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Alle Geschöpfe der Erde Fühlen wie wir, Alle Geschöpfe der Erde

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Alle Geschöpfe
der Erde
Fühlen wie wir,
Alle Geschöpfe
der Erde
streben nach
Glück
wie wir,
Alle Geschöpfe
der Erde
lieben,
leiden und
sterben
wie wir
Also sind sie
uns
gleichgestellte
Werke
des
allmächtigen
Schöpfers
Franz von Assisi
1187 - 1226
Foto: Annette Forster
Inhalt
Leitartikel von Pfr. Dr. Seidel
Bilder vom Studientag 2006
Predigt und Fürbitten vom Gottesdienst in der Schoßkirche in Wittenberg
Zentrale Gedanken von Prof. Dr. Hagencord
Lesetipps
Wanderung: „Auf den Spuren des Franz von Assisi“
Kontakt Regional/ Lokalgruppen und Bericht aus dem Ruhrgebiet
Bericht der Regionalgruppe Süd-West
Aus dem Norden
Gottesdienst in Steppach, Mittelfranken
Bericht über den Vortrag von Ulrich Seidel in der Hochschule Zittau
Gruppe „Tier“: Eingabe zur Konferenz in Sibiu
Aktion Akut CH
Papierwende jetzt!
„Die ganz andere Besinnung ...“
Ansprache von Pfr. Wiking Weltzer
Materialliste
Terminliste
Aus dem Langefelder Kirchenblatt
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Zum Titelbild
Diese Statue steht am Eingang eines ehemaligen Klosters - Oasi Francescana S. Antonio al Monte - welches über der
Stadt Rieti (zwischen Rom und Assisi) am Hang liegt. Dieses Kloster ist heute eine Herberge und wird im Rahmen eines
Wiedereingliederungsprojektes für ehemalige Drogenabhängige von eben diesen geführt. Zuvor werden die Leute in einem
anderen Kloster, wo noch immer Franziskaner leben, therapiert und auf diese Aufgabe vorbereitet.
In diesem Kloster haben die Teilnehmer einer Wanderwoche im Rietital, geführt von Anton Rotzetter und Elisabeth Bernet
gewohnt. Das Rietital ist umgeben von verschiedenen Stätten, an denen der Heilige Franz gelebt und gewirkt hatte. Anton
Rotzetter führt diese Wanderwoche auch dieses Jahr wieder durch. Siehe S. 12
Bilder S. 2: Oben rechts: Ulrich Seidel als ein hervorragender Stadtführer
links: Annette Forster (Geschäftsführerin AKUT CH) und Holger Janke vor der Schlosskirche
Mitte rechts: Stadtrundgang bei herrlichem Wetter
Prof. Dr. Rainer Hagencord
Stadtrundgang – im Hintergrund Turm der Schlosskirche
Unten: Blicke in den Vortragsraum in der Ev. Akademie
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 1
Aktion Kirche und Tiere
(AKUT) e. V
Liebe AKUT-Mitglieder,
willkommen im Neuen Jahr, das
inzwischen schon einen Monat eingebüßt hat, aber uns mit einem
tröstlichen Jahresspruch versehen
hat: „Ich will Neues schaffen, jetzt
wächst es auf, erkennt ihr´s denn
nicht?“. Wie schön: Wachstum ist
unseren Augen verborgen und
geschieht dennoch. Wenn man
Kinder eine Weile nicht gesehen hat,
staunt man, wie sie gewachsen sind
und die Eltern, die täglich dabei sind, sehen kaum was – höchstens, wenn
die Hosen wieder kürzer sind oder die Schuhe nicht mehr passen...
Trotzdem ist es schön, wenn man Gedeihen wahrnehmen kann und bei
AKUT geht es nicht einfach um ein äußeres Wachstum, das der Kirche im
Moment so wichtig ist und die „gegen den Trend“ wachsen will. Glaube
und Moral sind unser Thema und das hat mit Erkenntnis zu tun und die
kannst du nicht erzwingen. Gerade der Gedanke der Mitgeschöpflichkeit
und das Fühlen für die Tiere, ihren Schmerz und das Kreuz, das sie tragen – das muss in uns Menschen wachsen und entstehen. Wie will man
messen, ob da etwas wächst unter uns, in der Kirche oder der Gesellschaft?
Ist AKUT in der letzten Zeit gewachsen? Sicher können wir manches ins
Feld führen: Mitglieder oder Spendenbereitschaft und manche Aktivität.
Darüber freuen wir uns und sind dankbar. Aber geht es darum, dass wir
einflussreich und bedeutsam werden? Uns muss es darum gehen überflüssig zu werden. Ich habe vor Jahren an einer ökumenischen Einrichtung in Dublin studiert. Sie hatte das Motto: „floreat ut pereat“: blühen um
zu vergehen. Es ist auch ein Traum, dass einmal ökumenische Initiativen
überflüssig werden, weil die Einheit der Kirche da ist.
Wir sind nach unserem Empfinden noch weit entfernt überflüssig oder
eine Kirche der Mitgeschöpflichkeit zu sein, zu stark ist die Macht des
Anthropozentrismus. Wir mühen uns als „geistiger Verein“ um diese Horizonterweiterung in Theologie und Kirche. Wir wissen um viel Frustration.
Aber wenn wir in der Stille versuchen, die Zeichen der Zeit zu spüren,
dann werden wir erkennen: die Wahrnehmung der Tiere als Mitgeschöpfe
mit eigenem Wert und Würde wächst unmerklich. Wir werden wahrgenommen und angesprochen. In der Geschäftsstelle läuft manches zusammen. Es war schon ein Ergebnis unseres Studientages zu erkennen,
dass unter der Decke, vielleicht noch im Boden die Dinge sich bewegen
und das auf breiter Front, auch wenn vieles noch unsichtbar ist. Es ist
etwas Tröstliches, dass es vermutlich mehr wächst als wir sehen und
selber mit eigenem Engagement bewirken können. Sollte da nicht doch
Gott am Werk sein?
Pfr. Dr. Ulrich Seidel
Post:
Geschäftsstelle
c/o V.K. Wichmann
Rahnstr. 23
22179 Hamburg
Telefon/ Fax:
040 – 642 63 61
E-Mail:
vivian.wichmann@freenet.de
Internet:
www.aktion-kirche-und-tiere.de
Bankverbindung:
Postbank Frankfurt
BLZ 500 100 60
Kto 459 197 606
Die Aktion Kirche und Tiere e. V.
Ist als gemeinnützig und besonders
förderungswürdig anerkannt.
Spenden und Mitgliedsbeiträge sind
steuerlich absetzbar.
Erbschaften und Vermächtnisse
sind von der Erbschaftssteuer
befreit
Vorstand:
Holger Janke
Dr. Ulrich Seidel
Jörg Weidemann
Vivian Kate Wichmann
Angelika Zech-Stadlinger
Impressum:
AKUTe Nachrichten
Ausgabe 1/ 2007
Herausgeber:
Aktion Kirche und Tiere e. V.
Redaktion:
Ulrich Seidel
Vivian Kate Wichmann
AKUT Schweiz:
Sekretariat
A. M. Forster
6372 Ennetmoos
Tel/ Fax: 041 610 32 31
E-Mail:
akut-ch@bluewin.ch
Internet:
www.aktion-kirche-und-tiere.ch
www.aktion-kirche-und-tiere.ch
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 2
_____________________________________________________________________________________________
Studientag Lutherstadt Wittenberg 2006
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 3
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Predigt zum Abschlussgottesdienst des Studientages der
„Aktion Kirche und Tiere“ in der Schlosskirche Wittenberg am 22. Oktober 2006
Von Pfr. Dr. Ulrich Seidel (1. Vorsitzender von AKUT e. V.)
Predigttext: Buch Hiob, Kap. 12
7 Frage doch die Tiere, sie werden dich's lehren, und die Vögel unter
dem Himmel, die werden dir's sagen,
8 oder die Sträucher der Erde, die werden dich's lehren, und die
Fische im Meer werden dir's erzählen.
9 Wer erkennte nicht an dem allen, dass des Herrn Hand das gemacht
hat,
10 dass in seiner Hand ist die Seele von allem, was lebt, und der Lebensodem aller Menschen?
„Frage doch die Tiere, sie werden dich’s lehren...“ So redet
Hiob, zugedeckt mit Leid, zu
seinen Freunden und richtet
den Blick über unsere menschlichen Horizonte hinaus. In seiner Lage haben also andere
Lebewesen, die mit uns auf der
Erde sind eine Botschaft an
unsere Herzen und Seelen.
„Frage doch die Tiere...“, denn
nicht umsonst kommen sie auf
ungezählten Seiten der Bibel
vor, wenn nicht gar auf jeder.
Also muss das doch eine Bedeutung für uns haben!
In vielen von uns möglicherweise nicht oft gelesenen Bibeltexten, die zur sogenannten
„Weisheitsliteratur“
gehören,
befinden sich jede Menge Tiere:
ob im Buche Hiob, den Sprüchen und dem Prediger
Salomo, Teilen der Evangelien
oder auch sonst. Über den Daumen gepeilt ist das ein Viertel
der Bibel - reserviert für die
Tiere und die Schöpfung. Es ist
nur unsere Auslegungstradition,
dass wir glauben, die Bibel sei
allein ein Buch für die Menschen, die allein lesen, schreiben, denken können oder die
Integralrechnung beherrschen
und Kreuzworträtsel lösen. Über
all dem haben wir vergessen,
dass uns unser Schöpfer in der
Nähe all der Wesen sehen will,
die sonst noch mit uns das leben
auf der Erde teilen; die vor uns
waren, ohne die es uns nicht
gäbe. Wir stehen auf ihren
Schultern in einer unglaublich
vielfältigen Lebenswelt. Und
diese Lebenswelt hat einen
unaussprechlichen Grund. „Wer
erkennt nicht, dass des Herren
Hand das alles gemacht hat und
in seiner Hand die Seele von
allem ist, was lebt?“ Das sagen
uns die Tiere, sie sind
Botschafter. Aber wir, die wir in
einer völlig verkopften Denktradition stehen, haben Riesenspekulationen angestellt, ob Tiere
überhaupt eine Seele haben und
nicht nur der Mensch allein. Wir
haben unglaublich viel Hirnschmalz verschwendet, uns von
allen anderen Lebewesen abzugrenzen und Gründe genug
gefunden, uns selbst einsam an
die Spitze des Lebens zu
katapultieren – „Krone der
Schöpfung“ haben wir uns
genannt, aber letztlich nur als
Alibi, alles zu beherrschen, uns
zu unterwerfen und zu zerstören.
Wir haben alles andere – Tiere
und Pflanzen – ausgeblendet,
sowohl aus der Wahrnehmung als
auch aus der Ethik.
Da werden die Fragen des Bibeltextes von heute unsere Gedanken
in eine andere Richtung bringen.
Und es sind die Fragen: „ist nicht die
Seele von allem, was lebt in Gottes
Hand?“ An anderer Stelle fragt der
Prediger Salomo sogar, was denn
der Mensch dem Tiere überhaupt
voraus habe. Allein die katholische
Einheitsübersetzung wagt da zu
übersetzen (Prediger 3), dass der
Mensch „ein Tier“ sei. Er stirbt
genauso und es ist längst nicht
ausgemacht, ob seine Seele nicht
doch zu Gott steigt... Es hat unseren
Studientag
beschäftigt,
wie
unglaublich nahe Mensch und Tier
einander sind. „Die Tiere werden´s
dich lehren...“, dasselbe, was uns
auch die Biologie lehrt, dass wir uns
wahrnehmen in unserer Geschöpflichkeit, in unserer Körperlichkeit
und
dass
Denken
und
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 4
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Fühlen zusammen gehören,
einmal unser Hund auf dem
anlagen von 80 bis 93.000
dass wir ein JA sagen zu unseRücken lag, mit den Beinen nach
„Fleischmaschinen“ auf je einem ¾
rer „Tierlichkeit“, denn Geoben und ein Kollege von mir das
m² „Lebensraum“. Der Schlachthof
schöpflichkeit ist Körperlichkeit.
sah und wie in einer Eingebung
Weißenfels wird ausgebaut für
„Frag doch die Tiere“, in ihnen
sagte: „Mensch, das ist Glück...“
26.000 Schweinetötungen pro Tag –
kannst du dich wieder erken– die völlige Ergebenheit in den
welche Massaker und die Kirche
nen, sie sind ein Spiegel auch
Augenblick. Und wenn man das
schweigt. Frage das Äffchen im
deines Wesens. Erkenne dich
erlebt, dann erschließt sich uns
Labor... Ich kenne Leute, die einen
selbst in ihnen wieder!
die Frage des Hiob: „Ist das nicht
Laborhund haben und versuchen,
alles in Gottes Hand?“ – die
ein Stück gut zu machen, was
Sind nun aber die Tiere nicht
Seele der Menschen, die der
Menschen diesem Tier angetan
viel mehr als das, was wir aus
Tiere und von allem was lebt in
haben. Frage das Kälbchen, das sie
ihnen gemacht haben? Wir
dieser großen Schöpfungsgleich nach der Geburt seiner Mutter
glauben und leben es exzessiv:
gemeinschaft? Wenn wir diese
weggenommen haben und Mutter
dass Tier zu unserem Nutzen,
Frage mit einem JA beantworten
und Kind brüllen eine geschlagene
Gebrauch und Verbrauch da
und bestätigen: ja, das ist so, im
Woche nacheinander. Das ist Kindssind oder dass sie nur die DeTiefsten gleichen wir uns alle und
raub und das alles, obwohl seit 3
koration der Weltbühne sind,
gehören zu dem einen Geflecht
Jahren der Tierschutz im Grundauf der der Mensch steht. Frage
des Lebens, dann werden wir sie
gesetz steht. Und ich sehe die
die Tiere... sie wollen sich des
auch alle einbeziehen in unsere
Hochzeitsgesellschaft, die gefühllos
Lebens freuen wie du. Oder
Gedanken und die Moral, dann
im Spanferkel stochert, einem
frage die Kinder. Und da sehe
können wir uns nicht vorstellen
Tierkind, das von seiner Mutter
ich unsere Kinder mit ihrem
sie zu misshandeln und ihnen ein
gesucht wird. Die Litanei ist endlos.
unstillbaren Wunsch nach eiLeid zuzufügen. „Ist nicht alles in
nem Tier. „Frag die Tiere“, sie
seiner Hand“ und sind wir uns
„Frage die Tiere...“ und sie werden
können dir antworten. Haben
nicht gleich?
uns bitter anklagen, auch vor Gott.
sie nicht auch eine Sprache,
Unsere europäische Zivilisation
Sie wissen von der Sehnsucht nach
eine Sprache ohne menschliche
hat diese Frage aber mit einem
einer Welt ohne uns, die wir das
Worte, die Sprache der Augen,
klaren „Nein“ beantwortet. Es ist
Band des Lebens zerschnitten
des Gefühls, der körperlichen
ein tiefer Graben zwischen uns
haben. Aber es ist noch nichts
Nähe. Diese Sprache verstehen
und unseren Mitgeschöpfen, ein
ausgemacht. Der Prediger Salomo
Kinder und fragen Sie Ihre Kinriesiger Abstand und sei es der
fragt ob wir denn genau wüssten,
der nach den Tieren, wie sie
einer vermeintlich unsterblichen
dass der Geist der Tiere nach unten
trösten und aufrichten können.
Seele. „Unser“ Mensch wird es
oder nach oben gehen würde. Das
Kinder wissen um die Sprache
als eine Zumutung empfinden,
zu entscheiden ist nicht an uns.
der Seele und wenn dich nieein Tier zu sein.
Sollen die Wesen, aus denen wir
mand mehr versteht und du aus
hervor gegangen sind und die vor
der Schule kommst und alle
„Frag doch die Tiere!“ Nun, dann
uns waren – unsere Schöpfungssauer sind auf deine Zensuren
fragen wir sie, die zu Abergeschwister – keinen Platz in Gottes
– dein Hund kommt und vermillionen um uns herum leben.
