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Fast wie im Schwimmbad - Förderverein Schwimmbad Bad

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Kassel
Freitag, 15. November 2013
KS-LO2
Bürgerversammlung zu Bädern
Umfrage
Wir haben auf der Bürgerversammlung im Philipp-Scheidemann-Haus
zur Zukunft der sanierungsbedürftigen Freibäder in Harleshausen und
Bad Wilhelmshöhe die
Bürger gefragt:
Warum
kämpfen Sie
für die
Freibäder ?
Einigung war
nur am Rande
ein Thema
D
ie nach HNA-Informationen bereits getroffene Absprache zwischen
den Fraktionen von SPD und
Grünen, beide Freibäder zu erhalten, war gestern Abend nur
am Rande ein Thema.
Ein Zuschauer, der während
der Veranstaltung auf HNA.de
über den Verhandlungsstand
zwischen SPD und Grünen gelesen hatte, fragte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD),
ob es denn nun tatsächlich
eine Einigung gebe. Daraufhin
gab sich Hilgen reserviert:
„Glauben Sie alles, was in der
HNA steht?!“
Tatsächlich aber waren Inhalte aus Gesprächen der rotgrünen Verhandlungen am
gestrigen Nachmittag durchgesickert. Nach diesen ist die Sanierung beider Bäder mündlich bereits vereinbart. (bal)
Freikirche ist
interessiert an
Fläche im Bad
M
ichael Bergholter vom
Kasseler Architekturbüro ANP erwähnte
bei der Bürgerversammlung,
dass die Freikirche Interesse
habe, auf einer Teilfläche des
Freibades Wilhelmshöhe ein
Gebäude für Veranstaltungen
zu errichten. Das Geld, das
durch den Verkauf des Grundstücks eingenommen werde,
könne in die Sanierung des Bades gesteckt werden. (bal)
Weitere Fotos und eine
Video-Aufzeichnung der
Bürgerversammlung im Internet
unter http://zu.hna.de/baddebatte
Jascha Bungard (19):
Mit einem Kombi-Ticket
für Tram und Eintritt könnten sich viele den Besuch
eines Bades leisten und zu
dessen Erhalt beitragen.
Um das zu unterstützen,
bin ich hier.
Anna-Luise Sauer (60):
Ich wohne in Wilhelmshöhe. Ich bin für den Erhalt
des Bades als Treffpunkt.
Bevor man abreißt, sollte
man über eine Nutzung
für Kinder, Jugendliche
oder Kultur nachdenken.
Frank Breitenstein (49):
Ich bin stolz darauf, dass
Kassel in Umfragen zunehmend als lebenswert eingestuft wird. Es wäre
dumm, so etwas durch die
Schließung der Bäder zu
beschädigen.
Katharina Benderoth (29):
Als Vorstandsmitglied des
Fördervereins Schwimmbad Wilhelmshöhe kämpfe ich für den Erhalt der Bäder, weil sie zur Lebensqualität in dieser Stadt
beitragen.
Kurt Bodenhausen (84):
Ich nutze das Bad in Harleshausen zum Frühschwimmen. Gerade Rentner und ältere Personen
können den Weg ins Auebad nicht immer auf sich
nehmen.
Fast wie im Schwimmbad
Bürgerversammlung: Ins Philipp-Scheidemann-Haus kamen über 500 Interessierte
VON BASTIAN LUDWIG
UND FRANK THONICKE
KASSEL. Es war fast wie im
Freibad bei hochsommerlichen Temperaturen: Nach
und nach wurde es rappelvoll,
und die ersten Besucher hatten die besten Plätze zwar
nicht mit Handtüchern, aber
mit Jacken frühzeitig blockiert. Zur Bürgerversammlung zur Zukunft der Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und
Harleshausen kamen gestern
Abend über 500 interessierte
Kasseler ins Philipp-Scheidemann-Haus. Weil die Stühle
nicht ausreichten, mussten etliche Zuschauer stehen oder
sie setzten sich auf den Boden.
Der Großteil im Saal hatte
auf der Bürgerversammlung,
die über dreieinhalb Stunden
dauern sollte, nur ein Ziel: Für
die Bäder zu kämpfen. Stadtkämmerer Jürgen Barthel
(SPD), auf Kassels Finanzen bedacht, hatte einen schweren
Stand: Er wurde schon bei der
Begrüßung ausgebuht und seine Erklärung, dass für die Freibäder keine neue Schulden gemacht werden dürften, wollte
auch fast niemand hören.
