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kernkraft als brückentechnologie – wie sicher ist sicher? - Naturwind

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wind ZEIT
naturwind schwerin gmbh
aktuell
ATOMAUSSTIEG
fokus
FRÜHLING 2011
BAUDOKUMENTATION
Was kommt nach Japan?
Aufwind für die Windenergie. Die Errichtung
Schaffen wir den Atomausstieg?
von Windenergieanlagen im Blickpunkt.
aktuell
AUSGABE 5
ATOMAUSSTIEG
kernkraft als
brückentechnologie –
wie sicher ist sicher?
© beester
Liebe Leserinnen und Leser,
der erste Schock, den die Bilder von Japan
bei mir und vielleicht auch Ihnen bewirkt haben,
löst sich langsam.
Japanische Atomkraftwerke haben wie die deut-
Mit einem Gefühl von Traurigkeit stehen wir vor der
Frage, wie wir eine Wiederholung dieser Katastrophe
verhindern können. Schon jetzt ist klar: Der Wandel
in der Energieerzeugung muss viel schneller vorankommen, als die Regierung noch vor wenigen Wochen
geplant hatte. Deutschland als bedeutende Industrienation kann für seine europäischen Partner wegweisend in Sachen erfolgreiche Energierevolution
werden, insbesondere für Frankreich, dessen Strom
zu 75 % aus Atomkraft gewonnen wird. Wir können
zeigen, dass eine Politik des Gemeinwohles und nicht
wenige Aktiengesellschaften bestimmen, wie sicher
wir und unsere Kinder in Zukunft leben. Drohungen,
dass der Strom ohne Atomenergie teurer wird, sind
zynisch. Oder würden Sie mit defekten Bremsen an
Ihrem Auto fahren, um Kosten zu sparen?
die Katastrophe passierte trotzdem.
Wie könnte ein gesellschaftlicher Kompromiss
aussehen? Durch …
- die Schaffung eines „Runden Tisches“, bei dem
der Bundestag während des Moratoriums einen
parteiübergreifenden Beschluss zur Beendigung
der Atomenergienutzung, zu den notwendigen
sicherheitstechnischen Nachrüstungen sowie zu
einem Endlager erarbeitet und im Sommer 2011
beschließt,
- eine enge Verzahnung der deutschen mit der
französischen Energiepolitik, um ein europäisches
Ausstiegskonzept in den nächsten 15 Jahren erzielen zu können,
- den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien
und der Energienetze, durch vermehrte Ausweisung
von Flächen sowie die Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren,
- den Bau neuer Gaskraftwerke als Regeltechnologie,
- die Zwischenspeicherung von erneuerbarer
Energie in Form von technisch hergestelltem Gas
… können wir einen Ausstieg aus der Atomkraft
vorantreiben!
Herzlichst, Ihr Bernd Jeske
110328_Naturwind_windZeit05_RZ.indd 1
schen AKWs mehrstufige Sicherheitssysteme –
Die Bilder, die uns am 11.03.2011 aus Japan erreichten, sind
erschütternd. Die dramatischen Szenen erinnern an den
Tsunami 2004 im Indischen Ozean, bei dem mehr als 200.000
Menschen starben. Die Riesenwelle drückte Küstenbegrenzungen ein, begrub ganze Landstriche und riss Städte mit
sich. Ein Strom voller Häuser, Autos, Boote und Trümmer
schoss über Teile der Hauptinsel Honshu hinweg. Aber auch
die Atomkraftwerke an der japanischen Westküste waren
betroffen. Das AKW Hamaoka wurde vorsorglich heruntergefahren. In dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi fiel das
Kühlsystem aus, der Kühlwasserstand sank. Die Mitarbeiter
des Werks bemühten sich, die Notstromversorgung in Gang
zu bringen, um Wasser in die Reaktoren pumpen zu können.