Welt haben? Manchmal dämmert
steht, wie dir´s geht und
Sie werden uns bitter anklagen,
uns so ein Gedanke auf, wie etwa
schenkt dir Trost, wie ihn dir
dass wir den Schöpfungsbund
dem Peter Ustinov, der im Lutherfilm
kein Mensch geben kann... Und
zerbrochen haben. Frage das
Kürfürst Friedrich den Weisen gewie viel Seelenreichtum wird eiHuhn im Käfig mit einer ¾ DIN/A
spielt hat. Kurz vor seinem Tode
nem Kinde mit ins Leben gege4-Seite Platz, frage das Schwein,
sprach er davon, dass er ein
ben durch ein Tier, wie viel
das mit 10.000 Artgenossen sich
mulmiges Gefühl habe bei dem
Liebe zum Leben, Einfühlsamauf den Betonspaltenböden der
Gedanken, dass all die Tiere, die er
keit und Seelenweite..? Ja,
Massenställe verletzt. Jene
gegessen hatte, ihn am Himmelstor
„frage die Tiere, sie werden´s
Skandale haben uns auch beim
erwarten und ihn wortlos und finster
dich lehren“, das Urvertrauen
Studientag
beschäftigt:
anblicken würden. Ich befürchte, der
ins Leben. Ich weiss noch, wie
Hassleben und Allstedt, MastUstinov ist jetzt in einigen
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 5
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------für Barmherzigkeit entwickelt
Schwierigkeiten.
jüngere Leute in meiner neuen
Gemeinde das Fleischessen aufhaben.
Geist der Tiere? Auch sie werden
Wir wissen, dass uns noch große
gegeben haben. Es sollen wohl
ihren Platz in der anderen Welt
Aufgaben bevorstehen; vor allem
inzwischen 8% der Deutschen
haben, so wie sie auch im Paradie eine:
sein. Der Film „We feed the
dies gewesen sind... Und so nieDass wir Menschen in tiefer Deworld“ hatte ein unglaubliches
der schmetternd all diese Dinge
Publikum und hat all dies Fragen
mut begreifen, dass wir mit unsesind – es gibt die Botschaft unseschonungslos aufgegriffen. Kamren Mitgeschöpfen zu dem einen
res Studientages: die Dinge
pagnen führen zum Ziel; so die
Teppich des Lebens gehören und
bewegen sich.
Antipelzaktionen: C&A, Quelle,
gleich berechtigt sind in der Hand
Unsere Mitgeschöpfe werden
Otto, der Karstadt-Konzern und
unseres Schöpfers, denn „in seilangsam ein Thema in Philosoner Hand ist die Seele von allem,
nun auch als vorerst letzte ist
phie und Ethik. Allein die Theolowas gemacht ist“ und am Ende
Peek&Cloppenburg raus aus dem
gie tut sich schwerer mit der
geht es mit unserem Christentum
Pelzgeschäft. Sagen wir an dieser
Schöpfung, aber das tat sie ja
schlicht und einfach um die
Stelle besonders unseren Frauen
schon in der sozialen Frage und
Menschlichkeit, die wir ihnen
der Frauenfrage. Zu tief sind wir
Dank, die viel im Tierschutz angeschulden.
stoßen haben, weil sie wohl
verwoben in viele Abhängigkeiselbst wissen, was es heißt unten. Trotzdem, es kommt BeweAmen.
tergebuttert zu werden und so
gung in die Sache. Ich stelle übervielleicht ein ganz anderes Gefühl
rascht fest, wie viele besonders
Fürbitten
Herr, unser Gott wir treten vor dich mit einem ganz weiten Herzen, in dem alle Platz haben sollen, für
die wir dich bitten: Menschen, Tiere und alles was du geschaffen hast. Lass uns nicht vergessen, wie
nahe wir einander sind in Schmerz und, Leid, aber auch in unserer Sehnsucht nach Freude und Glück
als Wesen, denen du eine fühlende Seele gegeben hast.
Herr, unser Schöpfer, wir wollen nicht wegblicken vom massenhaften Elend der Tiere: in Ställen und
auf Transporten, getötet oder angeschossen auf der Jagd, gefoltert in Labors, eingekerkert zu unserem
Vergnügen, psychisch gestört und voller Angst. Jesus, dir ist das nicht fremd und wir wissen auch
dich mit deinem Kreuz geheimnisvoll gegenwärtig unter diesen geschundenen Kreaturen.
Herr, unser Gott, wir danken für jeden kleinen Fortschritt: es erwacht ein Nachdenken über den Umgang mit Tieren. Wir bitten für die, die sich einsetzen für die Rechte der Kreatur im Tier- und Naturschutz, in der Erhaltung der Artenvielfalt, in Protesten und Kampagnen und für all die, die auch im
Stillen nicht mehr auf Kosten unserer Mitgeschöpfe leben wollen; für jene, die sich vom Spott nicht
irremachen lassen und sich ihres Mitgefühls nicht schämen.
Schärfe den Blick von uns Menschen für die Einheit allen Lebens. Segne alle Menschen guten Willens
in den Religionen der Erde, dass Gutes geschieht und sich vermehre an Menschen, Tieren und allem
Leben. Sei mit allen Menschen, die sich nach Erlösung sehnen in den Hunger- und Kriegsgebieten
dieser Erde, die auf der Flucht sind, sei nahe denen in Kranken- und auf Sterbebetten.
Du hast uns alle unter die Hoffnung des Regensbogens gestellt, dass einmal alles, was lebt aufatmen
wird in deinem Reich. Lass uns diese Hoffnung festhalten und mit Leben erfüllen.
Amen
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 6
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Der Vortrag vor Prof. Hagencord hat alle Teilnehmer unseres Studientags sehr beeindruckt - vom Inhalt her und
auch durch die sehr lebendige Art des Vortrages.
Auf den folgenden Seiten hat Herr Hagencord seine zentralen Gedanken zusammengefasst.
Diesseits von Eden.
Verhaltensbiologische und theologische Argumente für eine neue Sicht der Tiere
Von Prof. Dr. Rainer Hagencord
Jeder Irrtum über die Geschöpfe mündet in ein falsches Wissen über den
Schöpfer und führt den Geist des Menschen von Gott fort so schreibt der
Kirchenlehrer Thomas von Aquin in seiner „Summa contra gentiles“.
Kann es sein, dass wir Menschen in den westlichen Industrienationen über unsere
Mitgeschöpfe, die Tiere, irren, dass wir von daher einen falschen Glauben entwickelt
haben und eine Lebenspraxis, eine Spiritualität, die irrig ist?
Ja als irrig, gar pathologisch, lässt sich das Verhältnis der Menschen zu den Tieren
und auch zu den Pflanzen und in Folge zur Natur als ganzer in den westlichen
Industrienationen bezeichnen. Horst Stern sagt: Sie kennen den Preis von allem
und den Wert von nichts mehr. Was ist tatsächlich das Leben eines Tieres
gesellschaftlich noch wert?
Der Biologe und Wissenschaftskritiker Rupert Sheldrake sagt: Es gibt in der Nähe
zum Menschen nur noch zwei Kategorien von Tieren. Die einen verwöhnen wir
mit Haustierfutter und die anderen werden dazu verarbeitet.
Dermaßen gnadenlos und unverantwortlich verhalten wir uns in der sogenannten „Ersten Welt“ nicht nur gegenüber den Tieren, sondern gegenüber der gesamten natürlichen Mitwelt. Gleichzeitig unverantwortlich
gegenüber der sogenannten „Dritten
Welt“ und unserer Nachwelt.
Diese dreifache Verantwortungslosigkeit schreibt der Naturphilosoph Meyer
Abich uns Menschen in den Industrienationen ins Stammbuch, und er
kennzeichnet eben dieses Verhalten
als das Verhalten interplanetarischer
Eroberer: Wir gehen mit diesem Planeten um, als kämen wir von einem
anderen Stern, als seien wir mit nichts
und niemandem auf diesem blauen
Planeten verwandt und könnten ihn
als pure Ressource ausnutzen und
ausbeuten. Interplanetarisch! So skizziert er unser Verhalten. Doch, so
Meyer Abich, in uns schlummert noch
ein Traum, eine Erinnerung an ein
Leben, das anders gekennzeichnet ist,
nämlich durch den Charakter der
Beheimatung. Nein wir sind keine
Interplanetarier, sondern Erdensöhne
und Erdentöchter. Verwandt mit allem
was lebt, mit dem eigenen Platz im
Gesamt des Lebendigen. Dieser
Traum ist in alten Bildern, Geschichten und Mythen aufgeschrieben und
gehört ebenso in den Grundbestand
unseres Lebens wie die vorherrschende Ausgestaltung des Lebens
als Interplanetarier.
Schauen wir als erstes in die Magna
charta der jüdisch-christlichen Weltsicht, die unser Denken, Glauben und
Theologietreiben geprägt hat, nämlich
in die Heilige Schrift, in die Bibel und
hier vor allem in das Erste Testament.
Und schauen wir direkt auf die ersten
Seiten, denn hier werden grundsätzliche Aussagen gemacht über das
Wesen des Menschen auch im Verhältnis zu den Tieren und das Verhältnis Gottes zu beiden, zu allem was
lebt.
Überliefert sind zwei Schöpfungsberichte. In der ersten Erzählung, die die
Schöpfung als 7-Tage-Werk darstellt,
wird der Mensch zusammen mit den
Tieren am sechsten Tag geschaffen.
Der siebte Tag ist der Tag der Ruhe,
der Sabbat. Dieser Tag ist übrigens
die Krone der Schöpfung, nicht der
Mensch. Dem Menschen kommt allerdings im Gesamt des Lebendigen, im
Gesamt der Schöpfung, eine besondere Bedeutung zu: „Herrschen“ soll
er über die Tiere und sie sich „unterwerfen“. Diese Begriffe sind erst in der
Neuzeit absolutistisch missverstanden
und umgedeutet worden. Im ersten
Testament bezeichnen diese Begriffe
den Gedanken der Verantwortung.
„Herrschen über“ und „unterwerfen“ diese Begriffe sagen über das Verhältnis des Menschen gegenüber den
Tieren, dass er wie ein altorientalischer König verantwortlich mit dem
ihm anvertrauten Leben umgehen soll;
aus eben der Welt des altorientalischen Königtums stammen die Bilder
und Begriffe der Genesis. Und nur
das kann der Mensch, ein Löwe, ein
Blauwal oder ein Esel können keine
Verantwortung für das Ganze übernehmen, das allein kann und soll der
Mensch, und insofern er diese Verantwortung übernimmt, ist er Ebenbild
Gottes. Die Ebenbildlichkeit Gottes
impliziert eindeutig seine Verantwortung. Insofern der Mensch die Verantwortung nicht übernimmt, verliert er
den Anspruch, Ebenbild Gottes zu
sein. Soweit der erste Schöpfungsbericht.
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
Der zweite Schöpfungsbericht erzählt
eine andere Geschichte. Ich vermute,
die meisten von Ihnen kennen sie. Es
ist die Geschichte von Adam und Eva
im Garten Eden. Eine Probe aufs
Exempel: Wahrscheinlich wissen Sie,
dass zunächst Adam in diesen prachtvollen Garten Eden gesetzt wird. Und
dieser Adam fühlt sich einsam, so
diagnostiziert Gott der Herr und er
beschließt, diesem Adam eine Hilfe zu
machen, damit er sich nicht länger
einsam fühlt. Und dann kommt eben
nicht die Eva ins Spiel, sondern im
Buch Genesis heißt es:
„Dann sprach Gott, der Herr: Es ist
nicht gut, dass der Mensch allein
bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Gott, der
Herr, formte aus dem Ackerboden
alle Tiere des Feldes und alle Vögel
des Himmels und führte sie dem
Menschen zu, um zu sehen, wie er
sie benennen würde.“
Und Adam gibt jedem Tier einen Namen und merkt, die eigentliche Partnerin, das Geschöpf, das ihm entspricht, ist nicht darunter. Und erst
jetzt kommt seine Eva ins Spiel. Was
meint das, dass Adam den Tieren
einen Namen geben soll? Exegeten,
Bibelwissenschaftler, sagen deutlich,
es geht nicht nur um eine Etikettierung, sondern es geht um ein Sichvertraut-machen mit den Tieren. Noch
einmal Thomas von Aquin. Er fragt
unter der Überschrift: ob Adam im
Unschuldszustand über die Tiere
herrschte: Adam brauchte die Tiere
nicht zur Bekleidung, zur Fortbewegung oder zur Ernährung. Er brauchte
sie, um sich ein Erfahrungswissen
über sie anzueignen. Modern könnten
wir sagen, Adam muss zunächst einen
Zugang zu seinen inneren Tieren, zu
seiner inneren Gefühlswelt, zu seiner
Triebhaftigkeit finden, verantwortlich
damit umgehen, um reif zu werden für
eine echte Partnerschaft, eine Begegnung von Du zu Du. Wir können aber
auch sagen, dass das reale Tier, die
wirklich existierenden Geschöpfe, die
Löwen, die Giraffen, die Kröten, Fische und Käfer als wirkliches Gegenüber des Menschen zu verstehen
sind. Und in deren Wahrnehmung
S. 7
und Beobachtung und Abgrenzung
findet der Mensch zu sich.
Nun möchte ich Sie zu einem Gedankenexperiment einladen: Stellen Sie
sich vor, Sie seien nun Adam und /
oder Eva und hätten nach eben jenem
unsäglichen Sündenfall das Paradies
verloren, befänden sich also jenseits
von Eden, aber Sie bekämen noch
einmal die Chance, umzukehren. Der
Engel träte zur Seite und ließe Sie
einen Blick riskieren in den verlorenen
Garten. Sie würden sich vermutlich die
Augen reiben und erstaunt feststellen:
Die Tiere sind ja immer noch da. Sie
haben den Garten Eden nicht verlassen müssen.
Ein drittes Mal Thomas von Aquin. Er
sagt: Die Tiere haben eine größere
Gottunmittelbarkeit als der Mensch,
weil sie eben durch die Vernunft nicht
getrennt sind von ihrem Schöpfer.
Auch das möchte ich mit Ihnen übersetzen in eine moderne heutige Sprache. Gottunmittelbarkeit der Tiere.
Greifbar und spürbar wird diese Signatur in dreifacher Weise. Ein Erstes:
Die Tiere leben im Hier und Jetzt, im
Augenblick.
Wir Menschen können nicht anders
als die Vergangenheit bedenken und
überarbeiten, aus ihr Schlüsse ziehen
und in die Zukunft blicken, Perspektiven und Visionen entwickeln. Das
macht uns zu Menschen. Und dennoch sind wir immer wieder erfüllt von
der Sehnsucht, doch im Augenblick zu
leben. Übrigens haben die großen
mythischen Traditionen in den Religionen oftmals nichts anderes im Sinn,
als den Menschen in ein Leben im
Augenblick zu führen. Meditationen,
Exerzitien sollen genau das bewirken.
Ein Zweites: Die Tiere leben anders
als wir Menschen immerzu in der
Wahrnehmung.
Ein Leben in der Wahrnehmung korrespondiert genau mit einem solchen
Leben im Augenblick. Und auch hier
können uns die Tiere etwas verdeutlichen. Wir Menschen sind auf unser
hoch spezialisiertes Denkvermögen
angewiesen. Im Verlauf der Evolution
hat uns dies einen enormen Sprung
ermöglicht. Das abstrakte Denken,
das Denken in größeren Zusammenhängen, das Entwickeln einer Mathe-
matik, einer Philosophie und einer
Theologie haben uns Menschen zu
Menschen gemacht. Und auch dies
hat eine Kehrseite; denn das pure
Denken hat oftmals zur Folge, die
Wahrnehmung gering zu schätzen,
dem Sehen, Hören, Fühlen, Tasten
und Riechen nicht mehr den Raum zu
geben, den diese Sinneswahrnehmungen brauchen. Leben in der
Wahrnehmung mit allen fünf Sinnen:
auch darin sind uns die Tiere voraus.
Wir werden noch hören, dass natürlich
auch Tiere über Denkvermögen verfügen, aber dennoch uns vor Augen
führen, immerzu in der Wahrnehmung
zu leben. Leben im Augenblick, Leben
in der Wahrnehmung, in der Konsequenz heißt dies und da sind wir beim
dritten Punkt: Beheimatet sein – Wissen und spüren, wohin man gehört!
