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Glaubenskurs: Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes (4. Treffen

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Glaubenskurs: Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes (4. Treffen)
Wie kann ich Gottes Geschenke annehmen?
Das größte Geschenk, das Gott uns macht, ist Er selber.
Steilen Sie sich vor, jemand bringt Ihnen ein wunderschön verpacktes
Geschenk, Sie freuen sich von Herzen und nehmen das Geschenk an. Ein
Jahr später kommt der Besuch wieder und das schön eingepackte
Geschenk steht immer noch unausgepackt bei Ihnen im Regal.
Wer will nicht gerne ein schönes Geschenk bekommen? Besonders dann,
wenn es etwas Kostbares enthält. Das Geschenk, das Gott uns macht, ist
er selbst. Der dreifältige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist,
schenkt sich uns. Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass wir
dieses Geschenk annehmen.
Wenn ich ein besonderes Buch geschenkt bekomme, habe ich es nur dann
wirklich angenommen, wenn ich es auch lese.
Gott ist wertvoller als alles, was jemals in einem Buch stehen könnte. Er ist
mein Schöpfer, er liebt mich, er will, dass mein Leben gelingt. Durch den
Heiligen Geist will er in mir wohnen. Schon in meiner Taufe und Firmung
hat er sich mir geschenkt. Ausgepackt äst dieses Geschenk erst, wenn ich
Gott in meinem Leben den Platz gebe, der ihm zukommt. Wenn Gott in
meinem Leben Gott sein darf. Das ist der Sinn unseres Taufversprechens.
Es hilft uns Gottes Geschenk anzunehmen. Es hilft uns offen zu werden für
das Geschenk des Heiligen Geistes. In diesem Kapitel werden wir darüber
nachdenken, wie das geschehen kann.
Urkirche:
Schauen wir zurück auf den Ursprung der Kirche. Am Pfingsttag erleben
viele Menschen, wie auf die Apostel und Maria der Heilige Geist
ausgegossen wird. Petrus erklärt ihnen, was geschieht. Da trifft es sie
„mitten ins Herz", und sie sagen zu Petrus und den übrigen Aposteln: „Was
sollen wir tun?" (Apg 2,37). „Wie können auch wir den Heiligen Geist
empfangen?''
Petrus antwortet: „Kehrt um und jeder von euch iasse sich auf den Namen
Jesu Christi taufen zur Vergebung der Sünden; dann werdet ihr die Gabe
des Heiligen Geistes empfangen" (Vers 38). - „Kehrt um und lasst euch
taufen" oder auch „Kehrt um und sagt Ja zu eurer Taufe". Das ist der Weg,
den Heiligen Geist zu empfangen.
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Die Apostelgeschichte:
Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und
den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen:
Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi
taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des
Heiligen Geistes empfangen. Apg. 2,37f.
Was bedeutet: »kehrt um ...?«
Es heißt, mich umdrehen,
mich wegdrehen von allem,
was einem Leben mit Gott
widerspricht, und mich zu
Gott hindrehen, der die Liebe
ist. Im Bild: Mich wegdrehen
von allem Dunklen und mich
in die Sonne drehen, die mich
warm und liebevoll bescheint
Oder anders ausgedrückt:
Umdrehen und mich von Gott
umarmen lassen.
Es ist in erster Linie ein
Umdenken — Metanoia —
eine Umkehrung dessen, was
bisher für mich oft fraglos gültig war. Es ist ja nicht einfach
eine Haltungsänderung, sondern viel tiefer: eine Änderung
einer sieht auf mich, die Welt
und auf Gott. Ich kann mir das in der Regel nicht einfach vornehmen wie
einen Einkauf. Es geht meist mit einer Erschütterung einher, mit der
Anerkenntnis meiner Begrenztheit, meiner Verwundung — ich kann so
nicht weitermachen und muss mich nach einer neuen Möglichkeit
umschauen, wie es gehen könnte.
