close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Gottesdienst, So. 19. Oktober 2014 Gottes Wege gehen: Wie Gottes

EinbettenHerunterladen
Gottesdienst, So. 19. Oktober 2014
Gottes Wege gehen:
Wie Gottes Möglichkeiten in unsere Reichweite kommen
Lass mich deine Wege erkennen, damit ich dich erkenne und Gunst finde in deinen Augen!
2. Mose 33, 13
Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. ... Da sandten die
Schwestern zu Jesus und liessen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. Als Jesus das
hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes ... Er ... blieb noch
zwei Tage an dem Ort, wo er war; ... Da sagte Jesus ihnen frei heraus: Lazarus ist gestorben; und ich bin froh
um euretwillen, dass ich nicht dagewesen bin, damit ihr glaubt. Aber lasst uns zu ihm gehen! ... Als Jesus
kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. ... Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und sah
ihn, fiel sie ihm zu Füssen und sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht
gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
ergrimmte er im Geist und wurde sehr betrübt. ... Einige aber unter ihnen sprachen: Er hat dem Blinden die
Augen aufgetan; konnte er nicht auch machen, dass dieser nicht sterben musste? Da ergrimmte Jesus
abermals und kam zum Grab. ... Jesus sprach: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta ...: Herr, er stinkt
schon; denn er liegt seit vier Tagen. Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber ... rief mit lauter Stimme:
Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füssen und
Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweisstuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und
lasst ihn gehen!
Johannes 11, 1 - 44
Thema: Göttliche Wege verstehen und gehen
Wie kommen wir im Reich Gottes zu dem, was für uns noch ausser Reichweite liegt? Jesus zeigt hier mit der
Auferweckung von Lazarus, wie sehr es ihm daran liegt, dass wir auf die göttlichen Wege kommen, die uns
mehr und grössere Dinge des Himmels real zugänglich machen. Jesus brennt richtig darauf, dass die Leute
glauben, dass Lazarus wieder aufersteht. Jesus steht hier unmittelbar vor seinem Weg ans Kreuz. Es liegt ihm
sehr am Herzen, den Jüngern und dem ganzen Volk nochmals dramatisch das Wesen und die Kraft des
Reiches Gottes vor Augen zu führen und ihnen zugänglich zu machen. Weil Jesus hier sein ganzes Anliegen
auf den Punkt bringt, kann man gut erkennen, was göttliche Wege sind. Was es heisst, eine Jüngerin, ein
Jünger von Jesus zu werden. Man könnte sogar sagen: Jesus übertreibt es etwas. Jemanden vom Tod zu
erwecken, aus der unsichtbaren Welt zurückzuholen, der schon vier Tage begraben ist, geht an die Grenze.
Man könnte Jesus sogar unterstellen, extra so lange gewartet zu haben, um das Wunder der Auferweckung
möglichst eindrücklich erscheinen zu lassen. Und wie dieser Grufti dann bis zum Kopf eingewickelt in Tücher
und Binden aus der Grabhöhle stapft - das sieht man wirklich nicht jeden Tag. Jesus drängt darauf, etwas
Krasses zu tun, damit die Leute tief beeindruckt sind und sich ihnen einprägt, was es mit der göttlichen Kraft
auf sich hat und dass wir Dinge glauben sollen, die völlig ausserhalb unserer Reichweite liegen.
Menschliche Wege
Alle menschlichen Kulturen haben ihre bestimmen Wege (Routinen, Denkweisen), etwas zu tun, z.B. sich zu
ernähren, sich medizinisch zu versorgen, Häuser zu bauen, zu wohnen, die technischen Probleme zu lösen,
sich zu alkoholisieren, die Fragen des Lebens zu erklären usw.. Um Mitglied einer bestimmten Kultur zu sein,
sich darin bewegen und entwickeln zu können, muss man die Wege dieser Kultur kennenlernen und darin
wachsen. Wir verbringen einen Grossteil unserer Zeit damit, die Wege unserer postmodernen westlichen
Kultur besser zu verstehen, Kurse zu machen, Neues kennen zu lernen. Wir lernen einen Beruf, wir lernen
Sprachen, wir lernen sehr viel über Hightech, über Fitness und Lifestyle. Wir können auf Berge klettern, aus
Flugzeugen springen, auf Brettern Schneehänge heruntersausen, mit teuren Autos bei jedem Wetter an
beliebige Orte fahren, Flüge buchen und umher jetten. Schon Kinder lernen mit Smartphones umgehen und
E-mails zu schicken. Und immer strecken wir uns dabei aus nach dem, was bisher noch ausser Reichweite
Gottes Wege gehen: Wie Gottes Möglichkeiten in unsere Reichweite kommen
war. Ich liebe 80jährige Grossmütter, die mit einem iPad hantieren!