Die Kernschmelze in den Reaktoren 1– 4 konnte nicht verhindert werden und so musste radioaktiver Dampf aus dem
Druckbehälter abgelassen werden, um ein Bersten zu verhindern. Noch immer sind unermüdliche Helfer dabei, den
Super-Gau zu verhindern. Vor dieser Katastrophe zählten die
japanischen AKWs noch zu den sichersten der Welt. Japan ist
ein stark erdbebengefährdetes Land und hat seine Atomkraftwerke darauf ausgelegt. Auch Japan hat, genau wie Deutschland, die Sicherheit seiner Kraftwerke immer sehr ernst
genommen und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft
und Technik gehalten. Jetzt müssen Atompolitik und Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs noch einmal überdacht
werden. Noch im letzten August wurden uns von der Bundesregierung und vom „Energiezukunft für Deutschland e.V.“ die
Sicherheit deutscher Atomkraftwerke und deren Unerlässlichkeit bescheinigt. Wir alle kennen noch den Slogan: „Mut und
Realismus für Deutschlands Energiezukunft“. Diese Losung
bekommt nun eine ganz andere Bedeutung.
Und dann ist da noch das Wahljahr 2011.
Plötzlich teilt die Bundesregierung mit, dass die deutschen
Atomkraftwerke generell und speziell die Funktionssicherheit der Kühlsysteme überprüft werden müssten. In einem
dreimonatigen Moratorium sollen die Laufzeitverlängerungen
ausgesetzt und alle deutschen Kernkraftwerke einer umfassenden Sicherheitsprüfung unterzogen werden. Was die
Bundesregierung ein „Moratorium“ nannte, ist eine bis zum
15. Juni laufende Frist, die Energiepolitik der Bundesregierung so weit wie möglich den Umfragewerten anzupassen.
Danach werde die Lage eine andere sein als vorher, versprach die Bundeskanzlerin, und schnell verabschiedete man
sich öffentlich von ein paar unbeliebten Reaktoren. Doch
dürfte die Lageeinschätzung der Bundesregierung nach dem
15. Juni sich vermutlich weniger an den Ergebnissen der
angekündigten Sicherheitsüberprüfungen als vielmehr daran
orientieren, wie die Stimmenverhältnisse im Bundesrat nach
den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz aussehen. Schon jetzt stellte der RWE-Chef
Jürgen Großmann fest: „Ich glaube, dass wir die Kernkraftwerke in Deutschland weiterbetreiben können.“ Biblis A,
Deutschlands ältester Reaktor, werde nur „kurzfristig“ vom
Netz genommen, verlautbarte RWE. Ob es dabei bleibt,
ist fraglich. Die bereits entschiedenen Landtagswahlen
haben ein deutliches Zeichen gesetzt. Viele Menschen lehnen die Energieerzeugung durch Atomkraft mittlerweile ab.
Auch für naturwind steht fest, dass die furchtbaren Ereignisse in Japan endgültig die Energiedebatte in Deutschland
vorantreiben müssen. Die 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke ist nicht nur drei Monate lang auszusetzen, sondern insgesamt zurückzunehmen.
Es geht um ein Umdenken in der Energiepolitik nicht nur in
Deutschland, sondern europa- und weltweit.
Es ist Zeit für eine europäische Energierevolution.
„Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt
www.naturwind.de
für die Welt“, begann die Bundeskanzlerin ihre
schnitt für die deutsche Energiepolitik sein.
Die Windräder drehen sich weiter, wir aber halten inne.
Mit unseren Gedanken sind wir bei den Menschen in
Japan, die gegenwärtig unfassbares Leid erfahren.
Mögen sie Kraft für die Bewältigung der Gegenwart und
Hoffnung für die Zukunft finden, damit sich das Rad des
Lebens auch für sie wieder dreht!
Nun steht Deutschland erneut vor einer zentralen Zukunftsfrage: Wie sieht eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung aus? Wissen kann man es natürlich immer nur
rückblickend, aber der Anteil der Atomenergie an dieser neuen
Energieversorgung kann nicht mehr einfach mit dem Satz
„Deutsche Atomkraftwerke sind sicher“ begründet werden.
Unterstützen Sie gemeinsam mit uns Betroffene
und Helfer dieser Katastrophe:
Deutsches Rotes Kreuz e.V.
Carstennstraße 58, 12205 Berlin, www.drk.de
Bank für Sozialwirtschaft, Kto. 41 41 41
BLZ 370 205 00, Stichwort: „Tsunami 2011“
Rede nach dem Krisengipfel am 12.03.2011 zur
Katastrophe in Japan und sie sollten ein Ein-
28.03.11 12:42
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+++ Derzeit bereits 21.300 Windkraftanlagen in Deutschland +++ Europaweit 197 Reaktorblöcke, davon 17 in Deutschland +++ Anteil der Erneuerbaren an Stromversorgung bei 17 %, bis 2020 Anstieg
copyright: enercon
wind ZEIT 5
Heinrich Fauck, Vorsitzender des
Dorfclubs Dargelütz e. V.
