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Ein Unternehmen ohne Wurzeln ist wie ein Mensch - Tengelmann

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Zahlen & Fakten
2011
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Umsatz
in Mrd. €
∆ in % z. Vj
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Deutschland
7,38
0,3
0,3
Europa
3,40
7,3
7,2
Summe
10,78
2,4
2,4
∆ in % z. Vj
Mitarbeiter
Deutschland
59.955
1,2
Europa
23.482
11,6
Summe
83.437
3,9
∆ in % z. Vj
Filialen
Deutschland
DIE UNTERNEHMENSGRUPPE TENGELMANN 2011
81
3.447
1,7
Europa
809
11,0
Summe
4.256
3,4
Heute arbeiten am Sitz der Unternehmenszentrale
Tengelmann mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holding und von 15 Tochtergesellschaften.
Ein Unternehmen
ohne Wurzeln ist wie ein
Mensch ohne Familie.
Allgemeine Hinweise
Der Konzernumsatz beinhaltet die Umsätze der Produktionsbetriebe,
bereinigt um die Innenumsätze.
Auf Grund von Rundungseffekten können Additionsdifferenzen auftreten.
Bericht über das 145. Geschäftsjahr
Angaben zu Mitarbeitern und Filialen sind bezogen auf den Stichtag
zum jeweiligen Geschäftsjahr.
Bei Auslandsgesellschaften wurden die durchschnittlichen Wechselkurse
der jeweiligen Berichtszeiträume zugrunde gelegt.
Was als Produktionsstandort begann, ist heute der
Hauptsitz der Unternehmensgruppe Tengelmann. Die
Planungen dazu starteten 1911. Ein Jahr später – im
Herbst 1912 – wurde der Traum von Karl SchmitzScholl, Sohn des Gründers der Unternehmensgruppe
Tengelmann, wahr: In seiner Schokoladenfabrik am
Standort Mülheim-Speldorf lief die Produktion an.
Bis 2003 wurden hier Schokolade und andere Süß­waren produziert.
Der Umwelt zuliebe wurde diese Publikation auf dem
umweltfreundlichen Papier „Galaxi Keramik FSC“ in
einem zertifizierten Druckhaus gefertigt.
www.tengelmann.de
In den 100 Jahren seit Standortgründung hat das
Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes in
Speldorf Wurzeln geschlagen.
Zahlen & Fakten
2011
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Umsatz
in Mrd. €
∆ in % z. Vj
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Deutschland
7,38
0,3
0,3
Europa
3,40
7,3
7,2
Summe
10,78
2,4
2,4
∆ in % z. Vj
Mitarbeiter
Deutschland
59.955
1,2
Europa
23.482
11,6
Summe
83.437
3,9
∆ in % z. Vj
Filialen
Deutschland
DIE UNTERNEHMENSGRUPPE TENGELMANN 2011
81
3.447
1,7
Europa
809
11,0
Summe
4.256
3,4
Heute arbeiten am Sitz der Unternehmenszentrale
Tengelmann mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holding und von 15 Tochtergesellschaften.
Ein Unternehmen
ohne Wurzeln ist wie ein
Mensch ohne Familie.
Allgemeine Hinweise
Der Konzernumsatz beinhaltet die Umsätze der Produktionsbetriebe,
bereinigt um die Innenumsätze.
Auf Grund von Rundungseffekten können Additionsdifferenzen auftreten.
Bericht über das 145. Geschäftsjahr
Angaben zu Mitarbeitern und Filialen sind bezogen auf den Stichtag
zum jeweiligen Geschäftsjahr.
Bei Auslandsgesellschaften wurden die durchschnittlichen Wechselkurse
der jeweiligen Berichtszeiträume zugrunde gelegt.
Was als Produktionsstandort begann, ist heute der
Hauptsitz der Unternehmensgruppe Tengelmann. Die
Planungen dazu starteten 1911. Ein Jahr später – im
Herbst 1912 – wurde der Traum von Karl SchmitzScholl, Sohn des Gründers der Unternehmensgruppe
Tengelmann, wahr: In seiner Schokoladenfabrik am
Standort Mülheim-Speldorf lief die Produktion an.
Bis 2003 wurden hier Schokolade und andere Süß­waren produziert.
Der Umwelt zuliebe wurde diese Publikation auf dem
umweltfreundlichen Papier „Galaxi Keramik FSC“ in
einem zertifizierten Druckhaus gefertigt.
www.tengelmann.de
In den 100 Jahren seit Standortgründung hat das
Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes in
Speldorf Wurzeln geschlagen.
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Impressum
Kaiser’s
Tengelmann
Gesamt
Unternehmensgruppe Tengelmann
Public Relations
Wissollstraße 5– 43
45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 208 5806-7606
Telefax: +49 208 5806-7605
KiK
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
430.759
513
-3,4
2.158,3
-0,4
-0,4
17.882
-0,5
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Kroatien
public-relations@uz.tengelmann.de
www.tengelmann.de
Österreich
Verantwortlich für den Inhalt:
Sieglinde Schuchardt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
1.345.577
2.591
2,9
1.350,6
0,3
0,3
17.520
3,2
11.905
20
–
3,8
–
­–
129
–
124.636
253
1,2
190,8
-0,3
-0,3
1.422
2,1
Slowakei
33.275
54
28,6
30,5
37,4
37,4
303
11,0
Slowenien
26.227
44
7,3
34,7
9,1
9,1
234
4,9
Tschechien
82.153
145
20,8
62,1
14,6
11,3
747
-3,9
Ungarn
33.727
57
3,6
19,4
8,4
9,6
359
-1,1
Gesamt
1.657.500
3.164
4,6
1.691,9
1,7
1,6
20.714
3,5
OBI
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Bosnien-Herzegowina
Italien
Kroatien
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
2.628.351
343
0,9
3.620,6
2,0
2,0
22.836
1,0
13.837
3
0,0
17,8
-3,8
-3,8
205
-4,7
218.359
52
6,1
470,0
4,2
4,2
2.255
12,0
19.210
3
0,0
14,8
2,8
5,0
172
-0,6
Österreich
196.314
34
6,3
339,5
1,2
1,2
1.966
10,4
Polen
312.872
41
20,6
517,7
6,2
9,3
4.628
23,6
Rumänien
55.263
7
0,0
50,0
6,6
7,8
643
1,9
Russland
223.374
19
5,6
820,0
18,5
20,4
4.453
21,2
Schweiz
78.789
11
10,0
201,7
10,6
-1,2
683
9,3
100
Slowenien
48.200
7
0,0
66,2
-1,6
-1,6
433
3,6
Tschechien
215.547
32
6,7
350,2
1,8
-1,0
2.555
0,3
32.383
3
0,0
34,8
7,4
13,4
420
2,2
Jahre alt ist der älteste Teil des Firmensitzes der Unternehmensgruppe Tengelmann,
an dem 1912 die Schokoladenfabrik Wilhelm
Schmitz-Scholl in Betrieb ging.
Ungarn
159.786
24
-4,0
166,4
1,1
2,3
1.864
5,5
Gesamt
4.202.285
579
3,2
6.669,7
4,5
4,4
43.113
6,2
Ukraine
Sonstige
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Gesamt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
–
–
–
657,7
-8,8
-8,8
1.728
2,4
80
2011 Inhalt
Inhalt
04 Vorwort
06 Gastbeitrag
12 Soziale Verantwortung
14 Mitarbeiter
16 Überblick
18 Geschäftsfelder
36 Bilanz und Erläuterungen
03
04
Vorwort
Die Chancen von heute
sind die Wurzeln des
Erfolges von morgen.
Vorwort
Liebe Leserin,
Iieber Leser,
wir blicken zurück auf das 145. Geschäftsjahr unseres
Familienunternehmens, dessen Verlauf in der Rückschau
einer echten Achterbahnfahrt glich. Während uns das
erste Halbjahr eine sehr positive Geschäftsentwicklung
bescherte, brach diese im Sommer abrupt ab. Der gesamte europäische Einzelhandel bekam eine deutliche
Kaufzurückhaltung zu spüren. Die Staatsschuldenkrise
vieler EU-Mitglieder sowie die daraus resultierende
Angst um den Fortbestand der europäischen Gemeinschaftswährung führten zu einer völligen Verunsicherung
der Verbraucher. So schmolz der zu Beginn des Jahres
erarbeitete hohe Planvorsprung in der zweiten Jahreshälfte wieder zusammen.
Dass wir das Geschäftsjahr 2011 dennoch mit einer Umsatzsteigerung von 2,4 Prozent zum Vorjahr abschließen
konnten, verdanken wir der konsequenten und guten
Leistung aller Konzerntöchter. Insbesondere die saisonabhängigen Geschäftsfelder OBI und KiK haben mit
Nachdruck und Erfolg daran gearbeitet, auch noch die
durch den viel zu kalten Sommer bedingten Umsatzrückgänge zu kompensieren, und haben ihre Expansion
weiter vorangetrieben. Kaiser’s Tengelmann konnte im
vergangenen Jahr seine Prozesse weiter optimieren und
sich zukunftsfähig aufstellen.
Einen großen Fortschritt haben wir im letzten Geschäftsjahr mit unseren E-Commerce-Aktivitäten gemacht, sowohl im Bereich Unternehmensbeteiligungen als auch
mit unserem Plus Online Shop. Als Investor werden wir
uns auch weiterhin an erfolgversprechenden Start-ups
beteiligen und unser Portfolio vergrößern. Auch die stationären Geschäftsfelder unseres Familienunternehmens
tragen der rasanten Online-Entwicklung Rechnung;
sie alle werden bis zum Ende des Jahres 2012 einen
eigenen Webshop haben.
Wir begreifen die „digitale Revolution“, die unaufhaltsam weite Bereiche unserer Lebens- und Arbeitswelt
verändert, nicht als Bedrohung, sondern als Chance.
Deshalb investieren wir in der fünften Unternehmergeneration Kapital und Energie, um diese Entwicklung
aktiv mitzugestalten. Diese Fähigkeit, sich positiv auf
ge­sellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen
einzustellen, zeichnete auch unsere Vorfahren aus. Ihnen
ist es gelungen, in jeder Situation stets die Chancen zu
sehen und zum Wohle des Unternehmens zu nutzen.
So ergriff mein Urgroßvater Karl Schmitz-Scholl vor mehr
als 100 Jahren mutig die sich ihm bietende Gelegenheit und kaufte ein Gelände, das für seine Bedürfnisse
eigentlich viel zu groß war. Dort errichtete er 1912
seine kleine Schokoladenfabrik, die später immer weiter
ausgebaut wurde, und legte damit, ohne es zu wissen,
den Grundstein für unsere heutige Unternehmens­
zentrale und für viele unserer Geschäftsfelder im Mülheimer Stadtteil Speldorf. Seiner Weitsicht haben wir
es zu verdanken, dass unser Familienunternehmen an
diesem Ort Wurzeln schlagen konnte und seit nunmehr
100 Jahren zu Hause ist.
Herausforderungen gestern und heute: Die Themen ver­
ändern sich; der Wille, sich ihnen zu stellen, nicht.
Ihr
05
06
Gastbeitrag
Erivan Haub, Jahrgang 1932, übernahm nach dem Tod seines Onkels Karl
Schmitz-Scholl im März 1969 in vierter Generation die alleinige Geschäftsführung der Firmengruppe Schmitz-Scholl/Tengelmann. Der Diplom-Volkswirt baute in den folgenden Jahrzehnten den Betrieb zu einem der weltweit
größten Handelsunternehmen aus. Im Jahr 2000 übertrug Erivan Haub die
operative Verantwortung auf seine Söhne und begleitete das Familienunternehmen fortan als Vorsitzender des Beirates.
Neben den wirtschaftlichen Zielen stand immer auch das Engagement
„... der Umwelt zuliebe!“ im Vordergrund. Für die zum Teil bahnbrechenden
Maßnahmen der Unternehmensgruppe Tengelmann zum Schutz der Umwelt
erhielt Erivan Haub zahlreiche Auszeichnungen.
Darüber hinaus wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienst­
ordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. 2007 erhielt er den
Verdienst­orden des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit 2008 ist Erivan Haub
Träger des Ehrenrings der Stadt Mülheim an der Ruhr und Ehrenbürger der
Stadt Idstein, wo er aufwuchs.
Gastbeitrag
Zukunft mit Tradition
Mitte des 19. Jahrhunderts trieb das Leben in Mülheim
so gemächlich dahin wie der Fluss selbst, der einstmals
eine bedeutende Lebensader des Ruhr-Reviers gewesen
ist. Stromabwärts brachten Schiffe das schwarze
Gold (Kohle aus den Bergwerken) in die Niederlande,
von wo sie mit Kolonialwaren beladen wieder zurückkehrten. Und mit Kolonialwaren handelten auch
meine Vorfahren.
In der Chronik unseres Hauses ist unter dem 1. Januar
1867 das wohl wichtigste Ereignis unserer Geschichte
verzeichnet: die Gründung der Firma Wilh. SchmitzScholl durch meinen Urgroßvater.
145-jähriges Bestehen – das ist selbst in unserer schnelllebigen Epoche ein beachtlicher Zeitabschnitt und für
mich der Anlass, derer zu gedenken, die das Fundament unserer Unternehmensgruppe gelegt haben.
Der am 11. November 1831 geborene Wilhelm Schmitz
war ein Pionier im wahrsten Sinne des Wortes. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, musste er seinen
Traum von einer höheren Schulbildung aufgeben, um
für Mutter und Geschwister den Unterhalt zu ver­
dienen. Das fehlende Wissen machte er durch zähen
Fleiß und unermüdliches Engagement wett. Er war
zielstrebig, tatkräftig und sparsam – Eigenschaften, die
seiner beruflichen Karriere zugutekamen und ihn in die
Lage versetzten, sich 35-jährig als alleiniger Firmen­
inhaber zu etablieren.
Per Circular gab er bekannt, dass er den Kolonialwaren­
import seines ehemaligen Lehrherrn Meininghaus „für
alleinige Rechnung“ fortführen werde und dass er
seiner Frau Louise, geb. Scholl, Prokura erteilt habe.
Gleichzeitig bat er alle Kunden und Geschäftspartner,
von der Gründung der Firma Wilh. Schmitz-Scholl
„Vormerkung zu nehmen“.
Mein Urgroßvater agierte von da an als selbständiger
Großhändler, wollte sich aber partout nicht damit
begnügen, nur Kaffee, Tee und Gewürze aus fernen
Ländern zu importieren, sondern er begann, den grünen
Kaffee zu veredeln und ihn als Marke zu verkaufen. Das
Resultat waren erfreuliche Umsatzzahlen für „Storch“und „Plantagen“-Kaffee.
Darüber hinaus diversifizierte er in den Ölhandel und
in eine Branntweindestillerie – immer mit glücklicher
Hand. Sein Unternehmen florierte, und er setzte alles
daran, dieses weiter auszubauen – bis an das Ende
seiner Kräfte.
Für Wilhelm Schmitz war es immer selbstverständlich
gewesen, sechs Tage in der Woche jeweils zwölf Stunden im Geschäft zu arbeiten und, wenn Not am Mann
war, persönlich mit anzupacken. Und sonntags, nach
dem Gottesdienst, kamen die Reisenden zur Bericht­
erstattung.
Und so saß er auch am 5. Dezember 1887 in seinem
Kontor, obwohl er sich überhaupt nicht wohl fühlte. Als
er sich schließlich hinlegte, um ein wenig auszuruhen,
stand er nicht mehr auf. Vier Wochen nach seinem 56.
Geburtstag starb der Gründer unserer Unternehmensgruppe.
Sollte ich die Leistungen meiner Vorfahren bewerten,
dann stünden die meines Urgroßvaters an erster
Stelle: Er hatte nichts geerbt, worauf er hätte aufbauen können – keinen Grundbesitz, keine Wert­
gegenstände, kein Geld, NICHTS!
Die ihm in jungen Jahren aufgebürdeten Belastungen
haben an seiner Gesundheit gezehrt, sehr wahrscheinlich aber auch jene Energie freigesetzt, von der die
nachfolgenden Generationen profitieren konnten.
07
08
Gastbeitrag
Der frühe Tod des Unternehmers stürzte seine Familie
in große Schwierigkeiten. Die Witwe war nach einem
Unfall selbst schwer krank und folgte ihrem verstorbenen Mann nach sechs Monaten. Zuvor war es ihr
noch möglich gewesen, ihren Sohn Karl, den sie für den
fähigsten der drei Brüder hielt, vorzeitig für mündig erklären zu lassen – und dieser sollte sich des in ihn gesetzten Vertrauens von Anfang an als würdig erweisen
und den an ihn gestellten Anforderungen gerecht werden.
Karl trat sofort in die Fußstapfen seines Vaters, baute
das Geschäft weiter aus und griff die Idee eines Mitbewerbers vom linken Niederrhein auf, den gerösteten
Kaffee in eigenen Läden zu verkaufen. Dass sein Enkel
80 Jahre später die Firma Kaiser’s Kaffee übernehmen
würde, konnte er natürlich nicht ahnen. 1893 wurde
die erste Verkaufsstelle in Düsseldorf eröffnet. Als
Geschäftsbezeichnung wählte mein Großvater den
Namen seines Partners Emil Tengelmann.
Karl Schmitz-Scholl hatte ein solides Unternehmen
übernommen; und genau wie sein Vater begann er zu
experimentieren. Während zu Lebzeiten des Firmengründers die Hausfrauen kaum Interesse daran hatten,
Süßigkeiten zu kaufen, sondern diese viel lieber nach
alten Rezepturen selbst herstellten, trat allmählich ein
Sinneswandel ein, und die Nachfrage nach Schoko­
ladenerzeugnissen wurde größer.
Dies war für meinen Großvater Anlass, einen lang­
gehegten Plan in die Tat umzusetzen: Er baute in
Mülheim-Speldorf eine Schokoladenfabrik, die 1912
in Betrieb genommen wurde. Meine Mutter, Elisabeth
Haub, geb. Schmitz-Scholl, erzählte mir oft, mit
welchem Vergnügen sie durch die Fertigungshallen
stolziert sei und von den Süßigkeiten genascht habe,
die dort auf ihre Verpackung warteten. Verglichen mit
der heutigen Vielfalt war die Produktpalette bescheiden, und zunächst wurden nur Tengelmann-Läden
beliefert. Doch auch das sollte sich allmählich ändern.
Der zweiten Generation unserer Familie war es vergönnt, eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die für
Mülheim ein bedeutender Wirtschaftsfaktor wurde und
weit über die Stadtgrenzen hinaus Geltung hatte. Bis
nach Ostpreußen dehnte sich das Tengelmann-Filialnetz aus, und die Wissoll-Schokolade fing an, sich in die
stolze Riege der Sprengels und Stollwerks einzureihen.
Doch dann kam der Erste Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen. In Deutschland herrschte bittere Not. Die
strengen Auflagen des Versailler Vertrages, eine hohe
Gastbeitrag
„145-jähriges Bestehen – das ist selbst in
unserer schnelllebigen Epoche ein beachtlicher
Zeitabschnitt und für mich der Anlass, derer
zu gedenken, die das Fundament unserer
Unternehmensgruppe gelegt haben.“
Arbeitslosigkeit und die galoppierende Geldentwertung
belasteten die Wirtschaftsentwicklung beträchtlich. Die
Firma Schmitz-Scholl überstand diese Periode jedoch
relativ unbeschadet. Dafür hatte der findige Unternehmer
rechtzeitig vorgesorgt. Nicht nur, dass es ihm gelun­gen
war, die Blockade der Engländer zu durchbrechen und über
Schweden Kakaomasse zu importieren, so dass die
Schokoladenfertigung für die ersten Kriegsjahre aufrecht erhalten werden konnte; er hatte auch in weiser
Voraussicht in der Inflationszeit Ware gegen Kredite
gebunkert, so dass die Goldmark-Bilanz, die 1923 nach
der Währungsreform erstellt wurde, meinen Großvater
zu Recht mit Genugtuung erfüllte.
Als sich in Deutschland die Verhältnisse normalisierten,
begann für Karl Schmitz-Scholl wieder die Zeit des
Auf- und Ausbaus, denn viele Filialen waren durch die
Abtretung der Ostgebiete verlorengegangen. Er expandierte erneut, vor allem im bayerischen Raum, baute
Nährmittelfabriken und nahm Röstereien in Betrieb. Er
plante, inszenierte und gönnte sich keine Ruhe, so als
ob er spürte, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb. Wenn
er Erholung suchte, verbrachte er mit seiner Familie ein
paar Tage in einem kleinen Landhaus in Mintard, nicht
weit von Mülheim. Er wollte, genau wie sein Vater zuvor, immer gern in der Nähe des Unternehmens sein.
Sein rastloser persönlicher Einsatz blieb nicht ohne Folgen für seine Gesundheit. 1927 erkrankte er so schwer,
dass er nicht mehr in der Lage war, die Firma zu führen.
Deshalb übertrug er seinem Sohn sukzessive weitreichende Verantwortung. In enger Abstimmung mit dem
Vater konnte sich dieser rechtzeitig in die Abläufe und
den Betrieb des Unternehmens einarbeiten.
Als Karl Schmitz-Scholl I am 11. April 1933 starb,
wurden die Geschwister Elisabeth und Karl gleichberechtigte Erben. Meine Mutter hätte gern eine leitende
Funktion in der Firma übernommen – und wäre dazu
auch durchaus befähigt gewesen –, doch ließ das damals herrschende gesellschaftliche Rollenverständnis
dies nicht zu. So wurde ihr Bruder Karl allein geschäftsführender Gesellschafter.
Der Vater hatte ein gesundes Unternehmen hinterlassen:
Wissoll war zu jener Zeit der viertgrößte Rohkakaoverarbeiter im Deutschen Reich, und die TengelmannKette umfasste Ende der 1920er Jahre 560 Filialen.
Bereits kurze Zeit nach der Machtübernahme erwiesen sich die Nationalsozialisten als rücksichtslose und
brutale Agitatoren, die auch die Wirtschaft unmittelbar
„gleichschalteten“. So wurde 1934 die gesamte Süßwarenindustrie von einer drastischen Kontingentierung
getroffen: Die Fertigungsmenge durfte künftig maximal
nur noch dem Durchschnittswert der Verbrauchsjahre
1924 bis 1934 entsprechen, und die Rohstoffquote der
Letztverarbeitung wurde auf die Hälfte gesenkt, was
dramatische Folgen für Wissoll hatte: eine schlagartige
Reduzierung von 5.000 Tonnen auf 2.500 Tonnen – bei
zunächst gleichbleibendem Bestand an Maschinen und
Personal.
Schließlich beschloss das Oberkommando der Wehrmacht auch noch, der Mülheimer Friedrich WilhelmsHütte, die für die Rüstungsindustrie arbeitete, bei der
Grundstückserweiterung den Vorzug zu geben, so dass
Schmitz-Scholl/Tengelmann mit seinen Fertigungsanlagen den bisherigen Firmenstandort in der Grünstraße
verlassen und den Betrieb komplett nach Speldorf verlagern musste.
Das vorrangige Ziel von Karl Schmitz-Scholl II war, den
Filialbestand und die Werke zu modernisieren, doch die
wirtschaftlichen Restriktionen infolge der Aufrüstung
im Dritten Reich und im Krieg selbst machten seine
09
10
Gastbeitrag
Louise und Wilhelm Schmitz-Scholl gründeten 1867
die spätere Unternehmensgruppe Tengelmann.
Bemühungen zum großen Teil zunichte. Es galt für ihn
nur noch, das Unternehmen zu erhalten und durch
diese schwierige Zeit zu führen. Mit der Produktion
von Heeresverpflegung, unter anderem Bratlingspulver
(ein Fleischersatz aus Soja) oder Vitamin C-haltiger
Brause, gelang es ihm, die Fertigungsstätten in Betrieb
zu halten. Zerbombte Filialen wurden durch aus­
rangierte Eisenbahnwaggons ersetzt, die er zu Behelfsläden umbauen ließ.
Und dann standen im Mai des Jahres 1945 alle Maschinen still. Die Fabrik wurde beschlagnahmt, das
Firmenvermögen eingefroren, Karl Schmitz-Scholl II als
ehemaliger „Wehrwirtschaftsführer“ interniert und ein
Custodian von den alliierten Verwaltungsbehörden eingesetzt. Dieser entpuppte sich allerdings als gerissener
Hochstapler, und da schlug die Stunde der Mitgesellschafterin Elisabeth Haub. Mit aller Kraft setzte sie sich
(gemeinsam mit loyalen Mitarbeitern) dafür ein, dass
die Firma nicht in fremde Hände geriet. Und ihre Be­
mühungen hatten trotz aller Widrigkeiten, mit denen
sie kämpfen musste, Erfolg. Sie schaffte es, das Familien­
erbe zu erhalten.
