close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

1. Vor der OP (Arm oder Fuss) Diejenigen, die - fms-bauer.com

EinbettenHerunterladen
Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer, Falkenweg 1, CH-6340 Baar (ZG), Schweiz
Informationen und Verhaltensweisen vor und nach der FMS-Operation
1. Vor der OP (Arm oder Fuss) Diejenigen, die blutverdünnende Mittel wie z.B. Aspirin (ASS), Marcumar o.Ä. nehmen, bitte 5 bis 6 Tage vor der OP absetzen. Neue Patienten: Bitte Bluttest (Quick, nicht älter als 3 ‐ 5 Tage) mitbringen. Aufklärungs‐ und Anamnesebogen – nur sofern bereits erhalten – bitte ausfüllen und ebenfalls mitbringen. Bitte beachten Sie bei der Hotelreservierung, dass Sie am Tag nach der Operation vormittags zur Kontrolle und zum Verband‐
wechsel kommen müssen. Wichtig: Falls eine Schwangerschaft vorliegt, ist eine Operation ausgeschlossen! 2. Allgemein Lassen Sie sich von Ärzten nicht verunsichern, die über diese Methode nicht informiert sind und sich auch nicht informieren wollen! FMS ist eine organische Erkrankung, die nur chirurgisch behandelbar ist. Es muss ausdrück‐
lich betont werden, dass die Fibromyalgie keine psychosomatische Erkrankung ist. Zwischenzeitlich sind ‐ in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. KH. Wurster – die histopathologischen Proben von Patienten wissenschaft‐
lich untersucht worden. Es ist dabei eindeutig zu ersehen, dass es sich bei dem Fibromyalgiesyndrom um die Folge multipler Kompressionserscheinungen an vielfältigen Nervenenden und Nervenästen handelt. Die soma‐
tische Entstehung ist somit histopathologisch bewiesen. Geht man von der Akupunkturlehre aus sowie von der Überlegung, dass die anatomischen Stellen der entsprechenden Akupunkturpunkten Störungen durch Verkle‐
bung und nachfolgendem Druck erleiden, verursachen die betroffenen (= erkrankten) Akupunkturpunkte Regu‐
lationsstörungen, deren äusserlicher Ausdruck die sog. somatoformen Störungen sind, charakterisiert durch nicht erklärbare körperliche Beschwerden, die mindestens sechs Monate bestehen. 3. Oberer Quadrant (OP am Arm) Nach der Operation die Anweisungen im OP‐Bericht korrekt einhalten. Der Hautverschluss erfolgte mittels Intrakutannaht mit resorbierbarem Faden, varihesiven Pflaster und Druck‐
verband. Das varihesive Pflaster soll solange wie möglich auf der Wunde gelassen werden. Löst er sich an der Ecke ab oder tritt Flüssigkeit aus, muss es entfernt werden und die Wunde muss dann mit einem sterilen Pfla‐
ster bedeckt werden. Pflasterwechsel in dreitätigen Abständen. 14 bis 20 Tage nach der OP den varihesiven Pflaster ggf. den sterilen Pflaster (CUTIPLAST steril) von oben nach unten – in Richtung der Wunde abziehen (siehe auch unter Punkt 9 „Nochmals“). Ab dem 17. Tag darf die Wunde mit Wasser in Berührung kommen (waschen, duschen). Bitte keine Salbe oder Creme oder dergleichen auf die Wunde geben. 4. Weiteres Vorgehen Ab dem 2. Tag nach der Operation sind vorsichtige Bewegungsübungen erlaubt. Bitte beachten Sie: Bewegen bedeutet nicht belasten! Diese Übungen 5 mal am Tag für 2‐3 Minuten durchfüh‐
ren. Gehen Sie dabei wie folgt vor: 1) Zeigefinger zur Nase führen 2) Den Arm hängen lassen 3) Bei angewinkeltem Arm eindrehen und ausdrehen 4) Mit den Fingern Faust machen und wieder strecken 5) Fingerübungen wie beim Violinespielen 6) Schulter bewegen: anheben und sinken lassen = "Ententanz" Ab dem 8. Tag nach der Operation soll der Arm langsam steigernd trainiert werden. Diese Trainingseinheiten werden nur einmal am Tag ausgeführt. Beispiel: 8. Tag: 1 Liter – 3 Minuten lang in einer Tragetasche tragen 9. Tag: 1 Liter – 5 Minuten 10. Tag: 2 Liter – 3 Minuten 11. Tag: 2 Liter – 5 Minuten 12. Tag: 3 Liter – 3 Minuten ... ... und so weitermachen, den täglichen Aktivitäten angepasst. Dabei nicht über die Schmerzgrenze gehen. Sollten Sie 6 Wochen nach der Operation nicht in der Lage sein, den Arm in allen Richtungen zu bewegen, und den Arm ohne Einschränkungen über dem Kopf zu heben, dann haben Sie etwas falsch gemacht, den Arm nicht richtig oder zu wenig bewegt und brauchen Hilfe eines Kran‐
