studium, Abschlüsse, Position:
1972-1974
Grundstudium der Astronomie und Physik, Ruhr Universität Bochum
1974-1978
Hauptstudium der Astronomie und Physik, Ruhr Universität Bochum
18.10.74:
Vordiplom in Physik
08.05.78:
Diplom in Physik
17.07.81:
Promotion zum Dr. rer. nat. an der Abteilung für Biologie der Ruhr-Universität-Bochum
1982:
Post Doc an der Brandeis University Waltham, Mass., USA
WS 84/85:
21.05.86:
Lehrbeauftragter an der Abteilung für Biologie der Universität Osnabrück
Habilitation (Venia Legendi für «Biophysik von Membranen»,
Abteilung für Biologie der Ruhr-Universität-Bochum)
Umhabilitation an die Universität Osnabrück (Venia Legendi für «Biophysik»)
21.01.88:
Seit 01.03.92:
C3 Professur für Membranphysiologie, Institut für Physiologie, Universität Hohenheim (Stuttgart)
Mitgliedschaften:
Deutsche Zoologische Gesellschaft // Deutsche Neurobiologische Gesellschaft
Kooperationen, u.a.: Pharmakologie, Klinikum Uni Sao Paulo, Brasilien // Robert-Bosch Institut für
Klinische Pharmakologie, Stuttgart
Kontakt:
wolfgang.hanke@uni-hohenheim.de
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
14
Aqua Tofana
http://de.wikipedia.org/wiki/Aqua_Tofana, http://de.wikipedia.org/wiki/Tufania
Bestandteile der Mischung:
Arsenik, Antimon und Bleioxid, möglicherweise auch Belladonna.
•
geruchs-, farb- und geschmacklos, wasserähnlich  problemlos in Speisen, Getränke
•
Mixtur begann erst Monate nach der Einnahme zu wirken
•
Bereits fünf bis sechs Tropfen des Giftes sollen eine tödliche Wirkung garantiert haben.
•
Durch entsprechend höhere Dosierung früherer Zeitpunkt des Todes
Vermutung: Erfindung des Giftes etwa 1690 durch die berüchtigte neapolitanische
Giftmischerin Gräfin Teofania di Adamo. (1709 oder 1719 in Neapel gehängt)
Deutschland: „Aqua Toffana“, „Acqua Toffana“ oder „Aqua Tufania“. // Italien: „Acqua di
Napoli“. // Frankreich: „eau de Brinvillier“ oder „eau admirable“ (Liselotte von der Pfalz:
„poudre de succession“ )
Gift wurde offen als eine Art Kosmetikum oder auch "Heiliges Wasser" in Flaschen mit
einem Bild des heiligen Nikolaus von Bari verkauft wurde.
Es soll besonders unter Frauen weite Verbreitung gefunden haben, welche, in einer
unglücklichen Ehe gefangen, sich durch das Gift von ihrem Ehegatten trennen wollten.
Mordanschlag auf einen Fürsten, wenn man Blutvergiessen vermeiden wollte:
coniuratio pulveraria, also „eine Verschwörung mit Giftpulver“, bezeichnet.[6] Ein solcher
Anschlag wurde 1590 auf Markgraf Jakob III. von Baden-Hachberg verübt.
http://digital.slub-dresden.de/fileadmin/data/322326168/322326168_tif/jpegs/00000079.tif.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_III._%28Baden-Hachberg%29
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
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Gifte-Antidote
15
«Fliegenstein, Arsenbutter, Erbschaftspulver»…
Serienmörderinnen («aufopfernd, bescheiden»)
– Machtgelüste, Geltungsdrang, «Lotterleben», unliebsame Ehemänner…
Marie-Madeleine, Marquise de Brinvilliers (1630-1676, Paris  ≥ 3 †)
Anna Zwanziger (1760-1811, Nürnberg  3 † , ≈ 10 vergiftet)
Gesche Gottfried (1785-1831, Bremen 15 † durch Arsen)
Christiane Ruthardt (1804-1845, Stuttgart  1 †)
Hélène Jegado (1797/1803-1852, Plouhinec, Rennes)  vermutlich 23 Personen… .
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
16
Flavio Häner
(geb. 1983, Basel)
Studium, Abschlüsse, Position:
2003-2009 Studium der Kulturanthropologie, Geschichte des Mittelalters, Geschichte der Neuzeit an
der Universität Basel und der National University of Ireland, Maynooth.
2009 Abschluss des Lizentiatsstudiums mit der Arbeit: «Und was macht man später damit?» –
Transformationsprozesse volkskundlichen Wissens zum ökonomischen Gut
Dissertationsprojekt: «Dinge sammeln – Wissen schaffen: Die Sammlungen der Universität Basel und
ihre wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung (1820–1930)» (Arbeitstitel)
Seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Pharmazie-Historischen Museum der Universität Basel.
Projekte
2005-2007 Tutoriate am Historischen Seminar Basel zur Medizin- und Körpergeschichte
2006 Projektmitarbeit: Zentrum Garde: Dauerausstellung des Schweizergarde Museums in Naters
2007 Projektmitarbeit: Zeichen zeigen: Glaube in der Innerschweiz. Salzmagazin Stans
2009 Konzeption und Realisation der Ausstellung: „Lust, Leid & Wissen – Eine Geschichte der Syphilis und ihrer
Therapie“ (am Pharmazie-Historischen Museum der Universität Basel)
2010 Projektmitarbeit Ausstellung «HOME: Willkommen im digitalen Leben» im Stapferhaus Lenzburg.
Mitgliedschaften und Ehrungen
• ICOM – International Council of Museums // UMAC – University Museum and Collections
• SGV – Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde / SGV-Sektion Basel, Schweizerische Gesellschaft
für Volkskunde Sektion Basel, Co-Präsident // Universum – European Academic Heritage Network
• MGHG - Museums and Galleries History Group // SGGMN – Schweizerische Gesellschaft für die
Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften // "Basel Graduate School of History“
Kontakt: flavio.haener@unibas.ch
Barbara Brauckmann
D-CHAB, ETH Zürich
Handout Diskussionsforum 16. Mai 2014
Gifte-Antidote
17
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