Als Karl Schmitz-Scholl II heimkehrte, konnte er es kaum
erwarten, sich wieder selbst um das Unternehmen zu
kümmern. Die Zwangsbewirtschaftung war zwar aufgehoben, doch dauerte es lange, bis sich die Situation
auch bei Schmitz-Scholl/Tengelmann wieder normali­
sierte. Vordringliche Aufgabe für meinen Onkel war
der Wiederaufbau des Filialnetzes – viele Läden waren
beschädigt bzw. völlig zerstört. 1953 eröffnete er in
München das erste Selbstbedienungsgeschäft, und
nach und nach wurden alle Märkte – sofern dafür geeignet – umgerüstet. Schließlich begann er, mit neuen,
großflächigen Vertriebsformen zu experimentieren.
Wenn betagte Pensionäre das kleine Firmenmuseum
in der Zentrale besichtigen, dann erinnern sie sich voll
Hochachtung an den Mann, der die Unternehmensgruppe durch die schwerste Zeit ihres Bestehens führte:
Karl Schmitz-Scholl II – Visionär, Pionier und Bewahrer
zugleich, so wird er beschrieben.
Als er am 22. März 1969 verstarb, da wurde Herr KSS,
wie er von seinen Mitarbeitern genannt wurde, tief
betrauert. Er war ihnen nicht nur als Unternehmer ein
Vorbild gewesen, sondern er wurde vor allem wegen seiner Zivilcourage und seiner Menschlichkeit bewundert.
Immer wieder hat er durch sein Wirken bewiesen, dass
seine Aussage „Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital
einer Firma“ niemals bloßes Lippenbekenntnis war.
Gastbeitrag
Tradition bedeutet
nicht das Bewahren der
Asche, sondern das
Weiterreichen der Glut.
(Ricarda Huch, 1864 –1947)
Diese eindrucksvolle Firmen- und Familiengeschichte
vor Augen, saß ich am 24. März 1969 im Zug, um in
Mülheim an der Ruhr die Nachfolge von Karl SchmitzScholl II anzutreten.
Selbst Händler mit Leib und Seele, empfinde ich es
als großes Glück, dass meine Vorfahren eine solch solide Basis für unsere Firma geschaffen haben, auf der
ich aufbauen konnte. Ich habe mich stets bemüht,
das Haus Schmitz-Scholl/Tengelmann im Sinne der
Gründer weiterzuführen, und ich bin dankbar dafür,
dass es mir vergönnt war, in einer langen Zeitspanne
voll Frieden und Wohlergehen unser traditionsreiches
Familienunternehmen auszubauen.
Doch dies wäre mir nicht gelungen, hätte ich nicht so
viele tüchtige und treue Mitstreiter an meiner Seite gehabt, die meine Visionen teilten und meine Ziele zu ihren machten. Ihrem persönlichen Engagement gilt mein
tiefempfundener Dank!
In unserer Geschichte hat es manche Höhen und Tiefen
gegeben, aber wir haben uns niemals unterkriegen
lassen. Aus jeder Krise ist das Unternehmen, das
sich nach wie vor im Familienbesitz befindet und dessen mehrheitliche Gesellschafter persönlich haften,
gestärkt hervorgegangen – bereit für neue Herausforderungen und Taten.
Und so habe ich zu Beginn des neuen Millenniums die
Geschicke unseres Hauses vertrauensvoll in die Hände
der nächsten Generation gelegt – in der festen Zuversicht, dass sie die Tradition ihrer Vorfahren in Ehren
halten und ihr Bestes geben wird, um der Verantwortung gerecht zu werden, die einem Firmenverbund
unserer Größenordnung zukommt.
Mit Interesse und Anteilnahme werde ich das Tun und
Handeln meiner Kinder und Enkelkinder weiterhin
begleiten.
11
12
Soziale Verantwortung
Nachhaltiges Engagement für
Umwelt und Gesellschaft
Nachhaltiges Engagement im sozialen Bereich und für
die Umwelt sind seit vielen Jahren ein wesentliches
Kennzeichen der Arbeit in der Unternehmensgruppe
Tengelmann. Termine wie der jährlich stattfindende
Tengelmann-Lauf oder Ehrenamtstage sind ebenso wie
Schulpatenschaften im Laufe der Jahre zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch beim schonenden Umgang mit Ressourcen zählt die Unternehmensgruppe seit
Jahrzehnten zu den Vorreitern in der Branche.
Veranstaltungen mit Tradition
Der Tengelmann-Lauf wurde im Juni 2011 bereits zum
16. Mal ausgetragen. Auf Laufdistanzen zwischen einem
und zehn Kilometern maßen sich Freizeitsportler aller
Altersklassen. Der Erlös dieser Veranstaltung kommt
traditionell dem Behindertensport mit Kindern und
Jugend­lichen zugute.
Mit der Freistellung zu einem Ehrenamtstag unterstützt
die Unternehmensgruppe Tengelmann das soziale Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der
Zentrale in Mülheim arbeiten. Seit 2007 haben so rund
100 Projekte in Altenheimen, Kindergärten und anderen
Einrichtungen von diesem Einsatz profitiert.
Unter dem Motto „Gesund mehr bewegen“ wurden
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Holding im
abgelaufenen Geschäftsjahr für das Thema Gesundheitsmanagement sensibilisiert: Sportkurse, kostenlose
Darmkrebsvorsorge, die Teilnahme an der Aktionswoche
„Starkes Herz“ und am DRK-Blutspendedienst sowie
die Möglichkeit der Registrierung in der Deutschen
Knochenmarkspendedatei (DKMS) wurden sehr gut angenommen.
Mit dem Klimamarkt in Mülheim an der Ruhr beweist
Kaiser’s Tengelmann seit über drei Jahren, dass ein moderner Supermarkt mit halbiertem Energieverbrauch und
ohne CO2-Ausstoß funktioniert: Mit Hilfe einer Geo­
thermieanlage, einer CO2-Kälteanlage und tageslichtabhängiger Lichtsteuerung lag die Energieeinsparung bei
49 Prozent. Diesen Anspruch auf nachhaltigen Umweltschutz unterstreicht seit Juni 2011 auch eine ÖkostromTankstelle vor dem Klimamarkt. An ihr können Supermarktkunden Elektro-Autos während des Einkaufes
eine Stunde lang kostenlos aufladen. Der zertifizierte
Ökostrom stammt aus einem österreichischen Wasserkraftwerk. Darüber hinaus wurde zum Jahresende am
Klimamarkt auch eine neue, energiesparende Werbesäule
in Betrieb genommen. Sie erzeugt mit einer eingebauten
Windkraftturbine und einem Fotovoltaikmodul ihre eigene Energie. Gegenüber einer konventionellen Leuchtwerbetafel verbraucht sie 97 Prozent weniger Energie.
Nachhaltige Einkaufspolitik
Kaiser’s Tengelmann setzt mit besonders umweltfreundlichen Tragetaschen ein Zeichen für innovativen Umweltschutz im Lebensmitteleinzelhandel. Die Taschen
bestehen aus biobasiertem Polyethylen, einem aus Zuckerrohr gewonnenen natürlichen Rohstoff. Sie sind
mehrfach wiederverwendbar und recyclingfähig. Bei der
Zusammenstellung des Sortiments verfolgt das Unternehmen weiterhin einen konsequenten Nachhaltigkeitskurs. Im Geschäftsjahr 2011 wurde die bereits zwei Jahre
zuvor eingeführte, bestandsschonende Einkaufspolitik
für Meeresfrüchte und Fisch überarbeitet und präzisiert.
Produkte aus gesunden Beständen werden mit dem
„Qualitätssiegel bewusste Fischerei“ ausgezeichnet.
Auch externe Qualitätssiegel der Marine Stewardship
Council (MSC) werden eingesetzt.
Der Textildiscounter KiK setzt in seinem Handelssegment
Akzente für nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliches Engagement im In- und Ausland. Das Unternehmen veröffentlichte 2011 einen Nachhaltigkeitsbericht,
der sich auf Grund seiner umfassenden Berichtsstruktur
Soziale Verantwortung
Erneut ein großer Erfolg: Der 16. Tengelmann-Lauf lockte wieder
mehrere Tausend Teilnehmer und Zuschauer nach Mülheim.
auf dem A+ Level nach den Global Reporting InitiativeKriterien befindet. Damit ist KiK Vorreiter im TextilDiscountsegment. Besonders die Berichterstattungen zu
den Klimaschutzzielen und zum Aufbau von Premium­
lieferanten – beispielsweise in Bangladesch – wurden
hervorgehoben. Um seine Lieferanten in die eigene
Nachhaltigkeitsstrategie einzubinden und bei der Etablierung nachhaltiger Prozesse zu unterstützen, eröffnete
KiK im November 2011 in Dhaka, Bangladesch, eine
Service- Unit mit zehn Mitarbeitern. Dass solche
Ini­tiativen auch vor Ort geschätzt werden, belegt im
September 2011 ein Besuch des bangladesischen Handels­
ministers in der KiK-Europazentrale.
Mit der Einführung und Zertifizierung eines Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14.001 für
die Europazentrale, der Teilnahme an der Carbon Performance Improvement Initiative (CPI2), dem Einsatz
intelligenter Strommessgeräte (Smart Metering) und
der ausschließlichen Verwendung von Ökostrom aus
Wasserkraft verfolgt KiK auch in Deutschland konsequent das Ziel des nachhaltigen Wirtschaftens.
Eine wichtige Säule des sozialen Engagements ist die Stiftung „help and hope“, zu deren Gründungsmitgliedern
der Textildiscounter zählt. Die Stiftung setzt das gespendete Geld auf nationaler und internationaler Ebene zur
Bekämpfung von Kinderarmut und zur Ausbildungsförderung benachteiligter Jugendlicher ein. KiK fördert zudem die Arbeit weiterer Initiativen im In- und Ausland –
teilweise in Zusammenarbeit mit starken lokalen Partnern.
OBI macht es seinen Kunden einfach, selbst nachhaltig zu handwerkeln. Der Marktführer bietet auf seiner
Internetseite eine Suchfunktion für umweltfreundliche
Farben, energiesparende Leuchtmittel und leicht zu recycelnde Werkzeuge an. Vor allem die Produkte der
OBI Eigenmarke werden in Kooperation mit der Online-Plattform „Utopia“ ein Jahr lang auf ihre Nachhaltigkeit getestet. So sollen diese Artikel im Bereich
Nachhaltigkeit neue Standards setzen. Zur Förderung
des Klimaschutzes brachte OBI eine umfassende Kundenbroschüre zum Thema „Regenerative Energien“
heraus. Das Baumarktunternehmen beschreitet auch
beim verantwortungsvollen Umgang mit Energie neue
Wege: Im Frühjahr 2012 wurden die ersten nach dem
Green-Building-Standard der Europäischen Union
zertifizierten Märkte eröffnet. Um dieses Zertifikat
zu erhalten, müssen strenge Vorgaben bezüglich der
Energieeffizienz und Nutzung von erneuerbaren Energien erfüllt werden.
Erfolgreiches Gesundheitsmanagement
OBI handelt nicht nur beim Umwelt- und Klimaschutz
verantwortungsvoll, sondern auch für seine Mitarbeiter.
Unter dem Motto „Fit wie OBI“ hat Deutschlands Baumarkt Nummer eins ein Gesundheitsmanagement eingeführt. Zu Themen wie Bewegung, Ernährung, Vorsorge
und Entspannung werden in den OBI Märkten während
der Arbeitszeit Beratungen und Schulungen für die Mit­
ar­beiter veranstaltet. Im neuen Geschäftsjahr soll das
Gesundheitsmanagement noch tiefer im Unternehmen
verankert werden.
13
14
Mitarbeiter
Gut aufgestellt für
den Wettbewerb um
die besten Köpfe
Die 83.437 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ein
Zuwachs von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr –
sind die Basis des Erfolges der Unternehmensgruppe
Tengelmann. Daher ist es von besonderer Bedeutung,
sie trotz unterschiedlicher Vorbildung zu einem guten
Team zusammenzuführen. 23.482 von ihnen arbeiten
außerhalb Deutschlands in den europäischen Märkten.
Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte
Bei Kaiser’s Tengelmann besteht das Team aus 17.882
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Obwohl dies einen
leichten Rückgang der Beschäftigtenzahl bedeutet, nahm
die Anzahl der Auszubildenden auf 1.129 zu. 554 von
ihnen begannen im Geschäftsjahr 2011 ihre Ausbildung.
Auch nach Ausbildungsabschluss werden interessierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch zielgerichtete
Fortbildungen auf die Übernahme von Leitungs- und
Managementaufgaben vorbereitet. Im Wettbewerb um
talentierte Fach- und Führungskräfte positioniert sich das
Supermarktunternehmen so als attraktiver Arbeitgeber.
Als solcher präsentiert sich Kaiser’s Tengelmann zudem
auf zahlreichen Veranstaltungen zur Berufsvorbereitung
von Schülerinnen und Schülern sowie durch die Pflege
bestehender Schulkooperationen. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass mit diesem Engagement viele motivierte
Berufseinsteiger als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen werden können.
Bei KiK arbeiten europaweit 20.714 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, von denen 17.520 in Deutschland tätig sind. Der textile Grundversorger versteht sich nicht
nur als Arbeit-, sondern auch als Chancengeber, der
19 Ausbildungsberufe als Möglichkeit zum Einstieg
in das Unternehmen anbietet. 2011 sind die Berufe
Immobilienkaufmann, Chemielaborant und Handelsfachwirt neu hinzugekommen. Die Ausbildungsquote
betrug während des abgelaufenen Geschäftsjahres
durchschnittlich zehn Prozent; hierzu gehören auch
Menschen mit Lebenserfahrung: 2011 war die älteste
Auszubildende 45 Jahre alt. Im Rahmen des seit Jahren
bewährten Mutter-Kind-Projektes nutzten zudem
bis zum Geschäftsjahresende 34 Mütter ihre Chance
auf eine Ausbildung in Teilzeit. 42 Prozent der Auszubildenden, die bei KiK ihre Prüfung abgeschlossen
haben, sind immer noch im Unternehmen beschäftigt.
59 Prozent von ihnen konnten in Führungspositionen
befördert werden. Fachhochschul- und Hochschul­
absolventen erhalten zudem durch einen Direkteinstieg
oder das Traineeprogramm ihre Chance.
Auch in der Öffentlichkeit will KiK als attraktiver Arbeitgeber sichtbarer werden. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf Fotomotiven einer Imagekampagne
abgebildet und geben dem Unternehmen so ein Gesicht.
Für dieses Projekt führte KiK bundesweit in vier Städten
Castings durch.
Förderprogramme und Netzwerktreffen
OBI beschäftigt 43.113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen mit 22.836 Personen gut die Hälfte in
Deutschland tätig ist. 1.417 von ihnen befinden sich in
der Ausbildung oder studieren. Der Baumarktführer legt
Wert auf eine gute, wertebasierte Arbeitsplatzkultur.
Ihre Grundlagen sind der OBI Verhaltenskodex, das
OBI Kompetenzmodell und die OBI Führungsleitlinien.
Besonders die im Verhaltenskodex festgehaltenen
Maßstäbe Leistung, Respekt, Offenheit und Verantwortung im Umgang miteinander trugen wesentlich
dazu bei, dass OBI 2011 zum vierten Mal in Folge als
Top-Arbeitgeber ausgezeichnet wurde. Das Unternehmen konnte nicht nur seinen ersten Platz unter den
Handelsunternehmen behaupten, es verbesserte sich
zudem in der Gesamtwertung vom 13. auf den fünften Platz. Entscheidend für diesen Aufstieg war die
Weiterentwicklung des internen Talentmanagements,
das durch die Einführung von Förderprogrammen und
Mitarbeiter
internationalen Netzwerktreffen ergänzt wurde. Hauptziel ist es, die Potentiale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im eigenen Unternehmen zu unterstützen und
zu halten. Dazu bietet OBI ihnen eine große Auswahl an
Seminaren an, die bei der Belegschaft auf sehr positive
Resonanz stoßen und rege genutzt werden. Darüber
hinaus versucht das Unternehmen, durch Kooperationen mit Hochschulen, Studentinnen und Studenten für
eine Karriere bei OBI zu gewinnen.
Die TREI Real Estate beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr 57 Mitarbeiter, davon 15 Mitarbeiter am
Standort Mülheim und 42 Mitarbeiter in den Landesgesellschaften Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich und
Portugal. Länderübergreifende Klausurtagungen und
Inhouse-Schulungen sollen dazu beitragen, den gegenseitigen Erfahrungs- und Wissensaustausch zu stärken
und die europaweite Integration zu fördern.
Sehr interessante Arbeitsfelder und Karrierechancen
bietet auch der aufstrebende E-Commerce-Bereich der
Unternehmensgruppe Tengelmann. Er ermöglicht dem
jungen und ambitionierten Nachwuchs gute Möglichkeiten zum Einstieg in eine vielseitige Zukunft. Neben
der täglichen Beschäftigung mit spannenden neuen
Themen des Online-Handels bekommen sie zudem die
Chance, die Entwicklung des Einzelhandels im Internet
mitzuprägen. Berufseinsteiger, die zu Fachinformatikern,
Mediengestaltern sowie Groß- und Außenhandelskaufleuten ausgebildet werden, sind Teil des Teams.
Der demografische Wandel in Deutschland wird in Zukunft zu einem verstärkten Konkurrenzkampf der Wirtschaft um Nachwuchskräfte und Personal führen. Die
Unternehmensgruppe Tengelmann ist im „Wettlauf um
die besten Köpfe“ gut aufgestellt und als Arbeitgeber
attraktiver denn je.
15
16
Überblick
Überblick
Mehr Qualität, mehr Umsatz,
mehr zufriedene Kunden
Die Unternehmensgruppe Tengelmann hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Umsatz von 10,78 Mrd. Euro
abgeschlossen. Das entspricht einer Steigerung von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Erfolg wurde
von 83.437 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in europaweit 4.256 Filialen erzielt. 32 Prozent des Umsatzes
machte das Unternehmen im europäischen Ausland.
Lebensmittel
Die Kaiser’s Tengelmann GmbH setzte ihre Investition in
das Qualitäts- und Frischekonzept „Schwarz-Rot-Gold“
ebenso fort wie die gezielte Optimierung der Filial­
substanz. In der Sortiments- und Preispolitik reagierte
das Unternehmen auf die weiter ansteigende Nachfrage nach Bio-Produkten mit einer grundsätzlichen
Sortimentsüberarbeitung.
Schritt ins Ausland. Der Markendiscounter Netto gehört mit 220 Neueröffnungen allein im Jahr 2011 zu den
expansivsten Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel.
Nach der Integration aller übernommenen Plus-Filialen
in das Netto-Konzept wird jetzt an der Verbesserung des
Bestandsnetzes gearbeitet.
Kleidung und Nonfood
KiK behauptete seine Stellung als Preisführer im textilen
Bereich erneut. Neben Filialen in Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn und der Slowakei
setzte der Textildiscounter seine Expansion mit 20 neuen
Märkten in Kroatien fort. Mit dem Filialkonzept 2015 ist
der textile Grundversorger auf einem guten Weg in die
Zukunft. Einen neuen Standard für unternehmerisches
Verantwortungsbewusstsein setzt der erste KiK-Nachhaltigkeitsbericht.
Der Plus Online Shop ist auch weiterhin das Flaggschiff
des Internethandels der Unternehmensgruppe. Das
Sortiment wuchs anlässlich des 10. Geburtstags von
plus.de auf über 100.000 Artikel an. Der Bereich E-Commerce wird von der Tochtergesellschaft Tengelmann
Ventures GmbH ausgebaut. Die Gesellschaft ist einer
der bedeutendsten Start-up-Investoren in Deutschland
und hielt zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres
19 Beteiligungen an vielversprechenden jungen E-Business-Unternehmen.
Bauen und Wohnen
Weitere Geschäftsfelder
OBI führt nach wie vor souverän das Baumarktsegment
in Deutschland an. Mit einer Steigerung von 4,5 Prozent
blieb das Umsatzwachstum weiterhin über dem Branchendurchschnitt. Die Euro- und Wirtschaftskrise war
vor allem in den Auslandsmärkten zu spüren; dennoch
eröffnete OBI 2011 insgesamt 23 neue Märkte. Die
Qualitätsstrategie erwies sich während des Geschäfts­
jahres als nachhaltig erfolgreich.
Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist seit vielen
Jahren auch im Immobilien-, Energie- und Dienstleistungsbereich aktiv. Die TREI Real Estate hat sich 2011 auf das
Asset-Management der Bestandsimmobilien fokussiert
und Projekte in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Der
Energiedienstleister Tengelmann Energie GmbH (TEG)
löst sich zunehmend vom Liefergeschäft und verstärkt
seine Aktivitäten als Broker. Zum Geschäftsfeld der
Tengelmann Audit GmbH (TAG) und der Tengelmann
Auditing Services & COnsulting GmbH (TASCO) zählt
die gesamte Palette der Revisionsprüfungen für interne
und externe Kunden. Auch die Subrenta Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH, die Tengelmann Assekuranz
Vermittlungs-GmbH und die TSG Sicherheit & Service
GmbH haben ihren Anteil zum positiven Geschäftsergebnis
der Unternehmensgruppe Tengelmann beigetragen.
Beteiligungen
Die Neupositionierung des Nahversorgungskaufhauses
Woolworth entwickelte sich sehr vielversprechend. Es
gelang, mehr Filialen als zu Jahresbeginn geplant zu eröffnen. Auch der 1-Euro-Discounter TEDi blickt auf ein
erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Mit der Eröffnung
von ersten Filialen in Österreich gelang der erfolgreiche
E-Commerce
–› www.tengelmann.de
17
8.712
Tonnen Äpfel, davon 3.100 Tonnen allein aus
Deutschland, bezog Kaiser’s Tengelmann im letzten
Jahr für seine Supermärkte. Der Kunde hat über das
Jahr verteilt die Wahl aus 26 verschiedenen Sorten;
besonders beliebt ist die aromatische und saftige
Apfelsorte „Elstar“.
Kaiser’s Tengelmann Geschäftsfelder
Kaiser’s Tengelmann
Einkaufserlebnis, Service,
Kundenorientierung
17.882 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in 513 Filialen
erzielten einen Umsatz von
2,16 Mrd. Euro.
21
19
Geschäftsfelder Kaiser’s Tengelmann
Optimiertes Filialnetz,
Ausbau der Qualität
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 erzielte Kaiser’s
Tengelmann einen Bruttoumsatz von 2,16 Mrd. Euro.
Der Rückgang von 7,6 Prozent ist auf die Restabwicklung der Vertriebsregion Rhein-Main-Neckar zurückzuführen. Flächenbereinigt bleibt der Umsatz nahezu
konstant. In den drei Kernregionen Berlin, München/
Oberbayern und Nordrhein betrieb das Supermarktunternehmen 513 Filialen mit 17.882 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern.
Expansion in kaufkraftstarken Gebieten
Kaiser’s Tengelmann legte den Schwerpunkt seiner
Aktivitäten weiterhin auf die Zukunftssicherung des Unternehmens. Dazu gehört unter anderem eine weitere
Verbesserung des Filialnetzes, die sowohl Neueröffnungen und Modernisierungsmaßnahmen als auch die
Schließung von nicht mehr zukunftsfähigen Märkten
umfasst. In den drei Kernregionen liegen die Ziele der
Expansion in kaufkraftstarken städtischen Gebieten.
Besonderes Gewicht wird auf moderne Standorte mit
ausreichender Verkaufsfläche, guter Erreichbarkeit und
großem Parkplatzangebot gelegt.
In diesem Zusammenhang wurde auch der Umbau
weiterer Filialen im Rahmen des erfolgreichen Konzepts
„Schwarz-Rot-Gold“ vorangetrieben, mit dem sich
Kaiser’s Tengelmann als Qualitäts- und Frischesupermarkt positioniert. Im Mittelpunkt stehen Einkaufs­
erlebnis, Service und Kundenorientierung. 2011 wurden
47 Supermärkte an das bewährte Konzept angepasst;
insgesamt betreibt Kaiser’s Tengelmann damit 251
„Schwarz-Rot-Goldene“-Supermärkte. Die Einführung des
zukunftsweisenden Warenwirtschaftssystems Compex wurde ebenfalls im vergangenen Geschäftsjahr abgeschlossen. Alle Zentrallager und die drei Vertriebs­re­gionen arbeiten seit Juli 2011 mit der neuen Software.
