close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

1 Schlafmedizinische Beratung durch den Betriebsarzt – Richtig

EinbettenHerunterladen
Schlafmedizinische Beratung
durch den Betriebsarzt –
Richtig, aber wie?
Der Traum vom guten Schlaf
Was passiert, wenn wir schlafen?
Dr.Tilmann Müller
Universitätsklinikum Münster
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Sektion Schlafmedizin
Leiter: Prof.Dr. med. P. Young
oder was Sie schon immer über
Schlaf wissen sollten.....
Falsche Vorstellungen über den
Schlaf:
- 8h Schlaf sind notwendig
- Der Schlaf vor Mitternacht ist.....
- Mindestens 50% Tiefschlaf
- Kein Aufwachen nachts
Schlaf als passiver
Zustand:
„Schlaf ist der Zustand
zwischen Wachsein und Tod“
Robert Mac Nish (The philosophy of Sleep, 1834)
• Sandmann und
Sensenmann
• Hypnos und
Thanatos
• „Entschlafen“
1
Kardiorespiratorische
Polysomnographie:
EEG
EOG
EMG
EKG
Atemfluss
Atemmuskulatur
Sauerstoffsättigung
Beinbewegungen
Ein Schlafzyklus = 90 Minuten
Im Alter:
„Schlafstatistik“:
10% Wach/Stadium 1
50% Stadium 2
20% Tiefschlaf
20% REM-Schlaf
Weniger
Tiefschlaf – mehr
Leichtschlaf
Häufigeres
Erwachen
Früheres
Aufwachen am
Morgen
2
Schlafdruck bzw. Prozeß „S“
Warum schläft
der Mensch?
Schlafregulation
Teil 1
Schlafdruck bzw. Prozeß „S“
Schlafdruck bzw. Prozeß „S“
Schlafdruck bzw. Prozeß „S“
Schlafdruck bzw. Prozeß „S“
3
Wie viel Schlaf braucht der Mensch?
Wie viel Schlaf braucht der Mensch?
„Nur Kinder,
Kranke, Dumme
und Frauen
brauchen mehr als
5 Stunden Schlaf“
Der Weltrekord im Schlafentzug:
Wie viel Schlaf braucht der Mensch?
10 Tage + Nächte ohne Schlaf
h
16
14
12
10
8
6
4
2
0
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Tage
Schlafentzug
Schlafentzug
Reaktionsfähigkeit und geistige
Leistungsfähigkeit nach 17-19h
Wachdauer sind vergleichbar der
bei einer Blutalkoholkonzentration
von 0.5 Promille
Reaktionsfähigkeit und geistige
Leistungsfähigkeit nach 20-25h
Wachdauer sind vergleichbar der
bei einer Blutalkoholkonzentration
von 1.0 Promille
Die meisten Nachtschichtarbeiter sind während
der ersten Nachtschicht > 24h wach.
4
Risiko –
Tagesschläfrigkeit:
• Jeder 4. Verkehrstote
• Schlafstörungen sind
häufiger Ursache von
Unfällen als Alkohol
• Krankhaftes
Schnarchen: 6-fach
erhöhtes Unfallrisiko
Sekundenschlaf: Pro Sekunde bei Tempo 100 = 28m „Blindflug“
Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit
(Epworth Sleepiness Scale)
Name:..............................................................................
Datum: .........................
Die folgende Frage bezieht sich auf Ihr normales Alltagsleben in der letzten Zeit:
Für wie wahrscheinlich halten Sie es, daß Sie in einer der folgenden
Situationen einnicken oder einschlafen würden, - sich also nicht nur müde
fühlen?
Auch wenn Sie in der letzten Zeit einige dieser Situationen nicht erlebt haben, versuchen Sie sich trotzdem
vorzustellen, wie sich diese Situationen auf Sie ausgewirkt hätten.
Benutzen Sie bitte die folgende Skala, um für jede Situation eine möglichst genaue Einschätzung
vorzunehmen und kreuzen Sie die entsprechende Zahl an:
0 = würde niemals einnicken
1 = geringe Wahrscheinlichkeit einzunicken
2 = mittlere Wahrscheinlichkeit einzunicken
3 = hohe Wahrscheinlichkeit einzunicken
Situation
Wahrscheinlichkeit
einzunicken
Im Sitzen lesend
Beim Fernsehen
Wenn Sie passiv (als Zuhörer) in der Öffentlichkeit sitzen (z.B. im
Theater oder bei einem Vortrag)
Epworth
SchläfrigkeitsFragebogen (ESS)
Erfassung der
Einschlafwahrscheinlichkeit in 8
verschiedenen
Alltagssituationen
Summenwert: 0-24
Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit
(Epworth Sleepiness Scale)
Name:..............................................................................