„Wir Dargelützer sehen
natürlich Pro und Kontra.
Einerseits beeinträchtigen
die Anlagen unsere Aussicht
auf die Umgebung, auch ein Rauschen bei
Westwind ist ab und an zu hören, andererseits
sind wir stolz, zum Erhalt unserer Umwelt
und zu einem sauberen Klima beizutragen.
Langfristig profitiert unser Dorf von dem
angrenzenden Windpark.“
SICHERE ARBEITSPLÄTZE DANK BOOMENDER WINDKRAFT
fokus
TEIL 1: BAUDOKUMENTATION
ganz schön groß, die kleine!
Im Frühjahr dieses Jahres konnte naturwind ein weiteres Planungsvorhaben umsetzen. Im Raum Parchim entstand
ein Windpark mit sechs Enercon - Anlagen des Typs E-70 E4. Ein willkommener Anlass, eine Windenergieanlage mal
genauer unter die Lupe zu nehmen.
Insgesamt 120 m ragt die E-70 mittlerweile in den Himmel.
mit 300 m³ Beton verfüllt. Das Gesamtfundament bildet das
Die Bauarbeiten für den Windpark Dargelütz sind abgeBindeglied zwischen Turm und Baugrund und befindet sich
schlossen, und die Anlagen sind bereit, ans Netz zu gehen.
unterhalb der Geländeoberfläche, um die Traglast zu verDoch was passiert, bis solch eine Anlage fertiggestellt ist?
stärken. Nach dem das Fundament vier bis sechs Wochen
Allen Bauvorhaben geht natürlich eine Phase intensiver
ausgehärtet ist, kann mit der Montage der Turmteile mit Hilfe
Planung voraus. naturwind beschäftigt sich seit Anfang 2009 der genannten Krane begonnen werde. Der Stahlrohrturm
mit der Projektierung der Anlagen in Dargelütz und konnte
besteht aus vier Turmsegmenten mit einer Gesamthöhe von
bereits im September desselben Jahres die Genehmigung
84 m, die mittels circa 70 daumendicker Bolzen verschraubt
nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beim Staatwerden. Der Außendurchmesser des Turmes beträgt unten
lichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt beantragen.
am Turmflansch, also an der Verbindung von Turm und
Nach Genehmigungserteilung im Herbst 2010 konnte endlich Fundament, 4,30 m und verjüngt sich nach oben auf einen
in die Bauphase gestartet werden. Um eine problemlose AnDurchmesser von 2,00 m. Der Stahlrohrturm ist die heutlieferung der Anlagenkomponenten gewährleisten zu können, zutage am meisten genutzte Bauform für Windkraftanlagen.
müssen im Vorfeld viele Details geprüft werden, beispielsDie Wanddicke des Turmes variiert vom Kopf bis zum Fuß
weise ob eine Auslegung der
von 22 bis 40 mm. Diese Stärke
Straßen bis zu einer Achslast
ist notwendig, um die Last
Bernd Rolly, Bürgermeister der Stadt Parchim
von 12 t vorhanden ist oder auch
des Eigengewichtes und die
ob die Durchfahrtsbreite von
zu erwartenden Belastungen
„Der Ausbau entspricht
5,50 m gewährleistet werden
zu kompensieren. Der Turm
kann. Auch die Zuwegungen zu
hat außerdem eine besondere
der landespolitischen
den einzelnen Standorten und
wirtschaftliche Bedeutung.
die benötigten Kranstellflächen
Mit 15 bis 25 % des Preises
Zielsetzung, kontinumüssen angelegt werden –
der gesamten Windenergieein nicht unaufwendiges Unteranlage macht er einen beachtierlich das mögliche
fangen, denn der Untergrund der
lichen Teil der Kosten aus,
Kranstellflächen muss so befeswährend das Fundament mit
Potenzial im Bereich
tigt werden, dass die eingesetznur knapp 5 % Anteil an den
ten Teleskop- und Raupenkrane erneuerbarer Energien auszubauen, und
Gesamtkosten zu Buche schlägt.
mit einem Eigengewicht von bis
Der Turm ist auch für einen
zu 950 t festen Stand haben.
großen Teil der Transport- und
deckt sich mit dem LandesraumentwickAllein für den Antransport dieser
Montagekosten verantwortlich.
