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Inhaltsverzeichnis Warum der Blick zurück - StudentenDorf Lübeck

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Inhaltsverzeichnis
Warum der Blick zurück?..............................................2
Wie alles anfing.............................................................3
Leben im Jugenddorf....................................................8
Der Jugenddorfrat........................................................12
Die Jugenddorfzeitung.................................................15
Das Sommerfest damals und heute.............................17
Wechsel des Wohnheimbetreibers...............................20
Ein neues Wohnheim entsteht.....................................26
Heimratsveranstaltungen der Jahre 2005­2008...........27
Der Grillplatz................................................................29
Das Stress...................................................................33
Der Dorfkrugbrand.......................................................34
Stockwerksleben..........................................................35
1
Warum der Blick zurück?
„Früher war das hier ganz anders...“ Diese Aussage habe ich
während meiner Zeit im Wohnheim oft gehört. Von Bewohnern, die ein paar Jahre vor mir eingezogen sind. Und ich bin
mir fast sicher, dass sie wiederum von ihren Vorgängern das
gleiche gehört haben. War früher alles anders? Alles besser?
Was war anders? Was ist heute besser? Der Blick zurück kann
Inspiration für die Zukunft sein. Mit Mythen aufräumen und
neue Ideen für das Zusammenleben im Wohnheim liefern.
Diese Chronik beinhaltet natürlich nur einen kleinen Ausschnitt
der rund 40 Jahre, in denen das Wohnheim schon existiert.
Die Auswahl ist vor allem durch die Materialien bestimmt, die
mir der Heimrat des Studentendorfes und das Archiv des
Christlichen Jugenddorfwerkes zur Verfügung gestellt haben.
Für die Unterstützung beim Verfassen der Chronik möchte ich
mich bedanken bei allen, die mir „von alten Zeiten“ erzählt haben sowie beim Heimrat des Studentendorfes und dem Archiv
des Christlichen Jugenddorfwerkes.
Lübeck, November 2008
Shirin Pornak
2
Wie alles anfing...
Die Geschichte unseres Wohnheims beginnt mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD). Das CJD bezeichnet sich als „sozialpädagogisches Bildungs­ und Ausbildungswerk“ und ist heute an über 150 Standorten in Deutschland vertreten. Zu den Arbeitsbereichen des CJD gehören u.a. Jugendhilfe, berufliche Bildung und Behindertenförderung. Im September 1965 wurden in Lübeck die ersten zwei Häuser eines Jugenddorfes für Studenten fertiggestellt. Dr. Christopher Dannenmann vom Christlichen Jugenddorfwerk erklärte das neue Jugenddorf zu mehr als nur einer Wohnmöglichkeit für Studenten. „Der Student sollte vielmehr ein gemeinsames Leben kennenlernen, das er selbstverantwortlich führt und für andere mit ermöglicht.“1 Die Gefahr der „einseitigen geistigen Orientierung“ im Studium sollte gebannt werden, indem die Bewohner durch das gemeinschaftliche Leben eine Art „Grundbildung“ erlangten und „den ganzen Menschen sehen“ lernten. Das Fachstudium sollte nur „daneben“ durchgeführt werden.
1 Dr. Christopher Dannenmann im Grußwort der Chronik „10 Jahre Jugenddorf Lübecker Studenten“ von Adolf Sievert
3
Eröffnung des Jugenddorfes am 1. September 1965
Am 1. September 1965 bezogen die ersten Bewohner das Wohnheim. Zu diesem Zeitpunkt standen die Häuser 13 und 15, die Platz boten für 192 Leute. Die Gemeinschaft entwickelte sich nicht gleich so, wie Dannenmann es sich vorgestellt hatte. Adolf Sievert, langjähriger Verwaltungsleiter des Wohnheims, schreibt: „Viele 4
Bewohner können im Jugenddorf nicht mehr als eine passable Wohngelegenheit erblicken und begegnen dem Appell an gemeinschaftliche Initiative und aktive Mitverantwortung mit Skepsis“.2
Die Situation besserte sich, als ein gemeinsamer Mittagstisch eingerichtet wurde. Das Essen, das von einer Großküche angeliefert wurde, soll nicht besonders gut gewesen sein, aber die Bewohner kamen miteinander ins Gespräch. So kam es 1966 zur ersten Wahl des Jugenddorfrates.