Für viele Konsumenten ist der Einkauf im Internet in­
zwischen selbstverständlich, der Online-Handel verzeichnet rasant wachsende Umsatzzahlen. Auch Kaiser’s
Tengelmann bietet seinen Kunden die bequeme Einkaufsmöglichkeit per Mausklick: In Berlin und München
betreibt das Unternehmen bereits seit 1997 erfolgreich einen Lieferservice. Im vergangenen Jahr wurde
die Homepage überarbeitet und modernisiert. Auf die
Bedürfnisse des Kunden abgestimmt, bietet die Website die komplette Sortimentsbreite von frischem Obst
und Gemüse über Molkerei- und Tiefkühlprodukte
bis hin zu Bedienwaren im Wurst- und Fleischbereich.
Zu den Kunden gehören hauptsächlich junge Familien,
Nur beste Qualität im Einklang mit der Natur und
den Anforderungen des ökologischen Landbaus
verdient den Namen Naturkind. Das ist der Grund,
warum Bio-Äpfel der Marke Naturkind ursprüng­
licher schmecken als herkömmliche Äpfel.
Senioren, Kindergärten und kleine Unternehmen. Sie
alle schätzen den Service, die bestellte Ware innerhalb
eines kurzen Lieferzeitfensters zu erhalten. Im Mai
2012 geht der Lieferservice auch für Düsseldorf online.
Seit 25 Jahren erfolgreich: Bio-Marke Naturkind
Neben der permanenten Optimierung aller Prozesse
vom Einkauf bis zum Verkauf stand das Geschäftsjahr
2011 im Zeichen einer tiefgreifenden Sortimentsüberarbeitung. Um noch attraktivere Produkte anbieten zu
können, wird das Gesamtsortiment fortlaufend überprüft und den Kundenwünschen angepasst. Bio-Produkte und Artikel regionaler Herkunft sind weiter im
Trend. Kaiser’s Tengelmann lancierte bereits 1986 mit
„Naturkind“ die erste Bio-Eigenmarke im Lebensmittel­
einzelhandel. Heute gehören zum Naturkind-Sortiment
rund 200 Artikel, die anlässlich des 25-jährigen Geburtstags der Marke im vergangenen Jahr überarbeitet wurden.
Neben der Bio-Range bietet Kaiser’s Tengelmann auch
ein mehr als 400 Produkte umfassendes Preiseinstiegssortiment mit der Marke „A&P“. Mit der hauseigenen
„Star Marke“ erreicht Kaiser’s Tengelmann vor allem
Kunden, die ausgesuchte Qualität für den besonderen
Geschmack suchen. Angesiedelt im mittleren Preissegment bietet die „Star Marke“ rund 200 Artikel aus verschiedenen Produktbereichen an.
Im immer härter werdenden Wettbewerb um quali­
fizierte Fach- und Führungskräfte setzt Kaiser’s
Tengelmann auf Talente aus den eigenen Reihen. Darum kommt der Aus- und Weiterbildung gerader junger
Menschen eine besondere Bedeutung zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beschäftigte das Unternehmen
1.129 Auszubildende. Auch in Sachen Fortbildung der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hohe Ansprüche an Service und Kundenorientierung gestellt. Das
Augenmerk liegt dabei auf der Vermittlung von Fachkenntnissen für die Frischebereiche in den Märkten. Einen
weiteren Schwerpunkt setzt das Unternehmen auf die
Förderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die
Führungs- und Managementaufgaben übernehmen
werden, sowie auf die Vermittlung von Fachwissen
über das neue Warenwirtschaftssystem Compex.
Weiterhin Trend zu gesunder Ernährung
Nach Jahren des Wachstums verlieren die Discounter
erstmals Marktanteile an die Vollsortimenter. Dabei
zeigt sich: Der Trend zur gesunden und nachhaltigen
Ernährung hält an – daraus resultiert auch ein gestiegener Qualitäts- und Frischeanspruch der Kunden. Auf
diese steigende Nachfrage im Qualitäts- und Frischesegment ist das Supermarktunternehmen mit seinem
umfassenden Angebot bestens vorbereitet.
–› www.kaisers-tengelmann.de
200
Tage benötigt eine Baumwollpflanze, bis ihre
Frucht reif ist. Für die Produktion von rund
22 Millionen T-Shirts pro Jahr wird eine Menge
von 30.000 Tonnen Saatbaumwolle verwendet.
Immer mehr Bedeutung kommt mittlerweile dem
biologischen Baumwoll­anbau zu. Die erste BioBaumwoll-Kollektion verkaufte KiK bereits 2010.
Weitere Sortimentsergänzungen folgen.
KiK Geschäftsfelder
KiK
Nachhaltiges Handeln,
erfolgreiche Zukunft
20.714 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in 3.164 KiK-Filialen
erzielten einen Umsatz von
1,69 Mrd. Euro.
25
23
Geschäftsfelder KiK
Weiter auf Expansionskurs in Europa
Auch 2011 konnte KiK auf ein erfolgreiches – wenngleich nicht ganz zufriedenstellendes – Geschäftsjahr
zurückblicken. Besonders die hohen Baumwollpreise haben den Verlauf des Geschäftsjahres massiv beeinflusst,
so dass der währungsbereinigte Umsatz um 1,6 Prozent
auf 1,69 Mrd. Euro stieg. Europaweit arbeiteten 20.714
Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter in 3.164 Filialen, davon 2.591 in Deutschland. KiK ist inzwischen in sieben
Ländern aktiv: Neben den Standorten in Deutschland,
Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn und der
Slowakei betreibt das Unternehmen seit dem zweiten
Halbjahr 2011 auch 20 Filialen in Kroatien.
Alle Neueröffnungen im In- und Ausland folgen dem
weiterentwickelten Filialkonzept 2015. Bei unverändert
niedrigen Preisen wird damit dem gestiegenen Qualitätsbewusstsein der Kundschaft auch optisch Rechnung
getragen.
KiK ist und bleibt der Preisführer im textilen Bereich. Das
Warenangebot in den Filialen erstreckt sich von aktuell
wechselnden Kollektionen an Damen-, Herren- und
Kinderbekleidung bis hin zu Strümpfen, Wäsche und
Nonfood-Artikeln. Die Produktqualität spielt dabei in
allen Bereichen eine große Rolle. Gesichert wird sie
durch umfangreiche Tests in internen und externen
Labors. Zusätzlich zur bereits bestehenden Qualitäts­
sicherung wurde im Herbst des vergangenen Jahres
eine eigene Schnittabteilung installiert. Damit soll
nicht nur die Passform der Textilien standardisiert und
verbessert, sondern auch der Tragekomfort und die
Funktionalität optimiert werden. In Zusammenarbeit
mit Verona Pooth wurde eine eigene Schwangerschafts- und Baby­kollektion erfolgreich auf den Markt
gebracht. Auch der Verkauf von Umstandsmode in
500 deutschen Testfilialen entwickelte sich sehr positiv.
Für das laufende Geschäftsjahr plant KiK unter anderem
den Ausbau des Große-Größen-Sortiments. Darüber
hinaus wird es in Zusammenarbeit mit dem neuen Testi­
monial Kim Gloss Accessoires und Schreibwaren unter
ihrem Namen geben.
Code of Conduct für Lieferanten
2011 eröffnete KiK eine Service-Unit in Bangladesch.
Durch diese Präsenz vor Ort kann das Unternehmen
die Arbeitsbedingungen der Hersteller unmittelbar
über­prüfen. Neben der Einhaltung des verpflichtenden
Code of Conduct bietet KiK ausgewählten Lieferanten
Qualität beginnt beim Einkauf. Immer mehr KiKTextilien sind nach Öko-Tex-Standard 100 geprüft
oder tragen das Prüfzeichen TOXPROOF des TÜV.
Im Baby-Textilbereich wird zudem seit 2009 eine
Babyausstattung aus Bio-Baumwolle nach dem
Global Textile Standard (GOTS) angeboten.
außerdem an, mit Hilfe von Qualifizierungsprogrammen
ihre Leistungen zu verbessern, um sich so dauerhaft als
Lieferant für KiK zu empfehlen.
Der Textildiscounter arbeitet unter anderem mit der
Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg e. V.
zusammen: Gemeinsam wurde das FlickenteppichProjekt initiiert. Zudem unterstützte KiK die Opfer des
Katastrophengebietes in Pakistan mit einer Großspende.
Diese und weitere Aktivitäten im CSR-Bereich wurden
im vergangenen Jahr im ersten Nachhaltigkeitsbericht
zusammengefasst. KiK ist damit Vorreiter in der Discountbranche und zeigt: Preisgünstige Konsumartikel
sind mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Prinzipien sehr wohl vereinbar.
Zukunftsperspektiven für junge Menschen
Nachwuchskräfte selbst auszubilden, zu fördern und
für Führungsaufgaben zu qualifizieren, genießt bei KiK
einen hohen Stellenwert. Das Unternehmen bildet aktuell in 19 verschiedenen Berufen aus. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr befanden sich 1.571 junge Menschen in
der Ausbildung. Ihnen bietet KiK sehr gute Zukunftsperspektiven, denn die Übernahmequote ist bereits seit
Jahren überdurchschnittlich hoch. Auch im vergangenen
Jahr erhielten wieder 78 Prozent der jungen Leute nach
Beendigung ihrer Ausbildung eine Festanstellung.
Im Sommer 2011 starteten 17 ungelernte Teamleiter
oder Stellvertreter im Rahmen des Ausbildungskonzeptes für Ungelernte eine einjährige Ausbildung zum
Verkäufer. Auch im innovativen Mutter-Kind-Projekt
befinden sich derzeit 34 Mütter in der Ausbildung in
Teilzeit.
Um als Arbeitgeber sichtbarer zu werden, startete KiK
2011 eine Kampagne, für die das Unternehmen im Vorfeld eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Darsteller castete. 40 von ihnen gaben in Anzeigen, Radiound TV-Spots dem Unternehmen Gesicht und Stimme.
Die Resonanz auf diese Aktion war so groß, dass die
Kampagne auch im laufenden Jahr weitergeführt wird.
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig KiK das Echo aus den
eigenen Reihen ist. Aus diesem Grund wird im Turnus
von zwei Jahren eine Mitarbeiterbefragung in allen
Ländern durchgeführt. Im Vergleich zu der vorangegangenen Befragung hat die Zufriedenheit der Belegschaft 2011 messbar zugenommen. Auch Vorschläge
der Mitarbeiter sind stets willkommen. Im Rahmen des
betrieblichen Vorschlagswesens wurden 277 Ideenbriefe
eingereicht, deren Umsetzung mit den entsprechenden
Mitarbeitern in Einzelgesprächen abgestimmt wurde.
–› www.kik-textilien.com
70
Jahre maximal benötigt ein Fichtensprössling, um zu
einem stattlichen Baum heranzuwachsen. Dann ist er
hiebreif, wie es in der Fachsprache heißt. Fichte ist im
OBI Sortiment die absatzstärkste Holzart, allein von
der Fichtenlatte mit den Abmessungen 24mm x 48mm
in unterschiedlichen Längen verkaufte OBI im letzten
Jahr 6.227.746 Laufmeter.
OBI Geschäftsfelder
OBI
Für Einsteiger und Profis
43.113 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in 579 Märkten
erzielten einen Umsatz von
6,67 Mrd. Euro.
29
27
Geschäftsfelder OBI
Weiterer Ausbau der
Marktführerschaft
Im Geschäftsjahr 2011 baute OBI seine Position als
Markt­
führer durch den Gewinn zusätzlicher Marktanteile weiter aus. Damit führt das Unternehmen aus
Wermelskirchen das Wachstum der do-it-yourself-Branche nach wie vor an. Mit 43.113 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern in 579 Märkten – davon 343 in Deutschland – erzielte OBI einen Gesamtumsatz von 6,67 Mrd.
Euro. Das entspricht einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neben Deutschland ist OBI in zwölf weiteren euro­
päischen Ländern vertreten. Mit der Verdichtung des
inter­nationalen Standortnetzes arbeitet der Baumarktbetreiber konsequent an der Erhöhung seiner Marktanteile
in jedem seiner Länder. Die Expansionspläne fokussieren
hauptsächlich auf die Kernmärkte in Russland, Polen,
Italien und Österreich. Dort eröffnete das Baumarkt­
unternehmen allein im letzten Jahr 13 von insgesamt
23 neuen Märkten. In Deutschland ist OBI unangefochtener Branchenprimus mit dem Ziel, stets stärker zu expandieren als der Wettbewerb und bestehende Märkte
durch Erweiterungsmaßnahmen zu optimieren.
Für OBI stehen Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualitäts­
anspruch und die Beratungskompetenz der Mitarbeiter
an erster Stelle. Das Unternehmen verfolgt die Best-inClass-Strategie in den Bereichen Qualität und Kunden­nähe. Denn zum Kundenstamm gehören nicht nur
Heimwerker, sondern auch Handwerker-Profis. Darum
deckt OBI mit seinem Sortiment eine breite Palette
ab: vom Preis­einstiegs- bis hin zum Profibereich. Jeder
Kunde kann sich beim Einkauf auf die qualifizierte
Beratung durch das OBI Team vor Ort und auf die
hohe Produkt­qualität verlassen. Besonders der stetig
wachsende Anteil der Eigenmarken trägt diesem
Anspruch Rechnung. OBI ist dank dieses Erfolgs­
konzeptes auch auf die anspruchsvoller werdenden
Wettbewerbsbedingungen gut vor­bereitet.
Einsatz innovativer Apps und Präsenz in den Medien
Für das Baumarktunternehmen bedeutet Kundennähe
aber nicht nur eine gute Erreichbarkeit der OBI Märkte,
sondern auch eine ansprechende Präsenz in den Medien. Im Sinne des Markenclaims „WIE, WO, WAS weiß
OBI“ wird permanent an der Verbesserung des direkten
Kundendialogs gearbeitet; 2011 stand der Einstieg in die
digitale Kommunikation im Vordergrund. Der Einsatz
von innovativen Apps und die Präsenz in sozialen Medien
erreichten gute Anfangserfolge. Zusätzlich wurden
Newsletter-Aktionen weiter ausgebaut und das Top-
OBI setzt auf moderne Forstwirtschaft, die im
Einklang mit der Natur steht. Über 70 Prozent
des OBI Holzes werden aus Fichten gewonnen,
dabei versucht man, verstärkt heimische sowie
FSC-/PEFC-zertifizierte Produkte zu nutzen.
Kundenprogramm modernisiert, um die Kundenan­
sprache zu intensivieren. Bereits Ende 2010 ging der
Marktführer der Baumarktbranche mit seinem OnlineShop ins Netz. „Der erste OBI für zu Hause“ bietet den
Kunden Informations- und Kaufmöglichkeiten unabhängig von Öffnungszeiten oder der Entfernung zum nächstgelegenen OBI Markt – bequeme Nach-Hause-Lieferung
inklusive. Neben dem Online-Kauf können die Angebote
aus dem OBI Online-Shop auch in allen teilnehmenden
OBI Märkten oder telefonisch bestellt werden.
Das Marketing von OBI verfolgt allgemein ein
„Wellen­konzept“ mit vier Kampagnenhöhepunkten,
in denen der Einsatz von massiver Internetpräsenz,
starken Print­
impulsen und regionalen Aktionen forciert wird. Als Sympathieträger und Maskottchen ist
der bekannte OBI Biber wieder fester Bestandteil der
Außen­darstellung.
Seit über 40 Jahren erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie
OBI gehört zu den bekanntesten deutschen Marken –
der Name steht seit über 40 Jahren für Qualität, Zuverlässigkeit und gesellschaftliche Verantwortung.
Im Rahmen der OBI Nachhaltigkeitsstrategie geht das
Unternehmen beim Einkauf des gesamten Sortiments
keine Kompromisse ein: In Bezug auf Funktionalität,
Produktion und Compliance werden Lieferanten be-
vorzugt, die alle gesetzlichen, ökologischen und sozialen Standards abdecken. Dies gilt insbesondere für das
Eigenmarken-Sortiment.
Da das Unternehmen auch bei seinen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern auf Nachhaltigkeit und Zukunft
setzt, werden nicht nur 1.303 junge Menschen bei
OBI Deutwschland ausgebildet; zusätzlich befinden
sich 114 Studierende in einem dualen Studiengang. OBI
stärkt darüber hinaus die externe Wahrnehmung als
attraktiver Arbeitgeber. Dazu trägt unter anderem
auch die erneute Auszeichnung als Top Arbeitgeber bei.
2011 erhielt das Baumarktunternehmen diese Auszeichnung zum vierten Mal in Folge und verbesserte
sich im Gesamtranking von Platz 13 auf Platz fünf. Von
den Handelsunternehmen unter allen Teilnehmern belegte OBI im vergangenen Jahr erneut den ersten Platz.
Auch in Zukunft wird OBI in Regionen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft expandieren, um die Position
als Marktführer auszubauen. Für das Geschäftsjahr
2012 ist die Eröffnung von 18 neuen Standorten vorgesehen. Darunter werden auch die ersten Märkte
sein, die auf Grund ihrer ressourceneffizienten und
umweltgerechten Bauweise von der EU als „Green
Building“ zertifiziert sind.
–› www.obi.de
30
Geschäftsfelder E-Commerce
Märkte mit
großem Potential
E-Commerce
Mit einem Umsatzwachstum von 18 Prozent ist das
Web auch in Deutschland der Vertriebskanal mit der
höchsten Wachstumsdynamik. Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist in der digitalen Welt mit
einer eigenen Tochtergesellschaft, der Tengelmann
E-Commerce GmbH, aktiv. Unter deren Dach befinden
sich der Plus Online Shop, die Tengelmann New Media
GmbH und die Tengelmann Ventures GmbH.
Plus.de bietet mit 100.000 Artikeln aus den Schwerpunkten Garten, Baumarkt, Wohnen, Haushalt, Sport,
Multimedia und Reisen den Kunden eine vielfältige
Auswahl. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der
Plus Online Shop zu einem führenden Online-Retailer in
Deutschland entwickelt. 2011 wurden Systeme und Prozesse optimiert; mit Hilfe des neu eingeführten Bewertungssystems „eKomi“ ermittelte das Unternehmen eine
Kundenzufriedenheit von 99,7 Prozent. Ziel des OnlineShops sind Umsatzsteigerungen und eine Sortimentserweiterung auf 200.000 Artikel.
Integrierte Kommunikationskonzepte
Die Tengelmann New Media GmbH ist ein Spezialist für
integrierte Kommunikationskonzepte mit Fokus auf
E-Commerce. Seit ihrer Gründung 2010 ist sie hauptsächlich für die Marketingleistungen des Plus Online
Shops verantwortlich. Darüber hinaus ist sie auch für die
Tochtergesellschaften der Unternehmensgruppe tätig. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr wurde erfolgreich damit begonnen, mehrere namhafte externe Kunden zu gewinnen.
Die Tengelmann Ventures GmbH (ehemals: Tengelmann
E-Commerce Beteiligungs-GmbH) partizipiert an schnell
wachsenden jungen Online-Unternehmen. Mit ihren
bisher 19 Beteiligungen zählt sie zwei Jahre nach ihrer
Gründung bereits zu den bedeutendsten Start-up-In­
vestoren in Deutschland.
Vielversprechende Beteiligungen
Zu den bereits bestehenden erfolgreichen Beteiligungen
zählen zalando.de, enologos.com, youtailor.de, ottogourmet.de, babymarkt.de, stylight.de, supreme.de,
Brands4friends Japan und die Bigfoot GmbH.
Die Lieferheld GmbH (lieferheld.de) und die RGP International Holding GmbH (deliveryhero.com) bieten Lieferdienste für Mahlzeiten an. Die Circle Products GmbH
(coffeecircle.com) vertreibt online äthiopische Spitzenkaffees. Pro Kilogramm verkauftem Kaffee werden Entwicklungsprojekte vor Ort mit einem Euro unterstützt.
Über den Webshop der Canimix GmbH (canimix.de)
können Kunden Hundefutter online individuell zusammenstellen.
Gewerbliche Kunden sind Zielgruppe des Online-Marktes
Zitra GmbH (zitra.com), des Softwareentwicklers MAC
IT-Solutions GmbH (mac-its.com), des Meinungsforschers
eKomi Ltd. (ekomi.de) und der Trademob GmbH (trademob.com), einem Unternehmen, das die Effizienz von AppWerbung über eine selbstentwickelte Technologie misst.
Im Bereich digitale Unterhaltung und Online-Spiele ist
die Tengelmann Ventures GmbH an der Neonga AG
(neonga.com) und an Hitfox (hitfox.com) beteiligt. Mit
deal united (dealunited.de) befindet sich Tengelmann
Ventures an der Schnittstelle zwischen realer und digi­
taler Welt. Nutzer erhalten virtuelle Währung, wenn sie
bei einem Partner-Shop von deal united einkaufen.
–› www.e-tengelmann.de
Immobilien Geschäftsfelder
Erfolgreiches
Immobilien
Management
TREI Real Estate
2011 verwaltete die TREI Real Estate mit 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 375 meist langfristig vermietete Handelsimmobilien der Unternehmensgruppe
Tengelmann in Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich
und Portugal. Mieter in diesen Ländern sind vor allem
namhafte Handelskonzerne. Als Teil der Unternehmensgruppe Tengelmann verfügt die TREI Real Estate
über entsprechendes Handels-Know-how und über ein
stabiles Fundament für das Immobiliengeschäft. Zudem
erzielt das Unternehmen durch erfolgreiche Projektentwicklungen von neuen Fachmarktzentren und Lebensmittelmärkten weiteres solides Wachstum.
„Vendo Park“ für Fachmarktzentren
Im vergangenen Jahr lag der Tätigkeitsschwerpunkt
der TREI Real Estate auf dem Asset-Management und
auf Projektentwicklungen in Mittel- und Osteuropa.
Unter dem Markennamen „Vendo Park“ wurde für
Fachmarktzentren ein länderübergreifendes Konzept
entwickelt. In dessen Rahmen wird für die Immobilien
ein attraktiver Mietermix aus jeweils in ihrem Segment
führenden internationalen Handelsketten – z.B. aus den
Bereichen Lebensmittel, Textil, Drogerie oder Elektrohandel – und nationalen Systemhändlern, die gut an
lokale Marktbedürfnisse angepasst sind, zusammen­
gestellt. Meist dient ein starker internationaler Lebens­
mittelmarkt als Frequenzbringer für den gesamten
Standort. In Tschechien wurde der erste „Vendo Park“
mit acht Mieteinheiten und einer Verkaufsfläche von
3.500 Quadrat­metern im Mai 2012 eröffnet.
In Österreich wurden dagegen langfristig nicht ins
Konzept passende Standorte abgegeben. Ziel des
umfangreichen Investitionsprogramms der TREI Real
Estate ist es, das Portfolio auf über 500 Immobilien zu
vergrößern und langfristig im Wert zu steigern. Der
Schwerpunkt liegt dabei auf den wirtschaftlich stabilen Märkten in Deutschland, Polen, Tschechien und
der Slowakei. In den osteuropäischen Ländern stehen
die Realisierung der bereits gesicherten Projekte sowie
die Akquisition weiterer attraktiver Flächen für Fachmarktzentren im Mittelpunkt der Planung. Zudem
wird angestrebt, das Produktportfolio um innovative
Galeriekonzepte zu erweitern. Auf dem deutschen
Markt ist eine Diversifikation in Immobilien außerhalb
des Handels geplant.
Zum 1. Januar 2012 wurde die bislang außerhalb der
Unternehmensgruppe geführte Immobiliengesellschaft
Haub Immobilien GmbH & CO. KG in die TREI Real
Estate integriert. Als TREI Deutschland verwaltet sie
151 Objekte, die vorwiegend, aber nicht ausschließlich,
auf den Handel ausgerichtet sind.
Umfangreiches Investitionsprogramm
Durch die Sicherung geeigneter Grundstücke erschloss
die TREI Real Estate die Slowakei als neuen Markt.
–› www.treirealestate.com
31
32
Beteiligungen
Weiter auf Wachstumskurs
Netto
TEDi
Erfolgreiche Sortimentsstraffung
Erster Schritt ins Ausland
Netto erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 10,7 Mrd. Euro. Mit 4.088 Standorten,
darunter 220 Neueröffnungen allein im Jahr 2011,
gehört Netto zu den expansivsten Unternehmen im
Lebensmitteleinzelhandel. Nach der Integration aller
übernommenen Plus-Filialen in das Netto-Konzept
wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr an der Verbesserung des Bestandsnetzes gearbeitet.
