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Frühling 2015 Spring 2015

EinbettenHerunterladen
black Austrian lifestyle
sozial
success
Reportage: Selbständig
in Österreich
Sapeurs
die letzten Gentlemen
aus dem Herzen Afrikas
Silhouetten
die verwurzelte Schönheit
von Ayo Van Elmar
sTRÄHNEN
Natürlich Kraus
GOING NATURAL? yes or no?
Dominik
Hufnagl
Der Leichta
t
Nachw uchss hletikt
selbstk r itik a r über
, politik
und ta k tik
Foto von Philipp Horak//Ausgabe Herbst 2014
GeneviÈve MAYALA vom
24-Stunden-Frauennotruf
h er
story
„Bis wann h
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ich mit mei
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Arbeitnehme
rveranlagung
Zeit?”
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„Wie viel da
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steuerfrei
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„Kann ich
die Kosten
für Kinderbetreuung
steuerlich geltend
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”
Frage? Antwort: www.bmf.gv.at/steuertipps
Geschützt
Geschützt
Geschützt
Ich heiße
Dido Elizabeth Belle …
… ich wurde zu einer Zeit geboren, als die Sklaverei noch erlaubt war. Meine Mutter, Maria Belle,
war eine Schwarze Sklavin, die mit einem Schiff auf die Westindischen Inseln gebracht wurde.
Mein Vater, der britische Admiral Sir John Lindsay, nahm mich 1765 mit nach England und erkannte
mich als seine Tochter an. Er ermöglichte mir ein Leben in Freiheit!
Ich wuchs zusammen mit meiner Cousine Lady Elizabeth Murray in der Nähe von London unter der
Obhut meines Großonkels William Murray, dem Grafen von Mansfield auf. Dieser spielte später eine große Rolle
in der Abschaffung der Sklaverei. Meine Stellung in der Familie und in der Gesellschaft blieb unklar,
da ich zwar eine aristokratische Erziehung genoss, bei Mahlzeiten mit Gästen allerdings nicht
anwesend sein durfte. Geerbt und geheiratet habe ich dennoch …
Zu sehen ist das Bild von Johann Zoffany im Scone Palace im schottischen Perth.
Die Ausstellung „Dido Elizabeth Belle – Her Story“ läuft auch 2015 wieder. www.scone-palace.co.uk
Foto von scone palace//Text von Vanessa Spanbauer
me „Wi
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Fa st lan
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3
4
What’s fresh
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Nach der ersten Ausgabe von fresh haben wir gefeiert, uns
über die positiven Rückmeldungen gefreut und uns insgeheim ordentlich auf die Schulter geklopft. Aber nach der
Arbeit ist vor der Arbeit. Und deshalb befindet sich unser
Team seit Wochen im Einsatz. Für Euch.
Vanessa Spanbauer und Elisabeth Taruvinga Mtasa
haben den ultimativen Überflieger Dominik Hufnagl getroffen. Ein junger Sportler, der nicht nur schnell läuft
und für Rot-Weiß-Rot Medaillen nach Hause bringt. Er
reflektiert auch über Politik, Armut und Klischees. Und
zwar ab Seite 10.
Wir haben uns in dieser Ausgabe außerdem dem
Thema Wirtschaft gewidmet und dafür mit Self-MadeWo(men) darüber gesprochen, was es heißt, selbstständig
zu sein. Wer mit dem Gedanken spielt, der Chef/die Chefin im Haus zu werden: Tipps gibt’s ab Seite 14.
Wie viele Frauen da draußen hat sich auch unsere
Redakteurin Tamara Tanasijevic auf die Suche nach dem
perfekten Gentleman gemacht. Und dabei ist sie auf die
kongolesische Eleganzia gestoßen. Mehr auf Seite 22. Das
ist aber längst nicht der einzige Augenschmaus in dieser
Ausgabe: Designs von Ayo van Elmar; Yemisi Rieger als
Model und Magdalena Possert am Fotoapparat. Da ist
Wow vorprogrammiert. Und Marie-Noel Ntwa erklärt auf
Seite 26, was fresh fesch findet.
Unsere neue Kollegin Stephanie Anko erzählt Euch auf
Seite 32 ihre „Going natural story“ und sie spricht Tacheles mit allen, die glauben, „Du hast lustige Haare“ sei ein
Kompliment. Wir haben uns in dieser Ausgabe überhaupt
ein bisschen Luft gemacht und aufgezeigt, was für Sch***
sich Schwarze Menschen manchmal anhören müssen.
(Seite 42) „Die Hitze kann dir nix ausmachen!“ Nein,
wir kennen keinen Schweiß. Spaß beiseite: ich müsste ja
schwitzen, wenn ich es Arabella Kiesbauer nachmachen
würde. Die besteigt nämlich gern Berge. Ihren schönsten
Platz in Österreich beschreibt sie auf Seite 40.
Großen Respekt habe ich vor Geneviève Mayala. Sie
berät Frauen in Not. Daniela Krenn hat ihr unsere Neun
Fragen auf Seite 8 gestellt.
Ihr habt vielleicht bemerkt, dass unsere Redaktion
einen leichten Frauenüberschuss hat. Aber die Männer
strengen sich hier sehr an. Philipp Horak hält die Fotoqualität des Magazins hoch. Michael Fürnsinn und Andreas
Posselt vom buero8 halten es in Form.
Wir hoffen sehr es gefällt.
Clara Akinyosoye
Impressum
Herausgeber simon Inou//Chefredaktion Clara Akinyosoye//
Stv. Chefredaktion Vanessa Spanbauer//Design/Artdirection/
Grafik Michael Fürnsinn/Andreas Posselt (www.buero8.com)//
Foto-Editor Philipp Horak (philipphorak.com)//Redaktion MarieNoel Ntwa/Elisabeth Taruvinga Mtasa/Tamara Tanasijevic/Daniela
Krenn/Stephanie Anko//Fotografie Philipp Horak/Magdalena Possert
(magdalenapossert.com)/Peter M. Mayr (www.petermayr.com)/Daniele
Tamagni//Lektorat Tino Schulter//Druck Gutenberg Druck,
Wr. Neustadt//Anzeigen, Marketing, PR/Event Joyce Fasan/
Yvonne Eliza Ackwonu/Gladys Akinyosoye//Magazinkonzept
simon Inou/Michael Fürnsinn/Philipp Horak//Medieneigentümer
M-MEDIA, Diversity Mediawatch Austria, Franz-Josefs-Kai 27/1. Stock,
1010 Wien, www.m-media.or.at, Tel.: +43 1 533 87 47 36, Fax: DW 66,
fresh@m-media.or.at
26
Inhalt
her Story
3 Dido Elizabeth Belle
Eine ungewöhnliche Geschichte aus dem 18. Jahrhundert.
10
fresh?
6 Very fresh!
Unsere LeserInnen über fresh.
9 Fragen
8 Geneviève Mayala
Gewalt, Isolation, Stalking – eine Sozialarbeiterin berichtet.
Cover
10 Dominik Hufnagl
17 Jahre und eines der größten Nachwuchstalente
im österreichischen Leichtathletiksport.
22
Thema
14 Harte Arbeit
Drei Schwarze Self-Mades auf Erfolgskurs.
Roots
22 Gentlemen of Bacongo
40
Die Sapeurs von Brazzaville haben ihr komplettes Leben
der Mode und den Designerlabels verschrieben.
Fesch
26 AVE
Eine Fusion von afro-europäischer Mode –
bunt und chic, elegant und oft auch edgy.
Body
32 Natürlich kraus
Going natural? Yes or no?
frisch
34 Äthiopischer Linseneintopf
Empfehlung des Hauses: Rezept aus dem vegetarischveganen Restaurant Nat'naa.
Cooltour
36 Von Klängen bis Seiten
Kulturtipps mit Gewinnchancen.
heimatland
40 Arabella und ihr
Wilder Kaiser
Mein schönster Platz in Österreich.
fakten
42 Shit white people say
Unpassend, verletzend, ärgerlich. 18 big fails.
5
lich verbessert. Seither
reicht
nicht mehr, dem Ball einfac es
h
nachzulaufen. Seither tritt
er
zwei, drei Mal auf den Ball ein,
und
lässt sich dann dramatisch
ins
Gras fallen. Dann steht
er wieder
auf und geht nach ein paar
Schüssen wieder theaterreif zu
Boden.
Mitunter ruft er in den
kurzen
Liegephasen auch Mam
a und
dert, dass sie ihm ein (imag forinäres)
Pflaster aufs Knie pickt.
Also wenn schon, dann
gleich
von den ganz Großen lerne
n.
6
Franz Schmiedbauer (links)
und sein Begleiter brauchten
vor ihrem Reiseantritt in Salzburg für ihre Zugtickets fast einen
Aktenordner.
very fresh!
WIEN.
Viel hat sich seit den 1970e
rJahren bei den Rollenbilder
n in der
Familie verändert: Väter
kümmern
sich heute etwa viel inten
siver um
ihren Nachwuchs als
frühe
mindest vertraten mehr r. Zuals die
Hälfte der Befragten in einer
IMASStudie diese Meinung,
vor allem
Männer. 30 Prozent sahen
hingegen
keinen Wandel in den
Geschlechterrollen. Wie wichtig es
für Kinder
ist, männliche und weibl
iche Bezugspersonen zu haben
, hat eine
Studie der Uni Innsbruck
ergeben:
Der Einsatz männlicher
Pädagogen
beeinflusst das Verhalten
der Kinder, wenn auch nur der
Buben. Diese waren bei gemischtge
schlechtlichen Teams extrovertierter,
bewegten sich mehr und waren
weniger
angepasst – vor allem
Buben, die
ohne Vaterfigur aufwu
chsen, wie
Studienleiter Josef Chris
tian Aigner
betont. Er plädiert für eine
fallweise
Ergänzung der Fraue
nförderung
durch „Männerförderu
ngspläne“,
um mehr Männer in den
Pädagogenberuf zu bekommen.
SN, APA
Die ÖBB werben auc
h um Radfahrer. Doc
h die treffen oft auf sku
wie die Geschichte eine
rrile Hürden,
s Salzburgers zeigt. Die
Bundesbahnen geloben
jetzt Bes
MARIAN SMETANA
BILD: SN/SCHM IEDBAUER
serung.
erst in einem Intercity von
Salzburg hausen und
sein Begleiter mit 14 Tinach Linz. Von dort ging
Verbindung zwischen den
es nach ckets zum Preis
Franz Schmiedba
Städten
von je 44,80 Euro in gedac
bereitet sich immer sorgfäuer St. Georgen an der Gusen mit dem den
ht gewesen sei. Räder, die
Zug.
ltig
Regio
einnalzu
g weite
auf seine Radtouren vor:
und ausgeladen werde
Der Lehrer aus Salzburg
Wetter- erte eine Stund r. Die Reise daun müssten,
versteht verzögerten die
e und 40 Minuten.
feste Kleidung, genügend
nicht
Abfahrt.
