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Deutschland, wie es baut und wächst

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das sonderheft zur expo real 2011
deutschlands auflagenstärkstes transportmedium für ideen im mittelstand.
Ausgabe 4/11 6. Jahrgang 5,- EURO
Deutschland,
wie es baut und wächst
Der Immobilienmarkt von Kiel bis Konstanz, von Kleve bis Cottbus
Städte
Wo Deutschland auf Wachstum setzt
Akteure
Wer baut, wer entwickelt, wer verwaltet
Ideen
Treffpunkt IdeenLounge: Das Wirtschaftsblatt mit Redaktion live auf der Expo Real
Exklusiv
Top 100 –
Das Ranking der
größten Projektentwickler in
Deutschland
Eugen Egetenmeir
Gastkommentar
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(5731) 8693-100
Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe
München GmbH
Es ist wieder Bewegung im Immobilienmarkt. Einerseits, weil
in vielen Märkten, wie beispielsweise Deutschland und Mitteleuropa, die Krise als weitgehend überwunden gilt. Andererseits
zeichnen sich volatile Entwicklungen auf den Aktienmärkten
ab, was Investitionen in Immobilien eher begünstigt. Jedenfalls
ist das Volumen gewerblicher Investitionen ungefähr auf dem
Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Auf der Expo
Real wird sich diese Entwicklung widerspiegeln. Sie wird wie
im vergangenen Jahr erneut sechs Messehallen umfassen, allerdings verdichtet aufgeplant. Das heißt, Aussteller buchen wieder größere Flächen, und es kehren auch Unternehmen zurück,
die in der Vergangenheit nicht mehr vertreten waren. Als größte europäische Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen ist die Expo Real ein bedeutender Geschäftskatalysator.
Die Branche beobachtet sehr genau, welche Unternehmen
und Wirtschaftsstandorte sich an der Messe beteiligen und
welche fern bleiben. Daher nutzen eine Reihe von Wirtschaftsstandorten und Unternehmen die Expo Real, um sich innerdeutsch und international zu vermarkten. Es gibt kaum eine
deutsche Region, die hier fehlt. Sie bleiben uns treu, weil hier
die Qualität und die Vielfalt der Kundenkontakte stimmen. Weil
sie hier nicht nur ein Segment, sondern die komplette Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft antreffen, mit der
sie ihre Entwicklungsziele realisieren können – darunter Counterparts wie Projektentwickler, Finanzierer, Investoren, Corporate Real Estate Manager, Immobilienberater bis hin zu Facility
Managern und den Nutzern von Immobilien. Ich wünsche Ihnen, liebe Wirtschaftsblatt-Leser, eine aufschlussreiche Lektüre
und natürlich eine erfolgreiche Expo Real 2011.
gloria20-22.de
Ein Unternehmen der Provinzial Rheinland Holding.
p l b - p r o v i n z i a l . c o m
4
Index
A
AG Mittelstand, Berlin 129
Egetenmeir, Eugen, Messe München GmbH Aldi Einkauf GmbH & Co. OHG, Essen 129
Egger, Wolfgang, PATRIZIA AG, Augsburg AOS Stahl, Wetter 127
Elbers, Dirk, Oberbürgermeister Düsseldorf Aust, Dr. Bruno, GEWISS 32
Ellebracht, Josef, Bremer AG, Paderborn Aust Ingenieur GmbH, Ratingen 109
Emde, Rita, WFG am Mittelrhein Aust, Reiner, Aust Ingenieur GmbH, Ratingen 109
Engler, Hartmut, OTIS GmbH & Co. OHG, Berlin B
Beiersdorf AG, Hamburg Berth, Stefan, Rotterdam Immobilien GmbH 129
88-89
Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG, Bad Driburg 100
Breidenbach, Peter, Claytec e. K., Viersen Bremer AG, Paderborn 102–103
84-85
Bremer, Wolfgang, Bremer AG, Paderborn Büchner, Heinrich, Lindner Group KG, Amtorf 85
92-93
3
Kunze, Axel, BImA, Bonn 21
L
84-85
17
106-107
Entwicklungsagentur Kärnten GmbH, Klagenfurt 91
Ernsting’s Bau & Grund GmbH & Co. KG, Coesfeld 35
F
130
Bytec Medizintechnik GmbH, Eschweiler 97
C
Catella Property Group, Berlin Fachhochschule Südwestfalen, Hagen 97
Concilio, Marcello, Ernsting’s Bau & Grund GmbH
35
Czielinski, Jürgen, TechnologieZentrum KoblenzGmbH 18-19
D
Dakowski, Roland, Rotterdam Dakowski GmbH Deichsel, Dieter, Plan Forward GmbH, Essen 88-89
119
127
Fleischer, Dr. Karsten, Fachhochschule Südwestfalen 127
Franken, Klaus, Catella Property Group, Krefeld Franzen Holding GmbH & Co. KG, Kottenheim 114-115
19
G
Leonhard, Ulf, Leonhard Ventures, Berlin
Gehb, Dr. Jürgen, BImA, Bonn Gehring, Walter, ST Invest GmbH, Weißenhorn
117
8-11
94-95
GIU, Ges. f. Innovation u. Unternehmensförderung mbH 28-29
Glasenapp, Hans-Jürgen von, Bilster Berg Gregarek, André, BImA, Bonn 100-101
8-11
H
111
Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm 129
107
Hendele, Thomas, Landrat Kreis Mettmann 20
Dr. Oetker, Bielefeld 129
Hillebrand, Heinrich, Bremer AG, Paderborn 85
Dr. Wieselhuber & Partner, München 128
Hohwieler, Thomas, STRABAG Real Estate GmbH, Köln 81-83
Horn, Holger, Willi Meyer Bauunternehmung Losberger GmbH, Bad Rappenau Messe München GmbH 98-99
I
Mösel, Dr. Suzanne, Inn.- u. Unternehmensförderungs GmbH 28
N
Nikelowski, Günter, STRABAG Real Estate GmbH OTIS GmbH & Co. OHG, Berlin PATRIZIA GewerbeInvest, Augsburg 129
26-27
Jünemann, Elmar, Stadt Haan 24-25
Titel
31
K
116-117
Käufer, Werner, Gebr. Käufer GmbH Befahrtechnik 116-117
Klaffke, Thomas, SANIFAIR GmbH, Bonn Köble, Alexander, ST Invest GmbH, Weißenhorn
106-107
P
Petschauer, Anja, gwSaar, Saarbrücken Jensen, Frank, Oberbürgermeister Kopenhagen Kiekert AG, Heiligenhaus 81-83
O
J
Käufer, Dirk, Gebr. Käufer GmbH Befahrtechnik 41
Mittelmann, Klaus, A+K Präzision CNC-Fertigung GmbH 25
Pellengahr, Hubertus, INSM, Berlin
Interboden Innovative Gewerbewelten GmbH, Ratingen 109
Jung, Georg, Oberbürgermeister Sankt Ingbert 3
129
InnovationsAllianz der NRW-Hochschulen e. V., Bonn 127
Wirtschaftsblatt 4/11
104-105
M
PATRIZIA Immobilien AG, Augsburg Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Berlin 123Knieß, Volker,
Toucan-T, Krefeld
93
Oeynhausen-Sierstorpff, Marcus Graf von, Bad Driburg 100-101
Halwer, Christof, Catella Property Group, Krefeld 114-115
Drescher, Marc, OTIS GmbH & Co. OHG, Berlin 42
111
Leonhard Ventures, Berlin Mielke, Wolfgang, Priva Building Intelligence GmbH Haniel Unternehmensgruppe, Duisburg ecos office center GmbH & Co. KG, Eschborn 127
114–115
Meyer, Per-Carsten, Willi Meyer Bauunternehmung 98-99
Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Berlin 129
E
Lasys, Tim Andreas, Catella Property Group Famulla, Bernd, Reuter Bauunternehmen, Grevenbroich36-37
Gebr. Käufer GmbH Befahrtechnik, Hückeswagen Coenen, Paul-Willi, Bytec Medizintechnik, Eschweiler
Laakmann, Rolf, Fachhochschule Münster Lipkow, Uwe, ecos office center GmbH & Co. KG, Eschborn42
Galka, Jörg, Rotterdam Bau, Rotterdam Hochbau, Langenfeld 88-89
114–115
119
8–11
Lindner Group KG, Arnstorf Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Bonn 8-11
Bundesarchitektenkammer (BAK), Berlin Kreimeyer, Susanne, Plan Forward GmbH, Essen 87
20
39
94-95
Krämer, Jürgen, Franzen Holding GmbH & Co. KG 19
Krawinkel, Rita, Reuter Bauunternehmen GmbH 35–36
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Seite 8-11
87
87
129
32
Personen und Unternehmen in dieser Ausgabe
Pinkwart, Professor Dr. Andreas
Plan Forward GmbH, Essen 124-126
Schmidt, Georg, Reuter Bauunternehmen GmbH 36-37
119
Schmidt, Jürgen, Wirtschaftsförderung St. Ingbert 30-31
Prins, Jan, Priva Building Intelligence GmbH, Kaarst 40-41
Schneider, Vanja, Interboden GmbH & Co. KG, Ratingen109
Priva Building Intelligence GmbH, Kaarst Schröder, Henning, WFG am Mittelrhein mbH 41
Prochaska, Dr. Michael, Haniel Unternehmensgruppe 129
5
18–19
Schuck, Thomas, gwSaar, Saarbrücken 32
Schuhmacher, Stephan, Standort-Entwicklungs GmbH 24-25
R
Schultz GmbH & Co. KG, www.schultz.de
Beilage
Seiß, Jürgen, ecos office center GmbH & Co. KG Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG, Seebruck 120-121
Regnauer, Michael, Regnauer Fertigbau GmbH
120-121
Rehberg, Andreas, Grossmann & Berger, Hamburg 27
Reuschel, Frank, Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG 120-121
Reuter Bauunternehmen GmbH, Grevenbroich Robert Bosch GmbH, Gerlingen 35–36
129
Robiné, Harald, ROBINÉ Projektmanagement GmbH112-113
ROBINÉ Projektmanagement GmbH & Co. KG, D‘dorf 112-113
Röhlen, Ulrich, Claytec e. K., Viersen Röhrl, Walter, Rallye-Legende 102-103
101
42
Siebel, Jochen, Ingenieurplan Siebel GmbH 24-25
Stadt Haan 25
Standort-Entwicklungs GmbH, Solingen 24–25
ST Invest GmbH, Weißenhorn
Stipp, Rüdiger, Losberger GmbH, Bad Rappenau 94-95
104–105
STRABAG Real Estate GmbH, Köln 81–83
T
Teherani, Hadi, BRT Architekten, Hamburg 81–83
Rotterdam, Andreas, Rotterdam Gruppe, Langenfeld 88-89
Tilke, Hermann, Streckenplaner Rotterdam-Gruppe, Langenfeld TOUCAN-T Carpet Manufacture GmbH, Krefeld 123
Trommer, Sigurd, Bundesarchitektenkammer (BAK) 130
88-89
S
SANIFAIR GmbH, Bonn 38-39
100
V
W
189 x 122,5 mm; 4c (Druckdaten
als
30–31
Wagner, Jörg, SAP Deutschland Willi Meyer Bauunternehmung GmbH, Uelzen Wolff Gruppe, Essen Schäfer, Jürgen, Inn. u. Unternehmensförderungs GmbH 28
VALERES Industriebau GmbH, Würselen 96–97
Schake, Oliver, AOS Stahl, Wetter Valk, Cor, Priva Building Intelligence GmbH 40–41
127
26-27Scholz, Olaf, Erster
Bürgermeister Hamburg
98–99
119
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Wirtschaftsblatt 4/11
6
Inhalt 4/11
26 Wachstum im Norden
30 Daumen nach oben
Wo die Hansestadt noch expandiert
Was St. Ingbert alles zu bieten hat
120 Holzspezialist
114 Recht
Skandinavische
Philosophie
96
& Unternehmensberatung
Warum Regnauer dem Himmel ein Stück näher ist
Wie die Tips
Catella
Property Group
Alternativen
Welche
Spezialisten
wie Trost
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Partner bereit halten
Wirtschaftsblatt 4/11
Inhalt 4/11
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60x245H 07/2011
Bauen, Mieten, Investieren
8-11
BImA /Von Kiel bis Konstanz
12-15IdeenLounge / Die Wirtschaftsblatt Networking Plattform zur Messe
35-123
Bauen, Mieten, Investieren / Unternehmen im Portrait
Projektentwickler
75-79
Branche / Die Top 100 der Projektentwickler
Städte & Regionen
16-19
Mittelrhein /Biotop für gute Ideen · Fruchtbarer Boden
20-21Kreis Mettmann /Hier stimmen die Koordinaten
24-25
Haan /Wir können auch anders
26-27
Hamburg /Hamburg wächst über sich hinaus
28-29Saarbrücken /Willkommen im neuen Leben
30-31St. Ingbert /Erfolgsprinzip Geschwindigkeit
32Saarland /Das Saarland trumpft mit neuen Flächen
Hochschule
124-126
... und Sparheizen mit Wärmepumpen
Essay /Schwungrad Innovation
Rubriken
22Intern /Impressum · Teamköpfe
128-129 Nutzwert /Marken sind Chefsache
130Letzte Seite /Kopfschüttler · Maximen
131Service / Informationen zum kommenden Heft
Redaktion live auf der Expo real
Besuchen Sie die Wirtschaftsblatt IdeenLounge auf der
Expo Real in München vom 4. bis 6. Oktober 2011
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8
Bauen, Mieten, Investieren
Wenn der letzte Flieger gestartet ist, landet ein Großteil des Flughafen Tegel in ihren Händen: BImA-Vorstandssprecher Dr. Jürgen Gehb (Mitte) und die Vorstandsmitglieder Axel Kunze (links) und André Gregarek
Von Kiel bis Konstanz
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat ein ziemlich großes Stück von
Deutschland in den Büchern. Überall in der Republik verwaltet die BImA die Liegenschaften
des Bundes, sie vermietet Wohnungen, verantwortet Neubauten und verkauft, was der
Bund nicht mehr braucht. Geführt wird Deutschlands größter Immobiliendienstleister
von den Vorständen Dr. Jürgen Gehb, André Gregarek und Axel Kunze. Sie haben die
BImA auf Effizienz getrimmt und schaffen so immer besser den Spagat zwischen Facility
Management und Militärflächenkonversion.
Wirtschaftsblatt 4/11
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Treffpunkt Flughafen Tegel. Es gibt aktuell kaum einen besseren Ort, um den drei BImA-Chefs auf den Zahn zu fühlen, denn
wenn der Airport 2012 geschlossen wird, sollen Dr. Jürgen Gehb,
André Gregarek und Axel Kunze eine neue Nutzungsidee für
das Gelände präsentieren.
Herr Kunze, wie läuft das Verfahren?
Axel Kunze: Wir haben bereits mit den betreffenden Stadtbezirken und dem Land Berlin, dem ebenfalls Teile des Flughafens gehören, Workshops durchgeführt. Jetzt wollen wir mit der
zuständigen Senatsverwaltung eine Rahmenvereinbarung abschließen, um europaweit nach Interessenten und Investoren
fahnden zu können.
Können Sie uns schon etwas über die künftige Nutzung sagen?
Dr. Jürgen Gehb: Große Teile des Gesamtgeländes sind Grünflächen. Die restlichen Flächen werden als Bauland nach den
Nutzungsvorstellungen des Landes Berlin entwickelt.
Kunze: Die Kernzone des Entwicklungsgebietes möchten wir zu
einem Zentrum für erneuerbare Energien und Zukunftstechnologien entwickeln. Denkbar wäre hier vieles; von der Fertigung
moderner Batterien über Forschungslabore bis hin zu Bildungsund Ausbildungsangeboten.
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
9
Eine kleine Auswahl von Objekten, die die BImA
provisionsfrei anbietet: Von einem Bürogebäude
in bester Innenstadtlage am Rödingsmarkt in
Hamburg...
„Bis zu 3.000 Notartermine im Jahr“
Solch spektakuläre Projekte dürften selbst bei der BImA nicht
unbedingt die Regel sein. Was haben Sie sonst noch im Angebot?
Kunze: Flughäfen oder auch das ehemalige Bundesgästehaus
auf dem Bonner Petersberg sind nur die markanten Leuchttürme auf unserer Verkaufsagenda. Den Hauptteil des Vermarktungsportfolios machen ehemalige Kasernen oder Militärgelände sowie Wohn- und Geschäftsimmobilien aus.
Um nur einige Beispiele unserer bis zu 3.000 Verkäufe pro
Jahr zu nennen: Wir bieten aktuell ehemalige Militäranlagen im mainfränkischen Kitzingen, im mittelhessischen Hanau und im westfälischen Osnabrück an. Innenstadtobjekte
vermarkten wir beispielhaft zur Zeit in Hamburg, Berlin und
Koblenz. Die BImA kann für besondere Ansprüche auch Schlösser und Bunkeranlagen, Ferienanlagen sowie Jagdgebiete offerieren.
Ist die Vermarktung Ihr Tätigkeitsschwerpunkt?
Gehb: Unser Hauptaugenmerk gilt dem Bereich Facility Management. Seit der Bund 2005 alle Immobilieninteressen in der BImA
gebündelt hat, sind unsere Aufgaben so facettenreich wie die
Palette der zu betreuenden Gebäude. Wir modernisieren das
Arbeitsumfeld unserer „Kunden“, decken Raumbedarfe durch
den Abschluss von Mietverträgen oder durch Neubauten und
kümmern uns um die komplette Verwaltung der Gebäude. Anfang August haben wir wieder einen neuen Weg beschritten.
Der künftige Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung wird als erstes ziviles Bundesgebäude
…über einem Hochbunker am Bonner Quirinusplatz...
…bis hin zu dem wunderschön gelegenen ehemaligen Kasernengelände in Branneburg, „dem
Tor in die Alpen“
Wirtschaftsblatt 4/11
10
Bauen, Mieten, Investieren
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
in Öffentlich-Privater Partnerschaft gebaut und betrieben. Im
Vergabeverfahren war das Angebot der ausgewählten Bietergemeinschaft gegenüber einer Kostenschätzung für eine konventionelle Eigenrealisierung bei gleicher Qualität um über neun
Prozent günstiger.
André Gregarek: Die prognostizierte Einsparung für den Steuerzahler beträgt über die gesamte Vertragslaufzeit von 30 Jahren 28 Millionen Euro. Außerdem liegen die Baukostenrisiken
einschließlich der Bauunterhaltung fast ausschließlich beim
privaten Partner. Die Qualität des Gebäudebetriebs wird durch
ein Maluskonzept abgesichert: Die vereinbarten Gelder werden
nur vollständig gezahlt, wenn die Leistungen mindestens den
vertraglichen Anforderungen entsprechen.
„So schnell wie möglich zurück in den
Wirtschaftskreislauf“
Hat sich die Gründung der BImA schon ausgezahlt?
Gehb: Unsere Ergebnisse sprechen für sich. Durch die Zusammenführung aller Liegenschaften von Bundespolizei, Technischem Hilfswerk, Bundesministerien und -behörden, der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung sowie der Einbeziehung vieler
Bundeswehrstandorte in ein gemeinsames Liegenschaftsmanagement tritt der Bund durch uns als einheitlicher Vertragsund Verhandlungspartner auf. Das ermöglicht ein ressortübergreifendes Flächenmanagement. Die Nutzer profitieren durch
flexiblere Raumangebote – und die massiven Synergieeffekte,
die wir erzielen, führten schon zu erheblichen Einsparungen im
Bundeshaushalt.
Kunze: Wir bewirtschaften mit einem klaren Vermieter-Mieter-Modell. Wir schaffen Kostentransparenz und somit Anreize für einen sparsameren Umgang mit der Ressource Immobilie.
Wie groß ist Ihr Bestand insgesamt?
Gregarek: Wir sind mit rund 28.000 Liegenschaften auf 400.000
Hektar und einem Vermögen von rund zwölf Milliarden Euro
der größte Immobiliendienstleister Deutschlands, wenn nicht
Europas. Wir verwalten zudem rund 44.000 eigene Wohnungen.
Vor allem durch die Übernahme von Bundeswehrstandorten
wird sich unser Bestand künftig noch drastisch erhöhen.
Kunze: In der Bilanz dürfen wir auch die 360.000 Hektar Wald
und die rund 250.000 Hektar Offenlandflächen nicht unterschlagen, die durch unsere Bundesforstbetriebe betreut und
bewirtschaftet werden. In unseren Naturschutzprojekten spielen ehemalige Truppenübungsplätze eine gewichtige Rolle, weil
sich dort europaweit gefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen erhalten konnten.
Auf dem Übungsgelände im württembergischen Münsingen haben wir beispielsweise mit dem NABU und dem Land
Wirtschaftsblatt 4/11
die Weichen für das Unesco-Biosphärengebiet Schwäbische Alb
gestellt.
Gehb: Generell wollen wir militärische Konversionsflächen
möglichst schnell einer zivilen Anschlussnutzung zuführen.
Das ist auch wichtig für die betroffenen Kommunen. Die Reintegration der Flächen in den Wirtschaftskreislauf ist in Ballungsräumen oder innerhalb der Oberzentren marktgängiger als in
strukturschwachen Gebieten. Überall aber stecken in diesen
Liegenschaften erhebliche Entwicklungspotentiale für kreative
Köpfe. Wir verhandeln außerordentlich gerne mit Investoren,
die über innovative Nutzungskonzepte die Werthaltigkeit der
Bestandsimmobilien steigern möchten. Unsere Konversionsflächen eignen sich für neue Wohngebiete oder Freizeiteinrichtungen, hier können ortsansässige Betriebe großzügig expandieren und sich neue Firmen ansiedeln. In vielen Fällen hat die
BImA durch ihre Arbeit schon zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen.
Sind Sie Wirtschaftsförderer?
Gehb: So weit würde ich nicht gehen. Wirtschaftsförderung
ist schließlich eine klassische Aufgabe der Kommunen. Unser
Auftrag ist es, den besten Preis für die vorhandenen Objekte zu
erzielen. Bei uns bekommt in der Regel der Bieter den Zuschlag,
der das höchste Angebot abgibt. Und doch können wir in Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen und Investoren helfen,
zukunftsweisende Projekte anzustoßen.
Gibt es zusätzliche Zielgruppen, die Sie künftig erreichen wollen?
Kunze: In der Tat wollen wir unsere Kontakte zu Unternehmen
und Investoren aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien
intensivieren. Schließlich haben wir beispielsweise ideale Flächen für Windparks im Bestand. Und dies sowohl auf ehemaligen Militäranlagen als auch in Waldgebieten.
„Hohes Interesse aus
dem Ausland am Standort Deutschland“
Haben Sie eigentlich für Ihre wachsenden Aufgaben das passende Personal?
Gehb: Wir sind schon gut und werden immer besser. Die BImA
hat für alle Aufgaben die richtigen Fachleute. Über 6.000 qualifizierte und versierte Mitarbeiter arbeiten in unserer Zentrale
in Bonn, in neun Direktionen und zahlreichen Standorten zwischen Westerland auf Sylt und Kempten im Allgäu.
Gregarek: Das aktuell in der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben am meisten benutzte Kürzel lautet ELM. Es steht für einheitliches Liegenschaftsmanagement. Unser IT-gestütztes System BALIMA versetzt uns in die Lage, unser gesamtes Portfolio
wirtschaftlich zu verwalten. Alle Kosten werden im Rahmen
des Bestands-, Risiko- und Leerstandsmanagements erfasst
und – wo möglich – optimiert.
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André Gregarek
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
Axel Kunze
11
Dr. Jürgen Gehb
Wie schätzen Sie die allgemeine Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt ein?
Kunze: Wir haben nach der Finanzkrise eine stabile Immobilienlage in Deutschland. Gerade diese Stabilität kommt gut an:
Wir spüren deutlich das Interesse ausländischer Investoren am
deutschen Markt. Die Bereitschaft, hier viele Millionen Euro in
Immobilien zu stecken, ist das sicherste Indiz dafür, dass vor­
ausschauende Kapitalmarktexperten Deutschland als Wirtschaftsstandort noch einiges zutrauen.
Beispiel der Neubau des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fertig, und in der Hamburger Hafen
City haben wir ein neues Hauptzollamt mit Platz für über 550
Mitarbeiter gebaut. Unsere wichtigste Baustelle ist aktuell die
des Bundesnachrichtendienstes in Berlin.
Wieviel Miete zahlt eigentlich Angela Merkel für das Kanzleramts?
Gehb: Sie ist Eigennutzerin, denn die Gebäude der Verfassungsorgane sind quasi die einzigen Bundesimmobilien, die nicht
oder noch nicht zum Bestand der BImA gehören.
„Rund 1,3 Milliarden
Euro Beitrag zum
Bundeshaushalt“
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
Ellerstraße 56 · 53119 Bonn
Tel.: 02 28 / 3 77 87-0
info@bundesimmobilien.de
www.bundesimmobilien.de
Den Bundesfinanzminister dürfte Ihre Markteinschätzung optimistisch machen…
Kunze: Wir werden auch 2011 unsere Auflagen und Wirtschaftspläne erfolgreich erfüllen und rund 1,3 Milliarden Euro an den
Bund abführen, davon rund 400 Millionen Euro aus dem Verkauf von Liegenschaften.
Zusätzlich sind Sie ja auch ein wichtiger Auftraggeber für die
heimische Immobilienwirtschaft?
Gregarek: Als Bauherren sorgen wir für Umsatz bei unseren
technischen Dienstleistern. Die BImA hat bereits bedeutende
Bauvorhaben für Bundesministerien in Berlin und Bonn, für
Bundesbehörden im ganzen Land und für die Vereinten Nationen in Bonn durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurde zum
Expo real
Die BImA wird auf der Expo Real
in München in Halle C1 am
Stand 210 ihre Besucher
empfangen
Wirtschaftsblatt 4/11
12
Bauen, Mieten, Investieren
IdeenLounge
IDEENL
IdeenLounge
OUNGE
1.645 Aussteller auf 64.000 Quadratmetern, über 20.000
Fachbesucher: Die Expo Real in München ist die jährliche Plattform
für Networking, Marktorientierung und Businesskontakte rund um
Gewerbeimmobilien. In diesem Jahr berichtet das Wirtschaftsblatt
erstmals via Livestream von Europas führender B2B-Messe für
Immobilien, Standorte und Flächen.
13
14
Bauen, Mieten, Investieren
IdeenLounge
Kreativer Schmelztiegel
und Expo Real to go!
Das Wirtschaftsblatt berichtet via Livestream von der Expo Real aus München. Gemeinsam
mit dem Mobilfunkpartner BASE senden wir vom 4. bis 6. Oktober, jeweils zwischen
10 und 17 Uhr direkt von Europas führender B2B-Messe für Gewerbeimmobilien.
Die Redaktion ist mit einem gläsernen TV-Studio auf Stand 440 in Halle A1 präsent.
Mitten im Messegeschehen fahnden wir nach Projektideen, Konzeptstudien, neuen
Finanzierungsansätzen und Nutzungsvorschlägen. Der Livestream kann via der Webseiten
von Wirtschaftsblatt, Expo Real und weiteren Partnern auf allen gängigen Smartphones,
Tablets und anderen mobilen Endgeräten angeschaut werden.
S
chon eine kleine verwegene Architekturvariante kann das Gesicht einer Stadt nachhaltig verändert. Ein mutiger Visionär löst
vielleicht einen Trend aus, und ein intelligentes Finanzierungskonzept kann Perspektiven öffnen und Risiken minimieren. Ideen sind der Entwicklungstreibstoff unserer Zeit. Mit kreativen Ansätzen
kann man auch auf gesättigten Märkten
für Furore sorgen, mit ungewöhnlichen
Gedankenspielen schwierige Voraussetzungen meistern und mit unvoreingenommenem Blick die Chancen in Problembereichen erkennen.
Mit der IdeenLounge bietet das Wirtschaftsblatt mitten auf der Expo Real den
idealen Platz für Neuheiten, besonde-
re Lagen und Projekte, alternative Finanzierungsansätze, neue Bauformen
und Raumkonzepte. In der IdeenLounge
kommen Architekten, Projektentwickler, Investoren, Nutzer, Bauunternehmer,
Wissenschaftler und die Vertreter der
öffentlichen Hände zu Wort. Wir zeigen
Standortfilme und präsentieren Projektstudien. Unsere Redakteure blicken mit
ihren Interviewpartnern in die Zukunft
und klopfen deren Vorschläge auf Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit ab. Alle
Interviews, Einspielfilme sowie die Veranstaltungen und Pressekonferenzen auf
der Bühne der Media Lounge werden live
ins Netz übertragen und können über die
Internetseiten von Wirtschaftsblatt und
Expo Real verfolgt werden. Der Livestream
Expo Real: Netzwerkplattform für die Immobilienbranche
Wirtschaftsblatt 4/11
unter www.wirtschaftsblatt.de läuft ab
dem 4. Oktober auch auf allen gängigen
Smartphones, Tablets und Laptops. Mobile
Datenlösungen der neuesten Generation
gehören schließlich zu den Stärken des
IdeenLounge-Partners BASE.
Austausch macht erfolgreich
Das gläserne TV-Studio des Wirtschaftsblatt steht auf der größten Gewerbeimmobilienschau des Kontinents. Die
EXPO REAL ist die Plattform für Networking, Marktorientierung und Businesskontakte. Auf 64.000 Quadratmetern präsentieren in diesem Jahr 1.645 Aussteller ihre
Ideen und Angebote rund um Gewerbeimmobilien. Besucher und Aussteller bilden
IdeenLounge
das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft ab: Projektentwickler und Projektmanager, Investoren und Finanzierer,
Berater und Vermittler, Architekten und
Planer, Corporate Real Estate Manager und
Expansionsleiter sowie Wirtschaftsregionen und Städte.
Ideen gefragt
Jeder Besucher und Aussteller auf der
Expo Real kann einen Beitrag zur IdeenLounge 2011 leisten. Das Wirtschaftsblatt
versucht, Ideenträger und Projektrealisierer zusammenzubringen. Wir fordern
eine innovative Wagnis-Kultur, denn ohne
Risiko gibt es keinen Fortschritt. Deutschlands führendes Ideen-Transportmittel
für den Mittelstand unterstützt Existenzgründer und fördert visionär Stadtentwicklungspläne. Bei uns kommen Macher
zu Wort, die sich darum bemühen, Risiken
in den Griff zu bekommen und die Probleme als Herausforderungen annehmen.
Sie haben eine Idee, wir haben die IdeenLounge!
Für Anregungen, Interviewangebote,
Projektvorschläge stehen wir zur Verfügung. Tel.: 02 11 / 3 11 20 60-40,
ideenlounge@wirtschaftsblatt.de
Das Wirtschaftsblatt-Redaktionsteam auf
der Expo Real bilden Andreas Kranz,
Tina Bongartz, Esther Fernholz, Brigitte
Freitag, Otto Geissler, Andreas HodappSchneider, Volker Motz, Karsten Sander,
Karin Weidenbacher und Boris Loehrer.
15
IDEENL OUNGE
Der vorläufige Sendeplan
Dienstag, 4. Oktober:
10.00 - 10.55 Uhr
11.00 - 11.30 Uhr
11.30 - 11.55 Uhr
12.00 - 12.30 Uhr
12.30 - 13.55 Uhr
14.00 - 15.00 Uhr
15.00 - 15.25 Uhr
15.30 - 16.15 Uhr
16.20 -16.50 Uhr
17.00 - 17.45 Uhr
IdeenLounge: Start mit ersten Interviews
Media Lounge: Die neue Messe-App
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Per Gesetz grün –
deutsche Kommunen in der Bringschuld
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Hauptpressekonferenz der Expo Real
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Grün gerechnet –
wie mit der Nachhaltigkeit getrickst wird
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Flächenwandel – vom Fliegerhorst zum Energiepark?
Mittwoch, 5. Oktober:
10.00 - 10.45 Uhr
10.50 - 11.25 Uhr
11.30 - 12.15 Uhr
12.15 - 13.25 Uhr
13.30 - 14.00 Uhr
14.00 - 14.25 Uhr
14.30 - 15.00 Uhr
15.10 - 15.50 Uhr
16.00 - 16.45 Uhr
17.00 - 17.45 Uhr
Media Lounge: Tschechien – Boomland Osteuropas
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Montenegro – die Perle am Mittelmeer
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Kathedralen der Zukunft
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Leben nach dem Tod –
Revitalisierung alter Industrieanlagen
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Offene Immobilienfonds – closed job?
Media Lounge: Ungarn – das Tor zum Westen
Donnerstag, 6. Oktober:
10.00 - 10.45 Uhr
10.50 - 11.25 Uhr
11.30 - 12.00 Uhr
12.00 - 12.25 Uhr
12.30 - 13.00 Uhr
13.10 - 13.55 Uhr
14.00 - 14.30 Uhr
14.30 - 14.55 Uhr
15.00 - 15.30 Uhr
15.40 - 16.10 Uhr
Media Lounge: Polen – Investor‘s Darling
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Serbien – Phönix aus der Asche?
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Russische Föderation – Wie steppt der Bär?
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Opportunisten im Pflegeheim –
welche Rendite versprechen Sozialimmobilien?
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Media Lounge: Bilanz-Pressekonferenz der Expo Real
IdeenLounge: Interviews, Einspielfilme, Projektvorstellungen
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH
Freiheit den
Hochstaplern
Logistiker sind in gewisser Hinsicht klaustrophob. Ständig leben sie in der Angst, nicht genügend
Raum für ihre Hochregallager zur Verfügung zu haben. Heilung verspricht der Kreis Mayen-Koblenz
im Norden von Rheinland-Pfalz. Im Industriepark A 61 haben Logistiker einen Quadratkilometer
Platz, um ihren Hochregal-Phantasien freien Lauf zu lassen.
bebaut werden. Zwischen 30 und 40 Euro
liegt der Quadratmeterpreis für ein voll
erschlossenes Grundstück ohne topografische Beeinträchtigungen und mit denkbar kurzen Wegen zu den Transport- und
Handelszentren im Herzen Europas.
Millionenschwere
Absatzmöglichkeiten
Henning Schröder, Geschäftsführer der WFG am Mittelrhein mbH,
setzt auf den Logistikstandort Industriepark A 61
V ier
Kommunen,
jeweils
drei Frachtdrehkreuze und
Rheinhäfen, zwei Autobahnen – das sind die Eckdaten
für den Industriepark A 61, dem Güterverkehrszentrum (GVZ) am Autobahnkreuz
Koblenz. Hier entwickelt der gleichnamige Zweckverband das interkommunale
Industriegebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Autobahnen A 61 und A
48. Beteiligt sind die Gemeinden Bassenheim und Kobern-Gondorf, die Stadt Koblenz und der Landkreis Mayen-Koblenz.
„Das Areal umfasst insgesamt 100 Hektar Nettobaufläche. Damit verfügen wir
hier über eines der größten zusammenhängenden Industriegebiete der Region“,
berichtet Henning Schröder, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesell-
Wirtschaftsblatt 4/11
schaft am Mittelrhein mbH (WFG), der
die Geschäftsführung des Zwecksverbandes innehat. So sei es beispielsweise
kein Problem, eine Fläche von 30 Hektar
am Stück anzubieten, wenn der Bedarf
da sei – was in etwa 40 Fußballfeldern
entspricht. Natürlich werden aber auch
Investoren bedient, die kleinere Flächen
benötigen.
„Im Industriepark lassen sich Hallengrößen von bis zu 150.000 Quadratmetern Nutzfläche realisieren. Die Ausweisung als Industriegebiet ermöglicht
Produktions- und Logistikunternehmen
eine nahezu uneingeschränkte Nutzung,
und das rund um die Uhr“, so Schröder.
Genehmigt werden Gebäude bis zu einer
Höhe von 25 Metern. Dabei dürfen 80 Prozent der jeweiligen Grundstücksflächen
Gelegen zwischen den Ballungs- und
Wirtschaftszentren
Rhein-Ruhr
und
Rhein-Main und nah an den Handelszentren der Benelux-Staaten und Frankreichs, ist der Industriepark A 61 die optimale Operationsbasis für Logistik- und
Transportunternehmen, aber ebenso für
das produzierende Gewerbe. Branchengrößen wie Dachser, Schenker, Gefco,
Rhenus oder Kühne + Nagel haben das
längst erkannt und sind präsent im Landkreis an Rhein und Mosel. Die einzigartige Lage wird vor allem durch die nahen
Autobahnen definiert, die den Weg Richtung Nordrhein-Westfalen, Rhein-Main,
Benelux und Frankreich ebnen. „Für den
Zielmarkt des Unternehmens bedeutet
diese Lage, dass es in einem Umkreis von
150 Kilometern immerhin sechs Millionen Verbraucher erreicht“, so Schröder.
Die Rheinhäfen in Koblenz, Bendorf und
Andernach mit ihren modernen Containerumschlagplätzen sind eine viertel Autostunde entfernt.
Und auch die Di­stanzen zu den großen Frachtflughäfen Köln-Bonn, Frankfurt Rhein-Main und Frankfurt-Hahn
dürfen mit jeweils einer Stunde als Kurzstrecken gelten, zumal mit den Flughä-
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Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH
17
Das Logistikzentrum in Polch bietet Rundumsorglos-Pakete für
Unternehmen und Investoren
fen Saarbrücken und Luxemburg weitere
Drehkreuze vom Standort Mittelrhein
aus erreichbar sind. Mit derartigen Argumenten in der Waagschale entwickelt
sich der Indu­striepark A 61 prächtig.
Schon im letzten Jahr rollten die Bagger
für den Koblenzer Mittelrhein-Verlag an,
der hier 42 Millionen Euro in sein neues
Druckhaus investiert. Anfang 2012 soll
die Produktion hier starten und bis zu
90.000 Zeitungen pro Stunde drucken.
Ebenfalls im Bau befindet sich eine Niederlassung der H. Gautzsch GmbH & Co.
KG. Der mittelständische Großhändler
mit Stammsitz in Münster, bestehend aus
fünf selbständig geführten Handelshäusern mit insgesamt 1400 Mitarbeitern,
baut hier ein neues Logistikzentrum für
den Vertrieb seiner hochwertigen Sortimente. Insgesamt sind rund 170.000 Artikel von 3.000 namhaften Herstellern
auf Lager. Schwerpunkte der Aktivitäten
am neuen Standort sind der Handel mit
Möbeln für den Außenbereich, Gartenge-
räten und -dekoration, Haushaltswaren,
Werkzeugen und Eisenwaren. Und noch
eine Baustelle: Für die Hermes Logistik
Gruppe baut die Saarbücker Casaplan
Seeliger GmbH im Industriepark ein neues Depot.
Wo Stapler weiche Reifen
kriegen
Dass der Mittelrhein Logistikern
stimmige Angebote zu machen hat, dafür
steht nicht nur der Industriepark A 61.
Wenige Kilometer südlich des Autobahnkreuzes Koblenz bietet das Logistikzentrum Polch (LZP) Rundumsorglos-Pakete
für Unternehmen. Auf einer Gesamtfläche von über zehn Hektar finden sich
bezugsfertige Hochregallager, Lager- und
Kommissionierflächen mit modernen
Laderampen, Verkaufs- und Verwaltungsgebäude zur sofortigen Nutzung.
„Außerdem verfügt das Areal noch über
Baugrundstücke von etwa 3,6 Hektar Flä-
Flächenpool online
Das komplette Gewerbe- und Industrieflächenangebot im Landkreis MayenKoblenz hat die WFG in einer Gewerbeflächen- und Immobiliendatenbank
zusammengestellt, die jederzeit online
verfügbar ist: www.immobilien-myk.de.
„Hier können sich Interessenten einen
umfassenden Überblick über Flächen und
Gewerbeobjekte in der Region verschaffen“, sagt WFG-Prokuristin Rita Emde.
Dazu sind Datenblätter, Luftbilder und
Kartenmaterial sowie detaillierte Bebauungspläne hinterlegt. Die meisten Flächen
sind dabei in kommunalem Besitz, voll
erschlossen und stehen zum sofortigen
Verkauf. Außerdem stehen Gewerbeimmobilien - vom Ladenlokal bis hin zur industrietauglichen Produktionsstätte – zur
Miete oder zum Kauf kurzfristig zur Verfügung.
che“, so Rita Emde, Prokuristin der WFG
am Mittelrhein. Attraktiv für Unternehmen: „Teilflächen, beispielsweise für die
Verwaltung, könnten direkt bezogen und
genutzt werden, wenn ein Unternehmen
sich entscheidet, hier in neue Produktionsanlagen oder Logistikgebäude zu
investieren.“ Das Verwaltungsgebäude,
in dem die benötigte Bürofläche nach
Bedarf angepasst werden kann, hat eine
Nutzfläche von insgesamt über 10.200
Quadratmetern und rund 100 Büros, die
über modernste Kommunikationstechnik sowie wettergesteuerte Jalousien und
Beleuchtung verfügen. Außerdem im Paket: vollklimatisierte Serverräume, über
460 beleuchtete Parkplätze und ein Hubschrauberlandeplatz.