Wir Menschen lieben es, neue Wege und verschiedene Wege kennen zu lernen: Wer geht nicht gerne
chinesisch essen oder italienisch, besucht die Sauna, benutzt die Lifestyle-Errungenschaften aus dem Silicon
Valley, drückt sich gern mit einem eleganten englischen Wort aus, findet, einige seien noch bei den
Höhlenbewohnern stehen geblieben. Archäologen können ihre Funde aufgrund gewisser Eigenschaften
zeitlich und örtlich genau bestimmen. So sind einige einzigartige Schmuckstücke aus der Zeit der Pfahlbauer,
die auf dem Schnidejoch im Berner Oberland gefunden worden, eindeutig dem Wallis zuzuordnen. Denn das
Wallis gehörte über das Rhonetal zum südeuropäischen Kulturraum des Mittelmeers. Dort hat man ganz
andere Formen und Methoden benutzt, Schmuck herzustellen.
In der Kriminalistik war schon immer das Spurenlesen sehr wichtig. Vor Jahrzehnten entwickelten einige
Profiler-Pioniere Methoden, um bei einem Verbrechen die “Handschrift” des Verbrechers lesen zu können.
Denn auch Verbrecher haben die Eigenart, gewisse Dinge immer wieder auf die genau gleiche Art zu tun. Das
hat der Fähigkeit der Polizei, Verbrechen aufzuklären, neue Dimensionen geöffnet. Die Fahndungsmethoden
der Polizei wurden auf eine ganz neue Grundlage gestellt und sie begannen, neue, viel erfolgreichere Wege
zu gehen, Verbrechern das Handwerk zu legen.
Wir Menschen können gar nicht anders, als einen bestimmten Denk- und Handlungsweg zu gehen. Aber allen
Menschen gemein ist, dass sie bei aller Unterschiedlichkeit schlicht und einfach menschliche Wege
beschreiten.
Dann gibt es die göttlichen Wege: Sie unterscheiden sich grundlegend von irdischen Wegen. Göttliche und
menschliche Wege mögen äusserlich manchmal ähnlich erscheinen. In Wirklichkeit unterscheiden sie sich
fundamental. Als Nachfolger von Jesus ist es kein Nice-to-have, auf göttlichen Wege zu gehen. Um im Reich
Gottes zu leben und darin zu wachsen, sind sie ein absolutes Must-have. Jesus dränt darauf, dass die Leute
verstehen, dass sie diese Kraft haben können, die selbst Tote auferweckt! Jesus findet: Man muss das haben!
Gott hat uns durch Jesus so viel geschenkt und zugänglich gemacht. Das alles kommt tatsächlich in unsere
Reichweite, wenn wir die göttlichen Wege beschreiten und darin wachsen. Hier in dieser Lazarus-Geschichte
sehen wir, wie Jesus alles daran setzt, damit die Dinge seines Reiches in unsere Reichweite kommen.
Der Ausdruck, "auf Gottes Weg" gehen, durchzieht die ganze Bibel. Es ist wichtig, schon als ganz junger
Mensch bewusst auf Gottes Weg zu kommen und wenn man älter wird, ist das noch viel wichtiger. Denn Gott
hat noch viel auf Lager für uns! Später im Leben hat Gott noch grosse Dinge mit uns vor und die Gefahr, dass
wir Gottes Ziel mit unserem Leben verpassen, ist nicht nur real, sie ist wahrscheinlicher als dass wir es
schaffen. Das meint nicht, dass wir von Gott verworfen werden, überhaupt nicht. Der christliche Mainstream
heute sagt: Es ist alles wunderbar! Aber ich sehe bei Jesus etwas ganz anderes. Gott will uns nicht
überfordern, deprimieren oder uns das Gefühl geben, wir hätten eh keine Chance. Jesus sagt hier genau
nicht: Das ist doch gut, dass Lazarus jetzt im Himmel ist. Nein, er ergrimmt und weint darüber, dass das alle
denken! Er will genau das Gegenteil! Es ist wichtig zu lernen, Gottes Wege zu gehen und den Zugang zu dem
bekommen, was jetzt noch ausser Reichweite für uns ist.