Luft
, warum Bahnfahren so
Die Liste der Tickets ist
komden Reifen und ordentliche in
Dabe
lang:
i wollen immer mehr Radle
das pliziert ist. „Ich unter
Ver- Ticket (hin und retou
r
nehme gern
pflegung. Seit Neuestem
versi- wachsenen, dann r) für einen Er- solche Reisen, Rad und Bahn lassen auch mit der Bahn fahren. 300.000
chert er sich auch, ob die
ein Fahrschein sich
Radfahrer machen das jährli
Patrone für ein Fahrr
eigentlich gut verbinden
ch. „Die
ad (Hinfahrt), die Rein seinem Drucker voll
.“
ÖBB
wirbt
auch um sie, trotzdem
Doch
ist. Für servierung für
einen Erwachsenen ren Radler, die mit dem Zug fah- gibt es im Interc
seine letzte Reise
ity nur 16 Radplätbrauchte
wollten, müssten manc
hmal ze“ sagt Felczak
Schmiedbauer für sich
schon vier Wochen im
von der Radlobby.
und eiVoraus den
nen Radlerfreund sowie
Bezüg
„Wir
lich
Schmiedbauers ZettelPlatz
arbe
für ihr Fahrrad reserv
iten
zwei
ieren
Fahrräder stolze 14 Ticke
,
chaos
„arbeiten wir an einer
an einer
weil es nur wenig Plätze
ts,
Vergebe. „Aber besserung
mit auch sein Drucker orden woVerbesserung
des Systems“, sagt der
auf einer Radtour änder
tlich
t sich oft ÖBB-Sprecher.
zu tun hatte.
des Systems.“
das Wetter oder das Rad
Ab sofort soll es für
geht ka- die Hin- und
Der 56-Jährige aus der
putt. Man muss flexibel
Rückfahrt für FahrSalzRene Zumtobel,
sein.“
burger Gemeinde Elixhausen
räder nur ein Ticket geben
Schmiedbauer bekom
ÖBB-Sprecher
. Auch die
mt Rü- Reservierung
zählt kopfschüttelnd von erfür die Fahrräder soll
ckendeckung von Andr
dem
zej Felczak. auf einen
Aufwand für die Zugfa
Zette
Er
l kommen. Dass die
hrt. „Mit im Intercity
ist Sprecher der Radlobby
nach Linz (Hinfahrt),
Öster
einem Freund besuchte ich
Reser
vierung auch auf das Ticke
reich und kritisiert, dass
einen die Reservierung
t
es in den komme, sei
Bekannten in Oberösterre
für ein Fahrrad im neuen
nicht möglich. Obwohl
ich.“ Intercity nach Linz
Railjets der ÖBB überh
aupt man ohne Reser
Weil sie Radtouren unter
(ohne Reservie- keine
vierung
Plätze für Fahrräder gibt.
neh- rung dürfen Räder
men wollten, buchte Schm
Re- rad im Intercity nicht das Fahrin diesen Zügen ne Zumt
mitnehmen
bauer für zwei Personen ied- nicht mitgenommen werden), die stätig obel, Sprecher der ÖBB, be- kann. „Denn die
Reser
t das. „Aber in den nächs
und Rückfahrt nach
zwei Fahrräder Plätze in
ten, über ein europaweit vierung läuft
Salzburg für das bereit
den Zü- Fahrrad, die
s bestellten Railjet-Zügen
es Programm“,
Reservierung für das
gen von Salzburg nach
gibt
erklär
t
der
ÖBBes
Sprecher.
St. Geor- Rad im Interc
fünf Fahrradplätze. Sie
ity nach Salzburg plus
sind ab
gen an der Gusen.
Für die gleiche Reise benöt
2015 im Einsatz.“
die Reservierung für einen
igten
Auf der insgesamt 141 Kilom
Sitzplatz gen Railjet-Wag Auch in den jetzi- Schmiedbauer und sein Begle
e- auf der Strecke. Und
gons sollen Plätze also
iter
ter langen Bahnstrecke
das Ganze mal für Räder
nur
noch
zehn
fuhren zwei. Unter dem
Tickets. „Das ist
geschaffen werden. UrSchmiedbauer und sein
Strich stiegen der sprün
siche
r
ein
Schritt in die richtige
Freund leidenschaftliche
glich habe man die nicht
ein- Richtung“, sagt der
Radler aus Elix- gepla
nt, da der Railjet als schne
Bahn fahrende
lle Radler Schmiedbauer.
SALZBURG.
BILD: SN/ROBER T RATZER
Mehr männliche
Kindergärtner: Das
wäre gut für Buben
14 Tickets für eine Zugreis
e
fr esh?
Subrina Dolischka
Substyle Friseursalon
Fresh is a new magazine in Austria
and as its name implies, it gives
a fresh insight how black history
and culture are being kept alive in
Austria. The articles are well written with educative and inspiring
interviews for readers. I am very
impressed with the concept and
contents of the magazine.
Wer hat noch Angst vorm
schwarzen Mann?
RALF HILLEBRAND
das erste Magazin für
Afro-Österreicher auf
den Markt. Ein Großtei
WIEN.
Ein Magazin, das einzig
artig
ist – es aber gar nicht sein
will.
wäre lieber, wenn wir nicht „Uns
s Besonderes wären“, sagt Clara
Akinyosoye. Die Wienerin mit
nigerianischen Wurzeln ist Chefr
edakteurin
von „Fresh“, der ersten
Zeitschrift
für Schwarze in Öster
reich.
wollen nicht als Migrantenm „Wir
gelten. Wir sind ein norm edium
ales Lifestyle-Magazin, das den
Fokus auf
schwarze Menschen legt.“
Vor wenigen Tagen ist
die erste
Ausgabe von „Fresh“
erschienen.
Herausgeber ist Simon
Inou. Der
Journalist ist von Kame
run nach
Wien geflohen. Seit Jahre
n arbeitet
er als Geschäftsführer
von M-Me- verlieren“,
sagt Inou. Die Themen
dia, einer Institution, die
sich der der eigenfinan
Berichterstattung von
zierten Nullnummer
und über verteilen sich
Migranten verschrieben
über alle Lebensbehat. Bei reiche. „Aust
ria’s Next Topmodel“
M-Media kamen ihm
und Clara Lydia Obute
wird genauso porträAkinyosoye die Idee für
das Maga- tiert wie Wien
zin: „Wer noch Angst vom
s erster schwarzer Poschwar- lizist. Daneben
zen Mann hat, wird sie
werden afrikanische
mit uns Biersorten vergli
chen oder die ei-
l der Leser ist jedoch
auch andere Facetten
gibt“, sagt
Akinyosoye.
40.000 Personen mit
afrikanischen Wurzeln scheinen
in der Bevölkerungsstatistik auf.
Die Gemeinschaft ist aber wesen
tlich größer: „Zur Community zählt
auch die
zweite Generation. Oder
Afro-Amerikaner oder Afro-Brasil
ianer
Problemen haben nach wie .“ Mit
vor viele
„Dirndl meets
Afrika“ – ein
Thema in der
ersten Ausgabe
von „Fresh“.
BILD: SN/FRESH /POSSERT
genwillige Heavy-Metal-Sz
ene in
Botswana vorgestellt.
Alle Storys haben jedoc
h
gemeinsam: Sie folgen einer eines
positiven Grundstimmung.
„Über die
schlimmen Aspekte des
Migrantenlebens wird sowieso täglic
h berichtet. Wir wollen aufzeigen,
dass es
„Durch David Alaba ist
es
wieder schicker, schwarz
in Österreich zu sein.“
Clara Akinyosoye,
Chefredakteurin von
„Fresh
“
von ihnen zu kämpfen: „Eine
hat ergeben, dass Mens Studie
chen mit
afrikanisch klingenden
Namen ungleich öfter Bewerbung
en schreiben müssen“, sagt Akiny
osoye.
„Wir werden solche
Missstände
nicht totschweigen. Rassi
smus
fen wir mit Sicherheit auf“, greiergänzt
weiß.
die Chefredakteurin. „Aber
es gibt
genug Schwarze, die sich
in Österreich wohlfühlen. Und
auch deren
Lebensgefühl gehört nach
getragen.“ Das Paradebeis außen
piel für
den neuen „Black Austr
ian Way Of
Life“ sei David Alaba: „Seit
Erfolgen ist es ein wenig seinen
schicker,
schwarz in Österreich zu
sein.“
Die erste Ausgabe von „Fres
eine Auflage von 8000 Stück h“ hat
.
Jahr erscheint das Maga Dieses
zin quartalsmäßig, 2015 soll es alle
zwei Monate auf den Markt komm
en. „Man
kann die Ausgabe abonn
ieren
dem wird sie bei verschiede . Zunen Vertriebspartnern aufliegen,
etwa in
Afroshops.“ Die Zielgr
uppe
nicht nur Schwarze: „Wir sind
viele Rückmeldungen von haben
Weißen
bekommen, die sich durch
das Magazin angesprochen fühle
n.“ Das
Ziel von Simon Inou
und
Akinyosoye scheint somit Clara
erreichbar: „Wie für jeden schwa
rzen Bürger wünschen wir unser
em
zin vor allem eines – Norm Magaalität.“
Alexandra Kromus
Zwei Wiener bringen
farben. Sie alle haben sich ihren
Lebensmittelpunkt in Österreich
aufgebaut und sind ein unverzichtbarer Teil unseres Landes.
Das muss sich auch in den Medien
wiederfinden. Die erste Ausgabe
von fresh zeigt einen selbstverständlichen Teil der österreichischen Bevölkerung und ist damit
ein weiterer Mosaikstein in einer
Medienlandschaft, die noch einen
langen Weg vor sich hat, bis sie so
vielfältig ist wie die Gesellschaft.
Ich wünsche fresh alles Gute für
die nächsten Ausgaben.
In unserem Land leben Menschen
mit den unterschiedlichsten Biografien, Geburtsorten und Haut-
Doreen
Ighama
Angestellte
Sandra
Frauen­
berger
Wiener
Stadträtin für
Integration,
Frauenfragen, Konsumentenschutz und Personal
elles und wichtiges Medium für
diese Generation der Afro-Österreicher/innen. fresh ist informativ
und behandelt verschiedenste
Themen aus der Sicht bzw. vom
Standpunkt der in der Diaspora
lebenden jungen blacks in Österreich. Für unsere Musikgruppe
„diese gute“ ist fresh eine „gute“
und „freshe“ Sache. Wir sind echt
froh, endlich Berichte hier in Österreich lesen zu können, die wir
auch nachempfinden können.
diese gute
Musikgruppe
Das Magazin fresh ist für die junge
black austrian community wie die
Vogue für die Fashionwelt oder
das Rolling Stone Magazin für die
Musikwelt – ein einfach essenzi-
Viele meinen, mit
fresh würde der
neue Lifestyle von
Schwarzen Menschen in Österreich gezeigt. Dem muss ich widersprechen: Black lifestyle gab
und gibt es, seitdem Schwarze
Menschen in Österreich leben.
Nun wird für alle sichtbar, was
der Community bereits bekannt
war. Die Community ist bunt, faszinierend, humorvoll und stilvoll
zugleich. Außerdem ist sie wichtig für Österreich. Ich freue mich,
die verschiedensten Facetten des
afro-österreichischen Lifestyles
mit fresh zu entdecken und mit
der breiten österreichischen Bevölkerung zu teilen.