Die folgende Frage bezieht sich auf Ihr normales Alltagsleben in der letzten Zeit:
Für wie wahrscheinlich halten Sie es, daß Sie in einer der folgenden
Situationen einnicken oder einschlafen würden, - sich also nicht nur müde
fühlen?
Auch wenn Sie in der letzten Zeit einige dieser Situationen nicht erlebt haben, versuchen Sie sich trotzdem
vorzustellen, wie sich diese Situationen auf Sie ausgewirkt hätten.
Benutzen Sie bitte die folgende Skala, um für jede Situation eine möglichst genaue Einschätzung
vorzunehmen und kreuzen Sie die entsprechende Zahl an:
0 = würde niemals einnicken
1 = geringe Wahrscheinlichkeit einzunicken
2 = mittlere Wahrscheinlichkeit einzunicken
3 = hohe Wahrscheinlichkeit einzunicken
Situation
Wahrscheinlichkeit
einzunicken
Im Sitzen lesend
Beim Fernsehen
Wenn Sie passiv (als Zuhörer) in der Öffentlichkeit sitzen (z.B. im
Theater oder bei einem Vortrag)
Als Beifahrer im Auto während einer einstündigen Fahrt ohne
Pause
Als Beifahrer im Auto während einer einstündigen Fahrt ohne
Pause
Wenn Sie sich am Nachmittag hingelegt haben, um auszuruhen
Wenn Sie sich am Nachmittag hingelegt haben, um auszuruhen
Wenn Sie sitzen und sich mit jemand unterhalten
Wenn Sie sitzen und sich mit jemand unterhalten
Wenn Sie nach dem Mittagessen (ohne Alkohol) ruhig dasitzen
Wenn Sie nach dem Mittagessen (ohne Alkohol) ruhig dasitzen
Wenn Sie als Fahrer eines Autos verkehrsbedingt einige Minuten
halten müssen
Wenn Sie als Fahrer eines Autos verkehrsbedingt einige Minuten
halten müssen
Bitte nicht ausfüllen
Bitte nicht ausfüllen
Summe
Datum: .........................
Epworth
SchläfrigkeitsFragebogen (ESS)
Erfassung der
Einschlafwahrscheinlichkeit in 8
verschiedenen
Alltagssituationen
Summenwert: 0-24
Mehr als 10 Punkte?
Summe
Innere Uhren bestimmen, wann wir
einschlafen und wieder wach
werden
Warum schläft
der Mensch?
Schlafregulation
Teil 2
5
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Circa =
ungefähr
Dies = Tag
Circadian =
ungefähr 24h
Vorzeitiges Zubettgehen kann zu
Einschlafstörungen führen
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Exzessive Schläfrigkeit zum Zeitpunkt des
circadianen Tiefpunkts
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Schlaf nach Nachtschichten bei
aufsteigender Körpertemperatur: kürzere
Schlafdauer, schlechtere Schlafqualität
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Der „schlimmste“ Zeitpunkt: morgendliches
Früherwachen
Circadiane Rhythmik („Biorhythmus“)
Zur Synchronisation der verschiedenen
biologischen Rhythmen ist Regelmäßigkeit
die wichtigste verhaltensmedizinische
Maßnahme!
6
MorgenMenschen
AbendMenschen
„Lerchen“
„Eulen“
Stehen früh auf
Stehen ungern früh auf
Werden früh am
Abend müde
Werden erst spät am
Abend müde
„Chronohygiene“
• Regelmäßige Schlafzeiten
• Regelmäßige Essenszeiten
• Regelmäßiger Tagesablauf
• Ausreichend Tageslicht
Temperatur-Rhythmus bei Morgen- und
Abendmenschen
1. Schlaf ist ein aktiver Prozess
2. Der größte Teil der Nacht besteht
aus Leichtschlaf und dem aktiven
REMREM-Schlaf
3. Die Erholsamkeit hängt mehr von
der Schlafqualität als von der
Schlafdauer ab
Schichtarbeit
= Leben gegen die innere Uhr
4. Regelmäßigkeit (Zubettgeh(Zubettgeh- und
Aufstehzeiten) wäre für einen
gesunden Schlaf wichtig!