kengymnasten. Die Aufgabe des Krankengymnasten ist es, zuerst die volle Bewegungsfreiheit des Armes wieder herzustellen. Wenn Sie 6 Wochen nach der Operation nicht in der Lage sein sollten, 3 Liter Milch in einer Ta‐
sche 5 Minuten lang zu tragen, haben Sie vermutlich die Übungen nicht gewissenhaft ausgeführt und leiden unter Muskelschwund (Muskelatrophie). Der Krankengymnast muss die Muskeln langsam wieder aufbauen. Im Laufe der ersten 2 bis 3 Monate nach der OP keine schweren Hausarbeiten verrichten wie z.B.: Staubsau‐
gen, Fensterputzen, Bügelarbeiten, schwere Lasten tragen oder heben, Gartenarbeiten, Autofahren. Lassen Sie die operierte Seite zur Ruhe kommen, um den Erfolg der Operation zu gewährleisten. Beim Nichteinhalten dieser und der nachfolgenden Regeln und Verhaltensweisen wird der Erfolg der OP gestört, verzögert oder er bleibt ganz aus. FMS-pOp-DE.doc (Version 08-2012)
1
Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer, Falkenweg 1, CH-6340 Baar (ZG), Schweiz
Informationen und Verhaltensweisen vor und nach der FMS-Operation
5. Wetterwechsel können sogenannte "Spitzen" auslösen, die sich aber wieder ausschleichen 6. Der eventuell "hängende Finger" (D3/D4) beruht auf einer Überdehnung des Muskels am Unterarm, der sich aber nach ca. 4 bis 8 Wochen zurückbildet – wichtig dabei ist, die Fingerübungen weiter zu führen. 7. Schmerzmittel, die Sie vor der OP eingenommen haben nehmen Sie bitte weiter ein, auf gar keinen Fall abrupt absetzen, sondern ganz langsam ausschleichen. 8. Kein Grund zur Sorge ist eine sog. "Erstverschlimmerung", die unter Umständen eintreten könnte. Diese reduziert sich, wenn Sie sich an die Vorgaben halten. Wirkeintritt unterschiedlich. Bei einigen innerhalb weniger Tage, bei anderen erst nach Monaten bis zu einem Jahr, in Einzelfällen auch länger – mit Höhen und Tiefen – bis sich der Erfolg ein‐
stellt. Sollte sich nach 12 Monaten kein Erfolg einstellen, bitte zur Nachuntersuchung anmelden. 9. Nochmals Auf die frische Wunde keine Salbe, Creme oder Tinkturen! Nur mit sterilem Pflaster abdecken (CUTIPLAST steril). Die Gel‐Kompresse (z.B. VARIHESIVE) sollte solange sie sich nicht abhebt, auf der Wunde bleiben. Die Fäden am Arm lösen sich von selbst auf. Die helle, weisse Flüssigkeit über der Wunde ist körpereigenes Fibrin, welches die Wundheilung anregt. Falls sich die Gelkompresse ablöst – nur von oben nach unten, also in Rich‐
tung der Wunde abziehen, niemals quer zum Schnitt! Weiter dann mit sterilem CUTIPLAST Verband. NICHT duschen, waschen oder Feuchtigkeit auf die Wunde bringen. Sollte ein Fadenende aus der Naht herausschau‐
en, mit einer sterilen Pinzette leicht anheben und mit ebenfalls steriler Schere abschneiden (Hausarzt). Weder ziehen noch reissen! 10. Unterer Quadrant (OP am Fuss) ‐ Nach der Operation die Anweisungen am OP‐Bericht korrekt einhalten. Während der ersten 20 Tage nach der Operation dürfen Sie nur wie ein Storch oder ein Flamingo gehen: Knie heben und dann flach auf die flache Sohle des Fusses auftreten, den Fuss im Knöchel weder drehen noch rollen. Die Wunde jeden 3. Tag mit CUTIPLAST verbinden, nicht auf die Wunde fassen. Die Fäden vom Hausarzt ziehen lassen – genaue Angaben dazu stehen in Ihrem OP‐Bericht. Mit dem Duschen warten Sie noch einen Tag, nachdem die Fäden gezogen worden sind. Ab dem 21. Tag ‐ auf gar keinen Fall aber nicht bevor alle Nähte entfernt worden sind ‐ sollten Sie anfangen "normal" zu laufen d.h. das Knie zu beugen und den Fuss abzurollen. Nach Entfernung aller Nähte mit dem Trainieren langsam anfangen. Das bedeutet: Gehen Sie am ersten Tag 5 Minuten lang spazieren, am fol‐