Immer wieder verwies Barthel auf den jährlichen Kreditrahmen von 16,25 Mio. Euro,
den das Regierungspräsidium
für Kassel festgelegt hatte.
Zunächst nur Vorträge
Die ersten zwei Stunden
war es eine reine Vortragsveranstaltung, ohne echte Bürgerbeteiligung: Die Fördervereine demonstrierten noch einmal ihre Vorschläge zur Ret-
Aufmerksamkeit auch bei jüngeren Zuschauern: Ein bekanntes Gesicht in der Menge – im Publikum
saß der Kasseler Musiker Milky Chance und verfolgte gespannt die Debatte über die Freibäder.
tung der Bäder und die Initiative Junge Kultur Kassel stellte
ihr Konzept für eine ganzjährige, kulturelle Nutzung des
Bades Wilhelmshöhe vor.
Als Städtische-Werke-Chef
Norbert Witte gerade unterschiedliche Sanierungspläne
präsentieren sollte, musste er
vom Podium eilen. Er hatte
mit seinem Auto eine Ausfahrt blockiert – ein Notarzt
kam nicht durch. Gelächter
im Saal. Witte entschuldigte
sich für das Versehen. Inhaltlich machte Witte noch ein-
mal deutlich, dass er persönlich einen Neubau der Bäder
favorisiere. Eine Sanierung sei
mit zu vielen Risiken beim
Bau verbunden.
Als schließlich die Zuschauer mit ihren Fragen an der Reihe waren, wurde deutlich,
dass diese sich insbesondere
für das Bad in Wilhelmshöhe
etwas anderes wünschen: Den
weitestgehenden Erhalt der
historischen Substanz.
Immer wieder wurde an
den Magistrat die Kritik gerichtet, dass er bei der Gestal-
tung des Haushaltes die falschen
Prioritäten
gesetzt
habe. Statt acht Mio. Euro in
die Freibäder zu investieren,
werde das Geld in die GrimmWelt, das Stadtmuseum, den
Flughafen Kassel-Calden und
die Entwicklung des Langen
Feldes gesteckt.
Barthel und Oberbürgermeister Bertram Hilgen machten klar, dass sie all diese Projekte für wichtig halten. Man
dürfe diese Projekte nicht gegeneinander ausspielen.
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ie Ausgangsposition im
Bäderzwist war hoffnungslos: Keiner
schien die Kampfesstätte der
Kooperation als Sieger verlassen zu können: Würde die SPD
ihren Anspruch als Hüterin
der Finanzen aufgeben, drohte
Unglaubwürdigkeit. Auch die
Grünen steckten im Dilemma:
Opferten sie die Bäder, hätten
sie ihr Gesicht verloren.
Die SPD fiel schließlich um,
getrieben durch Proteste von
Bürgern, die sich artikulieren
konnten und auch sonst nicht
ohne Einfluss sind.
Vor allem im Westen und
Nordwesten der Stadt kann
man nun wohl bald wieder
dem Badevergnügen frönen.
Durch welche Finanzmanöver
auch immer der Bäder-Erhalt
finanziert wird - die Zeche dafür zahlen alle Kasseler Bürger. Die Entscheidung für die
Bäder zementiert vor allem eines: Der Stadt steht finanziell
das Wasser weiter bis zum
Hals.
tho@hna.de
So erreichen Sie die
Lokalredaktion:
Frank Thonicke,
Tel.: 05 61/203-24 31,
Fax: 05 61/203-24 00,
kassel@hna.de
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Wasser bis
zum Hals
D
AM 15. NOVEMBER 2013
meiner Größe
Kommentar
Frank
Thonicke
über
die BäderEntscheidung
NEUERÖFFNUNG
die (zu) mir passen
Angelika Umbach:
Das Bad Wilhelmshöhe
hat die beste Reichweite
für Kinder und muss deshalb erhalten werden. Zusätzlich könnte ein kulturelles Programm angeboten werden. (sur) Fotos: Koch
Inh. Kathleen Hach
Telefon 05 61 / 76 68 49 59
Anita Marth, Vorsitzende des Fördervereins Schwimmbad Harleshausen, im Gespräch mit Oberbürgermeister Bertram Hilgen.
Fotos: Koch
Impressum
Hessische/Niedersächsische Allgemeine
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Herausgeber Dirk Ippen.
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verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes.
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