Druckformatvorlagen
Damit wir das göttliche Ziel unseres Lebens nicht verpassen, ist es wichtig, uns ehrlich einzugestehen, wo es
in meinem Leben göttliche Werkzeuge und Verheissungen gibt, dir für mich noch "ausser Reichweite" sind.
(Powell, Der Dienst der Befreiung, S. 169) Denn wir können nur wachsen, wenn wir wissen, wo genau wir
wachsen wollen. Ich finde die Fähigkeit von uns Menschen, Dinge lernen und begreifen zu können, etwas
vom Spannendsten im Leben. Als junger Pfarrer habe ich mit einem anderen Pfarr-Freund zusammen meinen
ersten Computer gekauft und dann die ersten Gehversuche mit dem Word-Textverarbeitungsprogramm
gemacht. Ich fand das sehr spannend und wollte einfach damit umgehen können. Dann habe ich im
Handbuch gelesen, dass man ganze Text-Absätze per Tastenbefehl auf bestimmte Weise formatieren kann,
z.B. eine Überschrift, ein Lead zu Beginn eines Artikels oder eine bestimmt Schriftart, Schriftgrösse, fett oder
kursiv, ein bestimmter Einzug usw.. Ich fand das cool: Man drückt einfach Ctrl und eine bestimmte Taste Tschack! - und schon sieht der ganze Textabsatz genau so aus, wie man das will. Phantastisch. Das Problem
war nur, dass ich nicht verstanden habe, wie man diese "Druckformatvorlagen" programmiert. Es war für mich
ein ganz neues Denken. Schon nur dieser Ausdruck: "Druck-Format-Vorlagen". Da kann man sich richtig
bildlich etwas darunter vorstellen... Der Typ, der diesen Ausdruck erfunden hat, muss ein richtiger Praktiker
2
Gottes Wege gehen: Wie Gottes Möglichkeiten in unsere Reichweite kommen
gewesen sein! Ich habe in diesem dicken Handbuch über Druckformatvorlagen gelesen und gelesen und
wieder gelesen und habs lange nicht gescheckt. Aber plötzlich ging mir ein Licht auf! So ist es mit den
geistlichen Gaben und Werkzeugen, die Gott uns gibt.
Es ist sehr, sehr wichtig, dass wir uns die Verheissungen und die ganze göttliche Vollmachts-Ausrüstung von
Jesus, die für uns jetzt noch "ausser Reichweite" sind, unbedingt aneignen! Damit wir es uns aneignen
können, müssen wir uns auch eingestehen, dass wir es noch nicht beherrschen, z.B. Kranke zu heilen, die
Stimme des Hl. Geistes so zu hören, dass wir entsprechend handeln können, seinen Trost und Frieden
vollständig in uns zu haben, Dämonen erkennen und austreiben, unsere Geistesgaben kennen und anderen
damit dienen usw. usw..
Jesus ist nicht nur auf die Erde gekommen, um für uns zu sterben. Er ist gekommen, dass wir uns
buchstäblich seinen Tod und seine Auferstehung a n e i g n e n und real in seinem Sieg laufen lernen!
Der beste Weg, uns diesen ganzen Reichtum, diesen ganzen Schatz, diese ganze Ausrüstung und Vollmacht
anzueignen, besteht darin, von ganzem Herzen Gottes Wege zu suchen, zu verstehen und zu gehen! In
dieser Lazarus-Geschichte sehen wir bei Jesus drei allgemeine Eigenschaften für göttliche Wege, die uns die
Dinge des Himmels in Reichweite bringen:
I. Im Vater ruhen
Es ist interessant, wie Jesus auf solche Botschaften wie die von der Krankheit von Lazarus reagiert hat. Das
kam ja offenbar regelmässig vor, dass jemand in einem Notfall zu Jesus schickt wie man einer Ambulanz
anruft. Interessanterweise hat Jesus nie wie ein Notfallsanitäter reagiert. Keine Eile, kein Blaulicht, nicht
einmal eine beruhigende Reaktion. Der Grundanstand hätte es ja geboten, wenigstens zu sagen: Keine
Angst, ich habe es im Griff, wir gönnen dem Lazarus einen kleinen Ausflug in den Himmel. Ich habe dort gute
Kontakte zum Chef und hole ihn dann wieder zurück. Take it easy!