genden Tag 7 Minuten lang, dann wieder am nächsten Tag 10 Minuten und so weiter. Das Training sollte richtig dosiert sein, d.h. es ist von der möglichen Reaktion des operierten Fusses abhängig und darf nie über die Schmerzgrenze gehen. Das Ziel sollte sein, innerhalb 4 – 6 Wochen nach der Operation eine Stunde lang gehen zu können. Den Fuss öfters hochlegen, es verhindert Schwellungen. Vermeiden Sie Überbelastung durch zu langes Stehen oder Gehen. Wenn Sie sich weniger als empfohlen bewegen, brauchen Sie mehr Zeit, um die volle Beweglichkeit wieder zu erlangen (6 Monate oder mehr). Wenn Sie zu viel machen und z.B. ohne das Training richtig zu dosieren, Radfahren oder andere Sportarten betreiben, riskieren Sie Schmerzen im Knöchel durch Überdehnung der Haut. Auch riskieren Sie dabei, dass eine harte, rote, schmerzhafte Narbe einsteht ‐ eine sogenannte "Keloid‐Narbe". Das Keloid erfordert eine Behandlung mit hydrocortisonhaltiger Narbencreme (Salbe) z.B. Ebenol oder Contractubex oder Kelofibrase (enthalten Heparin) oder mit einem Silicon‐Gel (z.B. Dermatix). Eine regelmässige leichte Massage macht die Narbe weich, auch die Schmerzen werden dadurch weniger. Fragen Sie bei Ihrer Apotheke oder Ihrem Hausarzt nach entsprechenden Salben, die in Ihrem Land auf dem Markt sind. Verboten sind alle Behandlungen wie Laser‐Therapie (wegen der kleinen Nerven in der Tiefe), Spritzen oder Nachoperationen. Bis das Keloid sich verliert, könnten 6 ‐ 12 Monate vergehen. ‐ Narbenpflege wie unter 12. beschrieben. 11. Allgemein, weiteres Vorgehen usw. ‐ Im Falle einer Rötung legt man auf die Wunde 1 Paar sterile Kompressen und gibt 40 %igen Isopropylalkohol darüber – bis die Kompressen gut nass sind. Dann wartet man 5 – 10 Minuten bis der ganze Alkohol abge‐
dampft ist. Danach entfernt man die Kompressen und gibt über die Wunde das sterile Pflaster Cutiplast. Diesen Vorgang wiederholt man am ersten Tag 2‐3 Mal, dann jeweils nur 1 Mal täglich. Die Alkohol‐Umschläge macht man in der Regel5 Tage lang.) Falls nach Beginn mit den Alkoholumschlägen sich nach dem ersten Tag keine Besserung einstellt, sollte man einen Chirurgen oder Hausarzt aufsuchen. Sehr zu empfehlen bei leichten Ent‐
zündungen ist Nebacetin‐Puderspray. ‐ Ein Ödem (Schwellung) am 3. oder 4. Tag nach OP ist normal und verschwindet am 6. oder 7. Tag nach OP von selbst. ‐ Die Bewegungsübungen (siehe weiter oben) sollten unbedingt gemacht werden, weil sie wie eine „innere“ Lymphdrainage wirken 12. Die Pflege der Wunde Nach 3 bis 4 Wochen können Sie mit der Narbenpflege beginnen. Vergewissern Sie sich, dass die Wunde ganz verheilt /verschlossen) ist. Nehmen Sie am besten Johanniskraut‐Öl und streichen damit leicht über die Narbe in Richtung Herzen – so wird das Narbengewebe aufgelockert, der Lymphflüssigkeitfluss verbessert und die Haut gleichzeitig durch das Öl gepflegt. FMS-pOp-DE.doc (Version 08-2012)
2
Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer, Falkenweg 1, CH-6340 Baar (ZG), Schweiz
Informationen und Verhaltensweisen vor und nach der FMS-Operation