2 Dr. Christopher Dannenmann im Grußwort der Chronik „10 Jahre Jugenddorf Lübecker Studenten“ von Adolf Sievert
5
Mittagstisch im Gemeinschaftsraum
Am 1. September 1969 wurde das Wohnheim um ein weiteres Haus (11) und damit auf 320 Bewohner erweitert. Mit dem dritten Haus kam auch eine Cafeteria hinzu, die zunächst provisorisch mit von der Lübecker Bevölkerung gespendeten Möbeln ausgestattet wurde. Später wurde die Erstaustattung ersetzt und ein Essensbereich und Clubbereich geschaffen. Zum Mittagessen mit Hauptgang und Nachtisch fanden sich täglich bis zu 100 Gäste ein.
6
Essensbereich der Cafeteria
Clubecke der Cafeteria
7
Leben im Jugenddorf
Es gab verschiedene Möglichkeiten, die Freizeit im Jugenddorf zu verbringen. Von der sportlichen Seite her gab es zum Einen den Tischtennisraum, zum Anderen seit den 70er Jahren einen Sportplatz, auf dem Tennis, Volleyball, Basketball und Hand­
ball gespielt werden konnte. Der Mehrzweck­Sportplatz
Regelmäßige Kammermusik­ und Klavierabende wurden von Studenten für Studenten veranstaltet. Teilweise spielten die 8
Musikantinnen und Musikanten auch auswärts und brachten Preise mit nach Hause.
Kammermusikabend im Jugenddorf am 26.05.1971
9
Veranstaltung des 16­köpfigen Ensembles um Peter Neuborn im Dorfkrug am 27.04.1974
Einer von Bewohnern und Mitarbeitern des Jugenddorfes ge­
schriebenen Chronik lässt sich entnehmen, dass es im Jahr 1974 zahlreiche Hobbygruppen im Wohnheim gab, die eine 10
Teilnehmerzahl von 5 bis 30 aufwiesen: „Judo, Schwimmen, Volkstanz, Briefmarkenclub, Fotogruppe, Amateurkabaret, Sprachunterricht (Französisch und Deutsch für Ausländer)“3
Im September 1974 kamen für die Freizeitgestaltung ein zwei­
ter Tischtennisraum, ein Fotolabor und ein Raum für Holz­ und Metallarbeiten hinzu. Außerdem sorgte der Jugenddorfrat, auf den später näher ein­
gegangen wird, für ein abwechslungsreiches Leben im Wohn­
heim.
Freizeit 3 „Jugenddorf Lübecker Studenten. Kleine Chronik. 1965­1974“ von den Bewohnern und Mitarbeitern des Jugenddorfes, 29. Juli 1974
11
Eine Statistik aus der Chronik „10 Jahre Jugenddorf Lübecker Studenten“ von Adolf Sievert gibt Aufschluss über die Zusam­
mensetzung der Bewohnerschaft von 1965 bis 1975. Insge­
samt lebten in dieser Zeitspanne 1137 Studierende im Jugend­
dorf, davon waren 13,5% weiblich. Im ersten Jahrzehnt des Ju­
genddorfes waren 12% der Bewohner/innen ausländischer Herkunft, wobei die Norweger/innen und Iraner/innen am stärksten vertreten waren.