Im Geschäftsjahr 2011 konnte TEDi seine Stellung als
die Nummer eins unter den 1-Euro-Discountern mit
1.265 Filialen sowie fast 10.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern nicht nur behaupten, sondern auch weiter
ausbauen. TEDi expandierte im Mai 2011 erfolgreich
nach Österreich. Bis zum Jahresende betrieb das Unternehmen dort 24 Filialen. Auch auf weiteren europäischen
Märkten möchte TEDi tätig werden. Für das zweite Halbjahr 2012 ist der Markteintritt in Slowenien geplant.
Das Netto-Gesamtsortiment wurde gestrafft; mit 3.500
Artikeln bietet das Unternehmen aber weiterhin die mit
Abstand umfangreichste Auswahl im deutschen DiscountMarkt. Zur Steigerung der Attraktivität soll auch die Einführung von Backstationen beitragen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr in einigen Märkten getestet wurden.
Ende März 2011 nahm Netto in Erfurt ein neues Logistikzentrum in Betrieb. Der Lebensmittel-Discounter setzt damit seinen Wachstumskurs fort und investiert weiterhin
in ein effizientes Logistiknetz. Der neue Erfurter Logistikstandort unterstreicht die Expansionspläne und die
Wettbewerbsfähigkeit des Markendiscounters. Netto
verfügt damit bundesweit über 18 Logistikstandorte.
Im Geschäftsjahr 2011 schaffte das Unternehmen 3.000
neue Lehrstellen und bildet somit mehr als 6.000 junge
Menschen aus. Dank der hohen Übernahmequote und
guter Zukunftsperspektiven ist Netto ein attraktiver
Arbeitgeber. Auch Führungspositionen werden bevorzugt
mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den eigenen
Reihen besetzt.
–› www.netto-online.de
TEDis Ziel ist es, den Kunden ein umfassendes Sortiment
aus dem unteren Preissegment zu bieten. Ein Großteil der
Produkte wird zu einem Euro angeboten. Darunter befinden sich auch Markenprodukte namhafter Hersteller,
beispielsweise aus dem Schreibwarenbereich. Kundenumfragen belegen, dass TEDi mit dieser Sortimentspolitik
eine hohe Wahrnehmung und Akzeptanz erzielt.
TEDi nutzt vielfältige Werbemaßnahmen, um die Kunden anzusprechen. Das quadratische Format der Prospekte ist seit 2004 unverändert und bietet so einen hohen
Wiederkennungswert. Daneben werden auch moderne
digitale Kommunikationsformen genutzt. Unter anderem
kommen Bannerkampagnen und Produktnewsletter zum
Einsatz. Seit 2011 werden zehn TV-Ausgaben der „TEDiReportage“ erstellt. In der ersten Folge besuchte der Reporter eine Filiale und berichtete über den Alltag in dem
1-Euro-Discounter. Die Reportage ist auf der TEDi-Homepage und beim Regionalsender Center-TV zu sehen.
Von großer Bedeutung ist die Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegenwärtig bildet TEDi 331
junge Menschen in elf verschiedenen Berufen aus. Rund
90 Prozent von ihnen werden in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Auch Nachwuchskräfte für die
Führungsebene werden im eigenen Haus ausgebildet.
–› www.tedi-discount.com
33
Woolworth
Filialausbau stärker als geplant
Das Geschäftsjahr von Woolworth war 2011 von der
Neupositionierung der Marke unter dem Slogan „Das
billige Kaufhaus seit 1879!“ geprägt. Ausgehend von
167 Filialen war zunächst die Neueröffnung von 30
Niederlassungen für 2011 geplant. Dieses Ziel wurde
um 10 Prozent übertroffen. Im Dezember konnte die
Eröffnung des 200. Kaufhauses in Leipzig gefeiert
werden.
Als preisattraktives Nahversorgungskaufhaus setzt sich
Woolworth deutlich von den Discountern ab. Das Unternehmen verfolgt eine 3-Marken-Strategie mit bekannten Marken, Eigenmarken und Aktionsartikeln zu
einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gegenwärtige Sortiment besteht zu 35 Prozent aus Textilien und zu 65 Prozent aus Hartwaren – wie Werkzeug,
Spielwaren, Schreibwaren und Haushaltswaren.
Der Ladenbau folgt einem neuen Konzept. Bei bestehenden Filialen wurde die Verkaufsfläche auf 1.000
bis 2.000 Quadratmeter über maximal zwei Ebenen
reduziert. Das verringerte Platzangebot führte zu einem bereinigten Sortiment: Die Zahl der angebotenen
Artikel wurde von 20.000 auf 6.000 reduziert.
Die Marktpräsenz von Woolworth soll langfristig
deutlich ausgebaut werden. Das Ziel sind 500 Filialen
in Innenstädten und Einkaufszentren. Dabei sind beste
Lagen in Städten ab 30.000 Einwohnern gesucht. Da­
rüber hinaus werden auch bestehende Filialen im Zuge
der Zukunftssicherung umgebaut und bei Bedarf erweitert. Die größte Filialdichte findet sich derzeit in
Berlin und Nordrhein-Westfalen.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr waren 5.083 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kunden im Einsatz.
–› www.woolworth.de
34
Geschäftsfelder TEG
Vorsprung
durch Smart
Metering
TEG
Die Tengelmann Energie GmbH (TEG) ist ein eigenständiger Energiedienstleister innerhalb der Unternehmensgruppe Tengelmann, der gewerbliche Kunden
mit Nutzenergie, Strom und Gas versorgt. Neben der
zunehmenden Tätigkeit als Broker wurden im Geschäftsjahr die Bereiche Messstellenbetrieb und Umweltberatung weiter ausgebaut. Dies ist Teil der 2011
begonnenen Restrukturierung, die Ende 2012 abgeschlossen sein wird.
Im Berichtszeitraum wurden 700 Gigawattstunden
Gas, 3,5 Mio. Liter Heizöl und 1,35 Terawattstunden
Strom verkauft. Damit erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 209,2 Mio. Euro – mehr als
50 Prozent davon wurden mit Kunden außerhalb der
Unternehmensgruppe Tengelmann erzielt. Ab 2013
wird die TEG ihr Liefergeschäft schrittweise einstellen
und nur noch als Broker tätig sein.
Pilotprojekt Smart Metering in 50 KiK-Filialen
sowie auf weiteren zwölf Fachkonferenzen zu speziellen
Themen aus der Energiewirtschaft präsentiert.
Entwicklung von Klimaschutzstrategien
Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der TEG ist das CO2Management. Das Umweltberaterteam der TEG erstellt
für interne und externe Kunden Treibhausgasbilanzen.
Diese können sowohl für ganze Unternehmen, aber
auch für einzelne Produkte oder die gesamte Wertschöpfungskette berechnet werden. Darüber hinaus
wird eine umfassende Beratung bei der Entwicklung
von Klimaschutzstrategien angeboten. Ziel ist es,
CO2-Emissionen zu vermeiden, zu reduzieren und zu
kompensieren.
Im Geschäftsjahr 2012 wird der Restrukturierungsprozess fortgesetzt. Dazu gehören auch die Einführung einer
neuen IT-Landschaft und deren Evaluierung sowie die
Intensivierung der Vertriebsaktivitäten und optimierte individuelle Kundenberatung und -betreuung.
Große Aufmerksamkeit in der Fachwelt, aber auch
in der Presse fand im abgelaufenen Geschäftsjahr das
gemeinsam mit der Deutschen Telekom bei KiK durchgeführte Pilotprojekt Smart Metering. In 50 KiK-Filialen
wurden Zähler zur Identifizierung von Energiespar­potentialen installiert. Die daraus resultierenden
Erkenntnisse konnten direkt umgesetzt werden und
führten zu erheblichen Einsparungen beim Energieverbrauch. Die wesentlichen Ergebnisse des Pilotprojektes wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der TEG in mehreren Vorträgen auf der E-World 2011,
Europas Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft,
–› www.tengelmann-energie.de
TAG/TASCO Geschäftsfelder
Revision schafft
Sicherheit
TAG/TASCO
Die Konzerngesellschaften Tengelmann Audit GmbH
(TAG) und Tengelmann Auditing Services & COnsulting
GmbH (TASCO) bieten die gesamte Palette von Re­
visionsprüfungen für interne und externe Kunden an.
Zur Gruppe der externen Kunden zählen deutsche,
europäische und chinesische Unternehmen aus Industrie,
Dienstleistung, Groß- und Einzelhandel, E-Commerce
sowie Non-Profit-Organisationen. 2011 konnte das Geschäft mit ihnen erfolgreich ausgebaut werden. In beiden
Gesellschaften arbeiten insgesamt 107 Mitarbeiter.
Maßgeschneiderte Prüfungskonzepte
Das Ziel von Revisionsprüfungen ist die Sicherheit und
Optimierung von Geschäftsprozessen. Dafür werden
interne Kontrollsysteme nach den Kriterien Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit und Compliance überprüft. Die Prüfungskonzepte werden für
den Kunden maßgeschneidert. Im Rahmen einer kauf­
männischen Revision werden Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf, Logistik, Personalwesen, Marketing
oder Werbung kontrolliert. Eine ebenfalls sehr spezialisierte Tätigkeit ist der Cash-Recovery-Bereich. Fachleute
der TAG versuchen, rückwirkend nicht abgerechnete
Rückvergütungen, Boni, Werbekostenzuschüsse und
Skonti zu identifizieren und als außergewöhnliche Erträge der Unternehmensbilanz des Kunden zuzuführen.
Von zunehmender Bedeutung am Markt ist eine wirksame IT-Revision. Sie stellt besonders hohe Anforderungen an die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Die hohe Komplexität der verwendeten
Hard- und Softwaresysteme, der Datenschutz­strukturen
sowie die enorme Geschwindigkeit der technischen
Entwicklung verlangen einen hohen Fortbildungsaufwand.
Kaufmännische Prozesse überprüft die TAG im Rahmen von Filialrevisionen direkt in den Verkaufsstellen.
Zum Einsatz kommen anonyme Tests und Qualitätskontrollen. Bei einer Revision mit dem Fokus „Arbeitssicherheit“ sind die Vorgaben von Gesetzgeber und
Berufsgenossenschaften die Richtgrößen. Dabei gilt
es, nicht nur die vorgefundene Situation zu beurteilen,
sondern auch über Betriebsanweisungen und Schulungen gegebenenfalls Änderungen herbeizuführen.
Zum Leistungsspektrum zählen auch die technische
Revision sowie Baurevisionen. Spezialisten des Unternehmens betreuen den Kunden von der Auftragsvergabe bis zum Projektabschluss.
Mehr Prüfaufträge für den Bereich E-Commerce
Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren TAG und TASCO
mit zunehmenden Prüfaufträgen aus dem Bereich
E-Commerce befasst – eine Entwicklung, die sich schon
im Vorjahr abzeichnete und die einen deutlichen Hinweis auf das Geschäft der Zukunft gibt. Das Geschäft
mit Kunden außerhalb der Unternehmensgruppe
Tengelmann wird insgesamt weiter ausgebaut.
Alle Prüfungen folgen den Standards des Deutschen
Instituts für Interne Revision e. V. (DIIR). Durch regelmäßige Fortbildungen werden die entsprechenden
Qualifikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ständig erweitert.
–› www.tasco-revision.de
35
145
Jahre: Seit 1867 ist die Unternehmensgruppe
Tengelmann im deutschen Lebensmittelhandel
verwurzelt und hat sich seitdem zu einem weltweit
agierenden Multibranchenhändler entwickelt,
der auch im Geschäftsjahr 2011 erfolgreich ge­
wirtschaftet hat und somit das solide Fundament
der Unternehmensgruppe erneut gestärkt hat.
2011 Bilanz und Erläuterungen
Bilanz und Erläuterungen
38 Konzernlagebericht
66 Konzernbilanz
68 Konzernanlagevermögen
70 Konzernanhang
77 Bestätigungsvermerk
80 Zahlen & Fakten
37
38
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Auszüge aus dem Konzernlagebericht
zum Geschäftsjahr 2011
Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist ein international tätiger Multibranchenhändler mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, der mit verschiedenen Geschäftsfeldern in
Deutschland und in 14 weiteren europäischen Ländern tätig ist.
1 Konjunktur- und Branchenentwicklung
Durch verschiedene global wirkende Ereignisse wurde die Weltkonjunktur im Jahr 2011
negativ beeinflusst. Hierzu zählten die politischen Umbrüche im arabischen Raum,
das Erdbeben in Japan und die Schuldenproblematik im Euroraum. Während die zwei
erstgenannten Schocks bis zur Jahresmitte weitestgehend verarbeitet werden konnten,
wurde das globale Wachstum in der zweiten Jahreshälfte durch die Eskalation der
Schuldenkrise deutlich gehemmt.1
Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2011 mit + 3,8 Prozent etwas geringer als im Vorjahr (2010: + 5,2 Prozent). Die Schwellenländer erfuhren einen starken Anstieg von
+ 6,2 Prozent, während das Bruttoinlandsprodukt der Industrieländer im Vergleich
zum Vorjahr um + 1,6 Prozent anstieg. Im gesamten Jahr 2011 ist das Bruttoinlandsprodukt in der EU27-Region um + 1,5 Prozent gestiegen. Die Länder der Eurozone
konnten insgesamt einen leichten Zuwachs von + 1,4 Prozent verzeichnen.2
Im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise setzte sich der konjunkturelle Aufholprozess
in Deutschland fort und überschritt im Jahresverlauf beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt wieder das Vorkrisenniveau. Die deutsche Wirtschaft wuchs im Jahr
2011 preisbereinigt um + 3,0 Prozent (2010: + 3,7 Prozent). Bereinigt um die Kalender­
effekte ergibt sich ebenfalls eine Wachstumsrate von + 3,0 Prozent, da annähernd
gleich viele Arbeitstage zur Verfügung standen wie im Jahr 2010. Der wirtschaftliche
Aufschwung fand dabei vor allem in der ersten Jahreshälfte statt. 3
Wachstumsimpulse in Deutschland kamen im Jahr 2011 vor allem aus dem Inland.
Den größten Beitrag leisteten die privaten Konsumausgaben, die preisbereinigt um
+ 1,5 Prozent so stark wie zuletzt vor fünf Jahren zulegten. Daneben vollzog sich eine
kräftige Investitionsdynamik. Die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten zogen
kräftig an (preisbereinigt + 8,3 Prozent bzw. + 5,4 Prozent). Auch der deutsche Außenhandel zeigte sich weiterhin dynamisch und konnte einen positiven Wachstumsbeitrag
von + 0,8 Prozentpunkten zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. 3
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
Der nominale Anstieg der privaten Konsumausgaben im Jahr 2011 von + 3,7 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr überstieg das Wachstum des verfügbaren Einkommens der
privaten Haushalte (+ 3,3 Prozent). Die Sparquote ging 2011 leicht von 11,3 Prozent
auf 10,9 Prozent zurück. Die durchschnittliche Inflationsrate stieg gegenüber dem Jahr
2010 um + 2,3 Prozent und war damit deutlich höher als in den beiden Vorjahren
(2010: + 1,1 Prozent; 2009: + 0,4 Prozent). Diese Inflationsdynamik resultierte hauptsächlich aus der Entwicklung der Energiepreise. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise betrug die Jahresteuerungsrate nur moderate + 1,3 Prozent. Die Nahrungsmittel
und alkoholfreien Getränke verteuerten sich überdurchschnittlich mit + 2,8 Prozent.
Für Waren insgesamt ergab sich gegenüber dem Jahr 2010 eine Inflationsrate von
+ 3,3 Prozent.3
Der Umsatz im Einzelhandel ist nach vorläufigen Ergebnissen im Vergleich zum Vorjahr
nominal zwischen + 2,7 und + 2,9 Prozent und real zwischen + 1,1 und + 1,3 Prozent
gestiegen. Damit entwickelt sich der Einzelhandelsumsatz im zweiten Jahr in Folge
nach den negativen Veränderungsraten im Krisenjahr 2009 (nominal - 3,7 Prozent, real
- 3,2 Prozent) positiv.3
Der Lebensmitteleinzelhandel (über 100 m2, inklusive Drogeriemärkten, ohne Aldi,
Lidl, Norma) erwirtschaftete 2011 gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,6 Prozent
(2010: + 0,8 Prozent). Wie schon im Vorjahr konnten erneut alle Vertriebstypen außer
die kleinen Supermärkte (- 4,8 Prozent) ein Wachstum verzeichnen. Eindeutiger Gewinner
im Jahr 2011 sind die kleinen Verbrauchermärkte (1.000 – 2.499 m2), die nach einem
Plus von 0,5 Prozent in 2010 eine Entwicklung von + 4,6 Prozent aufweisen. Die großen
Verbrauchermärkte (über 2.500 m2) konnten den Umsatz um + 2,5 Prozent, die großen
Supermärkte (400 – 999 m2) um + 1,5 Prozent erhöhen. Der Umsatz der Discounter
stieg nach einem Rückgang im letzten Jahr wieder um + 1,3 Prozent.4
Im Jahr 2011 erwirtschaftete der deutsche Textilmarkt (Bekleidung und Textilwaren,
ohne Heimtextilien) im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes nominales Umsatzwachstum
von ca. + 2,0 Prozent. Während das erste Halbjahr einen Umsatzanstieg von rund
+ 5,0 Prozent beitrug, gingen die Umsätze im zweiten Halbjahr um etwa - 1,0 Prozent
gegenüber dem Vorjahr zurück. Von den Umsatzrückgängen waren überwiegend kleinere Geschäfte in frequenzarmen Lagen betroffen. Beachtlich ist auch die Entwicklung
des Versand- und Internethandels mit vorwiegend Textilien, Bekleidung, Schuhen und
Lederwaren, der im Jahr 2011 eine Umsatzsteigerung von ca. + 3,2 Prozent erzielen
konnte. Nach den guten Entwicklungen in den letzten Jahren im österreichischen
Mode­handel verringerte sich der Umsatz im Jahr 2011 nominal um - 1,4 Prozent bzw.
real um - 3,8 Prozent.5
Im Jahr 2011 konnte der Bau- und Heimwerkermarktsektor in Deutschland erneut
ein unbereinigtes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen. Allerdings fiel
2011 die Wachstumsrate mit + 1,5 Prozent schwächer aus als im Jahr 2010, da der
Baumarkthandel besonders kräftige Umsatzrückgänge aufgrund von baumarktunfreundlichen Wetterbedingungen in den gewohnt umsatzstarken Sommermonaten
hinnehmen musste. Diese Rückgänge konnten nicht durch die weitere Jahresentwicklung
ausgeglichen werden, auch wenn die Baumarktbranche zum Jahresende von den außer­
gewöhnlich milden Temperaturen mit einem Umsatzwachstum von + 3,3 Prozent
gegenüber dem Vorjahreszeitraum profitieren konnte. Eine positive Entwicklung gegen­über dem Vorjahr wiesen 2011 mit einem Umsatzplus von ca. + 30,0 Prozent auch die
E-Commerce-Bereiche der Bau- und Heimwerkermarktbetreiber auf. 6
39
40
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Mit 23,5 Mrd. Euro lag das Transaktionsvolumen im deutschen Immobilienmarkt
um rund + 22,0 Prozent höher als im Vorjahr. Damit setzt sich der positive Wachstums­
trend des Vorjahres fort. Entscheidende Faktoren waren auch im Jahr 2011 Lage
und Qualität der Objekte. Einzelhandelsimmobilien konnten gegenüber den anderen
Nutzungsarten im Vergleich zu 2010 noch einmal zulegen. Anders als im gesamten
europäischen Raum lag der Anteil des Einzelhandels mit ca. 45,0 Prozent des gesamten
Transaktionsvolumens (10,6 Mrd. Euro) in Deutschland damit deutlich vor Büro­
immobilien mit einem Anteil von 30,0 Prozent (7,1 Mrd. Euro).7
Die europäischen Immobilieninvestmentmärkte schlossen mit einem Transaktions­
volumen von etwas über 126 Mrd. Euro stärker ab als erwartet. Das größte Wachstum
verzeichnete hierbei mit einem Anstieg von + 25,0 Prozent das Segment Industrie­
immobilien, gefolgt von Büro- (+ 11,0 Prozent) und Einzelhandelsimmobilien
(+ 3,0 Prozent). 8
Der Handel im Internet bleibt mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von
+ 10,0 Prozent der Vertriebskanal im Einzelhandel mit der höchsten Dynamik. Gegenüber
dem Vorjahr wurde im E-Commerce eine Umsatzsteigerung von 2,4 Mrd. Euro auf
26,1 Mrd. Euro erzielt. Während der E-Commerce-Anteil am gesamten Einzel­handel
im Jahr 2005 noch + 3,6 Prozent betrug, lag der Gesamtmarktanteil im Jahr 2011
bereits bei knapp + 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der E-CommerceAnteil am gesamten Einzelhandel insgesamt um + 0,4 Prozentpunkte gewachsen.
Die Produktkategorie Bekleidung, Textil und Schuhe war im Jahr 2011 erneut die mit
Abstand umsatzstärkste Warengruppe im interaktiven Handel (Online- und Versandhandel). Sie wird gefolgt von den Segmenten Medien, Bild- und Tonträger sowie
Unterhaltungselektronik.9
1 2 3 4 5 6 7 8 9 S achverständigenrat, Jahresgutachten, November 2011; IMF, WEO Update, Januar 2012.
IMF, WEO Update, Januar 2012; Europäische Kommission, Interim Forecast, Februar 2012.
Statistisches Bundesamt, Januar 2012.
AC Nielsen Umsatzmonitor; IRI, Information Resources, Inc.
Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels e.V.;
Wirtschaftskammer und KMU-Forschung, Januar.
Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte.
Jones Lang LaSalle, Capital Markets, 4. Quartal 2011.
Cushman & Wakefield, Pressemitteilung, Januar 2012;
Cushman & Wakefield, Marketbeat, Retail Snapshot, 4. Quartal 2011.
Handelsverband Deutschland; Bundesverband des Deutschen Versandhandels.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
2 Entwicklung des Konzerns und der operativen Geschäftsfelder
2.1 Konzernstruktur der Unternehmensgruppe
Die Unternehmensstruktur setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen. Neben den
Geschäftsfeldern des stationären Einzelhandels bilden die Bereiche Immobilien,
E-Commerce (operativ), Beteiligungen und Servicegesellschaften das Grundgerüst der
Unternehmensgruppe.
Geschäftsfelder des stationären Einzelhandels
Im Bereich Einzelhandel sind die stationären Geschäftsfelder Kaiser’s Tengelmann, KiK
und OBI enthalten.
Immobilien
Unter dem Dach der TREI Real Estate wird das überwiegend internationale Immobilien­
portfolio der Unternehmensgruppe verwaltet.
E-Commerce (operativ)
In dem Bereich E-Commerce (operativ) sind die Online-Einzelhändler Plus Online und
babymarkt vertreten. Die Gesellschaft babymarkt zählt seit dem 31. Dezember 2011
zum Konsolidierungskreis der Unternehmensgruppe Tengelmann.
Beteiligungen
Die Beteiligungen werden in zwei Hauptbereiche gegliedert: Beteiligungen des
stationären Einzelhandels und Beteiligungen im Bereich E-Commerce, wobei sowohl
Equity- (20 bis 50 Prozent) als auch Minderheitsbeteiligungen (weniger als 20 Prozent)
gehalten werden.
Beteiligungen (stationärer Einzelhandel)
Die Beteiligungen im stationären Einzelhandel umfassen Netto Marken-Discount, TEDi
und Woolworth. Aufgrund der Planinsolvenz der US-amerikanischen Supermarktkette
A & P und der Entscheidung, sich nicht an der Sanierung zu beteiligen, besteht im
Geschäftsjahr 2011 kein maßgeblicher Einfluss auf die Gesellschaft.
E-Commerce-Beteiligungen
Seit Ende 2009 beteiligt sich die Unternehmensgruppe Tengelmann an schnell wachsenden jungen Unternehmen und zählt schon jetzt zu den bedeutendsten Startup-Investoren in Deutschland. Der Investitionsfokus liegt auf E-Commerce- und
Social-Commerce-Konzepten, Marktplätzen sowie Internet- und Web-EnablingTechnologien. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 ist Tengelmann an 19 Unternehmen
beteiligt und unterstützt mit Finanzierungs- und Management-Know-how sowie
mit Infrastruktur-Leistungen. Anbei ein Auszug aus dem Portfolio: zalando.de,
enologos.com, stylight.de, youtailor.de, otto-gourmet.de, supreme.de, dealunited.de,
trademob.com, canimix.de, neonga.com, lieferheld.de, zitra.com, hitfox.de, ekomi.de,
coffeecircle.com und high-tech-gruenderfonds.de.
