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Forum 4b: Eingriffe in den Arbeitsmarkt – wie wirksam ist die

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Forum 4b:
Eingriffe in den Arbeitsmarkt – wie wirksam ist die
staatliche Regulierung am Beispiel Arbeitsmarkt für
Ältere, Frauen und Zuwanderer?
35. Wirtschaftsphilologentagung
Arbeit der Zukunft – Zukunft der Arbeit
25. und 26. September 2014
Universität Bayreuth
Zuwanderung
35. Wirtschaftsphilologentagung 2014
Forum 4b: Eingriffe in den Arbeitsmarkt – wie wirksam ist die
staatliche Regulierung am Beispiel Arbeitsmarkt für Ältere,
Frauen und Zuwanderer?
Bayreuth, 25. September 2014
Lutz Eigenhüller
Dr. Daniel Werner
Zuwanderung und Arbeitsmarkt: Chancen und
Risiken
Zuwanderung in deutschen Arbeitsmarkt wird breit diskutiert. Insbesondere, wenn
institutionelle/gesetzliche Änderungen wirksam werden, wie zum Beispiel
‐ die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit,
‐ die „Green Card“ oder „Blue Card“.
Chancen/positive Effekte
‐ Positiver Einfluss auf die Folgen des demografischen Wandels, insb. das schrumpfende
‐
Erwerbspersonenpotenzial (Rückgang der Bevölkerungszahl, Alterung der Bevölkerung).
Rekrutierung von Fachkräften, die in Deutschland fehlen, um Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit
der Betriebe zu sichern.
‐ Bei gelungener Arbeitsmarktintegration positiver Gesamtbeitrag zu Sozialsystemen.
‐ …
Risiken/negative Effekte
‐ Bei misslungener Arbeitsmarktintegration steigende Arbeitslosigkeit und Inanspruchnahme von
‐
‐
Sicherungsleistungen, wie der steuerfinanzierten Grundsicherung.
Überproportionale Belastung einiger Kommunen aufgrund regionaler Ungleichverteilung von
Zuwanderung und unterschiedlich aufnahmefähigen regionalen Arbeitsmärkten.
Ausweitung des Arbeitskräfteangebots könnte zur Verdrängung von „einheimischen“ Arbeitskräften
führen und das Lohnniveau absenken.
‐ …
Die Qualifikation der Zuwanderer spielt eine wichtige Rolle, ob Chancen oder Risiken überwiegen.
Zuwanderung
2
Deutschland erlebt einen Zuwanderungsboom
Wanderungen nach und aus Deutschland in den Jahren 2000 bis
2013
1.400.000
1.200.000
1.000.000
800.000
600.000
400.000
200.000
0
-200.000
2000
2001
2002
2003
Wanderungssaldo
2004
2005
2006
2007
Zuzüge aus dem Ausland
2008
2009
2010
2011
2012
2013*
Fortzüge in das Ausland
Quelle Statistisches Bundesamt. *Vorläufiges Ergebnis.
Zuwanderung
3
Zuwanderung und Arbeitsmarkt: Aktuelle Aspekte
In den vergangenen Jahren uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit für die
Staatsangehörigen der neuen EU-Mitgliedstaaten:
‐ Für Staatsangehörige aus Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Estland,
Lettland und Litauen gilt die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem
1. Mai 2011 (EU-8).
‐ Für Staatsangehörige aus Bulgarien und Rumänien gilt die uneingeschränkte
Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem 1. Januar 2014 (EU-2).
‐ In beiden Fällen hatte Deutschland die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für die
maximal mögliche Dauer von sieben Jahren ausgesetzt.
EU-Schuldenkrise beeinflusst auch den Arbeitsmarkt:
‐ Insbesondere für Menschen in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien (GIPSStaaten) stellt sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt schwierig dar.
‐ Gleichzeitig gibt es gegenwärtig in Deutschland für ausgebildete Arbeitskräfte gute
Möglichkeiten eine Beschäftigung zu finden.