„Der Ochse kennt seinen Besitzer
und der Esel die Krippe seines
Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis!“ - so mahnt der Prophet
Jesaja.
Noch einmal: Durch die Entwicklung
des hohen Bewusstseins ist dem
Menschen all das gelungen, worauf er
stolz sein kann. Doch zugleich ist mit
der Entwicklung dieses Bewusstseins
eine Distanzierung zur Lebenswelt, zu
den Menschen und zu sich selbst
verbunden. Die Fragen: Woher
komme ich, wohin gehöre ich, wohin
gehe ich? sie sind dem Menschen zu
eigen und kennzeichnen oft seine Not.
Das Tier und auch das Kind (hoffentlich), vermitteln uns immer wieder den
Eindruck, beheimatet zu sein, zu wissen, wohin man gehört.
Im Hier und Jetzt sein – in der Wahrnehmung leben – beheimatet Sein;
Diese drei Eigenarten können etwas
von dem deutlich machen, was die
Tiere uns voraus haben. Und die biblische Botschaft geht mit diesen Gedanken und diesen Bildern um: Erstens sind Mensch und Tier laut biblischer Botschaft aufeinander bezogene
und voneinander abhängige Geschöpfe des einen Gottes und sind
beide Teilhaber des einen Bundes –
geschlossen nach der Sintflut. Und
zweitens: Mensch und Tier haben
eben darin eine je eigene Beziehung,
sie haben darin einen je eigenen Wert
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
und eine Beziehung zum Schöpfer
und somit ihren je eigenen Ort im
Gesamt der Schöpfung.
(Haben Sie schon einmal von
Bileams Eselin gehört? Dieses Tier
und sein Besitzer stehen im Mittelpunkt einer der schönsten Legenden
des Ersten Testamentes. Da diese
Erzählung aus dem Buch Numeri,
dem 4. Buch Mose, wie in einem
Brennglas das Tier-Mensch-Gott-Verhältnis zusammenfasst, möchte ich sie
kurz erzählen:
Nachdem das Volk Israel in das Land
Moab eingewandert war, wird der
Seher Bileam von seinem König damit
beauftragt, dieses Volk zu verfluchen.
Es sattelt also seine Eselin und zieht
los. Unterwegs tritt ihnen aber ein
Engel Gottes mit gezücktem Schwert
entgegen.
Die Eselin sieht den Engel und weicht
aus, worauf Bileam sein Tier zum
ersten Mal schlägt. Zwei weitere Male
weicht das Reittier dem Engel aus, der
sich immer wieder in den Weg stellt,
und jedes Mal schlägt sie ihr Besitzer.
In der Bibel heißt es dann:
„Darauf öffnete der Herr den Mund der
Eselin, und sie sagte zu Bileam: Was
habe ich dir angetan, dass du mich
geschlagen hast, nun schon dreimal?
Bileam sagte zu der Eselin: Weil du
deinen Mutwillen mit mir getrieben
hast. Hätte ich nur ein Schwert in der
Hand, ich hätte dich wahrlich schon
getötet! Da sagte die Eselin zu
Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf
der du geritten bist, zeitlebens bis zum
heutigen Tage? Habe ich wirklich die
Gewohnheit gehabt, solches dir anzutun? Er sagte: Nein.
Da enthüllte der Herr die Augen
Bileams, sodass er den Engel Gottes
sah, wie er auf dem Wege stand und
sein Schwert gezückt in seiner Hand
hatte. Und er beugte sich und fiel
nieder auf sein Angesicht.
Der Engel Gottes aber sagte zu ihm:
Warum hast du deine Eselin nun
schon dreimal geschlagen? Ich selbst
bin doch ausgezogen als dein Gegner,
weil dein Weg in meinen Augen übel
ist. Die Eselin aber hat mich gesehen
und ist vor mir ausgewichen, nun
schon dreimal. Wäre sie nicht ausge-
S.8
wichen, ich hätte wahrlich dich bereits
getötet und sie am Leben gelassen.
Da sagte Bileam zum Engel Gottes:
Ich habe mich verfehlt darin, dass ich
nicht erkannt habe, dass du selbst auf
dem Wege mir entgegengestanden
bist. Wenn nun also die Sache in
deinen Augen übel ist, will ich wieder
zurückkehren.“
In der Tradition wurde diese Geschichte eher tiefenpsychologisch
gedeutet, und dann steht die Eselin für
den Leib des Menschen, auf den er zu
hören habe.
Wir können den Text aber auch auf
das real existierende Tier im Gegenüber zum Menschen sehen. Dann
sagt er erstens, dass es sich bei
Mensch und Tier um Weggefährten
handelt, die aufeinander angewiesen
sind. Dabei befindet sich der Mensch
auf dem Rücken des Tieres!
Ein Vertrauensverhältnis hätte dem
Reiter nahe legen müssen, dass ihn
das Tier auf irgendetwas aufmerksam
machen will, was er nicht merkt.
Zweitens klingt in der Frage der
Eselin: Warum hast du mich geschlagen? die gesamte ethische Dimension
des Mensch-Tier-Verhältnisses an.
Und drittens – das ist doch der Clou! –
erkennt die Eselin den Engel; der für
das Erkennen der göttlichen Wirklichkeit bezahlte Seher ist blind! Dem Tier
kommt ein wunderbares Wissen zu,
das in eine Dimension reicht, die der
menschlichen Vernunft, dem Intellekt,
nicht zugänglich ist. Der biblische
Mensch konnte das Tier als realen
Träger göttlicher Willensäußerungen
betrachten.)
Diese theologische Wertschätzung der
Tiere ist im Laufe der westlichen
Denk– und Glaubensgeschichte
verloren gegangen. Schauen wir in
moderne theologische Literatur, die
sich mit Schöpfung und Anthropologie
beschäftigen, sehen wir, dass die Welt
der Tiere nicht mehr vorkommt – ein
weißer Fleck auf der theologischen
Landkarte, und das, obwohl Tiere auf
fast jeder Seite der Bibel vorkommen.
Doch bevor wir uns diesem in der
Denkgeschichte begründetem Skandal zuwenden, möchte ich Ihnen einen
Theologen vorstellen, der die Tiere
nicht vergessen hat. Es handelt sich
um Nikolaus von Kues, auch Cusanus
genannt, der im 15. Jahrhundert lebte.
Nikolaus sagt, der Mensch gleicht
einer Stadt mit fünf Toren und durch
diese fünf Tore bringen die Boten der
Sinne ständig neue Informationen in
diese Stadt hinein. Darin ordnet dann
das Denken, die Ratio, diese Eindrücke. Das übrigens tun die Tiere auch,
sagt Nikolaus. Beim Menschen kommt
jetzt allerdings die Vernunft ins Spiel,
die die Eindrücke mit dem Gesamt
des Lebens, mit dem Urgrund des
Lebens, mit Gott in Verbindung bringen und somit Sinn stiften. Das tun die
Tiere nicht mehr. Darin ist Nikolaus
von Kues hochmodern; denn die moderne Verhaltensbiologie spricht den
Tieren Denkleistungen, Gefühle und
Ansätze eines Ichbewusstsein zu –
doch dazu später mehr.
Ein weiteres Wort des Cusaners:
„Auch der Gattung nach ist der
Mensch nicht hoch zu schätzen,
außer in der Einheit und Ordnung
der Lebewesen.“
Das klingt wie eine Interpretation des
ersten Schöpfungsberichtes: Mensch
und Tier gehen gemeinsam aus der
Hand des Schöpfers hervor, und in
diesem Gesamtkunstwerk hat der
Mensch als Ebenbild Gottes eine
besondere Verantwortung.
Und ein drittes Wort: „Ich bin, weil
Du mich anschaust, und das gilt für
jedes Geschöpf.“
Dieses Wort legt Nikolaus dem Menschen im Blick auf seinen Schöpfer in
den Mund. Ich bin, mein Gott, weil du
mich anschaust. Und das gilt für jedes
Geschöpf. Was für eine Ehrfurcht
jedem Geschöpf gegenüber zieht eine
solche Weltsicht nach sich? Jeder
Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, ja
jede Landschaft – ein liebender Augenblick Gottes!
Das Denken, die Philosophie, die
Theologie ist leider nicht einem Denker wie Nikolaus von Kues gefolgt,
sondern hat in der Renaissance, in
dieser komplizierten und ambivalenten
Zeit auf andere Denker gesetzt. Einer
der großen ist Rene Descartes. Ein
Wort zu ihm und seiner Situation. Das
16. Jahrhundert war geprägt von gro-
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
ßer Unsicherheit: Die kopernikanische
Wende, die Reformation, Religionskriege. Prägend für diese Zeit war die
Frage, was denn trägt, woher wir Halt
bekommen, wenn alle Sicherheiten
verloren gehen. Und in dieser großen
Unsicherheit prägt Descartes jenen
Satz: „Cogito ergo sum – ich denke,
also bin ich.“ Das Denken verschafft
mir Sicherheit, gibt mir einen Boden,
auf dem ich stehen kann. Doch dieser
descartsche Satz hat einen enormen
Schatten. In dessen Schatten befinden sich unter anderem die Tiere, die
laut Auskunft Descartes nur noch
seelenlose Automaten sind, denn sie
verfügen über keinen Verstand.
Der Kontrast zwischen Descartes und
Nikolaus von Kues kann nicht größer
sein!
Erinnern wir uns an Cusanus: Der
Mensch gleicht einer Stadt mit fünf
Toren, durch die die Sinne ständig
neue Informationen hineinbringen.
Diese sinnliche Wahrnehmung ist die
Grundlage des Denkens. Was geschieht
gut 150 Jahre später?
Descartes empfiehlt, die Tore zu
verschließen; die Sinne sind zu gefährlich, als dass man ihnen vertrauen
kann. Vertraut nur eurem Denken!
Der Irrtum über die Geschöpfe nahm
hier seinen Anfang. Und mit dem
Ausschluss der Tiere aus der Theologie und aus der Philosophie ist auch
der Ausschluss der Geschöpflichkeit
verbunden.
Welche Rolle spielen seitdem Emotionen, Gefühle für den Glauben, für die
Theologie einerseits und für unser
Denken andererseits?
Bis in die achtziger Jahre des letzten
Jahrhunderts hinein hat der Behaviorismus, eine bestimmte Form der
Biologie und auch Psychologie, das
Feld beherrscht. Einer der prominentesten Vertreter, Skinner, sagt über
die Tiere: Was sich in ihrem Innersten
abspielt, hat keinerlei Bedeutung für
ihr Verhalten, es braucht uns nicht zu
interessieren. Tiere sind Reiz-Auslöser-Automaten. Viele Behavioristen
beziehen sich ausdrücklich auf
Descartes, als ihren gedanklichen
Vater.
Wie hätte sich die westliche Philosophie und Theologie entwickelt, wenn
S. 9
Descartes einerseits die Erkenntnisse
der modernen Verhaltensbiologie
gekannt hätte, die Ergebnisse über
das Denken, Fühlen und Handeln
nicht nur der großen Primaten und
Delphine, sondern all der Mitgeschöpfe, die uns umgeben?
Und was wäre aus unserem Denken
und unserem Glauben geworden,
wenn er darüber hinaus das biblische
Bild eines Gottes beibehalten hätte,
der nicht höchste Vernunft ist, sondern
die Liebe? Die Bibel spricht von Gott
als Liebhaber des Lebens, als
Schöpfer all dessen was lebt und aus
dessen Händen nichts verloren geht.
Haben wir bisher den Bogen von den
biblischen Gedanken bis in unser
heutiges Denken über die Tiere miteinander bedacht, so machen wir nun
einen Sprung in die Verhaltensbiologie.
Das Denken, Fühlen und Handeln der
Tiere soll uns nun beschäftigen.
Wie würden Sie denken definieren?
Eine kurze Definition abliefern über
das was Sie meinen, wenn Sie sagen:
Ich denke.
Für Karl Popper ist das Denken eine
Fähigkeit, bestimmte Hypothesen im
Kopf zu erstellen und sie kritisch zu
sichten und stellt für ihn den einzig
wirklich bedeutenden Unterschied
zwischen den Lösungsmethoden
eines Albert Einstein und einer Amöbe
dar. Einstein lasse seine Hypothesen
sterben, wenn sie sich als falsch erweisen. Er sondert sie aus. Die
Amöbe hingegen stirbt selbst. Sie wird
ausgesondert, wenn sie sich falsch
verhält. Denken, so Konrad Lorenz, ist
das Durchspielen einer Situation im
Kopf. Und tun Tiere das? Haustierbesitzer können jetzt wahrscheinlich
Lieder von den Denkleistungen ihrer
Hunde, Katzen und Wellensittiche
singen.
Konrad Lorenz erzählt eine Geschichte, die überrascht, weil sie nicht
von deutlich intelligenten Lebewesen,
wie Schimpansen und Delphinen
erzählt, sondern von einem Juwelenfisch. Er schreibt: „Wenn ich je einen
Fisch nachdenken gesehen habe, so
war es damals.“ So sein Kommentar
zu einem Ereignis, das er zufällig bei
einem Maulbrüter beobachten konnte.
Diese Fische zeichnen sich dadurch
aus, dass ihre Jungen im Maul der
Mutter zur Welt kommen und sich
dorthin auch bei Gefahr zurückziehen.
Die Fürsorge geht danach noch so
weit, dass die Jungen per Maul eingesammelt werden, dann vom Vater. Bei
einer solchen Aktion beobachtet
Lorenz eine Konfliktsituation. Ein
männlicher Fisch hatte gerade ein
Stück Wurm im Maul, als er ein Junges entdeckt, das ins Nest zu holen
war. Auch das nimmt er instinktiv in
sein Maul. „Das war spannend“, sagt
Lorenz. Der Fisch hatte zwei Dinge im
Maul, von denen eines in den Magen,
das andere in die Nestgrube sollte.
Was würde geschehen? Ich muss
sagen, dass ich in diesem Augenblick
keine fünf Kreuzer für das Leben jenes Juwelenfischchens gegeben
hätte. Großartig aber, was wirklich
geschah. Der Fisch stand starr, mit
vollen Backen aber ohne zu Kauen.
Ermisst man, wie merkwürdig es ist,
dass ein Fisch in eine echte Konfliktsituation geraten kann und dass sich
das Tier darin genau wie ein Mensch
verhält, nämlich nach allen Richtungen blockiert stehen bleibt und weder
vor noch zurück kann. Viele Sekunden
stand der Juwelenfischvater wie angemauert, aber man konnte ordentlich
sehen, wie es in ihm arbeitete. Dann
löste er den Konflikt in einer Weise,
dass man einfach Hochachtung finden
musste. Er spie den ganzen Inhalt des
Mundes aus, der Wurm fiel zu Boden,
das kleine Juwelenfischchen tat das
gleiche. Dann wandte sich der alte
Juwelenfisch entschlossen dem Wurm
zu und fraß ihn ohne Hast auf, aber
mit einem Auge auf das gehorsam am
Boden liegende Kind. Als er fertig war,
inhalierte er es und trug es heim zur
Mutter. Einige Studenten, die das
ganze mit angesehen hatten, begannen wie ein Mann zu applaudieren.
Denken als Durchspielen einer Situation im Kopf, diese Definition legt
nahe, dass schon bei Fischen Denkvermögen zumindest in Ansätzen
vorhanden ist.
Wie ist es mit dem Fühlen? Auch hier
könnten die Haustierbesitzer unter
Ihnen Lieder singen von der Freude
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
oder Niedergeschlagenheit ihrer Gefährten.
Harte Fakten kommen in neueren
verhaltensbiologischen Untersuchungen ins Spiel, nicht mehr zu leugnende Aussagen über das Gefühlsleben von Tieren, mehr als nur romantische Geschichten.
Harte Fakten sind der Hormonstatus
im Blut eines Tieres und Aussagen
über die Hirnstrukturen; harte Fakten
sind über Monate erfolgte Verhaltensbeobachtungen. All diese Fakten
machen deutlich, dass Tiere über
reiches emotionales Leben verfügen.
Angst, Zufriedenheit sind Charaktereigenschaften, die Tieren zukommen.