Nachts: Aktivität/Leistung zur Zeit der
körperlichen Ruheperiode
Tagsüber: Ausruhen zur Zeit der
körperlichen Aktivitätsphase
7
Wechselschicht/Nachtarbeit:
25% der Schichtarbeiter mit
Nachtschichten klagen über
Schlafstörungen mit gestörter
Vigilanz/Leistungsfähigkeit während der
Arbeitsphase (vs. 5-10% in der
Gesamtbevölkerung)
Folgen von Schichtarbeit
1.
Gestörte Leistungsfähigkeit – Gefahr
von Unfällen/Fehlern
2.
Gestörte Erholungsfähigkeit –
Befindlichkeitsstörungen und
gesundheitliche Konsequenzen
3.
Gestörtes Sozialleben (Familie,
Freunde, Hobbies)
Nachtarbeit:
30-40% geringere Produktivität
Folgen von Schichtarbeit
1.
Gestörte Leistungsfähigkeit – Gefahr
von Unfällen/Fehlern
2.
Gestörte Erholungsfähigkeit –
Befindlichkeitsstörungen und
gesundheitliche Konsequenzen
3.
Gestörtes Sozialleben (Familie,
Freunde, Hobbies)
Fahrfehler/Reaktionszeit in Abhängigkeit
von der circadianen Rhythmik
Ungewolltes Einschlafen zum Zeitpunkt
des circadianen Tiefpunktes
8
Und einige andere „Unfälle“...
Und einige andere „Unfälle“...
die auf Übermüdung/Schichtarbeit zurückgeführt werden
die auf Übermüdung/Schichtarbeit zurückgeführt werden
Tschernobyl
Tschernobyl
Harrisburg/Three
Harrisburg/Three Mile Island
Harrisburg/Three
Harrisburg/Three Mile Island
Challenger
Challengerwährend der
Power-Napping
Nachtschicht
verbessert Vigilanz &
Bhopal
Leistungsfähigkeit
Bhopal
Exxon Valdez
Exxonvor
Valdez
Kurzschlaf
der Nachtschicht
senkt Unfallhäufigkeit
Kann man sich an Nachtschichten
„gewöhnen“?
Relatives Unfallrisiko im Verlauf von vier
Nachtschichten
1,3
1,1
0,9
1
2
3
4
Nacht
Relatives Unfallrisiko im Verlauf von vier
Nachtschichten
Idealer Schichtplan?:
1,3
Wenige, maximal 3 Nachtschichten
Idealer Schichtplan:
- unzureichende Studienlage
1,1
- nur vereinzelte Nachtschichten oder
- wenige,
maximal 3 Nachtschichten
0,9
1
2
3
4
- Vorwärtsrotation:Nacht
Früh-Spät-Nacht
- Schlafdauer ist bei kurzer
Rotationsdauer kürzer (5,7h) als bei
längerer Rotationsdauer (6,4h)
9
Folgen von Schichtarbeit
Ideale Bedingungen:
1.
Gestörte Leistungsfähigkeit – Gefahr
von Unfällen/Fehlern
2.
Gestörte Erholungsfähigkeit –
Befindlichkeitsstörungen und
gesundheitliche Konsequenzen
3.