O’haker Ntwa
Besitzer des AfroAmerican Center
fresh ist die Stimme, die es ermöglicht, unsere Kultur, Mode
und unseren Lebensstil zu präsentieren. Das Magazin zeigt,
dass es uns hier in Österreich
auch gibt. Das Ziel ist, dass wir
Austro-Afrikaner uns im Magazin
wiederfinden. Jede Zeitung, jedes
Magazin und jede Zeitschrift
hinterlässt einen Eindruck, eine
Idee oder ein Gefühl. fresh hinterlässt bei mir das Gefühl von
Stolz. fresh gibt den Menschen im
deutschsprachigen Raum einen
Einblick in unsere Gedanken.
9
8
Fr agen
Ein Leben
in Österreich
9 Fragen an Geneviève Mayala (49).
Wenn Frauen verzweifelt die Nummer des Frauennotrufs wählen, ist Geneviève Mayala am anderen Ende
der Leitung. Die gebürtige Wienerin mit Wurzeln in
Österreich und der demokratischen Republik Kongo ist
seit 20 Jahren Sozialarbeiterin.
1. Wie sind Sie zur Sozialarbeit gekommen?
Eigentlich hab ich von klein auf davon geträumt, etwas mit Musik zu machen,
zum Beispiel zu tanzen. Dann wurde ich erwachsen und wollte schnell finanziell
unabhängig sein. Ich konnte mir gut vorstellen, mit Menschen zu arbeiten. So bin
ich zur Sozialakademie gekommen.
2. Wie sieht ihr Berufsalltag aus?
Wir betreuen Frauen ab 14 Jahren. Da wir telefonisch 24 Stunden erreichbar
sind, wechseln meine KollegInnen und ich uns in Schichten ab. Tagsüber beraten wir Frauen persönlich und begleiten sie zur Polizei, ins Krankenhaus oder
zu Gerichtsterminen. Oft geht es um häusliche Gewalt, Beziehungsgewalt oder
Stalking.
4. Wie erleben Sie die Gewalt gegen Frauen in Österreich?
Laut Dunkelziffer ist jede 4. bis 5. Frau betroffen. Es geht sehr oft um psychische
Gewalt, um Frauen, die von ihren Männern wirtschaftlich abhängig gemacht
und/oder von den Freunden isoliert werden. Das bezeichnen die Männer dann als
Liebesbeweis – in Wahrheit geht es dabei sehr oft um Macht.
5. Wie hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Jahre verändert?
Ich bin jetzt seit 20 Jahren Sozialarbeiterin und zum Glück hat sich einiges verändert, sowohl im Bewusstsein der Gesellschaft als auch gesetzlich. Zum Beispiel ist
Vergewaltigung in der Ehe jetzt eine Straftat.Und seit 1995 können Betroffene den
Frauennotruf der Stadt Wien unter 01/71 71 9 erreichen. Ich bin seit 2010 dabei.
6. Wurden Sie schon bedroht?
Ich nicht, aber KollegInnen haben da schon Erfahrungen gemacht. Ich habe darauf reagiert und halte meine private Adresse und Telefonnummer geheim.
7. Wo sehen Sie aktuelle Herausforderungen in der Frauennothilfe?
Frauen müssen immer beweisen, dass ihnen Gewalt angetan wurde. Das ärgert
mich. Die Bereitschaft der Gesellschaft ist hoch, eine Frau für schuldig zu erklären und und es gibt eine große Scheu davor, Männer zur Verantwortung zu
ziehen. Gewalt ist zu wenig Tabu, das muss sich im Bewusstsein ändern. Auch bei
einer „Watschn“ muss klar sein: das ist zu weit gegangen.
8. Gab es Momente, in denen Sie aufhören wollten?
Immer wieder mal. Manchmal einfach nur, weil ich einfach mehr Spaß bei der
Arbeit haben will. Aber im Endeffekt will ich meinen Job nicht wechseln.
9. Was liegt Ihnen da besonders am Herzen?
Mir ist besonders wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder immer
Opfer familiärer Gewalt sind, egal ob sie direkt betroffen sind oder alles nur
durch die geschlossene Zimmertür mitbekommen.
Foto von Magdalena Possert//9 fragen von Daniela Krenn
3. Wie distanzieren Sie sich von dem Leid, das Sie mitbekommen?
Das gehört leider zum Job. Im Team gibt es Gespräche, um das zu verarbeiten.
9
10
cov er
„wer langsam und
wer schnell ist,
entscheidet mit
Sicherheit nicht
die Hautfarbe.“
„Ich war ein
fauler Junge“
Er ist 17 Jahre alt, im Maturajahr und eines der größten Nachwuchstalente im Leichtathletiksport –
Dominik Hufnagl hat ein bewegtes Leben. Vergangenes Jahr gewann er den Staatsmeistertitel über
400 Meter und belegte bei den Olympischen Jugendspielen in Utrecht auch noch den zweiten Platz
im 400 Meter-Hürdenlauf. Mit fresh sprach Dominik Hufnagl über leere Tribünen, Missstände an den
Austragungsorten und darüber, was ihn mit KomasäuferInnen verbindet.
Im August bist du bei den Olympischen Ju­
gendspielen in Nanjing auf dem 7. Platz gelan­
det. Warst du stolz oder enttäuscht?
Ich war zwei Tage davor mit 39 Grad Fieber im Bett.
Sonst wäre es der dritte bis fünfte Platz geworden. Ich
kann es zwar nicht nur darauf schieben, aber es war
eine schlechte Ausgangssituation. Wichtig ist, dass ich
trotzdem gelaufen bin. Am Ende wurde es leider nur
der siebente Platz. In Selbstmitleid versinken kann ich
deshalb aber auch nicht.
Du wirkst in vielen Interviews dennoch ziem­
lich selbstkritisch …
Ich bin eher schüchtern und sehe die Dinge immer
kritisch. Kurz nach dem Wettkampf waren meine
Laune und meine Gesundheit im Keller und ich fand es
einfach scheiße. Jetzt weiß ich, es war in der Situation
alles, was ich geben konnte und Finale ist Finale. Jetzt
kann ich sagen: „Ich bin der Siebtbeste der Welt!“
Du hast schon einiges erreicht. Was fühlt sich
bis jetzt als dein größter Erfolg an?
Utrecht war mein erster internationaler Wettkampf –
außer in Österreich, Ungarn oder München war ich davor noch nirgends dabei. Es war etwas ganz Besonderes, weil dieser Olympische-Gedanke dabei war. Aber
auch Nanjing war eine schöne Erfahrung.
Jetzt bist du langsam aus dem Alter für die
Olympischen Jugendspiele draußen – geht’s
2016 zu den Olympischen Sommerspielen
nach Rio?
Nein, das wird sich nicht ausgehen. In Sportarten wie
Schwimmen und Turnen ist man schon mit zirka 18
top. In der Leichtathletik ist man körperlich erst mit
23 richtig gut dabei. Da ist Tokyo 2020 schon deutlich
realistischer oder erst 2024. Aber Olympia ist auf jeden
Fall das Ziel.
Auf deinen vielen Reisen hast du bestimmt
einiges erlebt. Was hat dich am meisten beein­
druckt oder schockiert?
China und Aserbaidschan fallen mir da als Erstes ein.
In Aserbaidschan zum Beispiel merkt man, dass Geld
da ist, allerdings bei den falschen Leuten. Die BusRoute vom Athletendorf ins Stadion führte nur durch
die schönen Straßen. Als ich in die Seitengassen geschaut habe, habe ich andere Dinge gesehen. Da lernt
man seinen Lebensstandard richtig zu schätzen.
In China gibt es 20-stöckige Plattenbauten. Wir haben in einem neuen Stadtteil mit riesigen Boulevards
gewohnt. Man hat gemerkt, dass er extra für uns gebaut worden ist. Ich war nach den zwei Wettkampftagen unterwegs und auch dort haben die Seitengassen
anders ausgesehen. Tür an Tür, die Kinder spielen auf
der Straße, es laufen Hühner herum und eine Katze
sitzt im Hamsterkäfig – sehr heruntergekommen.
Du stehst den Austragungsorten also kritisch
gegenüber …
Besonders schräg fand ich, wie schlecht die Luft ist.
Tief einatmen ist keine gute Idee. Am fünften Tag sind
mir immer noch neue Wolkenkratzer in sieben Kilometer Umkreis aufgefallen, die am sechsten Tag plötzlich
wieder verschwunden waren. Dann habe ich erfahren,
dass die Schwerindustrie abgedreht wurde und die
zwei U-Bahn Linien auch erst kürzlich eröffnet wurden. Man sieht schon einiges.
Ist Politik auch im Wettkampf ein Thema?
Nein, gar nicht. Team Israel saß dort, zwei Tische
weiter Team Palästina. Ich musste selbst erst leise
fragen, ob es da schon eine Einigung gibt. Auch bei
Nordkorea/Südkorea und Ukraine/Russland bleibt ein
bitterer Nachgeschmack. Aber laut ausgesprochen ist
Politik ziemlich fehl am Platz. Und das ist gut so. Der
olympische Gedanke zählt. Man lebt für drei Wochen
in einer Wunderwelt und dann fliegen plötzlich wieder
Raketen irgendwo. ➜
Fotos von Philipp Horak//Interview: Vanessa Spanbauer & Elisabeth Taruvinga Mtasa
11
12
Du bist 17 Jahre alt, bald wirst du 18 und
stehst kurz vor der Matura. Ist das nicht et­
was viel, neben der Schule zu Wettkämpfen zu
fahren? Wie bringst du das alles unter einen
Hut?
Für die Schule habe ich ein einfaches Rezept: anwesend sein und mitschreiben. In den Fächern, die mich
interessieren, muss ich nicht viel lernen. In Mathe
allerdings muss ich schon üben – da bin ich nicht der
Beste. Mein Vater meinte jetzt, für das Maturajahr
sollte ich mehr lernen. Ich habe meinen Rucksack am
letzten Schultag in eine Ecke geworfen und erst zu
Schulanfang wieder herausgekramt. (Lacht)
Hast du manchmal das Gefühl, etwas zu ver­
passen, weil du viele Stunden beim Training
verbringst, anstatt deine Freizeit zu genießen?
Die endlosen Saufgelage? Nicht wirklich. Es gibt eine
Gemeinsamkeit: Ein paar Jugendliche kotzen Samstag
in der Früh – ich eben auch manchmal, nach einem
harten Training. (Lacht) Mein Freundeskreis ist kleiner
geworden – dafür sind es richtige Freunde. Wenn ich
jedes Wochenende weggehen würde, wäre es nichts
Besonderes mehr. Wenn ich zwei bis drei Mal im Jahr
fortgehe, habe ich auch wirklich Spaß dabei.
Was sagen die Leute in der Schule dazu, dass
du so erfolgreich im Sport bist?
Ich posaune es nicht so gerne in die Welt hinaus, da
bin ich nicht der Typ dazu. Manchmal gibt es allerdings Momente, in denen es auffällt, weil ich einen
Wettkampf habe und nicht im Unterricht bin. Bei Sport
denken die Meisten sofort an Fußball und da sind
selbst kleinere Erfolge ein großes Thema. Dort gibt es
Prämien in der Regionalliga. Ich bekomme außer 100
Euro Sportförderung im Monat kein Geld.
Findest du es schade, dass Randsportarten
weniger Beachtung bekommen als Fußball
oder – bei uns gut vertreten – Skifahren?