Der Verhaltensbiologe Dietrich von
Holst hat sich ausführlich mit dem
Phänomen Stress und den dafür verantwortlichen endokrinen Systemen,
also der hormonellen Situation in
einem Organismus beschäftigt. In seinen Untersuchungen an Tupajas,
einer Hörnchenart, die in der Natur
paarweise in festen Territorien leben,
kann er zeigen, was soziale Interaktionen im Körper eines Tieres auslösen.
So kann er zeigen, dass aus Kämpfen
hervorgehende unterlegene Männchen aufgrund einer permanenten
Stresssituation innerhalb weniger
Tage sterben. Der Tod tritt tatsächlich
nicht wegen direkter physischer Auswirkungen der Auseinandersetzungen
ein; von Holst sagt: „Anthropomorph
gesprochen: Der Unterlegene stirbt an
der andauernden Angst.“
Zudem gibt der Hormonstatus davon
Kenntnis, ob Paare in harmonischen
oder unharmonischen Beziehungen
leben. Er kommt zu dem Schluss,
dass intakte Beziehungen und soziale
Stabilität maßgeblich für die Fitness
eines Tieres sind.
Auch die Arbeiten von Norbert
Sachser und seiner Arbeitsgruppe am
Institut für Verhaltensbiologie in
Münster sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Ihr Untersuchungsobjekt sind sowohl domestizierte als
auch wildlebende Meerschweinchen.
Ihr Verhalten steht exemplarisch für
das Leben von in Gruppen lebenden
Säugetieren, und die folgenden generellen Aussagen lassen sich aus den
Untersuchungen ableiten:
S. 10
Erstens: Ist das soziale System innerhalb einer Gruppe intakt, wirkt sich
das nicht nur auf die Anzahl und Gesundheit des Nachwuchses aus, sondern das gesamte Wohlergehen der
Tiere ist davon betroffen.
Zweitens: Die Art und Weise, in der
die Tiere miteinander umgehen, wird
nicht nur von der aktuellen Umweltsituation beeinflusst, sondern in hohem
Masse auch von den sozialen Erfahrungen, die sie während ihrer bisherigen Entwicklung gemacht haben.
Drittens: Auch Meerschweinchen
kommen in die Pubertät, und diese
besonders prägende Phase hat im
Leben der Tiere eine immense Bedeutung. Diese Zeit entscheidet mit
über die Fitness eines Tieres, seinen
Stand in der Gruppe, seinen Reproduktionserfolg usw.
Viertens: Sogar pränatale, also vorgeburtliche Bedingungen haben eine
nicht zu unterschätzende Relevanz.
So verhalten sich etwa Töchter einer
Mutter, die während ihrer Trächtigkeit
in einer stabilen sozialen Situation
gelebt hat, völlig anders als solche,
deren Mutter sozialem Stress ausgesetzt war. Erstere verfügen über eine
wesentlich größere Fitness als Letztere.
Kommen wir zu dem, was die moderne Hirnphysiologie zum Thema
„Gefühl“ zu sagen hat.
Das limbische System im Gehirn ist
das Areal, in dem Erkenntnisse, Erfahrungen, das was wir erleben, mit
Emotionen in Verbindung gebracht
werden. Dieser Gehirnteil sorgt dafür,
dass ich beim Anblick eines Bildes
von Marilyn Monroe anders reagiere
und fühle, als beim Anblick des Bildes
meiner Großmutter. Dieses limbische
System wird auch Reptiliengehirn
genannt und ist somit Grundbestand
der meisten Wirbeltiere.
„Ich fühle, also bin ich“ lautet der
Buchtitel des Hirnforschers Antonio
Damasio. Er stützt seine Aussagen
auf langjährige Untersuchungen an
hirngeschädigten Menschen und
kommt zu dem Schluss: Wenn das
Bewusstsein aufgrund gravierender
Hirnverletzungen aufgehoben ist, ist
gewöhnlich auch die Emotion aufgehoben.
Dasjenige, was seit Jahrhunderten
nicht nur Philosophen von ihren Mitmenschen gefordert haben, nämlich
die Vernunft walten zu lassen und die
Gefühle zu unterdrücken, endete bei
vielen von Damasio untersuchten
Patientinnen und Patienten in absolut
unvernünftigem Verhalten. Er schreibt:
„Ich vermute, dass das Bewusstsein
von der Evolution hervorgebracht
wurde, weil die Erkenntnis der durch
Emotionen hervorgerufenen Gefühle
so unentbehrlich für die Kunst des
Lebens ist und weil die Kunst des
Lebens einen Erfolg der Naturgeschichte darstellt. Die Emotion wurde
im Lauf der Evolution wahrscheinlich
vor der Morgendämmerung des Bewusstseins angelegt.“
Die Aussage, dass Tiere über Gefühle
verfügen, aber anders damit umgehen
als Menschen, ist somit mehr als
plausibel.
Und wie ist es abschließend mit dem
was wir als unsere eigene Bastion
beschreiben, nämlich dem Selbstbewusstsein? Spiegeltests mit Menschenaffen machen deutlich, dass
Schimpansen über ein solches
Selbstbewusstsein verfügen. Beim
Spiegeltest wird einem Tier ohne dass
es es merkt, mit Mehl ein Punkt oder
ein Strich auf die Stirn gemacht. Dann
setzt man den Schimpansen oder die
Schimpansin vor einen Spiegel und
beobachtet bei den meisten Tieren,
dass sie nach dem Blick in den Spiegel, sich selbst an die Stirn fassen, d.
h. sie haben sich in dem Spiegel erkannt. Wir Menschen erlernen diese
Fähigkeit, uns selber zu erkennen, im
Alter von 1 ½ Jahren. Was ist aber, so
möchte ich kritisch fragen, mit all den
Tieren die nicht primär über die Augen
sich und ihre Mitwelt erleben und
erkennen, sondern vielleicht eher mit
den Ohren oder der Nase. Ich schlage
ein kleines Experiment vor. Sie verlassen, wenn Sie zu mehreren in ihrem Raum sind das Zimmer, einer
bleibt zurück und stellt die Stühle
anders und lädt Sie ein Ihren Stuhl,
auf dem Sie vorher gesessen haben,
am Geruch wieder zu erkennen. Ich
möchte hoffen und wetten, dass keiner von ihnen den eigenen Stuhl wieder erkennt. Ein Hund hätte damit
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 11
keine Probleme. Seine Nase sagt sehr deutlich, wer er ist und wo er war.
Aktuelle verhaltensbiologische Daten einerseits und der Rückblick auf die Wertschätzung, die die Bibel für die Tiere
aufbringt, andererseits zeigen den Kontrast zu einem Tierbild, das wir Menschen in den Industrienationen entwickelt
haben. Zugleich markieren sie einen Weg, den fatalen und folgenreichen Irrtum über unsere Mitgeschöpfe zu überwinden.
Mit zunehmender Erkenntnis“, so der Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti, „mit zunehmender Erkenntnis, werden die
Tiere den Menschen immer näher sein. Wenn sie dann wieder so nahe sind, wie in den ältesten Mythen, wird es kaum
mehr Tiere geben.“
NNNNNNN
Zum Autor:
Rainer Hagencord hat in Münster und Fribourg / Schweiz Theologie, Philosophie und Biologie studiert. Er
arbeitet heute als Krankenhausseelsorger und Mitarbeiter am Institut für Neuro – und Verhaltensbiologie der
Universität in Münster. Darüber hinaus ist er in der Erwachsenenbildung tätig. In seiner Doktorarbeit geht er
dem Phänomen nach, dass die Tiere zwar in der Bibel auf fast allen Seiten vorkommen, sie aber in der
modernen Theologie vergessen worden sind. Neben der philosophiegeschichtlichen Ergründung dieses
Skandals reflektiert er neuere verhaltensbiologische Daten und theologische Denkmodelle, um einen Platz
für Tiere auch in der Theologie auszumachen.
Bücher: Diesseits von Eden. Verhaltensbiologische und theologische Argumente für eine neue Sicht der
Tiere. Regensburg.
- Ich finde Dich in allen diesen Dingen. Sieben Wochen für Leib und Seele. Stuttgart 2005
.
Weitere Lesetipps:
Alles Fühlt
Mensch, Natur, und die Revolution der Lebenswissenschaften
von Andreas Weber
Die Naturwissenschaften sind dabei, ihr Bild vom Leben radikal zu Wandeln. Entstehung und
Verhalten von Tieren und Pflanzen lassen sich nur schlüssig erklären, wenn man Empfindung
und Werte als Basis aller Lebensprozesse betrachtet. Für die kleinste Zelle wie für den
Menschen gilt: Es gibt kein Leben ohne Gefühle
Dr. Andreas Weber, 39, studierte Biologie und Philosophie in Berlin, Freiburg, Hamburg und
Paris. Warum wir nicht ohne Natur auskommen können und warum ohne die anderen Wesen
Freiheit und Humanität auf dem Spiel stehen, beschreibt Andreas Weber in seinem Buch.
Etwa 288 Seiten. Gebunden. Ca. € 19,90 (D) sFr 34,90
ISBN 978-3-8270-0670-7
Erscheint am 23. Februar 2007 im Berlin - Verlag
Buchtipp für Kinder:
„Der ganz normale Wahnsinn“
von Beate Ganz
„Auf der Flucht vor dem Schlachthof trifft Hektor, das Rennpferd auf Kitty, die ausgesetzte
Wohnungskatze. Zu den beiden gesellen sich Hubert, der Hund aus dem Versuchslabor, und Freia die
halbtote Legebatteriehenne. Ein Wegweiser beendet ihre Planlose Reise. Die traumatisierten Tiere
vergraben ihre Alpträume und finden ein neues Zuhause“
Frau Ganz schrieb an die Redaktion:
„In meinem Buch „Der ganz normale Wahnsinn“ befindet sich ein altes Kirchenlied, das mich in meiner
Arbeit immer wieder bestärkte. Zwar fand ich am Ende keinen Verleger, und ich musste mein Buch bei
BoD, Books on Demanch Norderstedt, auf eigene Rechnung veröffentlichen.
Aber jetzt ist es fertig! Vielleicht kann ich auf diesem Wege einige Kinder und Erwachsene für das Leid
unserer Mitgeschöpfe sensibilisieren.
Es kostet im Buchhandel 9,90 €, über BoD direkt 5,29 €, bei einer Mindestabnahme von 25 Stück.“
Den Mengenrabatt können Sie nur über Frau Ganz bekommen: Tel. 06346-698311
(einzelne Exemplare sind auch noch bei der Geschäftsstelle für 5,29 € zu haben)
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.12
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Auf den Spuren des Franz von Assisi
Wanderwoche im Rietital/Italien 18. – 26. August 2007
Mit Anton Rotzetter 1. Vorsitzender von AKUT Schweiz
Mit unseren Reisen verbinden wir folgende Anliegen:
Wir wollen
• den Spuren nachgehen, die Franziskus von Assisi und seine Brüder im Rietital hinterlassen haben und sie für unser Leben
fruchtbar machen.
• ein Entschleunigungs-Programm einüben und jede Art von Hetze, Stress und Eile meiden
• nicht von Ort zu Ort hetzen und nicht alles „mitnehmen", was an Sehenswertem am Weg liegt
• geniessen: Zeit und Wärme, Duft und Gemeinschaft, aber nicht auf Kosten anderer
• viel stille Zeit haben
• miteinander im Gespräch sein und Gemeinschaft erleben.
• den Sonnengesang singen und unser eigenes Lied entdecken.
• sensibel sein für die Anliegen unserer Mitmenschen und unserer Mitgeschöpfe
• einen Lebensstil pflegen, der dem Geist des Franz von Assisi entspricht: schöpfungsorientiert, ökologisch, solidarisch. Unter anderem auch
durch eine fleischarme oder vegetarische Küche.
• allen eine erholsame und erfahrungsreiche Woche ermöglichen.
Teilnahmebedingungen
Kosten
1220 - SFR/ 780.- Euro (+ 100.-SFR/ 65.- Euro Einzelzimmerzuschlag)
Bei Rücknahme der definitiven Anmeldung wird eine Schutzgebühr von 150.- SFR/ 100.- Euro (bei Abmeldung in den letzten vier
Wochen eine solche von 300.- SFR/ 200.- Euro) zurückbehalten
Zu bezahlen (Vermerk: Rieti):
für die Schweiz: auf Konto 30-38163-7: Sparkasse Schwyz, CH 6430 Schwyz (IBAN CH58 0663 3016 2042 6010 1- BicSwiftCode:
RBABCH 22633); Nummer: 20.426.01-01: A. Rotzetter)
für EU-Länder: auf Konto (Anton Rotzetter) 3595303 (BLZ: 69250035) der Bezirkssparkasse Singen (IBAN: DE 93 6925 0035 0003
5953 03 --- Swift: SOLADES1SNG)
Versicherung
Die Teilnehmer/innen sorgen selbst für die nötigen Versicherungen.
Übernachtung vor und nach der Fahrt - (Bitte Ort der Abfahrt bzw. Treffpunkt bei Herrn Rotzetter erfragen!)
Vor bzw. nach der Reise steht für 50.- Sfr (34.- Euro) pro Nacht ein Zimmer mit Frühstück zur Verfügung (bitte auf Anmeldeabschnitt
vermerken und beim oben genannten Konto zusätzlich einzahlen).
Anmeldung bis Ende Juni:
Anton Rotzetter, Kapuzinerweg 22, CH 6460 Altdorf
Tel: 0041/41/874 07 41 - Fax: 0041/41/874 07 42 - rotzetter@bluewin.ch
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Anmeldeformular Rieti 2007
Ich melde mich an
Name:
Vorname
Strasse:
PLZ-Ort:
Geburtsdatum
Übernachtung Vorher :
Tel:
Einzelzimmer:
nachher:
Zweierzimmer:
E-Mail-Adresse
Schicken an: Anton Rotzetter, Kapuzinerweg 22, CH 6460 Altdorf
(Tel: 0041/41/874 07 41 – Fax: 0041/41/874 07 42) - rotzetter@bluewin.ch
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.13
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Die Gruppe: „Tier“
Die AKUT Regionalgruppe Ruhrgebiet,
g g g g g g g g g g g g g
- in Dresden – trifft sich alle 6 – 8
unter der Leitung von Frau Dr. phil. Ingeborg Gräßer, hat sich besonders
Wochen an einem Nachmittag im
auf das schreiben von Leserbriefen spezialisiert. Da die GruppenmitglieÖkumenischen Zentrum Dresden
der weit auseinander wohnen ist es schwer für sie Infotische etc. zu orga(Nähe Kreuzkirche) unter der
nisieren. Trotzdem hat sich die Gruppe im vergangenen Jahr 7 Mal getrofLeitung von unserem langjährigen
fen!
Mitglied Frau Elisabeth Adam.
Kontakt: Elisabeth Adam
Sie haben sich außerdem bei der, von der Gruppe „Tierfreunde e. V.“ orTelefon: 0351- 252 50 47
ganisierten Aktion „Kirche und Tierschutz“ beteiligt. Es wurden im Monat
August, vor verschiedenen Kirchen, Aufsätze zum Thema "Kirche und
Die Regionalgruppe Nord
Tierschutz" verteilt. Die Tierfreunde wollten mit dieser Aktion auf die
Trifft sich 2x im Jahr in Hamburg
Schieflage hinweisen, dass die Kirchen systematisch die Tiere aus ihrer
Nächster Termin: 06.05.07
Ethik ausblenden und daher eine erhebliche Mitschuld an Leid und Tod
Kontakt: Pfarrer Holger Janke
tragen. Eingepackt in einen geschlossenen Briefumschlag wurde der AufTel. 040-54 31 09
satz von Herrn Prof. Dr. theol. Erich Gräßer „Kirche und Tierschutz“ an
oder Vivian K. Wichmann
die Gottesdienstbesucher überreicht.
Tel: 040-642 63 61
Diesen Aufsatz können Sie, gegen einen mit 55 Cent frankierten
Rückumschlag, bei der AKUT e. V. Geschäftsstelle anfordern!
Die Lokalgruppe Hamburg
Organisiert von Jutta Hühn, Galerie Villa Hühn (AKUT e. V.) , Thorsten
trifft sich jeden 1. Donnerstag
Uhle, CDU - und unter der Schirmherrschaft von Frau Regina van Dinther
im Monat um 16 Uhr in der
MdL, Präsidentin des Landtages NRW - fand am 29. Oktober 06 die
Gemeinde „Zum Guten Hirten“ in
Veranstaltung „Die Schöpfung bewahren – ein Tag für Mensch und
Hamburg-Langenfelde
Tier!“ im evangelischen Gemeindezentrum Gevelsberg-Berge statt.