Gestörtes Sozialleben (Familie,
Freunde, Hobbies)
- Licht (> 2500 Lux) nachts verbessert Vigilanz
und Leistungsfähigkeit
- Vermeidung von Sonnenlicht nach der
Nachtschicht (insbesondere im Sommer)
verbessert die nachfolgende Schlafqualität
Gesundheitliche Folgen von
Schichtarbeit
Kurz- und mittelfristig:
•
Gestörter Schlaf (Dauer/Qualität)
•
Ermüdung
•
Appetitstörungen
•
Magen-Darm-Beschwerden
(Verstopfung/Durchfall/Sodbrennen)
•
Stimmung: Reizbarkeit, Stress,
Lustlosigkeit
Gesundheitliche Folgen von
Schichtarbeit
Langfristig: Erhöhtes Risiko für
•
Magen-Darm-Erkrankungen
•
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Umstritten: Erhöhtes Risiko für
•
Brustkrebs/Prostatakrebs
•
Diabetes
Einflussfaktoren - Schichtarbeit
Alter
Risikofaktoren für schlechte Anpassung
an Schichtarbeit
Morgen-AbendTypus
Ernährung
Geschlecht
Schlafqualität
StressBewältigung
Berufliche
Zufriedenheit
Fitness
•
•
•
Alter
Geschlecht
Morgen-/Abendtypus
Gesundheit
10
Temperatur-Rhythmus bei Morgen- und
Abendmenschen
Risikofaktoren für schlechte Anpassung
an Schichtarbeit
Morgen-Abend-Typus
Schlechtere Anpassung bei
Morgenmenschen:
• höhere Einschlafneigung nachts
• schlechterer Tagschlaf
Risikofaktoren für schlechte Anpassung
an Schichtarbeit
Risikofaktoren für schlechte Anpassung
an Schichtarbeit
Geschlecht:
Alter:
Höheres Schlafbedürfnis bei
Frauen
Zunehmende Tendenz Richtung
Morgenmensch
Mehrfachbelastungen:
Haushalt/Kinder
Abnehmende Flexibilität der
biologischen Rhythmik
Schlechtere Schlafqualität
Schlechtere Schlafqualität
Risikofaktoren für schlechte Anpassung
an Schichtarbeit
•
•
•
Kein Sport
Ungesunde Ernährung
Berufl. Unzufriedenheit
Besser Leben mit Schichtarbeit
Besser Leben mit Schichtarbeit:
Broschüre beim
Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK)
Abteilung Gesundheit
Kronprinzenstraße 6
45128 Essen
Bestellung: eiz@bkk-bv.de
Gekürzte Fassung auch im Internet
11
Wege der pharmakologischen Therapie
des Schichtarbeitersyndroms
1.
2.
3.
4.
Förderung des Ein- und Durchschlafens mit
Hypnotika
Vigilanz und Leistungsbesserung in den
Wachphasen mit Stimulanzien
Chronobiologische Therapie mit Melatonin
Antriebs- und Stimmungsstabilisierung mit
Antidepressiva
Wege der pharmakologischen Therapie
des Schichtarbeitersyndroms
Kritik:
Pharmakotherapie bei Schichtarbeit erhöht die
Belastungsschwelle des Schichtarbeiters für
inkompatible Belastungen ihres Schlaf-WachSystems
Dilemma:
„Kaputtschreiben“ oder medikamentös „über
Wasser halten
Medikamente bei Schlafstörungen
Medikamente bei Schlafstörungen
• Klassische Benzodiazepine (z.B. Flurazepam)
• Benzodiazepinrezeptoragonisten (z.B. Zolpidem)
• Antidepressiva (z.B. Trimipramin)
• Neuroleptika (z.B. Melperon)
• Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin)
• Alkoholderivate (z.B. Chloralhydrat)
• Phytotherapeutika (z.B. Baldrian)
• „Endogene“ Schlafsubstanzen (z.B. Melatonin)
• Klassische Benzodiazepine (z.B. Flurazepam)
• Benzodiazepinrezeptoragonisten (z.B. Zolpidem)
• Antidepressiva (z.B. Trimipramin)
• Neuroleptika (z.B. Melperon)
• Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin)
• Alkoholderivate (z.B. Chloralhydrat)
• Phytotherapeutika (z.B. Baldrian)
• „Endogene“ Schlafsubstanzen (z.B. Melatonin)
Hypnotika: Nachteile
Hypnotika bei Nachtschichtarbeit
1. Gefahr des Mißbrauchs & der Abhängigkeit
1. Kurzwirksame Substanzen verwenden
2. Unzureichende Wirkung bei chronischen
(Zopiclon, Zolpidem, Zalepon – Wirkdauer: 3 - 6h)
Schlafstörungen
2. Einnahmehäufigkeit auf maximal 2-3x/Woche
3. Wirkungsverlust bei Langzeittherapie
beschränken, um Gewöhnung zu vermeiden
4. Attributionale Effekte: „Ich schlafe nur, weil
3. Klare Indikation: z.B. nur bei Nachtschicht
ich die Pille nehme“
4. Konsequente „Schlafhygiene“ (siehe „Besser
Leben bei Schichtarbeit“)
12
Alkohol als Schlafhilfe?
Stimulanzien bei Nachtschichtarbeit
1. Schlafdrittel:
- Leichteres Einschlafen
- REM-Supression
2005-2011:
- Vermehrte Atemdepression
Modafinil (Vigil) für Schichtarbeit zugelassen
2. Schlafhälfte:
- Vermehrte Bewegungsdichte
- Erhöhte Aufwachhäufigkeit
-REM-Rebound
-Insgesamt geringere
Erholsamkeit
- keine Gewöhnung, keine Abhängigkeit
- nicht psychostimulierend (kein „High“-Gefühl)
- 100 – 200mg vor der Nachtschicht
- inzwischen keine Indikation mehr!