Von hier aus ließe es sich abheben
zum ehemaligen Bundeswehrflugplatz
Mendig, der ebenfalls um Investoren
wirbt. Eine Fläche, größer als Helgoland,
hat der ehemalige Militärstandort in der
Nähe des Laacher Sees im Norden des mit
213.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Landkreises von Rheinland-Pfalz zu
bieten. Eine zwei Kilometer lange Landebahn, dazu verschiedene Gebäudetypen
wie Flugzeug- und KFZ-Hallen, Lagerflächen, Büros, Technik- und Schulungszentren runden das Angebot ab. Zudem
wurde die Infrastruktur modernisiert,
eine neue Wasserversorgung sowie eine
DSL-Breitbandverbindung gelegt. Schröder: „Nahezu unerschöpflich sind die
Möglichkeiten für Logistiker im Kreis
Mayen-Koblenz. Ihre Freiheit ist unser
Kapital.“
Wirtschaftsblatt 4/11
18
Bauen, Mieten, Investieren
Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH
Biotop für gute Ideen
Wenn Früchte wachsen und reifen sollen, müssen in einem Biotop alle Faktoren stimmen und
interagieren können. Das gilt für die landschaftsprägenden Streuobstwiesen des Kreises Mayen-Koblenz
ebenso wie für seine Wissens- und Wirtschaftslandschaft. Als Hochstamm dient den klugen Köpfen der
Region vor allem das TechnologieZentrum Koblenz.
M it der Hochschullandschaft in und um Koblenz
bieten sich dem Landkreis Mayen-Koblenz und
den hier angesiedelten Unternehmen
vielfältige Chancen. Die Universität Koblenz-Landau, die Fachhochschule (FH)
Koblenz sowie die Betriebswirtschaftshochschule WHU Otto Beisheim School
of Management in Vallendar ermöglichen
es, künftige Führungskräfte zu rekrutieren. „Unser Ziel ist es allerdings auch,
jungen Absolventen mit pfiffigen Ideen
hier auch nach dem Studium eine Heimat
zu bieten“, sagt WFG-Geschäftsführer
Henning Schröder und verweist auf das
Kooperationsnetz für Existenzgründungen aus Koblenzer Hochschulen (KoNet).
Die Netzwerkpartner, darunter neben der
Wirtschaftsförderung das TechnologieZentrum Koblenz und die Hochschulen,
haben sich zum Ziel gesetzt, „das Potential von Existenzgründungen aus der
Hochschule heraus besser zu nutzen und
den Gründern ihr Know-how zur Verfügung zu stellen.“
Aus gutem Grund
Mit dem TechnologieZentrum Koblenz (TZK) GmbH, an dem die WFG am
Mittelrhein seit Beginn der 90er Jahre
beteiligt ist, betreibt man mit Stadt und
Land gemeinsam ohnehin eine Erfolgsgeschichte für Existenzgründer. Gerade
wurde der zweite Bauabschnitt des TZK
in Koblenz-Metternich fertig gestellt. Auf
einer Nutzfläche von 960 Quadratmetern
sind 40 neue Büroeinheiten entstanden.
Insgesamt beträgt die Nutzfläche nun
über 3.100 Quadratmeter. Und die bisherige Bilanz ist vielversprechend auch für
die ersten Mieter im neuen Gebäudetrakt:
„Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1990
war das TZK der Ausgangspunkt für etwa
90 Unternehmen. Dabei wurden über 400
Wirtschaftsblatt 4/11
Landschaftsarchitekten der Existenzgründung: WFG-Geschäftsführer
Henning Schröder (r.) und TZK-Geschäftsführer Jürgen Czielinski
Arbeitsplätze in der Region geschaffen“,
berichtet Schröder. Derzeit ist das TZK
Sitz von 31 Unternehmen und Einrichtungen mit mehr als 100 Mitarbeitern.
Weit verzweigt
„Mit der Standortwahl in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität Koblenz liegen wir genau richtig. Durch die
Erweiterung können wir noch mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region
schaffen“, so TZK-Geschäftsführer Jürgen
Czielinski. Der Neubau des TZK vor drei
Jahren war von Beginn an so konzipiert,
dass Erweiterungen bedarfsgerecht und
kostengünstig möglich sind. Nachdem
der erste Bauabschnitt bereits 2009 vollständig mit Existenzgründern belegt war,
entschied man sich zum Anbau eines
zweiten Flügels, der mit Unterstützung
des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums zeitnah realisiert werden
konnte. Zu den Services des TZK gehört
neben zeitgemäß ausgestatteten Konferenz-, Besprechungs- und Schulungsräumen beispielsweise eine moderne
IT-Infrastruktur, weil gerade in der Gründungsphase die personellen Ressourcen
für die Entwicklung der Geschäftsidee
und eine erfolgreiche Markteröffnung benötigt werden. „Hinzu kommt, dass Entwicklungs- und Forschungsergebnisse in
der Regel die Grundlage des Geschäftserfolges darstellen. Wird die Informationssicherheit nicht richtig gemanagt, kann
das insbesondere bei jungen technologieorientierten Unternehmen schnell das
Aus bedeuten. Wir haben daher besonderen Wert auf die IT-Infrastruktur und den
Schutz der gesamten Unternehmensdaten gelegt“, so TZK-Chef Czielinski.
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Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH
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Fruchtbarer Boden
Als vor 12.900 Jahren der Vulkan des heutigen Laacher Sees ausbrach, legte er eine dicke Schicht aus
Asche, Bims und Steinen über die Region, die ebenso wie Schiefer und Basaltlava seit Jahrtausenden
abgebaut und europaweit gehandelt werden. Dass in dieser Umgebung Bauunternehmen gedeihen,
versteht sich fast von selbst.
M it rund 2.800 Einwohnern
steht die Vordereifel-Gemeinde Kottenheim nicht
im Verdacht, dass von hier
aus die Welt erobert wird. Dabei ist der
Gegenbeweis durch die Franzen Group
längst erbracht. Sie zählt zu den Unternehmen, die ihr hier über Jahrzehnte
erworbenes Know-how weltweit einsetzen. 1965 als Einzelunternehmung für
Dacheindeckungen gegründet, ist das
Unternehmen heute eine feste BranchenGröße mit Schwerpunkten auf Gebäudehüllen- und Schlüsselfertigbau.
1
3
2
1
Stromlinienförmige
Welle:
Das Hamdan Sports Complex Dubai
2
Markantes
Rund:
Der ISS Dome in der NRWHauptstadt Düsseldorf
3
Moderne Quader:
Das ThyssenKruppHauptquartier in Essen
Auf die Dächer der Welt
Insgesamt acht Unternehmensbereiche gehören zur Firmengruppe, das Portfolio reicht von Fassadenbau und Dacheindeckungen über den Industrie- und
Gewerbebau bis zur Metall-Umformtechnik. „Unsere langjährige Erfahrung insbesondere im Bereich Dachein­deckungen
und Wandverkle idungen hat es uns erleichtert, der Nachfrage nach Photovoltaiklösungen Rechnung zu tragen und
deren Planung und Installation mit zu
übernehmen. Die jüngste Generation von
Solarzellen ermöglicht etwa die Integration in Fassaden oder die Konstruktion
von gewölbten Photovoltaikflächen. Unser Geschäftsbereich Franzen Solar hat
sich auf diese intelligenten Lösungen
spezialisiert“, berichtet Jürgen Krämer,
Geschäftsführer der Franzen Holding
GmbH & Co. KG, der die Firmengruppe
mit knapp 300 Mitarbeitern steuert. Und
die sind weltweit im Einsatz, wie der
Blick in die Liste der Referenzprojekte belegt: Hier finden sich der Madrider Bahnhof Atocha, die Neue Messe Mailand, das
ThyssenKrupp Hauptquartier in Essen
oder der ISS Dome in Düsseldorf. Auch in
der arabischen Welt sind die Baumanager
aus der Vordereifel gefragt. In den Verei-
nigten Arabischen Emiraten zeichnen sie
verantwortlich für die Dacheindeckung
des Terminals am International Airport
in Dubai. Mit ihrem Tochterunternehmen
Hoesch Contecna Middle East LLC (HCME)
realisierte die Gruppe zudem Dach und
Gebäudehülle des Hamdan Sports Complex, eines Schwimmstadions mit 16.000
Sitzplätzen. „Jedes der 4.450 Fassadenpaneelen ist aufgrund der Gebäudegeometrie
und der designbedingten Wellenbewegung
in der Fassade ein Unikat“, so Krämer.
Aus dem Nährboden der Region
Die Internationalisierungsstrategie –
unter anderem wurden neben Dubai auch
in Spanien und Italien Niederlassungen
gegründet – hat auch den Anstoß zu neuen Rekrutierungsmodellen gegeben. So
wurde eine Kooperationsvereinbarung
mit der Fachhochschule Koblenz und der
Hochschule Darmstadt geschlossen, um
Absolventen der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge frühzeitig an das
Unternehmen zu binden. „Eine wegweisende Initiative“, für Wirtschaftsförderer
Henning Schröder, „zeigt Franzen doch,
dass unsere Unternehmen anspruchsvolle und international ausgerichtete Arbeitsplätze bieten.“
Wirtschaftsförderungsgesellschaft am
Mittelrhein mbH
Geschäftsführer Henning Schröder
Bahnhofstraße 9
56068 Koblenz
Tel.: 02 61 / 1 08-2 95
henning.schroeder@wfg-myk.de
www.wfg-myk.de
Wirtschaftsblatt 4/11
20
Bauen, Mieten, Investieren
Kreis Mettmann
Produktive Nachwuchsförderung:
Landrat Thomas Hendele (m.) besucht
Katja Erdmann und Leonard Voigt,
Studenten an der Hochschule Bochum
Campus Velbert/Heiligenhaus, bei der
Kiekert AG
Hier stimmen
die Koordinaten
Mit 1.219 Einwohnern pro Quadratkilometer ist der Kreis
Mettmann der dichtbesiedeldste Kreis in ganz Deutschland.
Doch was macht ihn so begehrt? Auf Spurensuche in der
Region des Neandertalers stellt man schnell fest: Hier
stimmen die Koordinaten für Unternehmer, Familien und
Nachwuchskräfte gleichermaßen.
M orgens acht Uhr – Arbeitsbeginn für zahlreiche
Mitarbeiter der Heiligenhauser Kiekert AG. Zu den
Beschäftigten, die beim Schließsystemehersteller pünktlich ihre Arbeit aufnehmen, gehören zwei Mal die Woche auch
Katja Erdmann und Leonard Voigt. Die
beiden Studenten sind zwei von insgesamt 66 angehenden Fachkräften, die am
Wirtschaftsblatt 4/11
Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum von einer dualen Ausbildung profitieren. Bis zu 300 Studierende
werden es bei voller Auslastung des Campus einmal sein. Eng abgestimmt auf die
Bedarfe der Unternehmen im Kreis Mettmann können sie in einem dualen Studiengang ihren Bachelor- oder Master-Abschluss in Mechatronik, Elektrotechnik,
Maschinenbau,
Wirtschaftsingenieur-
wesen oder Informatik erwerben. „Die
Fachhochschule ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept zur rechtzeitigen Qualifizierung künftiger Fachkräfte“,
erläutert Landrat Thomas Hendele. Um
Unternehmen im Wettbewerb eine gute
Ausgangsposition zu verschaffen, sei es
dringlichste Aufgabe aller Standortakteure, ideale Bedingungen für die Nachwuchsarbeit zu schaffen, so der Landrat,
der auf eine lange Referenzenliste für die
Region verweisen kann. Hier ist beispielsweise das Institut für Sicherungssysteme, eine Kooperation mit der Bergischen
Universität Wuppertal und Firmen aus
Velbert und Heiligenhaus, angesiedelt.
Auch in anderen Städten finden Nachwuchskräfte beste Voraussetzungen. Mit
der Fachhochschule der Wirtschaft sowie
weiteren privaten Wirtschaftshochschulen sind Bildungsinstitute flächendeckend präsent.
Im Hildener Berufskolleg ist zudem
das NEAnderLab zuhause. Als eines von
37 zdi-Zentren, die landesweit vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft,
Forschung und Technologie unterstützt
werden, führt das innerhalb nur eines
Jahres in Form von Public-Private-Partnership und in Kooperation mit dem Kreis
Mettmann realisierte Schülerlabor seit
Dezember 2008 Siebt- bis Neunklässlerinnen und -klässler praktisch an die Naturwissenschaften heran.
Kräftige Wirtschaft von Nord...
Bei einer solchen Expertise verwundert es nicht, dass sich rund 25.000 Unternehmen im traditionell vorwiegend
von kleineren und mittleren Unternehmen geprägten Kreis Mettmann äußerst
wohl fühlen. Das Spektrum ist breit:
Klassische Industrieproduktion, Handel, Handwerk und Dienstleistung werden um Zukunftstechnologien, Global
Player und Spezialisten ergänzt. Wie im
Norden des Kreises, wo mit der Schlüs-
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selregion in den Städten Velbert und
Heiligenhaus ein Cluster im Bereich der
Schließ-, Sicherungs- und Beschlagtechnik entstanden ist, das weltweit Alleinstellung besitzt. In rund 70 Unternehmen aus diesem Bereich sind mehr als
7.000 Beschäftigte aktiv, hinzu kommen
8.000 Arbeitsplätze in Zulieferbranchen.
...bis Süd
Auch in der Mitte wie im Süden des
Kreises haben sich Branchenschwerpunkte herausgebildet: In den Städten
Hilden, Monheim am Rhein und Erkrath
trifft man auf eine konzentrierte Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen
Life Sciences und Biotech. Die Nachbarschaft zur Düsseldorfer Heinrich-HeineUniversität spielt hier eine wichtige Rolle:
Die Universität ist bei Firmenausgründungen die erfolgreichste Hochschule in
Deutschland. Ihre Spin-offs erwirtschaften fast die Hälfte des Umsatzes aller
deutschen Biotech-Unternehmen.
Austauschfreudiges System
Dass der Kreis Mettmann auch bei
ausländischen Firmen verstärkt in den
Fokus des Interesses rückt, belegt eine
Erhebung der Industrie- und Handelskammer. Im Handelsregister sind laut
einer aktuellen Studie (Stand August
2010) 666 ausländische Unternehmen
mit Sitz im Kreis Mettmann eingetragen.
Sie alle profitieren vom qualifizierten
Nachwuchs am Standort – und helfen in
weiten Teilen mit, Schülern die Auswahl
aus 350 Ausbildungsberufen leichter zu
machen. Beispielsweise im Rahmen des
kreisweiten Kooperationsnetzes SchuleWirtschaft (KSW). „93 Unternehmen und
mehr als 75 Prozent aller weiterführenden Schulen in der Region engagieren
sich aktuell im KSW und ermöglichen
so im Rahmen einer Lernpartnerschaft
wichtige Einblicke in den Berufsalltag“,
berichtet Projektleiterin Petra Tielboer.
Wie ertragreich Kooperationen sein
können, erkennt man im Kreis Mettmann
aber auch an anderer Stelle. So haben
sich Unternehmer in allen Städten zu eigenen Bündnissen zusammengefunden,
um sich zum Beispiel an Projekten zum
Thema Berufsqualifikation, Standortent-
Kreis Mettmann
wicklung, Stadtmarketing oder Erfahrungsaustausch zu beteiligen. „Und auch
auf Verwaltungsebene beschreiten wir
gemeinsame Wege“, sagt Landrat Hendele. Im Juli traf er sich mit seinem Kollegen
aus dem Rhein-Kreis Neuss, Hans-Jürgen
Petrauschke, und Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers, um eine Vereinbarung zur Stärkung der Zusammenarbeit zu unterzeichnen. „Ziel ist es, auf den
Ebenen der Politik und der Verwaltung in
allen Handlungsfeldern des kommunalen
und regionalen Aufgabenspektrums die
Zusammenarbeit zu fördern und die Region durch kooperative Maßnahmen zu
stärken“, erklärt Hendele.
Dem Ursprung verbunden
Im Kreis Mettmann lebt man dies bereits seit Jahren. Alljährlich im Oktober
präsentieren sich die zehn Städte unter
dem Dach des Kreises gemeinsam auf der
Leitmesse für Gewerbeimmobilien Expo
Real in München – als Standortbotschafter mit überregionaler Ausstrahlung stets
mit dabei: der Neandertaler. 1856 wurden
seine Skelettfragmente im Kreis Mettmann entdeckt. Sie beweisen: Vor 42.000
Jahren lebte der Urahn der Menschheit im
Tal der Düssel. Teile seines Skeletts sind
im Neanderthal Museum ausgestellt, das
sich unter Leitung von Professor GerdChristian Weniger zu einer Touristenattraktion entwickelt hat. Rund 170.000
Besucher kommen jährlich in die mittlerweile vielfach prämierte Ausstellung.
Auch deshalb wird man die touristische
Erschließung des Tales in den nächsten
Jahren mit einem ganzheitlichen Konzept
vorantreiben. Beim touristischen Wettbewerb des Landes NRW und der EU gehörte das Projekt „Erlebnis Neandertal“ zu
den Gewinnern. „Knapp sechs Millionen
Euro werden bis 2014 in den Ausbau des
Tales investiert. Ein Hochpfad, ein Aufzug, der einen barrierefreien Zugang ins
Tal ermöglicht, Thementouren, Ranger
und vieles mehr sollen das Neandertal erlebnisreich erfahrbar machen“, erläutert
Landrat Hendele.
Der Kreis Mettmann ist mit den ihn
umgebenden Metropolen und Regionen
bestens vernetzt. In Nord-Süd-Richtung
durchquert die Autobahn A 3, eine der
Hauptverkehrsachsen Deutschlands, das
21
Auf einen Blick
· k reisangehörige Städte: Erkrath, Haan,
Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld,
Mettmann, Monheim am Rhein, Ratingen, Velbert, Wülfrath
· E inwohner: 496.445 aus 145 Nationen
· Fläche: 407,1 Quadratkilometer
· Wertschöpfung: 13.742 Millionen Euro
· Kaufkraft: 111,7 Prozent
· Arbeitslosenquote: 6,7 Prozent
· a ngrenzende Großstädte: Düsseldorf,
Duisburg, Essen, Köln, Leverkusen,
Mülheim a. d. R., Solingen, Wuppertal
· Einzugsgebiet: 4,6 Millionen Menschen im direkten Umfeld
· E ntwicklungspotenzial: 2.649.860 Quadratmeter an Gewerbe- und Industrieflächen (831.860 kurzfristig verfügbar)
· Durchschnittliche Quadratmeterpreise
für Industrie- und Gewerbeflächen:
60 bis 250 Euro
· Hebesätze: Die günstigsten aller
Kreise in Nordrhein-Westfalen:
Gewerbesteuer zwischen 360 und 440
Grundsteuer B zwischen 336 und 465
Kreisgebiet. Im Hildener Kreuz trifft sie
auf die A 46, die die Verbindung in Richtung des Bergischen Landes sowie des
Niederrheins sicherstellt. Vom nahegelegenen Flughafen Düsseldorf International, dem drittgrößten Airport Deutschlands, kann man zu beinahe jeder
Destination in der Welt starten, der
Frachttransport zu Wasser ist durch die
Nähe zum größten europäischen Binnenhafen in Duisburg sichergestellt. Via Bus
und Bahn kommen auch die zahlreichen
Berufseinpendler täglich zügig zu ihren
Arbeitsplätzen – und Studierende in ihre
Hörsäle. Falls diese nicht ohnehin im
Kreis Mettmann liegen, sind auch die 15
Universitäten und Fachhochschulen in
Düsseldorf, Essen, Duisburg, Wuppertal
und Köln bestens erreichbar.
Wirtschaftsförderung
Kreis Mettmann ∙ Dirk Haase
Tel.: 0 21 04 / 99-26 18
wirtschaftsfoerderung@
kreis-mettmann.de
www.kreis-mettmann.de
Wirtschaftsblatt 4/11
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Impressum/Teamköpfe
Teamköpfe
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WIRTSCHAFTSBLATT Verlagsgesellschaft mbH
Geschäftsführer: Michael Oelmann
HRB-Nr. 49351, Amtsgericht Düsseldorf
„Die Stärkung des Standorts ist unser Ziel.“
Wirtschaftsblatt 4/11
IVW-geprüfte
gesamtverbreitete Auflage:
137.045 Hefte (II/2011)
Seit dem 1. August
verstärkt
Anton Sawadski
das Team des
Wirtschaftsblatt.
Der
25jährige
Leverkusener ist
treuen Kunden
Anton Sawadski
des Wirtschaftsblatt
sicherlich
schon länger bekannt. Denn der gelernte Veranstaltungskaufmann hat nach Einser-Abitur seine
Lehrzeit bei der Stadtmarketing Hilden
GmbH absolviert und war dort Mitorganisator des mit dem Wirtschaftsblatt veranstalteten jährlichen Unternehmertages. Bereits in seiner Schulzeit hat er sein
Organisationstalent beim Festkomitee
Kölner Karneval unter Beweis gestellt, für
das er Hörfunksitzungen koordinierte.
Seine Erfahrung im Veranstaltungsmanagement bringt der begeisterte Sportler
zukünftig auch im Wirtschaftsblatt ein. So
wird er unter anderem die Kür zum „Unternehmer des Jahres“ organisieren.
Ein Vollprofi in Sachen Marketing und
Werbung ist Heinz Josef Arndt. Der gebürtige Sauerländer hat bereits mit
19 Jahren seine Heimat Arnsberg verlassen, um die Welt der Werbung zu erkunden. Für große Werbe- und Marketingagenturen in Berlin und Düsseldorf, wie
die Schweizer Agentur GGK, war Arndt
seit den 1980er Jahren Berater, hat in enger Abstimmung
mit Kunden, Designern und Redakteuren
aus
allen Branchen
Werbestrategien
m it ­e nt w ic k e lt .
Den Elektronik­
riesen Sony („It’s
Heinz Josef Arndt
not a trick, it’s
a Sony“) hat er
ebenso beraten
wie Kampagnen der Automobilherstelller
VW und Audi. Heute betreut er als Berater
für das Wirtschaftsblatt Unternehmen mit
Schwerpunkt Niederrhein und sorgt mit
seiner Erfahrung für neue Impulse bei
den Kunden vor Ort.
es gibt sie wirklich
www.langenfeld.de
Gewerbesteuerhebesatz: 360 v.H.
Grundsteuer B: 336 v.H.
24
Bauen, Mieten, Investieren
Haan
neuen Nutzung zugeführt. Insgesamt
fünf Firmen – Ingenieure, Stadtplaner
und Architekten – haben hier bereits in
außergewöhnlichem Ambiente ihren Sitz.
Für Architekt Jochen Siebel ein Glücksfall,
denn seine neue Firmenadresse ist zugleich sein Showroom: Die Architektur des
Nutzgebäudes aus dem Jahr 1878 bot für
seine Planungen den richtigen Spielraum.
Neben den Büros für die Kreativen entstand für die Stadt ein Kultur- und Veranstaltungsraum, so dass die Alte Pumpstation zukünftig regelmäßig auch Teilen
der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird.
Verder-Gruppe erweitert am Standort
Neue Chancen im Bestand: Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann (l.) und
Stephan Schuhmacher vor dem frei werdenden Gebäude der Retsch GmbH
Wir können
auch anders
Wer an einem dichtbesiedelten Standort ansiedlungswilligen Firmen
dauerhaft Alternativen anbieten möchte, muss kreativ sein. In Haan
beschränkt man sich deshalb nicht darauf, rechtzeitig weitere
Flächen auszuweisen. Denn die Kür im Ansiedlungsmanagement
besteht darin, die vorhandenen Gebäude-Ressourcen zu erkennen
und optimal für eine künftige Nutzung vorzubereiten.
W enn der Neubau fertig
und der letzte Karton
gepackt ist, bleiben
sie meist leer zurück:
Büro- und Gewerbebauten. Einst boten
sie den Rahmen für Wachstum – so lange, bis ihr Korsett zu eng wurde für das
expandierende Unternehmen. „Hier liegt
eine große Chance“, weiß Haans Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann. Denn
nicht jeder Betrieb, der auf der Suche
nach einem anderen Standort ist, möchte auch neu bauen. Bestandsimmobilien
Wirtschaftsblatt 4/11
böten dazu eine attraktive Alternative –
und manchmal auch ein außergewöhnliches Ambiente.
Denkmalgeschützte
Pumpstation neu genutzt
In Kürze wird beispielsweise der
Umbau der ehemaligen Pumpstation an
der Düsseldorfer Straße endgültig abgeschlossen sein. Damit wird das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert nach längerem Leerstand einer
Gestaltend und beratend war Architekt Siebel zudem für die Retsch GmbH
tätig. Der Weltmarktführer für Laborgeräte zur Aufbereitung und Charakterisierung von Feststoffen im Rahmen der Probenvorbereitung ist seit über 50 Jahren in
Haan ansässig. Noch in diesem Jahr wollen die Unternehmen der Verder-Gruppe
ihre Räumlichkeiten an der Rheinischen
Straße 36 und 43 aufgeben und drei Firmenbereiche mit insgesamt 150 Mitarbeitern im Technologie-Park Haan konzentrieren. Hier, im Ortsteil Gruiten unweit
der Autobahn A 46, hat der Hidden Champion ein etwa 25.000 Quadratmeter großes
Grundstück erworben. Rund zehn Millionen Euro investiert man in die Erweiterung am Standort.
Stephan Schuhmacher, Geschäftsführer der gleichnamigen Standort-Entwicklungs GmbH aus Solingen, hat sich
derweil auf die Suche nach Nachnutzern
für die bisherigen Firmenimmobilien im
Haaner Osten begeben. Ein Investor habe
bereits konkretes Interesse angemeldet,
verrät er. Haan sei durch seine Lage an
der Autobahn und die Nähe zu Wuppertal und Düsseldorf höchst interessant.
Man müsse nur das passende Konzept
ent­w ickeln. „Bei Altbestand gilt es immer, das Potential der Immobilie aufzuzeigen und nicht das Haus als leere Hülle
zu präsentieren“, berichtet Schuhmacher
aus seiner 13jährigen Erfahrung. Deshalb
habe er für die beiden Retsch-Gebäude
schon verschiedene Möglichkeiten in
einem Grobkonzept erarbeitet. Das Ge-
Infoservice der Stadt (Anzeige)
Haan
Planten gemeinsam den Umbau der künftigen Firmenhalle: Klaus Mittelmann, Geschäftsführer A+K Präzision, mit seiner Vermieterin Renate Kita
25
Für Weihnachten ist der Umzug geplant. Drei Wochen wird es voraussichtlich dauern, bis alle 77 Mitarbeiter und
57 Maschinen mit einem Einzelgewicht
von bis zu 15 Tonnen am neuen Standort
stehen. Die Maschinen waren auch der
Grund, weshalb A+K Präzision dem bisherigen Standort in Solingen den Rücken
kehrt. „Das alte Gebäude ist wegen des
bergigen Grundstücks auf mehrere Ebenen verteilt, deren Traglast stellenweise zu gering war, um unsere modernen
Maschinen mit ihrem hohen Gewicht so
aufstellen zu können, dass die Wege optimal gewesen wären. Zudem hatten wir
exorbitant hohe Energiekosten“, erinnert
sich Mittelmann. Das Grundstück in der
Champagne sei zwar kleiner, könne aber
effektiver genutzt werden. Und zusätzlich
bietet das Nachbargrundstück in städtischen Besitz die Möglichkeit der Erweiterung um 5.000 Quadratmeter Fläche.
Gewerbeflächen in Reserve
bäude an der Rheinischen Straße 43 habe
durch die Grundfläche als Viertelkreis,
dessen Außenfläche mit einer silbrigen
Fassade zur Kreuzung Rheinische Straße/Landstraße zeigt, klare optische Vorteile. Die Alu-Fassade ließe sich aber bei
Bedarf auch durch Fenster aufbrechen.
60 Stellplätze und ein 5.000 Quadratmeter großes Grundstück mit einer 1.350
Quadratmeter großen Halle und 900 Quadratmeter Bürofläche bieten viel Platz,
der auch für Anbauten genutzt werden
könne. Die gleiche Grundstücksfläche
hat auch das Gebäude an der Rheinischen
Straße 36. Und doch ist es nicht nur architektonisch ganz anders. Eine große
Produktionshalle mit 2.400 Quadratmetern und Büros mit 1.250 Quadratmetern
auf zwei Etagen nutzen die Fläche nahezu
komplett aus. Doch auch für die dadurch
fehlenden Parkplätze hat Schuhmacher
eine Lösung: Man könne die tiefer liegende untere Etage mit der Lieferrampe umbauen und als Parkebene nutzen.
A+K Präzision kommt neu nach Haan
Über solche Gedankenspiele ist Klaus
Mittelmann längst hinaus. Nach anderthalb Jahren ist der Diplom-Ingenieur und
Geschäftsführer der A+K Präzision CNCFertigung GmbH auf der Suche nach einem
neuen Standort fündig geworden. Bald
zieht er mit seinem Unternehmen von Solingen nach Haan. Für das Objekt, das er im
Gewerbegebiet Champagne gemietet hat,
wurde bereits der Architekt beauftragt,
die Baugenehmigung ist erteilt. Seine Vermieter, Winfried Kita, hatte die Immobilie
einst mit seiner Firma Eufab gebaut, das
Unternehmen aber 2009 nach Wuppertal verkauft. Seitdem war die Halle an bis
zu vier Mieter gleichzeitig vermietet. „Ich
bin froh, mit A+K Präzision einen langfristigen Mieter gefunden zu haben, der das
Gebäude für zehn Jahre mit zweimaliger
Option auf fünf Jahre Verlängerung nutzen möchte“, berichtet Winfried Kita, der
mit seiner WIKIWUTA auch nach dem Firmenverkauf weiter Unternehmer geblieben
ist. Für seinen neuen Mieter wird er rund
300.000 Euro in das Gebäude investieren, in
Heizung, Fußboden, Fenster und die Umlegung der Parkplätze. Aber auch A+K steckt
Geld in das ehemalige Eufab-Gebäude.
Rund 150.000 Euro fließen in eine TrafoStation, neue Elektrik in beiden Hallen sowie eine Lichtanlage – notwendige Investitionen für die aufwendigen Maschinen des
CNC-Fertigers. Insgesamt wird der Standortwechsel rund 600.000 Euro kosten.
„Diese Projekte sind gute Beispiele
dafür, welche Möglichkeiten sich im Immobilienbestand der Gewerbegebiete ergeben“, sagt Wirtschaftsförderer Elmar
Jünemann. „Leerstände sind immer auch
eine Chance für Modernisierung und
bedarfsgerechte Entwicklung. Darüber
lassen sich auch bestehende Gewerbegebiete im Profil schärfen und zeitgemäß
ausrichten.“
Natürlich hält die Wirtschaftsförderung auch Reserven an unbebauten
Grundstücken vor. Nach der beinahe
vollständigen Vermarktung des ersten Bauabschnitts – Restflächen 7.000
und 25.000 Quadratmeter – im 280.000
Qua­dratmeter großen Technologiepark
Haan | NRW gehe man hier nun in die
zweite Runde. Auch im Industriepark
Haan-Ost seien noch Flächen zu haben
– „aber mal ehrlich, wir schätzen Pflicht
und Kür“, so Jünemann.
Stadt Haan
Amt für Wirtschaftsförderung
und Liegenschaften
Kaiserstraße 85 · 42781 Haan
Marita Duske · Tel.: 0 21 29 / 9 11-2 40
Elmar Jünemann · Tel.: 0 21 29 / 9 11-2 41
wirtschaftsfoerderung@stadt-haan.de
www.haan-nrw.de
Wirtschaftsblatt 4/11
Bauen, Mieten, Investieren
HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH
Foto: Jasper Carlberg
26
Im Vorfeld des Brückenschlags unterzeichneten Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (r.) und Kopenhagens Oberbürgermeister Frank Jensen eine Kooperationsvereinbarung
Hamburg wächst
über sich hinaus
Mit der festen Fehmarnbelt-Querung entsteht eine Achse zwischen Hamburg und
Kopenhagen. Das Projekt fördert Wachstum, der Bedarf an Flächen und Immobilien
steigt. Aber auch direkt in der Hansestadt tut sich einiges: HafenCity, Mitte Altona
und die Internationale Bauaustellung (IBA) 2013 sind herausragende Projekte.
D
ie feste Querung zwischen Schleswig-Holstein und
Dänemark ist nicht mehr nur ein Traum, sondern
wird bereits Wirklichkeit. In Kopenhagen arbeiten
Ingenieure mit Hochdruck daran, dass Autofahrer
und Zugreisende sich ab 2020 die Fährüberfahrt zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødbyhavn sparen können. Mit dem
Bauwerk verkürzt sich die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen auf rund zweiein­halb Stunden. Erwartet werden ähnlich positive Effekte wie durch die Öresund-Querung zwischen
Kopenhagen und dem schwedischen Malmö: Bereiche wie die
Lo­g istik, aber auch Umwelt- und Infor­mationstechnologie soWirtschaftsblatt 4/11
wie Biowissenschaften erlebten dort einen Aufschwung, und
der Grenzverkehr hat sich seit der Eröffnung im Jahr 2000 vervierfacht.
Immobilien entlang der Verkehrsachse gefragt
Wenn die Fehmarnbelt-Querung da ist, werden neue Standorte für expansionswillige Unternehmen zugänglich, die zuvor
schlechter erreichbar waren. Firmenansiedlungen entlang der
Achse Hamburg-Kopenhagen wer­den dadurch attraktiver. Für
die Immobilienbranche be­deutet dies: Wer den Unternehmen
Infoservice der Stadt (Anzeige)
die nötigen Grundstücke vermitteln kann, Immobilien entwikkelt, baut oder verkauft, besitzt gute Aussichten. Die günstigen
Perspektiven sehen auch die Handelskammern Hamburg und
Lübeck: Die Standortqualität im Einzugsbe­reich der Achse Hamburg-Malmö werde sich „nachhaltig verbessern“ und sei „Schlüssel für Wachstum und Beschäftigung in der gesamten Region“.
Auch viele Menschen auf beiden Seiten des Belts erwarten,
dass sich das Bauprojekt günstig auf die Regi­on auswirkt, ergab
eine repräsenta­t ive Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von
Femern A/S vom März 2011. 72 Prozent der Norddeut­schen und
66 Prozent der Dänen sind von den positiven Konsequenzen
überzeugt. Bis zum geplanten Baubeginn im Jahr 2014 sind noch
einige Hürden zu über­springen. Spezialisten stellen derzeit Untersuchungen in den Bereichen Umwelt und Geotechnologie an.
2012 soll die Entscheidung zwischen einer Brücke und einem
Tunnel fal­len. Auch die nötigen Genehmigungs­verfahren beider
Länder stehen noch aus.
Hamburger Senat beschleunigt Wohnungsbau
Nachdem die Tinte unter dem „Vertrag für Ham­burg“ trocken
war, lächel­ten die Unterzeichner gut gelaunt in die Kameras. Hamburgs Erster Bür­germeister Olaf Scholz, die Sena­toren Frank Horch
und Jutta Blan­kau sowie Repräsentanten aus den sieben Hamburger Bezirken wollen mehr Schwung in den Wohnungs­bau bringen.
Der Senat verspricht, Konversions­flächen und nicht mehr marktgängige Gewerbeflächen bereitzustellen und Baugenehmigungen schneller zu erteilen. Die Zahl der fertigen Wohnungen soll
auf 6.000 pro Jahr hochgefahren werden. Zudem will der Senat
in einem „Bündnis für das Wohnen“ Absprachen mit der Immobilienwirtschaft treffen – eine Chance für die Unternehmen.
Wohnraum entsteht an vielen Stellen: Im Sommer wurde ein
neues Planrecht für die Innenstadt verabschiedet, so dass dort
künftig mehr Wohnungen entstehen kön­nen. Das städtische
Wohnungsun­ternehmen SAGA GWG wird in sei­ner Großwohnsiedlung Mümmel­mannsberg bis 2020 mehr als 100 Millionen
Euro investieren, um die rund 4.700 Wohnungen des Quartiers
sowie ein Einkaufszentrum aufzu­werten und unter anderem
neue Außenanlagen zu schaffen.
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Visualisierung: Femern A/S
Visualisierung: André Portiers Architekten Stadtplaner RIBA
Flanieren in der HafenCity: Das Hamburger Vorzeigeprojekt wandelt beinahe täglich sein Gesicht,
Wohn- wie Büroangebote sind stark nachgefragt
HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH
So sehen die Planer das
Innere des Tunnels
Hamburgs Vorzeigeprojekt bleibt die HafenCity – bei Wohnund Gewerbeimmobilien. Im Norden und Westen der HafenCity leben bereits über 1.700 Menschen, und 7.200 Ar­beitsplätze
sind entstanden. „Die HafenCity hat sich als eigenstän­diger
Büro­standort etabliert“, sagt Andreas Rehberg, Geschäftsführer
von Grossmann & Berger. Ab Herbst 2012 werden die neue UBahn-Linie 4 und später die Elbphilharmonie das Interesse von
Unternehmen und Be­völkerung an der HafenCity erneut steigern. 2011 wurde ein weiterer Bauabschnitt im Überseequartier
be­gonnen. Und mit der Überarbeitung des Masterplans für den
Osten der HafenCity wurde sie erstmals bis zu den Elbbrücken
zu Ende gedacht.
Zieht der Fernbahnhof Altona um?
Hamburg will Wandel und Wachstum ressourcenschonend
gestalten. Musterbeispiele finden sich in Wil­helmsburg, wo der
Sprung über die Elbe im Zuge der Internationalen Bauausstellung IBA 2013 gelingen soll. Was auf der Elbinsel schon Ge­stalt
annimmt, ist bei der Neuen Mitte Altona noch Zukunftsmusik:
Zieht der Fernbahnhof Altona, wie die Bahn es sich vorstellt,
bis 2020 nach Norden an den S-Bahnhof Diebsteich, wird ein
75 Hektar großes Areal für Woh­nen und Arbeiten frei. Immerhin 13 Hektar am Ostrand sollen auch ohne Bahnhofs-Verlegung entwickelt wer­den. Ab 2012 rollen die Bagger.
Services für Immobilienprofis
Kostenlose Immobilien- und Flächenberatung der Stadt Hamburg: www.hwf-hamburg.de
Unternehmerservice der Stadt Hamburg:
www.hamburg.de/immobilien-bau
Suchmaschine für Gewerbeflächen der Metropolregion
Hamburg: http://metropolregion.hamburg.de/gefis/
Auf der Expo Real ist die Metropolregion Hamburg in der
Halle B 2 mit einem großen Gemeinschaftsstand vertreten:
www.exporeal.hamburg.de
Wirtschaftsblatt 4/11
Bauen, Mieten, Investieren
Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung mbH
Das Gelände des Eurobahnhofs befindet sich im Zentrum von Saarbrücken und
dient heute als multifunktionales Stadtquartier. Im Vordergrund ist das B&B
Hotel zu sehen, hinten rechts steht das im baubefindliche Bürogebäude „Entrez“
mit Mietflächen ab 200 m²
© GIU, Eric Müller
28
Willkommen im neuen Leben
Nach dem letzten „Glück Auf“ im Saarland stand ein ganzes
Bundesland vor der Mammutaufgabe, sich eine neue Identität zu
geben. Die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensführung
(GIU) übernahm es, aus historischen Industriegiganten
leistungsfähige Standorte zu entwickeln und schenkte dem Saarland
ein zweites Leben als expandierender europäischer Wirtschaftsraum.
D
as do is e schweri Arwet“,
dachte sicherlich fast jeder
Saarländer. Immerhin brachten Bergbau und Hüttenwerke
jahrhundertelang Wohlstand an die Saar.
Die späten neunziger Jahre zeigten, dass
das Ende der Montanindustrie nun endgültig gekommen war. Nicht jede Grube eignete sich als Besucherbergwerk, und nicht
jeder Förderturm ließ sich zur historischen
Location umfunktionieren. Damit aus dem
Saarland nicht das größte Freilichtmuseum für Bergbau und Stahlproduktion
wurde, mussten neue Ideen her. Loftwohnungen in leeren Fabrikhallen sind zwar
attraktiv, aber wer dort wohnt, muss sich
die Miete auch verdienen können.
Wirtschaftsblatt 4/11
Die pragmatischen Saarländer entdeckten
sehr schnell, wie man mit dem Erbe der
Montanindustrie die internationale Wirtschaftswelt auf sich aufmerksam macht.
Schmuckschatulle mitten in Europa
Die Landeshauptstadt Saarbrücken
gründete bereits vor 25 Jahren die GIU, ursprünglich als Gesellschaft für Innovation
und Unternehmensförderung mbH, später erweitert um die Flächenmanagement
Saarbrücken KG. „Für die ersten von uns
entwickelten Flächen fanden wir allerdings keine bauwilligen Investoren“ sagt
Geschäftsführer Jürgen Schäfer, seit 1999
bei der GIU. „Wir haben dann, von unserem
Konzept überzeugt, selbst die bereitgestellten Flächen überbaut.“ Heute unterhält das
Unternehmen rund 90.000 Quadratmeter
vermieteter Fläche, davon 70.000 Quadratmeter Bürofläche im eigenen Bestand, auf
die so mancher Bauherr inzwischen neidisch blickt. Die Saarterrassen haben es
gezeigt: Aus einem brachliegenden Hüttenareal wurde auf dem terrassenförmigen
Gelände an der Saar ein Einzelhandels-und
Dienstleistungsstandort im spannungsvollen Dialog zwischen Gestern und Heute.