Am 3. Donnerstag findet
Nach der Begrüßung durch die Schirmherrin wurde ein ökumenischer
- ab 18 Uhr - der AKUT
Gottesdienst für Mensch und Tier, mit Pfarrer Christian Becker und PfarStammtisch statt
rer Thomas Weber, gefeiert.
Kontakt:
Anschließend gab es Häppchen und Informationen zur veganen Ernährung
Vivian Kate Wichmann
von Herrn Matthias Langwasser (Koch aus Lübeck).
Tel/ Fax: 040-642 63 61
Frau Dr. Gräßer hielt daraufhin einen Vortrag zum Thema „Tierschutz
oder Pfarrer Holger Janke
vor Ort“.
Tel. 040-54 31 09
Als Krönung des Tages wurde der Gevelsberger Franziskuspreis den Gewinnern des Wettbewerbs „Tiere in Not“ (ebenfalls von Jutta Hühn und
Regionalgruppe Ruhrgebiet
Thorsten Uhle ausgerichtet) verliehen. Kinder und Jugendliche vom VorKontakt: Ingeborg Gräßer
schulalter bis zur 8. Klasse hatten zu dem Motto des Wettbewerbs Bilder
Tel. 02302-30255
und Texte eingereicht.
Unterstütz wurde diese Veranstaltung von:
Regionalgruppe Franken
AVU AG f. Versorgungsunternehmen – Stadtsparkasse Gevelsberg und
Kontakt:
Bauverein Gevelsberg eG.
Angelika Zech-Stadlinger
Bericht: V.K. Wichmann
Tel. 0911-269 126
BereichFreikirchen
Kontakt: Jörg Weidemann
Tel. 02302-78 91 63
Neue Gruppe in Gröbenzell
Bei München
überkonfessioneller Hauskreis
14-tägig dienstags
19.00 – 21.00 Uhr
Kontakt: Christa Elberfeld
Tel.: 08142- 540912
(bitte Nachricht hinterlassen,
Rückruf folgt)
An dieser Stelle noch einmal unser Lesetipp:
„Ehrfurcht vor den Tieren“
„Tiertexte“ von Albert Schweitzer
herausgegeben von Prof. Dr. Erich Gräßer
Verlag C. H. Beck - € 9,90
Dr. Erich Gräßer studierte Theologie und war
von 1979 bis zur seiner Emeritierung 1993
Professor für Neues Testament an der
Universität Bonn. Darüber hinaus ist er
Präsident der Wissenschaftlichen
Albert-Schweitzer-Gesellschaft und gehört zum
AKUT Beirat.
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.14
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------AKUT Gruppe Süd-West
g g g g g g g g g g g g g g g
Hallo liebe Tierfreunde, nach unserem letzten
Treffen in Wittenberg gingen mir so einige
Gedanken durch den Kopf. Der Studientag war
interessant und sehr wertvoll. Aber ebenso
wichtig wären mir mehr persönliche Gespräche
gewesen, dies habe ich vermisst. Immerhin sehen
wir uns nur einmal im Jahr. Das ist nicht gerade
oft, umso wichtiger ist da der persönliche
Austausch, Erfahrungen, Anregungen, auch
Frustrationen über die man sprechen sollte. Denn
das Thema „Kirche und Tierschutz“ bringt gerade
genug an Frustration. Diese heißt es zu
verarbeiten und das geschieht nur innerhalb solch
eines Treffens. Ich weiß wohl, dass wir alle sehr
verstreut in der Republik zuhause sind und auch
da wirken - uns daher nicht so häufig treffen
können.
Der Gottesdienst in der Schlosskirche zu
Frau Steckroth und Herr Radzom auf dem Weihnachtsmarkt
Wittenberg hat mir gut gefallen und auch sonst hat mich die Stadt sehr beeindruckt, so dass ich, sollte nichts dazwischenkommen, wiederkomme.
Der „Stein des Anstoßes“ - war Jesus Vegetarier? Darüber gibt es immer wieder Diskussionen. Auch manchmal recht
Unerfreuliche. Ist es wichtig, ob Jesus Vegetarier war oder nicht? Jeder hat wohl dazu eine andere Meinung, Wie würde er
leben, wenn er heute leben würde? Müssen Tierfreunde vegetarisch bzw. vegan leben? Oder umgekehrt gefragt, sind
Menschen, die sich nicht so ernähren keine Tierfreunde? Diesen Fragen sollten wir nicht ausweichen, aber auch nicht
darüber in Streit geraten. Gerade im Hinblick auf den Kirchentag in Köln in diesem Jahr.
Hier gilt es, sich konstruktiv darüber auszutauschen.
Beteiligt waren wir zusammen mit der Katzenhilfe Stuttgart beim Reutlinger Weihnachtsmarkt 06 mit Punsch (ohne Alkohol
natürlich) und Selbstgebasteltem bzw. Gestricktem. Kinder und Erwachsene hatten fleißig gebastelt und Socken gestrickt,
diese waren besonders begehrt. Ein Drittel des Erlöses war für AKUT, das andere Drittel für die Katzenhilfe und ein weiteres
Drittel für die animals angels.
Geplant ist auch in der katholischen Kirche in Neckartailfingen eine Andacht über Franz von Asissi. Der Zeitpunkt ist aber
noch nicht festgelegt bzw. wurde verschoben. Ich werde dafür die Präsentation von unseren Schweizer Freunden verwenden.
Erwähnen möchte ich auch noch, dass der bmt (Bund gegen Missbrauch der Tiere) einen evangelischen Pfarrer von der
schwäbischen Alb „an der Hand“ hat, der immer wieder Tiergottesdienste durchführt. Herr Pfarrer Kühnle hat sich auch nicht
gescheut, während einer Fernsehübertragung im November 06 bei einem Gottesdienst, der von Gehörlosen mitgestaltet
wurde, für die Tiere zu beten und zu erwähnen, wie sehr diese unter der Knute des Menschen zu leiden haben. Das fand ich
sehr mutig und möchte das auch lobend in diesem Zusammenhang erwähnen.
Auch der Tübinger Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ gedeiht. Nur drei Dinge aus unserem Programm.
Im März 07 spricht Pfarrer Dr. Kleinknecht über das Thema „Mitgeschöpf Tier“.
Im April 07 spricht Pfarrer Dr. Nikischin zum Thema „Der gute Hirte – Gottesbild und Schöpfungsauftrag für den Menschen“.
Im Oktober 07 spricht Oberstudiendirektor Eicher zum Thema „Kann die Natur ohne Jagd auskommen“? *
Noch eine gute Nachricht! In Göppingen gibt es eine Sozialstation (St. Franziskus). Durch die Mitarbeiter dieser Einrichtung,
können alte Menschen ihre Tiere mit in ein Seniorenheim nehmen. Diese werden dann bei Bedarf, genauso versorgt wie
„Herrchen oder Frauchen“. Ich hoffe, dieses positive Beispiel macht „Schule“!
Soviel für diesmal, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen an Euch alle Eure Elfi Steckroth.
* Siehe Termine s. 24
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.15
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AKUT Regionalgruppe - Nord
Liebe AKUT Freunde und Freundinnen,
der Blick in unserer Terminliste zeigt, dass wieder einiges bei uns im hohen Norden los war. Neben dem
traditionellen Gottesdienst in der Ahrensburger Schoßkirche, gab es dieses Jahr noch einen zweiten! Es war eine
große Freude dort mehrere Mitglieder aus Schleswig Holstein zu treffen! Dieser Gottesdienst war wie immer von
„Menschen für Tierrechte Ahrensburg“ vorbereitet und mitgestaltet.
Ganz neu war auch die Einladung vom Franziskustierheim, einen AKUT Infostand bei den Tagen der offenen
Tür zu machen. Das haben wir gerne angenommen. Gestaltet hat das hauptsächlich unsere Frau Petras mit
einigen jüngeren Mitgliedern der Hamburger Gruppe.
Einen sehr schönen Tag hatten einige von uns bei dem Gottesdienst für Tier und Mensch in Schleswig, der schon
seit vielen Jahren ein Mal im Jahr gefeiert wird. Er fand nicht wie sonst in der Kirche statt, sondern im
Bibelgarten des St. Johannisklosters. Ein wunderschöner Ort! Und das noch bei sehr schönem Wetter.
Der Gottesdienst zum Franziskustag in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg ist ja auch schon zur Tradition
geworden. Diesmal war ein ehemaliger Schäfer, mit einigen Schafen dabei, die Gott sei Dank, nicht wie ich zu
erst befürchtet hatte, irgendwann für den Kochtopf gedacht sind. Der „Schäfer“ ist inzwischen nicht nur Veganer
sondern sogar Rohköstler! Seine Schützlinge dürfen jetzt einen natürlichen Tod sterben!
Zu viert ging es auf etwas weitere Fahrt nach Berlin. Auch dieser „Tiergottesdienst“ ist schon zur Tradition
geworden. Er wird immer von dem „Arbeitskreis Kirche und Tier“ zusammen mit Pfarrer Dalchow vorbereitet.
Dieses Mal hat wieder Ulrich Seidel gepredigt. Auch da war es eine große Freude – ganz überraschend - viele
AKUT Mitglieder zu treffen.
Natürlich gab es auch wieder Gottesdienste in unserer Heimatgemeinde in Hamburg- Langenfelde: Am 12.11.
zum Thema: „Die gequälte Schöpfung – das seufzen der Bäume“ und am 2. Weihnachtstag zum Thema: „Ochs
und Esel vor der Krippe“ beide Gottesdienste mit Pastor Holger Janke. Sehr schön - und gut besucht. Die große
Überraschung am 2. Weihnachtstag war die Karte „Der Mensch ist das Problem“ (Bild), gestaltet von Pastor
Janke, die am Ausgang verteilt wurde.
Ebenfalls eine sehr große Freude zum Jahresanfang war die 2. Ausgabe der Nordelbischen Kirchenzeitung mit
dem Wochenthema: „Das Nutztier-Dilemma“ – AKUT auf der Vorderseite mit einem Artikel von Ulrich Seidel,
ein Interview mit Holger Janke und weitere gute Artikel. Natürlich auch einige von der Gegenseite ... aber, die
fand ich persönlich ziemlich „dünn“.
Insgesamt blicke ich mit Freude auf das vergangene Jahr zurück. Es hat noch nie so viele Gottesdienste für
Mensch und Tier gegeben – zumindest sind mir nie so viele gemeldet worden. Allein in Hamburg und näherer
Umgebung waren es 9. Das kommt meinem Traum von „jeden Monat ein Tiergottesdienst in Hamburg“ doch
schon recht nahe!
V.K. Wichmann
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.16
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Erster Gottesdienst zum Welttierschutztag
in der evangelischen Pfarrkirche zu Steppach, Mittelfranken am Sonntag, den 8. Oktober 2006
g g g g g g g g g g g g g g g
Viel zu wenig ist in den "normalen" Sonntagsgottesdiensten beider großen Konfessionen von Tieren
und dem Umgang mit ihnen die Rede, fanden einige
Mitglieder unseres Tierschutzvereins Höchstadt/Aisch
e.V. schon lange. Wenn Tiere in den Texten genannt
werden, dann vorwiegend in der üblichen symbolischer
Funktion oder sehr abstrakt als "Schöpfung" zusammengefasst und nicht als Individuen gesehen.
Gerade in unserer ländlichen Gegend hier in
Mittelfranken wäre es aber wichtig, dass die Kirchen zu
der weit verbreiteten Auffassung des Tiers als "Nutztier",
das ausgebeutet werden kann, und der oft stumpfen
Gleichgültigkeit, mit der Tiere behandelt (und dadurch
allzu oft misshandelt) werden, Stellung beziehen und so
die Schweigespirale, die bei dem Thema "Wie gehen wir
mit Tieren um?" noch deutlich herrscht, durchbrechen.
Wer für Tierschutz und für Kirche etwas übrig hat, leidet
unter diesem Schweigen der Kirchen und der konsequenten Ausklammerung der Tiere.
Ein Gespräch darüber mit dem Pfarrersehepaar der Kirchengemeinde Pommersfelden/Steppach, Angelika und
Andreas Steinbauer, stieß auf offene Ohren, und für den
Sonntag nach dem Welttierschutztag wurde als Thema
des Sonntagsgottesdienstes in Steppach "Umgang mit
Tieren und Tierschutz" gewählt.
Eine große Hilfe war es, dass ich bei Recherchen für
diesen Gottesdienst rasch auf die Internetseiten von
AKUT stieß, die ich vorher nicht kannte. Erleichtert,
dass es einen solchen Arbeitskreis gibt, las ich mich fest
und fand viele Anregungen, die ich weitergeben konnte.
Ein kleines Team von uns bereitete mit Andreas
Steinbauer den Gottesdienst vor und beteiligte sich auch
aktiv an Lesepult und Orgel. Einige Poster, die "Respekt"
vor Tieren fordern und entsprechende Bildertafeln, auf
denen Bewohner unseres nahen Tierheims in Oberndorf
zumindest auf Fotos in der Kirche präsent waren, sowie
zusätzliches Infomaterial fanden ebenso Anklang bei den
erfreulich zahlreichen Besuchern wie der Gottesdienst
selbst.
Vereinbart haben wir, einen Gottesdienst zum
Welttierschutztag
in
den
Kirchengemeinden
Pommersfelden/Steppach zu einer festen Tradition werden zu lassen.
Informationen über unseren Tierschutzverein und unsere Kirchengemeinde
sind zu finden unter
www.tierschutz-hoechstadt.de und
www.evangelisches.bnv-bamberg.de/steppach/steppach.htm.)
Confiteor
Da wir hier versammelt sind, um miteinander Gottes Wort zu
hören und ihn im Gebet und Loblied anzurufen, so lasset uns
gedenken unserer Unwürdigkeit und vor Gott bekennen, dass
wir gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken.
[Auf den Ruf "Herr, wir bitten dich" antworten wir mit dem
gesungenen Kyrie eleison]
Großer Gott, du hast uns Menschen deine Schöpfung mit ihren
Tieren und Pflanzen anvertraut. Wie schlecht gehen wir noch
immer mit ihr um! Wir vergessen, dass du uns zu deinem Sachwalter über die Schöpfung bestellt hast und nicht, um sie auszubeuten und mit Füßen zu treten.
Herr, wir bitten dich
[Kyrie]
Noch immer werden Tiere viel zu wenig als Mitgeschöpfe
respektiert.
So genannte Nutztiere werden von uns Menschen oft nur als
Rohstofflieferanten für Fleisch, Milch, Eier oder Pelz vermarktet.
Viele fristen ein armseliges Leben, das der Würde, die du ihnen
als deine Geschöpfe gibst, widerspricht.
Herr, wir bitten dich
[Kyrie]
Noch immer werden so genannte Haustiere unüberlegt angeschafft und schlecht gehalten an Ketten und in Zwingern, aber
auch vernachlässigt und vergessen in engen Käfigen in Kinderzimmern.
Herr, wir bitten dich
[Kyrie]
Noch immer leiden und sterben unzählige Tiere in Versuchslabors, zum Beispiel für neue Kosmetika. Und noch immer rauben
wir tausendfach wild lebenden Tieren und vielen Pflanzen die
Lebensgrundlage durch die Art, wie wir leben, und durch unsere
Ansprüche, deren Erfüllung wir für selbstverständlich halten.
Herr, wir bitten dich
[Kyrie]
Fürbitte
Herr vergib uns unsere Missachtung deiner Geschöpfe.
Vergib uns, dass wir unseren menschlichen Verstand und
unsere schöpferischen Fähigkeiten so oft für die Beschädigung
und Vernichtung der Schöpfung anstatt für ihre Bewahrung
einsetzen.
Vergib uns, dass wir oft zu bequem oder zu feige sind, um in
unserem eigenen persönlichen Umfeld laut und deutlich zum
Anwalt der Tiere zu werden.
Sigrid Hader-Popp
Elisabethenstraße 1, 96158 Frensdorf
AKUT Mitglied
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S.17
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Den Tieren Gerechtigkeit!