Krane werden ca. 35 Lkws
Die Höhe des Turms ist jedoch
lungsprogramm. Dabei möchte ich die
benötigt. Nach Abschluss aller
entscheidend für den Ertrag
bauvorbereitenden Maßnaheiner Windenergieanlage.
sachliche und gute Zusammenarbeit mit
men kann nun mit dem Aushub
Mit zunehmender Turmhöhe
für die Fundamente begonnen
nehmen Turbulenzen ab und
den Projektentwicklern loben. Zusätzwerden. Die Baugrube des
die Windgeschwindigkeit zu.
Fundamentes misst ca.18 m
Dadurch wird sowohl die Beliche Ausgleichsmaßnahmen wurden in
im Durchmesser und ist etwa
lastung des Rotors minimiert
2,50 m tief. Auf dem kreisrunden erfolgreicher Kooperation gemeistert.“
als auch der Ertrag gesteigert.
Flachfundament soll später eine
Da jedoch auch die Kosten mit
Gesamtlast von 333,5 t ruhen. Damit ist eine Windenergie
der Höhe des Turmes ansteigen, muss sorgfältig zwischen
anlage dieses Typs fast 60 t schwerer als ein Airbus A380!
Kosten und Nutzen abgewogen werden. Das Innere des
Um dieses enorme Gewicht optimal im Boden zu verankern
Turms beherbergt neben dem Aufstieg für die Wartungsmonund alle statischen und dynamischen Lasten abzutragen,
teure auch die komplette Verkabelung, um den im Generator
wird ein Stahlbeton-fundament verwendet. Unter einer
erzeugten Strom abführen zu können. Auf dem Turm einer
Erddeckschicht wird auf einer Sauberkeitsschicht ein 34 t
Windkraftanlage ist die drehbare Gondel montiert, die sich
schweres Stahlgeflecht errichtet. Anschließend wird dieses
der Windrichtung anpassen kann.
110328_Naturwind_windZeit05_RZ.indd 2
WUSSTEN SIE SCHON, dass ...
... über 80 % der in Deutschland produzierten
Windenergieanlagen und Bauteile exportiert werden?
... eine Windenergieanlage innerhalb von 3 – 7 Monaten
die Energie wieder einspielt, die zu ihrer Produktion,
für Transport und Aufbau benötigt wurde?
Auf der Gondel selbst befinden sich die Messinstrumente
zur Registrierung von Windrichtung und Windgeschwindigkeit. Am vorderen Ende der Gondel sind die Rotorblätter
der Windkraftanlage montiert, die die kinetische Energie des
Windes aufnehmen und bedingt durch ihre Form in Rotationsenergie umwandeln. Die Rotorblätter, die aus Faserverbundwerkstoffen hergestellt werden, sind aerodynamisch
so gestaltet, dass Auftriebskräfte zur Erzeugung der Rotation genutzt werden, da die Energie des Windes auf diese
Weise noch effizienter genutzt werden kann. Die Rotorblätter
der Enercon-Anlagen zeichnen sich zusätzlich durch eine
verminderte Schallemission aus, die durch eine Optimierung
der Blattspitzen erreicht werden konnte. Innerhalb der
Gondel befinden sich die elektronische Blattverstellung,
das Rotorblattlager, die Steuerelektronik, die Azimutmotoren (Windnachführung, die die Gondel in den Wind dreht),
die Bremsanlage, die den Rotor bei Wartungsarbeiten oder
Sturm arretiert, und natürlich der Ringgenerator, das Kernstück der Anlage, das letztendlich den gewünschten elektrischen Strom erzeugt.
Dieser Synchrongenerator ohne direkte Netzkopplung ist
in der E-70 von zentraler Bedeutung. Solche Synchrongeneratoren mit Frequenzumrichter erlauben den Verzicht
auf ein Getriebe – sie können mit der Drehzahl des Rotors
betrieben werden. Dadurch werden eine hohe Drehzahlvariabilität und eine hohe Netzverträglichkeit erreicht.