Der Unterschied ist, beim Skifahren sind wir erfolgreich. (Lacht) Ich hab nichts gegen Fußball, aber es ist
schade, dass andere Sportarten etwas untergehen. In
Deutschland, Ungarn und sogar in der Schweiz steht
es besser um die Leichtathletik. Dort sehen bei Meisterschaften ein paar 100 Menschen zu, die nicht die Eltern der SportlerInnen sind. Mager im Vergleich zu den
tollen Stadien, aber immerhin. In Österreich befinden
sich auf den Tribünen die Taschen der AthletInnen.
Warum hast du dir als Sport Leichtathletik
ausgesucht?
Ich war zwölf oder dreizehn und den ganzen Tag
vorm PC. Meine Eltern haben gesagt, ich sollte mehr
hinausgehen und etwas finden, das mir Spaß macht.
Die Entscheidung fiel zwischen Leichtathletik und
Landhockey. Da ich in Niederösterreich wohne und der
nächste Landhockey-Verein zu weit weg ist, wurde es
eben Leichtathletik. Und das war scheinbar auch die
richtige Entscheidung…
Warst du davor schon sportlich?
Nein, eigentlich gar nicht. Ich war etwas pummelig.
Über die Jahre bin ich gewachsen und das Gewicht
blieb gleich. Mit elf war ich ein fauler Junge vorm PC.
Heute spiele ich nur mehr zwei Abende die Woche.
Was geht dir durch den Kopf, wenn du zu
laufen beginnst?
Vor einem Lauf denke ich an alles. Was mach ich bei
dieser Hürde? Was, wenn ich auf Bahn 10.000 bin oder
auf Bahn 1? An Sieg, an die anderen, aber wenn ich im
Lauf bin, bin ich einfach nur fokussiert und denke an
nichts. Damals in Nanjing war ich auf Bahn 9 und da
habe ich mich gefragt, ob alle bereits vor mir sind. Die
besten Läufe sind die, in denen man nicht denkt. Bei
längeren Strecken ist das sicher anders, aber ich als
400-Meter-Läufer brauche nicht unbedingt Taktik, um
eine gute Zeit zu erreichen.
Hast du Angst davor, dich zu verletzten?
Angst davor habe ich keine. Ich denke, es geschieht
schon nichts. Kurz vor Utrecht ist mir allerdings etwas
ganz Blödes im Schulsport passiert. Wir sind 60 Meter gelaufen und ich war etwas zu schnell unterwegs
und zack – ein Muskelfasereinriss. Ich durfte drei
Wochen nicht schnell gehen, dann drei Wochen nur
langsam laufen, vier Wochen normal laufen und kurz
vor Utrecht ging es wieder richtig los. Ein guter Trainingsplan ist wichtig und man sollte sich nicht überanstrengen. Ich habe meine ersten Kniebeugen mit 16
gemacht. 14-Jährige, die Krafttraining machen, gehen
ein Risiko ein. Oft ist es reine Potenzialverschwendung, wenn jemand sich zu viel zumutet und dann
nicht starten kann.
Deine Mutter ist aus Jamaika, der Heimat des
erfolgreichen Sprinters Usain Bolt. Hast du da
Vorbilder? Und glaubst du, dein Talent wurde
dir in die Wiege gelegt?
Natürlich wirkt es so, dass es in der Leichtathletik viele
Schwarze gibt und es ein Vorteil ist. Doch wer langsam
und wer schnell ist, entscheidet mit Sicherheit nicht
die Hautfarbe. Wäre ich weiß, würde ich genauso mein
Bestes geben. Bei den Nachwuchsläufen ist bei den 100
Metern ein Japaner Erster geworden und Afrikaner
waren gar nicht dabei. Vorbild habe ich eigentlich keines, ich mache mein Ding. Letztes Jahr war ein riesen
Doping-Skandal, bei dem eine Menge Leute hochgegangen sind. Hätte ich ein Vorbild gehabt, wäre das
vielleicht bitter ausgegangen. Viele meinen, ich sollte
Usain Bold lieben, aber 100 Meter und 400 Meter mit
Hürden sind ein Unterschied. Auch mit seiner Art kann
ich nicht viel anfangen. Er hat ein großes Ego, das er
gerne nach außen trägt. Ich bin eher introvertiert und
finde sowas etwas unsympathisch.
Hattest du schon einmal das Gefühl, dass
deine Hautfarbe für jemanden ein Problem
war?
Das Einzige was kommt, ist: „Unfair, du bekommst
keinen Sonnenbrand!“. Den habe ich mir dafür beim
Skifahren geholt. (Lacht) In meinem Verein sind wir
alle gleich.
Was willst du nach der Schule machen?
Nach der Matura würde ich gerne Chemie studieren,
damit ich mit 30 eine abgeschlossene Ausbildung habe.
Doping-Analytik würde sich anbieten, weil auch der
Sport-Background vorhanden ist. Ich brauche einen
Ausgleich zum Sport. Wie es dort weitergeht, entscheidet mein Körper.
„Die besten
Läufe sind die, in
denen man nicht
denkt.“
13
14
t h em a
„HArte
Arbeit“
Die eigene Bar, das eigene Geschäft, ein eigenes Modelabel?
Viele Menschen träumen davon, selbst Chef/Chefin zu sein. Doch der Weg
in die Selbständigkeit ist mitunter steinig. fresh hat mit drei Schwarzen
Self-Mades auf Erfolgskurs gesprochen
Fotos von Philipp Horak//text von clara akinyosoye
S
ie nannten mich den Bimbo.“ Nach einiger Zeit als Lehrling stieg Charles Kofi
Amoakohene im Betrieb zum „Bimbi“ auf. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. „Es
war nicht leicht“, sagt Amoakohene rückblickend. Schon damals wusste der
ehrgeizige Technikfan ganz genau: Eines Tages wollte er sein eigener Chef
sein. In dem Betrieb weiterzuarbeiten, in dem er die Lehre abschloss, kam für
Amoakohene nicht in Frage. „Es heißt, in der Firma, in der man lernt, bleibt man nicht.
Sonst bleibt man immer der Lehrling. Und ich wollte nicht immer der Bimbo sein“, sagt
Amoakohene, der jetzt von den meisten Menschen nur „Kofi“ genannt wird.
Charles Kofi Amoakohene ist drei Jahre alt, als seine Mutter ihn und seine Geschwister
verlässt. Seitdem lebt der gebürtige Ghanese mit seinem Vater in Österreich. Schon als
Kind beweist Kofi Interesse für Technik, Elektronik und Elektrik. Er baut Kegelbahnen,
nimmt ferngesteuerte Autos auseinander, schraubt Radios auf, um zu sehen was drin ist.
Kofi ist wissbegierig. „Ich weiß nicht, wie oft ich schon einen Stromschlag bekommen
habe“, sagt der 37-jährige. Die Stromschläge dürften sich ausgezahlt haben. In seiner auf
Restauration spezialisierten Autowerkstatt „Kofi‘s Car Art“ hat der Spengler und Karosseriebauer die elektrischen Leitungen selbst verlegt, Steckdose für Steckdose selbst montiert.
Charles Kofi Amoakohene, 37
Die Leute nennen mich: Kofi
Als Kind wollte ich werden: selbständig
An meinem Job liebe ich:
Flexibilität und Kreativität
www.kofis-car-art.at
Auf der Überholspur. Auch als Lehrling macht sich Kofi gut. In seinem
letzten Lehrjahr macht er beim Österreichischen Lehrlingswettbewerb in Wien mit und
gewinnt den zweiten Platz. Es hätte der erste sein sollen. Das erfährt Kofi Jahre später von
einem Juror. Die Mehrheit habe damals befunden, einem N* könne man nicht den ersten
Platz geben. Charles Kofi Amoakohene ist ein Mann mit Witz und Ehrgeiz. Jahrelang lackiert, beschriftet und verziert er Autos mit Folien, er leitet Schulungen und baut Showcars
„mit dicken Reifen und viel Blingbling“ für Messen. „Die müssen nicht alltagstauglich sein,
sondern nur gut aussehen.“ Als Kofi arbeitslos wird, versucht er, seinen Traum von der
Selbstständigkeit umzusetzen. Er schreibt einen Businessplan und sucht Werkstätten, die
er übernehmen könnte. Es ist ein mühsames Unterfangen. „Ich habe fast zwei Jahre nach
einer Werkstatt gesucht.“ Kofi kann sich die geforderten Ablösesummen von bis zu 80.000
Euro nicht leisten. „Einmal hat einer 60.000 Euro für eine komplett heruntergekomme
Werkstätte verlangt“, erzählt Kofi. Amoakohene findet keine Werkstatt, also sucht er eine
leere Halle, aus der er eine machen kann. Er nutzt die Arbeitslosigkeit und durchstreift die
➜
Stadt auf der Suche nach leerstehenden Hallen und wird schlussendlich im 12. Bezirk
15
16
fündig. „Das hat Maklergebühren gespart.“ Und Sparen
haben Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit
machen wollen, meist bitter nötig. Um einen Kredit
für sein Vorhaben zu bekommen, muss Amoakohene
verschiedene Wiener Banken abklappern. Er scheitert,
obwohl der AWS (Austria Wirtschaftsservice), der
UnternehmerInnen unter die Arme greifen will, 80
Prozent seiner Bürgschaft übernimmt. Amoakohene
bekommt seinen Kredit schließlich in Linz. Kleine UnternehmerInnen hätten es gegenüber großen Firmen in
Österreich schwer. „Manche haben schon Schwierigkeiten, einen Kredit für eine Investition über 3000 Euro zu
bekommen.“ Der Wettbewerb sei asymmetrisch, kleine
Unternehmen seien besonders unter Druck.
Leicht hatte es der humorvolle Spengler tatsächlich
nicht. Mit seinem Spießrutenlauf um eine Betriebsanlagengenehmigung schaffte er es 2010 sogar in
die Medien. Ein Beamter hatte den frischgebackenen
Selbständigen schikaniert und ihm Hürden in den
Weg gelegt. Doch heute steht der Self-made-man mit
„Benzin im Blut“ in seiner 343 Quadratmeter großen
Werkstatt. Er ist auf der Überholspur.
Omatu Gottschlich, 31
Die Leute nennen mich: Fulani
Als Kind wollte ich werden: Prinzessin
An meinem Job liebe ich:
Kreationen verwirklichen
www.fulani.at
made by Fulani. Eine steile Karriere hat
auch die 31-jährige Omatu Gottschlich gemacht. Sie
hat sich den Traum vieler junger Mädchen erfüllt:
Mode, Glanz und Glamour plus das Reisen durch die
Weltgeschichte. Gottschlich ist Modedesignerin und
hat 2003 gemeinsam mit ihrer ehemaligen Schulfreundin Sandra Sturm das Label „Fulani“ gegründet.
Einen großen Teil ihrer Zeit arbeitet die Tochter eines
Nigerianers und einer Österreicherin in Los Angeles. Und in den USA kleidet die junge Wienerin auch
große Stars ein. Sängerin Michelle Williams, früher
bei Destiny‘s Child und die Rapperin EVE haben sich
schon in Fulani-Designs ablichten lassen. Gottschlich
ging in die Modeschule Hetzendorf und arbeitete dann
als Verkäuferin in einer Boutique. „Ich kann jedem
empfehlen, der sich im Modebereich selbstständig machen will, im Verkauf seine Erfahrungen zu sammeln
und zu lernen“, sagt Gottschlich. Ein Erfolgsrezept,
das bei ihr aufgegangen ist. Ab 2015 soll Fulani zusätzlich zum Onlineshop in unterschiedlichen Läden in Europa und den USA erhältlich sein. Kommenden Jänner soll auch
die nächste Kollektion rauskommen. Mehr
verrät die Weltenbummlerin noch nicht.