Plädoyer für einen ethischen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen,
gehalten von Dr. Ulrich Seidel am 15.11.06 in der Hochschule Zittau
Das Angebot der Hochschule unserer Kreisstadt Zittau hatte gelautet:
Im Rahmen des Studienganges "Studium fundamentale" könnte auch einmal über das Thema Mensch und Tier
gesprochen werden. Ein Raum würde kostenlos zur Verfügung gestellt; den entsprechenden Referenten zu
finden, wäre meine Sache.
Ich war hocherfreut gewesen, aber gleichzeitig voller Zweifel: Wer würde bereit sein, in unseren abgelegenen
Südostzipfel zu kommen, um einen Vortrag zu halten? Und gab es überhaupt genügend Interessenten - wo doch
die Menschen hier aufgrund von Arbeitslosigkeit und Abwanderung mit ganz anderen Problemen konfrontiert
sind?
Nun, meine Bedenken erwiesen sich größtenteils als unberechtigt. Herr Dr. Seidel kam und gestaltete seinen
Vortrag so lebendig und überzeugend, dass wohl keiner der Zuhörer unbeeindruckt blieb. Er erklärte kurz, wie
stark griechisch-römische Antike und jüdisch-christliche Religion das abendländische Denken beeinflusst
haben und wie Philosophen vom Schlage eines Renè Descartes die Kluft zwischen Tier und Mensch weiter
vertieften. Descartes' mechanische Auffassung der organischen Welt führte dazu, dass die Tiere als eine Art
Maschine angesehen wurden. Unheilvoll sein "Cogito, ergo sum" -"Ich denke, also bin ich". Müsste es nicht
vielmehr heißen: "Sentio, ergo sum" "Ich fühle, also bin ich" ?
Nach Kopernikus war es vor allem Charles Darwin, der die Menschheit von ihrem selbsterrichteten Thron
herunterholte. Auch Sigmund Freud wurde in diesem Zusammenhang erwähnt. Und welche, fast möchte man
sagen: Lichtgestalten waren Franz von Assisi und Albert Schweitzer!
Dr. Seidel stellte Schweitzers fundamentalen Satz vor uns hin: " Ich bin Leben, das leben will, inmitten von
Leben, das leben will." Ehrfurcht vor dem Leben haben, auch vor dem des Schweins ein Tier, das meistens nur
wahrgenommen und geschätzt wird, wenn es auf dem Teller liegt, aber ansonsten gerade gut genug ist als
beleidigendes Schimpfwort. Oder als lustige Werbefigur, den eigenen Körper zum Schlachten anpreisend. Was
für eine Verhöhnung! Das Schwein stand an diesem Abend gleichsam symbolisch für alle Tiere, deren Leben
wir Menschen zu einer einzigen Qual machen und damit schwere Schuld auf uns laden.
Und noch etwas: Die Tiere werden in ganz unzulässiger Weise klassifiziert, nämlich nach ihrer Bedeutung und
Verwendbarkeit für den Menschen. Die Auswirkungen sind oft katastrophal. Hüten wir uns vor solch
anthropozentrischem Denken! Wir sind nur Teil eines harmonischen Ganzen, Teil der Schöpfung.
Natürlich ist es unmöglich, in ein oder zwei Stunden die ganze riesige Problematik des Mensch-Tier
Verhältnisses aufzurollen. Aber ich bin mir sicher, dass Dr. Seidel mit seinen leidenschaftlichen Worten
Impulse gegeben hat, Impulse zum Nachdenken, vielleicht sogar zur Änderung des Lebensstils. Und ich danke
ihm dafür.
Nach dem Vortrag hörten wir erschütternde Tierschreie und danach das Lied von Reinhard Mey: "Die Würde
des Schweins ist unantastbar." Den Abschluss gestaltete die Studentengruppe der Friedensdekade, indem sie
gemeinsam mit uns Anwesenden den Kanon "Dona nobis pacem" sang und die Glauberger Fürbitte sprach.
Zwei Bitten aus diesem Gebet sollen am Ende meines Berichtes stehen:
Und führe uns nicht in Versuchung,
deine Geschöpfe unseren Bedürfnissen anzupassen,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
das uns von deinen Geschöpfen und damit von dir trennt.
AKUT -Mitglied Sabine Krüger
Großschönau/Oberlausitz
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 18
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Von der Gruppe - „Tier“ - Dresden
Eingabe zur Konferenz Europäischer Kirchen in Sibiu 4.-9.9.07
zu den Fragen: Was braucht unsere Welt? Was soll verändert und bewegt werden? Was muss auf jeden Fall in
den europäischen Prozess eingebracht werden?
Bewahrung der Schöpfung-dieser Begriff darf nicht nur als Dienst am Menschen verstanden werden. Wir müssen die Schöpfung um ihrer selbst willen und in ihrer Gesamtheit zu bewahren trachten. Die Gesamtheit umfasst auch die Tiere, die meist nahezu aus allen Überlegungen zum Thema ausgeblendet wurden. Mensch und
Tier sind nach biblischem Verständnis Mitgeschöpfe, und das Leben der Tiere besitzt in der Lebensgemeinschaft mit dem Menschen einen Eigenwert, den der Mensch respektieren muss. Tiere sind lebendige, fühlende
Wesen, denen gegenüber das Liebesgebot nicht ausgesetzt werden darf. Diese christliche Auffassung erfährt
durch die moderne Biologie und Ethologie eine klare Bestätigung: Mensch und Tier verbindet sowohl ein vergleichbarer Grundbauplan des Körpers als auch die Grundanlage des Verhaltens- das Gefühl-Wille zum Leben,
Angst, Lust, Schmerz, Freude u.v.m.
Die genannten Erkenntnisse stehen aber, bis auf wenige Ausnahmen, in krassem Widerspruch zu der praktizierten Indienstnahme der Tiere durch den Menschen. Erinnert sei an die Qualen, die Tiere in Intensivhaltungen, auf Transporten und bei der Schlachtung erleiden müssen. Erinnert sei an die bedenkenlose Verwendung
von so genannten Versuchstieren, die für unser angebliches Wohl leiden und sterben müssen, an gnadenlose
Bejagung von Wildtieren, an grausame Fischfangmethoden usw. Abhilfe kann nur ein grundlegender Wandel
schaffen:
z.B. Umstellung der gesamten Landwirtschaft auf ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung• forcierte Erforschung von Alternativmethoden zum Tierversuch
• Fischfang und Jagd unter strengen tierschutzrechtlichen Auflagen und Kontrollen.
• Verbot von tierquälerischen Vergnügungsveranstaltungen u.a.
Da Tiere sich nicht selbst gegen ihnen angetanes Unrecht wehren können, müssen Menschen, besonders wir
Christen, für ihre Rechte eintreten. Fehlt diese Verantwortlichkeit in unserem Denken und in unserer
Erziehung, verarmt die christliche Ethik. Die Kirche hat die Aufgabe, dieses Gedankengut ins Bewußtsein der
Menschen zu bringen und selbst aktiv für die leidende Kreatur einzutreten. Praktisch bedeutet das:
• Die Tiere in die Verkündigung und Fürbitte einbeziehen
• den ethischen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen als ein Thema der Erziehung fordern und verbreiten
helfen,
• Impulse an Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geben und klare kritische Stellungnahme zu bestehendem
Tiermißbrauch in der Öffentlichkeit benennen. Leben und Wohlbefinden der Tiere dürfen nicht unbehindert
ständig menschlichem Profit zum Opfer fallen.. Jeder einzelne Bürger jeder einzelne Christ kann durch positive Veränderung seines Lebensstiles ( z.B. seiner Ernährungsweise) dazu beitragen, dass die unheilvolle
Entwicklung gestoppt wird.
Die Goldene Regel, ursprünglich nur für das zwischenmenschliche Handeln gedacht, wurde im Laufe der
Ethik-Geschichte auf den Umgang mit anderen Lebewesen ausgedehnt. Man könnte sie, nach Albert
Leffingwell, so formulieren: "Unsere moralische Pflicht gegenüber allen Lebewesen, von der höchsten bis zur
niedrigsten Form des Lebens, ist, sie genauso zu behandeln, wie wir (an ihrer Stelle) wünschen würden, behandelt zu werden." Diese ethische Richtlinie anzuerkennen und anzuwenden, muss ein unverzichtbarer Teil des
europäischen Prozesses werden. Das Gebot der Ehrfurcht vor allem Leben muss in die Überlegungen, Entscheidungen und Gesetze einfließen.
Dazu aus der Erklärung zum Weltethos des Parlamentes der Weltreligionen 1993 in Chikago eine der 4 unverrückbaren Weisungen: die Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben.
Gruppe "Tier" des Oekum. Zentrums Dresden
Leitung AKUT e. V. Mitglied Elisabeth Adam
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 19
AKUT Schweiz - Abenteuer ‚Messe’
und • Öffentlichkeitsarbeit. Unsere von Musik begleitete
Powerpoint-Präsentation erfüllt den Punkt: • Aktivitäten,
die der Bewusstseinsbildung für die Rechte der Tiere in
Kirche und Gesellschaft dienen.
Erika Reust – Theol. Elisabeth Bernet – Annette Forster
AKUT-CH wurde eingeladen, an der Ausstellung HUND’07
die Sonntagsbesinnung zu zelebrieren. Als Gegenleistung
bot man uns kostenlos eine Ausstellungsfläche für einen
Standauftritt unseres Vereins an. Welch ein verlockendes
Angebot! Was darauf folgte, war ein abenteuerlich langer
Weg von der ersten Begeisterung von der Idee, über Entwurf und Realisierung des Standmaterials bis hin zum
dreitägigen Ausstellerdasein und dem Heimtransport des
Ausstellungsstandes nach getaner Arbeit. Es war spannend, anstrengend ... und eine tolle Erfahrung!
Am ersten Tag der Ausstellung kamen nur wenige Leute
an den Stand um sich näher zu erkundigen oder Prospekte zu holen, obwohl dieser gut platziert und von weither
sichtbar war. Natürlich war für die Hundemesse-Besucher
weder das Thema Religion noch das Thema Tierleid attraktiv. Doch uns schien, dass die auf eine Leinwand projezierten Bilder mit Texten, begleitet von Hintergrundmusik,
bei den Leuten Eindruck hinterliessen. Durch den Standauftritt wurden folgende Punkte unseres Aufgabenkreises
wahrgenommen: • Informationsveranstaltung über AKUT
Am zweiten und dritten Messetag liessen wir uns ‚Action’
einfallen, denn herumsitzen und warten war nicht unser
Ding! So beteiligten wir uns am Sammeln von Unterschriften für die eidgenössische Volksinitiative ‚TierschutzAnwalt: Ja!’ des Schweizer Tierschutz STS. Mit dieser
Aktivität gelang uns das Ansprechen der Messebesucher
sehr gut. Im Allgemeinen waren die Leute gerne bereit zu
unterschreiben und kamen schnell an eines unserer Prospektpulte, um die Schreibunterlage aufzustützen. Nach
dem Ausfüllen des Initiativ-Bogens zeigten sich die Menschen offen, sich auch kurz über die Aktivität von AKUT
aufklären zu lassen. Zum Teil entstanden daraus gute
Gespräche und es wurden Prospekte mitgenommen.
Die von unserem Mitglied, der Theologin Elisabeth Bernet,
durchgeführte Sonntagsbesinnung war eine sehr schöne
Zeremonie mit einer allgemeinen Betrachtung über die
Mensch-Tier Beziehung, zwei eindrücklichen Hundegeschichten, sowie Fürbitten, begleitet durch Anzünden von
5 Kerzen und Niederlegen von Rosen. Diese Darbietung
im Demo-Ring wurde leider von sehr wenigen Zuschauern
besucht. Der Lärm in der Halle war derart gross, dass
unsere Besinnung buchstäblich ‚verschluckt’ wurde. Vorübergehende Leute blieben kurz stehen, liessen sich dann
aber wieder von lauterem und aktiverem Geschehen wegholen.
Nun, es ist für uns ein guter Anfang gewesen und wir sind
uns einig: Die Plattform ‚Messe’ werden wir für unsere
Öffentlichkeitsarbeit weiterhin nutzen! Demnächst an der
2. Schweizerischen Kirchenmesse, der SWISSEGLISE
07!’
amforster, 7. Februar 2007
Im Sommersemester 2006 fand an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg eine Vorlesungsreihe zum Themenkomplex
Tierrechte/Tierschutz/Tierethik mit wöchentlichen Vorträgen und Diskussionen statt. Veranstaltet wurde die Reihe von der
Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik, einer Initiative von Studierenden der Universität Heidelberg, mit dem Ziel, ein
möglichst breites Spektrum an Sichtweisen und Disziplinen vorzustellen und damit einen universitären sowie öffentlichen Diskurs zu einem
Thema anzuregen, das hierzulande noch recht stiefmütterlich behandelt wird. Vorträge gab es u.a. von:
Dr. Eugen Drewermann, Dr. Eisenhart von Loeper, Dr. Helmut F. Kaplan, Prof. Dr. Tom Regan.
Alle Videos der Vortrage können Sie runterladen unter: http://www.vorlesungen-tierrechte.de/test/ilar2.php?area=2&lang=de oder gegen eine Spende als DVD bestellen bei:
Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik Heidelberg
c/o Rainer Ebert
Hauheckenweg 27
69123 Heidelberg
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 20
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Papier-Wende jetzt!
von Dr phil. Ingeborg Gräßer, Witten
Sonntags kommt keine Tageszeitung - wohl aber der Wittener "Sonntagskurier". Er kommt in drei Exemplaren:
Einer steckt im Briefkasten, und zwei sind in die Zeitungsröhre gestopft. Denn die Austräger wollen ihren Teil an
Druckerzeugnissen rasch loswerden, so schnell es irgend geht.
Genau 50 gr wiegt so ein Blatt mit 24 Seiten, immerhin auf grauem Papier, also recycelt. Das ist ja ein Lichtblick, wobei ich
aber ungebeten drei Sonntagskuriere erhalte. Gleich hinter meiner Haustüre steht ein großer Blecheimer, in welchen ich
sofort, ohne einen Blick hineinzutun, die dreimal 50 gr Papier versenke, natürlich für den Papier-Container bestimmt. Lesen
will ich sie ja nicht!
Habe ich denn nicht vor ca. sechs Monaten bei der Zentrale dringend gebeten, mir solche Werbeblättchen nicht zuzustellen,
oder doch wenigstens nur e i n Exemplar, wenn es denn die Austräger gar nicht anders tun?
Immerhin fällt aus jedem Werbeblatt ein Bündel weiterer Werbeblätter:
1. Eines Von Wal Mart; die darin bunt abgebildeten Gegenstände sind mit Preisen versehen, die von der Zahl 9 nur so
triefen. 9.90 Euro ein "Langarm-Shirt", als "Sonderposten" vorgestellt. Andere Ware als „Niedrigpreis", Andere als
"Roll-Back", vorher 7,90 Euro, jetzt 5,90. Beigefügt ist die Notiz Prospektdruck auf 100% Altpapier". Schnell in den Blecheimer
damit!
2. Ein anderer Prospekt kommt von EDEKA: "Wir sind für Sie da", Hochglanz und farbig. Von "Recyclingpapier" lese ich hier
nichts, bevor ich auch diese "neukaufzeitung", 37 gr schwer, mit Unmengen von Neunern versehen, in den Blecheimer werfe.
16 Seiten.
3. Galeria Kaufhof, ebenfalls bunt auf Hochglanzpapier. "Sensationelle Angebote. Sagenhafte
Sparcoupons. Super aktuelle: Modetrends' " 19,95, Euro, 9,95 Euro, 6,95 Euro.
Selbst wenn ich Lust auf neue Ware hätte, dann merkte ich diesen Neuner-Trick beim, Zugriff
auf den Kundengeldbeutel – und wäre verstimmt. 12 Seiten. Kein Recyclingpapier. Auch diesen Prospekt, 24 gr schwer,
werfe ich in den Eimer.
Es sind also dreimal 120 gr Papier, das sofort nach Erhalt im Container landet, fast ein Pfund! Und hochgerechnet auf unsere
ganze Stadt mit ca, zwanzigtausend Briefkästen? Rechnet's euch aus!
