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Ein Wahlkampf wie ein Zirkus - Erich Zoller

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ZürIchsEE-ZEItUng oBErsEE
Donnerstag, 10. FeBruar 2011
Ein Wahlkampf wie ein Zirkus
rappErsWIl-Jona. Politologe
Hanspeter Kriesi kritisiert den
Wahlkampf der SVP, UGS und
GLP scharf. Er sieht Erich Zoller im Vorteil. Dieser lancierte
gestern seine Wahlkampagne.
Yannick nock
So etwas habe er in 30 Jahren noch nie
gehört. Politologe und Wahlkampfexperte Hanspeter Kriesi von der Universität Zürich kann nicht fassen, was
in Rapperswil-Jona gerade passiert.
Dass sich Kandidaten zur Wahl aufstellen lassen, nicht um gewählt zu
werden, sondern um einen zweiten
Wahlgang zu erzwingen, sei schon unglaublich. Es sei ein Armutszeugnis,
wenn Parteien nicht rechtzeitig einen
Anwärter finden. Deshalb sieht der
Experte den CVP-Kandidaten Erich
Zoller auf der Siegerstrasse, auch weil
dieser das Amt wirklich will.
Gestern startete Zoller derweilen
offiziell seinen Wahlkampf. Er lud zur
Pressekonferenz ins Circus-Museum.
«Das passt doch», sagte Zoller mit einem Schmunzeln und spielt damit auf
das bisherige Wahltheater an. Der 52Jährige stellte seine Kampagne mit
dem Slogan «Gemeinsam Lösungen
finden» detailliert vor (siehe auch
«ZSZ» vom Dienstag). Rapperswil-Jona sei die schönste Stadt im Kanton.
Nun will er so oft wie möglich mit den
Wählern in Kontakt treten. Dazu gehören Strassenaktionen wie das Verteilen von Gipfeli für Pendler am
Bahnhof sowie vier Podiumsdiskussionen. Das erste Kräftemessen findet
heute in einer Woche im Stadtsaal
«Kreuz» statt. Wer neben Zoller teilnimmt, ist noch offen.
gewesen war, Zoller den Medien und
den konkurrierenden Parteien am selben Tag zu präsentieren. Dafür hat
sich Schäpper auch bei der SVP, UGS
und GLP entschuldigt. Nun müsse
man aber nach vorne schauen und die
anstehenden Aufgaben anpacken, ergänzte Zoller.
Das sei Zollers Chance, sagt Politologe Kriesi. Er glaubt nicht, dass sich
die Wähler für einen Unbekannten
aussprechen. Das Problem der SVP,
UGS und GLP sei, dass sie keine echte
Alternative bieten. Zwar beteuern die
Parteien, sie hätten auf ihr kürzlich geschaltetes Inserat schon hochkarätige
Bewerbungen erhalten, doch Namen
nennen sie nicht. Erfolg könnten die
drei Parteipräsidenten mit ihrem zweiten Wahlgang dennoch haben, sagt
Kriesi. Schliesslich hätten die Wähler
nichts zu verlieren, wenn keiner im
ersten Wahlgang das absolute Mehr
erreicht. Allerdings sei ein zweiter
Wahlgang kostspielig. Die UGS kann
sich mittlerweile vorstellen, Zoller
doch zu unterstützen, sollte er beim
geplanten Hearing kommende Woche
einen guten Eindruck machen. Kriesi
glaubt, dass der Wahlkampf nun ohnehin gemässigter geführt wird. In der
Schweiz seien direkte Angriffe auf
Gegner nicht gern gesehen.