Nirgendwo verstehen sich glitzernde neue
Fassaden so gut mit ehrwürdigen alten Gemäuern wie im Saarland.
„Kein brutaler Kahlschlag, sondern mit
dem Bestand verantwortungsvoll umgehen“, beschreibt Jürgen Schäfer die Motivation , die auch Dr. Suzanne Mösel, seit
einigen Monaten ebenfalls Geschäftsführerin der GIU, teilt. Wirft man erst einmal
einen Blick in die Schatulle der GIU, findet
sich so mancher Diamant, der im ersten
Leben als Elektromotorenzentrale, Alte
Koh­lenwäsche oder ehemaliges Ausbesserungswerk funkelte.
Infoservice der Stadt (Anzeige)
© GIU, Böll
29
Die GIU hat mittlerweile ein phantasievolles Händchen für architektonische
Schmuckstücke entwickelt und zeigt ihre
Kompetenzen auch beim ehemaligen
Eisenbahn-Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn, aw Saarbrücken-Burbach.
Die gut erhaltenen Gebäude am Ende einer einstigen eindrucksvollen Gleisharfe stammen, mit wenigen Ausnahmen,
noch aus der Gründungszeit des Werkes.
Die besten Zeiten sahen sie schon vor
dem Zweiten Weltkrieg, aber ihre stadtnahe Lage und ihr unverwechselbarer
Charakter sind zu schade, um sie dem
Verfall zu überlassen.
Überdachtes Gewerbegebiet
Wie lässt sich jedoch eine unter Denkmalschutz stehende, 40.000 Quadratmeter große ehemalige Wagenrichthalle vermarkten? Die saarländische Lösung war
so einfach wie genial: als überdachtes Gewerbegebiet mit einer modernen „Haus in
Haus-Lösung“. Die Zielgruppe war schnell
definiert, Handwerker meldeten verstärkt
Interesse an kleinen Einheiten mit Wachstumspotential. Wie unter freiem Himmel
wurden Lkw-taugliche Straßen angelegt
und dazwischen Büros und Werkstätten
gebaut. Denkmalschützer freut die unangetastete Fassade des Gebäudes, die Un-
Tradition und Moderne nebeneinander: Hinter den
alten Fassaden entwickelt sich neues Gewerbe
ternehmer freut der Neubaustandard mit
zeitgemäßer Energieversorgung, und alle
zusammen begeistert ein Nachbarschaftsklima, aus dem sich schon einige Gemeinschaftsgeschäfte entwickelten. Mit dem
fünften Bauabschnitt und weiteren 5.000
Quadratmetern Markthallencharakter für
handwerkliches Gewerbe beginnt die GIU
im nächsten Jahr. Für etwa zehn neue Unternehmen wäre dann wieder Platz.
Zwischen Paris und Frankfurt/Main
Genau in der Mitte der ICE Trassenführung Paris / Frankfurt am Main, im
Zentrum der Landeshauptstadt Saarbrücken, liegt der Eurobahnhof. So außergewöhnlich wie das Innenstadtquartier
selbst war auch der Weg zur Formung
seiner Identität. Die Mitgestaltung der
Investoren und Nutzer im Rahmen eines innovativen, offenen Verfahrens ist
einmalig und brachte im Ergebnis eine
lebendige und vielfältige Handschrift
im Quartier Eurobahnhof. Die Kassenärztliche Vereinigung sicherte sich eine
Fläche direkt in Blickweite des Saarbrücker Hauptbahnhofes und eröffnet im
Herbst 2012 ihr viergeschossiges Bürogebäude. Die GIU plant im nächsten Jahr
den Umbau der ehemaligen Buswerk-
© GIU, Altjohann
Das „Fahrwerk Saarbrücken“
soll lOldtimerfreunde locken
© GIU, Pixellab
Überdachte Infrastruktur mit
Lkw-tauglichen Straßen
Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung mbH
statt zum „Fahrwerk Saarbrücken“. Die
Idee entwickelte sich aus der Tatsache,
dass im Saarland, gemessen an den KfzZulassungen, die meisten Oldtimer mit
Historien-Kennzeichen unterwegs sind.
Werkstätten, Gastronomie, Serviceangebote rund um den Oldtimer sowie Ersatzteilversorger stehen zum Einzug in die
umgebaute Buswerkstatt bereit. Einige
Flächen im Obergeschoss sind noch frei
für kleine Shops oder Dienstleister rund
um die alten Fahrzeuge. Ein B & B Hotel,
das international anerkannte medizinische Zentrum „Medizeum“ und das im
baubefindliche Tagungs- und Unternehmerzentrum „Entrez“ (Fertigstellung Oktober 2011) sind bereits im Quartier Eurobahnhof angekommen.
„Uns ist es wichtig, abends Leben auf
die Fläche um den Eurobahnhof zu bringen. Wir möchten kein ruhiges Gewerbegebiet, sondern ein multifunktionales
Stadtquartier, in dem man sich auch nach
der Arbeit gern aufhält“, erklärt GIU-Chef
Schäfer.
GIU – Gesellschaft für Innovation und
Unternehmensförderung mbH
Nell-Breuning-Allee 8
66115 Saarbrücken
Tel.: 06 81 / 85 75-1 02
info@giu.de · www.giu.de
Wirtschaftsblatt 4/11
30
Bauen, Mieten, Investieren
Stadt Sankt Ingbert
Erfolgsprinzip
Geschwindigkeit
Gewerbepark Kléber: Rechtzeitig zur Expo Real rollten
die letzten Bagger von der 8,5 Hektar großen Fläche
Willkommen in der merkwürdigsten Mittelstadt Deutschlands. Auch Mitbewerber erkennen es neidlos
an, in Sankt Ingbert zeigt der Daumen für Wirtschaftswachstum stetig nach oben. Wer also bereit ist für
den großen Wurf, sollte sich in der fünftgrößten Stadt des Saarlandes mal genauer umschauen.
W
ie beschreibt man ein
Gewerbegebiet,
das
Investoren
schlichtweg die Sprache verschlägt? 300 Meter bis zur Autobahnauffahrt, sagt die Navigation beim Einstieg,
300 Meter bis zum nächsten Knotenpunkt, sagt die Telekom beim Bedarf einer eigenen Datenleitung. Es gehört zu
den sympathischsten Eigenschaften der
Saarländer, sich selbst nicht ganz so ernst
zu nehmen. Deshalb sucht Sankt Ingbert
nicht nur investitionsfreudige Unternehmer, sondern ausdrücklich „Unternehmer mit Händchen und Köpfchen“, bringt
es der Chef der Wirtschaftsförderung,
Jürgen Schmidt, auf den Punkt. „Der kann
dann aber auch mit Erfolg arbeiten und
mit Freude leben“, wirbt Christina Eich,
Sankt Ingbert-Fan und Beraterin bei der
Wirtschaftsförderung.
Wirtschaftsblatt 4/11
Überall begegnet man dem erhobenen
Daumen für Wachstum, der mittlerweile auch ambitionierte Global Player nach
Sankt Ingbert gelockt hat. So endete eine
Einkaufstour von SAP bei einem kreativen Start-Up-Team der Uni Saarbrük­
ken, was sich im Laufe der Zeit zu einer
der größten Zweigniederlassungen von
SAP entwickelte. Jörg Wagner von SAP
Deutschland weiß: „Als Global Player hat
man in Sankt Ingbert ganz wesentliche
Trümpfe in der Hand. SAP profitiert von
einem High-Tech-Standort mit erstklassiger Anbindung und rundum zufriedenen
Mitarbeitern, die sich in Sankt Ingbert
wohl fühlen“. Diese Privilegien lässt man
sich hier auch nicht nehmen. „Wir haben
mit der Uni Saarbrücken, europaweit eine
der Besten im Bereich Informatik direkt
vor der Haustür. Mit unseren beiden neuen Gewerbegebieten halten wir sowohl
innerstädtische, als auch autobahnnahe
Standorte bereit, je nach der Ausrichtung
des Unternehmens“, bekräftigt Oberbürgermeister Georg Jung.
DNA Sankt Ingberts
Da wäre zum einen das Drahtwerk
Nord Areal, von der Wirtschaftsförderung kurz DNA genannt. Hier warten
40.000 Quadratmeter Bürofläche auf neue
Ideen. Möglich sind vier- bis achtgeschossige Gebäude. Wie sich Sankt Ingbert seine DNA vorstellt, zeigt Jürgen Schmidt
in einer Animation. „Hier können sich
kreative Architekten und visuelle Unternehmen austoben“. Grenznah zu Frankreich, Luxemburg und Belgien, in direkter
Nachbarschaft zur Uni und zahlreichen
Instituten siedelt man sich mitten in Europa an. Gut die Hälfte der rund 23 Hektar
Infoservice der Stadt (Anzeige)
Stadt Sankt Ingbert
31
Geübte Spatenstecher: Oberbürgermeister Georg Jung (m.) umringt
von Wirtschaftsförderungs-Chef Jürgen Schmidt (l.) und seinem Team
des früheren Saarstahl-Geländes ist bereits verkauft oder reserviert. Mitarbeiter
schätzen die mittelbare Nähe zur Innenstadt und Fußgängerzone. In der Mittagspause zu Fuß ein paar Einkäufe erledigen,
sich beim Cappuccino mit der Freundin
austauschen oder mit Kollegen auf die
schnelle zum Lyoner essen verabreden.
Für das Auge nicht unsichtbar, für den
Rechner lebensnotwendig, verläuft durch
Sankt Ingbert der Datenhighway Frankfurt
am Main/Luxemburg. Direkt am Drahtwerkgelände ist ein Knotenpunkt, der es
der Telekom erlaubt, ortsansässigen Unternehmen mit wenig Aufwand ein Businesspaket zu schnüren, das bei Bedarf
auch eine eigene Unternehmensdatenautobahn beinhaltet. Bestes Klima also
auch für digitales Wachstum.
Mit Key-Systems Geschäftsführer Alexander Siffrin gibt es nicht nur eine der
besten IT-Referenzen, sondern auch ein
Gründungsmitglied des „dot-SaarlandVereins“. Der Domain-Registrar Key-Sy­
stems wirbt als Gründungsmitglied des
gemeinnützigen Vereins für eine Einfüh-
rung der neuen Top-Level-Domain (TLD).
SAARLAND im Stil von.DE oder.COM, damit die digitale Heimat der Saarländer im
Internet Realität wird.
Der Daumen geht auch für die rund
8,5 Hektar große Fläche des Kléber-Geländes hoch. Rechtzeitig zur Expo Real
rollten die letzten Bagger von der Fläche. Wirtschaftsförderer Jürgen Schmidt
kann den Abschluss der Erschließungsarbeiten melden und sofortigen Baubeginn ankündigen.
Dolce Vita für Unternehmer
Eines der ersten Grundstücke hat sich
Herges Blech- und Stahlbau gesichert.
Mit Hammer und Amboss legte Schmiedemeister Albert Herges 1940 in seiner
Sankt Ingberter Huf- und Wagenschmiede den Grundstein für das heutige Unternehmen. Manfred und Wolfgang Herges
übernahmen in dritter Generation das
Unternehmen als Industriezulieferer für
geschweißte Stahl- und Blechkonstruktionen und nutzen den Gewerbepark-Klé-
ber zur Expansion. Nachschub an Fachkräften finden sie reichlich durch die nur
wenige Minuten entfernte Universität des
Saarlandes und die Talentschmiede der
privaten Akademie der Saarwirtschaft.
Kunden und Besucher, die mit dem
Flugzeug anreisen, schätzen die kurze
Fahrzeit von zehn Minuten zum Flughafen Saarbrücken. Wo kann man sich
schon bei seiner Unternehmensansiedlung zwischen Innenstadt und Gewerbepark entscheiden? Man ahnt die Antwort:
In Sankt Ingbert, wo man sich nicht zaghaft mit dem Zeigefinger meldet, sondern
gleich den ganzen Daumen nach oben
streckt.
Stadt Sankt Ingbert
Jürgen Schmidt
Leiter der Wirtschaftsförderung
Am Markt 12
66366 St. Ingbert
Tel.: 0 68 94 / 13-7 31
jschmidt@st-ingbert.de
www.st-ingbert.de
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
gw Saar Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH
Das Saarland trumpft mit
neuen Flächen
Viel Platz für Ihr Vorhaben – mit dieser Botschaft reist die Gesellschaft
für Wirtschaftsförderung Saar mbH (gwSaar) nach München zur Expo
Real. Das kleinste Flächenbundesland Deutschlands rüstet sich zum
Wettlauf mit den traditionellen Metropolen und wirft bis 2020 sechs
neue Standorte im europäischen Wirtschaftsraum in den Ring.
Infoservice der Stadt (Anzeige)
Projektgesellschaft einen Masterplan für
Industrieflächen erarbeitet. Er sieht vor,
bis 2020 sechs große Industriegebiete,
an verschiedenen besonders geeigneten
Standorten zu entwickeln. Maßgebende
Kriterien für die Auswahl der neuen Erschließungsgebiete sind unter anderem
die Lage, Verkehrsanbindung, ökologische Verträglichkeit und ein möglichst
großzügiger Grundstückszuschnitt. Der
Industriepark Holz in Losheim-Niederlosheim und die Fläche „Am Schaumberg“
in Theley-Tholey sind bereits erschlossen
und – kaum auf dem Markt – bis auf Restflächen schon abverkauft. Zwischen der
Kreisstadt Homburg und der Gemeinde
Kirkel erwarb die SBB vom Bund eine
ehemalige
Bundeswehr-Liegenschaft.
Die Erschließungsplanung „Am Zunderbaum“ wird in diesem Jahr noch abgeschlossen. Für das Gebiet „Lisdorfer Berg“
unmittelbar bei der französischsten Stadt
Deutschlands, Saarlouis, steht die Offenlegung des Bebauungsplanes kurz bevor.
Gewiss richtig
D
as Saarland bietet wieder Platz,
berichtet Thomas Schuck, Geschäftsführer der Gesellschaft
für Wirtschaftsförderung Saar. Weil nur
wenige große Flächen im Saarland vorhanden sind, gilt es, mit den wertvollen
Ressourcen optimal umzugehen. „Unsere
Hochschulen bilden qualifizierten Nachwuchs aus, unsere Unternehmen wollen
wachsen, und unsere Global Player werben
für uns im Ausland“, so Thomas Schuck
weiter, „jetzt können wir wieder großzügige Areale anbieten.“
Nach Thyssen-Krupp und Salzgitter
nimmt zum Beispiel der neu geschaffene
Konzernverbund aus Dillinger Hütte und
Saarstahl (SHS-Stahl-Holding-Saar) mit
einer gemeinsamen Jahresproduktion
von 3,2 Millionen Tonnen Stahl den dritten Platz unter den deutschen Herstellern ein. Das lockt Synergieeffekte an die
Saar. Ohnehin macht schon die geograWirtschaftsblatt 4/11
fische Lage des Saarlandes automatisch
auf die 2.570 Quadratkilometer aufmerksam. Für ICE- und TGV-Reisende von Paris nach Frankfurt am Main ist nach 110
Minuten von beiden Seiten aus Halbzeit
am Saarbrücker Bahnhof. Auf der Straße genügen 18 Stunden LKW-Lenkzeit,
und der größte Teil Europas ist erreicht.
Am schnellsten geht es dabei über das
dichte saarländische Autobahnnetz, das
fast immer staufrei bleibt. Wenn es ganz
schnell gehen muss, aber kein geeigneter
Check-In von Saarbrücken aus passt, gibt
es im Umkreis von 200 Kilometer vier
weitere internationale Flughäfen.
Von wegen klein
Um das Saarland ganz groß rauszubringen und für Investoren weiterhin so
attraktiv zu gestalten wie bisher, hat die
SHS-Tochter SBB Saarland Bau und Boden
Um die Flächen-Recherche für Inve­
storen so bequem wie möglich zu gestalten, hält die Internetseite www.gewisssaarland.de Daten zu Grundstücksgrößen,
Lage und Verfügbarkeit bereit. „GEWISS“
steht für Gewerbeflächen-InformationsSystem Saar und führt über verschiedene
Suchkriterien direkt per Mausklick zur
freien Fläche. „Was früher mit zeitaufwendigen Recherchen verbunden war,
dauert im Saarland jetzt nur noch einige
Minuten“, bringt Projetbetreuer Dr. Bruno
Aust die Vorteile von „GEWISS“ auf den
Punkt. Auch alle weiteren Schritte bis zur
Ansiedlung kommen im Saarland aus einer Hand. Wirtschaftsförderung und Immobilienwirtschaft sitzen unter einem
Dach zusammen und stehen als ein Ansprechpartner zur Verfügung.
gw Saar Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH
ATRIUM Haus der Wirtschaftsförderung
Anja Petschauer
66119 Saarbrücken
Tel.: 06 81 / 99 65-3 10
petschauer@invest-in-saarland.com
www.invest-in-saarland.com
www.gewiss-saarland.de
INNOVATIONSPARK RHEINLAND
GEMEINDE
GRAFSCHAFT
Ahrtalstraße 5 . 53501 Grafschaft-Ringen
Telefon (02641) 800790
E-Mail: info@gemeinde-grafschaft.de
www.gemeinde-grafschaft.de
www.innovationspark-rheinland.de
www.gewerbepark-gelsdorf.de
t
haf
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G
Ihr
Wirtschaftsstandort
Die Gemeinde Grafschaft hat sich durch den „Innovationspark Rheinland“ und den „Gewerbepark Gelsdorf“
im Herzen
zu einem leistungsstarken und aufstrebenden WirtEuropas schaftsstandort entwickelt. Sie liegt eingebettet zwischen
der Wirtschafts- und Wissenschaftsregion Köln-Bonn, welche
zu den dichtesten Forschungslandschaften in Europa zählt und dem
Wirtschaftsraum Neuwied-Koblenz. Durch die optimale wirtschaftsgeographische Lage sind nicht nur die Oberzentren Köln-Bonn, sondern auch
die Wirtschaftsregionen im Rheinland, dem Ruhrgebiet, dem RheinMain-Gebiet sowie die Benelux-Länder schnell zu erreichen. Ein eigener
Autobahnanschluss des „Innovationspark Rheinland“ an die A61 sowie
die gute Anbindung des „Gewerbepark Gelsdorf“ an die A61 und die
A565 sind prägende Kennzeichen. Die vorhandenen Rahmenbedingungen bilden eine solide Grundlage für eine unternehmerische Zukunft.
Ihre Vorteile
die großen europäischen Märkte vor der Tür
niedrige lokale Steuersätze
äußerst günstige Grundstückskonditionen
direkter Autobahnanschluss
attraktives Wohn- und Freizeitumfeld
Da ist
was für Sie drin!
Der Immobilienmarkt der Metropolregion Rhein-Neckar.
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Die Metropolregion Rhein-Neckar auf der EXPO REAL 2011
Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Halle C1, Stand 130.
Unsere Premiumpartner auf dem Stand:
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Ernsting’s Bau & Grund GmbH & Co. KG
35
Noch Platz
im Süden
Ernsting’s family will wachsen. Besonders in Süddeutschland und Österreich sehen die Kundenlieblinge noch weiße Flecken. Doch Dr. Jürgen
Bohnenkamp, Geschäftsführer Expansion, und sein
Team sind auf einem guten Weg.
D ie Österreicher sind genau so treue Kunden wie die
Deutschen“, konstatiert Unternehmenssprecher Marcello Concilio zehn Monate nach Markteintritt, „nur
die Markenbekanntheit könnten wir noch steigern.“ Ende Oktober 2010 fiel der Startschuss für Ernsting’s family Austria in
Wiens größtem Shoppingcenter. Im September 2011 eröffnete
der Familienausstatter aus dem Münsterland bereits die zwanzigste Filiale in der Alpenrepublik. Und bis Ende des Jahres soll
etwa ein weiteres Dutzend hinzukommen.
Rasanter Familienzuwachs
Dieses scheinbar atemberaubende Wachstums-Tempo ist
bei Ernsting’s family unbedenklich: Gerade wurde der Familienausstatter zum dritten Mal in Folge von deutschen Verbrauchern zum „Händler des Jahres“ für Baby- und Kindermode gewählt. Außerdem hat es Konstanz: Über die letzten zwölf Jahre
haben die Münsterländer die Zahl ihrer Filialen sukzessive
verdoppelt – von 800 auf 1.600. „In großen Teilen Deutschlands
haben wir aus-expandiert“, erklärt Dr. Jürgen Bohnenkamp, der
als Geschäftsführer der Ernsting’s Bau & Grund die Expansion
federführend vorantreibt. In Bayern und Baden-Württemberg
sieht er allerdings noch deutliches Wachstumspotential. „Unser
mittelfristiges Ziel sind 1.800 Filialen in Deutschland und 120 in
Österreich“, sagt Bohnenkamp.
Eine Frage der Lage
Doch der Expansionschef mahnt: „Unser Wachstum ist kein
Selbstläufer. Wir sind auf gute Partnerschaften angewiesen.“
Außerdem wächst Ernsting’s family nicht um jeden Preis. Die
Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens beruht auf sorgfältiger Auswahl der Lagen, denn: „Jede Filiale muss sich selbst
tragen“, zitiert Bohnenkamp die Marschroute. Ernsting’s family verzichtet auf prestigeträchtige Flagship-Stores. „Das würde
unserem Grundsatz von natürlichem Wachstum und Nachhaltigkeit widersprechen“, erklärt Concilio. Damit meint der
Kommunikationsleiter vor allem langfristige Investitionen und
Standorttreue, von denen nach Möglichkeit auch Kommunen
und Nachbarn profitieren. Dazu gehört aber auch, dass das Fa-
Ernstings möchte seine Familie erweitern
milienunternehmen seit 2005 Beleuchtung, Heizung und Kühlung der Ladenlokale energetisch optimiert hat.
Genaue Vorstellungen
Das neue Ladenkonzept steigert zudem die Aufenthaltsqualität: Klarere Gliederung des Sortiments anhand der Ernsting’sFarben sowie Highlightpräsentationen im Mittelraum und insgesamt mehr Platz. „Neue Filialen haben rund 150 Quadratmeter
Verkaufsfläche“, erläutert Bohnenkamp. Die meisten befinden
sich in 1a- und 1b-Lagen von Innenstädten, Nahversorgungsund Fachmarktzentren. „Den Österreichischen Einzelhandel
prägen künstliche Handelsagglomerationen. Fußgängerzonen,
wie in Deutschland typisch, findet man nur in den großen Städten“, sagt Bohnenkamp. Ernsting’s family konzentriert sich daher auf einen Standortmix bestehend aus Einkaufs- und Fachmarktzentren. Ansonsten bleibt nur noch ein Wunsch an die
Österreicher offen, meint Concilio: „Wir werden bisher zu sehr
als Baby- und Kinderausstatter wahrgenommen, dabei haben
wir genauso viele Waren für die Frau.“
:
Ernsting’s Bau & Grund GmbH & Co. KG
Dr. Jürgen Bohnenkamp
Hugo-Ernsting-Platz/Industriestraße 1 · 48653 Coesfeld
Tel.: 0 25 46 / 77-0
juergen.bohnenkamp@ernstings-bau-und-grund.com
www.ernstings-family.com
Standortanforderungen:
• 1a- und 1b-Lagen, Einzugsgebiet min. 15.000 Einwohner
• 150–200 Quadratmeter Verkaufsfläche zzgl. Nebenräume
• 6–10 Meter Frontbreite, ebenerdig
Wirtschaftsblatt 4/11
36
Bauen, Mieten, Investieren
Reuter Bauunternehmen GmbH
Bei Reuter Bau ist das Team der Star
Aus Freude am Bauen
Kompetenz ist die Voraussetzung, doch nur im Zusammenspiel mit Leidenschaft
entstehen erstklassige Bauwerke. Bei den Fachleuten von Reuter Bau spürt man
ihr Engagement sofort, denn sie sind auf Baustellen in ihrem Element.
S
olidität, Offenheit und Fairness
sind drei Eigenschaften, die durchaus auch als Markenzeichen für
das Bauunternehmen Reuter gelten können. Die Firma mit Sitz in GrevenbroichWevlinghoven agiert seit über 75 Jahren
gleichbleibend erfolgreich auf einem sich
stetig wandelnden Markt für Baudienstleistungen. „Unsere Strategie basiert auf
Vielseitigkeit. Reuter liefert in vielen Disziplinen des Bauhauptgewerbes Spitzenleistungen ab“, sagt Rita Krawinkel. Die
Architektin ist eine Enkelin des Gründers und bildet gemeinsam mit dem geschäftsführenden Mitgesellschafter Georg Schmidt und dem Diplom-Kaufmann
Bernd Famulla die Führungsspitze des
Mittelständlers.
Wirtschaftsblatt 4/11
Das Team ist der Star
Reuter Bau hat einen Ruf zu verteidigen. In den Referenzlisten der Traditionsfirma finden sich überzeugend
viele Stammkunden aus Wohnungswirtschaft, Industrie und öffentlichem Sektor, die meistens bereits seit Jahrzehnten
auf die Zuverlässigkeit und Fachkompetenz der Grevenbroicher vertrauen. „Wir
haben immer in die Bereiche Aus- und
Weiterbildung investiert, weil unsere
Leute unser wertvollstes Kapital sind“,
erläutert Georg Schmidt seine Qualifizierungsstrategie. Zum Reuter-Team
gehören aktuell zwölf Ingenieure und
Techniker, zehn erfahrene Poliere und
Maurermeister und weitere 40 Maurer,
Betonbauer und Fachhandwerker. Fünf
Auszubildende erlernen gerade in Grevenbroich ein Handwerk, zwei weitere
Nachwuchskräfte absolvieren ein duales
Studium zum Bauingenieur. Den laufenden Betrieb gewährleisten die elf Kollegen und Kolleginnen aus der administrativen Verwaltung.
Innovativ im Bestand
Besonders geschätzt werden die Fertigkeiten des Reuter-Teams, wenn der
Denkmalschutz auf der Baustelle mitzureden hat. Die Spezialisten können in
diesem Bereich auf berühmte Referenzen
verweisen. Reuter war in den Wieder-
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Reuter Bauunternehmen GmbH
143 Wohnungen wurden in der Solarsiedlung Friedrich-Karl-Höfe in Köln-Niehl realisiert
aufbau des Klosters Langwaden, die Sanierung von Haus Katz in Jüchen und die
Erweiterung des Kreismuseums im historischen Zons involviert. Die Erfahrungen
im Umgang mit schützenswerter Bausubstanz werden für die Grevenbroicher
immer wertvoller, denn viele Wohnungsgesellschaften am Niederrhein und im
Rheinland besitzen Stadtbild prägende
Bestandsgebäude, die dringend modernisiert werden müssen (siehe Kasten).
Abwechslung schafft Sicherheit
Allerdings wollen sich Georg Schmidt
und Bernd Famulla nicht festlegen. Sie
haben Reuter Bau ganz absichtlich als
Allrounder im Markt positioniert. Auf das
Konto des Unternehmens gehen Schulen,
Kindergärten, Hallenbäder und Sparkassengebäude in der ganzen Region. Die
Grevenbroicher verantworten aber auch
37
Auch der Spezialist für Einweggeschirr, Deko- und
Papeterie-Waren PAPSTAR aus der Eifel ist ein
Stammkunde von Reuter Bau
– technisch federführend in einer Arge
– den Neubau von 143 Wohnungen in
den Friedrich-Karl-Höfen in Köln-Niehl.
Mit einer eigenen Gesellschaft wird man
heute zudem als Projektentwickler aktiv.
„Wo wir uns auskennen und die Lage gut
einschätzen können, gehen wir ins Risiko“, umreißt Rita Krawinkel ihre Auswahlmaxime. Aktuell realisiert ihr Team
sehr erfolgreich auf Kirchenland das
Martinus Ensemble mit 18 barrierefreien
Wohnungen in Köln-Esch.
Ein stabiles Reuter-Standbein ist der
Gewerbe- und Industriebau. Seit über 30
Jahren ist man für die heimische Braunkohle- und Aluminiumindustrie im Einsatz. In den Tagebauen und mit der Beseitigung von Bergsenkungsschäden sind
ständig zehn Mitarbeiter beschäftigt.
Herausforderungen werden gerne angenommen, wie etwa in Kall in der Eifel,
wo die Niederrheiner gemeinsam mit
dem Technologielieferant Swisslog für
das Handelshaus Papstar ein 40 Meter hohes und 90 Meter langes Logistikzentrum gebaut haben. Der europaweit
agierende Konzern ist auch ein Stammkunde. Reuter Bau hatte vor dem Hochregallager bereits die Verwaltung des
Unternehmens errichtet. Die Palette gewerblicher Projekte reicht des Weiteren
vom im Sommer 2010 fertig gestellten
neuen Umspannwerk für den Grevenbroicher Energieversorger GWG bis hin zum
neuen Glasrecyclingwerk von Misapor in
Dormagen, das bis Frühjahr 2011 in einer
ARGE gebaut wird.
Reuter Bauunternehmen GmbH
Rudolf-Diesel-Straße 3
41516 Grevenbroich
Tel.: 0 21 81 / 2 70 30
kontakt@reuterbau.de
www.reuterbau.de
Mit Maximalpreisgarantie
A
uf der Basis weitreichender Erfahrungen im baulichen Umgang mit
historisch sensiblen Bestandsgebäude schließt Reuter Bau vor allem mit
Kunden aus der Wohnungswirtschaft
verstärkt GMP-Verträge. Dabei vereinbaren die Partner einen Garantierten
Maximalpreis für eine Sanierungsmaßnahme. „Wir können diese offene Kooperationsvariante offerieren, weil wir
heute sehr schnell erkennen, was uns
in einem Bestandgebäude erwartet. Unsere Einschätzungen sind sehr exakt“,
sagt Georg Schmidt und verweist auf
den Grünen Block in Köln-Riehl. Die Siedlung stammt aus den 1930er-Jahren und
gehört dem Erbauverein. Im Rahmen der
Totalsanierung hat Reuter Bau alle 140
Wohnungen revitalisiert, Balkone angebaut, die Haustechnik auf den neuesten
Stand gebracht und regenerative Energiesysteme integriert. Das Ensemble gilt als
Paradebeispiel für gekonnte Stadtviertelentwicklung und sorgt seit der Fertigstellung für Folgeaufträge. Zuletzt hat eine
Wohnungsbaugesellschaft aus DuisburgRheinhausen ein großes Sanierungsprojekt an die Grevenbroicher vergeben.
Wirtschaftsblatt 4/11
38
Bauen, Mieten, Investieren
SANIFAIR GmbH
Ein Sanitärkonzept auf
europaweitem Erfolgskurs
Wer besucht schon gerne eine Örtlichkeit, deren Sanitärbetrieb zu wünschen übrig lässt? Neben
den Ansprüchen der Nutzer, denen Genüge getan werden muss, stehen hier Ansehen und Erfolg des
Betreibers auf dem Spiel. Das Unternehmen SANIFAIR mit Sitz in Bonn nimmt sich dieses Themas an
und leistet Erstaunliches.
W
as 2004 an deutschen Autobahnraststätten
begann, hat sich zum universellen Erfolgssystem entwickelt – adaptierbar auf alle Einrichtungen im öffentlichen Raum, die von vielen
Menschen frequentiert werden. Die in unakzeptablen Zustände, die noch vor knapp zehn Jahren in den Sanitärbetrieben an
deutschen Autobahnen herrschten, gehören dank eines einzigartigen Konzepts längst der Vergangenheit an. SANIFAIR, eine
100prozentige Tochter von Autobahn Tank & Rast, führte ein
flächendeckendes, einheitliches System ein, das höchste Qualitätsstandards nicht nur verspricht, sondern auch halten kann.
Erfrischend anders
Diese vorbildlichen Qualitätsstandards zeichnen sich durch
Hygiene auf höchstem Niveau aus. Sie wird gewährleistet durch
einen Top-Komfort und den Einsatz innovativer Technologien,
wie berührungslosen Ausstattungen, außergewöhnlichen Service oder umweltverträglicher Verbrauchsmaterialien. Nutzer
der Sanitäranlagen schätzen vor allem die offene Architektur und das hochwertige Design – ein Ambiente, in dem man
sich sicher und wohl fühlt. So kommt es nicht von ungefähr,
Wirtschaftsblatt 4/11
dass SANIFAIR führend unter den öffentlichen Sanitäranlagen
Deutschlands ist und Servicequalität sowie Kundennähe TÜVzertifiziert sind.
Flexibel eigenständig
Überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten, bietet das
sanitäre Konzept interessante Chancen. Dabei spielt es keine
Rolle, ob es sich um einen Gastronomiebetrieb oder ein Einkaufszentrum, einen Bahnhof oder eine Raststätte handelt: Das
modulare SANIFAIR-System passt sich an und lässt sich in jede
Örtlichkeit integrieren. In Deutschland versorgt SANIFAIR unter anderem Einkaufszentren sowie Hauptbahnhöfe, wie zum
Beispiel den Hauptbahnhof in Hannover und die benachbarte
Ernst-August-Galerie Hannover, in der SANIFAIR der Kundschaft zur Verfügung steht.
Profitcenter Sanitäranlage
Hinter der gut durchdachten und optimal geführten Sanitäranlage steckt ein erhebliches Geschäftspotential. Die einzigartige Idee des Systems: Nutzer zahlen zunächst eine geringe
Anzeige
SANIFAIR GmbH
39
Aufwandsentschädigung für Service, Pflege und Wartung der
Sanitäranlage. Im Gegenzug erhalten sie einen Wert-Bon, der
ihnen beim Einkauf bei teilnehmenden Geschäften auf den
Kaufpreis angerechnet wird. Während dies beim Kunden ein
positives Mehrwert-Gefühl auslöst und sein Konsumverhalten
animiert, profitieren die teilnehmenden Unternehmen von zusätzlichen Kaufimpulsen.
greifende Einkaufsvorteile stehen ihnen ebenso zur Verfügung
wie die Einhaltung von Qualitätsstandards und die Lancierung
von Werbemaßnahmen. Ein komplettes Paket, das auf großes
Interesse stößt und für wachsende Anfragen aus ganz Europa
sorgt“, so Thomas Klaffke, Leiter Akquisition bei SANIFAIR.
Komplett entlastet
Bundesweit ist das Unternehmen mit einem hohen Bekanntheitsgrad bestens etabliert. Europaweit bestehen zur Zeit rund
390 SANIFAIR Betriebe. Repräsentativen Umfragen zufolge sind
rund 90 Prozent aller Besucher sehr zufrieden mit SANIFAIR.
Jetzt wird weiter expandiert. SANIFAIR – eine Erfolgsgeschichte,
die auf Service und Fairness beruht, und von der man noch viel
hören wird.
Potentielle Partner von SANIFAIR können sich eine Menge
ersparen, denn die Profis für öffentliche Sanitäranlagen übernehmen die Sanitäraufgaben als Komplettlösung und bieten
bei der Umsetzung individuelle Geschäftsmodelle. Das vollständige Outsourcing des Sanitärbetriebs an SANIFAIR ist das
gängigste Modell, denn der Partner spart Kosten und kann sich
ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Daneben sind verschiedene Modelle, wie Franchising- oder Joint-Venture-Partnerschaften, möglich. „Dank unserer langjährigen Erfahrung und
Umsetzung mehrerer hundert Anlagen profitieren unsere Partner von Kostenoptimierung in Planung, Ausbau und Betrieb.
Unser Know-how, unsere technische Logistik und systemüber-
Europa-Expansion
SANIFAIR GmbH
Thomas Klaffke · Leiter Akquisition
Andreas-Hermes-Straße 7-9 · 53175 Bonn
Tel.: 02 28 / 9 22-15 90 · Mobil: 01 51 / 15 19 18 27
thomas.klaffke@sanifair.de
www.sanifair.de
Im Interview: Thomas Klaffke, Leiter Akquisition SANIFAIR
Herr Klaffke, worin liegt das Erfolgsgeheimnis von SANIFAIR?
Es ist eben kein Geheimnis, dass
für SANIFAIR die Kundenzufriedenheit oberstes Gebot ist.
Unter diesem Aspekt haben wir
höchste Qualitätsstandards entwickelt, kümmern uns um deren
Einhaltung und investieren regelmäßig in Innovationen. Das
Besondere an unserem System
ist unter anderem der Wert-BonMechanismus, den wir von Anfang an integriert haben. Kunden
erhalten nach der Bezahlung am SANIFAIR Kassenautomaten
einen Wert-Bon zur Einlösung und Anrechnung auf Einkäufe.
Was ist das Besondere an dem SANIFAIR-Wert-Bon-System?
Der Wert-Bon ist Dreh- und Angelpunkt unserer Geschäfts­
idee: Er gibt den Besuchern unserer Anlagen über das eigentliche SANIFAIR-Erlebnis hinaus einen geldwerten Vorteil,
setzt klare Kaufanreize und kann Mehrkäufe auslösen, die
über den eigentlichen Wert des Bons hinausgehen. Kurz: Aus
Partnersicht wirkt der Wert-Bon umsatzfördernd. Er ist ein
ideales Instrument zur Kundenbindung. Zudem bietet die
Rückseite des Wert-Bons eine wirksame Werbefläche – auf
der beispielsweise besondere maßgeschneiderte Angebote oder Aktionen beworben werden können. Er ist also eine
ganz konkrete, in den laufenden Betrieb eingebettete Verkaufsförderung! Viele unserer Partner sind mittlerweile echte Fans des SANIFAIR-Wert-Bon-Systems. Denn es stärkt ihre
Marktstellung und gibt ihnen effiziente Mittel an die Hand,
noch profitabler zu wirtschaften.
Wo und wie tritt SANIFAIR in Erscheinung? Das Unternehmen
ist vielen nur als hochwertige Sanitäranlage an deutschen und
europäischen Autobahnen bekannt.
Ja, denn dort begann die Geschichte von SANFAIR vor annähernd acht Jahren. Inzwischen hat sich unser System zum universellen Erfolgssystem entwickelt. Es lässt sich auf alle Einrichtungen im öffentlichen Raum adaptieren, die von vielen
Menschen frequentiert werden. Wir bieten hier verschiedene
individuelle Geschäftsmodelle an, wie Franchising- oder JointVenture-Partnerschaften. Wir übernehmen jedoch auch die
Errichtung und den Betrieb von Sanitäranlagen als Komplettlösung. Das vollständige Outsourcing des Sanitärbetriebs an
SANIFAIR bietet unseren Partnern die Möglichkeit, sich ganz
auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und Kosten zu sparen.
Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für SANIFAIR?
Wir blicken ausgesprochen positiv in die Zukunft unseres Unternehmens. Und handeln entsprechend, indem wir europaweit
expandieren. Rund 390 SANIFAIR-Betriebe bestehen derzeit,
und wir sind im Gespräch mit etlichen Interessenten an unserem System. Dabei geht es um Implementierung unseres Angebotes zum Beispiel in Bahnhöfen, Einkaufszentren, Raststätten
– und überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind.
Wirtschaftsblatt 4/11
40
Bauen, Mieten, Investieren
Priva Building Intelligence GmbH
Energiegewissen mit System
Der interaktive Großbildschirm „EnergyMirror“
Moderne Gebäudetechnik wird zum immer wichtigeren Bestandteil nachhaltiger
Immobilien­bewirt­schaf­tung. Ein interaktiver Großbildschirm namens EnergyMirror
zeigt neuerdings sogar an, wie ein Unter­nehmen mit den Ressourcen umgeht.
Entwickelt hat ihn der niederländische Systemspezialist Priva.
I
n Holland, wo mehr als 10.000
Hektar Land unter Gewächshausdächern verschwinden, weiß man
dank Jan Prins und Cor Valk sehr
genau, dass auf den Feldern unter Glas
nur ein optimal koordinierter Einsatz
von Ressourcen wie Gas, Wasser oder
Elektrizität hohe Ernteerträge garantiert.
Seit den 50er Jahren entwickelt das Unternehmen Systeme zur Energieverteilung und Optimierung. Die Zeiten allerdings, in denen sich Priva nur mit Mess-,
Steuer- und Regeltechnik von Heizung,
Lüftung und Klimatisierung beschäftig-
Wirtschaftsblatt 4/11
te, sind lange vorbei. Heute ist Priva einer
der führenden Hersteller von Automatisierung in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und der Gewächshaustechnik.
Clevere Datensammler
Längst nutzt nicht nur das technische
Facility Management die Möglichkeit der
Gebäudeautomation. Richtig koordiniert
und miteinander vernetzt sammeln die
Systeme von Priva mit Hilfe von Sensoren und Bedienelementen alle wichtigen
Daten. Dazu gehören auch Präsenzmeldung, Verbrauchswerte, Störungsanzeigen und alle relevanten Betriebsdaten.
Mit Hilfe dieser Daten optimieren PrivaSysteme die Umgebungsbedingungen
im Gebäude und senken nachhaltig den
Energieeinsatz.
Anlagen von Priva sind die Herzstüc­ke der Gebäudeautomation des gerade in Zürich neu entstehenden Hauptverwaltungsgebäudes der Credit Suisse.