Ich war am 15. Juli 04 in Köln und geriet in eine Ausstellung zum Thema "Raubbau an Fauna und Flora durch Holzeinschlag".
Schon vor dieser Reise hatte ich in den Ruhr-Nachrichten gelesen: "Urwälder sterben für Kopierpapier. Gorillas finden in
Afrika immer weniger Rückzugsgebiete und sind akut vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum, ihr Wald, wird zu
Fensterrahmen verarbeitet“. Wollen wir das, liebe AKUT Mitglieder? Treten wir nicht für die ganze Schöpfung ein?
In Kanadas Wäldern finden die Bären kein Futter mehr, da die Abholzung rasant fort schreitet. Die Bären fischen folglich im
Pazifik nach Nahrung und werden dort als Konkurrenten der Fischer betrachtet und abgeknallt. In Finnland, Schweden,
Portugal und Spanien, Brasilien und Chile fallen riesige Wälder der unersättlichen Zellstoffindustrie zum Opfer. Alle die Tiere,
deren Biotope wir Industrieländer bedenkenlos verbrauchen, gehen dabei zu Grunde.
In den Industrieländern ist die Nachfrage nach Druck- und Schreibpapieren seit 1960 auf das Achtfache angestiegen, die
Nachfrage nach Recyclingpapier ist jedoch seit Jahren drastisch zurückgegangen. Pro Jahr verbraucht jeder Bundesbürger
mehr als 230 Kilo Frischfaserpapier. Würden alle Menschen unserer Erde soviel Papier verbrauchen, dann wären die
Naturwälder mit all ihren Tieren bereits verschwunden.
Die „AKUTe Nachrichten“ werden auf 100 % Recyclingpapier gedruckt. Das war bei der Druckerei bisher auch kein Problem,
aber es wird leider immer schwerer ein Copyshop (für die Rundbriefe und kleinere Mengen Infomaterial) zu finden, der
dieses Papier auf Lager hat oder bereit ist es zu bestellen. A3 Papier müssen wir jetzt selber mitbringen!
V.K. Wichmann
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 21
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Die ganz andere Besinnung - Kawohls Massenposter zum Neujahr
Gott lässt Neues wachsen – und was bekommen wir zu sehen? Eine
Agrarwüste im Mondschein - Monokultur bis an den Horizont. In dieser
ausgeräumten Landschaft wächst nichts mehr außer „Nutz“pflanzen. Keine
Hecken oder Bauminseln, die die Bodenerosion durch den Wind aufhalten
oder Zufluchtsstätten für Vögel sind, die diese unendlich leeren Räume
nicht mehr überfliegen. Im Getreide sind gar die Spuren der Giftfahrzeuge
zu erkennen, die mehrmals im Jahr Tonnen von Agrochemie auf die
Fläche ausbringen. Das Gift befindet sich dann im Boden und degradiert
ihn weiter. Bodenlebewesen vom Bakterium bis zum Regenwurm sind
stark in Mitleidenschaft gezogen, Chemikalien im Grundwasser ein
Riesenproblem. Dank der Agrarindustrie ist der Feldhase zur bedrohten Art
geworden. Diese großflächig-industrielle Bodenausbeutung ist
verantwortlich für das unaufhaltsame massenhafte Artensterben, das
besonders unter den Insekten, Klein- und Kleinstlebewesen grassiert. Sie
sind für die Erhaltung der Böden unendlich wichtig und verschwinden leise
von der Landkarte ihres Schöpfers...
Bei der Umstellung auf biologische Landwirtschaft ist ein mehrjähriger
Übergang nötig, bis der Boden wieder einigermaßen sauber ist, damit
wirklich Neues wachsen kann.
Unsensibel und ignorant ist diese Kawohl-Produktion und auch ein Zeichen
dafür, wie blind die christliche Seele für die Natur ist. Aber wir haben ja noch das Jenseits und da ist dann wirklich alles neu.
Erkennt ihr denn nichts?
Pfr. Dr. Ulrich Seidel
Ansprache Im Gottesdienst am 24. Juni 2006 vor dem Franz-Penzoldt-Zentrum
(Tierversuchszentrum ) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
(von Pfr. Weking Weltzer)
Ich möchte beginnen mit einem Zitat:
"Heutzutage besteht ein Mangel an Denken, der charakterisiert ist durch Verachtung des Lebens.
Wir führen Kriege um Fragen, die durch vernünftige Überlegungen hätten gelöst werden können.
Niemand hat dabei gewonnen. Der Krieg tötete Millionen von Menschen, brachte Leiden über Millionen von Menschen und brachte Leiden
und Tod über Millionen von unschuldigen Tieren. Warum?
Weil wir nicht die vernünftige Denkweise der Ehrfurcht vor dem Leben besaßen... Wir sind alle miteinander geistig krank, weil es uns an
vernünftiger Denkweise fehlt. Es gibt kein anderes Heilmittel als die Ehrfurcht vor dem Leben,
und zu Ihr müssen wir gelangen.
Als Albert Schweizer diese Sätze schrieb, 1933, begannen schon die Vorbereitungen für die Shoa und für das größte Massensterben von
Menschen und Tieren das die Kriegsgeschichte kennt.
Was Schweizer unter "Mangel an vernünftiger Denkweise" versteht, formuliert er an anderer Stelle so:
"Es ist die Ansicht, dass die Ethik es nur mit dem Menschen und nicht auch mit den Geschöpfen zu tun habe."
Martin Luther hat den sich in dieser geistigen Krankheit meldenden Anthropozentrismus in einer seiner Auslegungen der Heiligen Schrift
treffend beschrieben:
"Alle Tiere lassen sich begnügen und dienen Gott mit Liebe und Lob, nur das schalkhafte eigennützige Auge des Menschen, das ist
unersättlich und ist doch ungeeignet dazu, dass es möchte voll werden:
um seines Undanks und Hochmuts willen, dass es obenan sitzen und der Beste sein will; es will nicht Gott ehren, sondern von ihm geehrt
sein."
Schärfer kann man anthropozentrische Selbstüberhebung in ihrer wahren Intention nicht kennzeichnen, die in ihrer Konsequenz so weit
gehen kann, den Tieren abzusprechen, beseelt zu sein und Schmerz und Freude zu empfinden.
Hindus und Buddhisten essen kein Fleisch. Weil sie sagen, dass auch im Tier "Atman" ist: Der göttliche Hauch. So sagt es auch die Bibel.
Mensch und Tier empfangen aus Gott ihr Leben, ihren Atem. In ihnen Pulsiert göttliches Leben. Und das ist es, was sie miteinander und
mit Gott im Tiefsten verbindet.
Es gibt eine indische Geschichte:
Ein Mann will dem Buddha begegnen. Aber der Buddha ist doch längst tot. Wie soll man ihn treffen können?
Ein Weiser sagt:
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 22
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Geh auf den Markt, da triffst du ihn. Ja, sagt der andere, aber wie soll ich ihn erkennen? Der Weise sagt: Sehr einfach. Du begegnest ihm
in jedem Menschen, in jedem Tier. Der erste Hund, der dir in den Weg läuft, das ist er.
Im Neuen Testament gibt es eine Geschichte, die eine ganz ähnliche Aussage enthält. Jesus Christus als Richter am Ende der Zeiten. Die
Menschen kommen zu ihm und er schickt die einen auf seine rechte Seite, die anderen auf die linke. Nach welchen Kriterien teilt er sie
ein? Er sagt: Alles, was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan, und alle Hilfe, die ihr meinen Brüdern versagt
habt, habt ihr mir versagt.
Er sagt nicht: Was ihr Gutes oder Böses getan habt, gilt gleichviel, als hättet ihr mir´s getan.Nein. Es heißt: Das habt ihr mir getan.
Das heißt doch: Ich bin es, dem ihr Gutes tatet oder versagtet. Denn ich bin in jedem Lebewesen.
Christus, der ganz aus der Liebe Gottes lebt, für den Gott der Schöpfer allen Lebens ist, auch der Pflanzen und der Tiere. Jesus grenzt die
Tiere nicht aus von den Menschen und die Menschen nicht von den Tieren. Deshalb ist es im Sinne Jesu und also in christlichem Sinne
folgerichtig und zwingend zu sagen:
Wenn ihr ein Pferd zu Tode schindet, schindet ihr mich. Wenn ihr das Los eines Tieres erleichtert, erleichtert ihr mir das meine. Wenn ihr
Tieren Leid zufügt, fügt ihr mir Leid zu. Indem ihr Tiere liebt und sie schützt, erweist ihr mir eure Liebe.
So gesehen heißt das doch:
Unsere Beziehung zu Gott, zu Christus, hat entscheidend etwas zu tun mit unserem Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen.
Alle Geschöpfe sind durch die Lebensbeziehung beseelt, die Gott, der Geist und Liebe ist, zu ihnen hat.
Wenn Menschen lieblos mit Tieren umgehen, ist ihre Beziehung zu Gott empfindlich gestört.
Ein Glaube, der die Mitgeschöpfe ausschließt, verweigert Gott, dem Schöpfer, die Ehre.
Wenn die Menschen aber lernen, ihre Mitgeschöpfe zu achten und zu lieben, sie von Schmerzen und Leiden zu befreien und ihnen ihre
Würde zurückzugeben, dann stehen sie bei Gott und Gott bei ihnen.
Unser leben ist nicht als Leben gegen die Tiere und Pflanzen oder über ihnen gedacht, sondern soll mit ihnen geführt werden.
Günter Altner:
„Eine christliche Tierethik muss sich von anthropozentrischen Weltentwürfen abwenden und eine biozentrische Ausrichtung nehmen.
Neben dem Grundsatz, dass Tiere durch den Geist Gottes beseelt sind wie wir, muss in der Neufassung einer Tierethik beim Leiden der
Tiere angesetzt werden: sie muss pathozentrisch denken, vom Leiden ausgehen und auf das Leiden antworten.
Der Ort, an dem wir stehen, ganz in der Nähe des Tierversuchszentrums könnte und sollte in dieser Hinsicht ein Ort der Neubesinnung
werden, ausgehend vom Leiden der Tiere. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die neueren und neuesten Forschungsergebnisse
und Erkenntnisse auf dem Gebiet der Tierversuche von den hier Tätigen und Verantwortlichen nicht in den Wind geschlagen werden,
sondern ernst genommen werden und dass die entsprechenden Konsequenzen daraus gezogen werden. Denn, so sagt ein
Wissenschaftler und zugegebenermaßen scharfer Kritiker von Tierversuchen:
Ein Großteil der Versuche an Tieren heute ist unnötig, weil schon längst beschrieben in der Literatur, und welch ein Aberglaube, wir
bekämen bessere Ärzte, wenn sie erst einmal durch die Schule der Mitleidlosigkeit, der Tierquälerei gegangen sind!
Nein, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Denn, wie Jeremy Bentham sagt:
„Der Tag wird kommen, an dem auch den übrigen lebenden Geschöpfen die Rechte gewährt werden, die man ihnen nur durch Tyrannei
vorenthalten konnte.“
Aber um dahin zu kommen braucht es viel Geduld und einen langen Atem. Und es wird hier wohl nicht anders sein, als es beim Problem
der Anerkennung der Menschenrechte von Sklaven und Schwarzen war. Denn jedes Problem muss die berühmte Stufenleiter der
Anerkennung erklimmen.
Zuerst wird es kaum beachtet oder lächerlich gemacht. Als nächstes wird es bekämpft. Und zuletzt gilt es als selbstverständlich
(Schopenhauer).
Ja, Geduld ist auf diesem steilen Weg wohl die wichtigste Tugend. Aber Gott ist mit denen, die mit den Tieren den von Bentham
verheißenen Tag herbeisehnen und daran arbeiten, dass er bald erscheinen möge.
Denn aus den Seligpreisungen Jesu vernehmen wir – und ich erinnere bewusst an sie an diesem Ort und in dieser Gemeinschaft, denn ich
wüsste nicht wo sie besser hinpassen könnten (Es ist eine freie Übersetzung von Friedrich Karl Barth für die Melodie, die wir dann singen
werden):
Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt. - Selig seid ihr, wenn ihr Lasten tragt - Selig seid ihr, wenn ihr lieben lernt Selig seid ihr, wenn ihr Güte wagt - Selig seid ihr, wenn ihr Leiden merkt - Selig seid ihr, wenn ihr ehrlich bleibt Selig seid ihr, wenn ihr Frieden macht - Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.
Und schließen möchte ich mit einem Gedanken von Albert Schweizer:
Albert Schweizer, der wohl aus mystischem Erleben zur Ehrfurcht vor dem Leben gefunden hat, aber auch in seiner tätigen und ganz
konkreten Liebe zu seinen Mitgeschöpfen die Liebe und die Nähe Gottes erfahren hat. Er drückt darin eine Erfahrung aus, die wohl
manchen von uns hier nicht fremd ist.
Er sagt:
„Wo in irgendeiner Weise mein Leben sich an Leben hingibt, erlebt mein endlicher Wille zum Leben das Einswerden mit dem unendlichen,
in dem alles Leben eins ist.“
Amen
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 23
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Veranstaltung vom 19.9.1992 in
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Kirche«, Darstellung der Entstehung und
Arbeit von AKUT e.V. mit Bildern. 92 S.
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Vortrag von C. Blanke. - Preis: 2,60 EUR
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sozialen und diakonischen Einrichtungen«
85 S. Dokumentation der Veranstaltung vom
9.11.94 in Frankfurt. - Preis: 1,50 EUR
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für die Stummen - Kirchenworte zum Thema
Tiere« (u.a. mit dem ersten Tierschutzwort
Nordelbiens »Für ein Ethos der
Mitgeschöpflichkeit«) Preis: 1,00 EUR
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Zeitschrift des
katholischen Bibelwerks e. V.“ Heft Nr. 166:
„Tier und Mensch. Biblische Impulse“ 32 S.
– Preis: 3, - EUR
____Heft „Gottesdienst zum Tag der
Mitgeschöpflichkeit – Ordnung für eine
Franziskusmesse und Vesper“ 31 S.
Herausgegeben vom nordelbischen
Kirchenamt - Preis: Gegen Porto
____Glauberger Schuldbekenntnis
Preis: 0.20 EUR
____Glauberger Fürbitte »Für Tiere beten«.
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___Predigt von Dr. Eugen Drewermann (der
auch Unterzeichner des Glauberger
Schuldbekenntnisses ist) beim Münchener
Kirchentag. - Preis: 0, 50 EUR
____»Da krähte der Hahn« - Kirche für
Tiere? Eine Streitschrift, Christa
Blanke, Verlag am Eschbach. - Preis
5,00 EUR
____Gotthard M. Teutsch: Lexikon der
Tierschutzethik. Verlag Vandenhoeck
& Ruprecht - Preis: 5,- EUR
____Gotthard M. Teutsch: Lexikon der
Umweltethik. Verlag Vandenhoeck &
Ruprecht (1985) - Preis: 4,- EUR
____Liederheft »So ein Spatz«, 16 Seiten,
mit den Liedern Peter Janssens Preis:
0,70 - EUR
____Eugen Drewermann: Von Tieren und
Menschen. Moderne Fabeln. Walter
Verlag 1998. - Preis: 5, - EUR
____MC »Damit die Erde Heimat werde«,
Musik Peter Janssens, mit Tierliedern von
Christa und Michael Blanke u.a.:
Mucksmäuschenstill, So ein Spatz, Bück
dich für den Wurm. - Preis: 7,50 EUR
____Guido Knörzer: Töten und Fressen?
Spirituelle Impulse für einen anderen
Umgang mit Tieren. Kösel Verlag
2001 - Preis. 5, - EUR
____MC Jesus einer von uns« Musikspiel
Janssens / Blanke. - Preis: 7,00 EUR
____MC »unkraut leben« Lieder zur
Begleitung des Kirchentages 77 in Berlin
-Preis: 7, - EUR
____MC »Das Tierparlament« ein
Musikspiel zu Tierversuchen und
Massentierhaltung - Preis: 7,50 EUR
____Singheft »Das Tierparlament« zu
gleichnamiger MC - Preis: 5, - EUR
____CD »Franz von Assisi« ein Musikspiel
von Wilhelm Willms und Peter Janssens
Preis: 10, - EUR
____VHS-Kassette mit der Predigt von Dr.
Eugen Drewermann, gehalten auf dem
Münchener Kirchentag. - Preis: 6,00 - EUR
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Gottesdienst vom 15.09.96 - Preis:
4,50 EUR
____VHS Kassette: Tut dem Kamel nichts
Böses an. Geliebte und andere Tiere im
Islam, ZDF 1996, 29 Minuten. 2. Die Würde
des Tieres. Der Mensch und seine
Mitgeschöpfe. BR 3 1994, 44 Minuten. 3.