Der Jugenddorfrat
Um das Zusammenleben im Jugenddorf demokratisch zu ge­
stalten, gab es einmal im Semester eine Bewohnervollver­
sammlung, auf der die Gemeinschaft betreffende Beschlüsse gefasst wurden und der Jugenddorfrat gewählt wurde. Zwei Wochen vor der Vollversammlung (VV) gab es eine Parla­
mentssitzung mit Stockwerksvertretern und dem Jugend­
dorfrat, auf der die Themen der VV festgelegt wurden. Diese Strukturen sind heute noch gleich, nur heißt der Jugend­ dor­
frat jetzt Heimrat. 12
Der Jugenddorfrat wurde im Gegensatz zu heute in geheimer Wahl gewählt. Er hatte sieben Mitglieder/innen, von denen jede/r ein besonderes Aufgabengebiet hatte. Beispiele aus ver­
schiedenen Jahren sind: Jugenddorfsprecher/in, Beauftragte/r für ausländische Studierende, Bastelwerkstatt, Beauftragte/r für Sport, Öffentlichkeitsarbeit, Fotolabor, Beauftragte/r für Um­
welt, Kultur, Jugenddorfzeitung. Der Jugenddorfrat traf sich zu wöchentlicher Sitzung mit dem Jugenddorfleiter.
Eine wichtige Aufgabe des Jugenddorfrates war, Veranstaltun­
gen zu organisieren, um die Gemeinschaft im Wohnheim zu fördern. Es wurde regelmäßig das Sommerfest ausgerichtet, außerdem Infoabende für Neueingezogene, diverse Feten im Dorfkrug und Mensa­Feiern. Oft wurden die Einnahmen von Feten für wohltätige Zwecke gespendet. 13
Frühlingsball 20. März 1971
14
Im Jahr 1982 veranstaltete der Jugenddorfrat einen Nachmit­
tag mit körperlich und geistig Behinderten aus Lübeck. Zusammen ruderten sie auf einem See, spielten Spiele auf einer
Waldlichtung, saßen ums Lagerfeuer, grillten und sangen Lieder.
Eine Tradition war auch die Übernahme von Patenschaften für
Kinder in benachteiligten Teilen der Welt, u.a. Indien und Afrika. Der Jugenddorfrat schickte den Kindern Briefe und Päckchen und unterstützte sie finanziell.
Die Jugenddorfzeitung
Die Jugenddorfzeitung wurde monatlich vom Jugenddorfrat
herausgegeben. Sie enthielt Artikel von Jugenddorfratmitgliederinnen und -mitgliedern, Bewohnerinnen/bewohnern und
dem Verwaltungsleiter. Einige Ausgaben sind noch vollständig
vorhanden und können beim Heimrat eingesehen werden.
Hier eine Auswahl von Inhalten aus den Jahren 1980-1983:
●
Briefe an das Patenkind und vom Patenkind
●
„Was ist im Iran los?“
●
Reisetipps
●
„Ein Ausländer berichtet über sein Heimatland- diesmal:
15
Bayern“
●
Gedichte
●
Ankündigung des Verwaltungsleiters: Mietpreiserhöhung
●
Anleitung zur Apfelweinherstellung
●
Veranstaltungsankündigungen
●
Tipps zum Energiesparen
●
Ankündigung eines Tischtennisturniers
●
Ausruf eines Fotowettbewerbes
●
„Eine-Mark-Aktion“: Aufruf, eine DM zusätzlich zur Miete zu überweisen, die an Hilfesuchende und wohltätige
Vereine gespendet werden soll
●
Protokoll der Vollversammlung
●
Aufruf zum Boykott der Volkszählung
16
Vorderseite der Zeitung des Jugenddorfes
Lübecker Studenten vom April 1983
Das Sommerfest damals und heute
Das Sommerfest ist eine Tradition, die sich von den frühen Tagen des Wohnheims bis heute gehalten hat. Selten braucht
eine Veranstaltung des Heimrates so viel Planungsaufwand
und Vorlaufzeit wie das Sommerfest. Das Konzept sieht meist
17
verschiedene Essens-, Getränke- und Spielestände vor, es
wird gegrillt, Musikgruppen sorgen für Stimmung.
Zu den Sommerfesten in Jugenddorf-Tagen habe ich nur wenig in Erfahrung bringen können. 1978 und 1979 veranstaltete
der Jugenddorfrat ein Sommerfest für die Lübecker Kinderheime und Studenten. Es wurde eine Tombola abgehalten, dessen Erlös an ein Lübecker Kinderheim und eine Behinderteneinrichtung ging.