Auch im ultramodernen Neubau des Phaeno, einer interaktiven Experimentierlandschaft für Wissenschaft und Technik
Anzeige
in Wolfsburg, finden sich Priva-Anlagen.
Die Kommunikation für die Gebäudeautomation durch Priva-Produkte erfolgt
über alle gängigen Kommunikationsprotokolle, wie zum Beispiel Internet und
BACnet, der universellen Verkehrssprache für Gebäudeverwaltungssysteme.
Damit ist ein offenes System garantiert,
das reibungslos Daten mit Geräten und
Anlagen anderer Hersteller austauschen
kann. Dadurch ist die Steuerung und
Überwachung der Anlagen von jedem
Punkt der Erde aus möglich.
Effizienz als Blickfang
Dass Immobilien durch ausgefeilte
Gebäudeautomation höchst energieeffizient und damit nachhaltig werden, optimale Renditen ermöglichen und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen
schaffen, geschieht nahezu unsichtbar
dank hochkomplexer Rechner- und Steuereinheiten von Priva. „Warum eigentlich
unsichtbar?“, dachten sich die Ingenieure
– und entwickelten den Priva EnergyMirror, einen imposanten interaktiven Breitbandbildschirm von zwei Meter Länge
und 70 Zentimeter Höhe.
„Immer mehr Unternehmen achten
auf die Nachhaltigkeit. Der EnergyMirror
Priva Building Intelligence GmbH
ermöglicht, die Ergebnisse dieser Bemühungen für Gäste, Mitarbeiter und Partner attraktiv zu präsentieren“, erklärt
Wolfgang Mielke, Geschäftsführer von
Priva Deutschland. Auf dem Bildschirm
werden beispielsweise die Leistungsdaten nachhaltiger Energiesysteme visualisiert, die immer häufiger Einsatz finden.
Zusätzlich können typische Unternehmensdaten, Begrüßungstexte oder aktuelle Nachrichten auf den EnergyMirror
eingespielt werden. Damit wird er zu einem attraktiven Blickfang in einem Unternehmensgebäude.
Intelligenter Spiegel
Das Anzeigesystem ruft aus dem Gebäudeverwaltungssystem selbständig die
relevanten Daten ab, über die informiert
werden soll – Stromverbrauch, Wasserbilanz, Leistungsdaten von Solaranlagen
oder Wärmepumpenanlagen. Dank der
übersichtlichen Darstellung wird einerseits sichtbar, welche Energiemengen
nachhaltig erzeugt werden und wie hoch
die dadurch erreichte CO2-Reduktion ist.
Auf der anderen Seite wird den Nutzern
gezeigt, wieviel Energie sie täglich verbrauchen. Der EnergyMirror stellt außerdem die Verbindung zwischen Ener-
41
gieströmen, Verbrauch, Erzeugung und
Nachhaltigkeit her und setzt diese in optisch ansprechende Grafiken um.
„Der EnergyMirror funktioniert wie
alle unsere Produkte: Aufgrund modernster Schnittstellentechnik lässt er sich auf
die vorhandenen GebäudemanagementSysteme konfigurieren“, so Mielke, der seit
dem Jahr 2000 die deutsche Niederlassung
von Priva in Kaarst bei Düsseldorf leitet.
Seither entstanden Außenbüros in der
ganzen Bundesrepublik, um für Service
und Support nahe am Kunden zu sein.
Von Kaarst aus koordinieren rund 20 Mitarbeiter die Geschäfte in Deutschland,
und mittlerweile auch in Österreich und
der Schweiz. Dank seines umfangreichen
Netzes an Partnerfirmen, über die der
Vertrieb der Priva-Produkte organisiert
ist, hat sich das Unternehmen so auch im
deutschsprachigen Europa eine hervorragende Wettbewerbsstellung erarbeiten
können.
Priva Building Intelligence GmbH
An der Gümpgesbrücke 9
41564 Kaarst-Holzbüttgen
Tel.: 0 21 31 / 66 19 70
info@privaweb.de
www.privaweb.de
Priva-Geschäftsführer
Wolfgang Mielke
Wirtschaftsblatt 4/11
42
Bauen, Mieten, Investieren
ecos office center GmbH & Co. KG
Bitte Platz zu nehmen
Haben Sie noch ein eigenes Büro, zahlen monatlich Miete und
Leasingraten für Rechner, Drucker und Kopierer, obwohl Sie ein Großteil
der Woche unterwegs sind? Wie altmodisch. ecos office center bieten
dazu kostensparende Alternativen mit einem Mehr an Service.
Wer an einem der bundesweit 22 Standorte stunden-, wochen-, oder monatsweise einen festen Arbeitsplatz benötigt, findet im ecos office center nicht
nur ein komplett ausgestattetes Büro
vor. Tagungs- und Besprechungsräume bieten zudem die Möglichkeit zum
Austausch in größerer Runde; zahlreiche Zusatzangebote, wie Telefondienst,
Empfang sowie Schreib- und Buchhaltungsservices vervollständigen
das
umfangreiche Repertoire der Eschborner Unternehmensgruppe. Im Interview
erläutern die Geschäftsführer Uwe Lipkow und Jürgen Seiß die Vorzüge der flexiblen Alternative.
Herr Seiß, Herr Lipkow, was spricht für
einen Arbeitsplatz im Business Center?
Man kann Büros an verschiedenen strategisch günstigen Standorten für kurze
Zeit oder langfristig, für einen oder mehrere Mitarbeiter anmieten. Wenn Sie heute zu uns kommen, können Sie morgen
bereits in Ihr Büro einziehen. Es ist alles
da: Räume, Möblierung, Telefone und Internet. Empfangspersonal unterstützt Sie,
und Besprechungs- und Konferenzräume
Geschäftsführer Uwe Lipkow
Wirtschaftsblatt 4/11
können nach Bedarf genutzt werden.
So kann Ihr Unternehmen bedarfsgerecht
wachsen, der Standort kann mühelos verlagert werden und wenn es nötig ist, können Sie sich bis zum virtuellen Büro wieder verkleinern. Auch in diesem Fall steht
Ihnen bei Bedarf ein Raum für Treffen oder
Schreibtischtätigkeiten stundenweise zur
Verfügung. Die sonst üblichen Fixkosten
aber werden zu variablen Kosten und reduzieren so das unternehmerische Risiko.
Für wen ist das Angebot interessant?
Zu unseren Kunden zählen viele beratende Berufe, Dienstleister, Softwarefirmen
– es geht quer durch alle Branchen und
Unternehmensgrößen. Und wir haben
auch viele internationale Nutzer. Gerade
Start-Ups profitieren von der Flexibilität
eines Business Centers und dem Vorteil,
sich nicht langfristig binden zu müssen,
ebenso Firmen, die neue Niederlassungen gründen. Kleinere Unternehmen
schätzen die produktive Atmosphäre,
größere die Möglichkeit, schnell Zugriff
auf weitere Räume zu haben.
Wo ist die ecos office center Gruppe vertreten?
Unsere Gruppe ist ein Verbund inhabergeführter Center, die in einem starken
Netzwerk zusammenarbeiten. Unsere
Basis ist Deutschland, wo wir in vielen
größeren Städten vertreten sind. Mittlerweile verfügen wir über insgesamt 30
Dependancen, auch in Frankreich, der
Schweiz, Luxemburg und Portugal. Über
unseren Kooperationspartner Alliance
Business Center Network können wir zudem Dienstleistungen an über 600 Standorten weltweit anbieten.
Was antworten Sie, wenn ein Kunde sagt,
dass er den Service nicht braucht oder die
Lösung zu teuer ist?
Sicher sind Business Center nicht für jedes Unternehmen die optimale Lösung.
Das liegt jedoch weniger an wirtschaft-
Anzeige
lichen Gründen, sondern vielmehr an
der Unternehmensphilosophie, die ein
Outsourcing von bestimmten Tätigkeiten
nicht vorsieht. Unsere Kunden sind telefonisch, postalisch und auch für unerwartete Besucher immer erreichbar.
Da stellt sich die Frage: Wie hoch ist der
Wert eines unbeantworteten Anrufes
und eines dadurch eventuell entgangenen Geschäftes? Und was gibt es Besseres, als administrative Tätigkeiten durch
ein qualifiziertes Empfangsteam erledigen zu lassen, damit man sich ungestört
wichtigen Dingen widmen kann?
Was muss man dafür investieren?
Die monatliche Pauschale macht nur einen Bruchteil einer Aushilfe aus. Man
hat ständige Personalreserven im Hintergrund, die man nur bezahlt, wenn man
sie nutzt. In den Kosten für die Büros
sind zudem Verkehrsflächenanteile für
Empfang, Flure, Teeküche, sanitäre Anlagen, Abstell- und Technikräume enthalten, ebenso die Nebenkosten wie Strom,
Wasser, Heizung, Entsorgung, Hausmei­
ster. Dies hält jedem Vergleich mit einer
konventionellen Büroanmietung stand.
Zahlreiche zufriedene Kunden bestätigen uns immer wieder, dass die Nutzung
des Business Centers eine wirtschaftlich
gute Entscheidung ist.
ecos office center GmbH & Co. KG
Mergenthalerallee 10-12
65760 Eschborn
Tel.: 08 00 / 2 25 04 62
info@ecos-office.com
www.ecos-office.com
Geschäftsführer Jürgen Seiß
75
Projektentwicklung
75
Projektentwicklung
Frischer Wind durch
Wohnungs-Neubau
Was den deutschen Projektentwicklern früher die Büroimmobilien waren, sind
ihnen aktuell die Neubau-Eigentumswohnungen. Von den 76 Milliarden Euro
Projektentwicklungsvolumen in den sieben deutschen A-Städten, die sich über
einen Zeitraum von acht Jahren zwischen Planung, Fertigstellung und NachtragsManagement erstrecken, sind nun fast die Hälfte Wohnungsbauprojekte.
Von Andreas Schulten, BulwienGesa
Wirtschaftsblatt 4/11
76
Projektentwicklung
Die Top 100 Projektentwickler
Rang
Unternehmen
(Quelle: BulwienGesa)
Gesamtvolumen*
Homepage
1
CA Immo Deutschland GmbH
734
www.caimmo-deutschland.de
2
HOCHTIEF AG
654
www.hochtief.de
3
Frankonia Eurobau AG & Co. KG
346
www.frankonia-eurobau.de
4
Bouwfonds MAB Development GmbH
338
www.mab.com
5
IVG Immobilien AG
322
www.ivg.de
6
STRABAG Gruppe
282
www.strabag.de
7
Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG
267
www.neue.hausbau.de
8
NCC Deutschland GmbH
254
www.nccd.de
9
OFB Projektentwicklung GmbH
247
www.ofb.de
10
Zech Group
245
www.zech-group.com
11
Groß & Partner GmbH
233
www.gross-partner.de
12
Corpus Sireo Gruppe
226
www.corpussireo.com
12
ECE Projektentwicklung GmbH & Co.
KG
226
www.ece.de
14
Baywobau Baubetreuung GmbH
225
www.baywobau.de
15
ABG Frankfurt Holding
208
www.abg-fh.de
16
Quantum Immobilien AG
204
www.quantum.ag
17
Carlyle Europe Real Estate
189
www.carlyle.com
18
S RheinEstate GmbH
177
www.rhein-estate.de
19
Chamartín Meermann Immobilien AG
171
www.cmi-ag.de
165
www.anschutz-entertainment-group.de
164
www.muenchnergrund.de
20
21
Anschutz Entertainment Group
Development GmbH
Münchner Grund Immobilien
Bauträger AG
22
Fraport AG
153
www.fraport.de
23
Kondor Wessels Holding GmbH
149
www.kondorwessels.de
24
Amand Gruppe
143
www.prima-colonia.de
24
Bauwens Unternehmensgruppe
143
www.bauwens.de
24
PANDION Real Estate GmbH
143
www.pandion.info
27
LBBW Immobilien GmbH
140
www.lbbw-immobilien.de
28
Stuttgarter Wohnungs- u.
Städtebaugesellschaft mbH
139
www.swsg.de
29
B&L Gruppe
137
www.bl-gruppe.de
30
Deutsche Immobilien AG
132
www.deutsche-immobilien.ag
31
ARGENTA Gruppe
127
www.argenta.de
32
SNS Property Finance
125
www.snspropertyfinance.nl
* Zeitraum 2008-2015
Wirtschaftsblatt 4/11
I
m Zuge der zunehmenden Erholung
der Weltwirtschaft – mit Deutschland als einer der Konjunkturlokomotiven – ist auch auf dem deutschen Projektentwicklermarkt wieder
eine stärkere Dynamik erkennbar. Finanzierungen sind wieder häufiger zu
bekommen, und das Investoreninteresse nimmt deutlich zu. Diese Rahmenbedingungen erleichtern Projektstarts
zusehends. Dennoch befindet sich der
gewerbliche Bereich weiterhin in einer
angespannten Situation. Hohe Vorvermietungsquoten von 40 bis 60 Prozent
werden als Bedingung für eine Finanzierung von Büros gefordert. Spekulative
Projekte werden dadurch weiterhin kaum
realisiert.
Zum fünften Mal hat BulwienGesa
in 2011 den Markt für Projektentwicklungen in deutschen A-Städten untersucht. Das Ergebnis mit den 100 größten
deutschen Projektentwicklern bringt
das Wirtschaftsblatt exklusiv. Das Untersuchungsgebiet umfasst Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln,
München und Stuttgart in ihren Stadtgrenzen. Auf Basis einer umfassenden
Tabelle mit den lokalen Einzelprojekten
wurden die Struktur und das Volumen
des Projektentwicklermarktes analysiert
und städteweise ausgewertet. Der Fokus
liegt dabei auf den Nutzungsarten Büro,
Einzelhandel, Wohnen und Hotel.
Wie bereits in den vergangenen Jahren sind CA Immo (734.000 Quadratmeter) und Hochtief AG (654.000 Qua­
dratmeter) die Entwickler mit dem – mit
Abstand – höchsten Projektvolumen in
den deutschen A-Städten. Hochtief weist
zudem mit 65 erfassten Projekten die
höchste Projektanzahl auf.
Erstmals mehr Hotel- als
Einzelhandelsflächen entwickelt
Neben dem Büro-Wohn-Verhältnis
bergen auch die beiden anderen Nutzungen eine überraschende Perspektive: In
2010 wurde in Deutschlands Metropolen
erstmals mehr Hotel- als Einzelhandelsfläche entwickelt – ein signifikantes Signal für die Veränderungen in unseren
Städten.
Projektentwicklung
77
Rang
Unternehmen
Gesamtvolumen*
Homepage
33
LIP Ludger Inholte Projektentwicklung
GmbH
119
www.l-i-p.de
34
Tishman Speyer
116
www.tishmanspeyer.com
35
JK Wohnbau GmbH
115
www.jkwohnbau.de
36
DIC Asset AG
114
www.dic-asset.de
37
TLG Immobilien GmbH
111
www.tlg.de
38
Behrendt Gruppe
104
www.behrendt-wohnungsbau.de
38
Häussler Management Holding
104
www.haeusslerprojekte.de
40
Wulff Hanseatische Bauträger GmbH
103
www.whb-hamburg.de
Regionale Entwickler im
Aufwärtstrend
41
Interhomes AG
102
www.interhomes.de
42
Büschl Unternehmensgruppe
101
www.bueschl-unternehmensgruppe.de
Der Aufwärtstrend der Projektentwicklungsflächen wird dabei ausschließlich von bereits zwischen 2008 und 2010
fertiggestellten Objekten (+17,7 Prozent)
getragen. Die Immobilien in Bau (-9,4 Prozent) und in Planung (-3,4 Prozent) sind
dagegen im Vergleich zum Vorjahr erneut rückläufig. Der steigende Anteil des
Wohnsegmentes wirkt sich auch auf die
Struktur der regionalen Ausrichtung der
Entwickler aus. Da insbesondere kleinere
Projekte in diesem Segment ausschließlich von regional aktiven Projektentwicklern realisiert werden, ist auch in diesem
Jahr wieder ein signifikanter Anstieg in
diesem Bereich erkennbar. Insgesamt
entfallen rund 47 Prozent des Gesamtprojektvolumens auf Projektentwickler
mit ausschließlich regionalem Fokus und
damit rund 6,5 Prozent mehr als in der
letztjährigen Studie.
43
Firmengruppe Sahle
98
www.sahle-wohnen.de
44
PGH Planungsgesellschaft Holzbau
95
www.agh-pgh.de
45
Hamburg Team Gesellschaft für
Projektentwicklung mbH
94
www.hamburgteam.de
46
ING Real Estate Development
93
www.ingrealestate.com
47
High Gain House Investment GmbH
91
www.hghi.de
48
MEAG Real Estate Management GmbH
88
www.meag.com
49
FREO Financial & Real Estate
Operations GmbH
85
www.freogroup.com
49
Multi Development Germany GmbH
85
www.multi-development.com
51
Eurytos Wohnbau GmbH & Co. KG
84
www.eurytos.de
52
Demos Wohnbau GmbH
83
www.demos.de
52
Stefan Frey Immobilien-ProjektManagement AG
83
www.frey-ag.de
54
Actris AG
82
www.actrisimmobilien.de www.
54
Concept Bau - Premier GmbH
82
www.conceptbau.de
54
Icade
82
icade.fr
57
Bien-Ries AG
81
www.bien-ries.de
58
GARBE Holding GmbH & Co. KG
80
www.garbe.de
58
Immobilien-Experten-AG
80
www.immexa.de
58
ORCO Immobilien GMBH
80
www.orco-gsg.de
61
FOM Real Estate GmbH
78
www.fomrealestate.de
61
HIH Hamburgische Immobilien
Handlung GmbH
78
www.hih.de
63
GAG Immobilien AG
76
www.gag-koeln.de
63
LEG NRW GmbH
76
www.leg-nrw.de
65
mfi Management für Immobilien AG
75
www.mfi.de
65
Wilma Immobilien AG
75
www.wilma.de
Insgesamt vereinen die sieben deutschen
A-Städte über den Zeitraum 2008 bis 2015
ein Gesamt-Projektvolumen von rund 22,1
Millionen Quadratmetern auf sich, was
einem geldwerten Projektvolumen von
76,1 Milliarden Euro entspricht. Das monetäre Gesamtvolumen liegt damit rund
3,6 Milliarden Euro beziehungsweise fünf
Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt wurden 2.569 Projekte erfasst. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine
Steigerung um 13,5 Prozent hinsichtlich
der Projektanzahl und einen Zuwachs um
2,8 Prozent für das Flächenvolumen.
Frankfurt wieder auf
„Vorkrisenniveau“
Mit rund 4,8 Millionen Quadratmeter weist Berlin das mit Abstand höchste
Projektvolumen aller A-Städte auf und
zeigt sich gegenüber dem Vorjahr stabil.
Während die Planungen eine stark rückläufige Tendenz aufweisen, profitieren
die Fertigstellungen und die Flächen im
Bau von einem deutlichen Zuwachs, der
vor allem durch das Wohnsegment getragen wird. Jeweils im Bereich von rund
vier Millionen Quadratmetern liegen die
Standorte Hamburg (4,06 Millionen Quadratmeter) und München (3,95 Millionen
Wirtschaftsblatt 4/11
78
Projektentwicklung
Rang
Unternehmen
Gesamtvolumen*
Homepage
Quadratmeter). Dabei haben sich beide
Städte im Vergleich zum Vorjahr sehr
unterschiedlich entwickelt. Während für
Hamburg ein weiterer Rückgang (-4,8 Prozent) zu verzeichnen war, legten die in
München entwickelten Flächen um rund
6,8 Prozent zu. In beiden Städten rückläufig sind dabei die Projekte im Bau, was in
München durch eine gestiegene Anzahl
an Fertigstellungen und Planungen kompensiert werden konnte. Der Projektentwicklermarkt in Frankfurt zeigte unter
allen A-Städten die größte Steigerung im
Vergleich zum vergangenen Jahr. Mit 3,5
Millionen Quadratmetern (12,4 Prozent)
befindet sich die Main-Metropole damit
wieder auf dem Vorkrisenniveau.
In den kommenden Jahren dürfte sich an dem Gesamtvolumen in der
deutschen Projektentwicklung nicht viel
ändern – unter guten konjunkturellen
Bedingungen. Bei einer wirtschaftlichen
Abkühlung ist erstmals ein Rückgang zu
erwarten, da in diesem Fall weder der
Bürobereich noch der hochwertige Wohnungsbereich nennenswerte Größenordnungen beisteuern kann. Die Stadtentwicklungsplanung der deutschen
Metropolen sollte sich auf solche Ernstfälle rechtzeitig einstellen.
67
FAY Development GmbH
74
www.fay.de
67
Frank Gruppe
74
www.frankgruppe.de
67
HI Wohnbau GmbH
74
www.hi-wohnbau.de
67
PDI Gruppe
74
www.pdi-gruppe.de
71
Investa Immobiliengruppe
73
www.investa.de
72
Interboden Gruppe
70
www.interboden.de
72
Klaus Gruppe
70
www.klaus-gruppe.de
74
GBI AG
69
www.gbi.ag
75
Bauwert Investment Group GmbH &
Co. KG
68
www.bauwert.de
75
BECKEN Projektentwicklungs GmbH
66
www.becken-immobilien.de
75
Terrafinanz GmbH & Co. KG
68
www.terrafinanz.de
75
Union Investment Real Estate
68
www.realestate.union-investment.de
79
HINES Immobilien GmbH
65
www.hines.com
80
CDS Wohnbau GmbH
64
www.cds-wohnbau.de
80
Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH
64
www.whs-wuestenrot.de
82
Lang & Cie. Real Estate AG
63
www.langundcie.de
82
Reiß & Co. Real Estate GmbH
63
www.reissco.de
84
Accumulata Immobilien Development
GmbH
62
www.accumulata.de
85
P+B Unternehmensgruppe
60
www.p-b-online.de
86
Hubert Haupt Unternehmensgruppe
59
www.haupt-immobilien.de
87
Alpha Invest Projekt GmbH
58
www.aip.eu
87
Goldman Holding
58
www.goldman-holding.de
87
Schaumann Properties
58
www.schaumanngroup.com
90
Patrizia Immobilien AG
57
www.patriza.ag
91
Nicolas Berggruen Holdings GmbH
56
www.berggruenholdings.de
91
STEP Stuttgarter Engineering Park
GmbH
56
www.step-gmbh.com
93
Infraplan Wohnbaugesellschaft mbH
55
www.infraplan-immo.de
93
Münchenbau Bauträger GmbH
55
www.muenchenbau.com
95
Centrum Holding Deutschland GmbH
54
www.centrum-gmbh.com
Bilder auf der Startseite (v. l.):
96
NPC HOLDING AG
53
www.npc-gruppe.de
Redarius-Quartier, Interboden Gruppe,
Ratingen
97
Segro Germany GmbH
52
www.segro-ne.com
98
Development Partner AG
51
www.dp-ag.de
98
PROJECT PI Immobilien AG
51
www.project-pi.com
100
Comer Group
50
www.comerhomes.de
Wirtschaftsblatt 4/11
Quartis les Halles, Interboden Gruppe,
Düsseldorf
Groß & Partner GmbH, DOCK 2.0
(Westseite), Frankfurt
Was brauchen die
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der Wirtschaft?
*
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100.000 Wertschöpfungselite der deutschen Wirtschaft. Verbreitete Auflage: 137.045 (IVW II/2011)
Das Standortmagazin FÜR den mittelstand
80
Bauen, Mieten, Investieren
Landmarks mit internationaler Ausstrahlung: Die Tanzenden Türme in Hamburg
STRABAG Real Estate GmbH
STRABAG Real Estate GmbH
81
Der Mix macht’s
Die Renaissance des Stadtlebens erfordert von Stadtplanern und Projektentwicklern moderne
Nutzungskonzepte, die Wohnen und Arbeiten flexibel kombinieren. Thomas Hohwieler und Günter
Nikelowski, Geschäftsführer der STRABAG Real Estate GmbH, sprechen über multifunktionale
Stadtquartiere, Metropolen mit Nachholbedarf und die Notwendigkeit von Landmarks.
Wir erleben die Wiederentdeckung der
Städte. 2050 sollen zwei Drittel der Menschen in Metropollagen wohnen. Sind die
Städte auf diese Entwicklung vorbereitet?
Das Leben in Metropollagen ist für viele
Menschen zweifellos wieder attraktiver
geworden, nicht zuletzt, weil viele Städte in den vergangenen Jahren einen großen Aufwand betrieben haben, um wieder lebenswert zu sein: Beispielsweise
durch Investitionen in hochqualitative
Freizeitflächen, aber auch durch bessere kulturelle, soziale und ArbeitsmarktAngebote, die im ländlichen Raum in
dieser Form häufig nicht zur Verfügung
stehen. Tatsächlich scheinen aber viele
Metropolen mit ihrer neuen Attraktivität
noch überfordert. So fehlt beispielsweise
Deutschlands größter und vielleicht auch
„aufregendster“ Stadt Berlin nach wie
vor ausreichend bezahlbarer Wohnraum.
Andernorts gibt es zu wenig attraktive
Gewerbefläche für Neuansiedlungen.
Und auch beim ÖPNV gibt es noch immer
Nachholbedarf.
Thomas Hohwieler
Die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten scheinen zu verschwinden. Wie
tragen Sie diesen Entwicklungen Rechnung?
In der Tat wird Wohnen und Arbeiten
heute wieder sehr viel selbstverständlicher kombiniert als noch vor wenigen
Jahren. Wir versuchen deshalb, bei Quartiersentwicklungen einen jeweils optimalen Anteil in einer Gesamtkonzeption
zu berücksichtigen – so wie beim Quartier am Mailländer Platz in Stuttgart, wo
neben großflächigen Einzelhandels-, Hotel- und Büronutzungen unter anderem.
auch 420 Wohnungen realisiert werden.
Welche Voraussetzungen müssen moderne Stadtquartiere erfüllen?
Sie sollten sich idealerweise durch ein
hohes Maß an Zentralität, Mobilität und
Pluralität auszeichnen. Zentralität nicht
nur wegen der Adressbildung, sondern
vor allem, um innerhalb des Mikrostandorts von konzentrierten, urbanen
Angeboten profitieren zu können. Mobilität – ob beruflich oder privat – wird im
Licht der geforderten Flexibilität immer
wichtiger. Das Stadtquartier sollte daher
besonders gut in den öffentlichen Nahund Fernverkehr eingebunden sein. Und
Pluralität, weil sich Monostrukturen hinsichtlich der Nutzungen überlebt haben.
Gefragt ist Vielfältigkeit, die Wohnen
mit beruflichen Nutzungen, Freizeit- und
Handelsangeboten kombiniert.
Brauchen Metropolen auch frechere oder
weniger austauschbare Architektur wie
die Tanzenden Türme auf St. Pauli, um
sich von der „Massenware“ abzuheben?
Natürlich brauchen Metropolen attraktive
Projekte mit Landmark-Charakter. Inwieweit diese auch tatsächlich zu Landmarks
werden können, hängt auch vom jeweiligen Mikrostandort beziehungsweise
seinem Umfeld ab. Wir sind sehr davon
überzeugt, dass unsere Tanzenden Türme
mit der besonderen Architektur von Hadi
Teherani künftig auch über die Grenzen
Hamburgs hinaus bekannt sein werden.
Wie wirken sich Nachhaltigkeit und Klimaschutzanforderungen auf Ihre Arbeit
aus?
Unter anderem haben wir für unsere neu
begonnenen Projektentwicklungen festgelegt, dass alle diese Projekte zumindest
die Zertifizierungskategorie Silber nach
DGNB erreichen.
Welches sind heute und für die nächsten
Jahre die Herausforderungen – für die
Branche, aber auch für Ihr Unternehmen?
Eine der größten Herausforderungen für
die gesamte Branche besteht sicherlich
darin, nicht abermals den Verlockungen
einer gegebenenfalls aufkommenden „Immobilienblase“ nachzugeben. Wir selbst
haben uns unter anderem das Ziel gesetzt,
unsere Projekte nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit noch effektiver und damit auch wirtschaftlicher zu
machen, ohne dabei unsere Ansprüche an
Architektur zu vernachlässigen.
Günter Nikelowski
Wirtschaftsblatt 4/11
82
Bauen, Mieten, Investieren
STRABAG Real Estate GmbH
Mediterran: Das Quartier am
Mailänder Platz in Stuttgart
Kommunikativ: Das Forum
Mittelrhein in Koblenz
© ECE/STRABAG
Fundamentale
Bekenntnisse
Wahrzeichen sind Identifikationsobjekte. Sie müssen das Auge ebenso
treffen wie das Herz. Sie zu bauen, erfordert Einfühlungsvermögen
und Erfahrung. Das gilt besonders bei der Entwicklung
traditionsreicher Stadtquartiere. Bekenntnisse zur Tradition gibt der
Kölner Projektentwickler STRABAG Real Estate GmbH aus Glas und
Stahl ab und schafft mit viel Erfahrung Lebenswelten von morgen.
G anz schön schräg stehen sie da,
die Tanzenden Türme in Hamburgs Stadtteil St. Pauli. Wie
der schiefe Turm für Pisa, so
könnten die rund 80 und 90 Meter hohen
Türme mit 22 und 24 Etagen sowie über
33.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche auf dem Kiez zu einem neuen Wahrzeichen der Elbmetropole werden. Mühelos
fügen sich die scheinbar Tango tanzenden
und sich zugeneigten Gebäude von Stararchitekt Hadi Teherani auf St. Pauli ins Gesamtbild. 180 Millionen Euro investiert die
STRABAG Real Estate GmbH (SRE) in das
Prestigeobjekt samt benachbartem Hotel,
das die österreichische ARCOTEL-Gruppe
betreibt. Außerdem steht schon fest, dass
zu den Mietern eine St. Pauli-Legende gehören wird: Der Mojo Club, der seit Anfang der 90er Jahre als Talentschmiede für
Wirtschaftsblatt 4/11
junge Musiker gilt, bietet hier künftig auf
1.600 Quadratmetern, verteilt über drei
Etagen, Platz für 800 musikhungrige Fans.
Der in den Untergeschossen gelegene Club
wird über Treppenabgänge erschlossen,
deren Zugang sich über zwei in einer vorgelagerten Platzfläche integrierte Hydrauliktore öffnet.
In Europa zuhause
„St. Pauli ist bekannter als Hamburg,
es ist eine Marke. Mit den Tanzenden Türmen legen wir als Unternehmen auch ein
Bekenntnis zu diesem Standort und den
Menschen ab“, sagt Thomas Hohwieler,
Geschäftsführer der STRABAG Real Estate. Das Projekt sei zudem ein wichtiger
Beitrag zur Stadtentwicklung. Überzeugt
vom Standort, ziehen hier demnächst
alle Hamburger STRABAG-Konzerngesellschaften ein. Neben Hamburg und
dem Hauptsitz Köln ist SRE bundesweit
in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Hannover, München und Stuttgart
präsent, außerdem in Zürich und Wien.
Mit kleinen und mittelgroßen Projektentwicklungen hat sich die Gesellschaft in
den letzten 15 Jahren erfolgreich behauptet. Das Kerngeschäft des zum STRABAG
SE Verbundes mit 73.600 Mitarbeitern gehörenden Unternehmens ist die Projektentwicklung und Realisierung von Büround Geschäftsgebäuden, großflächigem
Einzelhandel, Hotels, Mietwohnungsbau,
Stadtteil- und Quartiersentwicklung sowie die Strukturierung von Public-Private-Partnership-Modellen im öffentlichen
Hochbau. Die Referenzenliste weist rund
450 Projekte mit einem Gesamtvolumen
von etwa fünf Milliarden Euro aus. Dahinter verbergen sich 1,4 Millionen Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche,
370.000 Quadratmeter Handelsflächen,
14.700 Wohnungen und Häuser. Nicht
zuletzt die Finanzstärke des österreichischen Mutterkonzerns STRABAG SE versetzt die SRE heute in die Lage, auch große städtebauliche Entwicklungskonzepte
angehen zu können.
Charakterstudien in Beton
„Natürlich entwickelt man nicht jeden
Monat Gebäude, die zum Wahrzeichen
einer Stadt avancieren. Unser Anspruch
ist es aber, mit unseren Auftraggebern
stets partnerschaftliche Lösungen in ihrem Sinne zu verwirklichen“, betont SRE-
Anzeige
STRABAG Real Estate GmbH
83
Weltstädtisch: Die
MesseCity in Köln
Geschäftsführer Günter Nikelowski mit
Bezug auf das Zitat Henry Fords: „Das Geheimnis des Erfolgs ist, den Standpunkt
des anderen zu verstehen.” Schließlich
gibt es keine Bauprojekte von der Stange.
Gebäude oder neue Quartiere sollen nicht
nur zweckmäßig konzipiert sein, sondern auch den Charakter, die Philosophie
eines Unternehmens oder einer Kommune repräsentieren, und das in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Und das
gilt für kleine Büro- oder Gewerbeimmobilien und Verwaltungsgebäude ebenso
wie für architektonische oder städtebauliche Herausforderungen im dreistelligen
Millionenbereich.
zu Wohngruppen zusammengeführte Einzelbaukörper zeichnen das Konzept aus,
das die Richtung weist für innerstädtische
Einkaufszentren. Das Quartier, so SREGeschäftsführer Hohwieler, „stellt eine
Bereicherung des Innenstadtbildes von
Stuttgart dar und verbindet funktionale
und stadtgestalterische Ansprüche.“ Im
Fokus stehen auch der schonende Einsatz
notwendiger Energien und Ressourcen,
wofür das Shoppingcenter bereits mit dem
Vorzertifikat der Deutschen Gesellschaft
für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Gold
ausgezeichnet wurde.
Leben schaffender Raum
Die gleiche Würdigung erfuhr bereits
das von SRE und ECE entwickelte Forum
Mittelrhein am Koblenzer Zentralplatz
mit einem Investitionsvolumen von rund
200 Millionen Euro. Mit dem Gebäudekomplex erhält die Rhein-Mosel-Metropole eine einzigartige Symbiose aus Kultur,
Bildung, Handel und urbaner Platzgestaltung. Das Bauvorhaben umfasst ein
fünfstöckiges Kulturgebäude mit durchgehender Glasfassade und rund 12.000
Quadratmetern Nutzfläche sowie eine
Einkaufsgalerie mit rund 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für 80 bis 90 Fachgeschäfte, Cafés, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe, dazwischen liegt eine
6.000 Quadratmeter große Piazza.
Einer solchen stellt man sich derzeit
im Stuttgarter Europaviertel, wo das Quartier am Mailänder Platz mit einer Investitionssumme von rund 550 Millionen Euro
Gestalt annimmt. Gemeinsam mit ECE
Projektmanagement und der Bayerischen
Hausbau definiert die STRABAG hier die
Zukunft der urbanen Lebenswelt. Das Ziel
sind vernetzte Lebens- und Arbeitsräume
mit Handel, Wohnungen, Gastronomie,
Büros, einem Hotel und Freiflächen mit
hoher Aufenthaltsqualität. Das auf der Güterbahnhofbrache entstehende Quartier in
Nachbarschaft zur Bibliothek des 21. Jahrhunderts umfasst unter anderem rund 420
Wohnungen, ein Hotel mit 160 Zimmern
abgerundet durch moderne Büro- sowie
43.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zuzüglich Gastronomie und Dienstleistungsflächen. Mediterranes Flair und geschickt
Forum für Kultur und Handel
Messebalkon mit Domblick
Und noch ein Gemeinschaftsprojekt:
Auch die neue MesseCity Köln wird
die gemeinsame Handschrift von SRE
und ECE tragen. Für das 5,4 Hektar große Filetgrundstück zwischen Bahnhof
Messe-Deutz und dem Südeingang der
Koelnmesse gibt es ehrgeizige Pläne für
ein Hotel- und Büroobjekt. Darin sind
zwei Baufelder links und rechts des Messeeingangs Süd vorgesehen, die sich in
sieben einzelne Baukörper aufgliedern.
Beide Baufelder verfügen jeweils über
einen Hochpunkt, der sich an den städtischen Vorgaben von 60 Metern orientiert.
„Funktionaler Kern ist ein sogenannter
Messebalkon zwischen den Baufeldern,
der das Scharnier auf der Fußstrecke
Bahnhof Messe-Deutz zum Messeeingang-Süd bildet“, erläutert Thomas Hohwieler. Hier schlägt zugleich das Herz des
neuen Quartiers, eine großzügige Fläche
lädt zum Verweilen und Entspannen ein,
Domblick inklusive. Ein besonderer Clou:
Nach außen als repräsentativer Baukörper mit fulminanter Treppenanlage zur
Messe hin angelegt, pulsiert im Inneren
das Leben einer Eventlocation mit vielfältigem Angebot. Insgesamt sollen ab 2014
oberirdisch etwa 135.000 Quadratmeter
Fläche bebaut werden.
STRABAG Real Estate GmbH
Birgit Kümmel
Konzernkommunikation
Siegburger Straße 229c
50679 Köln
Tel.: 02 21 / 8 24-24 72
presse@strabag.com
www.strabag-real-estate.com
Wirtschaftsblatt 4/11
84
Bauen, Mieten, Investieren
Bremer AG
Mustergültige
Vorbereiter
1
Gefragt nach der jährlich produzierten Brutto-Geschossfläche
der Bremer AG, zückt Josef Ellebracht kurzentschlossen den
Taschenrechner. Der Vorstand des Paderborner Bauunternehmens
Bremer ist Konstrukteur durch und durch, er vertraut dem Spiel der
Zahlen. „500.000 Quadratmeter“, sagt er dann knapp, um wenig
später nachzuschieben: „Die Zahl überrascht mich jetzt selbst.“
1
4
2
3
4
5
Stadion-Neubau Offenbach 2 Hymer-Produktionshalle, Bad Waldsee 3 Logistikzentrum, Mönchengladbach
Küchenstudio Ostermann, Witten 5 Verwaltungs-Erweiterung der Bremer AG, Paderborn
Wirtschaftsblatt 4/11
Anzeige
D ie Bremer AG, das Unternehmen, dem Josef Ellebracht gemeinsam mit dem Kollegen
Heinrich Hillebrand vorsteht,
hat in den vergangenen Jahren ein immenses Wachstum hingelegt. Zwischen
2006 und 2008 konnte Bremer den Umsatz von 165 auf 300 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Für 2011, nach Überwindung der Baukrise, sieht Ellebracht
das 2008er Niveau wieder erreicht: „Wir
befinden uns in einem Boomjahr.“ Dass
sich die von Wolfgang Bremer familiengeführte Aktiengesellschaft so prächtig
entwickeln konnte, ist sicherlich auch
dem Rückzug der großen Baukonzerne
aus dem Markt für Gewerbeimmobilien geschuldet. Der überwiegende Teil
des Erfolgs ist hingegen selbstgemacht.
Selbstgemacht wie die Fertigbetonteile,
die sich auf dem Firmengelände im Paderborner Westen stapeln. Sie sind der
Schlüssel zu den glänzenden Zahlen.
Prinzipe und Patente
„Wir sind von Haus aus StahlbetonFertigteilbauer“, wird auch Josef Ellebracht nicht müde zu betonen. „In unserem
Werk werden im Jahr 100.000 Kubikmeter
Fertigbetonteile produziert und dann
von unseren Monteuren verbaut.“ Bremer baut Möbelzentren, errichtet Parkhäuser, konstruiert Handelsimmobilien,
plant Verwaltungsgebäude, projektiert
Produktionsstätten, entwirft Fußballstadien. Wachstumstreiber momentan: Der
Logistiksektor. 350 Mitarbeiter beschäftigt Bremer, 160 von ihnen arbeiten in
der Produktion, 100 sind Ingenieure oder
Techniker. Dieses Zusammenspiel von
Ausstoß und Konstruktions-Know-how
macht Bremer so schlagfertig. Ellebracht:
„Wir unterbreiten unseren Kunden wirtschaftliche Angebote, sagen feste Preise
und kurze Bauzeiten zu. Und wir halten
diese Versprechen ein.“ Bremer Prinzip,
haben die Ostwestfalen das Zusammenspiel von Preistransparenz, Bauzeitgarantie und weit überdurchschnittlicher
Qualität genannt.
Man müsse bei der Errichtung von Gewerbebauten das Rad nicht neu erfinden,
betont der Ostwestfale, aber man sollte
wissen, wie es besser geht. Bei Bremer
ist man sich nicht nur sicher, dies zu tun,
Bremer AG
man hat es auch schwarz auf weiß. Für
ihre Betonfertigteile halten die Paderborner vier Patente, so etwa für Stützen
mit integriertem Fundament, die Bauzeiten und Betonkosten senken. Dennoch
wehrt sich Ellebracht energisch gegen
die Behauptung, man produziere von der
Stange. „Für ein Stadion wie in Offenbach
werden 1.500 Ausführungspläne nötig.
Was standardisiert ist, sind Produktion
und einige Details. Jedes Gebäude wird
hingegen einzeln durchdacht.“
Internationalisierung eines
Wiederholungstäters
Mag das Fußballstadion die Kickers
in Offenbach aktuell die Baustelle mit
der größten Aufmerksamkeit sein: in
jedes der Logistikzentren, die momentan für den Versandhändler Amazon im
niederrheinischen Rheinberg und im
bayrischen Graben entstehen, würde der
Sporttempel vom Volumen her zehnmal
verschwinden. Bremer ist ein Wiederholungstäter, wurde beispielsweise schon
fünfmal für den amerikanischen Internetriesen tätig. Diese auf Langfristigkeit angelegten Kooperationen sind Ellebracht
elementar wichtig. „Wir arbeiten an Projekten für 25 bis 30 Kunden jährlich. Etwa
fünf von ihnen sind Neukunden. Liefern
wir eine sehr gute Leistung ab, gewinnen wir ihn auch für künftige Aufträge.