attila SzenogradY
Die Vorwürfe waren gestern vor Gericht nicht mehr bestritten. Der heute
62-jährige Angeklagte aus der March
arbeitete zwanzig Jahre lang am Paradeplatz als Tresorverwalter einer Zürcher Privatbank. Ende 1998 schlug er
zum ersten Mal zu. Er entwendete aus
den Safes mehrere südafrikanische
Goldmünzen namens «Krügerrand»
Martin Steinegger
Den Passagieren der morgendlichen
Linienkurse zwischen dem rechten
und linken Seeufer dürfte es bereits
aufgefallen sein: Wenn die Schiffe den
See überqueren, knackst und knarrt es
immer wieder auf seltsame Weise. Die
Geräusche entstehen, weil die Schiffe
durch dünne Eisschichten auf der
Wasseroberfläche fahren. Besonders
ausgeprägt ist die Eisbildung derzeit in
der Seemitte zwischen Stäfa und Richterswil. Dort war die Eisschicht in den
letzten Tagen so dick, dass ganze Möwenkolonien darauf sitzen konnten.
Dass sich bei den aktuell milden Tagestemperaturen auf dem Zürichsee
Eis bildet, mag kurios erscheinen. Allerdings handelt es sich um ein Phänomen, das im Spätwinter relativ häufig
vorkommt. Verantwortlich für die Eisbildung ist das ruhige, windstille
Hochdruckwetter. Am Tag ist es zwar
mild, in den klaren Nächten sinken die
Temperaturen jedoch unter den Gefrierpunkt. Hinzu kommt, dass kaum
ein Lüftlein weht, es ist windstill. Dies
hat zur Folge, dass die aktuell etwa 4
Grad kalten Wassermassen im See
nicht durchmischt werden – die oberste Wasserschicht kann gefrieren. Es
bildet sich eine dünne Eisschicht, die
auf der Oberfläche treibt. Im Verlauf
des Morgens verschwindet das Eis
dann rasch und vollständig.
Sehr lange wird die nächtliche Eisbildung auf dem Zürichsee allerdings
nicht mehr zu beobachten sein. Für
das Wochenende kündigen die Wetterdienste Wolken und schwache Niederschläge an.
Absatz von Erdgas
steigt
Erich Zoller startete gestern seine Wahlkampagne. Ihm sind ein offener dialog und Konsensfähigkeit wichtig. Bild: Manuela Matt
Tresorverwalter mit langen Fingern
BEZIrKsgErIcht ZürIch.
Ein langjähriger Tresorverwalter einer Zürcher Privatbank
hat südafrikanische Goldmünzen für 176 000 Franken gestohlen. Nun erhielt der geständige
Ausserschwyzer eine bedingte
Freiheitsstrafe von 14 Monaten.
ZürIchsEE. Zurzeit bilden
sich auf dem Zürichsee jede
Nacht dünne Eisschichten.
Möglich machen dies die nächtliche Kälte und vor allem die
Windstille.
Eisbildung dank Windstille
Grosse Parteiverdrossenheit
Neben Zoller und den Parteipräsidenten der SVP, UGS und GLP kandidieren auch die parteilosen Hubert Zeis
und Ignaz Ruppanner fürs Stadtpräsidium. Zwar hätten Aussenseiter bei
starker Parteiverdrossenheit durchaus
Chancen, sagt Experte Kriesi. Doch
Quereinsteiger brauchten weitere Faktoren, wie beispielsweise den PromiBonus. Schweizweit bekannt müssten
solche Persönlichkeiten schon sein.
Flankiert wurde Zoller an der gestrigen PK von den drei Parteipräsidenten Stefan Schmidmajer (CVP), Jakob
Schäpper (FDP) und Hanspeter Raetzo (SP). Von Beginn an stützen die
CVP und die FDP Erich Zoller. Die
SP schloss sich nach einem Treffen mit
dem Kandidaten und weiteren Recherchen an. Auch Stadtpräsident Benedikt Würth und alle Stadträte ausser
Rahel Würmli (UGS) haben sich für
Zoller ausgesprochen. Jakob Schäpper
gestand gestern ein, dass es ein Fehler
Mini-«Gfröörni»
auf dem See
und löste diese sogleich an einem
UBS-Schalter im gleichen Haus ein.