1982 gab es vor Festbeginn ein Fußballturnier. Der Gewinn
des Sommerfestes betrug 2140 DM und wurde für verschiedene wohltätige Zwecke gespendet. Der Großteil ging an eine
Impfaktion in Mali, bei der Kinder mit einer Schluckimpfung gegen Polio immunisiert wurden. Den Rest bekamen bedürftige
Studenten sowie eine studentische Kindertagesstätte in der
Kahlhorststraße.
18
Ankündigung des Fußballspiels im Rahmen des
Sommerfestes am 25. Juni 1982
Das Sommerfest 2006 fiel auf den Tag des Eröffnungsspiels
der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland am 6. Juni
2006. Nach dem Sieg der deutschen Mannschaft herrschte
Hochstimmung. Verpflegung gab es vom Grill, Waffel- und
Chilistand. Verschiedene Spielestände sowie eine ReggaeBand (Oneness) sorgten für Unterhaltung, im Workshop-Zelt
konnten eigene Stühle gebaut werden.
19
Sommerfest 2006
Wechsel des Wohnheimbetreibers
Das Jugenddorf wurde im Dezember 1990 an das Studentenwerk Schleswig-Holstein verkauft. Die demokratischen Strukturen im Wohnheim sind bis auf wenige Änderungen weitgehend
gleich geblieben.
Jeder Bewohner des Wohnheims ist Mitglied der „studentischen Heimselbstverwaltung“. Diese soll das Zusammenleben
im Wohnheim organisieren, Gemeinschaftseinrichtungen gestalten und Belange der Bewohner gegenüber dem Studentenwerk Schleswig-Holstein vertreten.4 Daher kommt die Bewoh4 Satzung der studentischen Selbstverwaltung des Wohnheimes Studentendorf Lübeck vom 25.10.2005
20
nerschaft einmal im Semester auf der Bewohnervollversammlung zusammen, um den Heimrat zu wählen, der sich den
oben genannten Aufgaben besonders annimmt. Dass leider
nur ein Bruchteil der Bewohnerschaft zu den Vollversammlungen erscheint, ist kein neues Phänomen, wie die folgende
Übersicht zeigt.
Stimmberechtigte Teilnehmer/innen der
Bewohnervollversammlungen 1994-2008
Jahr
Stimmberechtigte
Teilnehmer/innen
05/1994
47
11/1994
55
05/1995
55
11/1995
59
05/1996
84
11/1996
68
04/1997
58
11/1997
49
04/1998
38
11/1998
52
07/2004
21
11/2004
24
04/2005
40
10/2005
32
21
04/2006
49
11/2006
65
05/2007
24
11/2007
47
04/2008
40
Der Heimrat besteht aus 9 Haussprecherinnen/Haussprechern
(seit Bau der Häuser 5,7a,7b), einer/einem Vorsitzenden, einer/einem zweiten Vorsitzenden, einer Kassenwärtin/einem
Kassenwart und einer leitenden Stresswirtin/einem leitenden
Stresswirt. Die konsequente Verwendung von geschlechtergerechter Sprache soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass
der Heimrat zur Zeit (Stand 2008) nur aus männlichen Mitgliedern besteht. Wie sieht im Einzelnen die Arbeit des Heimrates
aus?
Es gibt zum Einen feste Aufgaben, die jedes Semester anfallen, wie die wöchentliche Heimratssitzung, das Abhalten von
Parlamentssitzung und Vollversammlung sowie die Teilnahme
an ZAA und Kuratoriumssitzung. Der ZAA, Zentraler Aufnahmeausschuss, tagt meistens einmal pro Semester und berät
über Abschluss und Verlängerung von Mietverträgen. Die Kuratoriumssitzung ist u.a. eine Gelegenheit für studentische Vertreter der Wohnheime Schleswig-Holsteins, Interessen gegenüber dem Studentenwerk zu formulieren.
22
Zum Anderen überlegen sich die Heimratsmitglieder/innen jedes Semester aufs Neue mit welchen Veranstaltungen und Aktionen die Gemeinschaft im Wohnheim gefördert werden soll.