Darin liegt unser Wachstumspotential.“
Der blendende Ruf der Bremer AG wird
international vernommen, etwa von
dem australischen Immobilienkonzern
Goodman, mit dem europaweit Projekte
durchgeführt werden. Diese Reputation,
gerade bei Investoren, kommt der Bremer
AG bei der Akquise neuer Projekte zugute, wie Josef Ellebracht darlegt: „Meist
erarbeiten wir erst das Konzept mit dem
Nutzer und bepreisen es. Dieser geht
dann mit dem Projekt an den Markt und
sucht sich Investoren. Unser Renommee
hilft ihm natürlich.“ Die Internationalisierung der Geschäfte verdeutlicht auch
die Gründung der polnischen Tochter
Bremer Poznan. Konnte die AG zunächst
von der großen Nachfrage an Logistikimmobilien profitieren, rückt mit der
Fußball-Europameisterschaft 2012 beim
östlichen Nachbarn ein weiterer Teilbereich in den Fokus: Der Stadionbau. „Die
85
großen Stadien sind gebaut. Wir sind
aber auf Stadien mit bis 25.000 Zuschauerplätzen spezialisiert.“ Diese Nachfrage
werde, so Ellebracht, erst noch kommen.
Die Bremer AG ist ein schlank aufgestelltes Unternehmen. An der Spitze steht
Wolfgang Bremer. Den operativen Bereich
teilen sich die Vorstände Hillebrand und
Ellebracht. Darunter befindet sich die
Ebene der Projektleiter, die ausschließlich für ein Projekt verantwortlich sind
und bei der Umsetzung große Freiheiten
besitzen. Sie führen ihre Arbeit wie selbständige Unternehmer durch und werden
mit Tantiemen am Ertrag beteiligt. „Eine
motivierende Situation“, unterstreicht
Ellebracht. Die Paderborner profitieren
auch davon, dass ein Großteil der Belegschaft – vom Betongießer bis zum Ingenieur – selbst bei Bremer angefangen hat
und mit dem Unternehmen gewachsen
ist. Die Ausbildungsquote liegt bei viereinhalb Prozent. Wie weit man es mit
Fleiß und Können beim FertigbauteileSpezialisten bringen kann, beweist die
Vita Ellebrachts. Der heutige Vorstand
begann dort nach dem Studium.
Leidenschaft und Tore
Ellebracht steht mittlerweile vor den
Plänen einer 15.000 Zuschauer fassenden
Fußballarena, die die Rückwand seines
Büros zieren. Sie existiert momentan nur
auf dem Papier. In der Ausschreibung
gibt es Mitbewerber. Bremer bemüht
sich mit ganzem Herzen um das Projekt.
Ellebracht erläutert, wie die Gegebenheiten vor Ort die Planungen beeinflussen.
Zwischen den Zeilen merkt man, dass
die starke Leidenschaft zum Projektieren
von Gewerbebauten im Hause noch übertroffen wird. Von der Liebe zum Fußball.
Müsste man nun das verbindende Element der Arbeit der Bremer AG – vom Stadionbau über Handelsimmobilien-Projektierung hin zur der Logistikkompetenz
– in einem Satz zusammenfassen, könnte
dieser so lauten: Mustergültige Vorbereitung führt zu vielen Toren.
Bremer AG
Grüner Weg 28-48 ∙ 33098 Paderborn
Tel.: 0 52 51 / 7 70-0
info@bremerbau.de
www.bremerbau.de
Wirtschaftsblatt 4/11
86
Bauen, Mieten, Investieren
PATRIZIA Immobilien AG
Arbeiten in der französischen Metropole: Die PATRIZIA
Büroimmobilie Borromeés im Pariser Stadtteil Saint-Denis
Stabiles Wachstum
Kompetenz ist keine Einbahnstraße. Dafür liefert die PATRIZIA Immobilien AG einen überzeugenden
Beweis. 27 Jahre als renommierter Spezialist für Wohnimmobilien im Markt unterwegs, hat das
Unternehmen sein Engagement jetzt erheblich ausgebaut. Mit der gezielten Erweiterung des
Gewerbebereichs setzt die Gesellschaft verstärkt auf eine nachhaltige Zwei-Säulen-Strategie und
vollzieht damit die erfolgreiche Weiterentwicklung zu einem vollstufigen Immobilien-Investmenthaus
mit internationaler Ausrichtung.
Modernes Beispiel für Handelsimmobilien
der PATRIZIA: „Kwantum“ in Amsterdam
Wirtschaftsblatt 4/11
Übernachten mit Stil: Das Hotel
Innside Premium in Düsseldorf
Anzeige
W
ichtiger Meilenstein auf
dem Weg zum leistungsstarken Partner auch im
Gewerbebereich war der
Kauf der LB Immo Invest GmbH zum Jahreswechsel 2011 in Hamburg, die nun unter
der Bezeichnung PATRIZIA GewerbeInvest
KAG firmiert. Zusammen mit der PATRIZIA
WohnInvest ist sie die zweite Kapitalanlagegesellschaft im Konzernverbund und
damit bedeutender Bestandteil des zweisäuligen Geschäftsmodells.
Ein führender Fondsplayer
Schon vor der Übernahme betreute
die PATRIZIA Gewerbe-Assets in Höhe
von 700 Millionen Euro. Doch nun ist
die börsennotierte AG mit Stammsitz in
Augsburg in der Lage, dieses Geschäftsfeld schlagartig auszuweiten, da der neu
erworbene Hamburger Spezialfondsanbieter 90 Prozent seines Volumens im
Gewerbesegment hält. Mittlerweile ist
das in Fonds verwaltete Immobilienvermögen des Konzerns auf drei Milliarden
Euro in gewerblich genutzten Objekten
gestiegen. Zwei Milliarden Euro Assets under Management entfallen zudem auf den
Sektor Wohnimmobilien. Inzwischen hat
sich die PATRIZIA als Top-3-Adresse in
Deutschland etabliert und hält über die
beiden KAGs insgesamt 18 Fonds.
Die Neuausrichtung bietet Wachstumsperspektiven. Eine Prognose, die bei
den Aktionären der PATRIZIA gut ankommen dürfte. Denn das Unternehmen zeigt
sich zuversichtlich rentable Erträge erzielen zu können, die den Wert der AG langfristig erhöhen und den Kurs der Aktie
vorantreiben. Alleine aus der Integration
der PATRIZIA Gewerbeinvest in Hamburg
wird in 2011 zum operativen Konzernergebnis ein Beitrag von 3,5 Millionen erwartet, der sich im kommenden Jahr auf
fünf Millionen erhöhen wird.
Interessante Angebote für
Anleger
„Der Trend zur indirekten Immobilienanlage ist ungebrochen“, stellt der
PATRIZIA-Vorstandsvorsitzende
Wolfgang Egger fest. Die weiterhin steigende
Nachfrage kann sein Unternehmen nun
besser denn je befriedigen. Vor allem
PATRIZIA Immobilien AG
institutionelle Anleger, die Summen ab
zwei Millionen Euro zeichnen möchten,
werden sich bei der neuen PATRIZIA GewerbeInvest gut aufgehoben fühlen. Für
diese Zielgruppe hatte die damalige LB
Immo Invest spezielle Fonds mit einem
Eigenkapital von 2,2 Milliarden Euro konzipiert, die natürlich auch unter der neuen KAG-Tochter weiterlaufen. Die Fonds
investieren hauptsächlich in Bürogebäude und Handelsimmobilien, aber auch
Pflegeeinrichtungen, Hotels und Wohn­
immobilien gehören zum Sondervermögen, das rund 180 Objekte umfasst.
40 Prozent der Assets befinden sich im
Ausland. So hat in Stockholm bereits die
PATRIZIA Scandinavia ihr Büro eröffnet,
um vor Ort den bedeutenden nordischen
Markt zu betreuen. Darüber hinaus werden voraussichtlich noch im laufenden
Jahr weitere Filialen in den Niederlanden
und Frankreich die Arbeit aufnehmen. Die
Experten in den Auslandsniederlassungen sind Ansprechpartner für beide Investmentbereiche Wohnen und Gewerbe.
Aber: PATRIZIA nimmt auch neue
Kunden und Märkte ins Visier. In Zukunft sollen weitere Gewerbe-Fonds hinzukommen, die als Ergänzung für institutionelle Großanleger gedacht sind. Der
Investitionsschwerpunkt soll nach der
Planung des Vorstands auf Vermietungsobjekten im Wert von bis zu 50 Millionen
Euro liegen.
Alles, was dem Kunden nützt
In der PATRIZIA GewerbeInvest bündeln sich alle Vorteile eines beratungsstarken, eigentümergeführten Unternehmens. Auf nachhaltige Expansion
bedacht, unternimmt die Konzerntochter alles, um im Sinne ihrer Fondsan­
leger zu wachsen und gewinnbringend
zu wirtschaften.
Wolfgang Egger bringt es auf den
Punkt: „Die PATRIZIA GewerbeInvest KAG
arbeitet überaus profitabel und wird dazu
beitragen, unsere Ertragskraft zu stärken
und das volatilere Handelsgeschäft auszugleichen. Zudem sind wir mit unserer
Strategie im Wettbewerb hervorragend
aufgestellt. Denn unser Unternehmen bedient sowohl den Wohnbereich als auch
den Gewerbesektor, ermöglicht direkte
und indirekte Investments, in Deutsch-
87
land und weltweit. Einzigartig dürfte in
der Branche auch unser vollstufiges Geschäftsmodell sein. Vom Ankauf über das
Management bis hin zum Verkauf bieten
wir sämtliche Dienstleistungen rund
um die Immobilie aus einer Hand. Hinzu
kommt die bundesweite Präsenz unserer
Research- und Ankaufsteams, die künftig
auch im Ausland vertreten sein werden.
Dies alles zusammen macht uns zu einem Spezialisten, der im Auftrag seiner
Kunden nahezu jede Form der Immobilieninvestition umsetzen kann.“
PATRIZIA Immobilien AG
Fuggerstr. 26
86150 Augsburg
Tel. 08 21 / 5 09 10-0 00
immobilien@patrizia.ag
www.patrizia.ag
Wissenswertes kurzgefasst
D
ie PATRIZIA Immobilien AG ist
seit 27 Jahren als Investor und
Dienstleister auf dem Immobilienmarkt tätig. Mit dem Fokus auf Wohn­
immobilien ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen, seit 2006 im
Prime Standard der Deutschen Börse
gelistet und Mitglied im SDAX. Die Geschäftstätigkeit umfasst den Ankauf,
die Wertoptimierung und Plazierung
von Wohn- und Gewerbeimmobilien.
Als anerkannter Geschäftspartner
großer institutioneller Anleger sowie der öffentlichen Hand agiert die
Gesellschaft weltweit und deckt die
gesamte Wertschöpfungskette rund
um die Immobilie ab. Derzeit hat die
PATRIZIA 30.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten in der Verwaltung. Über
die Kapitalanlagegesellschaften PATRIZIA GewerbeInvest und PATRIZIA
WohnInvest legt das Unternehmen
zudem Immobilienspezialfonds nach
dem Investmentgesetz auf. Der PATRIZIA Verbund, der ein Immobilienvermögen von über fünf Milliarden
Euro verwaltet, zählt heute zu den
Top-Adressen im deutschen Spezialfondsmarkt.
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
Rotterdam Gruppe
Maßkonfektion
aus dem Baukasten
Leistungen und Lösungen, die perfekt zu den individuellen Wünschen des Auftraggebers passen:
Mit vier Geschäftsfeldern bietet die Rotterdam-Gruppe aus Langenfeld das gesamte Spektrum
rund um das Thema Planen, Bauen und Vermarkten. Ob einzeln oder nach Bedarf kombiniert:
Jeder Baustein überzeugt im Ergebnis durch Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Qualität.
(v. l.): Dipl.-Ing. Jörg Galka (Geschäftsführer der Rotterdam Bau GmbH und der Rotterdam Hochbau GmbH),
Dipl.-Ing. Architekt Roland Dakowski (geschäftsführender Gesellschafter der Rotterdam Dakowski GmbH),
­Dipl.-Ing. Andreas Rotterdam (geschäftsführender Gesellschafter der Rotterdam Gruppe) und Dipl.-Kfm. Stefan
Berth (Geschäftsführer der Rotterdam Immobilien GmbH)
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M it unserer marktorientierten Unternehmensstruktur haben wir schon heute das Fundament für den
Geschäftserfolg von morgen geschaffen“, erklärt der
geschäftsführende Gesellschafter Andreas Rotterdam. „Denn wie
bei einem Baukasten kann sich der Kunde aus den verschiedenen Kompetenzbereichen genau die Leistung aussuchen, die er
braucht. Das rechnet sich.“ Offensichtlich. Denn immer mehr Interessenten nutzen das intelligente Konzept und entscheiden sich
für die maßgeschneiderte Umsetzung ihrer Vorstellungen durch
die Profis aus Langenfeld. Inzwischen zeigt die steigende Nach-
Rotterdam Gruppe
89
frage sichtbare Folgen am Standort. Zur Zeit wird das Firmengebäude um eine Etage aufgestockt, um mehr Platz zum Arbeiten
zu gewinnen. Das freut auch die vier neuen Auszubildenden, die
gerade ihre Lehre bei Rotterdam begonnen haben und später die
Teams in den jeweiligen Geschäftsfeldern verstärken werden.
Rotterdam Gruppe
Hauptstraße 41 · 40764 Langenfeld
Tel.: 0 21 73 / 91 50-0
info@rotterdam-bau.de · www.rotterdam-bau.de
Rotterdam Bau
Rotterdam Hochbau
Als größtes Mitglied im Firmenverbund ist die Rotterdam Bau
GmbH für die Lösung komplexer Gesamtaufgaben zuständig.
Als Generalunternehmer erledigen die Experten die Koordination aller Gewerke und bauen schlüsselfertig die unterschiedlichsten Objekte vom Einfamilienhaus über Wohn-, Geschäftsund Bürogebäude bis zu Gewerbehallen für Produktion und
Lager. Auch Sonderbauten werden nach Kundenvorgabe präzise realisiert.
Wenn konstruktive Grundlagen gefragt sind oder Werte erhalten und verbessert werden sollen, dann ist die Rotterdam Hochbau GmbH erste Wahl. Denn sie verfügt über ein technisches
und praktisches Know-how in beeindruckender Bandbreite.
Die hochqualifizierte Mannschaft führt nicht nur sämtliche Rohbaumaßnahmen in einwandfreier Qualität aus, sondern kommt
auch bei Umbauten, Instandhaltung und Sanierungsarbeiten
zum Einsatz.
Rotterdam Dakowski Architektur
Rotterdam Immobilien
Die Fachleute im assoziierten Architekturbüro Rotterdam Dakowski GmbH liefern mehr als den gewöhnlichen optischen
Standard. Eng an die Vorstellungen des Auftragsgebers angelehnt, erarbeiten sie kreative, funktionelle Lösungen für höchste
Ansprüche. Optimale Formensprache und hohe Nutzerfreundlichkeit bestimmen stets die architektonisch überzeugenden
Entwürfe. Ob private Immobilie oder gewerbliches Objekt: Planung, Statik und Bauleitung liegen hier in den besten Händen.
Das Team der Rotterdam Immobilien GmbH ist der ideale FullService-Partner für die Bewertung und Vermarktung von Häusern und Wohnungen. Ebenso kompetent betreuen die Profis die
komplette Projektentwicklung für private sowie institutionelle
Auftraggeber und sind zudem als Bauträger für Hausobjekte und
Eigentumswohnungen aktiv. Übrigens: Um Immobilienwerte zu
schaffen, suchen die Spezialisten jederzeit geeignete Grundstükke und Liegenschaften zum Erwerb.
Wirtschaftsblatt 4/11
Entwicklungsagentur Kärnten GmbH
91
Fotos: Fritzpress
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ALPLOG Carinthia: Logistikzentrum im
Dreiländer­eck Österreich, Italien und Slowenien
Technologiepark Villach – Schwerpunktunternehmen, Wissenschaft und Forschung an einem Standort
Begegnung am Schnittpunkt
Kärnten liegt dort, wo die großen Fernhandelswege
zusammentreffen. Deshalb ist es seit
Jahrhunderten ein Ort für das Miteinander und
den Austausch. Auch heute profitiert das Land
von seiner geografischen Lage zwischen den
wichtigsten europäischen Märkten.
Zentrum gefunden. Dank innovativer Unternehmen wie dem
Sonnenkollektoren-Hersteller GreenOneTec oder den Photovoltaik-Erzeugern Kioto und Sonnenkraft entstand ein Cluster
für erneuerbare Energien, das gerade angesichts der aktuellen
Entwicklungen über hohes Wachstumspotential verfügt und
für Zulieferunternehmen in diesem Bereich ideale Voraussetzungen mitbringt.
Neue Technologien
W er aus dem Norden Europas ans Mittelmeer will,
der hat bis heute nicht viele Möglichkeiten, schnell
und sicher den hohen Gebirgszug in der Mitte des
Kontinents zu überqueren. Wie schon vor Jahrhunderten führt
einer der schnellsten Wege über die Tauernroute – und damit
nach Kärnten. Hier trifft die große transkontinentale Fernstrecke auf einen anderen uralten Handelsweg, die baltisch-adriatische Achse – die Verbindung zwischen dem Nordosten und dem
Süd-westen, dem adriatischen Meer mit der Ostsee.
Zukunftsindustrie und Logistik
Dank dieser begünstigten Lage ist Kärnten zum begehrten
Wirtschaftsstandort geworden. Zukunftsindustrien wie Elek­
tronik und Umwelttechnologie nutzen die Nähe der wirtschaftlich starken Region Oberitalien. Zugleich ist Kärnten das ideale
Sprungbrett zu den rasch wachsenden Märkten in Süd- und Südosteuropa. Vor allem die Lage als Verkehrsknoten soll jetzt weiter
ausgebaut werden. So entsteht in Fürnitz das Logistikzentrum
ALPLOG, das auf 164 Hektar Bahn und Speditionsdienstleister
zusammenführt. ALPLOG soll sich zum Hinterland-Hub für die
großen Häfen der Adria entwickeln – Triest, Rijeka in Kroatien,
Koper in Slowenien liegen eine Autostunde entfernt. Eine intensive Kooperation mit diesen Häfen ist im Aufbau.
Zugleich wird an der Entwicklung von Logistik-Know-how
gearbeitet. Lehrgänge, Fachhochschulprogramme und die
Zusammenarbeit mit Universitätsinstituten sind im Entstehen. Die Alternativtechnologie hat in St. Veit an der Glan ihr
Der Technologiepark Villach beherbergt die Elektronikbranche – Infineon Technologies Austria bildet dort gewissermaßen
den Leitbetrieb. Seine Stärke verdankt Villach der nahtlosen Integration von Forschung, Bildung und Schwerpunktunternehmen.
Neu ankommende Betriebe finden rasch Partner in ihrer oder
den angelagerten Branchen, sie können auf ausgebildete Fachkräfte zugreifen, und sie finden das Know-how sowie die Labors,
in denen an den nächsten und womöglich übernächsten technologischen Revolutionen gearbeitet wird. Als Anlaufstelle und Katalysator für all diese Initiativen hat sich die Entwicklungsagentur Kärnten bewährt. Die für Betriebsansiedlungen zuständige
Landesgesellschaft bietet einen kostenlosen One-Stop-Shop-Investorenservice für Unternehmen, die nach Kärnten kommen
oder hier expandieren wollen. Das beginnt bei der Suche nach
einem geeigneten Standort, umfasst die Abwicklung von Behördenwegen, aber auch die Unterstützung bei der Entwicklung von
Businessplänen sowie die Vernetzung mit Wirtschaftspartnern
am Standort. Auf diese Weise hat nicht nur Infineon in Kärnten
Fuß gefasst, ebenso hat sich Bosch Mahle Turbo Systems 2008 für
einen Produktionsstandort südlich der Alpen entschieden und
produziert in St. Michael ob Bleiburg jährlich rund drei Millionen
Turbolader für die europäische Autoindustrie.
Entwicklungsagentur Kärnten GmbH
Primoschgasse 3
9020 Klagenfurt am Wörthersee · Österreich
Tel.: +43 / 4 63-38 75-101
office@madeinkaernten.at · www.madeinkaernten.at
Wirtschaftsblatt 4/11
92
Bauen, Mieten, Investieren
Lindner Group
Konzeptentwicklung: Für das Hotel
„Scandic Berlin Potsdamer Platz“ entwarf
Lindner eine „Skandinavische Oase“
Produktion: Auch für die Essener
ThyssenKrupp Zentrale wurden Materialien und Systeme eigens produziert
Trilogie des Bauens
Konzepte, Produkte, Service – die Lindner Group ist ein international aufgestellter
Komplettdienstleister, der die ganze Welt des Bauens abdeckt. Trotz aller Universalität
gelingt es den Niederbayern, dennoch individuelle Lösungen anzubieten.
W enn Bauherren und Architekten ein neues Projekt planen, brauchen
sie einen starken Partner. Als solcher hat sich die Lindner Group
in zahlreichen Großprojekten bewährt. Die
Stärke des niederbayerischen Konzerns
liegt im „Bauen mit neuen Lösungen“. Es
beginnt bei der Konzeptentwicklung, deren Qualität sich vor allem in der Konzeption von Spezialräumen und Großgebäuden
zeigt. Darüber hinaus erforscht und entwickelt Lindner eigene Produkte, die in System- und Sonderlösungen eingesetzt werden. Vervollständigt wird die ganzheitliche
Projektentwicklung durch umfassende
Dienstleistungen und Betreuung, die Lindner über den Bau hinaus anbietet.
1. Außergewöhnliche Lösungen
für besondere Ansprüche
Die Zuverlässigkeit und die Qualität
der Produkte zahlen sich aus, derzeit in
Wirtschaftsblatt 4/11
rund 1.500 Projekten weltweit. Spezialräume wie Industrieanlagen, Flughafenterminals, Kinosäle oder Hotelsuiten
müssen besonderen Erfordernissen gerecht werden. Durch ihre Erfahrung kann
die Lindner Group für jede Aufgabenstellung das passende Konzept entwickeln.
So sorgen die Lindner-Mitarbeiter zum
Beispiel dafür, dass Bahnhöfe informativ
und komfortabel, Reinräume partikelfrei
und Kühlräume zum besten Platz für Lebensmittel werden.
Wie ein solches Konzept nach seiner
Umsetzung wirkt, kann man im Tagungshotel „Scandic Berlin Potsdamer Platz“ beobachten. Das Vier-Sterne-Haus wurde im
Oktober 2010 eröffnet. Der Innenausbau,
von der Ausstattung bis zur Einrichtung,
zeichnet sich durch viele Details im skandinavischen Design aus. Lindner übernahm als direkter Vertragspartner des
Bauherren den Ausbau des achtstöckigen
Hotels mit seinen 563 Zimmern und 23
Tagungs- und Konferenzräumen. Um dem
Hotelmotto der „Skandinavischen Oase“
gerecht zu werden, wurde für den Ausbau
und die Einrichtung eine Auftragssumme
von 15,4 Millionen Euro eingesetzt.
2. Materialien und Systeme aus
eigener Entwicklung
Damit sich jedes Konzept individuell umsetzen lässt, entwerfen und fertigen die Spezialisten der Lindner Group
die hierzu benötigten Details – wie Decken, Wände, Böden, Türen oder Fassaden – selbst. So erhalten Kunden immer
passgenaue Lösungen – egal, wie klein,
groß, alltäglich oder außergewöhnlich
das Projekt ist. „Spezielle Anforderungen
sind uns eine willkommene Herausforderung“, betont Heinrich Büchner, Vorstand
des Unternehmens für das Inland. „Durch
unsere Kompetenzen bei Forschung, Entwicklung und Produktion können wir die
Wünsche unserer Kunden jederzeit erfüllen.“ Weltweit acht Produktionsstätten
Anzeige
Foto: Christian Richters
Lindner Group
gewährleisten, dass sowohl System- als
auch Sonderlösungen in kürzester Zeit zur
Verfügung stehen – geprüft durch stete
Qualitätskontrolle. Tochterunternehmen
unter anderem in England, Russland, China und den USA halten das Liefergeschäft
von Europa über den arabischen Raum bis
Asien, Afrika und Südamerika am Laufen.
Die Lindner Group legt bei allen Prozessen Wert auf Umweltverträglichkeit.
Hierfür wurden hohe Standards im Qualitäts- und Umweltmanagement eingeführt.
So werden zum Beispiel ausschließlich
ökologisch geprüfte und zugelassene Stoffe verwendet. Auch verfolgt das Unternehmen konsequent das Ziel, Emissionen und Energieverbrauch zu senken. Ein
Projekt, für das die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ein
Zertifikat in Gold vergeben hat, ist das
Thyssen Krupp Quartier in Essen. In der
im Sommer 2010 von 2.000 Mitarbeitern
bezogenen Hauptzentrale des Stahlkonzerns übernahm Lindner unter anderem
den Bau der Hohl- und Doppelbodensysteme sowie den Trockenbau in Besprechungsräumen, dem Vortragssaal, dem
„Raum der Stille“ sowie dem Mitarbeiterund Gästerestaurant.
3. Dienstleistung und Betreuung
als ganzheitlicher Service
Auf jeder Projektstufe bietet die
Lindner Group ein umfangreiches Ser-
93
Dienstleistung: Die ganzheitlichen Services
umfassen auch Green-Building-Konzepte,
wie etwa für das Hamburger Unilever Haus
viceportfolio. Es ergänzt die Bereiche
der Konzeption und Produktentwicklung. Zum zusätzlichen Angebot gehören begleitende Dienstleistungen
wie
Generalplanung,
Entwicklung,
Lieferung und Montage sowie Facility Management. Dass jedes Projekt mit
maßgeschneiderten Produkten perfekt
umgesetzt werden kann, dafür sorgen
die hauseigenen Designer, Techniker
und Ingenieure.
Zu dem ganzheitlichen Serviceansatz gehört auch die Erarbeitung von
Green-Building-Konzepten, wie sie beispielsweise im Unilever Haus in der
HafenCity Hamburg umgesetzt wurde.
Unilever bezog im Juni 2009 die neue
Firmenzentrale am Strandkai in der
ehemaligen Speicherstadt. Der 30.000
Quadratmeter umfassende Gebäude-
komplex wurde nach den Grundsätzen
nachhaltigen Bauens realisiert. Lindner
führte in der neuen Unilever Firmenzentrale umfassende Ausbauarbeiten
durch. Für seine Nachhaltigkeit wurde
das Projekt mit dem „HafenCity Green
Building Standard“ in Gold ausgezeichnet. Zudem erhielten die Architekten
den bekannten RIBA Award 2010 für internationale Projekte des Royal Institute
of British Architects.
Lindner Group
Ingo Bofinger
Bahnhofstraße 29
94424 Arnstorf
Tel.: 0 87 23 / 20-27 58
info@Lindner-Group.com
www.Lindner-Group.com
Verantwortung für den lokalen Standort
Die Hans Lindner Stiftung und die Hans
Lindner Regionalförderung führen nun
schon seit mehr als zehn Jahren Projekte
und Aufgaben durch, um in der Region
Ostbayern zur Sicherung und Schaffung
von dauerhaften Arbeitsplätzen beizutragen. „Die Aufgabe ist es, einen hohen Aus- und Bildungsstand und ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, um
Abwanderungen in die Zentren Bayerns
und darüber hinaus zu vermeiden“, fasst
Unternehmensvorstand Heinrich Büchner zusammen. Mit der Eröffnung des
Außencampus der Hochschule Deggendorf, dem Campus Schloss Mariakirchen, wird ein weiterer Schritt in diese
Richtung getan und die Kooperation zwischen der Hans Lindner Stiftung und der
Hochschule Deggendorf ausgeweitet.
Wirtschaftsblatt 4/11
94
Bauen, Mieten, Investieren
ST Invest GmbH
Viele Marken unter einem Dach: Das Einkaufszentrum in Markt Indersdorf
Breites Kreuz mit
viel Erfahrung
Geduld gehört für Walter Gehring zu den wichtigsten Tugenden eines erfolgreichen Projektentwicklers
für Handelsimmobilien. Im Spezialgebiet seiner ST Invest GmbH sind die Planungsphasen nämlich in der
Regel mehr als fünfmal so lang wie die anschließenden Bauzeiten.
S eit fast 30 Jahren zählt die mittelständische Projektentwicklungs- und Bauträgergesellschaft aus dem schwäbischen
Weißenhorn zu den etablierten Adressen
im Markt für Handels- und Dienstlei­
stungsimmobilien. Die Spezialisten von
ST Invest haben in dieser Zeit auf jeden
Trend eine passende Antwort gefunden
und können auf ein umgesetztes Projektvolumen von 600 Millionen Euro zurückblicken. „Erfahrung gibt Sicherheit“, sagt
Geschäftsführer Walter Gehring, „entscheidend ist ein echtes Gespür für das
Machbare.“
ST Invest ist auf gesättigten Märkten
zuhause. Bei der Entwicklung von Handelsflächen bestimmen Projektlaufzeiten
von bis zu zehn Jahren bei höchster Planungsunsicherheit den Arbeitsalltag des
zehnköpfigen Teams und seiner langjährigen Partner. „Wer in unserem Segment
erfolgreich sein will, braucht vor allem
Wirtschaftsblatt 4/11
Durchhaltevermögen und eine hohe
Frustrationstoleranz“, erklärt Prokurist
Alexander Köble.
Der Lohn der Mühe
In den Referenzlisten der Weißenhorner tummeln sich die großen Namen. Discounter stehen neben Elektronikfachmärkten, Drogisten neben
internationalen
Modemarken,
Baumärkte neben SB-Warenhäusern und
Verbrauchermärkte neben Tankstellen
und Schnellrestaurants.
Aktuell realisiert ST Invest in Bellenberg bei Neu-Ulm einen Edeka-Markt für
rund drei Millionen Euro, ein Fachmarktzentrum im pfälzischen Kaiserslautern für 5,5 Millionen Euro und noch in
diesem Jahr in Offenburg den Bau eines
Fachmarktzentrums für fünf Millionen
Euro sowie verschiedene Lebensmitteldiscounter und Fachmärkte.
„Trotz ähnlicher Formensprache unterscheiden sich unsere Projekte immer
sehr stark voneinander. Jede Planung
muss sehr genau an den Möglichkeiten
des Grundstücks, den politischen Vorgaben und den Wünschen der Betreiber
ausgerichtet werden“, berichtet Walter
Gehring. Dank des gewachsenen Knowhows können seine Planer inzwischen
sehr schnell einschätzen, wo sich Entwicklungsanstrengungen rentieren.
Vermittler zwischen Handel
und Kommune
ST Invest kauft Grundstücke und entwickelt Nutzungskonzepte für Händler
und Dienstleister. Bei jeder neuen Projektvorstellung wird zuallererst die Frage
nach der nachhaltigen Rentabilität der
Investition geklärt, denn alle Handelsimmobilien der Weißenhorner entfalten ihre
Renditekraft im Portfolio eines privaten
Anzeige
ST Invest GmbH
95
Platz für Kunden und Gewerbe bietet das in Ingolstadt realisierte Projekt
Kapitalanlegers oder in einem Investmentfonds. Erfolgsgaranten sind neben
solider Bauqualität variable Raumkonzepte und ein interessanter Mietermix. „Wir
kooperieren mit sehr solventen Mietern,
die unsere Arbeit kennen und schätzen“,
sagt Alexander Köble aus der Praxis. Seine Kollegen und er sind es gewöhnt, auch
knifflige baurechtliche Problemstellungen
zu lösen. Grundstücksanbieter loben das
Unternehmen häufig für die fristgerechte
Erfüllung von Kaufverträgen und die faire
Preisfindung. Die meisten Projekte entstehen im eigenen Namen und auf eigene
Rechnung. Alle Beteiligten wissen, dass
ST Invest für alle Eventualitäten haftet
und hundertprozentig bei der Sache ist.
„In unserem engen Marktsegment ist ein
tadelloser Ruf die Grundvoraussetzung
für dauerhafte Geschäftsbeziehungen“,
bekennt der ST-Geschäftsführer.
timale Neupositionierung des Standorts
möglich wird“, wirbt Gehring für das
wachsende Geschäftsfeld der ST Invest.
Generell bieten die Weißenhorner
ihre Expertise Grundstückseigentümern, Banken und Bauträgern an, die
eigene Handelsprojekte umsetzen wollen. Sie übernehmen die Konzeption mit
Vermietungsservice bis zur Organisation der schlüsselfertigen Realisierung
von Um- oder Neubau. „Vor allem bei
Quartiersentwicklungen betreuen wir
die Einzelhandelsflächen“, erzählt Pro-
ST Invest GmbH
Kirchplatz 6 · 89264 Weißenhorn
Tel.: 0 73 09 / 96 00-0
info@stbau.com · www.stbau.com
Expo Real: Stand Nr. B1.013
Gebündeltes Know-how
Revitalisierungsdienstleister
Die Kompetenzen des Teams werden
aktuell auch von Immobilieninhabern
nachgefragt, die bestehende Handelskomplexe neu beleben wollen. Viele Immobilien aus den 70er und 80er Jahren
entsprechen nicht mehr den Anforderungen von Mietern, außerdem sind die
Gebäude meist energetische Fässer ohne
Boden. In Wolfenbüttel ist ST Invest zur
Zeit an der Revitalisierung eines leerstehenden Warenhauses beteiligt. „Wir liefern neue und intelligente Konzepte, mit
denen unter möglichst hoher Weiterverwertung des Bestandsgebäudes eine op-
kurist Alexander Köble. Darüber hinaus
steigt das Unternehmen auch in laufende Projekte ein. Konkret entwickeln die
Spezialisten alternative Realisierungsansätze, sie unterbreiten Verbesserungsvorschläge oder übernehmen Vertragsverhandlungen.
Im Markt für Handelsimmobilien genießt
ST Invest hohes Ansehen. Dank höchster
Kompetenztiefe bietet das Unternehmen
Partnern sichere Renditeobjekte und
Mietern umsatzstarke Standorte.
Herr Gehring, welche Besonderheiten
birgt Ihr Geschäftsfeld?
Gerade in den kommunalen Randlagen wird nicht für die Ewigkeit gebaut.
Wir berücksichtigen schon bei der Pla-
nung, dass ein Standort vielleicht nach
25 Jahren völlig neu bewertet und auch
genutzt werden muss. Die Lagekriterien
für Handelsflächen sind klar definiert,
außerdem sind unsere Hauptmieter
stets in die Lagebewertung eingebunden. Wir können unser Know-how überall einsetzen und darum genauso gut
Projekte in Weißenhorn betreuen wie in
Hamburg, Offenburg oder Wolfenbüttel.
Wie sind Sie intern aufgestellt?
Wir setzen auf Teamwork. Jeder trägt
Verantwortung. Bei uns gibt es flache
Hierarchien, um höchstmögliche Flexibilität gewährleisten zu können. Wir
können daher oft sehr viel schneller
reagieren als Wettbewerber mit umfangreichem Verwaltungsapparat. Der
Kern des Teams ist bereits seit mehr als
zwanzig Jahren im Unternehmen.
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
VALERES Industriebau GmbH
„Sie kaufen bei uns ein Gebäude,
als ob es eine Küche wäre“. Der
Satz von Peter Schmelzer sitzt.
Denn wie beim Haus-Herzstück
rund um den heimischen
Herd macht Systembauweise
bei VALERES Qualität und
Technik erschwinglich, ohne
den individuellen Entwurf zu
schmälern. Und wie in der Küche
macht die Front die Musik.
Unikat statt uniform
D urch ein schönes Gebäude
wird ein gutes Produkt nicht
teurer“, sagt Schmelzer. Der
48jährige Bauingenieur und
sein 16köpfiges Team haben in über
18 Jahren am deutschen Markt schon
297 mal bewiesen, dass sie mit ihren Industriebauten den Nerv der Kunden treffen. Ein Blick in die Referenzunterlagen
zeigt, dass kein VALERES-Bau wie der
andere sein muss – und wie Details, Materialien und Farbe bei aller Rationalität
sympathische Akzente setzen. Was VALERES kann, macht schon der Firmensitz
unmissverständlich klar: „Wir leben hier
Wirtschaftsblatt 4/11
in der eigenen Ausstellung“, beschreibt
Peter Schmelzer Ausrichtung und Wirkweise des schmucken 600-Quadratmeter-Gebäudes in Würselen bei Aachen.
Effiziente Abläufe im Fokus
Schnöder Schein ist Schmelzers Sache indes nicht. Denn obwohl selbst der
funktionellste Baukörper durchaus mit
einer Schokoladenseite glänzen kann
und sollte, stehen im Mittelpunkt der VALERES-Planungen immer effiziente Abläufe. „Letztlich geht es unseren Kunden
doch um Wertschöpfung. Unsere Gebäu-
de tragen dazu aktiv bei“, betont der geschäftsführende Gesellschafter des Generalübernehmers für schlüsselfertigen
Industriebau. Zum Beispiel die Pressenhalle in Aachen mit dem 100.000 Liter Regenwasser fassenden Speicher, der zum
einen den Maschinen Kühlung verschafft
und zum anderen den Wärmetauschern
Energie für die Klimatisierung der Räume liefert. „Energetische Optimierung ist
schon aus Betriebskosten-Gründen absolut unverzichtbar“, weiß Peter Schmelzer.
Oder die neue Produktionshalle, in der
die Abläufe mit VALERES-Hilfe endlich so
reibungslos sind, dass bei gleicher Mann-
Anzeige
Referenzobjekte von
­VALERES in Erkelenz...
schaftsgröße mehr Umsatz erzielt wird.
Ganz zu schweigen von dem enormen Motivationsschub, den die Mitarbeiter durch
einen modernen und schönen sowie neuesten Ansprüchen des Arbeitsschutzes
entsprechenden Firmensitz erfahren.
Termintreu auf den Euro genau
Das Gefühl, am richtigen Platz angekommen zu sein, haben deren Chefs
im übrigen schon vor dem Bau: „Bei uns
kann jeder Strich sofort finanziell bewertet werden, wir wissen genau, was
was kostet – wir kennen alle Details und
wissen, wo jede Steckdose sitzt“, schlägt
Peter Schmelzer den Bogen zum eingangs
benannten Küchenkauf. Innerhalb von 48
Stunden liegt ein verlässliches Konzept
auf dem Tisch, und im Prinzip kann es
dann sofort losgehen – immer mit höchster Termin- und Kostentreue. So wird der
VALERES Industriebau GmbH
... Baesweiler ...
Neubau Teil eines äußerst wirtschaftlichen Prozesses. Professionalität, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit reduzieren
zum Beispiel lange Vorfinanzierungskosten oder teure Bereitstellungszinsen,
insbesondere aber ein böses Erwachen
bei der Endabrechnung. Wieder hat Peter
Schmelzer ein aussagekräftiges Bild zur
Hand: „Unerfreuliche Kostensteigerungen und entsprechende Nachträge gibt es
bei uns nicht. Wir treffen uns mit zufriedenen und auf ihr neues Gebäude stolzen
Kunden bei der Einweihungsfeier statt
mit unzufriedenen vor Gericht“.
Hinter diesem Selbstbewusstsein
steckt ein starkes Paket: Denn die deutsche VALERES-Niederlassung ist Teil einer belgischen Baugruppe, die dank eigener Stahl- und Betonfertigteil-Produktion
von Zulieferern unabhängig ist. 200 Mitarbeiter der Holding bieten geballte Manpower, einmal gestartete Projekte werden,
97
... und Monschau
so Schmelzer, „ohne Störung und von A
bis Z durchorganisiert umgesetzt – das
ist immer wieder eine von der ersten Idee
bis zur Schlüsselübergabe perfekte Nummer“.
VALERES Industriebau GmbH
Karl-Carstens-Straße 11 · 52146 Würselen
Tel.: 0 24 05 / 4 49 60
peter.schmelzer@valeres.de
www.valeres.de
Expo real
In München gehört VALERES
zu den 24 Partnern, die sich
unter dem Motto „Aachen –
drei Länder, ein Standort!“ am
Stand B1.311 präsentieren.
Beispiel Bytec
Die Bytec Medizintechnik GmbH ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie VALERES
den Erfolg eines Unternehmens mitbaut:
Denn dem Entwickler, Produzent und Vermarkter medizinischer Systeme gelang mit
seinem Neubau an der Hermann-HollerithStraße in Eschweiler ein Quantensprung.