Börsenverluste gedeckt
Der erfolgreiche Diebstahl rief nach
Wiederholung. Fest steht, dass der Beschuldigte bis Mitte 2002 immer wieder in die Schachteln griff und insgesamt rund 400 Krügerrand-Münzen im
Gesamtwert von über 176 000 Franken
für sich abzweigte. Mit dem Grossteil
der Beute deckte der Profidieb private
Börsenverluste. Den Rest verwendete
er für einen aufwändigen Lebensstil.
So leistete er sich neben einer teuren
Eigentumswohnung ein Motorboot im
Kanton Tessin. Um sein Treiben und
einen Gewichtsverlust der Schachteln
zu vertuschen, ersetzte er die gestohlenen Münzen jeweils durch verhältnismässig billige Silberbarren. Vor Gericht konnte sich der Angeklagte seine
Diebstähle nicht mehr erklären. Fest
steht, dass er 2002 mit dem Stehlen
aufhörte und danach noch sechs Jahre
lang bei der geschädigten Arbeitgeberin weiter tätig war.
Als das Fehlen der Münzen im Sommer 2008 doch noch bemerkt wurde,
stellte sich der Angeklagte freiwillig
und legte vor den Zürcher Untersuchungsbehörden ein umfassendes Geständnis ab. Er wurde entlassen und ist
seither arbeitslos.
Bedingte Freiheitsstrafe
Während die Staatsanwaltschaft wegen mehrfacher Veruntreuung eine
bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten verlangte, setzte sich die Verteidigung für eine Sanktion von neun Monaten bedingt ein. Das Gericht setzte
wegen gewerbsmässigen Diebstahls eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Mo-
naten fest und sprach von einem nicht
mehr leichten Verschulden. So habe
der Angeschuldigte das Vertrauensverhältnis zu seiner langjährigen Arbeitgeberin missbraucht, führte der
Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli
aus.
20 000 Franken abliefern
Da sich Verbrechen nicht lohnen soll,
setzte das Gericht zudem für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil eine Ersatzforderung von 20 000
Franken fest. Nicht zuletzt soll der
Mann die Gerichtsgebühr von 3000
Franken tragen – obwohl er heute mittellos ist und Schulden von rund 57 000
Franken hat. Immerhin konnte die
Staatsanwaltschaft rund 17 000 Franken beschlagnahmen. Dieses Geld soll
unter anderem zur Deckung der Verfahrenskosten dienen.
Erdgas. Die Erdgas Obersee AG
konnte den Absatz im Geschäftsjahr
2010 deutlich steigern. Die Verkaufsmenge stieg auf den Rekordwert von
480,8 Gigawattstunden, was einer Steigerung um 4,5 Prozent entspricht. Der
Erfolg basiert auf einem starken
Kundenzuwachs und einem tieferen
Temperaturniveau. So haben sich in
den vergangenen fünf Jahren über
1000 Liegenschaftseigentümer für den
Energieträger Erdgas entschieden.
Dazu gehören auch diverse grössere
Wohnbauten und Gewerbebetriebe,
wie die Erdgas Obersee AG in einer
Medienmitteilung schreibt. Unter anderem haben sich folgende Gewerbebetriebe für Erdgas entschieden:
Hornbach Bau- und Gartenmarkt in
Galgenen, Otto Hofstetter AG in Uznach und Enea Gartenbau AG in Jona.
Das im Herbst lancierte Biogas erfreut sich grosser Beliebtheit. So
konnte die Erdgas Obersee AG bereits mit 65 Kunden Verträge über die
Lieferung von Biogas in der Höhe von
400 000 Kilowattstunden pro Jahr abschliessen. Die Vorteile von Biogas
bestehen vorab darin, dass Energiequellen genutzt werden, die durch den
natürlichen Kreislauf immer wieder
erneuert werden. Biogas kann lokal
gewonnen werden und stärkt somit die
örtlichen Wirtschaftsstrukturen. Die
vier Tankstellen Rapperswil-Jona,
Niederurnen (beide Fahrrichtungen)
und Siebnen werden rege frequentiert.
Der monatliche Absatz liegt bei über
160 000 kWh, was 750 Tankfüllungen
pro Monat entspricht. (e)
www.erdgasobersee.ch
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Seele and Geist
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