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Lösemittel in Lack und Luft - Wie geht es weiter? Birgit Mahrwald

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Lösemittel in Lack und Luft - Wie geht es weiter?
Birgit Mahrwald, Umweltbundesamt UBA, Dessau/Berlin
Berlin 16. Oktober 2008
VOC-Emissionsquellen in D
3.500.000
Feuerung
[t/a]
Brennstoffgewinnung/-verteilung
3.000.000
Haushalte/Kleinverbraucher
1.506.000 t
Industrieprozesse
2.500.000
Verkehr
2.000.000
871.000 t
589.000 t
1.500.000
153.000 t
1.000.000
129.000 t
1.160.000 t
500.000
462.000 t
126.000 t
1.090.000 t
1.010.000 t
1.000.000 t
Lösemittelverwendung
0
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
Quelle: Umweltbundesamt - Umweltdaten 2000
1998
VOC-Emissionen aus Lösemittelverwendung
Emissionen ►
Bereich ▼
Anwendung
Farben/ Lacke
2000
2001
2010
284 109
291 157
262 576
Druckindustrie
90 786
98 981
92 596
Oberflächen-/
Textilreinigung
Herst./ Verarbeit
Chem. Produkte
35 467
42 687
35 741
35 908
37 180
38 177
Anwendung Klebstoffe
23 388
20 794
18 694
263 147
262 224
286. 291
732 805
753 023
734 075
Sonstige + Haushalt
Gesamt
VOC-Reduktionspflichten nach UN/ECE
4.000
Russische Föderation
- europäischer Teil
(keine Zielvereinbarung)
[kt]
3.500
1990
Deutschland
Ziel 2010
Frankreich
3.000
3.225 kt
Großbrittannien
2.500
Italien
[Quelle: "Multikomponentenprotokoll" UN/ECE, Göteborg 1999]
2.000
Ukraine
1.500
Spanien
995 kt
1.000
Belgien
500
0
Bulgarien
Finnland
Griechenland
Niederlande
Polen Portugal
Norwegen
Österreich
Rumänien
Schweden
Schweiz
Tschech.
Republik
Ungarn
Ozonbildung in bodennahen Schichten
Ozonbildung aus flüchtigen
organischen Verbindungen (VOC)
und Stickoxiden (NOx)
Ozon
• ist gesundheitsgefährdend
• schädigt Pflanzenwuchs,
• trägt zum Treibhauseffekt
bei
• ist eines der stärksten
Oxidationsmittel:
Oxidation vieler Metalle und
zahlreicher organischer
Verbindungen wie Gummi,
Textilien, Leder oder
Anstriche
Internationale Vereinbarungen
§ Richtlinie 2002/3/EG über den Ozongehalt der Luft „Ozonrichtlinie“ :
Þ Zwischenziel 2010: < 120 µg/m³
Þ Langfristziel 2020: < 120 µg/m³
Þ Informationsschelle: 180µg/m³
Þ Alarmschwelle:
240 µg/m³
(Überschreitung an 25 Tagen
noch zulässig)
ohne Überschreitungen
§ Richtlinie2001/81/EG (National Emission Ceiling- Richtlinie):
Þ Emissionshöchstgrenze für D: 995 kt VOC bis 2010
§ EU - Lösemittelrichtlinie 1999/13/EG
=> Verminderung von VOC- Emissionen bei der industrielle
Lösemittelanwendung in bestimmten Anlagen/Branchen
=> Umsetzung in D durch die 31. BImSchV am 24. August 2001
Anforderungen der 31.BImSchV
die Betreiber
an
VOC
Einhaltung Grenzwerte
gemäß Anhang III
(Abgasreinigung)
Grenzwerte für
• Emissionen im gefassten Abgas
• diffuse Emissionen
Entscheidung
nach § 4
Reduzierungsplan nach
Anhang IV
Reduzierung in mindestens
in gleicher Höhe wie bei
Einhaltung der Grenzwerte
Die Anforderungen müssen seit dem 31. 10. 2007 eingehalten
werden.
Emissionsgrenzwerte nach Anhang III
Anlagenart Nr. 5: Fahrzeugreparaturlackierung
VOC
im Abgas
[mg C/m³]
Alle Anlagen
50
Nachweise durch
15-minütige
Durchschnittsmessung
Diffuse Emissionen
[% der eingesetzten
Lösemittel]
25
Spezifischer Reduzierungsplan
für Kfz Reparaturlackierung
1.
Berechnung der maximal zulässigen Gesamtemission (Zielemission):
Bezugsemission
Gesamtmenge
Feststoff
[t/a]
Multiplikationsfaktor gemäß
x Anhang IV
2,5
Minderungsfaktor
x
0, 4
Ziel= emission
oder
(25 + 15 ) %
2.