Die meisten von uns sind ais Kinder getauft. Und doch erleben wir oft nur
wenig von der Kraft des Heiligen Geistes. Das hängt vielfach damit
zusammen, dass wir nicht so leben, wie es unserer Taufe entspricht. »Ja
sagen, zu meiner Taufe«, das heißt, Jesus im konkreten Alltag immer
wieder als Herrn meines Lebens anzunehmen und mich von seinem
Heiligen Geist leiten zu lassen.
Das könnte jetzt gleich wieder moralisierend und damit falsch verstanden
werden — doch darum geht es nicht: Was habe ich falsch gemacht? Wo
bin ich wieder einmal auf der falschen Spur?
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Wir müssen - gerade im Jahr des Glaubens - aufpassen, dass wir nicht in
einen glaubensmäßigen Aktivismus verfallen. Der glaube ist nicht zu
„machen" und ich kann auch den Heiligen Geist nicht „zwingen", zu mir zu
kommen bzw. mein Handeln zu leiten. Das wäre doch eine etwas einfache
und mechanische Sicht auf den Glauben, der doch ein Leben in Beziehung
sein will. Wie jede Beziehung ist da nichts zu »machen« - und doch lebt
eine Beziehung davon, wie sehr ich in sie »investiere«.
Röm 6,3.11
Im Römerbrief lehrt Paulus, dass auch wir als Getaufte unser ganzes
Leben auf Gott ausrichten: Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf
Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Jod getauft worden sind? ... So
sollt auch ihr euch ais Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber
für Gott leben in Christus Jesus (Röm 6,3 und 11).
Paulus ist klar: Das braucht Zeit Durch die Taufe sind wir leider noch nicht
ganz »tot für die Sünde« und wir leben auch noch nicht ganz »für Gott«.
Aber wir wollen es und sollen es. Umkehr ist zuerst eine Entscheidung und
dann eine lebenslange Aufgabe.
»Sünde« — ein belastetes Wort. Zu einem im heutigen gesellschaftlichen
Verständnis; zum anderen in der Erfahrung der älteren Generation: Hier
wurde viel Angst und Unsicherheit geschürt, verbunden mit der Sicht, dass
Gott uns für unsere Sünden straft. Gerade letzter Gedanke hat in vielen
Herzen — trotz gegenteiliger Behauptungen — eine Distanz zu Gott
hervorgebracht, aus der heraus natürlich eine glaubwürdige Mission nicht
möglich war. Wie kann ich jemandem einen liebenden Gott nahe bringen,
wenn ich selbst - in den Tiefen meines Herzens! - nicht daran glaube?!
Sünde.
»Sünde« vom althochdeutschen »Sonderung« = »Absonderung« meint in
von seiner Wurzel her: ich sondere mich von Gott ab. Das hat aber in der
Regel einen Grund. Selten geschieht ja etwas aus rein böser Absicht. In
irgendeiner Weise versuche ich, doch das Gute zu verwirklichen — und
wenn es »nur« das Gute für mich selbst ist (Egoismus). Es hat seinen
Grund, warum ich dieses Gut einem anderen gut vorziehe.
Wenn ich mich von Gott absondere, dann stimmt einfach etwas in der
Beziehung nicht. Aus welchem Grund auch immer habe ich das empfinden,
ich komme zu kurz!
So, wie es in einer Beziehung, einer Freundschaft gemeinsame
Tage/Zeiten der Reflexion geben sollte, so ist es natürlich auch mit Gott:
Einkehr, Stille, das Gespräch mit einer Person, die sich auf geistliche Dinge
»versteht«; das Lesen eines geistlichen Schriftstellers; Exerzitien und
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natürlich auch die Beichte (ein wunderbares Sakrament!) - Gott sagt mir
durch ein »Instrument« ausdrücklich zu, dass das, was hinter uns liegt,
tatsächlich hinter uns ist, vorbei und vergessen. Es steht nicht mehr
zwischen uns — wobei ich es immer bin, der sich versöhnen muss, meist
mit meinem Bild von mir selbst. Es geht darum, mein Bild von mir selbst
mehr und mehr an das Bild anzunähern, das ER von mir hat.