Das Semesterprogramm variiert somit ständig je nach Interessen, Ansichten und Fähigkeiten der Heimratsmitglieder/innen
und auch der Bewohner/innen, die immer eingeladen sind ihre
Ideen einzubringen. Eine Auswahl der Veranstaltungen der
letzten Jahre folgt im nächsten Kapitel. Die Haussprecher/innen übernehmen in der Regel zusätzlich einen Wartposten aus
einem Bereich, um den sie sich besonders kümmern. Eine
Übersicht der verschiedenen Bereiche und der damit verbundenen Aufgaben bietet die folgende Tabelle.
Übersicht der Wartposten des Heimrates aus dem Jahr 2006
Aufgaben aller Heimratsmit- - eigenverantwortliche Ausglieder/innen
schussarbeit:
z.B. selbstständige Organisation von
Veranstaltungen und Projekten, Abrechnung
in
Vertretung
der
Bewohner/innen an ZAA und
Kuratoriumssitzung
teilnehmen
- Sitzungsprotokolle verfassen
- Mitgliederlisten erstellen
- an wöchentlicher Heimratssitzung teilnehmen
- Semesterprogramm (z.B.
23
Veranstaltungen)
erstellen
und durchführen
- Einzelaufgaben (z.B. Plakate
designen und aufhängen, Kopieraktionen, Angebote einholen, einkaufen)
Werkzeug
- Verleih von Werkzeug
- regelmäßige Inventur und
Erstellung einer Werkzeugliste für die Bewohner/innen
- Pflege und Wartung (z.B. Akkus laden)
- Vorrat an Verbrauchsgütern
wie Bohrer, Sägeblätter etc.
aufrechterhalten
- Neuanschaffungen
Sport
- Verleih von Sportartikeln
- Erstellung einer Liste der
verleihbaren Sportartikel
- Wartung und Pflege
- Neuanschaffungen
- Sportturniere anregen und
organisieren
Spiele
- Verleih von Gesellschaftsspielen (Führen einer Verleihliste)
- Erstellen und Aushängen
von Spielelisten
- Kontrolle auf Vollständigkeit
und Zustand
- Neuanschaffungen
- Spieleabende und Turniere
organisieren
24
Grill
- Verleih von Grillbedarf (z.B.
Grillroste, Zangen, Anheizer)
- Pflege und Wartung des
Grills und des Zubehörs
Lager
- Verwaltung des Lagers (Ordnung, Verleihlisten)
- Pflege und Wartung (z.B. fegen)
- Neuanschaffungen (z.B. Regale, Kisten)
Büro und Tiefkühl
-Verwaltung des Büros (Ordnung, Verleihlisten)
- Tiefkühlwarenbestand kontrollieren, nachbestellen (z.B.
Eis)
- Tiefkühlkassenführung (Abrechnung, Wechselgeld)
-Verkauf organisieren (z.B.
Veranstaltungen Werbung)
- Neuanschaffungen
Soziales
- Informationen und Adressen
der Beratungs- und Sozialdienststellen bereithalten
- Beratung und Vermittlung in
Konfliktfällen
- Förderung der Integration
von Minderheiten (interkulturelle Veranstaltungen, Interessenvertretung, Vorurteile abbauen)
- Sprachbarrieren vermindern
helfen (Übersetzungen, Dolmetschen)
25
Website
- Pflege und Wartung der Webinhalte (News, Forum, Gallery, Server etc.)
- Verwaltung der E-MailAdressen
- rechtlicher Ansprechpartner
(Admin-C) für die Domain www.heimrat-hl.de, haftbar für Inhalt und technischer Ansprechpartner
Ein neues Wohnheim entsteht
Mitte der 90er Jahre wurde das Wohnheim um die Häuser 5,
7a und 7b erweitert. Diese bestehen aus 160 Wohneinheiten,
die in Form von Zweier- bis Vierer-WGs strukturiert sind. Die
Bewohner entschieden sich dafür, mit dem „alten“ Wohnheim
zusammen einen gemeinsamen Heimrat zu bilden.
Heimratsveranstaltungen der Jahre 2005-2008
Im Folgenden eine Auswahl von Heimratsveranstaltungen der
letzten Jahre.