Ermittlung der tatsächlichen Gesamtemission E aus Lacken +
Verdünnung + Reinigungslösemitteln auf Basis der Lösemittelbilanz
3. Reduzierungsplan ist erfüllt, wenn:
Gesamtemission E < Zielemission
Vereinfachter Nachweis
Tabelle: VOC Werte für Einsatzprodukte bei der Kfz-Reparaturlackierung
Einsatzstoff
VOC-Wert
[g/l]
Werkzeugreiniger
Vorreiniger
Spachtel
Waschprimer
Grundierfüller
Einschicht-Uni-Decklack
Basislack
Klarlack
£ 850
£ 200
£ 250
£ 780
£ 540 (1)
£ 420
£ 420
£ 420 (2)
(1)
(2)
ab 2010 gelten 250 g/l
ab 2010 Anpassung an den Stand der Technik vornehmen
ChemVOCFarbVerordnung
• Richtlinie 2004/42/EG vom 21.April 2004 über die Begrenzung der
Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen aufgrund der
Verwendung organischer Lösemittel in bestimmten Farben und
Lacken und in Produkten der Fahrzeugreparaturlackierung
• Umsetzung in D in einer chemikalienrechtlichen Verordnung am
24.08.2004
• Hersteller von Farben und Lacken dürfen ab 1.1. 2007 nur noch
solche Farben und Lacke in Verkehrbringen, die einen Grenzwert
für den VOC-Höchstgehalt nicht überschreiten.
• Lacke die bis zu diesem Stichtag produziert wurden, durften noch
bis zum 1.1.2008 Inverkehr gebracht werden.
ChemVOCFarbVerordnung
Grenzwerte für den VOC-Höchstgehalt von Produkten für die
Fahrzeugreparaturlackierung
Beschichtungen
VOC g/l*) ab 1. 1. 2007
a Vorbereitungsprodukte
Vorreiniger
850
200
b Spachtel und Spritzspachtel
Alle Typen
250
c Grundbeschichtungsstoffe: Füller
Grundierungen
Wash-Primer
540
540
780
d Decklacke: Alle Typen
420
e Speziallacke: Alle Typen
840
*) 420 g/l gebrauchsfertiges Produkt
Zur Bestimmung des VOC-Gehalts ist außer bei der Produktkategorie a der Wassergehalt des
gebrauchsfertigen Produkts abzuziehen.
Stoffströme bei der konventionellen Spritzlackierung
100 kg Lack
50 kg auf
Werkstück
25 kg
Festkörper
50 kg
Overspray
25 kg
Lösemittel
16 kg
Lösemittel
25 kg
Festkörper
9 kg
Lösemittel
Werkstück
zum Abdunsten, Trocknen
25 kg Festkörper
auf Werkstück
25 kg
Lösemittel
16 kg Lösemittel
Emissionen
Abscheider
26 kg Lösemittel
Emissionen
Lackschlamm
25 kg Festkörper
8 kg Lösemittel
Forschungsvorhaben zur Vermeidung Verminderung
von Umweltbelastungen bei der KfzReparaturlackierung
„Stoffstromuntersuchung für kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich
der Autoreparaturlackierung“ im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
vom Juni 1999:
Die optimale Kombination von festkörperreichen Lacken, Wasserlacken und
HVLP Technik führt zu einer Emissionsverminderung von 61% und zu gut
34.000 DM (14,9%) eingesparten Kosten.
„Ermittlung des Standes der Technik zur Senkung der VOC-Emissionen bei der
Reinigung der Applikationsgeräte“ im Auftrag des UBA Mai 1999
Durch Nutzung von Lösemittelauffangeinrichtungen können die VOCEmissionen, die bei der Reinigung entstehen, auf weniger als die Hälfte
gesenkt werden.
Novelle der VDI Richtlinie 3456
„Emissionsminderung: Reparaturlackierung
Lackierung für PKW und Nfz (KleinMittelbetriebe)“
• gegenwärtig im Gründruckverfahren
• Stand der Technik zur Verminderung von
VOC-Emissionen,
von partikelförmigen Emissionen und
Geruchsemissionen und
Maßnahmen zur
Ableitung der Abluft,
Verminderung von Lärm
Einsparung von Energie und
Verminderung von Abfällen und Abwasser
werden beschrieben.
und
und
Wie geht‘s weiter?
Die
wissenschaftlichen
Grundlagen,
die
technischen
Voraussetzungen, die rechtlichen Anforderungen sind für einen
medienübergreifenden
Umweltschutz
bei
der
KfzReparaturlackierung sind (seit langer Zeit) vorhanden.
Jetzt kommt es darauf an, dass die restlichen Betriebe von
insgesamt 9000 anpacken und umsetzen.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit
Fragen?
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