Ich empfinde es als hilfreich, wenn wir in der Fastenzeit gemeinsam 40
Tage unterwegs sind und uns in diesen Wochen etwas »in Ruhe lassen«,
damit die Besinnung auf das Wesentliche der Gottesbeziehung wieder
gelingen kann. Dafür braucht es Zeiten der Ruhe und Einkehr! (Idee von
gemeinsamen Exerzitien für ein Woche in der nächsten Fastenzeit?)
In diesen Wochen der Fastenzeit sollen wir uns auf die Erneuerung
unseres Taufversprechens in der Osternacht vorbereiten — dem folgt 50
Tage später die Feier des Pfingstfestes: wir werden wieder befähigt, aus
der Begleitung des Herrn heraus unseren Alltag zu gestalten.
Vorsicht: Wir feiern in der Liturgie immer
»alles« — es ist jetzt schon Ostern, also
wir leben aus dem Glauben an den Auferstandenen; natürlich ist uns jetzt schon
der Heilige Geist gesandt; natürlich leben
wir aus der Freude der Weihnacht — wir
Menschen haben Riten und Jahreszeiten
nötig: wir lernen aus der Wiederholung
heraus, die nie eine Rückkehr zu Früherem ist, sondern eher wie eine Spirale zu
verstehen ist. Wir sind in der Nähe des
Anfangs, aber gleichzeitig auch wieder
näher am Zentrum heran!
Erneuerung des Taufversprechens.
In der nächsten Woche soll im Seminar die Möglichkeit bestehen, das
Taufversprechen zu erneuern. Anders als im Begleitbuch angesprochen
wird es dabei aber weniger um den Versuch gehen, das »Sprachen- oder
Zungengebet« zu sprechen. Dies ist ein möglicher Zugang zu einer
vertieften Beziehung mit Gott. Aber mir selbst liegt dieser Zugang weniger
und ich kann nicht etwas weitergeben, was ich selbst nicht in dieser Weise
praktiziere — da ist jeder Mensch nach Persönlichkeit auch anders.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir uns vor dem Heiligen Geist „drücken"
wollen. Im Gegenteil: Ich werde uns allen die Möglichkeit bieten, in einer
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Zeit der gemeinsamen Stille ein Atemgebet zu erproben, das uns die Nähe
Gottes erschließen kann. Dem wird die Erneuerung des Taufversprechens
folgen. Wer dies noch bekräftigen möchte, kann hier die Salbung mit dem
Öl empfangen, das für die Kranken vorgesehen ist: Dass wir uns
»absondern« hat seinen grund- unsere Beziehung zu Gott ist »krank«,
beschädigt. Er selbst kommt mir, uns entgegen und möchte, dass diese
Bereiche in unserer Beziehung wieder gesund werden oder erstmals heilen
können.
Ich selbst lege also großen Wert auf den »Heilenden Christus«, den ich
selbst so unzählige Male als wirkmächtigen Freund erfahren habe. Sein
Heilen an uns geschieht immer im Heiligen Geist.
Zur Vorbereitung wollen wir das Taufversprechen jetzt genauer betrachten. Es will uns helfen, unser Leben
tiefer auf Gott auszurichten, indem es
unsere Umkehr zum Ausdruck bringt.
Erst sagen wir dreimal „Nein" zu
allem, was einem Leben mit Gott
widerspricht: »Ich widersage«". Dann
drehen wir uns gleichsam um zum
dreifaltigen Gott und sprechen ihm
dreimal unser Vertrauen aus: „Ich
glaube."
Widersagst du dem Bösen, um in
der Freiheit der Kinder Gottes
leben zu können?
• Sünden nehmen mir die Freiheit.