Der Umzug aus dem Mehrfamilienhaus mit
angebauter Halle in Stolberg auf die „grüne Wiese“ hat sich in vielfacher Hinsicht
gelohnt. Die von VALERES erstellten 1.400
Quadratmeter Produktion und Lager mit
den 1.200 Quadratmetern für die Verwaltung sind ein dreidimensionales Erfolgsprogramm. „Unser neuer Firmensitz holt
uns aus der Rechtfertigungsecke. Unsere
Kunden fragen sich bei der Ankunft auf dem
Besucherparkplatz nicht mehr: Können die
das überhaupt?“ freut sich Geschäftsführer Paul-Willi Coenen. „Sondern vielmehr:
Welches Angebot der sichtbar gemachten
Leistungsfähigkeit dieses Unternehmens
möchten wir wahrnehmen? Zu welchem
Preis können die uns liefern, was wir brauchen? Wir springen gleich in medias res.“
Der Kontakt zu VALERES kam wie in den
meisten Fällen auf persönliche Empfehlung zustande. Im November 2009 gab es
erste Vorgespräche, dann folgte die erfolgreiche Suche nach einem geeigneten
Bauplatz. Im Juli 2010 machten beide Partner mit ihren Unterschriften den Vertrag
perfekt, und schon im April 2011 war der
Neubau bezugsfertig.
Wirtschaftsblatt 4/11
98
Bauen, Mieten, Investieren
Willi Meyer Bauunternehmung GmbH
Aktive Nachhaltigkeit
Straßensanierung der Zukunft: Nach dem Pollhornweg, Hamburg in 2010 wurde in
diesem Jahr die L371 in Niedersachsen von Willi Meyer mit Recyclingasphalt versehen
Nachhaltigkeit beschließt man bei den Bauspezialisten von Willi Meyer nicht einfach am grünen Tisch,
sondern verankert sie so fest im Unternehmen, dass sich daraus sogar wissenschaftliche Studien
ableiten lassen. Mit Recyclingasphalt als Baumaterial und der Revitalisierung von Pflegeeinrichtungen
macht man in Uelzen, was man seit über 150 Jahren bestens kann: Man baut ein Stück Erfolg.
S eit nunmehr fünf Generationen
baut und plant der mittelständische Familienbetrieb über
und unter der Erde zwischen
Dänemark und Sachsen. Rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln
dazu Ingenieurleistungen für Bauvorhaben, führen moderne Bautechniken aus
und begleiten Nutzer und Immobilien über
den gesamten Lebenszyklus der Gebäude.
Ein Wechsel innerhalb der Geschäftsführung führte vor drei Jahren zur Entwicklung eines Masterplans zur Erschließung
nachhaltiger Geschäftsentwicklungen. Mit
Beginn des neuen Jahrtausends zog der Begriff der Nachhaltigkeit aus dem deutschen
Sprachgebrauch auch in der Baubranche ein. Ursprünglich aus dem forst­w irt­
schaft­lich­en
Nachhaltigkeitsgedanken
ent­standen, wurde er zum Synonym für
„besonders wertvoll und vorausschauend“.
Wirklich sinnvoll wird er aber erst, wenn
seine Umsetzung sich nicht nur auf grüne
Marketingstrategien beschränkt, sondern
auch alltagstauglich umsetzbar ist.
Wirtschaftsblatt 4/11
Die beiden Geschäftsführer Per-Carsten
Meyer und Holger Horn haben die Erfahrung gemacht, dass man auch von
ihrem Unternehmen ein hohes Maß
an Nachhaltigkeit verlangt. Beginnend
von Materialien bis hin zu interdiszip-
linären Lösungen darf es immer öfter
ein bisschen mehr „grün“ sein. Sie haben sich deshalb in ihrem jeweiligen
Geschäftsbereich sehr intensiv mit den
Wünschen der Auftraggeber auseinandergesetzt, um daraus einen eige-
Interdisziplinär erfolgreich: Die Meyer Geschäftsführer
Holger Horn (l., Hochbau) und Per-Carsten Meyer (Tiefbau)
Anzeige
nen nachhaltigen Unternehmenszweig
zu entwickeln, mit dem Anspruch „Es
steht nicht nur grün drauf“.
Zweites Leben als
Recyclingasphalt
Als Geschäftsführer für den Bereich
Tiefbau sitzt Per-Carsten Meyer mit großen Energiekonzernen am Tisch, um
gemeinsam die Infrastruktur von Biogasanlagen zu planen und umzusetzen.
Immer häufiger kommen auch Kommunen und Industriekunden auf Meyer Bau
zu, denn in ihrem Tiefbauportfolio gibt es
eine Menge zu tun. Alleine im nördlichen
Deutschland warten zigtausend Kilometer Straße auf eine Sanierung.
Wie man den nachhaltigen Anspruch
der Auftraggeber zufrieden stellt, erläutert Per-Carsten Meyer beispielhaft anhand seines Pilotprojektes für die Hansestadt Hamburg. „Der Pollhornweg in
Hamburg ist die erste kommunale Straße,
deren Sanierung wir mit Recyclingasphalt durchgeführt haben“, erklärt Meyer
die im letzten Jahr abgeschlossenen Arbeiten. Nach der konventionellen Abfräsung des Asphalts und seiner speziellen
Aufbereitung in einer Mischanlage konnten circa 90 Prozent des Altbelags als neue
Deckschicht bei gleichen Qualitätsstandards wieder aufgebracht werden.
Spezielles Know-how und qualifizierte
Mischtechnik waren nötig. „Unsere Arbeit
bestand neben der baulichen Umsetzung
vor allem die Funktion als Bindeglied
Willi Meyer Bauunternehmung GmbH
zwihen Auftraggeber und Hersteller“, so
Meyer weiter „die gewonnenen Erfahrungen wollen wir zukünftig in Netzwerke
einbringen und überregional weiterentwickeln“. Ein eigener Ansprechpartner
im Haus übernimmt zukünftig dieses Geschäftsfeld und unterstützt die Planungen. Kurz nach Fertigstellung der ersten
Strecke stand schon fest: Das innovative
Verfahren verhält sich preisgünstiger zur
konventionellen Asphaltierung. „CO2Einsparungen und das grüne Label als
geldwerter Vorteil noch nicht eingerechnet“, freut sich Meyer auf eine spannende
Entwicklung.
Junge Studenten untersuchen
alte Pflegeeinrichtungen
Auch für Holger Horn hat der Nachhaltigkeitsbegriff ein eigenes Gesicht im
Unternehmen für seinen Bereich Hochbau. „Angesichts knapper Bodenressourcen muss man sich schon aus wirtschaftlichen Gründen fragen, was mit
den vorhandenen Immobilien geschieht“,
berichtet er aus seinen Erfahrungen. Besonders im Fokus hat er dabei Senioreneinrichtungen, deren Neubau im Unternehmen neben den Industriebau­ten eine
wichtige Säule bilden.
Er bringt auch gleich Zahlen mit. Im
Ballungsraum Hamburg rangieren rund
580 Pflegeheime auf einer Skala von „gerade neu eröffnet“ bis „nicht mehr nutzbar“. Auf das Potential dazwischen hat
es Horn abgesehen. Der Zerfallsprozess
Mit Studenten der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt man neue
Standards zur Revitalisierung von Seniorenpflegeeinrichtungen
99
setzt meist schleichend ein. Erst gehen
die Belegzahlen zurück, weil Familien
ihren Angehörigen keine Mehrbettzimmer mit Sanitäranlagen auf dem Flur
mehr zumuten wollen. Und am Ende
schließt die Bau- oder Heimaufsicht die
Türen ab, da Brandschutz und Rettungswege fehlen.
Der Hochbauchef und kaufmännische
Leiter weiß auch, dass Pflegeeinrichtungen sensible Bereiche sind, die man nicht
alleine mit Schaufel und Bagger wettbewerbsfähig machen kann. Neben der rein
baulichen Revitalisierung müssen auch
soziale Kompetenzen in die Architektur
mit einfließen. Pflegekonzepte haben
sich geändert, Mehrbettzimmer mit zentralen Speisesälen gehören der Vergangenheit an. Heute ermöglicht man den
Senioren ein Zusammenleben in kleinen
Wohngruppen und fördert ihre noch vorhandenen Fähigkeiten.
„Wir näherten uns vor gut einem Jahr
der Frage, was man aus den Einrichtungen machen kann, die ihren Betreibern
mehr Sorgen wie Rendite bescheren“,
ergänzt Horn. Die Antworten fallen so
ungeahnt vielfältig aus, dass man sie in
wissenschaftliche Hände gelegt hat. Eine
Gruppe von Studenten entwickelt mit
Unterstützung von Horn derzeit an der
Leuphana Universität Lüneburg Konzepte zur Revitalisierung von Pflegeeinrichtungen. Unter dem sanierten Dach werden sich dann bauliche Voraussetzungen,
soziale Verpflichtungen und technische
Kompetenzen zu einem neuen Ganzen
zusammenfügen. Eine eigene Planungsgesellschaft hält alle Fäden in der Hand
und zeichnet zudem mit spitzer Feder
Businesspläne und Finanzierungsmodelle für die Nutzer.
„Die Erfüllung von energetischen
Standards sichert heute nicht automatisch auch eine hohe Auslastung. Nur
ein ausgefeiltes Gesamtkonzept bringt
den Erfolg“, glaubt Horn. „Wir werden die
wissenschaftlichen Erkenntnisse ab dem
kommenden Jahr an einem Projekt in Lüneburg baulich umsetzen“, verspricht er
abschließend.
Willi Meyer Bauunternehmung GmbH
Am Funkturm 25 ∙ 29525 Uelzen
Tel.: 05 81 / 88 48-0
info@ue-wm.de ∙ www.ue-wm.de
Wirtschaftsblatt 4/11
100
Bauen, Mieten, Investieren
Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG
Einzigartige Re-Kult-ivierung
Nach einer Jahrhundert-Idee verwandeln einige mutige Visionäre eine riesige Militärbrache
im idyllischen Westfalen in einen aufregenden automobilen Hotspot mit internationaler
Anziehungskraft. Nach sechsjähriger Planungsphase sind die Tiefbauarbeiten für den 4,2
Kilometer langen Rundkurs des Bilster Berg Drive Resorts in vollem Gange.
M it den Baggern kommt das
Projekt am Bilster Berg
richtig in Fahrt. Auch der
Um- und Neubau der Hallen und Gebäude auf dem 84 Hektar großen Gelände wird noch in diesem Jahr beginnen. Die Ausschreibungsverfahren für
alle Hochbauten laufen, und schon jetzt
ist klar, dass dem Ideengeber und Motor
des Projekts Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff ein Riesenwurf geglückt
ist. „Ich war mir meiner Sache immer
sicher“, beteuert der Inhaber der gleichnamigen gräflichen Unternehmensgruppe aus Bad Driburg, zu der neben einem
Luxus-Hotel und mehreren Rehabilitationskliniken auch zwei Mineralwasserbrunnen gehört. In weniger als einem
Jahr wird seine Vision eines komplett privat finanzierten Dorados für MotorsportEnthusiasten Wirklichkeit. Dann werden
Automobilhersteller, ihre Zulieferer und
Verkehrsmediziner die Test- und Präsentationsstrecke für Autos und Motorräder
nutzen können. „Vom Eröffnungswochen-
Wirtschaftsblatt 4/11
ende am 30. Juni 2012 bis zum offiziellen
Saisonschluss Ende Oktober sind bereits
alle Wochenenden und die meisten Wochentage ausgebucht“, berichtet der für
den Betrieb verantwortliche Bilster BergGeschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp. Das anziehungskräftige Bilster Berg
Drive Resort ist von Köln, Frankfurt und
Hamburg zwischen 200 und 250 Kilometer entfernt. Der Flughafen Paderborn ist
in 30 Fahrminuten erreichbar.
stilvoll revitalisiert. Edle Corten-StahlElemente geben den Fassaden einen
verwegenen Ausdruck und folgen den
Grundformen. Die Patina des CortenStahls soll im Zusammenspiel mit einem
Vintage-Anstrich für ein Ambiente im
Stil traditioneller englischer Clubsport-
Motoren in passendem
Ambiente
Die Nutzer erwartet am Bilster Berg
nicht nur ein von Hermann Tilke, dem erfahrensten Streckenplaner der Branche,
entworfener Rundkurs, sondern auch
modernste Rennsport-Infrastruktur: 30
freitragende Hallen mit militärischer
Vergangenheit bieten sichere Unterstellund Montageplätze für 200 Fahrzeuge.
Die Zweckbauten werden nach Plänen
des Düsseldorfer Architektenbüros RKW
Die Arbeiten am
Rundkurs des Bilster
Berg Drive Resorts
kommen gut voran
Anzeige
Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG
Anlagen sorgen. Bewusste Kontrapunkte
zu den kubistischen Formen setzen das
Clubhaus am höchsten Punkt des Resorts
und das moderne Teststreckenzentrum
mit Restaurant, Lounge und Ostschleifenterrasse.
monisch-dynamische Streckenführung
fordert Fahrer und Fahrzeug heraus und
lässt einen sein Auto wieder mit allen
Sinnen spüren. Diese Strecke kann es mit
den großen Naturkursen Nordschleife
und Spa-Francorchamps aufnehmen.“
Platz für Begeisterung
Wirtschaftliche Starthilfe
Neben den Unternehmen der Automobilbranche sind im Bilster Berg Drive
Resort auch die Besitzer hochkarätiger
Oldtimer und PS-geladener Sportwagen
willkommen. Sie können ihre historischen oder neuzeitlichen Boliden in der
Einsamkeit Westfalens auf Touren bringen. In der oberen und unteren Boxengasse der Ostschleife werden auf jeder
Seite vier große Hallen hergerichtet. Jede
Halle ist zwischen 400 und 800 Quadratmeter groß und kann auch für private
Veranstaltungen genutzt werden. Darüber hinaus werden auf dem weitläufigen
Areal weitere Hallen modernisiert. In
ihnen können die wertvollen Fahrzeuge
sicher und langfristig in abschließbaren
Privatboxen untergebracht werden. Unter Einbeziehung des 4*-Superior-Hotels
Gräflicher Park mit exklusivem SPA und
angrenzendem Golfplatz wird das Bilster
Berg Drive Resort zur perfekten Recreation-Area. „Wir bieten inspirierende Erholungsmomente. Hier können Entscheider
ihre Batterien wieder aufladen“, versichern Graf von Oeynhausen-Sierstorpff
und sein Rennsportberater Walter Röhrl.
Der 64jährige mehrfache Weltmeister ist
begeistert: „Die unverwechselbare har-
Für die Region ist das Bilster Berg
Drive Resort ein wertvolles Geschenk. Es
wird als weithin sichtbares LeuchtturmProjekt die Bekanntheit des Kreises Höxter nachhaltig steigern. Als Inkubator für
neue Entwicklungen im Automobilbau
könnte das Test- und Präsentationszentrum zudem neue, teils hoch qualifizierte direkte und indirekte Arbeitsplätze
schaffen und einen Kapitaltransfer nach
Ostwestfalen bewirken. Um den Bedürfnissen von Entwicklern und Technikern
entgegenzukommen, wurden einige Besonderheiten verwirklicht. Beispielsweise
kann die Rennstrecke in beiden Richtungen befahren werden, was für Testfahrten ideal ist. Diskrete Erprobungen streng
geheimer Erlkönige oder innovativer Regelsysteme bei hohen Geschwindigkeiten
werden hier ohne neugierige Pressebeobachter möglich sein, da das Gelände auf
natürlichem Weg nicht einsehbar ist.
Projektmotor Marcus Graf von
Oeynhausen-Sierstorpff (l.) kann
auf die Unterstützung von RallyeLegende Walter Röhrl bauen
Bilster Berg
Drive Resort GmbH & Co. KG
Brunnenallee 1 ∙ 33014 Bad Driburg
Tel.: 0 52 53 / 95-25 01
info@bilster-berg.de
www.bilster-berg.de
101
Adrenalin inklusive
Das Bilster Berg Drive Resort ist ein Beweis für die Kraft kreativen Unternehmertums. Statt auf öffentliche Mittel
setzen die Macher auf privates Kapital.
Finanziert wird das Resort über einen
30 Millionen Euro schweren gewerblich
tätigen Fonds. Bilster Berg-Geschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp
rechnet damit, dass bereits Ende 2011
das Partnerprogramm abgeschlossen
wird.
Herr von Glasenapp, ist die Tür für interessierte Investoren schon zu?
Es war nie unser Ziel, den Investorenkreis zu überdehnen, darum werden
wir unsere Bemühungen um zusätzliche Anleger, die für 100.000 Euro einen
Anteilsschein zeichnen, nicht weiter
forcieren. Generell wünschen wir uns
aktive Partner. Wir bieten ihnen eine
perfekte Heimstatt für ihre modernen oder historischen Automobile und
noch exklusive Nutzungsrechte der
Teststrecke.
Was hat Sie als ehemaligen Geschäftsführer des Hockenheimrings nach
Westfalen gelockt?
Es existieren in Deutschland nicht genug Test- und Präsentationsstrecken
für die Autoindustrie und den Rennsport. Bislang mussten die heimischen
Hersteller ins Ausland ausweichen.
Wir werden ihnen eine echte Alternative bieten. Ich sehe in diesem Projekt
auch eine sichere Geldanlage, denn wir
werden in unserer hochprofitablen Nische quasi allein sein. Das Terrain ist
unglaublich: Wir haben eine FIA-taugliche Strecke, die alle Sicherheitsbedingungen erfüllt, damit bei Tests oder Incentives nichts passieren kann.
Wirtschaftsblatt 4/11
102
Bauen, Mieten, Investieren
Claytec e.K.
Die Claytec-Chefs Peter Breidenbach (l.) und Ulrich Röhlen
haben dem Baustoff Lehm die Krone aufgesetzt.
Reif für die Wand
Lehm zählt zu den besten Launen der Natur. Allerdings dauert es viele Millionen Jahre, bis sich der
richtige Mix aus mikrometergroßen Sand-, Schluff- und Tonkörnchen in das vielseitige Material
verwandelt hat. Die vergangenen drei Jahrzehnte haben dann noch die Spezialisten von Claytec
gebraucht, um den traditionsreichen Baustoff bis zur Perfektion zu veredeln.
P
eter Breidenbach und Ulrich
Röhlen haben dem Lehm die
Krone aufgesetzt. Die beiden
Gründer von Europas führendem Hersteller von Lehmbauprodukten
haben den Werkstoff aus seinem engen
Bio- und Fachwerksegment befreit und
an die technischen Anforderungen im
modernen Bauwesen angepasst. Mit neuen Verarbeitungsmethoden, einer eigenständigen Designsprache und höchster
Materialqualität haben sie ganz neue
Märkte für Lehm erschlossen. „Wir sind
ökologische und wirtschaftliche Überzeugungstäter“, bekennt Claytec-Chef
Peter Breidenbach. Seinen Hauptsitz hat
das Familienunternehmen in Viersen,
Wirtschaftsblatt 4/11
zudem gibt es eine Dependance in Graz
in der Steiermark, und im sachsen-anhaltinischen Magdeburg laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung einer weiteren
Produktionsstätte. Claytec bietet Projektentwicklern, Revitalisierungsplanern
und Innenausbauern ein durchdachtes
Produktportfolio inklusive kompetenter
Anwendungsberatung.
„In allen Regionen Deutschlands,
Österreichs und der Schweiz sind wir
mit mindestens einem unserer 625 Partner vertreten. Dabei handelt es sich um
Fachbetriebe, die unser Lehmhandwerk
verstehen und im fachgerechten Einsatz
unserer Produkte geschult wurden“, erläutert der Architekt Ulrich Röhlen. Seine
langjährigen Erfahrungen stellt er anderen Architekten und Bauherrn zur Verfügung, damit sie die Möglichkeiten des
Materials voll ausschöpfen können.
Baustoff voller Emotion
Während Marmor für kühlen Luxus
und Glas/Stahl-Konstruktionen für elegante Transparenz stehen, erzeugt die
natürliche Schönheit von Lehm wohligere Gefühle. „Unser Baustoff spricht alle
Sinne an“, berichtet Peter Breidenbach.
Lehm speichert Wärme und wirkt regulierend auf die Luftfeuchtigkeit. Räume
aus Lehm haben Charakter. Sein Einsatz
schafft somit nachhaltige Werte. Außer-
Anzeige
dem ist er ressourcenschonend, umweltfreundlich und wieder verwendbar.
Yosima setzt Maßstäbe
Der edelste Lehm-Designputz von
Claytec wird in einem ebenso edlen
schwarzen 20 Kilo Kunststoffeimer geliefert. Die Einführung der Marke Yosima gehört zu den ganz wichtigen
Meilensteinen in der Unternehmensgeschichte von Claytec. Die Farbkraft von
Yosima resultiert aus den verwendeten
Tonerden. Der Rot-Ton entsteht durch
natürlich eingelagerte Eisenoxyde, der
gelbe durch Eisenhydroxyde. Der Grünton entsteht, wenn die Eisenmoleküle
besonders fein im Mineralgitter eingelagert sind, brauner Ton erhält seine
Farbe durch Mangan, schwarzer durch
Kohle. Durch geschickte Kombination
der Grundfarben haben die Designer von
Claytec sieben Farbräume geschaffen,
die so ästhetisch sind, wie ihre Namen
klingen. Sie heißen Indisch-Rot, UmbraNatur, Sahara-Beige, Gold-Ocker, Schilf-
Claytec e.K.
Gelb, Jade-Grün und Siena-Braun. Alle
Grundfarben und die Farbräume können
zudem mit weiß gemischt werden. Im
Endergebnis bietet Yosima 138 Farbtöne.
Mit sieben Strukturzusätzen wie beispielsweise winzigen Perlmutsplittern,
Dillhalmen oder silbrigen Spänen können noch zusätzliche Effekte erzielt werden. „Yosima erzeugt ein faszinierendes
Raumklima. Das farbliche Changieren
gibt den Flächen einen natürlichen echten Charakter“, beschreibt Peter Breidenbach die unbestreitbaren Vorteile
seines Lehmputz-Meisterstücks.
Balance halten
103
Lehmputze. Letztere sind die absoluten
Wachstumstreiber im Sortiment.
Bei Claytec setzt man auf gesundes
Wachstum. Schon seit der Gründung
verbinden die Macher wirtschaftlichen
Erfolg mit gesellschaftlicher und sozialer
Verantwortung. Im Betrieb werden beispielsweise junge Arbeitslose weiterqualifiziert, und der Chef engagiert sich für
Nachhaltigkeit und ökologische Themen.
Die Verwaltungszentrale befindet sich
in einem denkmalgeschützten Gebäude,
und die Produktion ist in einer ehemaligen Ringofenziegelei untergebracht. Hier
betreibt die Firma ein eigenes Blockheizkraftwerk, in dem Produktions- und Holzreste in Wärme umgewandelt werden.
Claytec ist eben genauso authentisch wie
der vom Unternehmen rekultivierte Baustoff Lehm.
Breidenbach und Röhlen sind die Innovationstreiber ihres Gewerbes. Sie
haben Claytec in den vergangenen Jahren konsequent zum leistungsstärksten
Komplettanbieter der Branche weiterentwickelt. Das Unternehmen liefert mit 30
Mitarbeitern Lehmsteine, Lehmbauplatten, Stampflehm, Grundierungen, Kleber,
Bewehrungsträger sowie verschiedene
Claytec e. K.
Nettetaler Straße 113 · 41751 Viersen
Tel.: 0 21 53 / 9 18-0
service@claytec.com
www.claytec.de
die Räume mit Lehmbauplatten ausgestattet. Zur Beheizung wurden Wasserleitungen
integriert. Diese Form der Wandheizung
liefert mittels Infrarotstrahlung eine für
den Organismus besonders verträgliche
Wärme. Beschichtet wurden die Platten­
oberflächen mit Lehm-Oberputz fein.
3 In Engelskirchen bei Köln sorgt das
Seminarhaus EcoLut-Forum des Bauherrn
Jörg Deselaers für Aufsehen. In dem Gebäudekomplex bildet Holz aus der Umgebung das statische Fundament. Der in vielfältiger Form verbaute Lehm sorgt für ein
angenehmes Raumklima. Eindrucksvoll ist
die zweigeschossige große Stampflehmwand im Eingangsbereich, in die ein Kamin und mehrere Rauchgaszüge integriert
sind. An den Innenseiten der Außenwände
sind wärmespeichernde Stapelschalen aus
Lehmsteinen angebracht. Darauf ist eine
Wandflächenheizung verlegt, die im nasskalten Klima des Bergischen Landes für
angenehme Wärme sorgt. Die Wände und
Decken der Räume sind feinem Lehmputz
beschichtet, der teilweise weiß gestrichen
wurde.
Drei Spitzen der Lehmbaukunst
Das Wasserforschungsinstitut der Eidgenössischen Technischen Hochschule in
Zürich hat seine Zentrale im neuen Forum
Chriesbach. In dem aufsehenerregenden
Bau bestehen die Bürotrennwände aus
Lehm. Insgesamt lieferte Claytec 3.000
Quadratmeter Lehmbauplatten, die lotrecht
am Holz-Ständerwerk befestigt wurden.
Beschichtet wurden sie mit Lehm-Oberputz
fein und Clayfix rein-weiß.
2 Das Hotel Seiser Alm Urthaler in Südtirol
ist das erste moderne Alpenhotel, das vollständig aus Holz gebaut wurde. Innen sind
1
1
2
3
Wirtschaftsblatt 4/11
104
Bauen, Mieten, Investieren
Losberger GmbH
Die Leoni Special Cables GmbH setzt auf Losberger. Am Standort Friesoythe
nutzt man die zweischiffige Stahl-Systemhalle für Lager und Produktion
Intelligente Raumlösungen
für Industrie und Handel
Die Losberger GmbH aus Bad Rappenau bietet intelligente Lösungen, wenn firmeneigene
Platzreserven knapp werden. Zunehmend gefragt sind Stahl-Systemhallen als schnell realisierbare,
wirtschaftliche und flexible Alternative zu klassischen Gebäudevarianten.
K urzfristig oder dauerhaft genutzt, gekauft oder auf
Zeit gemietet: Platzen die Lager- und Produktionsflächen auf dem Firmenareal aus allen Nähten, kommen neben Lagerzelten und Zelthallen immer mehr
die modular aufgebauten Stahlsystemhallen aus Bad Rappenau
zum Einsatz. Flexibel aufstellbar und in unterschiedlichen Größen verfügbar, bietet die Losberger Systembauweise schnelle
und maßgeschneiderte Lösungen für Platzprobleme aller Art.
Für eine begrenzte Zeitspanne aufgebaut, beispielsweise zur
befristeten Überbrückung von Produktions- und Lagerengpässen, kommen immer mehr Kunden auf die Lösungen von Losberger zurück.
Auch dauerhaft installiert lässt sich die Systembauweise
zur Schaffung zusätzlicher Raumkapazitäten, zum Beispiel für
Lager, Produktion oder Ausstellungsräume, bestens nutzen.
Standard-Stahlsystemhallen stehen ebenso zur Verfügung wie
Wirtschaftsblatt 4/11
individuelle, in Dimensionierung und Ausstattungsgrad exakt
auf die spezifischen Ansprüche des Bauherrn zugeschnittene
Ausführungen.
Hallensystem mit Köpfchen
Losberger-Systemhallen werden mit festgelegten Seitenhöhen und Spannweiten angeboten. Durch ihren modularen Aufbau lassen sie sich in definierten Raster-Schritten verlängern.
Ihr Ausstattungsumfang ist industriegerecht und ermöglicht
Einsätze als Lager- oder als Produktionshalle. „Ob wärmegedämmte oder einschalige Ausführung, mit oder ohne leistungsstarke Rauch- und Wärmeabzugsanlagen – alles ist möglich“,
erklärt Vertriebsleiter Rüdiger Stipp. Die Fassade besteht
grundsätzlich aus harten Bekleidungselementen wie Stahl-Trapezblech oder Sandwichpaneelen. Zubehörelemente wie Schie-
Anzeige
be-, Roll- und Sektionaltore, Türen, Fenster und Firstlichtbänder erlauben die exakte Abstimmung an Zugangserfordernisse
und Lichtverhältnisse. Für Dach und Giebel kann zwischen
lichtdurchlässigen, PVC-beschichteten Schwergewebeplanen
oder einschaligem, beschichtetem Stahl-Trapezblech gewählt
werden. Zur Wärmedämmung kommen Sandwichpaneele zum
Einsatz. Die Spannweiten der Hallen reichen von zehn bis 40
Meter. Die Binderabstände liegen in der Regel zwischen vier
und 6,5 Metern, die Traufhöhen zwischen 4,5 und 6,5 Metern.
Breitere Ausführungen entstehen, indem mehrere Hallen an
der Traufseite aneinandergebaut werden. Unabhängig von Bekleidungsmaterial und Spannweite sind die Systemhallen auf
hohe Tragfähigkeit ausgelegt und schneelastfähig.
Losberger GmbH
105
Im Überblick
Die Losberger GmbH ist einer der weltweit führenden Hersteller, Vermieter und Vertreiber von mobilen Raumlösungen. Die
Produktpalette reicht vom einfachen Partyzelt und Zelt-Ensemble für Großveranstaltungen über semi-permanente Systemhallen und Industriezelte für Lager, Verkauf und Produktion bis hin
zu temporären Raumlösungen für Notfallrettung, Katastrophenschutz und Militär. Die Wurzeln des Unternehmens liegen im
Jahr 1919. Heute zählt Losberger zur Spitze in seiner Branche.
Das weltweit tätige Unternehmen mit Hauptsitz in Bad Rappenau
unterhält heute eigene Standorte in den USA, Großbritannien,
Frankreich, China, Italien und Ungarn. Losberger beschäftigt
insgesamt rund 640 Mitarbeiter.
Unkomplizierte Genehmigungsphase
Schon in der Baugenehmigungsphase bieten die Systemhallen zahlreiche Vorteile im Vergleich zu konventionellen Hallenbauten: Je nach Art und vorgesehener Standzeit liegen die
Unterlagen für Bauanzeige oder Baugenehmigung bereits vor.
„Wir bereiten die Systemstatik so detailliert vor, dass sie dem
Bauantrag sofort beigefügt werden kann“, so Stipp. „Das spart
dem Kunden wertvolle Zeit bei der Antragstellung und verkürzt
die Genehmigungsphase beträchtlich.“
Kurze Einsatzdauer: Flexibel durch Miete
Schnelle Reaktionszeiten bei kurzfristigem Raumbedarf,
keine aufwendige Baugrund-Vorbereitung, eine zügige Genehmigungsphase: Bei vergleichsweise kurzer oder nicht absehbarer Einsatzdauer empfiehlt sich die Miete einer Stahl-Systemhalle – der Bauherr profitiert von hoher Flexibilität bei geringer
Kapitalbindung und fest kalkulierbaren Kosten. Stahl-Systemhallen für zeitlich begrenzte Einsätze können üblicherweise
auf einem ‚normal‘ befestigten Platz errichtet werden. Er sollte
asphaltiert, gepflastert oder betoniert sein. Fundamente sind
nicht erforderlich, da die Verbindung mit dem Baugrund über
entsprechend dimensionierte Erdnägel erfolgt. Die Bauphase
Nahezu Tageslichtverhältnisse bietet die Stahl-Systemhalle mit einer Schwergewebeplane in Dach und Giebel
selbst ist abhängig von der Dimension der Halle. Sie umfasst
jedoch in der Regel nur wenige Tage oder Wochen.
Schnell genehmigt und gebaut
Grundsätzlich stellt die Baubehörde an die Ausführung einer
dauerhaft genutzten Systemhalle höhere Anforderungen als bei
temporärer Nutzung. Auch bei Hallen in Systembauweise müssen daher konventionelle Fundamentgründungen gewählt werden. Die auszuführenden Streifen- oder Blockfundamente aus
Stahlbeton können jedoch einfacher und leichter dimensioniert
erstellt werden als bei einem vergleichbaren Massivbau, da die
sichere Verbindung von Halle und Fundament durch einfaches
Aufdübeln hergestellt wird. Die Montagezeit ist durch das Baukastensystem relativ kurz und erlaubt eine rasche betriebliche
Nutzung. Zudem ist bei einer fest installierten Halle eine erheblich höhere Individualisierung möglich als bei Miethallen.
Losberger GmbH
Gottlieb-Daimler-Ring 14 ∙ 74906 Bad Rappenau
Tel.: 0 70 66 / 9 80-1 50
hallen@losberger.com ∙ www.losberger.com
Diese Produktionshalle wurde mit
Büro- und Sozialräumen ausgestattet
Wirtschaftsblatt 4/11
106
Bauen, Mieten, Investieren
OTIS GmbH & Co. OHG
Häuser würden Otis kaufen
Berlin kann auch Technik. Die Spreemetropole gilt inzwischen sogar als neue Internethauptstadt. Man
glaubt, dass von hier die nächste ganz große Web-Idee kommen könnte. An Innovationskraft fehlt es den
Berlinern jedenfalls nicht, wie zuletzt die Aufzugsbauer von OTIS mit ihren in Reinickendorf entwickelten
regenerativen Antrieben bewiesen haben, die inzwischen die Immobilienbranche weltweit elektrisieren.
F ortschritt bedeutet künftig Reduzierung. In der nachhaltigen
Stadt der Zukunft gibt es keinen
Platz für energiefressende Gebäudeeinbauten. Klimaanlagen können
zum Beispiel durch naturnahe Materialien und neue Bauformen ersetzt werden, nur der Aufzug wird weiterhin zur
unverzichtbaren Ausstattung gehören.
Allerdings wird er immer seltener an
Stahlseilen, sondern eher an stahlseelenarmierten Polyurethangurten hängen.
Diese drei Millimeter dicken und zwischen drei und sechs Zentimeter breiten
Hightech-Gurte gehören zur neuen GeN2Aufzugsgeneration von Otis. Sie sind extrem belastbar, völlig korrosionsfrei und
Wirtschaftsblatt 4/11
halten bis zu dreimal so lange wie konventionelle Tragseile.
Strom sparen beim Aufzug
fahren
Das Herz der neuen Aufzüge kommt
aus Berlin. In den Werkshallen des deutschen OTIS-Headquarters in Reinickendorf werden die regenerativen Antriebe
hergestellt, die den Stromverbrauch der
GeN2-Aufzüge im Vergleich zu konventioneller Technik und bei bestimmten
Lastzuständen um bis zu 75 Prozent
senken. Regenerative Antriebe reduzieren die Betriebskosten jedes Gebäudes
drastisch und machen die neuen Otis-
Aufzüge zum nachhaltigen vertikalen
Transportmittel auf dem Markt. „Die Anschaffungskosten sind höher, doch schon
nach relativ kurzer Zeit drehen unsere
GeN2-Aufzüge langsam ins Plus, und auf
lange Sicht schlagen sie günstigere konventionelle Aufzüge auch kostentechnisch
um Längen“, erläutert OTIS-Deutschlandchef Hartmut Engler. Doch damit nicht genug, denn die von seinen Ingenieuren entwickelten regenerativen Antriebssysteme
produzieren auch Energie. Wenn ein vollbesetzter Aufzug abwärts oder ein leerer
Aufzug nach oben fährt, wird die erzeugte
Energie in Strom umgewandelt. Außerdem
sind die getriebelosen Antriebe des GeN2
so kompakt, dass sie im Aufzugsschacht
Anzeige
1
OTIS GmbH & Co. OHG
2
4
107
3
1
Ideengeber
für die Immobilien
branche: OTIS-Deutschlandchef
Hartmut Engler
Polyurethangurte
sorgen für den
sicheren Halt
3 Weniger Geräusche,
weniger Kosten: Mit dem
ReGenTM Drive von OTIS
4 Aufzugstechnik, nächste
Generation: GeN2 Aufzugskabine
bei Saturn in Berlin
2
untergebracht werden können. Damit
schafft OTIS einen weiteren langersehnten
Durchbruch beim Aufzugsbau. Der GeN2
braucht keinen Maschinenraum mehr.
Die Erfolgreichen schalten schneller
Die einzigartigen Vorteile des regenerativen Antriebs ReGen machen ihn zur ersten Wahl bei auf Nachhaltigkeit bedachten
Gebäudeplanern und Architekten. Vor wenigen Wochen erst haben die Besitzer des
Empire State Building OTIS mit der ReGen
Flatrate 10.0
Zum 100. Jubiläum hat OTIS Deutschland ein besonderes Sicherheitspaket
geschnürt. Nach Abschluss des Servicevertrags Flatrate 10.0 garantieren
die 1.200 Servicetechniker an den 100
OTIS-Standorten in ganz Deutschland
jedem Kunden für eine feste Pauschale
eine Verfügbarkeit seines Aufzugs von
99 Prozent. OTIS bietet Budgetsicherheit, technische Leistungsfähigkeit, zufriedene Nutzer und den langfristigen
Werterhalt des Aufzugs.
Drive-Nachrüstung der 68 Aufzüge in dem
weltberühmten Wolkenkratzer beauftragt.
„Auch im künftigen Vodafone-Campus,
der gerade in Düsseldorf entsteht, werden
29 Aufzüge der GeN2-Generation zum Einsatz kommen“, berichtet OTIS-Kommunikationschef Marc Drescher.
Die Nutzer der neuen Aufzüge loben
die GeN2-Generation für ihre Laufruhe.
Durch die Ummantelung der Gurte entfällt beispielsweise das typische metallische Abrollgeräusch beim Lauf der Stahlseile um Treibscheibe und Umlenkrollen.
Die Bremsen wurden geräuschoptimiert
und der frequenzgeregelte, digitale Antrieb sorgt für ein sanftes Beschleunigen
und Abbremsen der Kabine.
Für jeden Schacht der passende Aufzug
Zur GeN2 Familie gehören die Produktlinien Comfort (Wohnungsbau), Flex (Bestandsimmobilien), Premier (Geschäftsgebäude), Lux (Hohe Gebäude) und SilentLine
(Modernisierungsbereich).
Außerdem bietet OTIS für hochfrequentierte Bürogebäude, Krankenhäuser
und Einkaufszentren die ergänzende und
nachrüstbare Zielwahlsteuerung Com-
pass an. Über Touchscreen-Bildschirme
geben Nutzer ihre Zieletage an und bekommen einen Aufzug zugewiesen. Compass bündelt übereinstimmende Fahrtwünsche, vermeidet Zwischenstopps und
sorgt so dafür, dass die Nutzer um bis zu
55 Prozent schneller ihr Ziel erreichen.
100 Jahre in Berlin OTIS ist der weltgrößte Hersteller von
Fahrtreppen, Fahrsteigen und Aufzügen.
Das Unternehmen ist Teil der United
Technologies Corporation und in 200 Ländern vertreten. In Deutschland ist man
seit 1911 aktiv. Heute gilt die deutsche
Dependance als Zentrum für Entwicklung und Innovation. „Wir sind ein fester
Bestandteil der Berliner Wirtschaft und
wachsen am Standort weiter“, verspricht
Hartmut Engler. Aktuell arbeiten bereits
circa 1.000 (in der Zentrale, dem Werk
und im Vertrieb) der 2.600 deutschen
OTIS-Mitarbeiter in der Hauptstadt.
OTIS GmbH & Co. OHG
Otisstraße 33 ∙ 13507 Berlin
Tel.: 0 30 / 43 04-0
marc.drescher@otis.com
www.otis.com
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
Interboden Innovative Gewerbewelten GmbH & Co. KG
Arbeit ist auch nur Leben
Die Ratinger Interboden hat mit Wohnquartieren wie den Düsseldorfer Quartis Les Halles
oder dem Ratinger Quartier der Sinne das Zusammenleben in Großstädten ebenso attraktiv
wie lukrativ gemacht. Jetzt übertragen die Projektentwickler ihre hinter dem Erfolg
stehende Philosophie der innovativen Lebenswelten konsequent auf Gewerbeimmobilien.
Wirtschaftsblatt 4/11
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U
nübersehbar und außergewöhnlich war der markante
Bau am Europaring 60 schon
immer. Dennoch war die 1991
errichtete Heimat der Ratinger Interboden in die Jahre gekommen. 2008 waren
nur noch gut 50 Prozent der rund 8.000
Quadratmeter Nutzfläche vermietet, inklusive der von den Projektentwicklern
selbst genutzten Räume. Die konventionelle Mieterverwaltung hatte ebenso
ausgedient wie der distanziert wirkende
Eingangsbereich mit seinem in Sicherheitsuniform gekleideten Wachpersonal.
„Es war an der Zeit, die Leerstände zu
nutzen, um das Gebäude im laufenden
Betrieb umzubauen und vollständig einem Refurbishment zu unterziehen“, erklärt Vanja Schneider, Geschäftsführer
der Interboden Innovative Gewerbewelten, die Ausgangssituation. „Gleichzeitig
wollten wir unsere hausinternen Expansionspläne nutzen, um zu beweisen, dass
unsere Lebenswelt-Philosophie auch Gewerbeimmobilien zu neuem Leben erwecken kann.“ Die Konsequenz, mit der
die Interboden an dieses Vorhaben ging,
überraschte zeitweise sogar die eigenen
Mitarbeiter; die schnelle Vermietung der
runderneuerten Flächen hingegen die
Bestandskunden.
Emotion trifft Ökonomie
Für die Umgestaltung bediente man
sich der Expertise eines auf Hotelimmobilien spezialisierten Innenarchitekten. „Ein gutes Hotel schafft in kurzer
Zeit eine Wohlfühl-Atmosphäre“, erklärt
Schneider das Ziel dieser Zusammenarbeit, das übertroffen zu sein scheint.