Servicegesellschaften
Die Servicegesellschaften Tengelmann Energie GmbH (TEG), Tengelmann Audit GmbH/
Tengelmann Auditing Services & COnsulting GmbH (TAG/TASCO), Tengelmann
Assekuranz, Tengelmann Sicherheit & Service GmbH (TSG), die SUBRENTA Immobilien­
verwaltungsgesellschaft mbH und Wissoll – Wilh. Schmitz-Scholl GmbH erbringen
Dienstleistungen zur Unterstützung der Unternehmens­gruppe und externer Kunden
in den Bereichen Energie, Sicherheit und Revision sowie Immobilienverwertung und
-verwaltung.
41
42
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
2.2 Entwicklung der Unternehmensgruppe
Im Geschäftsjahr 2011 hat der wirtschaftliche Verlauf eine Achterbahn-Entwicklung
gezeigt. Während die erste Hälfte des Geschäftsjahres durchaus zufriedenstellend verlief und einen deutlichen Planvorsprung für die Unternehmensgruppe zur Folge hatte,
war die Entwicklung ab Mitte des Geschäftsjahres – auch in Deutschland, in dem für
den Konzern wichtigsten Markt – negativ. Die erhoffte allgemeine Erholung blieb aus,
die Konsumlaune war generell getrübt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren
insbesondere im Textilmarkt nicht einfach.
Die Geschäftsfelder im stationären Einzelhandel – insbesondere KiK und OBI – setzten im
Geschäftsjahr 2011 ihre erfolgreiche Expansionsstrategie fort. Die Filialanzahl konnte
gegenüber dem Vorjahr insgesamt erhöht werden: 251 neuen Filialen standen 112
Schließungen gegenüber. Der Expansionsfokus lag dabei neben dem nationalen auch
zunehmend auf dem internationalen Bereich, dazu zählen vor allem Tschechien,
die Slowakei, Kroatien und Polen.
Der vergleichbare1 Bruttoumsatz der Unternehmensgruppe lag mit 10,78 Mrd. Euro
aufgrund der Expansion deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 2,4 Prozent ggü.
Vorjahr). Insbesondere im europäischen Ausland konnte der vergleichbare Umsatz
expansionsbedingt um + 7,3 Prozent gesteigert werden.
Bruttoumsatz in Mrd. € /Anteil (in Klammern: Vorjahr)
Europa
3,40 / 32% (34%)
Deutschland
7,38 / 68% (66%)
Abweichung in % zum Vorjahr
Europa
7,3
Deutschland
0,3
Gesamt
2,4
Im Geschäftsjahr 2011 konnte wieder ein stabiles positives Ergebnis erreicht werden,
obwohl das Ergebnis durch negative Wechselkurseffekte aus der Stichtagsbewertung
belastet wurde.
Den Investitionsschwerpunkt bildeten neben den Investitionen der Immobiliengesellschaften der TREI Real Estate hauptsächlich Investitionen in das Sachanlagevermögen
der expandierenden Geschäftsfelder des stationären Einzelhandels. Bei den Finanz­
investitionen wurde der Fokus auf den Bereich der E-Commerce-Beteiligungen gelegt.
1 Vergleichbarer Umsatz: Unkonsolidierter Bruttoumsatz der weitergeführten Geschäftsfelder und Regionen.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
2.3 Entwicklung der Geschäftsfelder des stationären Einzelhandels
Kaiser’s Tengelmann
Mit seinem attraktiven und umfangreichen Gesamtsortiment positioniert sich
Kaiser’s Tengelmann als Qualitäts- und Frischeanbieter mit 513 Supermarktfilialen
in den Re­gionen Berlin, München/Oberbayern sowie Nordrhein. Kaiser’s Tengelmann
setzt dabei Maßstäbe in Sachen Qualität, Umfang des Frischesortiments sowie Einkaufsatmosphäre und steht auch im Kundenempfinden insbesondere für Tradition,
Genuss und Wohlgefühl. Kaiser’s Tengelmann bietet dem Verbraucher ein umfangreiches Sortiment verschiedenster Produkte in bewährter Qualität. Dazu gehören
sowohl der Preiseinstiegsbereich als auch Markenartikel und Premium-Eigenmarken
sowie Bio- und Regionalprodukte.
Die Filialanzahl des Geschäftsfeldes ist im Geschäftsjahr 2011 durch die Bereinigung
des Filialnetzes leicht rückgängig.
Bruttoumsatz nach Regionen in Mio. € /Anteil (in Klammern: Vorjahr)
München/Oberbayern
769,4 / 36% (35%)
Nordrhein
566,0 / 26% (27%)
Berlin
822,9 / 38% (38%)
Kaiser’s Tengelmann erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 im Filialbereich einen
Bruttoumsatz von 2,16 Mrd. Euro (2010: 2,34 Mrd. Euro). Die geringeren Umsätze
(- 7,6 Prozent zum Vorjahr) resultierten insbesondere aus der sukzessiven Aufgabe der
Region Rhein-Main-Neckar im Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche konnte die Region
Berlin den Vorjahresumsatz übertreffen, München/Oberbayern und Nordrhein blieben
hingegen leicht hinter den Vorjahresumsätzen zurück.
Kaiser’s Tengelmann beschäftigte zum 31. Dezember 2011 insgesamt 17.882 Mit­
arbeiter und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Regionsübergreifend wurde im Geschäftsjahr 2011 wie auch in den Vorjahren weiter
intensiv an der Entwicklung des gesamten Unternehmens Kaiser’s Tengelmann gearbeitet. Der Fokus der Aktivitäten lag vor allem in der Umsetzung der geplanten und
eingeleiteten Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Im Zuge des gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di abgeschlossenen
Zukunftssicherungsvertrags, der 2011 erstmals zur Anwendung kam, wurden diverse
Maßnahmen vereinbart. Dazu gehören zum Beispiel der Verzicht der Mitarbeiter
auf die Hälfte des Weihnachts- und Urlaubsgeldes sowie ein Investitionsprogramm
des Unternehmens in das Filialnetz zur Stabilisierung und Stärkung der wirtschaft­
lichen Lage.
43
44
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Im Zuge dessen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 47 Filialen auf den
bewährten „Schwarz-Rot-Gold“-Standard umgebaut. Das Konzept wurde an mittlerweile 251 (Stichtag 31. Dezember 2011) Standorten umgesetzt. Dies entspricht über
50 Prozent des Filialnetzes.
Darüber hinaus wurde gezielt an der weiteren Verbesserung der Filialsubstanz gearbeitet. Dies ging einher mit notwendigen Filialnetzbereinigungsmaßnahmen. Ein
Schwerpunkt der Akquise und Neueröffnung von Ersatzobjekten für bestehende Objekte lag in attraktiven Lagen mit Filialen ohne zeitgemäße Filialsubstanz. Daneben
erfolgte eine gezielte Verdichtung des Filialnetzes in den bestehenden Kerngebieten.
Das Geschäftsjahr 2011 stand außerdem im Zeichen einer grundsätzlichen Sortimentsüberarbeitung. Das Artikelangebot wird nun stetig überprüft und angepasst. Darüber
hinaus wurde auch die Eigenmarke A&P relauncht.
Der geplante Umstrukturierungsprozess konnte noch nicht vollends umgesetzt werden. Daher beendet Kaiser’s Tengelmann das Jahr mit einem operativen Verlust.
Nach Abschluss der Restrukturierungsmaßnahmen wird mit einem positiven Ergebnis
gerechnet.
Filialanzahl (in Klammern: Vorjahr)
Berlin
147 (149)
Nordrhein
169 (181)
München/Oberbayern
197 (201)
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
KiK
Mit dem Textildiscounter KiK ist die Unternehmensgruppe Tengelmann auch auf
dem Textilmarkt fest verwurzelt. KiK zählt zu den erfolgreichsten Textilhandels­
unternehmen in allen sieben Ländern, in denen das Unternehmen operative Geschäftseinheiten betreibt. KiK wurde 1994 gegründet und versteht sich als textiler
Grundversorger für die Hauptzielgruppe der einkommensschwächeren, aber auch
der preisbewussten Haushalte.
Anders als in den vergangenen Jahren stand KiK zwar – insbesondere in Deutschland –
mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit, jedoch zeigt die Etablierung des neuen Geschäfts­führungsbereiches Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmens­kommunikation
positive Resultate, auch in der öffentlichen Berichterstattung. Besonders positiven
Anklang fanden in der Presse die Arbeitgeber-Imagekampagne sowie die Veröffent­
lichung des ersten Nachhaltigkeitsberichtes eines Textildiscounters in Deutschland.
In Deutschland war der Textilmarkt 2011 durch Kaufzurückhaltung aufgrund von
ungünstigen Wetterbedingungen und Lagerbestandsaufbau gekennzeichnet. Beide
Komponenten führten zu frühzeitigen Preisreduzierungen im Markt. Zudem wurde
der Verdrängungswettbewerb in einem stagnierenden Gesamtmarkt durch den Eintritt neuer Wettbewerber (zum Beispiel Primark) verstärkt.
Das abgeschlossene Geschäftsjahr 2011 stand ganz im Zeichen der Fokussierung auf
die bestehenden Märkte und den Markteintritt in Kroatien. Die Expansion konnte mit
221 Neueröffnungen weiter vorangetrieben werden. Unter Berücksichtigung von 82
Schließungen konnte KiK das Filialnetz insgesamt um 139 Standorte auf 3.164 erweitern.
KiK beschäftigte zum Stichtag 31. Dezember 2011 konzernweit 20.714 Mitarbeiter
(davon 17.520 in Deutschland).
Bruttoumsatz KiK in Mio. € /Anteil (in Klammern: Vorjahr)
Europa
341,3 / 20% (19%)
Deutschland
1.350,6 / 80% (81%)
Insgesamt konnte KiK die Bruttoumsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um + 1,7 Prozent
(wechselkursbereinigt um + 1,6 Prozent) auf 1,69 Mrd. Euro steigern. In Deutschland
wuchs der Umsatz um + 0,3 Prozent. Im Ausland konnte der Umsatz überwiegend
expansionsgetrieben um + 7,5 Prozent gesteigert werden.
45
46
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise hatten einen wesentlichen Einfluss auf das
Geschäft, ebenso wie die immer noch hohen Rohstoffpreise – allen voran für Baumwolle –
die bei nahezu allen Wettbewerbern zu Verkaufspreissteigerungen geführt haben,
wobei diese jedoch vom Verbraucher teilweise nicht angenommen wurden. Erschwerend
kam hinzu, dass das Sommer- und Wintergeschäft aufgrund der ungünstigen Wetterentwicklung jeweils erst zum Saisonende in Schwung kam. Zu diesem Zeitpunkt hatte
der Markt bereits mit Preisreduzierungen reagiert, was sich belastend auf die Umsatzentwicklung und den Rohertrag auswirkte.
Trotzdem konnte KiK auch im Geschäftsjahr 2011 einen deutlich positiven Beitrag zum
Konzernergebnis leisten.
Filialanzahl (in Klammern: Vorjahr)
Deutschland
2.591 (2.517)
Tschechien
145 (120)
Österreich
253 (250)
Slowenien
44 (41)
Kroatien
20 (–)
Slowakei
54 (42)
Ungarn
57 (55)
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
OBI
Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist mit dem Geschäftsfeld OBI, dem Marktführer
in Deutschland, auch in der Baumarktbranche bestens aufgestellt. 1970 wurde der
erste Markt in Deutschland eröffnet, 1991 begann OBI seinen Erfolgskurs im Ausland.
Nach nur knapp fünf Jahren Auslandsaktivitäten war OBI bereits in großen Teilen
Europas eines der führenden Unternehmen in der Do-it-yourself-Branche.
Die Marke OBI ist heute europaweit mit mehr als 570 Märkten aufgestellt. Neben dem
deutschen Heimatmarkt mit über 340 Märkten ist OBI in weiteren zwölf europäischen
Ländern vertreten. Das Unternehmen beschäftigt aktuell mehr als 43.100 Mitarbeiter.
OBI ist die Nummer drei im europäischen DIY-Markt und der größte DIY-Player innerhalb der europäischen Top 3, der einheitlich unter einer Marke auftritt.
OBI baute im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Marktnetz weiter aus, wobei der Fokus
auf der Erweiterung, aber auch auf der Modernisierung des Portfolios lag. Durch die
Eröffnung von 23 neuen Standorten sowie die Bereinigung des Marktnetzes um fünf
ältere Standorte betrieb OBI zum Geschäftsjahresende 579 Märkte, was eine Steigerung um 18 Märkte gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Neben Deutschland wird die
Expansion auch durch Polen getragen, wo sieben Neueröffnungen stattfanden.
Währungsbereinigt erhöhten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 die Brutto­
umsätze aller OBI Märkte (Filialmärkte und Franchisepartnermärkte) im abgelaufenen
Geschäftsjahr um + 4,4 Prozent auf 6,67 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Fläche ist gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzanstieg von + 1,2 Prozent zu verzeichnen. Die erneut
positive Umsatzentwicklung wurde 2011 maßgeblich durch die Märkte außerhalb
Deutschlands getragen, die inzwischen 45,7 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen.
Sowohl im In- als auch im Ausland waren die Filialmärkte Motor des Umsatzanstiegs.
Sie übertrafen die Wachstumsraten der Franchisepartnermärkte deutlich oder überkompensierten die Umsatzrückgänge im Bereich der Franchisepartner.
OBI Umsatz in Mio. € /Anteil (in Klammern: Vorjahr)
Polen
517,7 / 8% (8%)
Russland
820,0 / 12% (11%)
Deutschland
3.620,6 / 54% (56%)
Italien
470,0 / 7% (7%)
Tschechien
350,2 / 5% (5%)
Übrige
891,2 / 13% (13%)
In Deutschland erzielte OBI den größten Umsatz und ist unbestrittener Marktführer. Im
Geschäftsjahr 2011 konnte hier der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um + 2,0 Prozent
gesteigert werden, wobei auch auf vergleichbarer Fläche trotz baumarktunfreund­
lichem Wetter in den Sommermonaten Umsatzzuwächse realisiert werden konnten.
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48
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Von der positiven konjunkturellen Entwicklung in Deutschland profitierte auch die Bauund Heimwerkermarktbranche. OBI konnte sogar den BHB-Branchendurchschnitt von
+ 1,5 Prozent zum Vorjahr im Geschäftsjahr 2011 erneut übertreffen.
Im europäischen Ausland konnte der Umsatz trotz zum Teil schwieriger makroökonomischer Rahmenbedingungen auch gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden
(+ 7,4 Prozent, wechselkursbereinigt), wobei sich die Länder heterogen entwickelten.
Russland (+ 20,4 Prozent, wechselkursbereinigt) konnte erneut herausragende Umsatz­
steigerungsraten realisieren. Aber auch die jüngsten Expansionsländer Kroatien, Ukraine
und Rumänien leisteten ihren Beitrag zur Erhöhung der Umsätze. So konnte zum Beispiel
die Ukraine den Umsatz auf unveränderter Fläche im Vergleich zu 2010 um + 13,4 Prozent
(wechselkursbereinigt) steigern. Erfreulich ist darüber hinaus, dass OBI im krisengeschüttelten Land Ungarn Wachstumsraten von über 2 Prozent verzeichnen konnte.
Im Geschäftsjahr 2011 konnte OBI seinen deutlich positiven Beitrag zum Konzern­
ergebnis erneut steigern und die Erwartungen übertreffen.
Filialanzahl (in Klammern: Vorjahr)
Russland
19 (18)
Deutschland
343 (340)
Schweiz
11 (10)
Italien
52 (49)
Polen
41 (34)
Tschechien
32 (30)
Österreich
Ungarn
34 (32)
24 (25)
Slowenien
7 (7)
Kroatien
3 (3)
Bosnien und
Herzegovina
3 (3)
Ukraine
3 (3)
Rumänien
7 (7)
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
2.4 Entwicklung des Immobiliengeschäfts
TREI Real Estate
Seit 2008 betreut und verwaltet die TREI Real Estate 375 überwiegend langfristig vermietete Handelsimmobilien der Unternehmensgruppe Tengelmann – vor allem in Polen,
Tschechien, Ungarn, Österreich und Portugal – und positioniert sich zudem erfolgreich
in der Projektentwicklung und dem Bau neuer Einzelhandelsstandorte. Mit dem Knowhow eigener Projektentwickler und Handelsspezialisten sowie der Einbindung erfahrener
internationaler Kooperationspartner werden standortgerechte Nutzungskonzepte für
namhafte Mieter entwickelt und umgesetzt, um so Raum für einen erfolgreichen
Handel zu schaffen.
Im Geschäftsjahr 2011 wurde die strategische Ausrichtung der TREI Real Estate konsequent fortgesetzt. Insbesondere im Bereich Projektentwicklung wurden – nicht zuletzt durch die Gründung neuer Gesellschaften in Belgien und Luxemburg – Strukturen
geschaffen, um sowohl in Eigenentwicklung als auch mit Kooperationspartnern erfolgreich neue Projekte zu entwickeln. In Polen, Tschechien und in der Slowakei wurden
zahlreiche Projektgesellschaften gegründet bzw. erworben. Der Schwerpunkt der
Projektentwicklung liegt dabei auf kleineren und mittleren Einkaufszentren, die unter
der neu entwickelten, einheitlichen Marke „Vendo Park“ auftreten werden. Erste
Grundstückssicherungs- und Mietverträge konnten bereits abgeschlossen werden. Im
Herbst 2011 wurde die Grundsteinlegung für das erste selbst entwickelte Fachmarktzentrum in Kyjov (Tschechien) gefeiert.
Neben dem Asset-Management für die vermieteten Bestandsobjekte wurden im
Geschäftsjahr 2011 zwei neue Standorte in Polen fertiggestellt und an die Mieter
über­geben, außerdem wurde jeweils ein Objekt in Polen und Portugal revitalisiert bzw.
nachvermietet. Im Rahmen des Portfoliomanagements wurden darüber hinaus vier
Standorte veräußert.
Auch im Geschäftsjahr 2011 konnte das Geschäftsfeld TREI Real Estate trotz Belastungen aus Wechselkurseffekten ein positives Ergebnis realisieren.
2.5 E-Commerce (operativ)
Plus Online
2001 startete plus.de als erster Internetshop eines deutschen Lebensmitteldiscounters.
Heute steht den Kunden dort ein großes Sortiment unter anderem aus den Bereichen
Garten, Baumarkt, Wohnen, Haushalt, Sport sowie Multimedia zur Verfügung. Im Vordergrund steht dabei insbesondere das Preis-Leistungs-Verhältnis, das seit November 2011
durch einen kostenfreien Versand ab einem Bestellwert von 50 Euro ergänzt wird.
Im Geschäftsjahr 2011 wurden zahlreiche System- und Prozessumstellungen vorgenommen. Diese Schritte haben maßgeblich zu einer Verbesserung der Qualität, der
Steigerung der Geschwindigkeit bei der Prozessabwicklung und somit einer gesteigerten
Kundenzufriedenheit beigetragen.
Weiterhin wurde Anfang November 2011 das Bewertungstool eKomi eingeführt, mit
dem Kunden nach einem Kauf Artikel und Händler bewerten können. Zum Ende des
Jahres sind bereits über 9.600 Bewertungen erfolgt. Der Anteil der positiven Bewertungen
belief sich dabei auf 99,7 Prozent.
49
50
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Die Anzahl der online angebotenen Artikel konnte auf gut 100.000 gesteigert werden,
was einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im gleichen Zeitraum konnte der Umsatz um 27 Prozent gesteigert werden. Zum 31. Dezember 2011
beschäftigte das Unternehmen insgesamt 107 Mitarbeiter.
Die Plus Online GmbH konnte im Geschäftsjahr 2011 trotz der erfreulichen Umsatzentwicklung noch keinen positiven Ergebnisbeitrag zum Konzernergebnis leisten und
die angestrebten Ziele nicht ganz erreichen, was auch auf Investitionen in das künftige
Wachstum der Gesellschaft zurückzuführen ist.
babymarkt.de
Das Unternehmen wurde nach dem Zukauf von Anteilen zum 31. Dezember 2011
im Zuge der Erstkonsolidierung als Mehrheitsbeteiligung in den Konzern aufgenommen.
babymarkt.de ist einer der größten Versender für Baby- und Kleinkindartikel in Deutschland und beschäftigt heute über 130 Mitarbeiter. Das Sortiment umfasst ca. 20.000
sofort verfügbare Artikel namhafter Hersteller, die zu günstigen Preisen angeboten
werden. Der Internetshop wurde mehrfach ausgezeichnet und zertifiziert.
2.6 Entwicklung der Beteiligungen
2.6.1 Beteiligungen im stationären Einzelhandel
Netto Marken-Discount
Im Geschäftsjahr 2011 konnte die Gesellschaft ihren Umsatz um + 3,3 Prozent gegen­
über dem Vorjahr auf über 10,7 Mrd. Euro steigern. Der Discounter, an dem die Unternehmensgruppe Tengelmann mit 15 Prozent beteiligt ist, entwickelte sich mit mehr als
4.000 Filialen zu einer festen Größe unter den drei größten deutschen Lebensmitteldiscountern. Die Integration der ehemaligen Plus-Filialen ist überwiegend vollzogen.
Somit werden auch in den nächsten Geschäftsjahren stabile Umsatz- und Ergebnis­
leistungen erwartet.
TEDi
Mit 30 Prozent ist die Unternehmensgruppe Tengelmann an TEDi, der Nummer eins
unter den 1-Euro-Discountern, beteiligt. Auch im vergangenen Jahr konnte TEDi seine
Stellung erfolgreich behaupten und weiter ausbauen.
TEDi betrieb zum Stichtag 31. Dezember 2011 in Deutschland und Österreich 1.289
Filialen; davon entfielen auf Österreich 24 Filialen, die seit dem Markteintritt im Mai
2011 eröffnet wurden. Der erste Schritt in das europäische Ausland verlief überdurchschnittlich gut. Der in der Vergangenheit eingeschlagene Expansionskurs wird auch in
Zukunft fortgeführt. Zusätzlich soll im zweiten Halbjahr 2012 mit dem Markteintritt in
Slowenien begonnen werden.
Die Bruttoumsätze konnten im Geschäftsjahr 2010/2011 im Vergleich zum Vorjahr
insgesamt um + 24,8 Prozent auf 450,1 Mio. Euro gesteigert werden. Zusätzlich zum
expansionsbedingten Umsatzzuwachs konnte TEDi erneut auch auf vergleichbarer
Fläche, vor allem durch eine kontinuierliche Optimierung der Sortimente, ein Wachstum
gegen­über dem Vorjahr erzielen.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
Die Ergebnissituation war ebenfalls erfreulich, so dass TEDi erneut Gewinne an die
Gesellschafter ausschütten konnte.
Woolworth
Nach einem Jahr Insolvenz startete die Kaufhauskette Woolworth am 1. Juli 2010
neu als GmbH. An der Woolworth GmbH ist die Unternehmensgruppe Tengelmann
mit 30 Prozent beteiligt. Seinerzeit wurden 158 Filialen und 4.500 Mitarbeiter in die
neue Gesellschaft übernommen und im Laufe des Geschäftsjahres 2010/2011
auf 174 Standorte erweitert. Im Dezember 2011 wurde in Leipzig bereits die 200 .
Woolworth-Filiale eröffnet. Mittelfristig wird das bestehende Filialnetz renoviert und
auf ein neues Marketingkonzept umgestellt. Langfristiges Ziel ist der sukzessive Ausbau
des Filialnetzes auf über 500 Standorte.
Woolworth dient als generationenübergreifender Nahversorger mit einem Warenangebot im Niedrig- und Mittelpreissegment. Mit einem strafferen, jedoch attraktiven
Warensortiment sowie zeitgemäßem Auftritt hat sich das Management das Ziel gesetzt, die Marke Woolworth in Deutschland wieder erfolgreich zu machen. Schwerpunkt der Aktivitäten ist der Beginn des Rollouts mit dem Slogan „Woolworth – Das
billige Kaufhaus seit 1879!“, um den Kunden „Woolworth – die Marke mit Tradition“
wieder näherzubringen. Dabei setzt das Management auf eine Drei-Marken-Strategie,
bekannte Marken, Eigenmarken und Aktionsartikel, wobei Produkt und Preis-LeistungsVerhältnis konsequent in den Vordergrund gestellt werden. Woolworth beschäftigt
zum Ende des Geschäftsjahres 5.083 Mitarbeiter und befindet sich im Jahr 2011 noch
in der Anlaufphase.