‐ Die Vermutung besteht, dass der deutsche Arbeitsmarkt Arbeitskräfte aus diesen
Ländern anzieht und von dem Zuzug profitieren könnte.
Zuwanderer aus diesen Ländern machten 2013 knapp 54 Prozent aller Zuwanderer nach
Deutschland aus.
Zuwanderung
4
Deutlicher Beschäftigungsanstieg nach Inkrafttreten
der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit
Anzahl der Beschäftigten aus den EU-8-Staaten und EU-2-Staaten
(Deutschland, Januar 2010 bis Juni 2014*)
♦ letzter Monat vor Beginn der
uneingeschränkten
Arbeitnehmerfreizügigkeit
600.000
500.000
400.000
300.000
200.000
100.000
EU-8 - Beschäftigte insg.
EU-8 - darunter: Sozvers. Beschäftigte
EU-2 - Beschäftigte insg.
Apr. 14
Jan. 14
Okt. 13
Jul. 13
Apr. 13
Jan. 13
Okt. 12
Jul. 12
Apr. 12
Jan. 12
Okt. 11
Jul. 11
Apr. 11
Jan. 11
Okt. 10
Jul. 10
Apr. 10
Jan. 10
0
EU-2 - darunter: Sozvers. Beschäftigte
*Hochgerechnete Werte für die letzten vier Monate.
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der EU-Schuldenkrise auf den deutschen Arbeitsmarkt,
August 2014.
Zuwanderung
5
Beschäftigte aus den EU-8-Staaten in Deutschland
Im April 2011, dem letzten Monat vor Beginn der
uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit, waren 223.000
Personen aus den EU-8-Staaten in Deutschland beschäftigt.
Im Juni 2014 betrug die Zahl der Beschäftigten schon 502.000 und
damit 279.000 oder 125 Prozent mehr als im April 2011.
Im gleichen Zeitraum ist die Gesamtzahl der Beschäftigten in
Deutschland um 5 Prozent angestiegen.
Der Anteil der Beschäftigten aus den EU-8-Staaten an allen
Beschäftigten in Deutschland belief sich im Juni 2014 auf
1,4 Prozent.
Etwa zwei Drittel der EU-8-Beschäftigten besitzen die polnische
Staatsangehörigkeit
Zuwanderung
6
Beschäftigte aus den EU-2-Staaten in Deutschland
Im Dezember 2013, dem letzten Monat vor Beginn der
uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit waren 133.000
Bulgaren und Rumänen in Deutschland beschäftigt.
Im Juni 2014 betrug die Zahl 249.000 und damit 116.000 oder
87 Prozent mehr als im Dezember 2013.
Im Vergleich zum Juni 2013 waren es 83.000 oder 50 Prozent
mehr.
Der Anteil an allen Beschäftigten in Deutschland belief sich auf
0,7 Prozent.
Etwa drei Viertel dieser Personen haben eine rumänische und
knapp ein Viertel eine bulgarische Staatsangehörigkeit.
Zuwanderung
7
Kontinuierlicher Anstieg der Beschäftigten aus
Griechenland, Italien, Portugal und Spanien in Deutschland
Anzahl Beschäftigte aus den GIPS-Staaten (Deutschland, Januar
2010 bis Juni 2014)
600.000
500.000
400.000
300.000
200.000
100.000
GIPS - Beschäftigte insgesamt
Apr. 14
Jan. 14
Okt. 13
Jul. 13
Apr. 13
Jan. 13
Okt. 12
Jul. 12
Apr. 12
Jan. 12
Okt. 11
Jul. 11
Apr. 11
Jan. 11
Okt. 10
Jul. 10
Apr. 10
Jan. 10
0
GIPS - darunter: Sozvers. Beschäftigte
*Hochgerechnete Werte für die letzten vier Monate.
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der EU-Schuldenkrise auf den
deutschen Arbeitsmarkt, August 2014.