• Wenn ich anfange zu lügen, dann
verstricke ich mich immer mehr und
lebe in Angst, dass das Lügengebäude auffliegt.
• Wenn ich stehle oder betrüge, dann
muss ich in der dauernden Sorge
leben, dass mein Betrug aufgedeckt
wird.
• Wenn ich schlage und Gewalt
anwende, werde ich bald in einer Atmosphäre von Gewalt und Misstrauen leben und vielleicht sogar selber Opfer der Gewalt werden.
Der Umgang mit meinen Süchten, denen letztlich eine unerfüllte Sehnsucht
zugrunde liegt. Suchtmittel, ungeordnete Sexualität, Arbeit machen mich in
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dieser Sicht nicht frei — und dennoch suche ich in ihnen etwas, was sie
nicht erfüllen können.
Mit meinem Taufversprechen entscheide ich mich, meine Sünde Gott zu
bekennen und sie zu meiden, damit ich frei bleibe für ihn und das Wirken
seines Heiligen Geistes.
Das bedeutet in der Regel, erste einmal zu entdecken, wo meine »Sünde«
steckt, wo der Grund dafür ist, dass ich mich vor Gott »verberge«. Die Tradition der Kirche spricht hier von den Wurzelsünden: Neid, Geiz, Vollere!,
Hochmut, Wollust, Trägheit, Zorn - wir können dem noch die Angst hinzufügen.
»Tod«sünde, weil sie den Kontakt mit Gott unterbricht - und das bedeutet
letztlich Tod in seiner religiösen Denkweise!
Eine Todsünde reicht bis in die Kleinigkeiten meines Alltags hinein und so
können mir gerade diese Kleinigkeiten ein Hinweis sein, wo etwas ganz
anderes im Argen liegt.
Das fängt im Kleinen an. je mehr ich mich Gott zuwende, je mehr sein Licht
in mein Leben scheint, desto mehr sehe ich auch, was bei mir zu einem
Leben mit Jesus nicht passt Ich merke, dass ich in der S-Bahn nicht mehr
schwarzfahren kann. Wenn ich versehentlich ohne Karte gefahren bin,
dann stemple ich beim Aussteigen nach. Ich merke, dass ich Geld, das ich
an der Kasse zu viel bekommen habe, zurückgeben muss. Ich weiß, dass
meine Steuererklärung ehrlich sein muss und dass auch »kleine Notlügen«
nicht richtig sind.
Widersagst du den Verlockungen des Bösen, damit es nicht Macht
über dich gewinnt?
Jetzt geht es eine Stufe tiefer, jetzt geht es um unsere Gedanken. Immer
wieder kommen negative Gedanken - Versuchungen — in unseren Kopf.
Das ist normal. Wir sind nicht Herren über unsere Gedanken. Entscheidend
ist, wie wir mit ihnen umgehen. Dürfen sie in uns wohnen und so unsere
Einstellung und unser Verhalten mehr und mehr verändern? Oder widersagen wir ihnen, damit sie nicht Macht über uns gewinnen?
Widersage ich Habgier, Neid, Machtstreben, Stolz, Hass, Rache, Unversöhnlichkeit — um nur einige Beispiele zu nennen?
Widersagst du dem Satan, dem Urheber des Bösen?
Woher kommt das Böse? Ist es personal? Ist es ein »Jemand«? Theologie
vermeidet es hier, eindeutig zu sein. Klar ist: Das böse übt eine Faszination
aus, es ist anziehend und verlockend. Es bringt mich in Abhängigkeiten.
Der Teufel als Gehörnter ist wohl selten bei uns am Werk — eher in der
Versuchung dessen, der mir einredet, alles sei doch sehr vernünftig, wenn
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ich meinen Weg gehe und dabei den Geboten Gottes nur insoweit
Beachtung schenke, wie es mir nützt.
Wer näher an Gott heran möchte, der wird diese Schwierigkeiten schon
Schnell erleben.