2.6.2 Beteiligungen im E-Commerce
Mit dem Leitsatz „Funding your ideas“ beteiligt sich der Konzern seit Ende 2009 an
schnell wachsenden jungen Unternehmen und zählt bereits zu den bedeutendsten
Start-up-Investoren in Deutschland. Der Investitionsfokus liegt auf E-Commerce- und
Social-Commerce-Konzepten sowie Internet- und Web-Enabling-Technologien. Die
Unter­nehmensgruppe Tengelmann unterstützt mit Finanzierungs- und ManagementKnow-how sowie mit Infrastruktur-Leistungen.
Im Geschäftsjahr 2011 erhielt die Unternehmensgruppe Tengelmann eine Vielzahl
von Beteiligungsanfragen und kann dabei auf ein umfangreiches Netzwerk von CoInvestoren und Exit-Partnern zurückgreifen. Es wurden zahlreiche Erst- und FolgeInvestments getätigt. Darüber hinaus erfolgte mit dem Verkauf von brands4friends
an eBay ein erfolgreicher Exit.
Folgende Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2011 von der Unternehmensgruppe
erworben:
Equity-Beteiligungen – neu im Jahr 2011
eKomi Ltd.
eKomi – „The Feedback Company“ – entwickelt und betreibt intelligente Feedbacksysteme. Das Unternehmen wurde 2008 gegründet und gehört zu Europas marktführenden Unternehmen im Bereich professioneller Kundenbefragungen. eKomi generiert Kundenmeinungen, Produktbewertungen, Kommentare und Empfehlungen
durch den Einsatz moderner Social-Commerce-Technologien.
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Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Coffee Circle (Circle Products GmbH)
Coffee Circle verkauft handverlesene äthiopische Spitzenkaffees und unterstützt mit
1 Euro pro Kilogramm verkauftem Kaffee Entwicklungsprojekte vor Ort. Coffee Circle
positioniert sich bewusst im Bereich des qualitativ hochwertigen Kaffees, verbunden
mit sozialem Engagement. Eine den deutlich steigenden Umsatzzahlen im Jahr 2011
nach erfolgversprechende Strategie.
Canimix GmbH
Der beste Mix für meinen Hund
Canimix ist ein individueller Hundefuttershop, der es den Kunden ermöglicht, online
das Futter für ihren Hund individuell zusammenzustellen. Gestartet ist das Start-upUnternehmen nach 18-monatiger Vorbereitung kurz vor Weihnachten 2011.
Zitra GmbH
Zitra ist der größte Markenmarktplatz für Wiederverkäufer. Auf der Plattform können
registrierte Händler edle Markenartikel und Designerwaren zu besonders günstigen
Preisen erwerben. Der Onlinemarktplatz bietet Produkte aus den Bereichen Fashion,
Lifestyle und Elektronik. Ziel der im Juli 2011 gegründeten Zitra GmbH ist, den
gewerblichen Einkauf von Ware zu vereinfachen.
MAC IT-Solutions GmbH
Seit mehr als 20 Jahren ist MAC im Bereich Versandhandelssoftware tätig. MAC
konzipiert Systeme für international agierende Multichannel- und Multilabelhändler.
Neben ERP-, PIM- und CRM-Software verfügt MAC ebenfalls über POS-Software und
eine vollintegrierte Shoplösung für den Bereich E-Commerce. Das über 50 Mitarbeiter
starke Unternehmen begleitet den Versand- und Onlinehandel seit Jahren und legt
besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Finanzbeteiligungen – neu im Jahr 2011
Das Portfolio der E-Commerce-Finanzbeteiligungen umfasste zum Stichtag 31. Dezember
2011 zehn Start-up-Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Allein im
Laufe des Geschäftsjahres 2011 wurden sechs Beteiligungen durch die Unternehmensgruppe erworben. Hierzu zählen unter anderem:
Lieferheld GmbH
Lieferheld vermittelt seinen Kunden Lieferdienste in ihrem ausgewählten Postleitzahlenbereich, bei denen sie Essen aus verschiedenen Bereichen (Pizza, Burger, Sushi
etc.) bestellen können. Zudem bietet Lieferheld die Möglichkeit des bargeldlosen
Bezahlens. Bei einer Auswahl von mehr als 4.500 Lieferdiensten sind bisher über eine
halbe Million Bestellungen über Lieferheld erfolgreich abgewickelt worden.
Neonga AG
Angeführt von einem sehr erfahrenen Management und einer schlüssigen Produktstrategie ist die 2010 gegründete Neonga AG als Herausgeber auf dem boomenden
Onlinespiele-Markt aktiv. Die Spiele von Neonga werden beispielsweise als Browser­
game, PC-Download oder auf mobilen Endgeräten gespielt. In den sogenannten
„Item-Shops“ der Spiele ist es den Nutzern möglich, Premiuminhalte kostenpflichtig
zu erwerben.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
Darüber hinaus zählen zu den neuen Finanzbeteiligungen auch die RGP Inter­
national Holding GmbH, die deal united GmbH, die GS Internet GmbH (Hitfox)
und die Trademob GmbH.
2.7 Entwicklung der Servicegesellschaften
TEG
Die zum 1. Januar 2011 eingetretene neue Gesetzeslage zur Ökosteuer, in der die
Vorschriften des Energie- und Stromsteuergesetzes für Unternehmen des produzierenden
Gewerbes geändert wurden, hat die Rahmenbedingungen für das NutzenergieContracting signifikant verändert, so dass die strategische Neuausrichtung des Geschäftsfelds vom Nutzenergielieferanten zum Stromlieferanten zwingend erforderlich
war und die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen, unter anderem Personalabbau im Rahmen eines Sozialplans, zur Folge hatte.
Zudem war die TEG auch als Gaslieferant aktiv. Die Gesellschaft ist darüber hinaus
weiterhin im sogenannten Brokergeschäft tätig, was insbesondere die Übernahme des
Energiemanagements (Einkauf, Rechnungsprüfung etc.) für Kunden gegen Honorar sowie
die Durchführung von Energieeffizienzberatungen, technischen Projektabwicklungen
und beratenden Umweltdienstleistungen beinhaltet.
Die TEG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 209,2 Mio. Euro.
Dieser liegt um -13 Prozent unter dem Vorjahresniveau, was hauptsächlich aus dem
Wegfall eines Großkunden resultiert.
2011 konnte die GrünHausEnergie GmbH als 51-prozentige Tochtergesellschaft der
TEG das angebotene Ökostromprodukt planmäßig über den Direkt- und Internet­
vertrieb absetzen. Die Vertriebsintensität wurde durch einen weiteren Ausbau des
Direktvertriebes forciert.
Sonstige Servicegesellschaften
Die Tengelmann Audit GmbH (TAG) und die Tengelmann Service und COnsulting GmbH
(TASCO) haben die Restrukturierung der Filialrevision abgeschlossen und blicken insgesamt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsergebnis für das Geschäftsjahr 2011.
Die übrigen Servicegesellschaften wiesen im Geschäftsjahr 2011 einen stabilen Geschäftsverlauf aus und konnten die gesteckten Ergebnisziele realisieren.
53
54
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
3 Vermögens- und Finanzlage
Die konsolidierte Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 87,8 Mio. Euro auf 4.788,7 Mio. Euro erhöht. Dabei veränderten sich die
einzelnen Bilanzposten wie folgt:
Aktiva
Anlagevermögen
Vorräte
in Mio. €
Eigenkapital
-3,5
159,1
Gebundene
25,0
Gesellschafterguthaben
38,0
Flüssige Mittel
-135,7
Übrige Aktiva
-1,3
Gesamt
in Mio. €
27,7
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Passiva
87,8
Rückstellungen
Finanzverbindlichkeiten
-127,4
82,9
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
130,5
Übrige Verbindlichkeiten
-19,7
Gesamt
87,8
Der Anstieg des Anlagevermögens um 27,7 Mio. Euro auf 2.061,4 Mio. Euro ergibt sich
im Wesentlichen aus einem Rückgang des Sachanlagevermögens um 34,5 Mio. Euro
auf 1.013,6 Mio. Euro und einer Erhöhung der Finanzanlagen um 77,5 Mio. Euro auf
804,1 Mio. Euro.
Im Geschäftsjahr 2011 wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von
202,3 Mio. Euro getätigt, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Expansion
in den Geschäftsfeldern OBI und KiK sowie der Filialmodernisierung im Geschäftsfeld
Kaiser’s Tengelmann stehen. Den Zugängen stehen Abgänge in Höhe von 84,0 Mio.
Euro sowie Abschreibungen in Höhe von 116,1 Mio. Euro gegenüber. Darüber hinaus
führte die ungünstige Währungskursentwicklung insbesondere in Polen und Ungarn
zu einer Minderung des Sachanlagevermögens in Höhe von 37,8 Mio. Euro. Die gesamten negativen Währungseffekte im Anlagevermögen betrugen 39,4 Mio. Euro.
Der Anstieg der Finanzanlagen resultiert aus Investitionen im Bereich E-Commerce
und aus verzinslichen Darlehen in Höhe von 60,9 Mio. Euro.
Die Vorräte haben sich im Wesentlichen aufgrund der Expansionstätigkeit im stationären
Einzelhandel um 159,1 Mio. Euro auf 1.251,6 Mio. Euro erhöht. Gleichzeitig ist ein
Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 130,5 Mio. Euro auf
1.015,7 Mio. Euro zu verzeichnen.
Die Eigenmittel des Konzerns, bestehend aus dem bilanziellen Eigenkapital und den Gebundenen Gesellschafterguthaben, haben sich im Geschäftsjahr insgesamt um 21,5 Mio.
Euro erhöht. Bei einer um lediglich 87,8 Mio. Euro erhöhten Bilanzsumme liegt die
Eigenmittelquote im Konzern nahezu unverändert zum Vorjahr bei 36,6 Prozent.
Die Reduzierung der Rückstellungen betrifft mit 36,9 Mio. Euro Personalrückstellungen
und mit 26,9 Mio. Euro Rückstellungen aus Mietverhältnissen. Darüber hinaus konnten
die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen deutlich reduziert werden.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
In den Finanzverbindlichkeiten sind Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten. Im Geschäftsjahr 2011 hat OBI eine Inhaberschuldverschreibung
in Höhe von 100 Mio. Euro begeben. Die Verzinsung beträgt 5 Prozent, die Rückzahlung erfolgt am 28. April 2016. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
konnten um 17,1 Mio. Euro auf 149,4 Mio. Euro reduziert werden. Zum Bilanzstichtag
verfügt der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 752,0 Mio. Euro.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist erneut positiv und liegt deutlich
über Vorjahresniveau.
4 Ertragslage
Der unkonsolidierte Bruttokonzernumsatz lag mit 10,78 Mrd. Euro über dem vergleichbaren Umsatz des Vorjahres (+ 2,4 Prozent). Das Konzernergebnis war erneut
deutlich positiv. Dank der Expansion und des damit einhergehenden Umsatzwachstums von OBI und KiK konnte der Umsatzrückgang durch den Verkauf der Kaiser’s
Tengelmann-Region Rhein-Main-Neckar und der Plus-Filialen der Länder Österreich,
Rumänien und Bulgarien im Verlauf des Vorjahres teilweise kompensiert werden.
5 Risikomanagement und Geschäftsrisiken
Risikomanagement
Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) fordert
ein Überwachungssystem, das Risiken, die den Fortbestand eines Unternehmens
gefährden, frühzeitig erkennen lässt. Auch wenn sich für die Unternehmensgruppe
Tengelmann aus dem Gesetz heraus keine unmittelbare Verpflichtung ergibt, sind Risikomanagementsysteme seit langem Bestandteil der Führungsinformationssysteme.
Die Verantwortung in den Unternehmensbereichen ist funktional gesteuert. Das operative Filialgeschäft wird durch verantwortliche Regionsmanager bzw. durch gut ausgebildete Filialleiter gesteuert. In den Zentralen nehmen alle Fachbereiche – koor­diniert
vom Finanz-/Controllingbereich – ihre Verantwortung zur Erkennung von Risiken wahr.
Alle Filialen sowie die Dienstleistungsbereiche sind in einen Strategie-, Planungs- und
Budgetprozess eingebunden. Dieser Prozess umfasst die Einschätzung des Markt- und
Wettbewerbsumfeldes sowie die Erarbeitung von Maßnahmen für mindestens ein
Geschäftsjahr. Darüber hinaus wird auf Gesamtunternehmensebene rollierend eine
dreijährige Mittelfristperspektive mit den maßgeblichen Eckdaten erstellt.
Die Planung umfasst auch die Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Konzernunternehmen. Planabweichungen werden analysiert
und den jeweiligen Führungsgremien zur Gegensteuerung bei Fehlentwicklungen und
zur Nutzung von Chancen zugeleitet. Bereits im Vorfeld der Strategie- und Planungsprozesse werden anstehende Risiken und Chancen konsequent analysiert und – falls
notwendig – neue Handlungsalternativen entwickelt.
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56
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Ökonomische und politische Risiken und Chancen
Für den Umgang mit externen ökonomischen und politischen Risiken stehen nicht alle
Risikostrategien (Vermeiden, Vermindern, Verlagern, Akzeptieren) vollumfänglich zur
Verfügung. Die tiefgreifende weltwirtschaftliche Finanzkrise, die spätestens seit dem
Frühjahr des Jahres 2011 erneut als sogenannte „Eurokrise“ die Berichterstattung in
allen Medien und die öffentliche Risikowahrnehmung bestimmt und damit das Verbraucherverhalten in fast allen europäischen Ländern negativ prägt, sehen wir als ein
verhältnismäßig bedeutendes, externes ökonomisches und politisches Risiko.
Sollte es Europa nicht gelingen, seine Währung zu retten, hätte dies fatale Folgen
für die Volkswirtschaften, den Arbeitsmarkt und die Kaufkraft von Euroländern wie
Italien und Portugal, Ländern wie Polen, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Slowenien,
Kroatien, Bosnien-Herzegowina oder der Schweiz, die durch engste wirtschaftliche
Verflechtungen in den Euroraum ebenfalls mittelbar davon betroffen wären.
Aufgrund der andauernden weltweiten Schuldenkrise wurde die Planung für das neue
Geschäftsjahr entsprechend angepasst. Zusätzlich wurde das Projekt „Euro-Risiken“
ins Leben gerufen, das gezielte Maßnahmen auf Konzernebene vorab definiert,
die bei Eintreten möglicher Konsequenzen als Gegenmaßnahmen ergriffen werden
können. Darüber hinaus wird das Eintreten der Annahmen eng überwacht. Die Aufgaben
des Risikomanagements sind in diesem Fall: Auswirkungen künftiger Entwicklungen zu
antizipieren, genau zu beobachten, die tatsächliche Entwicklung kontinuierlich gegen
die Planung zu spiegeln und ein flexibles Umsetzen von Gegenmaßnahmen zur Er­
gebnissicherung in allen Bereichen zu gewährleisten.
Markt- und Branchenrisiken
Um Risiken aus dem Markt- und Branchenumfeld zu begegnen, ist es die Aufgabe der
Unternehmensgruppe Tengelmann, gemeinsam mit den operativ Verantwortlichen ihrer
Geschäftsfelder, Markt und Wettbewerber laufend zu beobachten, Planungen und
Entscheidungen der Wettbewerber in langfristige Unternehmensentscheidungen zu
integrieren und auf kurzfristige Änderungen durch Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
zu reagieren.
So werden bei OBI die Sortimente regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst,
Trends werden beobachtet und neue Artikel werden in das Sortiment aufgenommen.
Je nach Ergebnis werden beispielsweise die Sortimente von Märkten optimiert, Ausund Umbauten vorgenommen oder die lokalen Marketingaktivitäten angepasst.
Bei KiK konnte durch die Etablierung des Bereiches Qualität, CSR (Corporate Social
Responsibility) und Unternehmenskommunikation dem negativen Trend aus dem Vorjahr entgegengetreten werden. Ergänzt wurde dies durch die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes, den KiK als erstes Textildiscountunternehmen in Deutschland
publizierte. Dies traf auf ein großes, positives Echo.
KiK rechnet mit einem weiterhin wettbewerbsintensiven Marktumfeld bei gleichem
Preisniveau. Es ist davon auszugehen, dass auch alle anderen Wettbewerber von dieser
Entwicklung gleichermaßen betroffen sind und Preissteigerungen, die bereits angekündigt und umgesetzt wurden, teilweise wieder zurücknehmen. Dies ist insofern
kritisch, als weiterhin auch andere Kostenpositionen, die den privaten Konsum betreffen,
wie etwa Energiekosten und Lebensmittelkosten, weiterhin ansteigen und so das verfügbare Einkommen für Textileinkäufe belasten.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist durch einen starken Verdrängungswettbewerb geprägt. Für ein mittelständisches Unternehmen wie Kaiser’s Tengelmann bedarf
es daher durchgängig erhöhter Anstrengungen, um gegen den langfristigen Trend pro
Discount sowie gegen die großen Systemwettbewerber Edeka und Rewe bestehen zu
können. Es wird deshalb verstärkt darauf ankommen, sich trotz der national zunehmenden
Marktmacht von Edeka und Rewe regional, das heißt in den Kernregionen, zu behaupten.
Zusätzlich stellen Lebensmittelskandale Risiken für die gesamte Branche dar.
Beschaffungsrisiken
Eines der Ziele der Unternehmensgruppe Tengelmann als Multibranchenhändler ist es,
für seine Kunden permanent ein umfassendes Artikelsortiment anzubieten. Somit stellen
Lieferengpässe in der Warenversorgung und Preissteigerungen Risiken dar, denen
entgegengetreten werden muss.
Bei OBI wurde im Geschäftsbereich Corporate Category Management ein aktiver
Risk-Management-Prozess etabliert, im Rahmen dessen die wichtigsten Lieferanten
im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Lage sowie alternative Bezugsquellen analysiert
werden. Hierdurch konnte das Risiko von Umsatz- und Ertragseinbußen sowie von
Lieferengpässen aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation in Osteuropa
minimiert werden.
Somit ist OBI auf wirtschaftliche Turbulenzen innerhalb seiner Supply-Chain vorbereitet
und könnte zusammen mit den betroffenen Lieferanten sowie potenziellen Alternativlieferanten an Lösungen arbeiten, die eine Belieferung der OBI Märkte sicherstellen.
Für KiK hat sich die Entwicklung der Rohstoff- und Beschaffungsmarktsituation im
Verlauf des Geschäftsjahres entspannt. Die Entwicklung des Baumwollpreises bleibt
aber ungewiss und wird permanent beobachtet.
Währungsrisiken
Bei den international tätigen Geschäftsfeldern treten Ergebnisbeeinflussungen durch
Wechselkursveränderungen im Wesentlichen im Bereich des internationalen Einkaufs
auf. Darüber hinaus wirken sich abgeschlossene Miet- und Leasingverträge in Euro
und US-Dollar bei den operativen ausländischen Geschäftsbereichen auf das Ergebnis
aus. In Fällen einer aufgenommenen Fremdfinanzierung außerhalb der Eurozone können
zum Stichtag Währungsrisiken aus der Bewertung auftreten.
OBI begrenzt die vorgenannten Risiken durch eine stringente, von der Geschäftsführung
beschlossene Hedging-Policy teilweise auf Einzeltransaktionsebene. Als derivative
Finanzinstrumente kommen hier Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen zum
Einsatz. Die Einhaltung der Policy wird durch eine Funktionstrennung von Handel und
Risikocontrolling sichergestellt.
Auch KiK schließt zur Absicherung des Devisenrisikos aus dem Wareneinkauf Devisentermingeschäfte in US-Dollar auf den voraussichtlichen Zahlungszeitpunkt ab. Die
Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den Verbindlichkeiten und den CashBeständen in fremder Währung eine geschlossene Position, sofern ein eindeutiger
Sicherungszusammenhang mit Aufträgen besteht. Sie stellen somit kein zusätzliches
Risiko für die Gesellschaft dar.
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Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
IT-Risiken
Eine effiziente und reibungslos funktionierende IT-Infrastruktur und die gestiegene
Konsumentenerwartung durch die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft
stellen für die Unternehmensgruppe Tengelmann, wie prinzipiell für jedes Handelsunter­
nehmen heutzutage, einen kritischen Erfolgsfaktor dar. Die Unternehmensgruppe
Tengelmann setzt interne und externe Experten ein, um im Rahmen ihrer Verantwortung
unberechtigten Datenzugriff, Datenmissbrauch und Datenverlust durch Zugangsund Zugriffskonzepte, Back-up-Systeme sowie den Einsatz von adäquaten aktuellen
Firewalls und Virensoftware zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es Vorsorgemaßnahmen zur Krisenbewältigung, wie etwa einen detaillierten Notfallplan.
Personalrisiken
Ein permanentes Risiko ist die Rekrutierung von geeigneten Mitarbeitern sowie die
erfolgreiche Bindung bereits beschäftigter Mitarbeiter – auch und vor allem vor dem
Hintergrund des demografischen Wandels, der wachsenden Freizügigkeit im euro­
päischen Raum und des intensiven Wettbewerbs um die besten Kräfte.
Die konsequente Orientierung an diesen Herausforderungen bescherte OBI im Frühjahr
2012 zum vierten Mal in Folge die Auszeichnung „Top Arbeitgeber“ für hervorragendes
und modernes Personalmanagement. Bei den Handelsunternehmen belegte OBI 2011
unter allen Teilnehmern erneut den ersten Platz.
Auch KiK erzielte große Aufmerksamkeit durch die Mitarbeiter-Imagekampagne „KiK –
Der Chancengeber“. So wurde in Presse und Öffentlichkeit überwiegend positiv
über das Unternehmen und die Kampagne gesprochen und auch die Bewerber­zahlen
konnten – trotz abnehmender Anzahl zum Beispiel von verfügbaren Auszu­bildenden
auf dem Arbeitsmarkt – sogar noch gesteigert werden.
Risiken E-Commerce
Die Investitionen in Start-up-Unternehmen bergen das Risiko, dass sich das Geschäftsmodell am Markt nicht wie erwartet entwickelt. Daher werden die Kennzahlen sowie
der Markt durch das Controlling des Geschäftsfeldes ständig analysiert, um rechtzeitig
geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten mit Finanzbehörden
Derzeit wird das frühere Geschäftsmodell der TEG durch das Hauptzollamt überprüft.
Hier besteht das Risiko einer erheblichen Steuernachzahlung, falls im andauernden
Rechtsstreit zu Gunsten der Finanzbehörden entschieden wird.
Insgesamt ergibt die Beurteilung der gegenwärtigen Risikosituation, dass keine den
Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken bestehen und künftige bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind.
6 Nachhaltigkeit
Die Unternehmensgruppe Tengelmann hat sich bereits in den vergangenen Jahren
konsequent im Bereich Umwelt und gesellschaftliche Verantwortung engagiert.
Im Geschäftsjahr 2011 wurde das Thema Nachhaltigkeit weiter ausgebaut. Alle
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
Geschäftsfelder beraten über eine nachhaltige Ausrichtung ihrer Geschäftsprozesse.
Weiter wurde im Geschäftsjahr 2011 eine CSR-Abteilung gegründet, welche die
Umsetzung der gesteckten Ziele forcieren soll. Nachdem KiK eine Vorreiterrolle
übernommen und den ersten Nachhaltigkeitsbericht der Unternehmensgruppe
Tengelmann veröffentlicht hat, werden für das laufende Jahr weitere Einheiten folgen.
7 Ausblick und Chancen
7.1 Ausblick zur Konjunktur- und Branchenentwicklung im Jahr 2012
Rahmenbedingungen
Im Jahr 2012 bestehen infolge der Staatsschuldenkrise, insbesondere im Euroraum, große
Unsicherheiten hinsichtlich der Prognose zukünftiger konjunktureller Entwicklungen.
Das größte Risiko besteht in einer – entgegen der überwiegenden politischen An­
nahme – möglichen Verschärfung der Staatsschuldenkrise. Die Eintrittswahrscheinlichkeit
steigt, wenn die ergriffenen politischen Maßnahmen nicht und/oder nicht schnell genug
umgesetzt werden. Eine Verschärfung der Schuldenkrise würde für einen abrupten
Stimmungswechsel am Markt sorgen und zu mehr Spannung im europäischen und weltweiten Finanzsektor führen. Dies würde die finanzielle Stabilität gefährden, Unternehmens­
finanzierungen erschweren und das Vertrauen der Investoren und Konsumenten
reduzieren. Eine zusätzliche Verstärkung der Krise würde sich aus negativen Wechsel­
wirkungen zwischen dem Finanzsektor und der Realwirtschaft ergeben. Zu erwarten
wäre dann nicht nur ein massiver Rückgang der Wirtschaftsleistung in Europa, sondern
auch Spill-over-Effekte mit negativen Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
Größere Unsicherheiten ergeben sich auch durch geopolitische Spannungen, deren
Eskalation die Ölpreise auf ein ungeahntes Niveau erhöhen könnte. Glaubwürdige
Bedrohungen hinsichtlich der Zugänglichkeit zu und Lieferungen von Öl aus dem
Nahen Osten könnten zu einem Anstieg von Risikoprämien führen. Die Wachstumsverlangsamung in Europa in der ersten Hälfte 2011 zeigt, wie erheblich die Aus­
wirkungen infolge eines Preisanstiegs sein könnten.1
Deutschland
Für das Jahr 2012 wird für Deutschland zunächst eine temporäre konjunkturelle
Schwächephase erwartet, der sich im Jahresverlauf ein höheres Wachstum anschließt.