Das Seufzen der Rinder. ZDF 1996, 30
Minuten - Preis. 3, - EUR
____CD »Damit die Erde Heimat werde Wir fassen uns ein Herz« Preis: 10, - EUR
____»Der Gerechte erbarmt sich seines
Viehs« - Eberhard Röhrig - Preis:
6, - EUR
____»Priester-Tierschützer -Vegetarier«
von K.-W. Bruno Waldthausen-Verlag. Preis: 6,- EUR
____Auf dem Weg zu einer Theologie für
Tiere. AKUT - Wie Kirche für Tier und
Mensch entsteht. Aus: Fuchs/Knörzer: Tier Gott – Mensch – Preis 1,00 EUR
____Mitgeschöpf Tier - Bewahrung der
Schöpfung praktisch. Herausgegeben von
der Arbeitsgemeinschaft der
Umweltbeauftragten in der EKD. 52 Seiten Preis: 3,50 EUR
____Rieg/Völlm/Feddersen/Gericke: »Über
Leichen zum Examen? Tierversuche im
Studium«. Ein Diskussions- und
Arbeitsbuch, 458 Seiten, mit zahlreichen
Fotos und Abbildungen. Preis: 2, - EUR
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Strasse
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Datum
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Unterschrift
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
„AKUT“ Termine 2007 Deutschland
(Bisher bekannte - Stand Mitte Februar 07)
Feste Termine:
Jeden letzten Dienstag im Monat um 20 Uhr
(außer Juli, August und Dezember) trifft sich der Arbeitskreis
Ehrfurcht vor dem Leben“ (Albert Schweizer) im Erasmushaus in
Tübingen
Belthlestraße 40
Im Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ finden sich Menschen
zusammen, denen die Erhaltung allen Lebens (nach Albert
Schweitzer) ein Anliegen ist. Dabei sind auch Mitglieder der
ökumenischen Bewegung AKUT (Aktion Kirche und Tiere).
Ì Näheres bei: Gerhard Büschel Tel. 07472 / 6597, Elfriede
Steckroth Tel. 07127 / 32634 oder Eckhard Rehling-Radzom Tel.
07121 / 509068
AKUT e. V. Lokalgruppe Hamburg
Jeden 1. Donnerstag im Monat: Gruppentreffen ab 16.00 Uhr – in der
Gemeinde „Zum guten Hirten“ Försterweg 12 (direkt am S. Bahnhof
Langenfelde)
am 3. Donnerstag - ab 18 Uhr - Stammtisch im Restaurant Kegel
wenige Gehminuten von der Gemeinde entfernt
Kontakt: Vivian K. Wichmann Tel. 040/ 6426361
Oder Pfr. Holger Janke Tel. 040/ 543 109
__________________________________________________
Freitag 02.03.07 - Sa, 03.03.07
Dialog Natur und Geist (LSI-Gruppe Hamburg)
Tagung: Eigenwert der Tiere?
In der Katholischen Akademie, Herrengraben 4, 20459 Hamburg
Leitung: Dr. Frank-Burkhard Meyberg
Veranstalter: Umwelthaus am Schüberg,
Teilnehmerbeitrag: 20,00 €; ermäßigt 15,00 €
Vegetarisches Abendbüffet: 6,75 €
Vegetarisches Mittagessen: 8,75 €
Anmeldung erbeten: Tel. 040 - 369 52-111, kah-programm@kkerzbistum-hh.de
Programm: http://www.katholische-akademie-hh.de/
16. bis 18. März 2007 Tagung in der ev. Akademie Bad Boll
„Die mit den Menschen Leben“
Wie sich heimischen und exotische Tiere (nicht) an bundesdeutsche
Lebensräume anpassen (lassen)
- Anmeldung bis spätestens 10. März 07 Tel. 07164 79-0
Dienstag d. 27. März 07 – 20 Uhr: Mitgeschöpf Tier
– Pfr. Dr. Kleinknecht
Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ (Albert Schweizer) im
Erasmushaus in Tübingen, Belthlestraße 40 (Siehe Ì)
Ostermontag d. 9. April 07 um 15 Uhr
Gottesdienst für Mensch und Tier im Franziskustierheim in Hamburg
– Lokstedter Grenzstraße 7.
Dienstag d. 24.04.07- 20 Uhr:
Der gute Hirte – Gottesbild und Schöpfungsauftrag für den Menschen
– Pfarrer Dr. Nikischin
Arbeitskreis „ Ehrfurcht vor dem Leben“ im Erasmushaus
in Tübingen, Belthlestraße 40 (Siehe Ì)
Sonntag d. 6. Mai 07 um 11 Uhr
Gottesdienst für Tier und Mensch in der Gemeinde „Zum Guten
Hirten“ in Hamburg-Langenfelde – Försterweg 12
Pastor Holger Janke AKUT e. V.
Danach: Regionaltreffen der Nordlichter
S. 24
Pfingstmontag d. 28.05.2007 11 Uhr: Gottesdienst für Zwei und
Vierbeiner
„Ein Platz für Tiere“ in der St. Johannis Kirche in Hamburg-Altona.
(Bei der Johanniskirche)
Mit Propst Dr. Gorski, Frau Pastorin Zoske und AKUT Hamburg.
Lebendig und kräftig und schärfer
6. – 10 Juni Kirchentag in Köln
AKUT e. V. ist mit einem Stand dabei
29. Juni. - 1. Juli 2007 (Fr 18.00h - So 8.30h)
Besinnungswochenende zum Thema Tiere
im Karmelistenkloster Birkenwerder
Thema: „Mit Gott die Tiere lieben“
Mit Frau Cornelia Kolla (AKUT e. V. Mitglied)
TKG (75, - Euro)
Anmeldung (bitte möglichst schriftlich) an: Karmelitenkloster /
Gästehaus Schützenstr. 12, 16547 Birkenwerder
Tel. oder Anrufentgegennehmer:
03303 / 50 34 19 - Fax: 03303 / 40 25 74
oder per E-Mail: exerzitienhaus@karmel-birkenwerder.de http://www.karmel-birkenwerder.de
Dienstag d. 25. September 07 – 20 Uhr: Manfred Kyber (1880 bis
1933) – Ein Lebensbild des Dichters, Tierschützers und Vegetariers
Peter Götz, Gründer und Vorsitzender der Manfred Kyber
Gesellschaft (AKUT e. V. Mitglied)
Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ im Erasmushaus in
Tübingen, Belthlestraße (40 Siehe Ì )
Mittwoch d. 3 Oktober 2007: 15.00 Uhr
Gottesdienst in der Hauptkirche St. Petri Hamburg. (Mönckebergstr.)
Mit Hauptpastor Christoph Störmer,
Dr. Thomas Schaack (Umweltbeauftragter in Nordelbien) und AKUT
Hamburg
Samstag d. 6. Oktober – 16 Uhr
Tierandacht in Uslar
im/ am Naturfreundehaus
Nähere Angaben einige Wochen vorher
Dienstag d. 30.Oktober 07 – 20 Uhr:
Kann die Natur ohne Jagd auskommen?
Kurt Eicher, Oberstudiendirektor
Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ im Erasmushaus in
Tübingen, Belthlestraße (40 Siehe Ì)
Dienstag d. 27. 11.07 – 20 Uhr: Christian Wagner, der Dichter,
Natur- und Tierschützer aus Warmbronn bei Leonberg
Arabella Unger
Arbeitskreis „Ehrfurcht vor dem Leben“ im Erasmushaus
in Tübingen, Belthlestraße 40 (Siehe Ì)
AKUTe Nachrichten 1/ 2007
S. 25
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Die Ernte der modernen Welt ist ein "geistloses" Leben
bzw. ein dem Tode verfallenes Dahinvegetieren. Denn nur
Aus dem Langenfelder Kirchenblatt
wo Gott ist, ist Leben! Oder anders gesagt: Wo Gott nicht
Gemeinde „Zum guten Hirten“, Hamburg
mehr ist, stirbt auch das Leben. Die Ernte ist der Tod! Der
Tod der Gesellschaft als soziales Miteinander von Jung
Was der Mensch sät, das wird er ernten!
und Alt. Der Tod der gerechten Verteilung der Arbeit! Der
Tod der Sonntagsruhe als Gemeinschaftstag! Der Tod
Dieses Wort des Apostels Paulus aus dem Galaterbrief
einer Weltgemeinschaft mit gleichen demokratischen
des Neuen Testamentes erinnert mich an die Weisheiten
Rechten!
meiner Großmutter, die immer sagte: "Wie man in den
Wald ruft, so schallt es heraus"!
Und diese Ernte macht auch vor der Kirche nicht halt!
Auch das Alte Testament in der Bibel hat solche Sprüche
Dort, wo kein lebendiger Geist Gottes herrscht, vergeht die
bewahrt, wie z.B. die bekannte Weisheit: "Wer zugrunde
Lebendigkeit. Unsere Gemeinde kann davon ein
gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor
(Trauer)Lied singen und auch andere Gemeinden erliegen
dem Fall." Die Erkenntnis aus diesen "Lebenserfahrungen"
diesem Wechsel von Saat und Ernte. Dass die
ist das enge Verhältnis von Handeln und Resultat bzw.
Kirchenbänke leer sind, so muß ein Kirchenglied kritisch
vom Tun und Ergehen des menschlichen Lebens: Das,
reflektieren, ist die Ernte der Arbeit der letzen Jahrzehnte.
was ich erlebe, steht immer im Zusammenhang mit dem,
Von Nichts, kommt nichts!
was ich tue!
Diese Weisheit, die seit Jahrtausenden überliefert wird,
bewahrheitet sich auch noch in unseren Zeiten und ist,
wenn man einmal auf Spurenlese geht, überall anzutreffen.
Da lese ich auf der einen Seite von den immer dicker
werdenden Deutschen - besonders der Kinder - und auf
der anderen Seite (der Zeitung) finde ich die so
verbreiteten Fast-Food-Angebote: "Ein tolles Menü in nur
drei Minuten!" Hier höre ich von den immer kranker
seienden
Menschen
und
dort
von
seiner
Bewegungsfaulheit: Von der Wohnung ins Büro, zum
Fernseher und zu Bett -am besten alles nur mit dem Auto.
Auch international gilt die Weisheit, denn auch ein Land
wie Amerika verspielt sein demokratisches Vertrauen,
wenn mit gefälschten und unwahren Behauptungen ein
anderes Land besetzt wird. Dass die Bevölkerung trotz der
Beendigung einer Diktatur nicht die 'Befreier' bejubelt, zeigt
die schlechte Ernte einer unehrlichen Saat. Die Bibel
entlarvt das anscheinend so gottverheißende Handeln mit
dem alttestamentlichen Spruch (14,34): "Gerechtigkeit
erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben."
Schon der Apostel Paulus kämpfte gegen das Leben
verachtende Treiben der Menschen, die sich allzugern
auch noch mit Gott im Bunde präsentieren. Denn
vorangestellt ist der o.g. Überschrift die Mahnung (Kapitel
6, Vers 7): "Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten.
Was der Mensch sät, das wird er ernten."
Die Ernte der "aufgeklärten" Neuzeit heißt Gen-Gemüse
und
Klonschafe,
Leichen-Kunst-Ausstellung
und
Embryonenforschung, Generationenneid und Alterssuizid,
Welthunger und Ölkriege. Das ist die schöne neue Welt
des selbstbewußten Menschen. Gottesehrfurcht kommt bei
den Menschen der zivilisierten Welt kaum mehr vor bzw.
Respekt vor der Schöpfung und dem Leben!
Die Menschen trennen sich nicht von guten Dingen oder
umgekehrt gesagt, trennt sich kein Mensch von etwas, was
ihn begeistert!
Es gilt umzudenken, das Land neu zu bestellen, wieder
von vorne anzufangen aufzubauen und eine Saat
auszustreuen, die Leben verheißt. Das wäre dann eine
echte Spaßgesellschaft, in der das wahre Leben blüht und
die Menschen begeistert die gute Botschaft Gottes hören
und dem Leben dienen.
Für diese Ernte setze ich mich gerne ein und beackere das
Feld in der Hoffnung, dass Gott die Saat aufgehen läßt.
Denn in der Bibel ist die Erfahrung der Menschen
festgeschrieben, und ich kann diese Erfahrung nur
unterstreichen
- und allen ehrlich und kritisch zugleich ans Herz legen!
Es ist, wie es geschrieben steht:
"Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Was der
Mensch sät, das wird er ernten."
Amen.
Ihr Pastor Holger Janke
Liebe Nordlichter, bitte merken Sie sich jetzt Schon den
Termin unseres nächsten Regionaltreffens vor!
Sonntag d. 6. Mai 2007, 11 Uhr!
Anfangen wollen wir dieses Mal mit einem Gottesdienst für
Mensch und Tier in der Kirche „Zum guten Hirten“ in
Hamburg-Langenfelde (Försterweg 12, direkt am S.
Bahnhof Langenfelde). Nach einer Pause geht es dann wie
gewohnt im Gemeindehaus weiter. Interessierte sind
herzlich willkommen.
„Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Heute Morgen habe ich diesen Psalmvers (36,7) gebetet – und er geht mir nach, den ganzen
Tag lang. Denn ich habe ihn mit meinen Mitbrüdern gebetet. Ich frage mich, was in ihnen wohl
ausgelöst wurde. Wohl nicht dasselbe wie bei mir. Ich bin seit 15 Jahren Vegetarier, vor allem
weil ich der Überzeugung bin, dass den Menschen weltweit und der Schöpfung insgesamt nur
dann geholfen werden kann, wenn wir uns in der Mobilität Einschränkungen auferlegen
(größtmöglichen Verzicht von Flugzeug und Auto) und wenn wir uns zu einer annähernd vegetarischen Lebensweise entscheiden. Der Gebrauch des Autos und der Fleischskonsum gehören
zu den größten Verursachern von Umweltzerstörung, Armut und Hunger.
Jetzt also das religiöse Motiv: Gott hilft Menschen und Tieren. Wie kann man dann noch Tiere
töten, Tiere essen. Mensch und Tier – oft steht dieser Ausdruck in der Bibel, um die
Gemeinsamkeit beider vor Gott und so die gemeinsame Natur herauszustellen. Von der Erde
sind beide genommen, auch das Tier lebt von der göttlichen Ruah, dem Anhauch Gottes. „Beide
haben ein und denselben Atem (Koh 3,19).“ Wenn wir das doch begriffen!
Gott hilft Menschen und Tieren. Ist nicht ein Gottesleugner, wer Fleisch isst, wenn dieser Satz
nur annähernd seine Richtigkeit hat?
Anton Rotzetter 1. Vorsitzender von AKUT – Schweiz
---------------------------------------------------------------------Aufnahmeantrag
Ja3, ich möchte die Arbeit von Aktion Kirche und Tiere (AKUT) e.V. - unterstützen
und werde Mitglied mit einem Jahresbeitrag von ...................... EURO. (Mindestbeitrag 30 € jährlich)
Vorname: .......................................................................Nachname: ....................................................................
Straße + Hausnummer: ........................................................................................................................................
PLZ + Ort: .................................................................................................................
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Den Beitrag zahle ich
( ) per Überweisung einmal Jährlich im Monat .....................( ) per Dauerauftrag einmal Jährlich im Monat.........................
( ) per Lastschrifteinzug von meinem Konto- Nr. ...................................................... BLZ: .....................................................
bei der Bank .............................................................................................................................................................................
Ort / Datum: ...........................................................
Unterschrift: .......................................................
> Für Fragen zur Mitgliedschaft: Telefon 040-642 63 61 - Bankverbindung: AKUT e. V. – Postbank Frankfurt – BLZ 500 100 60 – Kto 459 197 606
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