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1 Liebe Mitschüler, Liebe Lehrer, Liebe Eltern und Geschwister! Wie

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Liebe Mitschüler, Liebe Lehrer, Liebe Eltern und Geschwister!
Wie lange haben wir auf diesen Moment hin gearbeitet?
Wie viele Mühen und wie viel Zeit haben wir für dieses Ziel geopfert?
Wie viele Jubelmomente über abwesende Lehrer, Hausaufgabenfrei und doch noch gute Noten
durften wir erleben?
Wie viele Täler mussten wir durchwandern, deren Wege gepflastert waren mit schlechten Noten
und mies gelaunten Lehrern?
Ja was haben wir nicht alles erlebt.
13 Jahre haben wir an Bord verbracht, manche weniger, manche auch mehr und wieder andere
sind gänzlich von Bord gegangen. Und nun endlich haben wir das Ziel erreicht und werden das
Schiff verlassen, um unser Glück in der Welt zu suchen. Die verbliebene Besatzung der USS
Pallotti muss sich, da sie in bester Titanic-Manier Leck geschlagen hat und sinkt, auf die Fregatte
des SJG unter der Leitung des Kapitäns Rieck retten.
Aber wir wollen von vorne anfangen.
Wir schreiben das Jahr 2003. Es ist ein kühler wolkenloser Morgen, wie gemacht für den Anfang
unserer Reise. Das Meer ist ruhig und es weht eine seichte Brise aus Osten. Unsere momentanen
Koordinaten betragen 50°N und 6° W. Doch wir befinden uns am Anfang unserer Reise und
stechen in See Richtung Abitur. Zumindest hoffen die Eltern das.
Der Anfängliche Sturm der Begeisterung wich allerdings schnell einer Stimmungsflaute, die bei
vielen bis zum heutigen Tag angehalten hat.
Auf unserer Fahrt gab es viele Gefahren, denen wir trotzen mussten.
Aber keine war schlimmer, unter keiner mussten wir mehr leiden. Keine andere kostete so viele
Leben wie sie.
Der Schrecken der 7 Weltmeere: Latein
Was litten wir unter dieser Last. Wie viele von uns wollten aufgeben und konnten gerade noch
aufgefangen werden.
Doch wir hielten stand. Wir gaben niemals auf. Wir zogen uns nie zurück.
Tag für Tag stellten wir uns Caesar, Cicero und Ovid und ununterbrochen fochten wir gegen ihre
Tücken und Hinterlisten aus Deklinationen, Konjugationen und A.c.I an.
Und am Ende, ja am Ende gelang es uns allen diesen Schrecken zu besiegen.
Wirklich allen? - Nein! Eine kleine Gruppe hatte den Weg des Komforts gewählt und sich frühzeitig
in den Ruhestand verabschiedet.
Viele Gefahren lauerten uns auf. Die Wellen mit der Form N von t gleich a durch 1 plus b mal e
hoch minus kt drohten sich auf unserem Schiff zu summieren, sodass wir gezwungen waren sie
mit unseren Schilden der pq-Formel und dem Schwert des Pythagoras zurückzudrängen, bis sich
unser Glück exponentiell steigerte.
Aber wir fuhren auch in den exotischen Gewässern Englands und Frankreichs. Einige wagten sich
sogar bis nach Spanien vor.
Wer jedoch dachte, dass dies eine Kaffeefahrt sei, hatte sich geirrt. Denn überall lauerten
Vokabelfelsen und Grammatikhaie. Rechtschreibstrudel drohten uns hinabzuziehen. Schlechte
Noten hagelten auf uns herab und nur mit harter Arbeit und viel Geduld, vor allem Geduld,
schafften wir es den Gefahren zu trotzen.
Zur körperlichen Ertüchtigung und natürlich um fit zu bleiben auf der langen Fahrt, joggten die
einen Runde um Runde über das Deck, während die Anderen sich im Möhrenziehen übten oder
sich beim McDonald´s Spiel zu menschlichen BigMac´s stapelten.
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Während man auf dem einen Forscherboot über komplexe Themen wie die Relativitätstheorie oder
Quantenphysik diskutierte, half die andere Forschergruppe dem Schneckenzüchter Willi Wurzel
bei Problemen mit dessen Meeresschneckenpopulation.