Zusätzlich (oder abwechselnd) können Sie auch Schwedenkräuter‐Elixier nehmen und die Narbe damit früh und abends abtupfen – aber keine Umschläge bitte ! ! ! NICHT trinken !!! 13. Nicht erlaubt sind in Laufe der ersten 2 – 3 Monate jede Art von Sport, Schwimmen, Jogging, Walking, Fittness‐Training oder Heimtrainer. Gehen Sie statt dessen einfach spazieren. Vorsicht ist geboten bei Behandlungen wie Akupunktur, Iontophorese, Massagen, Magnet‐ und Laser‐Therapie, Elektro‐ oder Ultraschallbehandlungen, Tenstherapie (Transkutane elektrische Nervenstimulation auch TENS (= Applikation elektrischer Impulse, die durch die Haut auf die Nerven einwirken, um Schmerzen zu vermeiden oder zu lindern), Neuraltherapie (= Quaddeln). Dadurch könnten Schübe ausgelöst werden, die dann auf andere Quadranten übergreifen. 14. Erlaubt sind dagegen alle eventuell notwendigen (Vorsorge‐)Untersuchungen, die anfallen könnten: Kernspinntomographie (MRT), Computertomographie (CT) Röntgen, Mammographie (auch mit Kontrastmitteln) sowie Ultraschall zur Untersuchungszwecken (z.B. bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen). 15. Bitte daran denken ‐ bei einer OP am Arm, einen weiten Pulli oder T‐Shirt mitzunehmen. Desweiteren ist Mitnahme eines Schals oder Hals‐tuches zu empfehlen, damit man den operierten Arm stützend darin aufhängen kann – zur Operation mitnehmen !!! ‐ bei einer OP am Bein, eine Hose mit weitem Bein oder eine Trainingshose mit Reissverschluss mitzunehmen. 16. Wichtig Bei 60% der Patienten genügt eine einzige OP, um in ca. 1 Jahr ‐ manchmal auch länger ‐ Beschwerdefreiheit zu erlangen. Bei 25% der Patienten ist nach Ablauf eines Jahres eine weitere OP nötig, in 5% der Fälle müssen alle 4 Quadranten nach und nach operiert werden. Professor Bauer ist ermächtigt – auch als Privatarzt – Krankmeldungen auszustellen (siehe dazu BAG Urteil vom 01.10.97 ‐ 5 AZR 726/96). Rechnungen reichen Sie bei der Krankenkasse ein, bei Ablehnung können Sie Wider‐
spruch einlegen. 17. Kontakt Sekretariat + Administration Telefon: 0041 (0)41 763 1660 • Fax: 0041 (0)41 763 1661 • eMail: office@fms‐bauer.ch 18. Kontakt FMS‐Patientenhilfe Deutschland e.V. Telefon: 0049 (0)931 452 8920 • Fax: 0049 (0)931 452 8921 19. BITTE BEACHTEN SIE Diese Hinweise sind allgemein – genaue, individuelle Angaben Ihren Fall betreffend, stehen im OP‐Bericht. Zusatz zur Patientenaufklärung bei Op oberer und unterer Quadrant Liebe Patientin, lieber Patient, Sie werden an einem Unterarm bzw. Fuss‐Innenknöchel operiert. Die Operation findet ambulant statt. Das bedeutet, dass Sie nach der Kontrolle am Tag nach der OP, dem Verbandswechsel und bei intakten Wundver‐
hältnissen nach Hause fahren dürfen. Sie alleine übernehmen dann bis zum Abheilen der Wunde und Fädenziehen am 14. bis 17. Tag pOP eigenverant‐
wortlich die weitere Pflege. Wie und wann man die Verbände wechselt, was zu beachten und was zu vermei‐
den ist, zeigen wir Ihnen. Ausser dieser schriftlichen Anweisung erhalten Sie auch Telefonnummern, unter denen Sie uns erreichen kön‐
nen. Sollten niemand persönlich zu erreichen oder der Anschluss besetzt sein, sprechen Sie bitte auf den An‐
rufbeantworter Ihren Namen und Telefonnummer, unter der Sie tagsüber zu erreichen sind. Wir hören den Anrufbeantworter regelmässig ab und rufen dann sobald wie möglich zurück. Leider haben wir die Erfahrung machen müssen, dass weniger erfahrene Nachbehandler ‐ auch Fachärzte ‐ nicht gewohnt sind, Verbände zu wechseln, Fäden zu ziehen oder gar mit einer leicht entzündeten Wunde umzugehen. Möchten Sie ganz sicher gehen, dass aller richtig gemacht wird und die postoperative Heilung ohne Komplika‐
tionen abläuft, ist es unbedingt erforderlich, dass Sie die nachfolgenden Anordnungen genau befolgen. 1.