Fortsetzung nächste Seite
Technische Daten der E-70 E4 IM WIndpark
Nennleistung: 2.300 kW
Nabenhöhe: 85 m
Rotordurchmesser: 71 m
Anlagenkonzept: getriebelos, variable Drehzahl,
Einzelblattverstellung
Rotor: Luvläufer mit aktiver Blattverstellung
Drehzahl: variabel, 6 – 21,5 U/min
Blattmaterial: glasfaserverstärkte Kunststoffe,
Epoxidharz, integrierter Blitzschutz
Generator: Ringgenerator
Windnachführung: aktiv, über Stellgetriebe
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auf 45 % möglich +++ Bundesnetzagentur drängt auf raschen Ausbau der Stromnetze zugunsten der erneuerbaren Energien +++ Deutschland noch immer sechstgrößter CO2-Produzent der Welt +++
w indZEIT 5
SEITE 3
WAS PASSIERT BIS DIE FERTIGE ANLAGE STEHT?
1. Die Vorbereitung
Die Erdarbeiten bilden die Grundlage für den Fundamentbau.
16,40 m beträgt der Durchmesser des Fundamentes, das
dann mit einer Tiefe von 2,50 m für einen festen Stand der
Windenergieanlage sorgt.
2. Die Basis
In der Mitte der Baugrube wird auf einer Sauberkeitsschicht
ein kreisrundes Stahlgerüst geflochten. Dabei werden nicht
weniger als 15,5 km Stahl mit einem Gesamtgewicht von
ca.34 t verbaut. Das entspricht in etwa einem Gewicht von
25 Mittelklassewagen!
1
3. Das Fundament
Nach Fertigstellung des Stahlgeflechts wird das Fundament
verschalt und mit 300 m³ Beton verfüllt. Dieses muss nun
ca. vier bis sechs Wochen aushärten, die Verschalung kann
jedoch schon nach ca. drei Tagen entfernt werden.
4. Der Turm
Die Anlieferung des Stahlrohrturmes erfolgt auf vier Schwerlasttransportern. Der unterste Teil des Turmes hat eine Breite
von 4,30 m und wird über einen Anschlussflansch an dem einbetonierten Stahleinbauteil angeschlossen und so im Fundament verankert. Da sich der Turm nach oben hin verjüngt,
kann am obersten Turmteil, auf dem später die Gondel montiert wird, nur noch eine Breite von 2,00 m gemessen werden.
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5. Die Montage
Der Raupenkran nimmt das obere Ende des Turmsegmentes an den Haken, ein Hilfskran sichert mit seinem Haken
das Turmunterteil so lange, bis der Turm in der Vertikalen
schwebt. Der Kran hebt den Turm nun über die aus dem
Fundament herausragenden Gewindebolzen und senkt
ihn dann vorsichtig ab. Die Monteure richten das Segment
aus und befestigen den Turm mit Muttern, die mit PressluftSchlagschraubern angezogen werden. Sobald das unterste
Turmsegment verankert ist, werden die weiteren Turmteile
auf die gleiche Weise miteinander verbunden. Der Aufbau
eines Turmes kann je nach Wetterlage an einem Tag fertiggestellt werden. Bei schlechtem Wetter kann sich der Aufbau
einer Anlage jedoch verzögern. Auch hier ist eine direkte
Abhängigkeit vom Wind gegeben.
3
6. Der Ringgenerator
Das Herzstück der E-70 ist der Ringgenerator. In Einheit
mit der Rotornabe garantiert er einen nahezu reibungslosen
Energiefluss. Die kinetische Energie des Windes wird zunächst durch die Rotorblätter in mechanische Energie umgewandelt, um dann durch den Ringgenerator in elektrische
Energie transformiert zu werden. Ringgeneratoren zeichnen
sich insbesondere durch ihre lange Lebensdauer, ihren geringen Verschleiß und ihre geringe Geräuschemission aus.
4
copyright: enercon
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7. Der rotor
Ist die Gondel auf dem Turm montiert, kann die spannendste Phase beginnen – der Zug des Rotors. Die Rotorblätter
werden im Vorfeld an der Nabe montiert. Nachdem der fertig
montierte Rotor einige Meter in die Höhe gezogen wurde,
wird er mithilfe von Sicherungsseilen aufgestellt und so in
die richtige Position gebracht. An der Gondel stehen die Monteure bereit um den Rotor mit der Gondel zu verschrauben.
Dafür ist viel Fingerspitzengefühl seitens des Kranführers
notwendig. Im Anschluss wird nun die vordere Abdeckung
der Nabe aufgesetzt – und die fertige Anlage steht!
www.naturwind.de, Ulrike Zschunke
DER ELEKTRONENHIGHWAY DER WINDENERGIE
fokus
TEIL 2: NETZANSCHLUSS
anschluss gesucht
Bei der Planung eines Windparks ist der geeignete
Einspeisepunkt in das öffentliche Energieversorgungsnetz bereits frühzeitig zu bestimmen.