Aber Jesus sagt gar nichts. Er lässt seine Freunde voll in diese Beerdigung und diese Verzweiflung laufen. Er
nimmt es zur Kenntnis, dass jemand am Sterben ist und macht in aller Ruhe da weiter, wo er gerade dran ist.
Man hätte meinen können, es sei ihm völlig gleichgültig, dass die Tochter des Jairus oder eben Lazarus ihr
Leben aushauchen oder nicht und die Angehörigen daran verzweifeln. Jemanden sterben zu sehen, kann
leicht ein traumatisches Erlebnis sein, das müsste Jesus eigentlich wissen!
Aber Jesus ist nicht gleichgültig. Er lebt durch den Hl. Geist in der engen (Gebets-)Verbindung zum Vater im
Himmel. Dadurch weiss er, was auf der Erde passiert und es sind ihm alle Möglichkeiten des Himmels
zugänglich. Jesus weiss, was sich abspielt in deinem Leben und was zu tun ist, bevor du es ihm sagst. Das ist
die wichtigste Grundlage und Eigenschaft von Gottes Wegen. Noch einmal: Jesus ist nicht nur gekommen, um
uns zu retten, sondern um die Schätze des Himmels hier auf der Erde in unsere Reichweite zu bringen.
Barbara Joss hat letzten Sonntag über Dankbarkeit gepredigt. Dankbarkeit ist ein wichtiges Kennzeichen
einer nahen Beziehung zum Vater im Himmel. Wer es lernt, gerade in Schwierigkeiten und Nöten Gott zu
danken, der wächst in den Möglichkeiten des Himmels hier auf der Erde, sie kommen mehr in seine
Reichweite.
Schon in meiner letzten Predigt habe ich über das Gebet gesprochen. Ich habe gesagt, dass der Prophet
Daniel durch sein Beten - also durch seine enge Beziehung zu Gott - seine Partnerschaft mit Gott aktiviert und
gelebt hat. Genau darum geht es für uns hier in Europa ganz besonders: Wir müssen verstehen, dass w i r
allein es sind, die durch das Gehen der Wege Gottes, besonders durch die Beziehung zu Gott, die Dinge des
Himmels in unsere Reichweite bringen. Gott hat seinen Job schon gemacht, indem Jesus gekommen und der
Hl. Geist ausgegossen worden ist. Also: Erstens in diese enge Gebets-Verbindung zum Vater im Himmel
kommen. Lernen, durch das Gebet in die völlige Ruhe des übernatürlichen Friedens von Gott zu kommen.
Das hat nichts zu tun mit Ignoranz und so tun als ob. Deshalb braucht es eine echte Gebetsbeziehung, in der
unser Geist mit Gottes Geist synchronisiert wird. Die Smartphone-Generation weiss, was synchronisiert heisst:
Was im Herzen des Vaters ist, kommt jetzt in unser Herz. Synchronisieren ist ein anderes Wort für beten.
Jesus war immer mit seinem Vater synchronisiert. Er ruhte immer in der Beziehung zu seinem Vater im
Himmel. Da konnte ein Sturm das Boot zum Sinken bringen, er fühlte sich so geborgen und schlief selig
hinten im Boot. Da konnten Besessene zu ihm kommen, er blieb ganz ruhig und vertrieb die Dämonen. Da
konnten tausende ohne Essen sein, er blieb völlig ruhig und gab ihnen zu essen.
3
Gottes Wege gehen: Wie Gottes Möglichkeiten in unsere Reichweite kommen
Jesus hat ein Problem mit dem Tod
Ich frage mich, weshalb Jesus Beerdigungen absolut nicht leiden konnte? Sie wären doch eine Möglichkeit
gewesen zum Evangelisieren! Bill Johnson hat ja herausgefunden, dass Jesus alle Beerdigungen, an denen er
teilnahm, ruiniert hat inkl. seiner eigenen! Weshalb war das wohl so? Weshalb hat Jesus den Auftrag, Tote
aufzuwecken in seinen Jüngerauftrag genommen, wenn es doch über Jahrhunderte praktisch niemand macht?