Es gibt in unserer Gesellschaft ungute Abhängigkeiten, die im Bereich der
Esoterik und des Okkulten zu Hause sind. Für zarte Gemüter kann das
auch ein Horoskop sein. Kurzum: Alles, was mir Angst macht, alles,
wodurch ich die angst vor der Zukunft eigenmächtig bannen möchte, ist
»widergöttlich« — ich vertraue nicht, ich lasse Gott nicht Gott sein. Das ist
ein Leben in einer großen Offenheit und letztlich einem Vertrauen, dass ER
es fügt und begleitet, wie es gut ist.
Das Widergöttliche bringt mich in Abhängigkeit — anders als Gott, der in
mir die Freiheit fördern möchte.
Zum Taufversprechen gehört also, allem zu widersagen, was einem Leben
im Heiligen Geist widerspricht. Und dann gutes, mich dem dreifaltigen Gott
zuzuwenden und ihm zu sagen: »Ich glaube an dich.« Das bedeutet: »Ich
vertraue dir.« Wir werden mit drei Fragen eingeladen, dieses Vertrauen
zum Ausdruck zu bringen. Kurz gesagt:
Glaubst Du, dass Gott dein Vater ist, der dich geschaffen hat und der dich
bedingungslos liebt?
Glaubst du an Jesus Christus, unseren Herrn, der für dich gestorben und
auferstanden ist?
Glaubst du an den Heiligen Geist?
Was mit dem dreifachen »ich glaube« gemeint ist, kann die folgende
Geschichte verdeutlichen:
Philippe Petit zur 1200-Jahrfeier Frankfurts
Ein Seiltänzer balanciert zwischen Rathaus und Kirchturmspitze hoch über
den Köpfen der Leute, Immer, wenn er die andere Seite erreicht, klatschen
die Leute begeistert. Da nimmt der Seiltänzer eine Schubkarre und schiebt
sie über das Seil, Wieder sind alle begeistert. Da ruft er ihnen zu: Glaubt
Ihr, dass ich es auch schaffe, wenn jemand in dieser Schuhkarre sitzt? —
Du schaffst es rufen die Leute und klatschen begeistert. Da ruft der
Seiltänzer nach unten: Und wer kommt nach oben und steigt ein?'
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»Glaubst du« und »Vertraust du« sind identisch. Wenn ich glaube, dass
Gott mich liebt, dann kann ich einsteigen in ein Leben mit ihm und sagen:
»Herr du darfst mich hinschieben, wo immer du willst. Du bist mein Herr,
ich vertraue dir.«
Gottes Platz in meinem Leben.
Ich lade Sie ein, darüber nachzudenken, welchen Platz Gott in Ihrem
Leben hat Die folgenden drei einfachen Bilder können dabei helfen.
Überlegen Sie, welches am meisten auf Sie zutrifft.
1. Glaube und Alltag sind
getrennt - in meinem Alltag
gibt es (das ist bei jedem
verschieden)
Wichtiges
und weniger Wichtiges - es
gibt auch das Zentrale für
mich: Familie, Beruf, Karriere, Ich etc. ...
Das Kreuz steht irgendwie daneben, es gehört nicht wirklich dazu.
2. Eine zweite Möglichkeit: Gott
ist im Lebenskreis des Menschen, Er ist aber ein Element
neben vielen anderen. Das ist
ein Mensch, der noch nicht in
vollem Sinn an Jesus glaubt. Er
hat ihn in seinem Leben, aber er
vertraut ihm nicht.