Stimulanzien bei Nachtschichtarbeit
Koffein:
Wirkdauer 4-6h!
Individuelle Wirkung beachten:
(bei 10-20% der Menschen macht Koffein
müde; in Kombination mit Kontrazeptiva ggf.
verlängerte Wirkdauer bis zu 10h)
Je weniger Kaffee/Tee Sie im Allgemeinen
trinken, desto bester kann Koffein seine
wachmachende Wirkung entfalten
Pharmakotherapie:
Neue Wirkstoffe
Koffein:
200-300mg Koffein (2-3 Tassen starker Kaffee)
um 23 Uhr verbessern signifikant Leistung und
Wachheit nachts – trotzdem Leistungsabfall in
den frühen Morgenstunden
Koffein in der zweiten Nachthälfte verkürzt die
Dauer des Tagschlafes und dessen Qualität
Melatoninagonisten:
- Ramelteon (Rozerem® - nur in USA; Insomnie)
- Agomelatin (Valdoxan®; Depression)
Retardiertes Melatonin:
- Circadin® 2mg (ab 55 Jahren; Insomnie)
13
Der Suprachiasmatische Nucleus (SCN)
als Hauptoszillator der
Circadianrhythmik
SCN-Aktivität =
Wachheit
Melatonin
• Ist ein Chronotherapeutikum und kein Hypnotikum!
• Die Wirkung ist abhängig von der Phasenlage
(Phase-Response-Kurven beachten):
Licht
MT-1-Rezeptor:
SCN-Aktivität
Melatonin
MT-2-Rezeptor:
a) schlafanstoßende MT1-Rezeptoren sind hpts.
während der Dunkelphase aktiv
b) Phasenverschiebende MT2-Rezeptoren sind hpts.
zu Beginn und Ende der Dunkelphase aktiv:
Phase-shift
Einfluss von Licht und Melatonin auf
den Schlaf-Wach-Rhythmus
Melatonin
Melatonin
Licht
Schläfrigkeit und
Schlafstörungen sind bei
Nachtschichtarbeit häufig,
aber die Ursachen können
auch eigenständige
Schlafstörungen sein!
• Unzureichende Datenlage bei
Schichtarbeitersyndromen (probieren geht über
studieren?)
• Ggf. sinnvoll zur Vorverlagerung der Schlafphase
vor Frühschichten bei Abendtypen?
Schlafstörungen – wenn die
Nacht zum Alptraum wird.
14
Internationale Klassifikation der Schlafstörungen
(ICSD-2, 2005)
Internationale Klassifikation der Schlafstörungen
(ICSD-2, 2005)
• Insomnien
• Insomnien
• Schlafbezogene Atmungsstörungen
• Schlafbezogene Atmungsstörungen
• Andere Hypersomnien
• AndereSchlafapnoe-Syndrom
Hypersomnien
• Circadiane Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen
• Circadiane Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen
• Parasomnien
• Parasomnien
• Schlafbezogene Bewegungsstörungen
InsomnieBewegungsstörungen
• Schlafbezogene
Restless-Legs-Syndrom
Insgesamt über 80
Diagnosen!
Häufigkeit: Schnarchen
• 2020-50% der Menschen
jenseits des 50. Lebensjahres
schnarchen ...
Insgesamt über 80
Diagnosen!
Häufigkeit: Krankhaftes
Schnarchen (2(2-5%):
• Lautes Schnarchen
• Atempausen
• tagsüber schläfrig
Fallbeispiel
Ein Schnarcher im Schlaflabor
chrrrrr
15
Kollaps des
Atemwegs bzw.
„Obstruktion“
Krankhaftes
Schnarchen:
Apnoe = Atempause > 10sec
Hypopnoe = Atemabflachung > 50%
AHI = Anzahl Apnoen/
Apnoen/Hypopnoen pro Stunde
Krankhaftes
Schnarchen:
Krankhaftes
Schnarchen:
AHI < = 5/h: normal
AHI >= 10/h: krankhaftes Schnarchen
AHI 5 - 10/h: je nach Einzelfall
Obstruktives SchlafapnoeSchlafapnoe-Syndrom
AHI >= 10/h: krankhaftes Schnarchen
Krankhaftes
Schnarchen:
Und die Folgen ...???