Nur so viel: „Fulani ist endlich erwachsen
geworden.“ Und mit Fulani auch die Designerin: „Ich war noch ein halbes Kind, als ich
mich selbständig gemacht habe“, sagt Gottschlich. Gerade in jungen Jahren müsse man
„die Disziplin haben, sich nicht ablenken
zu lassen“, besonders dann, wenn man viel
reist. Obwohl Fulani ein Frauenmodelabel
ist, erhält die Designerin immer wieder auch
Anfragen von Männern. So kommt es etwa,
dass der US-Rapper Jadakiss bei seinem
Wien Konzert vor einigen Jahren ein T-Shirt
➜
made by Fulani trug.
Tipps zum
selbständig machen
1. Klein anfangen
Heute Wien und morgen die ganze Welt? Lieber klein anfangen, auch
wenn die Idee fantastisch ist. Das minimiert das Risiko, sich zu übernehmen und zu scheitern.
2. Schlau machen
Aller Anfang ist schwer. Daher ist es ganz wichtig, sich zu informieren und beraten zu lassen. Wie funktioniert das mit Gewerbeschein,
Steuern und Krankenversicherung? Wo kriege ich Förderungen?
Wie schreibe ich einen Business-Plan? Bei der Wirtschaftskammer,
bei Mingo Enterprise und im ÖGB-Beratungszentrum gibt’s Antworten. Es gibt auch spezielle Angebote für Frauen und Mehrsprachige.
3. Business Plan
Neben einer Geschäftsidee ist ein gut durchdachter Plan das A und
O. Ein Business-Plan muss her, der beinhaltet, was die Mission und
die Ziele sind und wie sie erreicht werden können.
4. Netzwerken
Austausch ist wichtig. Zu JungunternehmerInnen-Tagen und Gettogether gehen, andere Selbständige kennenlernen und sich vernetzen. Wer weiß, wen man trifft. Auf Veranstaltungen der Jungen
Wirtschaft Wien zum Beispiel. Die Junge Wirtschaft findet man auch
auf Xing oder Facebook.
5. Arbeitsplatz suchen
In der Mittagspause aufs Ohr legen, das hat schon was. Wem das zuhause Arbeiten aber nicht liegt, kann sich einen Arbeitsplatz teilen.
Co-working Spaces sind die Lösung. Mittlerweile gibt’s viele Anbieter. Günstig und unkompliziert. Nachfragen könnt Ihr zum Beispiel
bei Impact Hub Vienna oder Meins01.
6. Kosten kalkulieren
Sozialversicherungen, Steuern, Gebühren. Wer sein eigener Boss ist,
zahlt auch alles selbst. Etwa wenn man krank ist und nicht arbeiten
kann. Also vorher einkalkulieren, was berappt werden muss. Die Österreichische Sozialversicherung hat auch einen Onlineratgeber für
Selbstständige. Finanzamt nicht meiden, dort gibt's die Infos.
7. Durchhalten
Der eigene Chef/die eigene Chefin sein – eine schöne Vorstellung, die
aber nicht so einfach umzusetzen ist. Dran bleiben, Herausforderungen meistern, nicht entmutigen lassen. Wer erfolgreich selbständig
sein will, braucht einen langen Atem.
Selbständig
in Österreich
2013 waren laut Statistik Austria durchschnittlich
476.900 Menschen selbständig erwerbstätig.
In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl um
16 Prozent gestiegen. Zwar waren mit 309.000
mehr Männer als Frauen (167.900) selbständig
tätig, aber immer mehr Frauen gehen den Weg
in die Selbständigkeit.
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EPU-Meeting-Räume
Professionalität beginnt mit dem ersten Gespräch. Wenn Sie einen
top-ausgestatteten Raum für ein Meeting brauchen, mieten Sie einen im FORUM [EPU KMU] an. Die Meeting- Räume stehen Ihnen
als Mitglied der Wirtschaftskammern von Montag bis Donnerstag
von 9.00 bis 19.00 Uhr und Freitag bis 17.00 Uhr in der Operngasse 17-21 im 4. Bezirk kostenfrei zur Verfügung. Die 20 Räume
sind mit Screen, Beamer, Laptop, Flipchart, Moderatorenkoffer
und WLAN ausgestattet und können online unter wko.at/wien/
epu gebucht werden. Bei Bedarf wird auch eine Kinderbetreuung
während Ihrer Besprechung organisiert.
Qualifizierung
EPU-Workshops
David Salem, 42
Die Leute nennen mich: Davido
Als Kind wollte ich werden: Schauspieler
An meinem Job liebe ich:
Kontakt mit verschiedenen Menschen
www.birdcage.at
Eleganz mit Wohnzimmer-Atmosphäre. Dass David Salem
auch eine Zeit lang im Modebusiness tätig war, wissen wohl die wenigsten seiner Gäste.
Lange bevor der Nigerianer in Wien die Cocktailbar „Birdcage“ eröffnete, war Salem als
Model tätig. Ein kurzes Intermezzo. Seine Berufung fand der charismatische Barbesitzer
und DJ in der Musik und in der Gastronomie. David Salem kommt 1992 als Asylweber
nach Österreich, heiratet und wird Vater. Salem besucht nie einen Deutschkurs, aber
lernt die Sprache. „Ich habe meiner Freundin verboten, Englisch mit mir zu sprechen“,
sagt Salem. Nach 15 Jahren geht die Ehe in die Brüche. Salem arbeitet, was das Zeug
hält. Er modelt, verdient sein Geld als Modeberater, wird später Staubsaugervertreter
und DJ. Auf der Copa Cagrana, wo viele Schwarze unterwegs sind, macht sich Salem
mit seinem Walkman einen Namen als „Homeboy der Donauinsel“. Eines Tages darf er
in einem Club aushelfen: Er sorgt für die Musik, kommt gut an und startet seine Kar- ➜
Diese Workshops sind thematisch und inhaltlich aufeinander
abgestimmt und auf die Herausforderungen der EPU zugeschnitten, um deren Entwicklung und Nachhaltigkeit zu fördern. Die 23
Themen (siehe Veranstaltungsprogramm) decken die wichtigsten
unternehmerischen Herausforderungen ab. Diese Workshops
finden in der ersten und dritten Woche jedes Monats von 9.00
bis 11.00 Uhr bzw. 18.00 bis 20.00 Uhr statt und sind die ideale
Vorbereitung auf die EPUEinzel- und -Gruppencoachings.
EPU-Business-Labor
Schwerpunktthemen für EPU
EPU, die mit ihrer Unternehmensentwicklung nicht zufrieden
sind und nach Alternativen suchen oder den Wunsch nach
Wachstum haben und das Richtige tun wollen, erarbeiten in
diesem 6-monatigen Wachstums-programm, das speziell auf ihre
eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist, die Themen Neukunden,
Angebot, Management, Mitarbeiter und Finanzen. Ziel ist es, eine
umsetzbare Wachstumsstrategie zu entwickeln und EPU bei ihrer
Wachstumsentscheidung zu unterstützen.
Einzelne Monate werden einem Themenschwerpunkt gewidmet
(siehe Veranstaltungsprogramm). Ein EPU-Willkommen im Club,
ein EPU-Business-Talk und ein EPU-Tag der Experimente sind die
Veranstaltungsformate, die den jeweiligen Themenschwerpunkt
zum Inhalt haben. Ein EPU-Tag der Experimente besteht aus
Vorträgen, Workshops und Einzelcoachings.
EPU-Business-Navigation
Um sich als EPU nachhaltig am Markt positionieren zu können,
müssen Sie Ihre unternehmerische Persönlichkeit stetig weiterentwickeln. Dafür ist es notwendig, immer wieder eine Ist- Analyse Ihres momentanen Potenzials zu machen. Mit Hilfe des e-Tools
„pbroker“ werden unbewusste Persönlichkeits- und Verhaltensmuster aufgezeigt, die als Basis für weitere Entwicklungsschritte
herangezogen werden können.
Netzwerkveranstaltungen
EPU-Willkommen im Club
Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat, von 19.00 bis 21.00 Uhr,
können Sie im FORUM [EPU KMU] mit ExpertInnen und EPUKollegInnen netzwerken, querdenken und experimentieren. Nützen
Sie diese Gelegenheit, um mit Gleichgesinnten über fachliche
und emotionale Themen des unternehmerischen Alltags zu
diskutieren.
EPU-Einzelcoaching und -Gruppencoaching
EPU-Business-Talk
Die Wirtschaftskammer Wien bietet im FORUM [EPU KMU] jeden
2. und 4. Dienstag im Monat kostenfreie Einzelund -Gruppencoachings zu einzelnen Themen der EPU-Workshops an.
Jeden 2. Freitag im Monat, von 8.00 bis 10.00 Uhr, lädt Sie das
FORUM [EPU KMU] zu einem Business- Frühstück mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ein.
Tipps und Tools für EPU
Nützen Sie folgende Online-Tools für Ihre erfolgreiche Unternehmensführung: • Zahlen im Griff • Break-Even-Rechner für
den ersten Mitarbeiter • Leitfaden zur Personalsuche/-auswahl
• Förderrichtlinien „Erster Mitarbeiter“ • EPU-Online-Check
Broschüren und Infoblätter für EPU
Sie suchen weitere Informationen, speziell für EPU? Das geballte
Wissen der WKO-ExpertInnen aus ganz Österreich finden Sie unter
„EPUService“
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Eine Botschaft
von Ihrer Botschaft...
Ein aufregender Urlaub?
riere als DJ. Später werden die Adressen von Salems
Arbeitsplätzen immer exklusiver. Er legt im Planters
Club in der Wiener Innenstadt auf, wechselt später als
Kellner in den Jazzclub Birdland im Hilton. Er überzeugt, obwohl er keine Erfahrung im Service hat und
startet durch. Er steigt zum Barkeeper auf, wird Assistant Barmanager und sucht bald wieder eine neue
Herausforderung. Nach einigen weiteren Stationen als
Barmanager will Salem endlich seinen Plan in die Tat
umsetzen. Er will eine Bar, in der Konzerte stattfinden
und Jazz gespielt wird. Salem spart, borgt sich Geld
von Freunden und bekommt finanzielle Unterstützung
von seiner neuen Freundin, mit der er vor kurzem eine
Tochter bekommen hat. 2008 eröffnet er das „Birdcage“, eine kleine Bar im sechsten Bezirk, die Eleganz
mit Wohnzimmer-Atmosphäre verbindet. Das Geschäft
läuft gut. Nicht zuletzt wegen Salem’s berühmtberüchtigten Mojitos. „Ich baue die Minze in meinem
eigenen Garten an“, sagt der Barbesitzer. Und weil das
Geschäft gut läuft, wollen Salem und seine Freundin
eine zweite Bar – größer, exklusiver – aufmachen.
Rückblickend betrachtet, war das ein Fehler, sagt Salem. Es kam zu früh, zu wenig durchgeplant. Das neue
Birdcage im ersten Bezirk, unweit der Urania, ist nur
anfangs ein voller Erfolg. Anrainer beschweren sich
über die Musik. „Um 22 Uhr stand schon die Polizei
vor der Tür.“ Besuch, auf den die meisten Menschen
bei ihrer Abendgestaltung keinen großen Wert legen.