Jesus hatte ein Problem mit dem Tod, ja er hatte einen besonderen Hass auf den Tod! Der Grund ist zweifellos,
weil Jesus das Leben ist. Durch ihn wurde alles geschaffen, was geschaffen worden ist und der Tod zerstört
genau das, was Jesus geschaffen hat. Jesus ist die schöpferische Hand Gottes, der Tod ist die zerstörende
Hand des Teufels. Im Tod begegnet Jesus also seinem Intimfeind! Aber es gibt noch einen anderen Grund: Weil
Jesus weiss, dass er selbst sterben wird, ja dass er ein Mensch geworden ist, um zu sterben und den Tod zu
besiegen, deshalb liegt es Jesus besonders am Herzen, dem Tod schon im Voraus klar und deutlich zu zeigen,
dass er besiegt ist und dass Jesus gekommen ist, um diesen Sieg nun zu vollbringen. Deshalb ist der Tod der
letzte Feind, der einmal endgültig besiegt werden wird (1. Korinther 15, 26).
Frage: Kenne und finde ich immer wieder die völlige Ruhe und Einheit mit dem Vater im Himmel?
2. Glauben
Die beiden anderen Kennzeichen der Wege Gottes bauen auf diesem Ruhen im Vaterherz auf. Das Erste ist
Glaube. Wenn es ein Schlüsselwort für Jesus gibt, dann ist es glauben. Zwei sehr populäre
Missverständnisse über glauben sind 1. Glauben wird mit hoffen verwechselt. Aber das sind zwei
verschiedene Haltungen. Viele sagen: Ich habe so geglaubt, dass ich geheilt werde. Aber sie haben eher
gehofft als geglaubt. Hoffen ist auch gut, aber glauben ist etwas anderes. 2. An Heilung zu glauben ist nicht
eine Kraft, die wir aus uns selber freisetzen. Diese Art von Glauben kommt aus uns selbst und führt zu
Verkrampfungen. Der Glaube, von dem Jesus hier redet, kommt aus diesem Synchronisiertsein mit dem
Vaterherzen. Diese Art von Glaube ist eine Garantie oder Besitzurkunde (Hebräer 11, 1) für Gehofftes. Diese
Art von Glauben schaut auf Jesus und geschieht durch den Hl. Geist. Diese Art von Glauben öffnet eine Türe
in uns, indem sie darauf vertraut und das empfängt, was von Gott her kommt. Viele haben einmal geglaubt
und sind enttäuscht worden. Jetzt haben sie leider ihr Herz verschlossen. Das ist vom Teufel! Niemand hat so
Angst vor der Kraft des schlichten Glaubens, wie der Teufel. Deshalb dürfen wir ihm den Gefallen nicht tun
und seinen Enttäuschungsköder schlucken. Es ist entscheidend, Glaube immer wieder zu wecken durch das
Ruhen im Vaterherz.
Frage: In welchem Bereich / welcher Situation meines Lebens wünsche ich mir diese Art von Glauben?
3. Befehlen und regieren
Weil wir Schweizer ein Problem mit der Monarchie haben, haben wir auch ein Problem mit dem Reich Gottes.
Aber der Vater im Himmel ist ein Patriarch im besten Sinne des Wortes. Er ist der Vater, der Urheber aller
Schöpfung, aller Autorität. Er ist der, der mehrt, fördert, wachsen lässt. Er autorisiert, ermächtigt,
bevollmächtigt. Der Vater im Himmel hat alle seine Weisheit und Macht seinem König Jesus übertragen.
Jesus hat alle seine Macht und Weisheit seinen Jüngern übertragen. Auf der Grundlage dieser
Gebetsbeziehung zum Vater im Himmel und des Glaubens, der sich dem Hl. Geist öffnet, können auch wir
heute im Namen von Jesus gebieten und befehlen. Das hat nichts mit Machtfantasien zu tun, sondern ist ein
Gebot, dass uns Jesus hinterlassen hat. So funktioniert sein Reich. Wir brauchen nicht immer wieder Gott um
das zu bitten, was wir selbst tun müssen. Es ist ein grundlegender Weg Gottes, anzunehmen, zu verstehen
und darin zu wachsen, im Namen von Jesus zu befehlen, zu gebieten, zu regieren. Vielleicht gibt es Leute, die
das missverstehen und missbrauchen. Viel schlimmer ist es, etwas aus Angst oder weil es nicht unsere
Mentalität ist, nicht zu gebrauchen. Es ist der Hl. Geist selbst, der uns hilft, dieses Jünger-Werkzeug des
Regierens und Befehlens in Demut und Kühnheit anzuwenden und darin zu wachsen.
Frage: Wage ich dem Hl. Geist zu vertrauen und so zu „befehlen“, wie er es mir zeigt?
4
Walter Wieland
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
179 KB
Tags
1/--Seiten
melden