„OSAS“
Krankhaftes
Schnarchen:
Folgen:
Unerholsamer Schlaf
16
Schlafprofil eines Schnarchers
Krankhaftes
Schnarchen:
Folgen:
Unerholsamer Schlaf
• Schlafdauer: 8h
• Tiefschlaf: 0 min
• Aufwachen: 46 Mal
• AHI 82/h
• Minimale Sättigung 52%
Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit
(Epworth Sleepiness Scale)
Name:..............................................................................
Datum: .........................
Die folgende Frage bezieht sich auf Ihr normales Alltagsleben in der letzten Zeit:
Für wie wahrscheinlich halten Sie es, daß Sie in einer der folgenden
Situationen einnicken oder einschlafen würden, - sich also nicht nur müde
fühlen?
Auch wenn Sie in der letzten Zeit einige dieser Situationen nicht erlebt haben, versuchen Sie sich trotzdem
vorzustellen, wie sich diese Situationen auf Sie ausgewirkt hätten.
Benutzen Sie bitte die folgende Skala, um für jede Situation eine möglichst genaue Einschätzung
vorzunehmen und kreuzen Sie die entsprechende Zahl an:
0 = würde niemals einnicken
1 = geringe Wahrscheinlichkeit einzunicken
2 = mittlere Wahrscheinlichkeit einzunicken
3 = hohe Wahrscheinlichkeit einzunicken
Situation
Wahrscheinlichkeit
einzunicken
Im Sitzen lesend
Beim Fernsehen
Wenn Sie passiv (als Zuhörer) in der Öffentlichkeit sitzen (z.B. im
Theater oder bei einem Vortrag)
Epworth
SchläfrigkeitsFragebogen (ESS)
Erfassung der
Einschlafwahrscheinlichkeit in 8
verschiedenen
Alltagssituationen
Summenwert: 0-24
Krankhaftes
Schnarchen:
Unmittelbare Folgen:
Unerholsamer Schlaf
Tagesschläfrigkeit
Morgendliche Kopfschmerzen
Als Beifahrer im Auto während einer einstündigen Fahrt ohne
Pause
Wenn Sie sich am Nachmittag hingelegt haben, um auszuruhen
Mehr als 10 Punkte?
Wenn Sie sitzen und sich mit jemand unterhalten
Tagesschläfrigkeit
KonzentrationsKonzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen
Wenn Sie nach dem Mittagessen (ohne Alkohol) ruhig dasitzen
Depressive Verstimmung
Wenn Sie als Fahrer eines Autos verkehrsbedingt einige Minuten
halten müssen
Potenzstörungen
Bitte nicht ausfüllen
Summe
Krankhaftes
Schnarchen:
Mittelfristige Folgen:
Blutdruckentgleisungen
Krankhaftes
Schnarchen:
Langfristige Folgen:
Bluthochdruck
Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt
und Schlaganfall (60-90%)
Blutzuckerentgleisungen/Diabetes
Verkürzte Lebenserwartung
Atemnot bei Belastung
17
Krankhaftes
Schnarchen:
Symptome beachten!:
• lautes Schnarchen
• Atempausen
90%
• tagsüber schläfrig
Risiko abklären lassen!
Obstruktive Schlaf-Apnoe:
Therapie
Ambulante Voruntersuchung
(„Screening“) bei einem
Schlafmediziner
CPAP-Therapie
Restless-Legs-Syndrom
(continuous positive airway pressure)
50% idiopathisch; 50% symptomatisch
Leitsymptome:
• Missempfindungen in den Beinen
(Kribbeln, Ziehen)
• Bewegungsdrang
• Bevorzugt in Ruhe auftretend
• Ein- und Durchschlafstörungen
• Tagesschläfrigkeit
18
PLMS (periodic leg movement syndrom)
Restless-Legs-Syndrom
Therapie:
• L-Dopa (z.B. Restex + Restex ret.)
• Dopaminagonisten (Sifrol, Adartrel)
Periodische Beinbewegungen im Schlaf (2 min) mit
nachfolgender Weckreaktion
Primäre Insomnie
psychogene, psychophysiologische,
psychoreaktive, psychosomatische,
funktionelle Insomnie
Informationen zum Thema
Schlafstörungen:
www.schlafgestoert.de
19
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
4
Dateigröße
3 028 KB
Tags
1/--Seiten
melden