Gemäß der Gemeinschaftsdiagnose führender Wirtschaftsforschungsinstitute soll
das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2012 um + 0,8 Prozent bzw. kalenderbereinigt um
+ 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wachsen.2
Europäische Union (EU) und ausgewählte Nicht-EU-Länder
Für die Europäische Union (EU) insgesamt wird 2012 eine Stagnation erwartet, während
gleichzeitig für den Euroraum ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von - 0,3 Prozent
prognostiziert wird. Die andauernde Instabilität der Märkte, Bedenken hinsichtlich
der Haushalts­defizite und/oder sinkende Exportzahlen sollen entsprechend der Prognose der Euro­päischen Kommission zu Rezessionen in neun der 27 EU-Länder führen.
Insgesamt betrachtet werden in Europa nur die wenigsten Länder ihr vorjähriges
Wachstums­niveau erreichen bzw. übertreffen können.3
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60
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
Lebensmitteleinzelhandel
Für den Lebensmitteleinzelhandel inklusive der Drogeriemärkte wird im Jahr 2012 ein
moderater Umsatzanstieg von nominal + 1,3 Prozent erwartet. Dieser Anstieg wird
aber voraussichtlich hinter der Preisentwicklung zurückbleiben und für einen erneuten
Mengen­rückgang sorgen. Analog wird auch für die FMCG-Märkte 4 ein Wachstum
um + 1,0 Prozent prognostiziert und vor dem Hintergrund des erwarteten Preisanstiegs
von einem mengenmäßigen Rückgang ausgegangen.5
Textilmarkt
Für das Jahr 2012 wird mit einer Umsatzsteigerung des deutschen Textilfachhandels
von durchschnittlich + 2,0 bis + 3,0 Prozent gerechnet. Unsicher ist jedoch, ob auch
ein Ertragswachstum erzielt werden kann. So stieg der Umsatz des Textilfachhandels
im Jahr 2011 zwar um rund + 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, dennoch wurde
im Rahmen einer repräsentativen Unternehmensbefragung eine deutlich geringere
Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr angegeben. Als wesentliche Gründe wurden
steigende Personal-, Energie- und zum Teil Mietkosten angeführt.6
Bau- und Heimwerkermarktsektor (DIY)
Im Hinblick auf die weitere Entwicklung des deutschen Bau- und Heimwerkermarktsektors wird für das Jahr 2012 ein nominales Umsatzwachstum von + 1,8 bis
+ 2,0 Prozent erwartet. Die E-Commerce-Umsätze im Baumarkthandel werden in den
kommenden Jahren voraussichtlich Wachstumsraten im zweistelligen Bereich aufweisen.7
Immobilien
In Deutschland wird die Nachfrage nach Immobilieninvestments in einem sich abschwächenden Konjunkturumfeld und angesichts eines zu erwartenden Mangels an
Alternativanlagen mit weiterhin niedrigen Kapitalmarktzinsen, auch 2012 der Prognose nach, relativ dynamisch bleiben. Für das Jahr 2012 wird mit einem vergleichbar
hohen Transaktionsvolumen wie im Jahr 2011 gerechnet.
Für Europa wird erwartet, dass sich das Investmentvolumen auf dem Vorjahresniveau
bewegen wird. 8
E-Commerce
Für das E-Commerce-Volumen im Jahr 2012 wird ein Wachstum von + 16,5 Prozent
prognostiziert. Dabei wird die Verbindung von stationärem und interaktivem Handel
im Fokus der Branche stehen. Ergebnisse aktueller Händlerbefragungen in Europa
deuten für 2012 eine weitere Internationalisierung des Bereiches E-Commerce an.9
1 2 3 4 5 6 7 8 9 E uropäische Kommission, Interim Forecast, Februar 2012; IfW Euroframe, Januar 2012.
IfW, Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2011; Europäische Kommission, Interim Forecast, Februar 2012.
Europäische Kommission, Interim Forecast, Februar 2012; IMF, WEO Update, Januar 2012;
IMF, WEO, September 2011.
Fast Moving Consumer Goods (FMCG).
GfK.
Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels e.V.
Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte.
CBRE, MarketView, Deutschland Investments, 2011; Cushman & Wakefield, Pressemitteilung, Januar 2012.
Bundesverband des Deutschen Versandhandels; Mintel.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
7.2 Unternehmensgruppe Tengelmann
Aufgrund der zu erwartenden Stabilisierung der makroökonomischen Rahmenbe­
dingungen und der selbst in Krisenzeiten soliden Säulen der Unternehmensgruppe
Tengelmann geht die Geschäftsführung auch in den nächsten beiden Jahren von
positiven Ergebnissen aus. Hierbei werden die positiven Effekte überwiegend aus den
bestehenden Geschäftsfeldern generiert. Weitere positive Effekte auf die Ertragslage
sollen aus den Beteiligungen erzielt werden.
Die Eckpfeiler der Umsatzentwicklung in der Unternehmensgruppe bilden die Geschäftsfelder des stationären Einzelhandels. Neben der Expansion sehen die Geschäftsfelder
des stationären Einzelhandels auch auf vergleichbarer Fläche ein leichtes Wachstum
vor. Auch der Bereich E-Commerce trägt zu der positiven Umsatzentwicklung bei.
Zusätzlich wird die Erweiterung des Konsolidierungskreises durch das Engagement bei
babymarkt.de und im Immobilienbereich das Wachstum steigern.
Die aktivierungspflichtigen Investitionen werden auch in den Folgejahren im dreistelligen
Millionenbereich liegen. Neben den Investitionen im stationären Einzelhandel sind in
der Immobiliengesellschaft TREI Real Estate sowohl im Ausland als auch in Deutschland mehrere neue Immobilienprojekte vorgesehen.
Es werden weiterhin stabile Ergebnisbeiträge der Geschäftsfelder erwartet, die wie
in den Vorjahren zu einem positiven Ergebnis auf Konzernebene führen.
7.3 Geschäftsfelder des stationären Einzelhandels
Kaiser’s Tengelmann
Für das laufende Jahr 2012 wird derzeit von einer Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes
von + 0,8 Prozent ausgegangen. Damit sollte der Trend zum Mehrkonsum, wie bereits
im Vorjahr, vor allem bei Qualitäts- und Frischeanbietern wie Kaiser’s Tengelmann
anhalten. Dazu trägt insbesondere der aktuelle Trend hin zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung der Kunden bei. Gleichwohl muss trotz der positiven Gesamtprognosen für 2012, wie in den Vorjahren, von einem anhaltenden Verdrängungswettbewerb ausgegangen werden. Es besteht im Lebensmitteleinzelhandel auch zukünftig
eine klare Tendenz hin in Richtung Discount und preisgünstigen Preiseinstiegsartikeln.
Auch im Segment der Super- und Verbrauchermärkte bleibt diese Tendenz voraussichtlich erhalten. Hier sieht sich Kaiser’s Tengelmann mit seiner Preiseinstiegsmarke
A&P gut aufgestellt.
Die positiven Ansätze hin zu frischen und qualitativ hochwertigen Artikeln müssen
unterstützend noch stärker als in der Vergangenheit hervorgehoben werden, um den
Kunden längerfristig an Kaiser’s Tengelmann zu binden. Lebensmittelskandale, wie
der jüngste Dioxinskandal, fügen der Gesamtbranche allerdings massiven Schaden zu,
führen jedoch auch zu einem Umdenken der Kunden, dass qualitativ hochwertige Artikel
nicht zum Discountpreis zu erwerben sind. Für die Qualitäts-Supermärkte Kaiser’s und
Tengelmann zeigen sich somit nach wie vor Möglichkeiten zur Profi­lierung, um mit
ausgereiften Konzepten zu überzeugen.
Der abgeschlossene Zukunftssicherungsvertrag wird im laufenden Geschäftsjahr 2012
einen Teil der zwingend erforderlichen Mittel zur Modernisierung der Filialen von
Kaiser’s Tengelmann bereitstellen. Aufgrund der damit verbundenen Umbaumaßnahmen
61
62
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
im Geschäftsjahr 2012, die das Filialnetz deutlich attraktiver gestalten werden, geht die
Planung auch für das laufende Geschäftsjahr von einem Verlust aus. Nach Abschluss der
Restrukturierungsmaßnahmen wird mit einem positiven Ergebnis gerechnet.
KiK
Mit einem deutlich erhöhten Angebot preisaggressiver Ware in Verbindung mit an­
gemessenem Werbeaufwand erhofft sich KiK gerade in der Zeit der allgemeinen Preissteigerung Absatz-, Kunden- und Umsatzzuwachs auf vergleichbarer Fläche.
Für Deutschland wird das Filialpotenzial weiterhin auf mindestens 3.000 Filialen geschätzt, das aus eigener Kraft in den nächsten Jahren erschlossen werden soll. Neben
der reinen Expansion sieht KiK weiterhin Ertragssteigerungspotenzial in der Bereinigung
des Filialbestandes. Jährlich sollen kleinere Filialen zu Gunsten größerer Flächenkonzepte
ausgetauscht werden. Zudem wird der Markteintritt in Polen vorbereitet.
KiK selbst soll als Marke weiter ausgebaut und positioniert werden. Ebenso sollen Marken­
artikel in das Sortiment aufgenommen und Eigenmarken weiterentwickelt werden.
Es wird davon ausgegangen, dass sich die gestarteten Aktivitäten im Bereich des
Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagements weiter positiv auf die Imagewerte des
Unternehmens auswirken werden.
Daher wird im Geschäftsfeld KiK auch in den nächsten beiden Jahren mit positiven,
stabilen Ergebnisbeiträgen für den Konzern gerechnet.
OBI
Auch für 2012 hat sich OBI zum Ziel gesetzt, die Expansion in Deutschland und im
europäischen Ausland fortzusetzen und die Marktposition auszubauen.
Darüber hinaus soll der Ausbau des Eigenmarkenanteils bzw. die Ausweitung der
Private Labels unter den Marken OBI/LUX weiter vorangetrieben werden.
Die Fußball-Europameisterschaft im Juni 2012 könnte nicht nur zu einer Belebung
der Volkswirtschaften in Polen und in der Ukraine führen, sondern europaweit einen
positiven Effekt auf die Umsätze im Baumarktbereich haben. Neben den klassischen
Sortimenten Pflanzen und Gartengeräte könnten auch Artikel aus den Bereichen
Gartenmöbel und Grillen Kaufimpulse auslösen.
Weiterhin wird der Ausbau der Multichannel-Aktivitäten verstärkt. Ziel ist eine stärkere
Verzahnung des Onlinegeschäftsmodells mit Maßnahmen in stationären Märkten. Der
Onlineshop ist eingebunden in die bestehende Seite www.obi.de. Von der MultichannelAusrichtung profitieren somit auch die lokalen OBI Standorte, die ein ergänzendes
Sortiment inklusive bequemer Nach-Hause-Lieferung zum Kunden anbieten können.
Darüber hinaus baut OBI durch eine ausgefeilte und zukunftsorientierte Marketingund Standortstrategie sowie die ständige Optimierung von Kernprozessen wie Einkauf,
Vertrieb, Service und Logistik seine Wettbewerbsvorteile kontinuierlich weiter aus, um
die sich bietenden Marktchancen erfolgreich zu nutzen.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
OBI rechnet auch in den nächsten beiden Jahren mit positiven Ergebnisbeiträgen für
den Konzern.
7.4 Immobilien
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 wird der bisher eigenständige deutsche Immobilienbereich in die Unternehmensgruppe Tengelmann integriert. Die TREI Real Estate
wird dann über ein Immobilienportfolio von über 500 Immobilien verfügen.
Zur langfristigen Wertsteigerung und Erhöhung des Immobilienbestands ist ein umfangreiches Investitionsprogramm geplant. Die Schwerpunkte liegen dabei in den
wirtschaftlich stabilen Ländern Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei. In
den osteuropäischen Ländern stehen die Realisierung der bereits gesicherten Projekte sowie die Akquisition weiterer attraktiver Flächen im Mittelpunkt. In Deutschland
ist neben der Entwicklung von Einzelhandelsstandorten aller Art eine Diversifikation
in Immobiliensegmente außerhalb des Handelsbereiches vorgesehen. Weiterhin wird
durch ein aktives Portfoliomanagement und entsprechende Veräußerungen die langfristige Attraktivität des Immobilienportfolios sichergestellt.
Aufgrund des Geschäftsmodells mit langfristigen Mietverträgen ist auch in den nächsten
beiden Jahren mit positiven Ergebnisbeiträgen für den Konzern zu rechnen.
7.5 E-Commerce (operativ)
Plus Online
Mit der umfangreichen Optimierung der Prozesse und Systeme im Geschäftsjahr 2011
wurde die Basis für das weitere Wachstum der Plus Online GmbH gelegt. Das Ziel der
Umsatzsteigerung soll dabei im kommenden Jahr unter anderem durch eine stärkere
Internet- und Medienpräsenz, den kontinuierlichen Ausbau des Sortiments sowie die
Einführung eines wertorientierten Kundenmanagements erreicht werden.
Neben der Steigerung der Umsatzerlöse steht die Verbesserung der Kosten- und Margenstruktur im Fokus der Geschäftsführung. Dabei werden insbesondere hinsichtlich
der Spanne des Handelsgeschäftes und der Zahl der Bestandskunden signifikante Verbesserungspotentiale gesehen.
In den nächsten Jahren liegt der Fokus jedoch in erster Linie auf dem deutlichen Ausbau des Geschäftes und der Umsatzsteigerung. Positive Ergebnisbeiträge werden vor
diesem Hintergrund erst mittelfristig geplant.
babymarkt.de
Im Geschäftsjahr 2012 werden vielfältige Maßnahmen zur Fortsetzung des Wachstumskurses des Unternehmens ergriffen. Diese betreffen etwa die beschleunigte internationale Expansion, eine deutliche Erweiterung des Sortiments, die Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern und die weitere Optimierung der Prozesse.
Der geplante Relaunch von babymarkt.de wird Kunden des Onlineshops zudem eine
erweiterte Funktionalität und verbesserte Usability gewähren.
63
64
Bilanz und Erläuterungen Konzernlagebericht
7.6 Beteiligungen
7.6.1 Beteiligungen im stationären Einzelhandel
Bei den Gesellschaften Netto und TEDi wird von einer stabilen Weiterentwicklung
ausgegangen. Die Gesellschaft Woolworth befindet sich auch in den Folgejahren noch
in der Umbauphase. Es wird aber von einer Stabilisierung und einer weiteren positiven
Entwicklung ausgegangen.
7.6.2 Beteiligungen im E-Commerce
Für die nächsten Jahre wird vor allem ein Marktwachstum in den Bereichen Social-, Localund Mobile-Commerce erwartet, auf denen bereits heute der Investitionsfokus des
Konzerns ruht. Aufgrund des starken Netzwerks im deutschsprachigen Raum wird die
Investitionstätigkeit vorrangig in Deutschland erfolgen. Durch einen selektiven Ausbau
des internationalen Netzwerks soll zudem die Positionierung verbessert werden, um
einen noch besseren Zugriff auf attraktive Investitionsmöglichkeiten zu haben.
Im Geschäftsjahr 2012 wird das bestehende Beteiligungsportfolio weiterentwickelt
und der Markt im Hinblick auf Exit-Möglichkeiten sondiert und auf Chancen geprüft.
In den Folgejahren können in Abhängigkeit von den sich bietenden Optionen sowohl
anteilige als auch vollständige Verkäufe von Beteiligungen erfolgen.
7.7 Servicegesellschaften
In den Folgejahren wird mit einer stabilen Geschäftstätigkeit der Servicegesellschaften
geplant. Die Ergebnisse und Entwicklungen der Tengelmann Energie GmbH werden
aber noch von der Restrukturierung des Geschäftsmodells beeinflusst. Dies führt im
Jahr 2012 zu einem Personalabbau im Rahmen des Sozialplans.
8 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres
Integration der Haub Immobilien KG
Im Geschäftsjahr 2012 (zum 1. Januar 2012) erfolgt die Einbringung der ausschließlich
in Deutschland tätigen und vormals im Privatbesitz der Unternehmerfamilie befindlichen
Immobiliengesellschaft in den Konzern.
Veränderungen der USA-Aktivitäten
Die Anteile an der Great Atlantic & Pacific Tea Company, Inc. (A & P) wurden im Rahmen
des erfolgreichen Planinsolvenzverfahrens nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts abgegeben. Somit hat sich der Tengelmann Konzern aus dem klassischen
Supermarktgeschäft in den USA zurückgezogen.
Um weiterhin über die Grenzen Europas hinaus tätig zu sein, beteiligt sich die Unter­
nehmensgruppe über die Tochtergesellschaft Emil Capital Partners an jungen erfolgver­sprechenden Start-up-Unternehmen aus unterschiedlichsten Markt­segmenten in
Nordamerika. Neben Beteiligungen im Einzelhandel und in endverbraucherorientierten
Industrien gehören auch Unternehmen aus dem E-Business in den strategischen Fokus
der Gesellschaft.
Konzernlagebericht Bilanz und Erläuterungen
9 Dank an Mitarbeiter und Kunden
Unser besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich auch
im vergangenen Geschäftsjahr mit außergewöhnlichem Engagement für die Unternehmensgruppe eingesetzt haben.
Darüber hinaus danken wir unseren Kunden, die unseren Märkten auch in diesem Jahr
ihr Vertrauen geschenkt haben, sowie allen Partnern, mit denen wir gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.
Mülheim an der Ruhr, den 23. Mai 2012
Karl-Erivan W. Haub
Christian W. E. Haub
GeschäftsführerGeschäftsführer
65
66
Bilanz und Erläuterungen Konzernbilanz
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011
Aktiva
31.12.2011
31.12.2010
T€
T€
243.682
258.962
1.013.616
1.048.078
804.130
726.654
2.061.428
2.033.694
7.726
6.838
A.Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
II.Sachanlagen
III.Finanzanlagen
B.Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
2.Unfertige Erzeugnisse,
3. Fertige Erzeugnisse und Waren
4. Geleistete Anzahlungen
unfertige Leistungen
802
837
1.241.637
1.080.535
1.446
4.308
1.251.611
1.092.518
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
59.268
54.086
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
21.849
5.881
3. Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
4. Sonstige Vermögensgegenstände
–d
avon mit einer Restlaufzeit
– davon gegen Kommanditisten
von mehr als einem Jahr
25.081
38.708
467.698
437.236
(5.478)
(5.745)
(20.852)
(90.217)
573.896
535.911
0
2.395
752.016
887.743
2.577.523
2.518.567
III.Wertpapiere
– Anteile an verbundenen Unternehmen
IV.Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten und Schecks
C.Rechnungsabgrenzungsposten
– davon Disagio
D. Aktive latente Steuern
Bilanzsumme
23.943
19.867
(1.207)
(370)
125.820
128.839
4.788.714
4.700.967
Konzernbilanz Bilanz und Erläuterungen
Passiva
31.12.2011
31.12.2010
T€
T€
45.000
45.000
1.079.845
1.071.946
A.Eigenkapital
I.Kapitaleinlagen
II.Gewinnrücklagen
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
IV.Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter
B. Gebundene Gesellschafterguthaben
-37.078
-20.094
193.845
188.316
1.281.612
1.285.168
470.690
445.690
1.752.302
1.730.858
11.915
12.348
177.761
176.181
C. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung
D.Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
2.Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
48.403
49.532
601.436
729.287
827.600
955.000
E.Verbindlichkeiten
1.Anleihen
100.000
0
149.419
166.514
(18.620)
(16.334)
4.649
3.986
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
1.015.683
885.168
(1.015.683)
(885.051)
562
4.608
– mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
– mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
460.018
505.164
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
(14.618)
(39.764)
421.882
386.533
7. Sonstige Verbindlichkeiten
– davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
(267.423)
(257.144)
– davon aus Steuern
(48.145)
(43.739)
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
(11.270)
(11.263)
– davon gegenüber Komplementären
(92.256)
(58.790)
2.152.213
1.951.973
42.535
49.036
2.149
1.752
4.788.714
4.700.967
F.Rechnungsabgrenzungsposten
G. Passive latente Steuern
Bilanzsumme
67
68
Bilanz und Erläuterungen Konzernanlagevermögen
Konzernanlagevermögen
Anschaffungs- und
Entwicklung des Konzernanlagevermögens
Vortrag zum
01.01.2011
Änderungen
Konsolidierungskreis
Währungs­kursdifferenzen
Zugänge
T€
T€
T€
T€
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
2. Geschäfts- oder Firmenwert
187.886
672
-401
10.621
579.847
19.026
-101
5.191
966
-38
1
565
768.699
19.660
-501
16.377
1.023.590
2.085
-42.328
72.715
33.792
-40
-87
1.294
1.013.642
4.612
-12.278
98.700
24.812
81
-1.463
29.628
2.095.836
6.738
-56.156
202.337
13.261
-26
-961
276
3. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände
einschließlich geleisteter Anzahlungen
II.Sachanlagen
1.Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
2. Technische Anlagen und Maschinen
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III.Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
3. Übrige Beteiligungen
37.285
-10.185
329
16.698
632.425
232.449
0
23.470
4.Ausleihungen an Unternehmen,
7.061
0
0
4.404
5. Wertpapiere des Anlagevermögens
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
10.015
0
353
2.399
6. Sonstige Ausleihungen
42.619
7.656
-893
58.277
742.666
229.894
-1.172
105.524
256.292 1
-57.829 2
324.238
3.607.201
1 2 Die darauf entfallenden Abschreibungen des Geschäftsjahres betragen insgesamt T€ -241.775
Die darauf entfallenden Abschreibungen des Geschäftsjahres betragen insgesamt T€ 18.384
Konzernanlagevermögen Bilanz und Erläuterungen
Herstellungskosten
Umbuchungen
Abgänge
Stand am
31.12.2011
Abschreibungen
des Geschäftsjahres
Kumulierte
Abschreibungen
Buchwert am
31.12.2011
Buchwert am
31.12.2010
T€
T€
T€
T€
T€
T€
T€
831
49.836
149.773
12.861
118.153
31.620
32.760
330
3
604.290
34.178
392.840
211.450
225.237
-869
12
613
0
1
612
965
292
49.851
754.676
47.039
510.994
243.682
258.962
28.464
118.484
966.042
35.222
281.003
685.039
733.782
-88
1.003
33.868
1.636
20.043
13.825
14.297
-16.495
62.831
1.025.350
79.275
741.474
283.876
275.187
-10.276
11.906
30.876
0
0
30.876
24.812
1.605
194.224
2.056.136
116.133
1.042.520
1.013.616
1.048.078
0
1.780
10.770
250
3.695
7.075
8.066
8.106
12.377
39.856
8
2.818
37.038
32.038
-2.820
11.975
873.549
0
232.449
641.100
632.425
-6.666
0
4.799
0
0
4.799
1.500
0
2.057
10.710
60
64
10.646
10.015
5.721
9.899
103.481
0
9
103.472
42.610
4.341
38.088
1.043.165
318
239.035
804.130
726.654
6.238
282.163
3.853.977
163.490
1.792.549
2.061.428
2.033.694
69
70
Bilanz und Erläuterungen Konzernanhang
Auszüge aus dem Konzernanhang
für das Geschäftsjahr 2011
Allgemeine Grundsätze
Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Mülheim an der Ruhr („TW“), ist
als Personenhandelsgesellschaft nach den Vorschriften des PublG verpflichtet, einen
Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen.
Der Konzernabschluss der TW ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden
Vorschriften des HGB aufgestellt. Auf die Inanspruchnahme der Erleichterung gemäß
§ 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PublG wird verzichtet.
Die Gliederung der Bilanz erfolgte grundsätzlich gemäß § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Für
die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren
gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.
Zur Erhöhung der Klarheit der Darstellung werden in der Konzernbilanz und KonzernGewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang
gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB gesondert ausgewiesen.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden
grundsätzlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der TW einbezogen.