Um auf alle Lebensbereiche vorbereitet zu werden, wurden uns neben naturwissenschaftlichen
und sprachlichen Fächern auch literarisch-künstlerische Kenntnisse übermittelt.
Wessen zeichnerisches Talent zu wünschen übrig ließ, versuchte sich im Bereich der Literatur.
Dabei entdeckten einige unerwartete schauspielerische Fähigkeiten in sich aufblühen und nach
einjähriger Arbeit und viel Geduld der jeweiligen Besatzungskapitäne verwandelten unsere vier
Literaturkurse die Bohlen unserer Schiffe in die Bretter, die die Welt bedeuten und entführten das
Publikum in Märchenwelten und das alte Rom.
Zum großen Vergnügen der anderen Matrosen, wagten sich auch einige auf die Bühne von denen
man es nicht erwartet hätte, wofür sie begeisterten Applaus oder viele Lacher empfingen.
Die einen entpuppten sich dabei als unerwartet gute Schauspieler, während die Karriere anderer
nicht über eine Rolle als Baum hinausging..
Und in all der Zeit gingen wir nie alleine, denn immer konnten wir jemanden auf unserer Seite
wissen.
Damit meinen wir nicht nur die engen Freundschaften die wir an Bord knüpften, sondern auch die
Hilfe unserer Kapitäne.
Bei ihnen möchten wir uns bedanken, denn immer standen sie mit Rat und Hilfe bereit.
Egal ob wir zu sinken drohten oder schlechte Noten uns ins Schaukeln brachten, immer konnten
wir auf sie bauen.
Deswegen ist es uns eine Freude uns bei unseren Ausbildern, unseren Kapitänen zu bedanken,
die sich sicher sein können, dass wir sie nicht vergessen werden auf unserer weiteren Reise, denn
sie machten aus uns langweiligen Landratten die blutrünstig Piraten, die wir heute sind.
Daher wollen wir uns bei ihnen bedanken: Admiral Ovelhey, General Klimek, Generalleutnant
Nestler und Konteradmiral „Black Beard“ Wild.
Genauso wählten wir unsere Seekadetten unsere Sprecher an Deck. Hilsbereit und
aufopferungsvoll wie richtige Kameraden und Seemänner. Egal, was wir für Probleme hatten, sie
wussten Bescheid. Sie waren die Kontaktleute zwischen Oberst und uns. Dank ihnen lief es auf
Deck so, wie es sollte. Und dafür habt auch ihr einen Satz in unserer Rede verdient.
Wir wollen euch alle mit allem euch gebührenden Respekt für eure Verdienste um unser Schiff und
unser Leben, um unser Wohlbefinden und um unser Abitur ehren.
Heute schreiben wir das Jahr 2012. Es ist ein leicht bewölkter Tag und es weht ein böiger Wind
aus Westen. Das Meer hat sich nach den großen Abistürmen der letzten Wochen endlich wieder
beruhigt. Auch bei dem ein oder andern zu Hause mag ein Tornado losgebrochen sein, der den
Noten galt. Andere jedoch werden einen Sturm der Begeisterung verspürt haben.
Unsere Koordinaten sind 50°N und 6° W und endlich haben wir unser Ziel erreicht.
Es sind dieselben Koordinaten wie zu Beginn der Schifffahrt. Wie bezeichnend für unsere Reise,
denn auch wenn wir unser Abitur nun erfolgreich gemeistert haben, stehen wir doch ein
wiederholtes Mal vor dem Antritt einer neuen Reise, für welches Reiseziel wir uns auch immer
entscheiden mögen… Studium oder Ausbildung?
Für den Moment aber, warten wir voller Freude auf unseren verdienten Schatz und dann kommt
er. Ein labbriges Stück Papier.
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Und all die Strapazen, Schrecken und Mühen haben wir hinter uns gebracht und wir sind nicht
gekentert. Wir sind durch Unwetter gefahren und haben Stürme hinter uns gebracht. Unzählbaren
Gefahren haben wir ins Auge geblickt und sie überlebt.
Und alles was wir erhalten ist ein Stück Papier?
Nein! Es ist nicht nur das Stückchen Weiß, das wir in unseren Händen halten. Es ist unsere
Begnadigung von all unseren Beutezügen, es ist unser Kaperbrief, unser Weg in die Freiheit.
Der Weg in unsere Selbst gewählte Zukunft!
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Seele and Geist
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