Also blieben die Gäste aus. Und weil Salem sich auf
die neue Bar konzentrierte, verlor das „kleine“ Birdcage an Charme. Auch dort blieben die Gäste aus.
Nach einem Konkursverfahren 2011 gab Salem die Bar
im ersten Bezirk auf und kehrte in die Stumpergasse
61 zurück. Das Geschäft läuft wieder besser. Der singende, witzelnde Barkeeper hat wieder Stimmung ins
Lokal gebracht. Doch das war harte Arbeit. Glücklich
macht es Salem dennoch: „Als ich für andere gearbeitet habe, habe ich besser verdient. Ich bin als Erster
gekommen und als Letzter gegangen. Doch die ganze
Energie habe ich für jemand anderen verwendet. Jetzt
investiere ich meine Energie in mich.“
Import – Export
Energydrinks für Kaffee
Zwischen afrikanischen Ländern und Österreich gehen viele Waren
hin und her. Importschlager Nummer 1 ist natürlich das schwarze
Gold: Erdöl. Österreich bekommt einiges an Bekleidung aus Afrika
und der Import von Kaffee und Kakao versteht sich von selbst. Für
ein „waldreiches“ Land importiert Österreich ziemlich viel Holz aus
afrikanischen Ländern. Auch beliebt: Früchte. Da kommt viel zusammen. 2013 wurden Waren im Wert von 2,521 Milliarden Euro importiert. Der Export brachte es insgesamt auf 1,677 Milliarden Euro.
Exportschlager sind Maschinen, PKWs, Stahlwaren. Zudem versorgt
Österreich viele afrikanische Länder mit Papier. Auch sehr beliebt –
wer hätte das gedacht – Energydrinks.
Top-Ten-Exportländer
1. Südafrika (506,35 Mio.) z. B. Kfz-Motoren, PKW, Energydrinks
2. Algerien (227 Mio.) z. B. PKW, pharmazeutische Produkte, Rinder
3. Ägypten (201,6 Mio.) z. B. Maschinen, Prüfgeräte, Papier
4. Nigeria (129,34 Mio.) z. B. Maschinen, Stickereien, Energydrinks
5. Libyen (122 Mio.) z. B. Getränke, Maschinen, Werkstoffe
aus Metall und Holz
6. Marokko (116,66 Mio.) z. B. Maschinen, Textilien, Papier
7. Zentralafrikanische Republik (94,234 Mio.)
z. B. Baumaschinen, PKW Reifen
8. Tunesien (82,9 Mio.) z. B. elektronische Schalter und Sicherungen,
Maschinen, Papier
9. Senegal (22,348 Mio.) z. B. Baumwolle, Eisenwaren, Papier
10. Sudan (20,2 Mio.) z. B. Maschinen, Schnittholz
Top-Ten-Importländer
1. Nigeria (954,76 Mio.) z. B. Rohöl (99,8 %), Kakao
2. Südafrika (521,61 Mio.) z. B. Eisenerz, Düngemittel, Früchte, Gold
3. Libyen (465 Mio.) z. B. Erdöl (99,99%)
4. Algerien (193 Mio.) z. B. Rohöl (99,99%)
5. Marokko (111,46 Mio.) z. B. Kleidung, Straßenfahrzeuge,
Schuhe, Fisch
6. Tunesien (98,6 Mio) z. B. Bekleidung, Erdöl, Zündkabelsätze
7. Ägypten (82,3 Mio.) z. B. Rohöl, Kleidung
8. Äthiopien (82,3 Mio.) z. B. Kleidung, Kaffee
9. Seychellen (12,34 Mio.) z. B. Traktoren, Butter
10. Elfenbeinküste (11,886 Mio.) z. B. Kakao, Früchte, Holz
Eine individuelle Reise?
Und dann ein Krisenfall!
Doch wie kann Ihre
Botschaft Sie erreichen?
JETZT REGISTRIEREN!
Einfach das Online-Formular ausfüllen,
dann können wir Sie im Fall des Falles
kontaktieren und besser unterstützen.
Ihre Daten werden nur im Krisenfall
verwendet und automatisch vierzehn
Tage nach Ende Ihrer Reise gelöscht.
reiseregistrierung.at
Ein Service des Außenministeriums
Embargo
Uneingeschränkten Handel gibt es nicht für alle afrikanischen Länder. Die EU hat für einige Länder Embargos
verhängt. Waffen- und Militärgüterembargos gibt es etwa für die Zentralafrikanische Republik, Lybien, Kongo,
Somalia und den Sudan. Finanzsanktionen für gelistete Personen oder Unternehmen gibt es zum Beispiel für
Simbabwe, Tunesien oder Guinea. Lybien hat zusätzlich auch noch strenge Auflagen für Schiffe, um die Ausfuhr von illegalem Rohöl zu vermeiden. Außerdem dürfen gelistete Personen aus Lybien nicht in die EU einreisen. Immer noch eingefroren: Das Geld der Ägypter.
Bitte beachten Sie: Die Reiseregistrierung ersetzt nicht die Eigenverantwortung!
Reiseinformation und Reisewarnungen des Außenministeriums finden Sie unter www.reiseinformation.at
Bei Notfällen im Ausland sind wir jederzeit unter +43-1-90115-4411 für Sie erreichbar.
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ie eine zweite Haut sitzt
der extravagante Anzug,
die grellen Accessoires
erstrahlen in ihrer vollsten Pracht. Die kongolesischen Sapeurs sind nicht nur ein optischer
Leckerbissen in den Straßen von Brazzaville, sie erinnern gleichzeitig an die ästhetische Ära der Dandies, als Dekadenz über
so manche Sorgen hinwegtäuschen ließ.
Doch „Sape“ ist nicht nur Eskapismus und
die Vorliebe für westliche Modemarkenartikel, sondern mittlerweile eine etablierte
Lebensweise, die die Mode zur Religion
erhoben hat und nach ihren eigenen moralischen Wertvorstellungen lebt.
Der Begriff „Gentleman“ beschreibt einen
Mann mit besonders hohem Empfinden
für ethisch-moralisches Verhalten. Er ist
ansehnlich gekleidet und äußerst gepflegt.
Zeit. Doch es gibt sie noch – in der kongolesischen Landeshauptstadt Brazzaville. Im
Stadtviertel Bacongo sind echte Männer
noch Gentlemen.
Die Gemeinschaft „Sape“ (Societé des
Ambianceurs et des Personnes élégantes, dt.
Gesellschaft für Unterhalter und elegante
Menschen) ist das Epizentrum dieses Vermächtnisses aus früheren Zeiten. Hunderte
Anhänger, selbsternannte „Sapeurs“, treffen
allwöchentlich in Bacongo aufeinander, um
durch ihr elegantes, farbenfrohes Auftreten
der Stadt einen neuen Pinselstrich zu verleihen. „Wenn ein Sapeur gut angezogen
ist, vergessen die Leute ihre Sorgen“, hieß
es jüngst in einer Guinness Werbung. Maßgebend sind die Accessoires, denn dadurch
unterscheiden sie sich voneinander. Ob
Schmuck, Schal, Hut oder Zigarre – modisch
sind keine Grenzen gesetzt. Dennoch herrschen in der Gemeinde strikte Fashionregeln. Die wichtigste lautet wohl: Kombiniere
niemals mehr als drei Farben miteinander!
D
Er ist viel mehr Lebenskünstler als alles
andere, immer höflich, manierlich und außerordentlich adrett. So manche/r würde
behaupten, solche Männer seien ein ausgestorbenes Relikt aus längst vergangener
ie Tradition der eleganten Gentlemen reicht weit in die Kolonialzeit zurück. Schon damals
wurden Heimkehrer aus Paris
und Brüssel um ihre schicke
Kleidung beneidet und ihr Look, war schnell
kopiert. In den 1980er Jahren hat der SapeKult auch einen politischen Beigeschmack
dazugewonnen, als der kongolesische
Musik-Superstar Papa Wemba mit seinen
Armani Anzügen gegen die Antikolonialisierungspolitik des Diktators Mobutu rebellierte. Die wohl wichtigste Motivation bleibt
aber nach wie vor, egal ob im Armani oder
No-Name Anzug, der friedliche Wunsch
nach mehr Mut und Farbe im Leben.
DANIELE TAMAGNI (www.photodantam.com) ist ein italienischer Fotograf, der in den letzten Jahren
sein künstlerisches Interesse besonders den afrikanischen Communities weltweit widmete. Ob Kultur, Religion,
Musik, Kunst oder Mode – Tamagni befasste sich vor allem mit der bilderreichen Verschmelzung
dieser Themen, wofür er auch international Anerkennung erhielt.
25
fesch
AVE
Fotos von Magdalena Possert//
Text von Marie-Noel Ntwa//
Make-up & Haare: julia hrdina//
Model: Yemisi Rieger/Tempo Models
D
Chic, modern
und elegant.
Schlichter,
sexy Schnitt,
doch die wahre
Kreativität
liegt im Detail:
Handtaschenlook.
er diesjährige Sommer hat es deutlich gezeigt: Für
westliche ModedesignerInnen sind die farbenreichen African Prints zu einem Grundnahrungsmittel geworden. Afrikanische Mode ist eine neue
Quelle der Inspiration und wurde schon von einer Reihe von
Promi-Trendsettern wie Beyoncé, Solange und Rihanna getragen. Die dynamische Natur der afrikanischen Designs hat sich
leicht anpassbar gemacht und zum neusten Trend entwickelt.
Ethnisch, traditionell, aber die Schnitte und Silhouetten sind
bestechend vielfältig – modern, lässig und oftmals von klassischer Eleganz. Das kommt an. Das beweist auch die schnell
wachsende Marke Ayo Van Elmar (AVE), die 2011 von der gebürtigen Nigerianerin Ayo Elizabeth Olaogun ins Leben gerufen wurde. Ihre Stärken liegen in der Erforschung der verwurzelten Schönheit von afrocentricke Stoffen und der Erstellung
exquisiter Stile. AVE ist eine Fusion von afro-europäischer
Mode – mutig, bunt und chic, elegant und oft auch edgy. Die
Kollektionen, die in Lagos produziert werden, hat die Designerin schon erfolgreich auf den Fashion Weeks in Nigeria, Wien
und London präsentiert. Die Preise für Röcke liegen bei mindestens 75 Euro, Kleider sind für 120 bis 350 Euro zu haben.
Die Designerin // Ayo Elizabeth Olaogun
Ayo Elizabeth Olaogun, der Creative Director von Ayo van
Elmar, zog mit 18 von Lagos, Nigeria nach Wien. Sie machte ihren
Abschluss in Ernährungswissenschaften an der Universität Wien.
Heute hat die Designerin ihr eigenes Modelabel und
studiert Modedesign an der Universität für Angewandte Kunst.
www.ayovanelmar.com
27
28
Das Bustier
wurde aus
einer Ledertasche
gefertigt –
für den Edgy
Look. Dazu
einen zierlichen Rock
mit PagneMuster.
Kraftvolle
Farben und
Muster.
Freie Schultern
mit einem
taillierten
Ansatz. Betont
die weiblichen
Kurven.