26
Newcomerparty: Seit einigen Jahren veranstaltet der Heimrat
zu Beginn jedes Semesters einen Infoabend im Dorfkrug für
neue und „alte“ Bewohner/innen. Es gibt einen kleinen Vortrag
über das Wohnheim und den Heimrat, gefolgt von einem Buffet. Im Anschluss daran haben die Neulinge die Gelegenheit,
ihre Mitbewohner/innen bei der Newcomerparty näher kennenzulernen.
China Party (04.05.2007 und 30.11.2007): Gemeinsam mit chinesischen Studentinnen und Studenten veranstaltete der
Heimrat im Jahr 2007 zwei Feten mit chinesischen und deut27
schen Elementen. Es gab chinesisches Essen, Karaoke und
Partyspiele wie „Reise nach Peking“ und „Eierlaufen“ mit Stäbchen und Tischtennisbällen.
China Party am 30.11.2007
Pokerturnier: Mehrmals wurden im Dorfkrug Pokerturniere abgehalten. Zu gewinnen gab es Sachpreise für die drei besten
Spieler.
Müllsammelaktion (12.12.2006): Unter dem Motto „Erst entmüllen dann grüllen“ wurde zunächst das Wohnheimgelände
gesäubert und anschließend gemeinsam gegrillt.
28
Orientalischer Abend (13.12.2007): Gemeinsam mit dem Asta
der Fachhochschule wurde der Orientalische Abend mit orientalischem Essen, Musik und Shisha organisiert. Ein Höhepunkt
war der Auftritt einer Bauchtänzerin.
Spielebrunch: Ab und an räumt der Heimrat die Gesellschaftsspiele aus dem Heimratsbüro in den Dorfkrug, kauft
Brötchen, Obst und Kuchen und lädt die Bewohner/innen ein
zum geselligen Spielebrunch.
Der Grillplatz
Im Jahr 1994 beschloss der Heimrat einen Grillplatz zu errichten und rief zu diesem Zweck einen Wettbewerb unter den Bewohnerinnen/Bewohnern aus. Wer den besten Entwurf für
einen Grillplatz präsentierte, sollte 100 DM als Preis bekommen.5
Im Folgenden eine Auswahl der eingegangenen Vorschläge:
5 Protokoll der Heimratssitzung vom 19.09.1994
29
30
Der Siegervorschlag- Bild von 2007 nach
Sanierungsmaßnahmen
Die Finanzierung des Grillplatzes gestaltete sich zunächst
schwierig. Der Bau des Grillplatzes sollte laut Kostenvoranschlag ca. 11.700 DM kosten. Die Heimratskasse gab jedoch
nur 7.000 DM her. Einen Ausweg bot die Possehl-Stiftung, die
1995 3.000 DM für die Errichtung des Grillplatzes spendete.
Der Bau des Grillplatzes wurde durch Bewohner/innen durchgeführt und kostete insgesamt ca. 11.500 DM.6
6 Protokoll der Vollversammlung am 13.11.1996
31
Kostenvoranschlag für den Grillplatz, 19957
7 entnommen einem Schreiben des Heimratsvorsitzenden Jörg Richter an die Possehlstiftung vom 9.08.1995
32
Das Stress
In der Wohnheimkneipe „Stress“ haben schon Generationen
von Bewohnerinnen und Bewohnern ihren Abend ausklingen
lassen. Ursprünglich „der“ (Clubraum) Stress, hat sich mittlerweile „das“ Stress fest in den Wohnheimsprachgebrauch eingegliedert. Wie der Name für den Bewohnertreffprunkt entstanden ist, habe ich leider nicht herausfinden können. Das
Stress ist ein Ausschuss des Heimrates und wird von der leitenden Stresswirtin/dem leitenden Stresswirt geführt, die/der
von der Vollversammlung für die Amtszeit von zwei Semestern
gewählt wird. Durch sie/ihn und weitere Wirtinnen/Wirte aus
der Bewohnerschaft wird das Stress betrieben.