Der Netzanschluss selbst erfolgt erst nach Abschluss der
eigentlichen Bauphase. Für die Festlegung des Einspeisepunktes spielen viele Überlegungen eine Rolle. Zu Beginn
muss die einzuspeisende Leistung bestimmt werden, um
daraus auf eine geeignete Spannungsebene schließen zu
können. Im Windpark Dargelütz wird z.B. eine Leistung von
13,8 MW abgeführt. Die dafür geeignete Spannungsebene
ist das Hoch- bzw. Höchstspannungsnetz mit einer
Spannung von 110 bis 380 kV. Anhand dieser Ebene kann
ein geeigneter Netzverknüpfungspunkt bestimmt werden.
Im nächsten Schritt wird in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber eine Netzberechnung durchgeführt, die Aufschluss
über den Zustand des Netzverknüpfungspunktes gibt.
Danach kann entschieden werden, ob an diesem Punkt
des Netzes ausreichend Kapazität für die anzuschließende
Leistung vorhanden ist. Nach der Ermittlung des Einspeisepunktes stehen für die Berechnung des Verlaufes der Kabeltrasse nun der Ausgangs- und Zielort fest. In Zusammenarbeit mit den Landeigentümern, den Bewirtschaftern und
den Ämtern, wie beispielsweise der Naturschutzbehörde,
kann dann der genaue Verlauf der Kabeltrasse geplant
werden. Nach Abstimmung dieser Punkte steht einer
zügigen Verlegung der Kabeltrasse nichts mehr im Wege.
Die Verlegung erfolgt entweder in offener Bauweise oder
mittels eines sogenannten Kabelpflugs, eines Spezialgeräts,
das die Kabel in einer Tiefe von 1,00 - 1,50 m in den Boden
einpflügt. Um schwierige Bauabschnitte wie beispielsweise
Straßenquerungen zu meistern, werden die Kabel mithilfe
von gesteuerten Bohrungen verlegt.
Dieser Abschnitt ist mit 1 – 2 km Verlegung pro Tag von
durchschnittlich 8 – 10 km Kabel der kürzeste der gesamten
Bauphase.
www.naturwind.de, Thomas Heinke
6
„Wir müssen an unsere Zukunft denken!
Florian (3) mit Opa Werner Mense
aus Parchim
Durch den Windpark Dargelütz kann ich
meinem Enkel zeigen, wo der Strom in Zukunft
7
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herkommt, und sogar noch dabei zusehen,
„Ich mag den großen Kran,
wie so ein Windrad aufgebaut wird.“
weil der so stark ist.“
28.03.11 12:42
wind ZEIT 5
+++ FDP scheitert in Rheinland-Pfalz an der Fünfprozenthürde +++ Nach 58 Jahren CDU-Herrschaft “grüner” Ministerpräsident in Baden-Württemberg möglich +++
fokus
sEiTE 4
TEIL 3: NACHHALTIGKEIT UND UMWELTSCHUTZ
ausgleichs- und ersatzmaßnahmen
für die errichtung von windkraftanlagen
„Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen haben nicht nur
ausgleichenden oder aufwertenden Zweck, sie stärken
Windenergie steht für eine besonders umweltfreundliche Art der Energieerzeugung. Um diesem hohen Anspruch zu
genügen, müssen ihre Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten werden.
Die Grundidee der naturschutzfachlichen Eingriffsregelung
ist, dass die Beeinträchtigung des Naturhaushaltes und
des Landschaftsbildes einer Wiedergutmachungspflicht
unterliegt. Das bedeutet: Was der Natur durch den Eingriff,
nämlich den Bau der Windenergieanlage (WEA), genommen
wird, muss ihr zurückgegeben werden.