„Einer unseren wichtigsten neuen
Mitarbeiter hat sich unter vielen Angeboten unsere Firma ausgesucht, weil ihm
der Arbeitsplatz so gut gefallen hat“, lobt
Reiner Aust die gelungene Umsetzung.
Der Geschäftsführer der Aust Ingenieur
GmbH hatte sich erst Anfang dieses Jahres gegen seinen einstigen Standort Düsseldorf für den Europaring 60 entschieden. Auch seine Kunden werden jetzt im
Entrée des Hauses durch Design, Technik und vor allen Dingen vom Personal
freundlich willkommen geheißen und
an die jeweiligen Mieter weitergeleitet.
Noch vor kurzem war die auf voller Höhe
Interboden Innovative Gewerbewelten GmbH & Co. KG
bepflanzte Seitenwand der Eingangshalle die höchste dieser Art in Deutschland.
Bis eine Münchner Versicherung die Idee
aufgriff und um einige Meter steigerte.
Technik trifft Design
Die Büros wurden etagenweise mit
offenen Strukturen, Glastüren und -wänden variierbar umgebaut, so dass die
Nutzer heute sowohl über schick ausgestattete Großraum- wie auch Kombi- oder
Einzelbüros und Konferenzräume verfügen. Eine Hochgeschwindigkeitsverkabelung ist ebenso selbstverständlich
wie die raumweise steuerbare Klimatisierung und an bewusst gewählten Stellen verhältnismäßig funktionslose, aber
schöne Designelemente. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Eingangs- und
Loungebereich. Auch die vollständig eingerichteten Teeküchen haben die reine
Funktionalität weit hinter sich gelassen
und werden von den meisten Nutzern
als Kommunikations­t reff­punkt genutzt.
Wenn sie dafür nicht eine der Dachterrassen aufsuchen. Wie zum ganz normalen Leben gehört auch Entspannung und
Freizeit zur Arbeitswelt der Interboden.
Deshalb verfügt das Haus über sechs
Leihfahrräder für die Mieter, um in wenigen Minuten in die Innenstadt zu radeln,
über Fußball-Kicker auf mehreren Etagen
sowie eine hauseigene Bibliothek. Selbst
die Funktionsräume und Sanitärzonen
bestechen durch eine stilvolle Ausstattung, die viel mehr an ein Hotel denn an
ein Büro erinnert.
Lebenswelt trifft Arbeitswelt
„Wie schon im Lebenswelt-Konzept
des privaten Wohnungsbaus stimmten
wir architektonische, ökonomische und
ökologische Komponenten mit sozialen,
wirtschaftlichen und emotionalen Aspekten ab“, erklärt der diplomierte Ingenieur Schneider. „Denn die Verbindung
der Arbeitswelt mit unseren LebensweltBausteinen trägt langfristig auch zum
wirtschaftlichen Erfolg der Mieter bei.
Denn jeder Mitarbeiter ist nur so produktiv wie seine Motivation es erlaubt.“
„Ecomotional Offices“ nennt die Interboden das Konzept für die Büros der Zukunft, das großen Entfaltungsspielraum
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mit hoher Werthaltigkeit verbindet. Es
könnte wieder Schule machen, denn die
Neuvermietung der umgebauten Räume
ging außergewöhnlich schnell. Interboden konnte sich sogar jene neuen Mieter
aussuchen, die zu den bestehenden und
dem eigenen Unternehmen passen. Was
einen produktiven Austausch aller im
Haus befördern soll. Heute sind nur noch
gut 400 Quadratmeter insgesamt frei,
die bei entsprechender Stimmigkeit der
Interessenten mit den bestehenden Mietern gegebenenfalls sogar kleinteilig mit
gemeinsamem Büroservice vermietet
werden. Bei nur jeweils zehn Euro für solchermaßen attraktiv ausgestattete Quadratmeter sollte auch die letzte Etage auf
dem Europaring 60 in Kürze wieder mit
Leben gefüllt sein.
INTERBODEN
Innovative Gewerbewelten GmbH & Co. KG
Europaring 60
40878 Ratingen
Tel.: 02102 / 91 94-61
Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Vanja Schneider
v.schneider@interboden.de
www.interboden.de
Ecomotional Offices
Beim Bürokonzept der Zukunft bedient sich die Gewerbesparte der Interboden eines Baukastensystems,
das in Abhängigkeit von Standort
und Objekt sieben Faktoren berücksichtigt: Funktionalität, Komfort,
Natur, Motivation, Entspannung,
Emotionen, und natürlich Wirtschaftlichkeit. „Wir haben inmitten
der Wirtschaftskrise bewiesen, dass
man durch eine ausgewogene Berücksichtigung aller Faktoren in die
Jahre gekommene Büroimmobilien
zu Arbeitswelten umwandeln kann,
die für alle Beteiligten gewinnbringend sind“, ist Interboden-Geschäftsführer Vanja Schneider von der Effizienz des Konzepts überzeugt. „Damit
können wir vielen Büroeigentümern
einen Ansatz bieten, der sie den
Kampf um Mieter gewinnen lässt.“
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
Erfolgreiche Einkaufsstätten sind immer
auch Erlebniswelten. Eine ganz besondere
schuf die Interboden Innovative Gewerbewelten für die Thalia Buchhandlung
im früheren Lichtspieltheater am Bonner
Marktplatz. Nach 14-monatiger Umbauzeit fügen sich Kinoarchitektur der 30er
Jahre und moderne Buchhandlung zu einer inspirierenden Umgebung zusammen.
Sowohl Bürger als auch Politiker schätzen
den neuen Literaturtreffpunkt. „Unsere
Kunden profitieren auch bei Gewerbeobjekten vom ganzheitlichen Unternehmensansatz und der 60-jährigen Erfahrung der
Interboden-Gruppe und ihrer Philosophie
der Lebenswelten“, erklärt Vanja Schneider, Geschäftsführer der Interboden
Innovative Gewerbewelten GmbH & Co.
KG, den Erfolg der einzigartigen Buchhandlung. Dass Einkaufen und Literatur
maßgeblich zu unseren Lebenswelten
gehören, wird ihm jede Frau bestätigen.
Interboden Innovative Gewerbewelten GmbH & Co. KG
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Leonhard Ventures
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Finanzen und Tegernseer Helles
Erweiterung des Horizonts mal anders: Bei der Nomeba
in Wildbad-Kreuth beschreitet man neue Wege
Branchentreffs und Seminare,
Powerpoint-Vorträge
und Convenience Food,
Weiterbildung und NetworkingVeranstaltungen. Wem das als
Unternehmer bekannt vorkommt
und vielleicht auch ein wenig
überdrüssig ist, der sollte sich
für die Nomeba interessieren.
W
enn sich eine Veranstaltung branchenübergreifend
an Unternehmer wendet,
dann muss sie wohl thematisch das
verbindende Element eines jeden Wirtschaftens behandeln – Finanzen. Das ist
soweit sicher keine Besonderheit, und
jeder Unternehmer muss sich mit dieser
Thematik in den vielfältigsten Formen –
Ausprägungen und Vorzeichen – beschäftigen. Interessant aber ist das „Wie“ der
5. „Nomeba – Nicht ohne meine Bank“Veranstaltungen. Was es auf dieser Unternehmer-Plattform nicht gibt, sind Powerpoint-Präsentationen, lange Vorträge,
Vier-Sterne-Hotels, Seminarräume, Stehempfänge und Zwänge. Stattdessen gibt
es sechs- bis siebenminütige Impuls-
vorträge, den Tegernsee und WildbadKreuth, eine Terrasse mit Bänken und
Tischen, hochkarätige Teilnehmer, eine
zünftige Brotzeit, und an einem halben
Tag mehr Anregungen, Kontakte und Input als sonst auf zehn Seminaren.
Einfach mal raus damit
Jeder Unternehmer hat Ideen oder
vielleicht auch bestimmte Situationen,
die ihn umtreiben und für die er Anregungen und Einordung sucht. Nicht
immer sind diese so konkret, dass man
direkt den Gang zu Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Banker antritt. Hierfür bieten die kurzen Impuls-Vorträge
eine ideale Unterstützung zu Themen
wie Finanzierungen, Unternehmenskauf-/Verkauf, internationalen Beraterkontakten oder ähnlichem. Zudem sind
interessierte Unternehmer auf der Nomeba gerne eingeladen das sie umtreibende
Anliegen vorzutragen und einfach mal zu
schauen, ob und wer dazu eine Idee hat
oder einen Kontakt hat. Auf Anfrage ermöglicht der Veranstalter eine Unternehmenspräsentation exklusiv vor den Panel
mitwirkenden. Wer dabei Sorge trägt, zu
deutlich in den Mittelpunkt des geschäftlichen Interesses der Anwesenden zu geraten, sei beruhigt: Die Teilnehmer der
Panels resultieren aus dem Who-is-Who
der deutschen (Privat-) Investoren sowie
der Private-Equity -und Beraterszene.
Bekannt Gutes – neue Ideen
Das Prinzip und Geheimnis des Erfolges der immerhin nun 5. Nomeba Veranstaltung umschreibt Ulf Leonhard, Motor
dieser ungewöhnlichen Plattform für Unternehmer und seit 18 Jahren aktiv in der
Zusammenführung von Unternehmen
und Kapitalgebern, so: „Straffes, effizientes Konzept und eine spannende Mischung interessanter Teilnehmer. Kurzvorträge reichen aus, um sich ein Bild
davon zu machen, ob ein Kontakt sinnvoll sein kann. Und das bitte in entspannter Atmosphäre.“
Unternehmer, die ihren Horizont
erweitern möchten, können dies am
Donnerstag, 27. Oktober 2011, am Tegernsee auf der 5. Nomeba in Wildbad
Kreuth tun. Weitere Informationen und
Anmeldung unter www.nomeba.de
Leonhard Ventures
Ulf Leonhard
Kurfürstendamm 67
10707 Berlin
Tel.: 0 30 / 8 87 11 55-65 und -67
ulf.leonhard@leoven.com
www.nomeba.de
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
ROBINÉ Projektmanagement GmbH & Co. KG
„Ohne Sensibilität und Diplomatie fällt es
schwer, die unterschiedlichen Intentionen
von Käufer und Verkäufer ergebnisorientiert
­zusammenzubringen“: Harald Robiné
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ROBINÉ Projektmanagement GmbH & Co. KG
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Der Mann für Spitzenobjekte
Im prosperierenden Großraum Düsseldorf übersteigt die Nachfrage nach anspruchsvollem
Wohneigentum seit Jahren das Angebot. Eine Herausforderung, die Harald Robiné für seine
Kunden zu meistern versteht. Seit 1989 ist der Betriebswirt in der Immobilienbranche tätig und
hat sich mit Erfolg auf die Vermarktung von Objekten im Premiumsegment spezialisiert.
N icht nur private Kunden interessieren sich mehr und
mehr offen für hochpreisige Wohnimmobilien, sondern auch institutionelle Auftraggeber
sind verstärkt in diesem profitablen Investmentbereich unterwegs. Allerdings
muss eine Immobilie bestimmte Kriterien erfüllen, um eine rentable Kapitalanlage zu werden. Harald Robiné erläutert:
„Bei Objekten aus dem Bestand kommt
es besonders auf die Mikrolage an. Neu
entwickelte Immobilien müssen in jedem Fall nachhaltig geplant sein. Unsere
Aufgabe ist es, die Immobilie zu finden
oder zu konzipieren, die ideal zum Käufer passt.“
Ein Geschäft der sensiblen Art
Dabei geht der Experte, der zu den
führenden Anbietern der Branche in
Nordrhein-Westfalen gehört, mit viel
Fingerspitzengefühl und Sachverstand
vor. Denn Harald Robiné hat klare Vorstellungen von den Eigenschaften, die einen professionellen Makler ausmachen:
„Ohne Sensibilität und Diplomatie fällt es
schwer, die unterschiedlichen Intentionen von Käufer und Verkäufer ergebnis­
orientiert zusammenzubringen. Gleichzeitig muss ein Makler absolut korrekt,
zuverlässig und ehrlich sein. Denn die
Immobilienvermarktung im Hochpreissegment ist Vertrauenssache.“
Mit diesem Verhaltens-Kodex hat
sich der Düsseldorfer Zugang zu einer
exklusiven Klientel verschafft; eine
wichtige Voraussetzung, um bei der Recherche nach geeigneten Objekten erfolgreich zu sein.
Aktuell beginnt in Kürze der Verkauf
und die Vermietung der oberen Wohnun-
gen im Sechs-Sterne-Hotel „Breidenbacher
Hof“ auf der Düsseldorfer Königsallee.
Full-Service-Dienstleister
Die Unternehmensgruppe Robiné
beschränkt sich allerdings nicht auf die
Vermittlung allein, sondern bietet darüberhinaus eine breite Leistungspalette
an. „Wir sind in der Lage, schwierige Bestandsobjekte im eigenen Hause neu zu
planen und mit einem veränderten Nutzungskonzept an den Markt zu bringen“,
sagt Harald Robiné. So plant und realisiert Robiné Projektmanagement heute
einzigartige Villen und Stadthäuser mit
luxuriösen Eigentumswohnungen in den
feinsten Lagen der Landeshauptstadt.
Attraktive Industrie-Lofts in
Wuppertal
Doch auch im Umland schaut sich
der Fachmann um und wird oftmals fündig. Zum Beispiel in Wuppertal, wo das
ehrgeizige Projekt ELBA auf Umsetzung
wartet. In der denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikanlage aus dem 19. Jahrhundert entstehen nach aufwendigen
Sanierungsarbeiten 31 Lofts. Der besondere Charme dieses Gebäudeensembles
liegt in der Kombination von historischen
Elementen und stylisch-moderner Ausstattung. Unter anderem bleiben die ursprüngliche Klinkerfassade und auch die
markanten gusseisernen Fensterprofile
erhalten. Selbstverständlich erfüllt das
Gebäude nach seiner Fertigstellung im
Herbst/Winter 2012 alle Anforderungen
an Nachhaltigkeit und Energie-Effizienz.
Harald Robiné, der die Steuerung und
Vermarktung des ELBA-Projekts übernommen hat, ist von den Möglichkeiten
dieser Location in der Nähe der bereits perfekt restaurierten Arrenberg‘schen Höfe
begeistert: „Hier eröffnet sich die Chance,
unter Erhaltung wertvoller Altsubstand
außergewöhnliche Industrie-Lofts zu
planen. Dabei reizt mich vor allem, eine
nachhaltige Wohnkultur zu schaffen, die
den verschiedenen Ansprüchen aller Altersklassen gerecht wird. Auch aufgrund
der Besonderheit der Denkmal-AfA liegen
uns bereits Anfragen von Eigennutzern,
aber auch von Kapitalanlegern vor. Wir
sind zusammen mit dem Schirmherrn
des Projekts, dem Oberbürgermeister
Wuppertals, überzeugt, dass durch die
Realisierung der ELBA Lofts neue Impulse für das Quartier entstehen und der
Standort insgesamt weiter an Wertigkeit
gewinnt.“
Robiné Projektmanagement
GmbH & Co. KG
Cecilienallee 54-55
40474 Düsseldorf
Tel.: 02 11 / 8 90 36 90
info@robine-projekte.de
www.robine-projektmanagement.de
ELBA Lofts
in Wuppertal
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
Catella Property Group
Das Führungstrio der Catella Property Group: CEO Klaus Franken (m.)
mit Christof Halwer (r.) und Tim Andreas Lasys (l.)
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Catella Property Group
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Es geht auch anders!
Hohe Staatsverschuldung ist unvermeidbar? Skandinavische Länder beweisen, dass es auch
anders geht. Vertrauen und Zuverlässigkeit sind Tugenden von gestern? Die skandinavische
Unternehmensphilosophie von Catella zeigt, dass es zum „schnellen Dollar“ erfolgreiche
Alternativstrategien gibt.
D ie Catella Property AB ist an
der Stockholmer Börse gelistet und seit Jahrzehnten
an der Nahtstelle zwischen
Kapital- und Immobilienmarkt aktiv. Die
schwedische Unternehmensphilosophie
wird auch in Deutschland gelebt und ist
eher von Bescheidenheit geprägt. „Die
Posaunenklänge mit 'wir sind die Größten, Besten, Schönsten' überlassen wir
gerne andern“, gibt sich Klaus Franken,
CEO der Catella Property in Deutschland
zurückhaltend und zugleich überzeugt,
denn das gelebte Catella-Prinzip erweist
sich als extrem effektiv und erfolgreich.
„Kunden schätzen unsere verlässliche
und diskrete Arbeit und Dienstleistung,
sei es bei Bewertung, Vermietung, Verkauf, Finanzierung, Strukturierung von
Investmentkonzepten oder bei Projektentwicklungen“, hebt Christof Halwer,
seit zehn Jahren als Geschäftsführer im
Hause Catella, die gewachsenen Kundenbeziehungen hervor. „Mit dieser Philosophie und dem speziellen Know-how kann
das Unternehmen gemeinsam mit und
für ihre Kunden Immobilien von der Idee
bis zur Marktreife entwickeln und gezielt
plazieren“ erläutert Tim Andreas Lasys,
der seit Mitte August 2011 die Geschäftsführung des Hauses ergänzt.
Gemeinsam stark
Die Catella Property Group hat ihren
Hauptsitz in Stockholm und ist in 15 europäischen Ländern aktiv. Sie zählt zu
den führenden Transaktionsberatern
Europas. In Deutschland ist die Catella Property Group seit 1990 tätig und an
fünf gleichberechtigten Standorten Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und
Frankfurt/Main vertreten. Task-Force-
Teams entstehen spezifisch für jeden
Auftrag. Catella reagiert so flexibel und
fokussiert auf die Anliegen ihrer Kunden
und die Erfordernisse des Marktes.
Bei der Catella Property Group setzt
man auf Teamwork. Die Geschäftsführer
pendeln zwischen allen Büros, und der
persönliche Kontakt zu den Teams kennzeichnet das System der kurzen Wege
in der internen Kommunikation. „Wir
verzichten auf starre Hierarchien, die
Arbeit im Team steht für uns im Vordergrund, denn so kann jeder seine Stärken
einbringen“, erklärt Klaus Franken (47).
„Wir haben schlanke Strukturen und verzichten auf Abteilungen oder regionale
Zuordnungen, denn wir wollen unsere
Dienstleistungen nicht trennen, sondern zusammenführen“, so Franken, der
die Leitung der Catella Property Group
in Deutschland 2009 übernahm. Er studierte in Aachen gleichzeitig Architektur,
Städtebau sowie BWL und lernte so frühzeitig, unterschiedliche Perspektiven
auf einen Nenner zu bringen. Der kürzeste Weg zum Erfolg kann nur aus einer
Teamleistung entstehen. „Verwunderlich, dass in unserer Branche immer noch
auf Provisionssysteme gesetzt wird, die
zwangsläufig den inneren Informationsfluss blockieren“, wundert sich Franken.
„So werden Kollegen zu Wettbewerbern
um die Provision. Unsere Kunden erhalten hingegen die Leistung des gesamten
bundes- und europaweiten Teams“, betont Franken.
Qualität wichtiger als Quantität
Effizienz ist für Catella wichtiger
als pure Größe, Qualität wesentlicher
als Quantität, und Kundennutzen statt
Selbstdarstellung steht im Vordergrund.
Das spiegelt sich im Honorarsystem wieder. „Die Teammitglieder erhalten Boni
aus dem Gesamtergebnis. Sie sollen Verträge abschließen, die für Catella und
für den Kunden langfristig sinnvoll sind.
Provision für einzelne Abschlüsse gibt
es bei uns nicht. Motivation ist sinnvoller als Druck und Härte“, erklärt Christof
Halwer. Der 54jährige arbeitet seit zehn
Jahren für Catella und verfügt über ein
breites Netzwerk.
Langfristige Kundenbindungen
Mit ihren schlanken Strukturen, die
ein effizientes Handeln ermöglichen, und
einem Führungssystem, bei dem soziale
Kompetenz im Vordergrund steht, betrachtet sich die Catella Property Group
als krisensicher und hebt sich gleichzeitig vom Einerlei des Marktes ab. Integrität, Kompetenz und Kreativität sind
Schlüsselfaktoren für den Erfolg des
Teams. „Wir unterstützen unsere Kunden
aktiv, um für sie ein optimales Ergebnis
zu erzielen und wollen sie nicht nur zu einem schnellen Deal überreden“, sagt der
49jährige Volkswirt Tim Andreas Lasys.
Er startete zunächst im elterlichen Betrieb, bevor er Führungsaufgaben bei großen Bankentöchtern und Immobilienfirmen übernahm. Sein Erfahrungsschatz
reicht vom aktiven Immobilienmanagement bis zur Strukturierung von Fondsanlagen für internationale Investoren.
Für Catella kümmert er sich vor allem um
institutionelle Kunden.
Catella Property Group
Neues Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21 · 10719 Berlin
Tel.: 08 00 / 2 28 35 52
info@catella.de · www.catella.de
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Bauen, Mieten, Investieren
Gebr. Käufer GmbH
Die Fassade des City Tower in Frankfurt am Main wurde mit Hilfe der
doppelstöckigen KÄUFER - Seilarbeitsbühnen komplett ausgetauscht
Ohne Limit hoch hinaus
Fassadenarbeitsbühnen und Dachbefahranlagen: Die innovativen Zugangssysteme made by Käufer
zeigen ganze Leistung. Doch wer die spektakuläre Technik in Aktion erleben will, sollte unbedingt
schwindelfrei sein. Denn die mobilen Leichtbaukonstruktionen aus Aluminium kommen in großen
Höhen zum Einsatz, die Menschen ohne technische Hilfe nicht erreichen können.
W
erner Käufer, der seit 1987 gemeinsam mit seinem Bruder Dirk im bergischen Hückeswagen
ein mittelständisches Unternehmen führt,
ist ein gefragter Mann. Ob bei der Tsing Ma
Bridge in Honkong, im Hotel Burj El Arab in Dubai oder bei der
Allianz Arena in München – überall, wo komplizierte Geometrien am Bauwerk den Zugang erschweren, wird der Fachmann für
exklusive Lösungen im Bereich Höhenzugangstechnik um Hilfe
gebeten. Denn: Für die Gebrüder Käufer und ihre 50 Mitarbeiter
gilt die Regel, dass (fast) nichts unmöglich ist.
Global Player mit Alleinstellung
„Wir haben uns auf drei Geschäftsfelder spezialisiert“, berichtet Werner Käufer. „Zum einen entwickeln wir Seilarbeitsbühnen für zeitlich befristete Aufgaben an Hochhäusern und
anderen unzugänglichen Gebäuden. Diese Anlagen können
unsere Kunden kaufen oder auch mieten. Der zweite Bereich
umfasst die Konstruktion von fest installierten Befahreinrichtungen in bauwerkspezifischer Ausführung, die für die Pflege,
Wartung und Reparatur von Glasdächern und Fassaden eingesetzt werden. Entsprechend den individuellen Anforderungen
fertigt unser Werkstatt-Team jedes Objekt einzeln an. Auf diese
Weise erhalten wir selbst bei außergewöhnlichen architektoniWirtschaftsblatt 4/11
schen Bedingungen ein hundertprozentiges Ergebnis. Und zum
dritten bieten wir Herstellern und Wartungsunternehmen von
Windkraftanlagen praxiserprobte Systeme für Inspektion, Reinigung und Instandhaltung an. Mit diesem Leistungsprogramm
sind wir in einem internationalen Wachstumsmarkt unterwegs, der im Zeichen der Energiewende rasant an Bedeutung
gewinnt. Gerade eben haben wir die erste Niederlassung in den
USA eröffnet.“
Mit der Kombination aus den Bereichen Windkraft sowie
permanenter und temporärer Zugangstechnik besitzt das Unternehmen eine Alleinstellung im Wettbewerb. Daher verwundert es nicht, dass der Name Käufer weltweit als Garant für
Qualität, Kreativität und Flexibilität steht.
Immer wieder aufs Neue geordert
Von der Konstruktion über die komplette Fertigung bis zur
Montage vor Ort liefert das bergische Familienunternehmen
perfekte Arbeit. Von Standard ist auf dem weiträumigen Betriebsgelände bis auf wenige variabel verwendbare Komponenten nichts zu sehen. „Fast jedes Projekt, für das wir tätig werden, stellt uns vor eine neue Herausforderung. Die langjährige
Erfahrung in der Befahrtechnik hilft uns, selbst komplizierte
Aufgabenstellungen zu meistern“, erklärt der Geschäftsführer.
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Gebr. Käufer GmbH
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Aber unabhängig davon, welche Form ein Glasdach hat: Die
Sonderkonstruktionen aus dem Hause Käufer passen sich jeder
wie auch immer gearteten Dachkonstruktion an. Eine eindeutiger Praxisbeweis dafür, was Kompetenz leisten kann. Deshalb
sind Werner Käufer und seine Leute in jedem Fall die richtigen
Ansprechpartner für Planer, Architekten und Bauherren.
Im Windschatten des Rotors
Geschäftsführer Werner Käufer liegen
Praxisnähe und Sicherheit am Herzen
Gleiche Qualitätsansprüche legt Käufer bei Windkraftanlagen zugrunde. Zur Wartung und Reparatur von Rotorblättern an
Windrädern entwickelt das Unternehmen spezielle Seilarbeitsbühnen, die sich der komplizierten Geometrie der Rotorblätter
anpassen. Seit Jahren modifiziert Dirk Käufer mit seinem „WKATeam“ die Bühnen entsprechend den ständig wachsenden Anforderungen der Kunden. Ob in Deutschland, Spanien, oder in der
Türkei, ob in Indien, China oder in den USA – Käufer WindkraftBefahranlagen sind weltweit im Einsatz.
Zur Sicherheit gründlich geschult
Beispielsweise am 150 Meter hohen City Tower der DZ Bank in
Frankfurt am Main, wo über doppelstöckige Seilarbeitsbühnen
rund 40.000 Quadratmeter Fassade ausgetauscht wurden. Das
Bühnensystem von Käufer hat gegenüber herkömmlichen Gerüstanlagen etliche Vorteile. So sind keine Befestigungen an der
Fassade erforderlich, angrenzende Vordächer werden nicht belastet, und die Arbeit auf der Bühne ist kraftschonend.
Know-how bis unters Dach
Innovative Ideen brauchen die Mitarbeiter von Käufer auch,
wenn es um die optimale Zugangstechnik für Glasdächer
geht. Denn Dach ist nicht gleich Dach. Beim Einkaufszentrum
Limbek­ker Platz in Essen hatten es die Hückeswagener zum Beispiel mit einer gläsernen Kuppel zu tun. Für die Innenreinigung
entwarfen die Konstrukteure eine Befahranlage, die der Biegung des Daches folgt. Für die neue Deutsche Börse in Eschborn
wurden funkgesteuerte und teleskopierbare Wartungsbühnen
zum Bearbeiten der Glasdächer in knapp 100 m Höhe entwickelt, hergestellt und montiert.
Käufer Windkraft-Befahranlage zur Reparatur
und Inspektion von Rotorblättern im Einsatz
Auch wenn sich die aufwendige Technik so einfach wie
möglich bedienen lässt, überlassen die Experten der Käufer
GmbH nichts dem Zufall. Bevor ein System die Arbeit aufnimmt, wird das Personal intensiv im Umgang mit der Anlage
geschult. „Wir legen Wert auf maximale Sicherheit. Deshalb erfüllen unsere Produkte sämtliche Auflagen, sind TÜV-geprüft
und gemäß Norm zertifiziert“, betont Werner Käufer. „Aber dies
allein reicht uns nicht aus.“ Die Käufers haben deshalb vorgesorgt. Vor allem an weit entfernten Einsatzorten erhalten die
Betreiber zusammen mit der neuen Anlage ein gut bestücktes
Ersatzteilpaket, um einen eventuellen Defekt selbst beheben zu
können. So kann das System bis zum Eintreffen des Servicetechnikers weiter in Betrieb bleiben. In Hückeswagen denkt
man eben an alles.
Gebr. Käufer GmbH Befahrtechnik
Mühlenberg 5 · 42499 Hückeswagen
Tel.: 0 21 92 / 92 03-0
info@kaeufer.de · www.kaeufer.de
Eine fahrbare Bühne wird zur Wartung und Reinigung
des Glasdaches am DEG-Büro­gebäude in Köln genutzt
Wirtschaftsblatt 4/11
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Bauen, Mieten, Investieren
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Funk Gruppe GmbH
Großbauvorhaben optimal absichern
Großbau-Projekte sind äußerst komplexe Vorhaben. Ebenso komplex
sind in der Regel auch die damit einhergehenden Risiken. Gut, wenn
man dann einen Partner hat, auf den man sich verlassen kann.
M eist sind verschiedene Parteien mit unterschiedlichen
Interessen und Verträgen an
solch komplexen Vorhaben beteiligt – ob
Bauherr, Architekt, Generalübernehmer,
Generalunternehmer, Gewerke oder deren Subunternehmer. Dadurch wird die
Risikolage und der passende Versicherungsschutz des Projekts schnell unübersichtlich, denn es treffen verschiedene
Policen mit unterschiedlichen Deckungsumfängen und -summen mit vielen
Versicherern aufeinander. Die Folgen
können unzureichender Versicherungsschutz, Deckungslücken, erschöpfte Deckungssummen oder ein „Negativkompetenzgerangel“ im Schadenfall sein.
Die Funk Gruppe hat seit Jahren spezielle Versicherungslösungen für genau
solch komplexe Projekte konzipiert und
vielfach bei Großbauvorhaben in die Praxis umgesetzt.
Doppelter Boden für
Großprojekte
jederzeit gewährleistet ist
• es kein Kompetenzgerangel mit mehren Versicherern im Schadenfall gibt,
• der Ausfall eines Auftragnehmers keine Einschränkung in der Schadenabwicklung bedeutet,
• ein hochkompetenter Ansprechpartner für alle Schäden zur Seite steht und
• ein professionelles Schadenmanagement gewährleistet ist.
Funk Gruppe GmbH
Die BauRisk – All-in-One-Versicherung
ermöglicht zum Beispiel einen umfassenden und dennoch unkomplizierten Versicherungsschutz, der auf die Besonderheiten komplexer Großbauvorhaben exakt
abgestimmt ist. Sie wird durch den Bauherrn abgeschlossen und gilt für alle, die
am Bau beteiligt sind. Der Investor stellt
damit sicher, dass
• das Bauvorhaben optimal versichert ist,
• der gewünschte Versicherungsschutz
Leitung Großbauvorhaben
Dirk Berthold
Tel.: 030 / 25 00 92-763
d.berthold@funk-gruppe.de
Leitung Technische Versicherungen
Gerd Creuzberger
Tel.: 030 / 25 00 92-760
g.creuzberger@funk.gruppe.de
www.funk-gruppe.com
Einige Großbauprojekte, die von der Funk Gruppe betreut wurden
Sony Center Berlin
Reichstag
Friedrichstadt Passagen
Opernturm Frankfurt
Wirtschaftsblatt 4/11
Dresdener Frauenkirche
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Plan Forward GmbH
Die ersten Spiele sollen 2012 hier ausgetragen werden:
Das neue „Stadion Essen“ im Ortsteil Bergeborbeck
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Ob denkmalgeschützter
Jugendstilbau, Museum oder
Firmenimmobilie: Das Essener
Stadtbild wird von zahlreichen
Gebäuden geprägt, die den
unsichtbaren Stempel „Wolff”
tragen. Für seine Arbeit erhielt
der Projektentwickler viel Beifall
und Auszeichnungen – aktuell
freuen sich vor allem Fußballfans
über das Engagement.
Ein Stadion für Essen
Ü ber eine eigene Fansite können
die Anhänger des Regionalligisten Rot-Weiß Essen via Webcam
die Bauarbeiten am „Stadion Essen” beobachten. Es wird das 1926 errichtete GeorgMelches-Stadion ersetzen. Ein Vorhaben,
das in der Stadt aus Kostengründen nicht
unumstritten war, jedoch inzwischen,
da es immer mehr Gestalt annimmt,
auch immer mehr Zuspruch bekommt.
Geplant wurde die Sportstätte von den
Architekten der Plan Forward GmbH,
dem Planungs- und Architekturbüro der
Wolff Gruppe, die sich in Essen durch
zahlreiche Vorzeige-Projekte einen guten
Ruf erworben hat. So mit dem Umbau und
der Sanierung der Essener Philharmonie
und des denkmalgeschützten Saalbaus,
mit dem E.ON-Ruhrgas-Gebäude, vor allem aber durch den Neu- und Umbau des
Museum Folkwang, für das Plan Forward zusammen mit dem Londoner
Architekten David Chipperfield 2010 den
Architekturpreis der Stadt Essen erhielt.
„Inzwischen ist eine Auszeichung für
den Architekturpreis NRW 2011 hinzugekommen”, freut sich Susanne Kreimeyer, Geschäftsführerin des Essener Plan
Forward-Büros. „Der Umbau des Museumsaltbaus war eines der ersten Projekte, das wir bereits ab der Entwurfsphase
begleitet haben”, berichtet Susanne Kreimeyer. Das war nicht immer so: „Früher
haben wir meist fertige Entwürfe Externer umgesetzt“, erinnert sie sich. Dabei
habe man die Erfahrung gemacht, dass
sich die gravierendsten Probleme, die ein
Projekt unnötig verteuern, bereits in der
Entwurfsphase manifestieren. „Seither
sind wir als Planer verstärkt von Anfang
an mit dabei.“
Verborgene Platzreserven
Entsprechend variabel plante man
das „Stadion Essen”: Auf vier Tribünen
werden zunächst 20.000 Personen Platz
finden. Als erste Erweiterungsvariante ist
der Ausbau der Stadionecken zwischen
den Tribünen geplant: 5.500 zusätzliche
Plätze können so entstehen. Der Clou:
Das Dach ist so konstruiert, dass es im
Bedarfsfall angehoben werden kann, um
noch einen weiteren Rang aufzusetzen –
so könnten insgesamt 35.000 Zuschauer
untergebracht werden.
Pro Jahr betreut Plan Forward
etwa zehn bis zwölf Projekte, zur Zeit
unter anderem den Erweiterungsneubau
des Gymnasium Broich in Mülheim an
der Ruhr. Zudem ist man verstärkt in der
Gastronomie tätig. „Durch die Planungen für das Restaurant Vincent & Paul
im Museum Folkwang konnte die Wolff
Gruppe auch in diesem Bereich von sich
reden machen”, berichtet Kreimeyer. Bei
so viel Engagement in der Metropole Ruhr
– gut die Hälfte aller Aufträge generiert
die Gruppe dort – fällt kaum jemandem
auf, dass die Zentrale der Wolff Gruppe
Schöner arbeiten: Die neuen Räume
von Plan Forward in Stuttgart
eigentlich in Stuttgart ist. Dort wurde vor
kurzem ebenfalls ein bedeutsames Projekt vollendet, diesmal im ureigenen Interesse: Da die alten Räume in der Hauptmannsreute zu eng geworden waren, zog
Plan Forward in ein Loft in Zentrumsnähe. Statt in separaten Räumen arbeiten die Kreativen in der Hospitalstraße
nun im Großraumbüro. Geschäftsführer
Dieter Deichsel: „Das ist viel besser für
die Kommunikation. Und dank der Architektur auch für die Kreativität.“
Plan Forward GmbH
Huyssenallee 66-68 · 45128 Essen
Tel.: 02 01 / 1 78 79 30
Hospitalstraße 12
70174 Stuttgart
Tel.: 07 11 / 9 93 37 90
info@plan-foward.de
www.plan-foward.de
Wirtschaftsblatt 4/11
120
Bauen, Mieten, Investieren
Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG
Dem Himmel näher
mit Holz
Anfang 2011 haben die Mitarbeiter des Autogasspezialisten
Zeicom in Regensburg Deutschlands ersten viergeschossigen
Wohn- und Gewerbekomplex aus Holz bezogen. Projektiert
und errichtet wurde er von Regnauer Fertigbau
Aus Holz können wunderschöne Wohnhäuser und nachhaltige Gewerbeeinheiten entstehen. Erstklassige
Beweise dafür haben die Holzbauer von Regnauer schon über 1.000-mal geliefert. Besonderes Aufsehen
erregen sie mit Projekten, die zeigen, dass man mit Holz auch richtig hoch hinaus kann.
I n Basel soll ein 40-stöckiger Wolkenkratzer aus Holz als Sinnbild für
Nachhaltigkeit realisiert werden.
„Im europäischen Ausland gibt es
inzwischen viele spannende Beispiele
für höhere Holzbauten. In Deutschland
hinken wir dieser Entwicklung aber noch
hinterher“, bedauert Michael Regnauer,
geschäftsführender Gesellschafter des
gleichnamigen oberbayerischen Herstellers von Objekt- und Wohnbauten aus
Holz. Auch seine Gewerbebauspeziali­sten
errichten eher zwei- bis dreigeschossige
Bürogebäude mit und ohne Hallen. Gelungene Beispiele für die gestalterischen
Kompetenzen von Regnauer findet man
in Mettmann bei Düsseldorf, in Kiel,
Köln, Frankfurt, Berlin oder München.
Vitales Wohnen im Urlaub
Regnauer überträgt sein Erfolgskonzept
auf das Wachstumssegment Freizeit- und
Tourismus. Als erster Markenhersteller
Deutschlands bietet man die Planung und
den Bau ökologischer Ferienhaus-Anlagen
aus Holz. „Regnauer ist der einzige Komplettanbieter, der zusätzlich auch Hotel-,
Service- und Freizeitanlagen aus Holz im
Fertigbau erstellen kann“, erklärt der Verantwortliche des Geschäftsfeldes, Frank
Wirtschaftsblatt 4/11
Reuschel. Selbst Indoor-Ballsportanlagen
könne man aus Holz bauen. Bewährte Raumkonzepte und ein hoher Vorfertigungsgrad
reduzieren sowohl die Planungs- wie auch
die Aufbauzeiten. Dass Optik, Material und
Ausstattung gut ankommen, kann in Kürze
die erste Urlaubsanlage in Regnauer´scher
Holzbauweise beweisen. Im brandenburgischen Ruppiner Land entstehen 30
schlüsselfertige Feriendomizile.
Für Bauherren, die den besonderen Genehmigungsaufwand bei höheren Gebäuden nicht scheuen, satteln die Oberbayern auch sehr gerne noch ein Stockwerk
drauf. Diese visionären Trendsetter werden für ihr Engagement auch mit immens
hohen Imagegewinnen belohnt.
Pioniergeschichte der Neuzeit
Mit Deutschlands erstem vier Stockwerke hohen Holzbau in Systembauweise
hat Regnauer Baugeschichte geschrieben.
Erstmals hatte ein Hersteller als Generalunternehmer ein schlüsselfertiges
mehrstöckiges Holzhaus komplett erstellt
– von der Werksplanung bis zur Genehmigung inklusive Produktion der Fertigbauteile und Abnahme der komplexen Brandschutzauflagen.
Das Besondere daran: Die einzuhaltenden Musterrichtlinien waren schon
2004 erstellt und bis dato noch nie erfüllt
worden. Die Abnahme, inzwischen bau-
Anzeige
Michael Regnauer
aufsichtlich geregelt, musste als Einzelfallentscheidung mit dem Bayerischen
Innenministerium abgestimmt werden.
Durch die seit Jahren enge Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Holzbau und Baukonstruktion an der TU München erhielt
Regnauer für den Pionierbau das erste
Übereinstimmungszertifikat der Bundesrepublik über die Erfüllung der Brandschutzauflagen für hochfeuerhemmende
Bauteile in der Gebäudeklasse 4.
Gewinn an Zeit, Reputation und Performance
Agneta und Armin Zeiler haben sich gegen die erste Massivbauvariante entschieden, weil sie ein nachhaltiges Gebäude haben wollten, das auch die Philosophie ihres
Unternehmens widerspiegelt, das sehr erfolgreich Autoservicepartner bei der Umrüstung von Fahrzeugen auf Gasanlagen
unterstützt. Deshalb wählte das Ehepaar
für den drei- und viergeschossigen Gebäudekomplex den Baustoff Holz. Im Wohntrakt erreicht man heute dank innovativer
Dämmtechnik annähernd den Passivhausstandard, im Büro- und Gewerbebereich
Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG
121
Der Spezialdienstleister für technische Gebäudesysteme Otto hat sich für seine
Kölner Niederlassung für einen Holzgewerbebau von Regnauer entschieden
werden die Anforderungen des Energieeffizienzhauses 50 sogar unterschritten. Darüber hinaus bietet das Haus ein gesundes
und ausgeglichenes Raumklima ohne Wärmebrücken, das selbst Allergikern ein angenehmes Arbeiten ermöglicht.
Den Zeilers gefiel insbesondere die
deutlich kürzere Bauzeit im Vergleich zur
konventionellen Methode und den Statikern das gegenüber konkurrierenden
Baustoffen deutlich geringere Eigengewicht bei besten Dämmwerten. „Gerade
das geringe Gewicht des Werkstoffs wird
für Wachstum im Bereich Holzbau sorgen“,
prognostiziert Michael Regnauer mit Blick
auf die Bemühungen von Stadtplanern,
durch Nachverdichtungen zusätzlichen
Wohnraum in Großstädten zu schaffen.