Zuwanderung
8
Beschäftigte aus den GIPS-Staaten
Seit dem Januar 2010 ist die Zahl der Beschäftigten aus den
GIPS-Staaten um 25 Prozent angewachsen.
Den stärksten Anstieg verzeichnen Beschäftigte aus Spanien
(68 Prozent) und Griechenland (39 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten aus den
GIPS-Staaten um 7 Prozent angestiegen, die Gesamtzahl der
Beschäftigten in Deutschland nur um 1,4 Prozent.
Etwa 1,5 Prozent der Beschäftigten in Deutschland kommt aus
den GIPS-Staaten.
Fast die Hälfte der Beschäftigten aus den GIPS-Staaten besitzt
die italienische Staatsangehörigkeit und ein gutes Viertel kommt
aus Griechenland.
Zuwanderung
9
Steigende Zahl Arbeitsloser aus den EU-8, EU-2
und GIPS-Staaten
Anzahl Arbeitslose aus den EU-8, EU-2 und GIPS-Staaten
letzter Monat vor Beginn der
(Deutschland, Januar 2010 bis Juni 2014) ♦uneingeschränkten
Arbeitnehmerfreizügigkeit
80.000
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
EU-8
EU-2
Jul. 14
Apr. 14
Jan. 14
Okt. 13
Jul. 13
Apr. 13
Jan. 13
Okt. 12
Jul. 12
Apr. 12
Jan. 12
Okt. 11
Jul. 11
Apr. 11
Jan. 11
Okt. 10
Jul. 10
Apr. 10
Jan. 10
0
GIPS
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der EU-Schuldenkrise auf den
deutschen Arbeitsmarkt, August 2014.
Zuwanderung
10
Anstieg der Arbeitslosenzahlen scheint nicht das
Ergebnis einer schlechteren Arbeitsmarktlage zu sein
Arbeitslosenrelation* für Personen aus den EU-8, EU-2 und GIPSStaaten (Deutschland, Januar 2010 bis Juni 2014)
♦ letzter Monat vor Beginn der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit
25
20
15
10
5
EU-8
EU-2
Apr. 14
Jan. 14
Okt. 13
Jul. 13
Apr. 13
Jan. 13
Okt. 12
Jul. 12
Apr. 12
Jan. 12
Okt. 11
Jul. 11
Apr. 11
Jan. 11
Okt. 10
Jul. 10
Apr. 10
Jan. 10
0
GIPS
*Anteil der Arbeitslosen an der Summe aus sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Arbeitslosen, hochgerechnete Werte für
die letzten vier Monate.
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der EU-Schuldenkrise auf den
deutschen Arbeitsmarkt, August 2014.
Zuwanderung
11
Fazit
Effekte der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Folgen der Finanz/Wirtschaftskrise zeigen sich deutlich auf dem Arbeitsmarkt.
Die Zahl der Beschäftigten aus den EU-8, EU-2 und GIPS-Staaten ist angestiegen.
Neben der Zahl der Beschäftigten ist auch die Zahl der Arbeitslosen aus EU-8, EU-2 und
GIPS-Staaten gestiegen.
Dies ist wohl weniger das Ergebnis einer schlechten Arbeitsmarktlage – die
Arbeitslosenrelation hat sich nicht negativ entwickelt – als des steigenden
Arbeitskräfteangebots.
Insgesamt positiver Beitrag zur fiskalischen Bilanz der öffentlichen Haushalte durch
günstige Altersstruktur der Zuwanderer.
Unterstützung der von negativen Effekten besonders betroffenen Kommunen wäre sinnvoll.
Einwanderungs- und Arbeitsmarktpolitik müssen Hand-in-Hand gehen.
Auch gesteuerte Zuwanderung nutzen, um die Qualifikationsstruktur der Zuwanderer zu
verbessern.
Zuwanderung
12
Zuwanderung
Lutz Eigenhüller
lutz.eigenhueller@iab.de
Dr. Daniel Werner
daniel.werner2@iab.de
www.iab.de
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