Es ist unerheblich, ob der Nachbehandler versteht, was gemacht wurde. Es geht ausschliesslich nur um den Umgang mit der heilenden sterilen Wunde. Dies muss jeder approbierte Arzt beherrschen! Beispiel: Zum Behandeln und Fädenziehen einer Wunde nach Herz‐Operation muss man nicht Herzchirurg sein oder am Herzen operieren können. FMS-pOp-DE.doc (Version 08-2012)
3
Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer, Falkenweg 1, CH-6340 Baar (ZG), Schweiz
Informationen und Verhaltensweisen vor und nach der FMS-Operation
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Beim Verbandswechsel muss das Pflaster mit der sterilen unberührten Auflage auf die Wunde gelegt werden, nicht die unsterile Klebefläche der Umrandung. Weil die Wunde bis zur Ferse reichen kann, ist darauf zu achten, dass sich das Pflaster beim Anziehen der Socken nicht aufrollt oder sich beim (vorsichtigen) Gehen ablöst. Dazu dient die steigbügelartige Verstärkung mit Heftpflaster, das so anzubringen ist, wie wir es Ihnen zeigen. Wird die Wunde an einer Stelle rot, sind zuerst Alkoholumschläge angezeigt, die Ihnen erklärt werden. Geht die Rötung in 1‐2 Tagen nicht zurück, müssen die wenigen Fäden , die von der Rötung umgeben sind, gezogen werden – ohne die 14 bzw. 17 Tage abzuwarten, kleine Eiterpusteln in den Stichkanälen werden dadurch geöffnet und bedürfen keiner besonderen Behandlung. Die sofortige Verabreichung von Antibiotika ist bei diesen kleinen oberflächlichen Infektionen keinesfalls erforderlich. Ist die gesamte Naht gerötet, muss jeder 2. Faden gezogen werden. Sie benötigen auch ein Antibioti‐
kum. Auf keinen Fall sollten alle Fäden auf einmal gezogen werden, weil sonst die Wunde aufgeht. Dar‐
über, ob alle Fäden zu ziehen sind, sollte ein Chirurg entscheiden. Auf keinen Fall darf eine Kanüle zur Spülung oder eine Tamponade, z.B. ein Gazestreifen, eingebracht werden. Die Spülung verteilt eventuell eingetretene Keime erst recht, auch wenn sie antiseptisch ist. Die Tamponade lässt die Flüssigkeit nicht ablaufen. Die gerötete oder entzündete Wunde sollte nicht überstürzt künstlich gespreizt und/oder ausgetastet werden. In der Regel geht sie nach Ziehen der Fäden in ausreichendem Masse auf und lässt die Flüssig‐
keit der Entzündung ablaufen. Die so offene Wunde wird dann alle 3 Tage mit einem Verband mit reich‐
lich Lexersalbe versehen. Die Wunde schliesst sich dann von selbst. Die sich im weiteren Verlauf evt. entwickelnde Narbenreaktion geht mit einer mehr oder weniger aus‐
geprägten Störung und Schwellung des Narbenbereiches einher und ist von individuellen Faktoren (zu‐
wenig oder zuviel Belastung u.Ä.) abhängig. Auf keinen Fall darf diese Narbenreaktion, die sogar mehre‐
re Wochen bestehen kann, mit einer Infektion verwechselt werden. Unsere frühen funktionellen krankengymnastischen Übungen müssen unbedingt durchgeführt werden, weil nach Dekompression von Nerven, Gefässen und Sehnen die schnelle Wiederherstellung der Funk‐
tionen des Armes oder Fusses Sekundärschäden verhindert. Narbenpflege nach Op ist bei Patienten, die zu wulstigen Narben neigen (Keloide) unbedingt erforder‐
lich. Sie macht 30% des endgültigen optischen Ergebnisses aus. Bitte beherzigen Sie diese einfachen Anordnungen ‐ andere Vorgehensweisen haben sich nicht bewährt. Bitte suchen Sie den Kontakt mit uns, bevor Sie etwas an der Wunde machen lassen. Das Sekretariat kann entschei‐
dend weiterhelfen und zieht gegebenenfalls mich persönlich zu Rate. Prof. Dr. Dr. med. Johann Bauer PS: Bitte lesen Sie diese Information regelmässig – mehrmals – durch. Damit werden Sie eventuell Punkte entdecken, die bei der ersten Lesung übersehen wurden oder in Vergessenheit geraten sind. Ausserdem wer‐
den manche Informationen erst in einigen Tagen oder Wochen für Sie aktuell. FMS-pOp-DE.doc (Version 08-2012)
4
Document
Kategorie
Sport
Seitenansichten
28
Dateigröße
217 KB
Tags
1/--Seiten
melden