In der Satzung unseres Wohnheimes8 heißt es dazu:
„Die Wirte leiten den „Stress“, welcher eine Alternative zu den
kommerziell betriebenen Gaststätten ist. Er ist ein dem Studentenbudget der Bewohner angepaßter Treffpunkt der Geselligkeit und Kommunikation. Zur Entlohnung erhalten die Wirte
eine vom Leitenden Wirt in Abstimmung mit dem Heimrat festgelegte Umsatzbeteiligung.“
Bekannt ist das Stress vor allem für den Cocktailabend jeden
8 „Satzung der studentischen Selbstverwaltung des Wohnheimes Studentendorf Lübeck“ vom 25.10.2005
33
Donnerstag und den Kinoabend Freitags. Im Sommersemester
2008 ist das Stress im Dorfkrug untergebracht, nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen an Haus 15 wird es wieder wie gewohnt im Erdgeschoss von Haus 15 zu finden sein.
Der Dorfkrugbrand
Ein trauriger Tag in der Geschichte des Wohnheimes ist der
24.07.1996. Bei einem Brand des Dorfkruges, der auf Haus 11
übergriff, kam ein Bewohner ums Leben. Die Bewohner/innen
mussten evakuiert werden, das Haus wurde vollständig geräumt und gesäubert. Die offizielle Brandursache war ein technischer Defekt in der Lichtanlage des Dorfkruges. Das gesamte Inventar des Dorfkruges wurde zerstört, dem Heimrat entstand ein Schaden von ca. 25.000 DM.9 Der neue Dorfkrug
wurde 1998 fertiggestellt. Er ist nahezu identisch mit dem abgebrannten, ist jedoch nach Wunsch der Bewohner/innen mit
einem Musikprobenraum ausgestattet.
9 Protokoll der Vollversammlung am 13.11.1996
34
Quelle unbekannt
Stockwerksleben
Mit dem Sommersemester 2008 begannen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen des Hauses 15. Bis zum November
2008 wurden die ursprünglich etagenweise organisierten
35
Wohneinheiten zu 3er- und 2er-Wohngemeinschaften umgebaut. Der Umbau der Häuser 11 und 13 soll in den nächsten
Jahren folgen.
Zur Zeit bilden in Haus 11 noch 16 Bewohner/innen eine
Wohngemeinschaft, in Haus 13 und 15 sind bzw. waren es 12.
Jede/r hat ein eigenes Zimmer (ca. 12 m²) mit Waschbecken
und teilt sich mit den Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern
eine Küche, zwei Toiletten, zwei Duschen und einen Gemeinschaftsraum. In Haus 11 gibt es einen gemeinsamen Balkon,
in Haus 13 und 15 sind/waren stattdessen die Gemeinschaftsräume größer.
Das Wohnen in einer Etagen-Gemeinschaft ist aus meiner
Sicht eine ganz besondere Form des Zusammenlebens. Man
lernt die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Kulturen
kennen und findet schnell Freunde. Vor allem ist man nie allein- im Gemeinschaftsraum oder in der Küche ist fast immer
jemand, mit dem man sprechen und etwas unternehmen kann.
Natürlich muss man für diese Gemeinschaft offen sein, um
nicht gleich nach einem Semester die Flucht zu ergreifen. Die
Wände sind so dünn, dass man den Nachbarn husten hört- da
kommt es schon öfter vor, dass man Musik erdulden muss, die
einem überhaupt nicht gefällt. Aber wenn alle Rücksicht auf
36
einander nehmen, kommt es selten zu Konflikten.
Ein leidiges Thema ist und war schon immer die Sauberkeit.
Bei 16 Leuten summieren die individuellen Nachlässigkeiten in
der Küche sich rasant zu einem Müllberg. Doch auch diesen
kann man in den Griff kriegen, wenn jede/r hinter sich sauber
macht und auch mal einen Teller abwäscht, den jemand anderes stehen lassen hat.
Legendär sind die Stockwerksfeten in den alten Häusern. Der
Gemeinschaftsraum ist schnell zur Tanzfläche umfunktioniert,
die Küche zur Bar, die Flure bieten Raum zum Unterhalten.
37
Gemeinschaftsraum Haus 11/Stock 1
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