Er denkt: »Selber weiß ich besser, wie ich glücklich
werde.«
3. Bei dieser Person ist das anders. Sie
vertraut Jesus. Sie kann ihm sagen: »Jesus,
ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist. Ich
glaube, dass du mich liebst, wie keiner mich
liebt. Sei du die Mitte meines Lebens.« Und
mehr und mehr erlebt sie, wie die Prioritäten in
ihrem Leben sich ordnen. Der Heilige Geist
erfüllt sie und ihr Leben gewinnt Strahlkraft,
Schauen Sie sich diese drei Bilder noch einmal an. Wo stehen Sie? Was ist
Ihr nächster Schritt? Für den einen kann es heißen: »Jesus, bitte komm in
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meinen Lebenskreis.« Für den anderen kann der nächste Schritt sein, zu
sagen: »Jesus, ich wünsche mir, dass du die Mitte in meinem Leben wirst.
Aber irgendetwas hält mich zurück. Wieder ein anderer kann sagen: »Ja,
Jesus, heute entscheide ich mich. Heute erneuere ich mein
Taufversprechen. Heute sage ich aus ganzem Herzen: Ich widersage
allern, was deinem Willen widerspricht. Du sollst der Herr in meinem Leben
sein. Ich vertraue dir.«
Dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Das große Geschenk, das Gott uns machen will, ist er selbst, der Heilige
Geist Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi
taufen zur Vegebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des
Heiligen Geistes empfangen, heißt es in der Predigt des Petrus am
Pfingsttag (Apg 2,38). Ja sagen zu Gott, mein Taufversprechen erneuern,
dem Bösen widersagen, beichten — all das hat ein Ziel: Die Tür unseres
Herzen zu öffnen für Gott Das Geschenk auszupacken, das er für uns
bereitet hat.
In der nächsten Woche soll es also darum gehen, das Taufversprechen zu
erneuern und Ihm das hinzuhalten, was in meinem Leben verwundet ist,
unheil, vielleicht sogar zerbrochen. All das also, was mich bisher hinderte,
Ihm zu vertrauen, Ihm die Führung über mein Leben zu überlassen.
Fragen für die Kleingruppen:
- Wie ist die letzte Woche verlaufen?
- Welchen Platz hat Gott in meinem Leben? Was hindert mich, Ihm den
„ersten" Platz zu geben?
- Habe ich Erfahrungen mit dem Sakrament der Beichte gemacht?
- Möchte ich es wagen, dem Heiligen Geist mehr Raum in meinem Leben
einzuräumen?
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Nach dem Gruppengespräch: Bildbetrachtung
Schauen wir uns noch einmal das Bild des verlorenen Sohnes - oder
besser: des barmherzigen Vaters - an: Der Sohn ist am Ende — seine
Füße machen das
deutlich. ER hat
versucht,
sein
Leben
zu
meistern.
Zuerst
ging es darum, mit
seinem Reichtum,
den er vom Vater
bekam, zu leben
—
daraus
ist
nichts
wirklich
Dauerhaftes
geworden,
vor
allem
keine
Freundschaften.
Als er schließlich
aus eigener Kraft
sein Leben meistern wollte, gelang
ihm das mehr
schlecht als recht.
Was hatte er alles
bei seinem Vater
zurückgelassen?
In der Fremde erkenne ich das, was ich hatte. Dankbarkeit kann sich da
melden. Aber auch Frage: Was ist mir wirklich wichtig?
Dabei die Erkenntnis: Das kann Ich mir nicht selbst geben, es reicht nicht.
Zurückgehen — zu wissen: ich habe keinen Anspruch! Das ist demütigend
— aber letztlich die einzige Weise, wie wir selbst reifen können.
Der Vater sieht ihn schon von weitem kommen — und hat Mitleid mit ihm!
Er läuft dem Sohn entgegen! Was für eine Sehnsucht hat der Vater nach
seinem Sohn! Die Umarmung umfängt all das: das mütterliche und väterliche Wesen Gottes.
Daheim sein beim Vater — darauf kommt es an. Dann wird das gelingen,
worauf es ankommt in meinem Leben. Die Koordinaten werden sich verschieben — ich entdecke, wer ich wirklich bin und was ich kann als geliebter Sohn, als geliebte Tochter des Vaters.
Vaterunser und Segen
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Seele and Geist
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