Deshalb wird zunächst von einem unabhängigen Gutachter
ermittelt, welche Eingriffe im Zusammenhang mit der
Errichtung der Windenergieanlage für welche Schutzgüter zu
erwarten sind. Die wichtigsten Schutzgüter sind das Landschaftsbild, die Flora/Fauna und der Boden. Berechnungsgrundlagen bilden hierbei die Anzahl, Höhe und Leistung der
WEA sowie der Flächenverbrauch. Um den tatsächlichen
Umfang des Eingriffs zu ermitteln, gibt es verschiedene
Berechnungsmodelle, die sich jedoch in erster Linie an der
Gesamthöhe der WEA und der Verschattungstiefe der sich
drehenden Rotoren orientieren und so zu einer konkret
zu schaffenden Ausgleichsflächengröße führen. Die Werthaltigkeit des Landschaftsbildes spielt bei der Berechnung
eine besondere Rolle. Hierfür bewertet und benotet man das
Landschaftsbild und rechnet es in einen Ausgleichsumfang
um (sogenannte Ausgleichszahlungen). In Abstimmung mit
den Unteren Naturschutzbehörden der jeweiligen Kreise
werden dann konkrete Maßnahmenkataloge erarbeitet.
Temporäre Beeinträchtigungen, die beim Aufbau der WEA
entstehen, werden unabhängig von den Kompensationsmaßnahmen nach Beendigung der Bauarbeiten im Windpark
beseitigt. Der Ursprungszustand wird wiederhergestellt und
einer weiteren landwirtschaftlichen Nutzung steht nichts
entgegen. Erstaufforstung, Anpflanzungen von Feldhecken,
Baumreihen und Streuobstwiesen sowie Gewässerrenaturierungen sind nur einige von vielen Ausgleichsmöglichkeiten.
In Zusammenarbeit mit den anliegenden Gemeinden können
diese dann auch auf gemeindeeigenen Flächen umgesetzt
ihre ansprechpartner
vorschau
von naturwind schwerin freuen sich auf sie!
fokus
ABENTEUERLAND ENERGIE
auch den ökologischen
Umweltsachverständiger
Verbund und erhöhen maß-
Dr. Klaus-Dieter Feige
geblich die Akzeptanz der
Windenergiegewinnung.“
werden und so zum Erholungswert für Anwohner aus den
umliegenden Gemeinden eines Windparks beitragen. Gibt es
keine Möglichkeiten, in (un-)mittelbarer Nähe zum Windpark
einen Ausgleich zu schaffen, kann dieser auch in anderen
Gemeinden des Kreises umgesetzt werden.
Damit ist im Kleinen wiedergutgemacht, was im Großen
wirklich gut gemacht wird – Stromerzeugung durch erneuerbare Energieträger und damit ein wesentlicher Beitrag zum
Klimaschutz und Schonung unserer endlichen Ressourcen.
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Planung MV/Brandenburg,
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Gerald Genschau
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Planung Brandenburg,
Prokurist
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Ralph Umhauer
Planung Brandenburg
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sylke Thimm
GIS-Planungen
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Janna Jeske
Planung Schleswig-Holstein
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Wiebke Berndt
Planung Brandenburg
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Matthias Kaulmann
Planung Schleswig-Holstein/MV
Repowering
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Daniela Fröhlich
Planung Schleswig-Holstein
daniela.froehlich@naturwind.de
Marion Rosinus
Planung Brandenburg
marion.rosinus@naturwind.de
Thomas Heinke
Netzplanungen
thomas.heinke@naturwind.de
Werner Mohr
Planung Schleswig-Holstein
werner.mohr@naturwind.de
Andre Thorentz
Planung Sachsen-Anhalt/MV
andre.thorentz@naturwind.de
Maren Müller
Rechtsabteilung
maren.mueller@naturwind.de
Matthias Balck
Planung Schleswig-Holstein/MV
Repowering
matthias.balck@naturwind.de
Klaus Metzner
Planung Sachsen-Anhalt/
Brandenburg
klaus.metzner@naturwind.de
ina Lusansky
Finanzbuchhaltung
ina.lusansky@naturwind.de
Ulrike Zschunke
Öffentlichkeitsarbeit
ulrike.zschunke@naturwind.de
110328_Naturwind_windZeit05_RZ.indd 4
VOR ORT:
Bernd Jeske
Geschäftsführer (GF) naturwind
bernd.jeske@naturwind.de
Anfang des Jahres feierten wir die lang ersehnte Eröffnung
unseres Büros in Kublank! Wir freuen uns sehr über Frau
Kathrin Wildgrube als Verstärkung unseres Teams vor Ort.
Sie ist zukünftig als persönliche Ansprechpartnerin in der Region
Kublank/Groß Miltzow für Sie da. naturwind schwerin gmbh,
Dorfstraße 11, 17349 kublank, Tel. 03968/210492
28.03.11 12:42
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