Soweit abweichende Wertansätze aus dem Jahresabschluss der Tochtergesellschaft
übernommen wurden, sind diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
von untergeordneter Bedeutung.
Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Bei den meisten einbezogenen Tochterunternehmen entspricht
das Geschäftsjahr dem Konzerngeschäftsjahr. Soweit Geschäftsjahre einbezogener
Unternehmen mehr als drei Monate vor dem Konzernabschluss-Stichtag enden, werden
zum Zweck der Konsolidierung Zwischenabschlüsse erstellt.
Konzernanhang Bilanz und Erläuterungen
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss wurden neben TW alle wesentlichen Tochterunternehmen
einbezogen, auf die TW unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss
ausüben kann.
Der Kreis vollkonsolidierter Unternehmen umfasst 117 (im Vorjahr 115) inländische
und 78 (im Vorjahr 60) ausländische Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden 28 (im
Vorjahr 21) Tochterunternehmen erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen, acht
(im Vorjahr 29) Unternehmen sind aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden bzw.
auf einbezogene Unternehmen verschmolzen oder angewachsen.
Die Ergebnisse der erst- und endkonsolidierten Unternehmen sind entsprechend anteilig
in die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns eingegangen.
Durch die Änderung des Kreises vollkonsolidierter Gesellschaften haben sich keine
wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.
Aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns wurde bei sechs (im Vorjahr sieben) inländischen und
fünf (im Vorjahr sechs) ausländischen Gesellschaften gemäß § 296 Abs. 2 HGB auf
eine Einbeziehung verzichtet. Zwei (im Vorjahr acht) Gesellschaften wurden aufgrund
der Weiterveräußerungs- bzw. Liquidationsabsicht gemäß § 296 Abs. 1 Nr. 3 HGB
nicht konsolidiert.
Im Berichtsjahr wurde, wie im Vorjahr, eine ausländische Gesellschaft, an der ein
Kapital­anteil von 49 Prozent besteht, wegen der gemeinsamen Führung mit einem
nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen quotal konsolidiert.
30 (im Vorjahr 28) inländische und sieben (im Vorjahr fünf) ausländische assoziierte
Unternehmen, an denen die Unternehmensgruppe Tengelmann im Regelfall zwischen
20 Prozent und 50 Prozent der Anteile hält, sind nach der Equity-Methode in den
Konzernabschluss einbezogen.
Seit dem Geschäftsjahr 2007/2008 wurde die Beteiligung an The Great Atlantic &
Pacific Tea Company, Inc., Montvale/USA ("A& P"), nach den Vorschriften der EquityBewertung in den Konzern einbezogen. Im Geschäftsjahr 2010 hatte die Gesellschaft
das Planinsolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechtes angemeldet.
Im März 2012 konnte die Gesellschaft aufgrund eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen und Eintritt eines privaten Investors Chapter 11 verlassen. Im Berichtsjahr hatte
TW angekündigt, sich nicht an Restrukturierungsmaßnahmen zu beteiligen und somit
ihren maßgeblichen Einfluss aufzugeben. Der Verlust des maßgeblichen Einflusses auf
die Beteiligung hatte einen Übergang zur Bilanzierung zu Anschaffungskosten zur Folge.
Für zwei (im Vorjahr drei) inländische Beteiligungen wurde wegen untergeordneter
Bedeutung gemäß § 311 Abs. 2 HGB auf eine Equity-Bewertung verzichtet.
71
72
Bilanz und Erläuterungen Konzernanhang
Des Weiteren hält der Konzern die folgenden Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz
größer 20 Prozent:
Name, Sitz
Anteil
am Kapital
Eigenkapital
Ergebnis
des letzten GJ
%
T€
T€
94,0
638
149
94,0
51
-154
82,5
-2.306
54
49,9
-1.705
38
94,0
25 2
-7
41,2412
–
–
FISTULA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
& Co. Objekt Wermelskirchen KG, Düsseldorf
(Stimmrechte 15,0)
Padlata Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH
& Co. Vermietungs KG, Pöcking
(Stimmrechte 10,0)
ROSEA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
& Co. Objekt Offenburg KG, Düsseldorf
(Stimmrechte 8,0)
TALPA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
& Co. Objekt Bensheim KG, Düsseldorf
(Stimmrechte 10,0)
Wines GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal
(Stimmrechte 47,0)
The Great Atlantic & Pacific Tea Company, Inc.,
Montvale/USA 3
bschluss 31. Dezember 2011. Bei der Padlata Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co.
A
Vermietungs KG, Pöcking, handelt es sich um den Kapitalanteil der Kommanditisten. Insgesamt weist
die Gesellschaft nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile in Höhe von T€ 1.156 aus.
2
Bei der Wines GmbH & Co. KG, Pullach im Isartal, handelt es sich um die feste Kapitaleinlage der
Kommanditisten. Insgesamt weist die Gesellschaft nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile in Höhe von T€ 1.137 aus.
3
A & P wurde im Berichtsjahr aufgrund des Verlusts des maßgeblichen Einflusses zu Anschaffungskosten
bilanziert. Aufgrund des derzeitigen Verfahrens nach Chapter 11 liegen keine Zahlen vor.
1
Konzernanhang Bilanz und Erläuterungen
Konsolidierungsgrundsätze
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 und 2 HGB nach der Neu­be­
wertungsmethode. Der Wertansatz der dem Mutterunternehmen mittel- und unmittel­bar gehörenden Anteile wird hierbei mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag
des Eigenkapitals des Tochterunternehmens, wie es sich aus der zum maßgeblichen
Zeitpunkt aufgestellten Neubewertungsbilanz ergibt, verrechnet.
Die bei der Erstkonsolidierung entstandenen aktiven Unterschiedsbeträge werden als
Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben.
Ein sich ergebender passiver Unterschiedsbetrag wird in einem gesonderten Posten
unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen und entsprechend den Vorschriften des § 309
Abs. 2 HGB fortgeschrieben. In Vorjahren entstandene passive Unterschiedsbeträge
wurden, sofern sie nicht auf Gewinnthesaurierung zwischen dem Zeitpunkt des
Erwerbs und der Erstkonsolidierung zurückzuführen sind, in den gesonderten Posten
umgegliedert.
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden in der Konzernbilanz gemäß
§ 312 Abs. 1 Satz 1 HGB nach der Buchwertmethode bewertet, wobei ein verbleibender
Unterschiedsbetrag zusammen mit der Beteiligung ausgewiesen wird. Die Ermittlung
des Unterschiedsbetrages erfolgt zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des
Unternehmens als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss. Der Anteil am
Jahresergebnis dieser Unternehmen einschließlich der Abschreibungen des Geschäftsoder Firmenwerts wird im Beteiligungsergebnis des Konzerns gezeigt.
Auf eine Anpassung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungs­
methoden bei den Jahresabschlüssen der assoziierten Unternehmen wurde verzichtet.
Eine Zwischenergebniseliminierung ist gemäß § 312 Abs. 5 Satz 3 HGB i.V.m. § 304
Abs. 2 HGB nicht erfolgt.
Zwischenergebnisse, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Das Wahlrecht
zur Konsolidierung von Drittschuldverhältnissen wird teilweise in Anspruch genommen.
Auf ergebniswirksame Konsolidierungen werden Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Währungsumrechnung
Die Vermögens- und Schuldposten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die ihre Abschlüsse in ausländischer Währung aufstellen, werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 308 a HGB am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.
Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung einschließlich des Jahresergebnisses
werden zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet.
Die sich ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in einen
gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals eingestellt. Eine Auflösung des Postens
erfolgt ergebniswirksam bei teilweisem oder vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis.
73
74
Bilanz und Erläuterungen Konzernanhang
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände – einschließlich der Geschäftsoder Firmenwerte – sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten
aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit
der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert der Anlagegüter über dem
Wert liegt, der ihnen am Abschluss-Stichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung
erfolgt linear über acht und 15 Jahre. Die voraussichtliche Nutzungsdauer der Geschäftsoder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung im Teilkonzern OBI Group Holding
GmbH, Wermelskirchen („OGH“), beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovations­
zyklus des OBI Marktauftrittes acht Jahre. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der
Kapitalkonsolidierung der anderen Gesellschaften werden über 15 Jahre entsprechend
der durchschnittlichen Laufzeit der Filialmietverträge abgeschrieben.
Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen resultieren sämtlich aus
dem Teilkonzern OGH und werden über einen Zeitraum von 15 Jahren (Inland) bzw.
zehn Jahren (Ausland) linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer für aus Vorjahren stammende Geschäfts- und Firmenwerte im Inland ist auf die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge der Marktgesellschaften zurückzuführen. Für die
ausländischen Gesellschaften stützt sich die Abschreibungsdauer auf einen Durchschnittswert aus landesspezifischen Marktzyklen unter Berücksichtigung der Mietvertragslaufzeiten.
Die Bewertung der Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen,
der übrigen Beteiligungen sowie der Wertpapiere erfolgt zu Anschaffungskosten des
Konzerns oder zu niedrigeren beizulegenden Werten.
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, erhöht oder vermindert um die anteiligen noch nicht vereinnahmten Ergebnisse der Gesellschaft und vermindert um planmäßige Abschreibungen des
aktiven Unterschiedsbetrags, bewertet. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der
Equity-Bewertung im Teilkonzern OGH werden aufgrund des durchschnittlichen
Innovationszyklus des OBI Marktauftrittes über acht Jahre planmäßig linear abgeschrieben. Sämtliche übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren
linear abgeschrieben.
Ausleihungen sind zum Nennwert bilanziert.
Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. niedrigeren Tagesoder Marktpreisen angesetzt. Lagerhaltungs- und Marktrisiken werden durch Wertabschläge berücksichtigt.
Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu
Nennwerten. Erkennbaren Einzelrisiken und dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch
angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Latente Steuern werden für sämtliche zukünftig abzugsfähigen bzw. zukünftig
zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und
steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungs-
Konzernanhang Bilanz und Erläuterungen
abgrenzungsposten ermittelt. Diese können zum einen aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, aus Anpassungen von Bilanzansätzen
an konzern­einheitliche Bilanzierung und Bewertung sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen entstehen. Zusätzlich zu diesen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden
werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Bei den Verlustvorträgen wird
darauf abgestellt, ob eine Nutzung innerhalb der auf das Berichtsjahr folgenden fünf
Geschäftsjahre zu erwarten ist. Die entsprechende Beurteilung erfolgt auf der Basis
einer Planungsrechnung, die sich aus historischen Erfahrungswerten, wirtschaftlicher
Entwicklung der Gesellschaft sowie des Umfeldes und sonstigen bekannten Trends
zusammensetzt. Bei neuen Erkenntnissen wird die Planung entsprechend angepasst.
Sofern aktive latente Steuern in Folgejahren voraussichtlich nicht realisiert werden können,
erfolgt eine Wertberichtigung. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wird von den
nach derzeitiger Rechtslage geltenden Steuersätzen zum Zeitpunkt der voraussichtlichen
Realisierung ausgegangen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, sofern sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Die Auswirkungen
von Steuersatzänderungen werden im Jahr der Gesetzesänderung ergebniswirksam
berücksichtigt.
Passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden grundsätzlich
in einem gesonderten Posten unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen und entsprechend den Vorschriften des § 309 Abs. 2 HGB fortgeschrieben.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected-UnitCredit-Methode“) ermittelt. Zukünftige erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen
werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von
jährlichen Anpassungen von 2,0 Prozent ausgegangen. Der Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beträgt unter Anwendung der Pauschalregelung
gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB zum 30. November 2011 5,14 Prozent bzw. zum
31. Dezember 2011 5,13 Prozent. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen
sieben Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Vermögensgegenstände, die gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nur der Erfüllung der
Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller Gläubiger
entzogen sind, sind in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts mit den Pensionsverpflichtungen zu verrechnen. Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von
T€ 178.702 wurden mit dem beizulegenden Zeitwert von Aktivwerten in Höhe von
T€ 941 verrechnet. Die Aktivwerte entsprechen den Zeitwerten. Zinsaufwendungen
in Höhe von T€ 73 (im Vorjahr T€ 599) wurden mit Zinserträgen in Höhe von T€ 46
(im Vorjahr T€ 50) verrechnet.
Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt
und berücksichtigen alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen
Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank
herausgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre
zum 31. Dezember 2011 abgezinst.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.
75
76
Bilanz und Erläuterungen Konzernanhang
Haftungsverhältnisse
31.12.2011
31.12.2010
T€
T€
Garantien und Bürgschaften
14.608
15.324
Bestellung von Sicherheiten
172.045
148.827
Patronatserklärungen
600
3.061
187.253
167.212
Die Bestellung von Sicherheiten resultiert im Wesentlichen (T€ 163.545; im Vorjahr T€ 140.327) aus der Übernahme des Delkredererisikos gegenüber Lieferanten im
Teilkonzern OGH. Dies betrifft Lieferantenverbindlichkeiten von Franchisepartnern in
Deutschland, Österreich und Bosnien.
Von einer Inanspruchnahme aus Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien
ist derzeit nicht auszugehen, weil die betreffenden Gesellschaften über ausreichende
Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung verfügen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
31.12.2011
31.12.2010
davon fällig
Mietverträge
Leasingverträge
Wartungsverträge
in
in einem bis
nach
insgesamt
einem Jahr
fünf Jahren
fünf Jahren
T€
T€
T€
T€
T€
4.319.168
603.664
1.867.397
1.848.107
4.185.774
225.027
35.381
107.974
81.672
339.066
42.006
23.112
16.334
2.560
46.931
27.106
22.564
4.542
0
24.877
20.000
12.000
8.000
0
32.000
insgesamt
Bestellobligo für Investitionen
in das Anlagevermögen
Verpflichtung aus
Abnahmeverträgen
Sonstige
576
159
318
99
187
4.633.883
696.880
2.004.565
1.932.438
4.628.835
Die OBI Group Holding GmbH, Wermelskirchen, hat nicht eingeforderte Einzahlungsverpflichtungen von T€ 3.216 (im Vorjahr T€ 4.623) auf Kommanditbeteiligungen.
Bestätigungsvermerk Bilanz und Erläuterungen
Bestätigungsvermerk
Zu dem vollständigen Konzernabschluss nebst vollständigem Konzernlagebericht wurde
der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:
„Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Mülheim an der Ruhr,
aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung,
Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Anhang – und den Konzernlagebericht für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung
von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen
Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.
Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine
Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungs­
mäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und
durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch
den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der
Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit
und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen
über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des
rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben
im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben
beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises,
der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzung der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des
Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere
Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“
Köln, den 23. Mai 2012
KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
SchumacherMohr
WirtschaftsprüferWirtschaftsprüferin
77
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Impressum
Kaiser’s
Tengelmann
Gesamt
Unternehmensgruppe Tengelmann
Public Relations
Wissollstraße 5– 43
45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 208 5806-7606
Telefax: +49 208 5806-7605
KiK
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
430.759
513
-3,4
2.158,3
-0,4
-0,4
17.882
-0,5
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Kroatien
public-relations@uz.tengelmann.de
www.tengelmann.de
Österreich
Verantwortlich für den Inhalt:
Sieglinde Schuchardt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
1.345.577
2.591
2,9
1.350,6
0,3
0,3
17.520
3,2
11.905
20
–
3,8
–
­–
129
–
124.636
253
1,2
190,8
-0,3
-0,3
1.422
2,1
Slowakei
33.275
54
28,6
30,5
37,4
37,4
303
11,0
Slowenien
26.227
44
7,3
34,7
9,1
9,1
234
4,9
Tschechien
82.153
145
20,8
62,1
14,6
11,3
747
-3,9
Ungarn
33.727
57
3,6
19,4
8,4
9,6
359
-1,1
Gesamt
1.657.500
3.164
4,6
1.691,9
1,7
1,6
20.714
3,5
OBI
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Bosnien-Herzegowina
Italien
Kroatien
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
2.628.351
343
0,9
3.620,6
2,0
2,0
22.836
1,0
13.837
3
0,0
17,8
-3,8
-3,8
205
-4,7
218.359
52
6,1
470,0
4,2
4,2
2.255
12,0
19.210
3
0,0
14,8
2,8
5,0
172
-0,6
Österreich
196.314
34
6,3
339,5
1,2
1,2
1.966
10,4
Polen
312.872
41
20,6
517,7
6,2
9,3
4.628
23,6
Rumänien
55.263
7
0,0
50,0
6,6
7,8
643
1,9
Russland
223.374
19
5,6
820,0
18,5
20,4
4.453
21,2
Schweiz
78.789
11
10,0
201,7
10,6
-1,2
683
9,3
100
Slowenien
48.200
7
0,0
66,2
-1,6
-1,6
433
3,6
Tschechien
215.547
32
6,7
350,2
1,8
-1,0
2.555
0,3
32.383
3
0,0
34,8
7,4
13,4
420
2,2
Jahre alt ist der älteste Teil des Firmensitzes der Unternehmensgruppe Tengelmann,
an dem 1912 die Schokoladenfabrik Wilhelm
Schmitz-Scholl in Betrieb ging.
Ungarn
159.786
24
-4,0
166,4
1,1
2,3
1.864
5,5
Gesamt
4.202.285
579
3,2
6.669,7
4,5
4,4
43.113
6,2
Ukraine
Sonstige
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Gesamt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
–
–
–
657,7
-8,8
-8,8
1.728
2,4
80
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Impressum
Kaiser’s
Tengelmann
Gesamt
Unternehmensgruppe Tengelmann
Public Relations
Wissollstraße 5– 43
45478 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 208 5806-7606
Telefax: +49 208 5806-7605
KiK
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
430.759
513
-3,4
2.158,3
-0,4
-0,4
17.882
-0,5
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Kroatien
public-relations@uz.tengelmann.de
www.tengelmann.de
Österreich
Verantwortlich für den Inhalt:
Sieglinde Schuchardt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
1.345.577
2.591
2,9
1.350,6
0,3
0,3
17.520
3,2
11.905
20
–
3,8
–
­–
129
–
124.636
253
1,2
190,8
-0,3
-0,3
1.422
2,1
Slowakei
33.275
54
28,6
30,5
37,4
37,4
303
11,0
Slowenien
26.227
44
7,3
34,7
9,1
9,1
234
4,9
Tschechien
82.153
145
20,8
62,1
14,6
11,3
747
-3,9
Ungarn
33.727
57
3,6
19,4
8,4
9,6
359
-1,1
Gesamt
1.657.500
3.164
4,6
1.691,9
1,7
1,6
20.714
3,5
OBI
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Deutschland
Bosnien-Herzegowina
Italien
Kroatien
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
2.628.351
343
0,9
3.620,6
2,0
2,0
22.836
1,0
13.837
3
0,0
17,8
-3,8
-3,8
205
-4,7
218.359
52
6,1
470,0
4,2
4,2
2.255
12,0
19.210
3
0,0
14,8
2,8
5,0
172
-0,6
Österreich
196.314
34
6,3
339,5
1,2
1,2
1.966
10,4
Polen
312.872
41
20,6
517,7
6,2
9,3
4.628
23,6
Rumänien
55.263
7
0,0
50,0
6,6
7,8
643
1,9
Russland
223.374
19
5,6
820,0
18,5
20,4
4.453
21,2
Schweiz
78.789
11
10,0
201,7
10,6
-1,2
683
9,3
100
Slowenien
48.200
7
0,0
66,2
-1,6
-1,6
433
3,6
Tschechien
215.547
32
6,7
350,2
1,8
-1,0
2.555
0,3
32.383
3
0,0
34,8
7,4
13,4
420
2,2
Jahre alt ist der älteste Teil des Firmensitzes der Unternehmensgruppe Tengelmann,
an dem 1912 die Schokoladenfabrik Wilhelm
Schmitz-Scholl in Betrieb ging.
Ungarn
159.786
24
-4,0
166,4
1,1
2,3
1.864
5,5
Gesamt
4.202.285
579
3,2
6.669,7
4,5
4,4
43.113
6,2
Ukraine
Sonstige
Verkaufsfläche
Filialen
Umsatz
Mitarbeiter
∆ in % z. Vj
Gesamt
in m2
Ist
∆ in % z. Vj
in Mio. €
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Ist
∆ in % z. Vj
–
–
–
657,7
-8,8
-8,8
1.728
2,4
80
Zahlen & Fakten
2011
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Umsatz
in Mrd. €
∆ in % z. Vj
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Deutschland
7,38
0,3
0,3
Europa
3,40
7,3
7,2
Summe
10,78
2,4
2,4
∆ in % z. Vj
Mitarbeiter
Deutschland
59.955
1,2
Europa
23.482
11,6
Summe
83.437
3,9
∆ in % z. Vj
Filialen
Deutschland
DIE UNTERNEHMENSGRUPPE TENGELMANN 2011
81
3.447
1,7
Europa
809
11,0
Summe
4.256
3,4
Heute arbeiten am Sitz der Unternehmenszentrale
Tengelmann mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holding und von 15 Tochtergesellschaften.
Ein Unternehmen
ohne Wurzeln ist wie ein
Mensch ohne Familie.
Allgemeine Hinweise
Der Konzernumsatz beinhaltet die Umsätze der Produktionsbetriebe,
bereinigt um die Innenumsätze.
Auf Grund von Rundungseffekten können Additionsdifferenzen auftreten.
Bericht über das 145. Geschäftsjahr
Angaben zu Mitarbeitern und Filialen sind bezogen auf den Stichtag
zum jeweiligen Geschäftsjahr.
Bei Auslandsgesellschaften wurden die durchschnittlichen Wechselkurse
der jeweiligen Berichtszeiträume zugrunde gelegt.
Was als Produktionsstandort begann, ist heute der
Hauptsitz der Unternehmensgruppe Tengelmann. Die
Planungen dazu starteten 1911. Ein Jahr später – im
Herbst 1912 – wurde der Traum von Karl SchmitzScholl, Sohn des Gründers der Unternehmensgruppe
Tengelmann, wahr: In seiner Schokoladenfabrik am
Standort Mülheim-Speldorf lief die Produktion an.
Bis 2003 wurden hier Schokolade und andere Süß­waren produziert.
Der Umwelt zuliebe wurde diese Publikation auf dem
umweltfreundlichen Papier „Galaxi Keramik FSC“ in
einem zertifizierten Druckhaus gefertigt.
www.tengelmann.de
In den 100 Jahren seit Standortgründung hat das
Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes in
Speldorf Wurzeln geschlagen.
Zahlen & Fakten
2011
Zahlen & Fakten
Geschäftsjahr 2011 (1. Januar 2011 – 31. Dezember 2011)
Umsatz
in Mrd. €
∆ in % z. Vj
∆ in % z. Vj
währungsbereinigt
Deutschland
7,38
0,3
0,3
Europa
3,40
7,3
7,2
Summe
10,78
2,4
2,4
∆ in % z. Vj
Mitarbeiter
Deutschland
59.955
1,2
Europa
23.482
11,6
Summe
83.437
3,9
∆ in % z. Vj
Filialen
Deutschland
DIE UNTERNEHMENSGRUPPE TENGELMANN 2011
81
3.447
1,7
Europa
809
11,0
Summe
4.256
3,4
Heute arbeiten am Sitz der Unternehmenszentrale
Tengelmann mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Holding und von 15 Tochtergesellschaften.
Ein Unternehmen
ohne Wurzeln ist wie ein
Mensch ohne Familie.
Allgemeine Hinweise
Der Konzernumsatz beinhaltet die Umsätze der Produktionsbetriebe,
bereinigt um die Innenumsätze.
Auf Grund von Rundungseffekten können Additionsdifferenzen auftreten.
Bericht über das 145. Geschäftsjahr
Angaben zu Mitarbeitern und Filialen sind bezogen auf den Stichtag
zum jeweiligen Geschäftsjahr.
Bei Auslandsgesellschaften wurden die durchschnittlichen Wechselkurse
der jeweiligen Berichtszeiträume zugrunde gelegt.
Was als Produktionsstandort begann, ist heute der
Hauptsitz der Unternehmensgruppe Tengelmann. Die
Planungen dazu starteten 1911. Ein Jahr später – im
Herbst 1912 – wurde der Traum von Karl SchmitzScholl, Sohn des Gründers der Unternehmensgruppe
Tengelmann, wahr: In seiner Schokoladenfabrik am
Standort Mülheim-Speldorf lief die Produktion an.
Bis 2003 wurden hier Schokolade und andere Süß­waren produziert.
Der Umwelt zuliebe wurde diese Publikation auf dem
umweltfreundlichen Papier „Galaxi Keramik FSC“ in
einem zertifizierten Druckhaus gefertigt.
www.tengelmann.de
In den 100 Jahren seit Standortgründung hat das
Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes in
Speldorf Wurzeln geschlagen.
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Automobil
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