Gold-schimmernde Muster
und eine eingearbeitete
Ledertasche.
Glanzvoll und
einzigartig für
die moderne
Frau. Perfekt
für einen stillvollen Abend.
Gewagt,
aber ein
Must-Have.
Die feine
Struktur
verleiht
dem Kleid
einen edlen
Touch. Der
Rock setzt
zusätzliche
Akzente.
31
s
u
a
r
k
h
c
Natürli
S
32
ing natura
g mit der Frage der Fragen. Go
an
rel
jah
n
ue
Fra
h
sic
gen
pla
ges Hin und Her und oft
Manchmal ist es ein monatelan
oll man sich die chemische Glättcreme, den
Relaxer weiterhin in die Haare schmieren
oder darauf verzichten und dem Naturhaar
endlich eine Chance geben? Ich habe mir diese
Frage wieder und wieder gestellt. Und vor
zwei Jahren dann etwas getan, das mein Leben verändert
hat: Ich habe die Packungsbeilage dieses Beautyprodukts
gelesen. Worst. Case. Szenario. Die Nebenwirkungen
haben es in sich: Hautverbrennungen, Sehstörungen, die
Relaxer sind pures Gift für Haut und Haar. Zum Glück bin
ich mit leichten Kopfverbrennungen und einer kleinen
Narbe davongekommen. Eigentlich eine Kleinigkeit im
Vergleich zu den Frauen, die ihre Haare zu Tode relaxt
haben. Der Horror für jede Frau, die sich schöne Haare
wünscht. Denn wo kein Leben, da kein Wachstum. Wie
viele schwarze Frauen, habe ich auch monatelang zu den
Verdrängerinnen gehört. So schlimm wird’s schon nicht
sein. Es schien mir, als gäbe es zu den Relaxern nur eine
Alternative: eine scheiß Frisur. Wie falsch ich gelegen
habe, weiß ich erst jetzt.
Aber leicht war das nicht. Beim Blick in den Spiegel
war es, als würde nur ein Blinzeln vergehen zwischen
dem Moment, an dem ich an das Aufhören vom Glätten
dachte, bis hin zum Augenblick, an dem sich die rosa
Paste wieder auf meinem Kopf befand. In mir machte sich
sofort eine kleine Panik breit, wenn ich mir mit den Fingerspitzen durch den Nacken- und Stirnbereich gefahren
bin, wo schon langsam der ungeglättete, frische Nachwuchs herausspross. Nur nicht noch mehr Menschen, die
mir durch meine Mähne greifen und Dinge sagen wie:
„Du hast ja lustige Haare“ oder „die fühlen sich ur arg
an“ und – besonders schmeichelhaft: „Die sind ja wie
bei einem Pudel.“ Sorry, aber wer außer einem Clown
will schon lustige Haare haben? Welche Frau fühlt sich
geschmeichelt, wenn das eigene
Haar als „arg“ bezeichnet wird,
wenn sie gerade keinen
pinken Irokesen-Look
hat? Und Haare wie
ein Hundefell? Thank
you very much.
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Mein Naturhaar
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WINne
ge
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l? Yes or no? von Stephanie Ank
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„netten“ Dame mit rotgefärbten, hochtoupierten Haaren
und zwei dünnen Eyeliner-Strichen an der Stelle, wo
ihre Augenbrauen hätten sein sollen. Auf so etwas sollte
frau souverän reagieren. Vielleicht mit der Rückfrage, ob
es für den Job denn wichtig sei, wie eine Professionelle
auszusehen.
Wegstecken und weitermachen. Natürliche Haare zu
haben bedeutet, mehr Zeit, Geld und Nerven investieren
zu müssen. Um das lockige oder krause Naturhaar muss
frau sich fast täglich kümmern. Feuchtigkeit spenden,
entwirren, je nachdem ob sie es lockig oder glatt will,
Hitzespray, Lockenstab, Glätteisen zum Einsatz bringen.
Und hochwertige Friseurprodukte lassen das Haar glänzen, leicht kämmbar machen und manchmal sogar glatter
werden. Mir geht’s heute ohne Relaxer deutlich besser. Es
braucht zwar eine extra Portion Selbstbewusstsein, aber
es lohnt sich. Viele Frauen wissen gar nicht, wie schön
ihr Naturhaar sein kann, wenn sie es richtig pflegen. Es
braucht dazu nur die FrisörInnen und gute Pflegetipps aus
dem Internet. Zu „Going Natural“ gibt’s mittlerweile viele
Websites und YouTube-Videos. Die helfen beim Übergang
von relaxed zu natural.
Stephis Tipps
Websites. Diese Links helfen beim Übergang. Es
gibt Tipps und Tricks zu Pflegeprodukten. Leider sind
viele der guten Seiten nur auf Englisch verfügbar.
>going-natural.com
>kinkycurlycoilyme.com
>curlynikki.com
>krauselocke.de
>blacknaps.org/why-to-go-natural
glatter look. Wollt ihr einen Sleek Look,
dann empfehle ich ein schonendes Haarshampoo, möglichst ohne Silikone (etwa von der DMMarke Alverde). Achtet auf ein gutes Glätteisen mit
Keramikfeld und auf ein gutes Hitzespray (ganz
wichtig!!) Mein Favorit: Hitzespray Osis von Schwarzkopf. Nach dem Glätten gleich viel Feuchtigkeit spenden. Das geht mit Arganöl oder einer guten Tagescreme für die Haare.
Frisörin. Es gibt noch nicht sehr viele, aber eine
der wenigen FriseurInnen, die richtig mit Naturhaar
umgehen kann und super Tipps und Tricks auf Lager
hat (für den glatten oder lockigen Look):
>SubStyle, Westbahnstrasse 54, 1070 Wien
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Stephanifriends
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fr isch
Rezept für 4 Personen,
Dauer: 60 Minuten
Zutaten
Foto von Peter M. Mayr//Rezept von Yeshi, Restaurant nat'naa
• 250 g Tasse rote Linsen
• 2 große Zwiebeln
• 1 Karfiol
• 2 große Karotten
• 125 g Tasse Spinat
• 2-3 Esslöffel Olivenöl
• 250 g passierte Tomaten
• 3-4 Knoblauchzehen
• 1 daumengroßes Stück Ingwer
• ½ Liter Wasser
• 1 Esslöffel Berbere /
Scharfe Gewürzmischung
• Pfeffer und Salz
Rezept
1. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Darin die klein
Misir Wot
Linseneintopf
..
aus Äthiopien
gehackten Zwiebeln 3-4 Minuten glasig braten. Danach das
Berbere, den fein gehackten Knoblauch sowie den Ingwer
zugeben und eine weitere Minute dünsten.
2. Karotten in Scheiben schneiden, passierte Tomaten, gewaschene
Linsen und Wasser hinzufügen und alles zum Kochen bringen.
3. Mit Salz & Pfeffer würzen und ca. 15 Minuten köcheln lassen.
4. Den Karfiol in mittelgroße Röschen teilen, dazugeben &
fertigkochen.
5. Zum Schluss den gewaschenen Spinat hinzufügen und abschmecken.
6. Mit Inder (äthiopisches Fladenbrot), oder Basmatireis servieren.
Nat'naa – Vegetarisches veganes Restaurant
äthiopisch-österreichische Küche mit starkem Jamaika-Bezug
Mo-Fr 11-17 Uhr, Esterhazygasse 31, 1060 Wien
www.facebook.com/natnaa222
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cool
tour
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Drehbuchautorin, Regisseurin und ehemalige Schauspielerin – Amma Asante hat sich in ihrer Heimat England
bereits früh einen Namen gemacht. Nach ihrer Karriere als
Kinderstar fokussierte sich die mittlerweile 45-jährige Tochter ghanaischer Eltern auf die Arbeit hinter der Kamera. Ihr
Regiedebüt gab sie 2004 mit dem Film „The Way of Life“ –
der Durchbruch ließ bis 2014 auf sich warten. Ihr neuerster
Film „Belle“ (siehe HerStory auf Seite 3) brachte ihr eine
Auszeichnung der British Academy of Film and Television
Arts als „Brit to Watch“. Jetzt klopft Hollywood an und lässt
sie den Streifen „Unforgettable“ umsetzen.
CDVon Klängen zu Melodien
FKA Twigs:„LP1“
Zugegeben, diese Dame ist für MusikkennerInnen und
für eifrige Leser Innen der Klatschspalten nichts Neues
– auch als Tänzerin war sie in zahlreichen Musikvideos
zu bewundern. FKA Twigs ist neben ihrer oft eigenwillig
anmutenden Erscheinung vor allem eines, eine enorm talentierte Sängerin. Die Stimme der 26-jährigen Britin mit
dominikanischen Wurzeln haucht vorzugsweise Zeilen
mit sexuellem Content und spinnt sich geschickt in das
elektronische Soundgeflecht. Eigenwilligen RnB könnte
man es nennen – oder einfach RnB der neuen Generation.
Anspieltipps: „Two Weeks“, „Pendulum“
CDTipps
Lary
Future Deutsche Welle
Sinkane
Casandra Steen Bereits erhältlich!
Mean Love
Spiegelbild
Bereits erhältlich!
Bereits erhältlich!
talk Jennifer Yaa Akoto Kieck –
kurz Y’akoto – wurde 1988 in Hamburg
geboren, wuchs aber in Ghana auf. Die SoulSängerin überzeugte 2012 mit ihrem Debüt
und veröffentlichte kürzlich ihr zweites Album
mit dem Namen „Moody Blues“.
Du lebst in Deutschland, Togo, Frankreich
und Ghana. Allerdings magst du die Frage nach
deiner Heimat nicht – Warum?
Ich mag nicht, wenn man mich fragt, als was
ich mich eher fühle – das finde ich eigenartig. Meine
Heimat ist dort, wo meine Familie ist.
Das ist bei dir ja auch ein spannendes Thema –
deine deutsche Mutter lebt in Ghana und dein
ghanaischer Vater in Deutschland. Wie kam’s?
Jeder wohnt dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Meine
Mutter arbeitet in der Entwicklungshilfe und lebt daher in
Afrika – allerdings zieht sie bald wieder nach Berlin. Mein
Vater lebt als Musiker bei mir um die Ecke in Hamburg.
Hattest du schon immer vor, dem Beispiel deines
Vaters zu folgen und Musik zu machen?
Ich wollte das nie! Ich habe durch meinen Vater die
Schattenseiten dieses Business kennengelernt – er ist
durch einige dunkle Tage gegangen. Deshalb nenne ich
ihn auch „Moody Man“. Durch ein Literatur- und Kunstgeschichte Studium habe ich gemerkt, dass Theorie nicht
mein Weg ist. Ich muss mich ausdrücken können …
Es heißt, dein neues Album „Moody Blues“
sei die Mutter vom Erstling „Baby Blues“ –
Wie soll man das verstehen?
Ich höre nie auf, an neuer Musik zu arbeiten – es ist
eine Weiterführung. Manchmal kommt mir sogar vor,
ich verstehe Songs, die ich für mein letztes Album
geschrieben habe, jetzt selbst erst wirklich.
Der Song „Perfect Timing“ handelt davon,
dass du viel durch dein Leben als Musikerin
verpasst. Was zum Beispiel?
Einiges! Man versäumt Dinge, die für viele Menschen
das Leben bestimmen. Man kann nicht bei jedem
Geburtstag dabei sein und Beziehungen aufbauen ist
schwer. Da trifft man schon einmal seinen frisch verheirateten Ex-Freund zufällig auf der Straße und denkt:
„Shit, das hätte ich sein können!“
WINne
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New Press Picture
Von Morgen
„Ich muss mich
ausdrücken
können …“
Eines von fünf
„Moody Blues“ Alben
Wie nennt Y’akoto ihren Vater?
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Event
Urban Gravity
Eintägige Hip-Hop-Festivals gab es in diesem Jahr einige – die Arena Wien war ein beliebter Austragungsort. Mitte November steigt ein
weiteres Highlight für Fans des gepflegten Deutschraps – das Urban Gravity! Bereits im März konnte das Urban Gravity #1 in der Szene
Wien mit Acts wie DCVDNS und Edgar Wasser aufwarten. Das Line-Up der Neuauflage verspricht mit Megaloh, Retrogott & Hulk Hodn,
Hiob & Morlockk Dilemma und LaasUnltd. & Architekt wieder einige Punchlines und freshe Beats – für heimisches Flavor sorgt Monobrother. Also macht euch bereit für den letzten großen Hip-Hop Jam des Jahres und lasst die Bude wackeln!
15. November//Arena Wien//VVK: € 29,30
SerieVom TV zur Leinwand
„Orange is the New Black”
Piper Johnson landet wegen Geldwäsche im Frauengefängnis und muss sich dort gegen ihre schrägen Mitinsassinnen behaupten. Unter
anderem trifft sie dabei auf Suzanne „Crazy Eyes“ Warren, die etwas mehr von ihr will als nur in der Zelle nebenan sitzen. Pünktlich zum
Start von Netflix im September feierte „Orange is the New Black“ sein Österreich-Debüt. In den USA schon längst ein Hit, sind sich auch
bei uns Serienjunkies einig – die Show ist zum Brüllen. Ab zum Binge-Watching!
Mit: Taylor Schilling, Laura Pepron, Uzo Aduba, Danielle Brooks
FilmTipps
Get On Up Biografie
Regie: Tate Taylor. Mit: Chadwick Boseman, Nelsan Ellis, Viola Davis
Seit 9.10. im Kino
Keine gute Tat Thriller
Regie: Sam Miller, Mit: Idris Elba, Taraji P. Henson, Leslie Bibb
Ab 21.11. im Kino
Zulu Krimi
Regie: Jérôme Salle. Mit: Orlando Bloom, Forest Whitaker, Natasha Loring
Ab 31.10. auf DVD
Soweto Gospel Choir//
Joey Bada$$//
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Megaloh/Urban Gravity
BuchVon Seite zu Seite
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absoluten afrikanischen Geheimtipp für Österreich. Mail bis
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„Expeditionen ins afrikanische
Österreich – Ein Reisekaleidoskop“
von Walter Sauer
Warum kommt Eisenstadt in Karl Mays „Sklavenkarawane“ vor? Was hat Salzburg mit dem
südafrikanischen Burenkrieg zu tun? Und wo
in Österreich lebte der erste Schwarze Sklave
oder die erste Schwarze Sklavin? All diesen
Fragen stellt sich der Autor im Laufe dieses
besonderen Buches. Die Reise durch die Bundesländer zeigt nicht nur die Begegnungen
Afrikas mit unserer Alpenrepublik in der Vergangenheit auf, sondern beschäftigt sich auch
mit der aktuellen Situation und der politischen
Lage der letzten Jahre. Die vorgeschlagenen
Routen führen durch Kirchen und Museen, zu
Denkmälern und Straßenschildern und liefern
wertvolle Restauranttipps!
Mandelbaum Verlag (2014)
Eventtipps
BuchTipps
Wir brauchen neue Namen
NoViolet Bulawayo, Roman
Suhrkamp (2014)
Afrika ist das neue Asien –
Ein Kontinent im Aufschwung
Christian Hiller von Gaertringen, Fachbuch
Hoffmann und Campe Verlag (2014)
Anleitung zum Schwarzsein
Anne Chebu, Fachbuch/Ratgeber
Unrast Verlag (2014)
5. November
19. November
Afro-Fusion/Weltmusik//Reigen – Wien
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Modern Soul//Arena Wien
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Hip-Hop//Flex – Wien
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26. November
21.Dezember
Euro-African Playground
13. November
Stereo MC’s Support:
Aphrodelics
Hip-Hop//Ottakringer Brauerei – Wien
VVK: € 30
15. November
5/8ERL IN EHR'N
Wiener Soul//Kikas – Aigen-Schlägl
VVK: €19
Jungle
Ahzumjot
Hip-Hop//B72 – Wien
VVK: € 17
6. bis 9. Dezember
11.Dezember
Joey Bada$$
Favorhythm Gospel Singers
– Weihnachtsshow 2014
Gospel//Orpheum Wien
VVK: €20
14. Jänner
Gospel//Spielberg/Graz/Schladming/Linz YASMO & DIE KLANGKANTINE
Hip-Hop//Radiokulturhaus – Wien
VVK: ab € 38
VVK: tba
Soweto Gospel Choir
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Mein schönster Platz in Österreich.
Arabella Kiesbauer (45)
Trotz Höhenangst zieht es Arabella Kiesbauer immer
wieder auf die Berge. Am Wilden Kaiser fühlt sich selbst die große
Fernseh-Koryphäe wie ein kleines Rädchen.
ist in Wien geboren und aufgewachsen. Die Moderatorin begann ihre
Karriere 1987 in der ORF-Jugendsendung X-Large. Der Durchbruch gelang
ihr 1994 in Deutschland, wo sie auf ProSieben ihre eigene Talksendung
„Arabella“ bekam. Von dem Attentäter Franz Fuchs erhielt Kiesbauer 1995
eine Briefbombe, ihre Assistentin wurde verletzt. Die Mutter
zweier Kinder moderierte jahrelang die ORF-Musikshow „Starmania“,
seit 2014 auch „Bauer sucht Frau“ auf ATV.
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ein Lieblingsort ist oben am Berg,
am Wilden Kaiser in Tirol. Ich bin
zwar keine Bergsteigerin, aber eine
leidenschaftliche Wandererin und bin auf dem Wilden
Kaiser schon in allen möglichen Varianten herumgekraxelt. Natürlich nur, soweit es meine Kondition und
Höhenangst erlauben; den Profis, die mit Seil, Helm
und Steigeisen unterwegs sind, mache ich respektvoll
Platz. Ich liebe es, unter den felsigen Zinnen entlang
zu wandern, dort fühle ich mich geborgen wie in
Abrahams Schoß. Den Berg im Rücken, genieße ich
den atemberaubenden Blick über die Kitzbüheler Alpen bis hin zu den Tauern. Mit Glück sieht man sogar
den Großvenediger oder den Großglockner. Ich habe
dabei wirklich das Gefühl, den Geist „von der Leine
zu lassen". Die Weite macht mich ganz ruhig, die
Hektik des Alltags fällt ab. Bei der Einkehr in einer
der Hütten tanken wir dann auch körperlich Kraft:
Kaiserschmarrn, Tiroler Knödel, Schweinsbraten – ich
schätze das deftige Essen. Einmal haben wir die Länge
einer Tour unterschätzt und uns verlaufen. Bei Kälte
und in völliger Dunkelheit sind wir damals irgendwo
vom Berg runtergekommen und mussten uns entkräftet vom Taxi abholen lassen. Dieses Erlebnis tut meiner Liebe allerdings keinen Abbruch. Ich habe daraus
gelernt, die Kraft der Natur nicht zu unterschätzen,
wir sind ja doch nur sehr kleine Rädchen im Getriebe
der Welt. Mittlerweile sind wir sogar mit unseren
Kindern unterwegs, die wir behutsam ans Wandern
herangeführt haben. Ehrfurchtsvoll begrüßen sie den
„Koaser“, wie die Einheimischen sagen, wenn wir wieder mal in Kitzbühel ankommen.
Wilder Kaiser in Tirol
Die Region Wilder Kaiser mit den vier großen Gemeinden Ellmau, Going, Scheffau und Söll liegt
im Tiroler Unterland zwischen Kufstein und Kitzbühel im Sölllandl. Das Kaisergebirge gehört
zu den nördlichen Kalkalpen und gliedert sich in den „Wilden Kaiser“ und den „Zahmen
Kaiser“. Der höchste Gipfel in dem Naturschutzgebiet ist der Ellmauer Halt mit 2.344 Meter.
Der Wilde Kaiser ist bei WanderInnen, SkifahrerInnen, Golffans und Familien beliebt.
Viele ORF 2-SeherInnen kennen die Region aus der Fernsehserie „Der Bergdoktor“.
Zugverbindung: über Kufstein, Kitzbühel, Wörgl oder St. Johann in Tirol.
Von den Bahnhöfen fahren Postbusse in die Region Wilder Kaiser.
Mit dem Auto rund 4 Stunden von Wien und Graz, 2 ½ Stunden aus Linz,
1 Stunde von Salzburg und Innsbruck.
Innsbruck
Linz
Wien
Salzburg
Wilder Kaiser
Graz
Fotos von Philipp Horak, ATV
Arabella und ihr
Wilder Kaiser
Shit white people say …
Für Schwarze Menschen, die in Österreich aufwachsen, gehören blöde Fragen zum Alltag
dazu. Oft sind sie einfach nur unpassend, verletzend, ärgerlich. Sprich: nicht lustig. Manchmal ist Reden nicht mal Silber,
aber Schweigen definitiv Gold. 18 big #fails
Kannst du
deine Haare
eigentlich
waschen?
Du kannst
sicher voll
gut tanzen!
Schwarze
haben das
ja im Blut!
Oh mein
Bekommst du eigent- Gott, ich stell
lich auch Falten
mir grad vor
wie das ist
und weiSSe Haare
Eltern zu
wenn du alt bist?
haben, die
nicht gleich
aussehen.
Die spricht so Du kannst
gut Deitsch, bestimmt
wo hobns die
Die Hitze
singen!
denn her?
kann dir
(Zur weiSSen
Wer ist der eh nix
Mutter)
Stehst du
König von
ausmachen!
überhaupt Warum
Afrika?
auf weiSSe tanzt du
Sprichst du
Männer?
du afrikanisch?
nicht? Du Wow,
sprichst
Fühlst du
kommst wirklich gut Sind Schwarz e
dich mehr
doch aus Deutsch.
Männer wirklich
schwarz
so gut bestückt?
oder weiSS? Afrika! Wann gehst
Du hast eine weiße Mutter?
Bist du adoptiert?
du zurück
nach Hause?
(=Afrika)
Findest du das rassistisch, wenn man N* sagt?
Wieso bist du
auf einem RockKonzert? Müsstest du nicht
Hip-Hop hören?
In der nächsten Ausgabe von fresh: SHIT Black People say …
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AUCH NICHT.
Fotocredits © Fotolia, Shutterstock
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Spitzenmedizin für alle – unabhängig von Einkommen, Alter oder
Herkunft. Das ist unsere Aufgabe, die über 30.000 MitarbeiterInnen
täglich rund um die Uhr erfüllen. Damit Sie – im Fall des Falles – bestens
versorgt sind.
Die Wiener Gemeindespitäler und
Pflegewohnhäuser. Immer gut behandelt.
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Seele and Geist
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