Hörbar besseres Wohnen
Seine Meinung teilen auch die Brandschutzexperten der Technischen Universität München. Sie sehen besonders
Potentiale in der Aufstockung konventioneller Gebäude durch weitere Stockwerke
aus Holz. Vor allem kommunale und genossenschaftliche Wohnungsgesellschaf-
ten sollten sich für die Holzbaumöglichkeiten im Bestand interessieren.
Am Innovationsgeist von Deutschlands führendem Anbieter von Wirtschaftsgebäuden aus Holz werden solche
Chancen nicht scheitern. Wieviel Forscherdrang in den gut 200 Mitarbeitern
von Regnauer steckt, unterstreicht der
Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen, den das Familienunternehmen erst im März vom Bundeswirtschaftsministerium
verliehen
bekam. Mit der Auszeichnung würdigte
eine unabhängige Fachjury eine neue
Holzbalkendecke von Regnauer, weil sie
neue Maßstäbe beim Lärmschutz setzt.
Die Silence-Decke ist die Antwort auf das
zunehmende Bedürfnis nach einem ruhigen Wohn- und Arbeitsumfeld. Darüber
hinaus ermöglicht sie im gewerblichen
Objektbau besonders große Spannweiten
und eine flexible Raumaufteilung.
Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG
Pullacher Straße 11 · 83358 Seebruck
Tel.: 0 86 67 / 72-2 36
objektbau@regnauer.de
www.regnauer.de
Lebensqualität als Philosophie
Regnauer baut vitale Wohnhäuser
Regnauer Hausbau setzt seit der Firmengründung vor über 80 Jahren auf Vitalität:
Der nachwachsende Baustoff Holz ist ökologisch einzigartig und schafft ein ausgeglichenes Raumklima. Mit ihrer Holzfaserdämmung, Diffusionsoffenheit und 25
Millimeter starken Naturgipsplatten steht
die Regnauer Vitalwand für HightechHolzbau in Vollendung. Das spezielle
System sorgt dafür, dass die Wohnhäu-
ser aus Seebruck in der Regel unter dem
Jahresheizwärmebedarf von Passivhäusern liegen, während sie gleichzeitig die
Luftfeuchtigkeit optimal regulieren. Regnauer offeriert die Architekturlinien „modern“, „klassisch“ und „Landhaus“. Jeder
Interessent kann zudem seine Vorstellungen über den internetbasierten Regnauer
Haus-Konfigurator in die Planungen einfließen lassen.
Wirtschaftsblatt 4/11
122
Bauen, Mieten, Investieren
Toucan-T carpet manufcture GmbH
Sie baden gerade
Ihre Füße darin
Wer den Blick im Gebäude der Düsseldorfer Victoria Versicherung oder in der Loge im
Borussia-Park in Mönchengladbach zu Boden senkt oder in einem UCI-Kino Popcorn fallen
lässt, hat ihn schon gesehen: einen Bodenbelag aus dem Hause TOUCAN-T. Doch noch
angenehmer ist es, die Produkte der Krefelder Teppich Manufaktur zu spüren.
Wirtschaftsblatt 4/11
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Toucan-T carpet manufcture GmbH
Wenn auch aus synthetischen Fasern gefertigt, stehen
Toucan-T-Teppiche in der Tradition der Seidenstadt Krefeld
T
atsächlich entstehen TOUCAN-T-Teppiche „Made in
Germany“: Die hochwertigen
textilen Bodenbeläge für das
anspruchsvolle Objekt-Geschäft werden
in Krefeld entwickelt, produziert und
vertrieben. „Die Entscheidung für diesen
Standort ist 1988 gefallen – ganz in der
Tradition der einstigen Seidenstadt“, sagt
Volker Knieß, Marketing and Sales Manager
bei TOUCAN-T. Damit nicht genug: Die
Firmenzentrale ist gleichzeitig auch eine
flexible Design-Schmiede. In der aktuellen Kollektion von TOUCAN-T gibt es 350
in Farben und Strukturen unterschiedliche Produkte, von sehr flacher, strapazierfähiger Ware bis zu hochflorigem
Material – hervorragend als Eye-Catcher in
bestimmten Gebäudebereichen geeignet.
Außerdem kann auch nahezu jeder Sonderwunsch erfüllt werden: ein eingearbeitetes Kunden-Logo zum Beispiel oder
eine Sonderfarbe.
Extreme Qualität
„In der Regel arbeiten wir mit Bauherren und Architekten bereits in frühen Planungsphasen zusammen. Wir sind auch
bei Renovierungen großer Bodenflächen
der richtige Ansprechpartner – immer
in Partnerschaft mit dem jeweils in der
Region ansässigen Verleger“, so Knieß.
TOUCAN-T verwendet für seine Produkte
ausschließlich synthetische Markenfasern aus Italien oder Deutschland. Volker
Knieß: „Unsere Produkte müssen höch­
ste Material-Anforderungen erfüllen: Sie
müssen einerseits der Beanspruchung
durch Bürostuhlrollen und überdurchschnittlich hohe Trittbelastung standhalten, die über das qualitative Normalmaß
für herkömmliche Teppichbeläge hinausgeht, aber auch bei Qualitätsmerkmalen
wie Farbechtheit, Brandverhalten, statische Aufladung und Akustik-Verhalten
überdurchschnittlich gut abschneiden.“
Qualitätsmerkmale, die sich in den technischen Daten der Produkte ausdrücken,
zum Beispiel im Wert „extrem“ für die
Strapazierfähigkeit. TOUCAN-T-Produkte
unterliegen der ständigen Kontrolle durch
das Teppichforschungsinstitut in Aachen.
Die durchschnittliche Lebensdauer liegt
bei mindestens zehn Jahren. Es gibt sie in
der Regel als Bahn­ware mit vier Metern
Breite, die auf das gewünschte Raummaß
zugeschnitten werden kann. Außerdem
als selbst liegende Fliesen, die fixiert statt
geklebt werden – ideal für Büro-Doppelböden, weil sie auch nach dem Verlegen
Arbeiten an der Technik darin ermöglichen. Darüber hinaus erzielen sie durch
die variable Verlegetechnik eine noch
größere Musterwirkung. Strapazierfähig
und schön – TOUCAN-T reichen diese
Qualitätsmerkmale nicht.
Das Unternehmen stellt sich auch
anderen Herausforderungen, die mittlerweile an einen hochwertigen Bodenbelag gestellt werden. Dazu gehört das
Thema „Raumakustik“: Mit T-SONIC
wurde ein „Akustik-Vlies“ entwickelt,
das zusätzlich zum textilen Rücken auf
123
Volker Knieß,
Marketing & Sales Manager
den Teppichbelag aufgebracht wird und
die Schallabsorption im Vergleich zu
herkömmlichen Teppichböden um 50
Prozent verbessert. Volker Knieß: „Bei
den Bemühungen um die Verbesserung
der Arbeitsbedingungen zum Beispiel in
Großraumbüros spielt die Akustik-Planung eine immer wichtigere Rolle.“ Sowohl Bahnware als auch Fliesen können
mit T-Sonic versehen werden.
„Grüner“ Teppichboden
Damit nicht genug: Die beiden neuesten Dessins der TOUCAN-T-Kollektion
heißen ECOLOGICS und sind aus einem
zu 100 Prozent recycelten Garn gefertigt.
Mit diesem „grünen Teppichboden“ lei­
stet das Unternehmen seinen Beitrag zur
Diskussion um Ökologie und Nachhaltigkeit. Der Sales Manager: „Alle Produkte aus unserer Manufaktur sind auf ihre
Umweltverträglichkeit zertifiziert. ECOLOGICS geht noch einen Schritt weiter:
Nicht nur das Garn hat eine deutlich bessere Öko-Bilanz bei der Herstellung, auch
das Trägermaterial für diese Teppichböden wird zudem aus zu 100 Prozent recyceltem PET-Kunststoff produziert – gewonnen aus Kunststoff-Flaschen.“
TOUCAN-T Carpet Manufacture GmbH
St. Töniser Straße 84
47803 Krefeld
Tel.: 0 21 54 / 84 19-0
info@toucan-t.de
www.toucan-t.de
Wirtschaftsblatt 4/11
124
Hochschule und Wirtschaft
Schwungrad Innovation
Ein Plädoyer für die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft.
Von Professor Dr. Andreas Pinkwart
K ürzere Produktlebenszyklen
und schnelle Anpassungsprozesse bestimmen die Wirtschaftswelt von morgen. Im
Zeitalter der informationellen Revolution
wird Wissen allgemein verfügbar. In fast
allen Bereichen des Wirtschaftslebens
greift die Globalisierung Raum. Eine immer schnellere Gangart bei der Entstehung und Verbreitung neuen Wissens
prägt den Wettbewerb. Dies führt zu neuen Anforderungen, denen sich die einzelnen Unternehmen wie der Technologieund Innovationsstandort Deutschland
insgesamt stellen müssen.
In diesem Kontext ergeben sich auch
für das Wissenschaftssystem neue Herausforderungen. Neben Innovationen in
Forschung und Lehre gewinnt der Technologietransfer eine wachsende Bedeutung. Die Humboldt´sche Idee der Einheit von Forschung und Lehre erfährt
eine Fortentwicklung um den Transfer
als dritte Dimension. Innovationen in
Forschung und Lehre müssen zu diesem
Zweck um neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ergänzt werden. Die in den vergangenen Jahren an den Hochschulen
entstandenen Strukturen und Prozesse
bedürfen vielfach der Weiterentwicklung, nicht selten auch der strategischen
Neuausrichtung.
Gerade in den hochentwickelten
Volkswirtschaften, in denen keine nennenswerten
Bevölkerungszuwächse
mehr erwartet werden, sondern sich wie
in Deutschland und Japan eine erhebliche
Überalterung und ein deutlicher Rückgang der Erwerbspersonen abzeichnen,
gelingt Wachstum nur noch durch Einsatz
Wirtschaftsblatt 4/11
zusätzlichen Kapitals und neuer Technologien. Neben guten Ideen und klugen
Köpfen sind neue Technologien entscheidend für das Wachstum von morgen. Bei
aller Euphorie über die Wachstumspotentiale des Dienstleistungssektors wird
in den Wohlfahrtsökonomien die enorme
Bedeutung des Produktionssektors für
die Verbesserung vorhandener und die
Entwicklung neuer Technologien immer
deutlicher. Die anhaltende Schwäche
der US-amerikanischen wie auch manch
europäischer Volkswirtschaft lässt sich
nicht zuletzt auf diesen Umstand zurückführen.
„Chancenmanagement wird
zur Kernkompetenz innovativer
Unternehmen“
Innovation muss immer wieder an beiden Fronten ansetzen: Einerseits beim
Wettbewerb um die besten Produkte und
Dienstleistungen; auf der anderen Seite
muss aber permanent an den Prozessen
in den Unternehmen gearbeitet werden.
Dies geschieht durch hohe Investitionen
in neueste Maschinen- und IT-Ausstattung und in die systematische Qualifizierung der Mitarbeiter. Immer wichtiger
wird die Offenheit einer Organisation
nicht nur gegenüber ständigen Verbesserungsprozessen, sondern auch gegenüber disruptiven Veränderungen in den
jeweiligen Geschäftsfeldern wie in der
Gesamtausrichtung des Unternehmens,
wie es sich gegenwärtig etwa bei dem ITRiesen Hewlett Packard vollzieht. Changemanagement wird zur Daueraufgabe und
Kernkompetenz innovativer Unternehmen. All das sind zentrale Voraussetzun-
gen, um im Wettbewerb nachhaltig bestehen zu können.
Voraussetzung für den Innovationserfolg ist ebenso die Finanzierung des
Unternehmens. Das hat uns die letzte
Wirtschaftskrise noch einmal überdeutlich vor Augen geführt. Stockkonservativ finanzierte Unternehmen haben die
Krise besser gemeistert als andere. Eine
nachhaltig hohe Ertragskraft und auskömmliche Eigenkapitalquote sind in
dynamischen Märkten von zentraler Bedeutung. Das gilt erst recht für besonders
innovative Unternehmen, denn Innovationen sind in der Regel auch mit Risiken
behaftet. Aufgrund des erhöhten Risikos
brauchen innovative Unternehmen finanzielle Polster, die sich durch die Erzielung von Wettbewerbsvorsprüngen
aufbauen und mehren lassen, wenn der
Innovationsprozess kontinuierlich und
effektiv gestaltet wird.
Innovationen sind riskanter, zahlen sich aber auch aus. Wobei ein hoher
Forschungs- und Entwicklungsaufwand
nicht zwangsläufig schon zum Erfolg führen muss. Längst ist ein effektives Innovations- und Technologiemanagement
in vielen Branchen daher zur wichtigsten Führungsfunktion in Unternehmen
geworden. Das gilt zunehmend auch für
den Mittelstand. Vernetzung ist dabei
eine Möglichkeit, die es besonders dem
Mittelstand erleichtert, schneller eine
kritische Masse zu erreichen und an Fortschritten teilzuhaben, die in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erarbeitet werden. So wird
etwa die Teilhabe an europäischen Förderprogrammen erleichtert, deren Bürokratiekosten vielfach zu hoch sind, um
Hochschulen
von einzelnen Unternehmen gestemmt
zu werden. Das gilt ebenso für das erforderliche Know-how, das von kleinen Unternehmen alleine gar nicht vorgehalten
werden kann. Beim Aufbau solcher Kooperationsbeziehungen helfen auch Förderprogramme wie die Spitzenclusterwettbewerbe des Bundes, bei denen die
Zusammenarbeit zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größen und der
Wissenschaft eine wichtige Rolle spielen.
Aber nicht nur in dieser Konstellation erwachsen Innovationen. Gerade im
Mittelstand entstehen die besten Ideen
häufig im engen Austausch zwischen den
Unternehmen und ihren Kunden. Das gilt
einerseits in der Beziehung des Mittelständlers als Zulieferer von Großunternehmen oder anderen mittelständischen
Unternehmen wie aber auch – und das
wird häufig noch unterschätzt – über das
Lernen direkt vom Endkunden. Ein gelungenes Beispiel für die Einbindung des
Kunden in den Innovationsprozess, was
auch als eine Form der „Open Innovation“
bezeichnet wird, bietet der international
tätige Spielwarenhersteller Lego. Nachdem das Unternehmen bereits kurz nach
Einführung seiner ersten Lego-Roboter
von einer Flut von Verbesserungsvorschlägen aus den Reihen der Erstanwender überschüttet wurde, machte es aus
der Not eine Tugend. Systematisch werden die Ideen seitdem in die Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens mit
einbezogen. Dies geht so weit, dass die
besten Vorschläge prämiert und weltweit
mit ausdrücklichem Hinweis auf die Erfinder vermarktet werden.
Eine stärkere Öffnung und Vernetzung
der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Unternehmen stellt auch den
Technologietransfer der Hochschulen
und Forschungseinrichtungen vor neue
Herausforderungen. Während die großen
Unternehmen ihre Forschungsaktivitäten schon seit Jahren international ausrichten und an verschiedenen Standorten
zumeist eingebettet in komplexen Netzwerken weltweit organisieren, überwiegt
bei den Mittelständlern der individuelle
Kontakt zu einzelnen Wissenschaftlern
und Forschungsinstituten. Nicht selten
sind derartige Transferbeziehungen eher
zufallsähnlich entstanden und haben
sich dann durch langjährige Zusammen-
arbeit bewährt. Angesichts der schnellen
Veränderungen auf den Märkten wie im
Wissenschaftssystem wäre aber auch für
diese Unternehmen eine größere Transparenz über die Wissenschafts- und Forschungslandschaft sowie ihre Experten
in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen äußerst hilfreich.
Ein positives Beispiel liefert die von
Hochschulen und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor einigen Jahren begründete Innovationsallianz. Mit Hilfe
des Internets finden Unternehmen einen
schnellen Zugang zum Ort des für ihre
Problemstellung besten Transfers. Die Innovationsallianz sorgt über Qualitätsauflagen für einen effektiven Zugang. Über
das Netzwerk an die Hochschulen gerichtete Anfragen erfahren innerhalb von
achtundvierzig Stunden eine Erstbeantwortung und innerhalb von spätestens
vier Wochen eine finale Beantwortung.
Dies entspricht der Serviceorientierung,
die wir an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen brauchen, um den
Technologietransfer hin zu den Unternehmen verlässlicher und effektiver zu
machen. Darin liegt sicherlich noch ungenutztes Potential.
Gleiches gilt für die Inanspruchnahme des Instrumenten-Mix, den Unternehmen innerhalb des Kontakts mit Forschungseinrichtungen nutzen können.
Neben der Begleitung von Masterarbeiten
und Promotionsvorhaben sowie der Beteiligung an Praktikantenprogrammen
und Praxisprojekten ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Kooperation
125
„Vernetzung erleichtert es
dem Mittelstand,
an Fortschritten
teilzuhaben, die in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen
erarbeitet werden.“
von der Lizensierung bis hin zum gemeinsamen Campus-Lab. Gerade in der
Startphase kann der Transfer durch praxiserprobte Förderprogramme wie Innovationsgutscheine, durch die industrielle
Gemeinschaftsforschung oder das zentrale Innovationsprogramm Mittelstand
gefördert werden. Eine bessere steuerliche Berücksichtigung von Forschungsund Entwicklungsausgaben, die in Zusammenarbeit mit Hochschulen und
Professor Dr. Andreas
Pinkwart
J
ahrgang 1960, ist Rektor sowie Inhaber des Stiftungsfonds Deutsche
Bank Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrepreneurship
an der Handelshochschule Leipzig
(HHL). Von 2005 bis 2010 war er als
Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie
sowie Stellvertretender Mini­ster­
präsident in Nordrhein-Westfalen tätig. Im April 2011 trat er seine heutige
Position in Leipzig an.
Wirtschaftsblatt 4/11
126
Hochschulen
Forschungseinrichtungen durchgeführt
werden, könnte sich ebenso als hilfreich
erweisen.
Sicherlich nutzen bereits viele Unternehmen die Möglichkeiten des Technologietransfers recht gut. Andere könnten
davon aber sicherlich noch mehr profitieren. Vielfach bedarf es hierfür des richtigen Impulses. Start-Ups aus Hochschulen
und Forschungseinrichtungen bilden eine
andere Form des Technologietransfers, denen ebenfalls eine wachsende Bedeutung
zur Belebung des Innovationsgeschehens
zukommt. Nicht selten können Innovationen aufgrund ihres hohen Neuigkeitsgrades nur auf dem Weg der Gründung einer
neuen Unternehmensorganisation auf die
Märkte gelangen. Um diesen Translationsweg für Gründer und Investoren möglichst
erfolgreich zu gestalten, bedarf es eines
leistungsfähigen
Gründungsumfeldes,
das es den Gründern erlaubt, die Markteintrittsbarrieren und gründungsspezifischen Unsicherheiten besser bewältigen
zu können. Die Verfügbarkeit von Chancenkapital stellt hierbei eine nicht unwesentliche Voraussetzung dar.
Es ist keine alleinige Holschuld der
Wirtschaft, sondern es liegt im ureigensten Interesse der Hochschulen den
Transfer als eine der zentralen Hochschulaufgaben zu begreifen. Im Übergang
von einer Wissens- zu einer Wissenschaftsgesellschaft bestimmen wissen-
schaftliche Untersuchungen und neue
Erkenntnisse immer mehr unseren Alltag
und unser Innovationssystem. Deswegen
ist es naheliegend, dass sich Wirtschaft
und Wissenschaft eng miteinander verzahnen. Heute gilt es, den Transferprozess parallel zum Forschungsprozess an
den Hochschulen und nicht mehr wie
früher konsekutiv anzuordnen. Für die
Hochschulen stellt sich damit nicht mehr
nur die Aufgabe, qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden und über sie
die künftigen Innovationsprozesse anzustoßen. Die erhöhte Innovationsdynamik erfordert eine engere Verzahnung
von universitärer und industrieller Forschung. Der Übergang zwischen Grundlagen- und anwendungsbezogener Forschung ist längst fließend geworden und
erfolgt weniger institutionell als projektphasenbezogen. Die Wirtschaft hat innerhalb dieser Verbindung die Aufgabe,
sich mit der Wissenschaft regelmäßig
auszutauschen und sich in die zukünftige Ausrichtung der Hochschulen und
Forschungseinrichtungen über Beiräte
und Stiftungsprofessuren allgemein wie
über gemeinsame Forschungsprojekte
konkret einzubringen.
Der Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft, in dem sich die Wirtschaft insgesamt mit ihren Interessen
einbringt, übernimmt hier eine zentrale
Mittlerrolle. Er motiviert Hochschulen, in
für die Wirtschaft relevante Zukunftsbereiche mit neuen Forschungs-, Lehr- und
Transferangeboten hineinzugehen. Über
die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen hinaus geht es dabei auch um
die Festlegung geeigneter vertraglicher
und institutioneller Arrangements, die
es erlauben, die berechtigten Interessen
der Hochschulen sowie die Freiheit von
Forschung und Lehre mit den berechtigten Interessen der Unternehmen an einer gezielten Nutzung neuen Wissens in
Einklang zu bringen. Dies ist wichtig, um
auch den volkswirtschaftlichen Mittelkreislauf erfolgreich zu gestalten. Dabei
gilt vereinfachend der folgende Regelkreis: Bildung ist nichts anderes als die
Umwandlung von Geld in neues Wissen.
Und Innovation ist die Rückverwandlung
von neuem Wissen in Geld. Anliegen der
Innovationspolitik muss es sein, dieses
Schwungrad in Gang zu halten. Denn exzellente Lehre und Forschung sind teuer.
Erwirtschaften lassen sich diese Mittel
nur über Spitzenleistungen bei Invention
und Innovation. Beste Bildung und starke Innovationen können sich in Zukunft
nur jene Volkswirtschaften leisten, die
es vermögen, immer wieder neue Ideen
hervorzubringen und sie schnell zu verwerten, damit das Geld wieder in den
Kreislauf zurückfließt, aus dem die Energie für die Anstrengungen in der Zukunft
geschöpft werden.
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Wirtschaftsblatt 4/11
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InnovationsAllianz der NRW-Hochschulen
127
500 zukunftweisende Ideen
Im Spätsommer wurde der 500. Antrag für einen Innovationsgutschein bei der InnovationsAllianz
der NRW-Hochschulen eingereicht. Diese ist mit der Resonanz auf das Programm, das
Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft finanziell fördert, mehr als zufrieden.
Konstruktionsleistungen.“
Antragsberechtigt sind nordrhein-westfälische Unternehmen oder Firmen, die Leistungen
an den Hochschulen oder anerkannten
Forschungseinrichtungen in Anspruch
nehmen. Unterschieden werde zwischen
dem Beratungsgutschein B, dessen Förderhöhe sich auf maximal 5.000 Euro
beläuft, sowie dem Forschungs- und
Entwicklungsgutschein F+E mit einer
Höchstfördersumme von 10.000 Euro.
„Das Antragsformular ist mit fünfeinhalb Seiten extrem schlank ausgefallen“,
betont Koordinator Laakmann. „Die eigentliche Projektbeschreibung ist dabei
knapp gehalten.“
Förderprogramm wird
Selbstläufer
Im Dialog: Die InnovationsAllianz
vermittelt der Wirtschaft Wissenschaftler – und umgekehrt
D ie Globalisierung macht auch vor
Zaunbauern nicht halt. Die AOS
Stahl aus Wetter an der Ruhr ist
Händler und Hersteller von Produkten
rund um den Stahlgitterzaun. „Unser
Warenumschlag war nicht mehr effizient genug“, sagt Geschäftsführer Oliver
Schake. Die AOS-Produkte variieren stark
in der Größe und lassen sich nur schwer
standardisieren. Systemverkehre der Logistiker bevorzugen aber – auch finanziell – alles, was auf eine Europalette
passt. Da das Zaungeschäft zudem starken saisonbedingten Schwankungen unterliegt und die Anzahl der Spontanabholer ebenfalls stark differiert, hat sich
das Unternehmen aus dem Ennepe-RuhrKreis entschlossen, die Kommissionierungsprozesse zu restrukturieren. Partner für die Umsetzung ist Professor Dr.
Karsten Fleischer vom Fachbereich Technische Betriebswirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen am Standort Hagen.
Finanziell unterstützt wird das Projekt
durch einen der Innovationsgutscheine
des Landes Nordrhein-Westfalen.
Branchenübergreifendes
Interesse
Rolf Laakmann ist Mitarbeiter der
Transferagentur der Fachhochschule
Münster und zentraler Ansprechpartner
für die Innovationgutscheine. Auch der
AOS-Antrag ist über seinen Schreibtisch
gegangen. „Wir verzeichnen eine stetig
wachsende Nachfrage“, berichtet Laakmann. Der Mittelstand, auf dessen Bedürfnisse das Angebot abzielt, scheint
in seiner ganzen Bandbreite mittlerweile die Vorzüge des Angebots erkannt zu
haben. „Die Antragsteller kommen aus
ganz unterschiedlichen Branchen“, sagt
Laakmann. „Sollte man Schwerpunkte
bei den Projekten ausmachen, wären dies
am ehesten IT-Programmierungen und
Die Nachfrage hat in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen.
Sehr zur Freude der InnovationsAllianz,
die das Förderprogramm koordiniert. Das
Bündnis möchte die Forschungskapazitäten seiner 29 Mitglieds-Hochschulen
in NRW stärker für die Wirtschaft nutzen. „Wir merken, dass sich das Förderprogramm bei Unternehmen zu einem
Selbstläufer entwickelt hat“, sagt Prof. Dr.
Gisela Schäfer-Richter, Vorsitzende der
InnovationsAllianz. Das bestätigt auch
AOS-Geschäftsführer Oliver Schake. Sein
Unternehmen wurde durch den Kontakt
mit Studenten auf die Gutscheine aufmerksam.
InnovationsAllianz der
NRW-Hochschulen e. V.
Service Büro, Hartmut Koch
Riemenschneiderstraße 11
53175 Bonn
Tel.: 07 00 / 46 66 67 91
innovationsallianz@inno-nrw.de
www.innovationsallianz.nrw.de
www.innovationsgutschein.nrw.de
Wirtschaftsblatt 4/11
128
Nutzwert
Studien, Informationen, Klick-Tipps und Buchvorschläge. Ausgewählt von der
Wirtschaftsblatt-Redaktion. Informieren Sie uns: redaktion@wirtschaftsblatt.de
Aktuelle Studien
1 Nachhaltigkeit durch Investitionen
Unternehmen, die sich selbst als nachhaltig bezeichnen, setzen Programme
zur Kostenreduktion aktiver um und
reagieren nicht auf äußere Umstände.
Dies ergab eine Studie der EBS Business
School und Expense Reduction Analysts.
Zudem investieren diese Unternehmen
die eingesparten Mittel häufiger in den
Aus- und Aufbau bestehender und neuer
Geschäftsfelder sowie in Forschung und
Entwicklung. 2 Lowtech schlägt Hightech Eine Studie von A.T. Kearney und
Fraunhofer-IAO zeigt, dass LowtechUnternehmen meist profitabler als Hightech-Unternehmen sind und auch fast genauso schnell wachsen – obwohl sie viel
weniger in Innovationen investieren.
Hauptgrund:
Lowtech-Unternehmen
nutzen neben Produktneuerungen auch
Service- und Prozess-Innovationen besser. 3 Dialekt schafft Kundennähe Wer
Dialekt spricht, kommt bei Kunden an.
Das ergab eine Untersuchung der Technischen Universität Dresden. „Damit ist
auch die gängige Meinung widerlegt,
dass Dialekte per se von Nachteil sind“,
teilt die TU mit. Sprechen Kunde und
Mitarbeiter den gleichen Dialekt, steigere dies die soziale Nähe, und Kunden
seien umso mehr bereit, von Verkäufern
mit ähnlichem Dialekt zu kaufen. 4 Infos zu Burn-Out Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) stellt auf ihrer
Homepage eine Broschüre zum Thema
„Burn-Out-Erscheinungen für Führungskräfte“ zum kostenlosen Download zur
Verfügung. Da sich Führungskräfte
immer häufiger erschöpft fühlen, beschäftigen sich immer mehr Personalabteilungen mit dem Phänomen. Die VBGBroschüre klärt über Symptome und
Gegenmaßnahmen auf.
Wirtschaftsblatt 4/11
Ein Mann, eine Marke: Auch Alfred T. Ritter hat
Einblick in seine Markenführung gegeben
Marken sind Chefsache
Wenn es um das Marken-Management geht, sind die
Unternehmenslenker fast immer an den Entscheidungen beteiligt.
M
arken-Management bei Unternehmer-Marken ist Chefsache – zu diesem Ergebnis
kommt das Beratungsunternehmen Dr.
Wieselhuber & Partner. Mit dem Panel
„Unternehmer prägen Marken“ haben die
Münchner bei führenden Familienunternehmen nachgefragt haben.
Garant für Unternehmenserfolg
75 Familienunternehmen aus dem
B2B- und dem B2C-Bereich sowie der
Dienstleistungsbranche haben sich beteiligt, darunter Carl-Jürgen Brandt
(Zwieback), Dr. Manfred Lamy (Schreibgeräte) oder Dr. Sybill Storz (Endoskope).
Sie gaben Einblick in das Management
ihrer Unternehmensmarke, beantworteten Fragen zu Zielen und Werten in
der Markenführung und gaben Auskunft
zur Markenstrategie. Das Ergebnis: Mehr
als 80 Prozent der Teilnehmer räumen
der Marke entscheidende Bedeutung im
Zusammenhang mit ihrem Geschäftserfolg ein, bei nahezu allen ist das Thema
„Markenführung“ eine TopmanagementAufgabe. Kein Wunder: Marken schaffen
Identität, verbessern die Kundenbindung
und sichern damit letztlich den Erfolg
des Unternehmens. Allerdings ergab die
Studie auch, dass mehr als 70 Prozent
der Befragten den monetären Wert ihrer
aw
Marke nicht kennen.
Nutzwert
Reizvoller Mittelstand
129
Aus den Verlagshäusern
Berufseinsteiger in Deutschland ziehen Familienunternehmen als
Arbeitgeber vor. Franzosen wollen lieber zu einer AG.
E
in Familienunternehmen als künftigen Arbeitgeber wünschen sich
62 Prozent der deutschen Hochschulabsolventen. Damit unterscheiden
sie sich deutlich von ihren europäischen
Altersgenossen. 45 Prozent der befragten
französischen Studenten möchten lieber
in einem börsenorientierten Konzern
arbeiten, in Ungarn sind es 48, in Dänemark 42 Prozent. Diese Zahlen stammen
aus einer Studie, die von der Haniel Unternehmensgruppe durchgeführt wurde.
Karriereoptionen zählen
Für die Abhandlung mit dem Titel „Wer
ist attraktiver? Großkonzern oder Familienunternehmen“ wurden 824 Studenten
aus Deutschland, Frankreich, Dänemark
und Ungarn befragt. „Die starke Rolle der
Familienunternehmen in der Bundesrepublik ist im internationalen Vergleich
außergewöhnlich. Häufig sind es mittelständische Unternehmen, die auf ihrem
Spezialgebiet Weltmarktführer sind. Dies
und die damit einhergehenden Aufgaben
sind deutschen Absolventen dabei wichtiger als Börsenrenommee“, sagt Dr. Michael Prochaska, Personaldirektor bei Haniel.
Nationale Besonderheiten gibt es auch
bei den Eigenschaften, die der Wunscharbeitgeber aus Absolventensicht haben sollte: Während für die Studenten in
Deutschland, Frankreich und Dänemark
Karriereoptionen und Entwicklungsperspektiven wichtig sind, steht für Ungarn
eine gute Life-Work-Balance im Vordergrund. Zum attraktivsten Arbeitgeber
unter den deutschen Familienunternehmen wurde wie im Vorjahr die Robert
Bosch GmbH gewählt, die Plätze zwei und
drei belegen Beiersdorf und Dr. Oetker.
Dass Beliebtheit nicht unbedingt mit Bekanntheit einhergehen muss, zeigen die
Discounter Aldi und Lidl. Sie gelten als
bekannteste Familienunternehmen, belegen beim Ranking der Arbeitgeberattraktiaw
vität aber nur hintere Plätze.
Verbandskasten
Nachrichten aus den deutschen Wirtschaftsverbänden
Bis zu 300.000 Jobs wollen kleinere und
mittlere Unternehmen in nächster Zeit
schaffen – das ergab der Mittelstandsreport 2011 des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages. Demnach sind
vor allem Betriebe der Binnenwirtschaft
auf Personalsuche. Ihre größte Hürde:
Der Niedrigder Fachkräftemangel.
lohnsektor ist für viele Menschen der
Einstieg in eine besser bezahlte Beschäftigung: Laut eines Gutachtens der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
(INSM) steigt jährlich ein Viertel aller
Geringbeschäftigten in den Normalverdienerstatus auf. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr: „Niedriglöhne
sind für viele Menschen vor allem eins
– Einstiegslöhne.“ Zudem werde deut-
lich, dass Mindestlöhne dementsprechend den Einstieg in den Arbeitsmarkt
verhinderten.
Die AG Mittelstand
plädiert für eine differenzierte Anwendung der Basel III-Regeln. An den
EU-Kommissionsvorschlägen zur Umsetzung des Reformpakets übt die branchenübergreifende Lobbyvereinigung
noch Kritik. Das strukturelle Ungleichgewicht in der Eigenkapitalunterlegung
zwischen klassischem Kreditgeschäft
und kurzfristig orientiertem Eigenhandel werde nicht beseitigt. Die Struktur
der drei Säulen des Kreditgewerbes dürfe nicht geschwächt werden. Zudem sei
Basel III mit Blick auf international tätige Banken entwickelt worden. Eine 1:1Übernahme sei nicht angemessen.
Lars Dörfel/Theresa Schulz (Hrsg.)
Social Media in der Unternehmenskommunikation
Tips zur Krisenkommunikation, Marketing-Strategien oder der kulturelle
Wandel, der mit Twitter, Xing und Co.
einher geht – die Rolle von Social Media
in der Unternehmenskommunikation
umfasst viele Aspekte. Ausgehend von
einem Grundlagenkapitel kommen in
dem ausführlichen Kompendium ausgewiesene Experten zu Wort.
Berlin:scm
Winfried Neun
Warum es uns so schwer fällt, das
Richtige zu tun
Alle wissen, was richtig ist, aber keiner tut es. Das 200 Seiten starke Buch
erklärt, wie Entscheidungsprozesse
ablaufen und wie wir sie beeinflussen
können. Das Interessante: Neuns Buch
ist gleichermaßen auf das Privatleben
wie auf Entscheidungsprozesse in der
Wirtschaft anwendbar.
Business Village Verlag
Frank Reuther/Prof. Dr. Reinhard
Heyd (Hrsg.)
Praxishandbuch Full IFRS für Familienunternehmen und Mittelstand
Die Rechnungslegung nach IRFS nimmt
zu. Auf den über 1.000 Seiten setzen die
Herausgeber drei inhaltliche Schwerpunkte: Konzeption der internationalen Rechnungslegung, Systematik von
Bilanzansatz, Bewertung und Ausweis
sowie praxisorientierte Behandlung
von Auslegungsfragen.
Erich-Schmidt-Verlag
Wirtschaftsblatt 4/11
130
Letzte Seite
Kopf-
Maximen
schüttler
H ui, ging das schnell. Und
irgendwie hat‘s keiner so
richtig gemerkt. Gestern
noch klang es in unseren Ohren, das
Lied vom souveränen Staat. Von der
Macht, die vom Volke auszugehen
habe. Es säuselte die Leier von einer
unabhängigen Zentralbank und dem
Hort der Währungsstabilität, von
Schuldengrenzen und „No-Bail-Out“.
Irgendwann zwischen Eröffnung der
Bayreuther Festspiele und Sommerloch muss es dann passiert sein. Die
Idee mit ESFS und ESM. ESFS was?
ESM wie? Macht gar nichts, wenn Michel da nicht mitkommt. Für derart
komplexe Dinge wie die Übertragung
des Haushaltsrechts auf Europa und
die Aufgabe des parlamentarischen
Primats sind schließlich unsere
Volksvertreter da. Die nämlich haben
den Überblick, und der heißt: keine
halben Sachen. Wenn schon Transferunion mit unserem Geld, dann
doch gleich das Haushaltsrecht noch
hinterher. Schließlich werden die
stimmgleichen Vertreter im EZB-Rat
wie Malta, Zypern und Frankreich
schon das richtige mit unserem Geld
und dem unserer Kinder anstellen.
Finanzpolitische
Schwarmintelligenz statt lästigem Gewissensentscheid sozusagen. Karlsruhe hin,
Karlsruhe her. Ist doch sowieso alles
alternativlos – oder auf gut deutsch:
Hat doch alles keinen Sinn mit diesem Deutschland. Wer sichere Renten vom deutschen Staat will, der soll
nach Griechenland ziehen! Nur, eine
klitzekleine Frage gäbe es da noch:
Wofür, in aller Welt, brauchen wir
dann noch 620 Abgeordnete im Deutschen Bundestag? Das könnten Malta,
Griechenland und Portugal eigentlich
gleich noch mit übernehmen. Da hätten wir für unser Geld wenigstens
MO
was.
Wirtschaftsblatt 4/11
Sigurd Trommer ist Präsident der Bundesarchitektenkammer (BAK) mit Sitz in Berlin.
Die Zukunft liegt
in der Stadt
S igurd Trommer gehört einer
klaren Minderheit an. Nur drei
Prozent aller Mitglieder der
Bundesarchitektenkammer sind Stadtplaner, so wie er, dennoch ist er seit
vergangenem Jahr deren Präsident.
„Eine Ehre für mich“, sagt Trommer in
der Bescheidenheit, die ihn auszeichnet. Überschwenglicher äußern sich
Bonner Bürger, wenn sie nach Trommer gefragt werden. Von 1990 bis 2006
war er ihr Stadtbaurat. Hier nennen
sie ihn ehrenvoll den „Architekten des
Strukturwandels“. Zu Trommers großen Verdiensten gehörte es, die Stadt,
nachdem ihm ein halbes Jahr nach
Amtsantritt die weitreichende BonnBerlin-Entscheidung einen gehörigen
Strich durch die Planungen gemacht
hatte, für die kommende Zeit neu aufzustellen. „In den Städten werden die
Fragen der Zukunft am ehesten beantwortet. Doch sie müssen weiter verändert werden. Diesen Wandel können
die Verantwortlichen vor Ort nicht
ohne die Bevölkerung schaffen“, betont
er. Trommer selbst hat vor 20 Jahren
die Rheinländer auf die ungewisse Reise ins Morgen mitgenommen. Architektur besitzt für ihn ein öffentliches
Mandat, „sie beeinflusst das tägliche
Leben entscheidend.“ Daher will Trommer sie im Zuge seiner Präsidentschaft
in die Gesellschaft zurückholen. Ein
Hebel dafür sei die Qualität. „Schauen
Sie sich Leipzig an“, sagt der gebürtige
Weißenfelser, „hier finden Sie einen
aktiven und kreativen Umgang mit der
schwierigen Situation.“ Die Sachsen
seien nicht dem erstbesten Zug hinterher gelaufen. Dies zahle sich nun durch
Firmenansiedlungen und in der Arbeitsplatzdynamik aus. Auch Hamburg
sieht er für künftige Zeiten hervorragend aufgestellt. Der BAK-Präsident bewundert, dass diese Entwicklung trotz
eines eigentlich banalen Leitthemas
(„Hamburg wächst“) zustandegekommen sei. Die Zukunft liegt in der Stadt,
davon ist Sigurd Trommer auch im
Angesicht ihrer nachlassenden emotionalen Bindungskraft, von demografischem Wandel, sich änderndem Klima
ks
und höherer Mobilität überzeugt.
Die MittelstandsThemen des nächsten
Heftes 5/11
Die größten Familienunternehmen
Sie stehen für Erfolg und Stabilität unserer Wirtschaft:
die heimischen Firmen in Familienhand. Wer wem
gehört und wie erfolgreich unsere Familienunternehmen agieren, zeigt unser Ranking der 500 Größten.
Der Exzellenzreport
Wie sichern und mehren Unternehmer ihre Werte und
Vermögen? Die fünfte Auflage unseres Exzellenzreports zeigt versierte Vermögensverwalter im Portrait.
Alternative Finanzierungen
Kraftverstärker für die
Wirtschaft in der Region
Ganz im Zeichen des Wandels steht das Spezialthema „Alternative Finanzierungen“, die helfen, Unternehmen in bewegten Märkten krisenfest zu machen.
Als auflagenstärkstes regionales Wirtschaftsmagazin Deutschlands ist das
Wirtschaftsblatt die Plattform des heimischen Mittelstands. Mit seinen Berichten aus Unternehmen und Wirtschaft, von kommunalen Wirtschaftsförderungen und Landesministerien, aus Netzwerken und Kammern bietet es
fünfmal pro Jahr die Business-Informationen aus 13 Regionen.
Durch seine zielgenaue Versendung per Post erreicht das Wirtschaftsblatt
exakt die entscheidenden Köpfe der heimischen Wirtschaft. Und ist damit
das Netzwerk für Kontakte, Kunden und Kooperationen.
Expo Real-Nachbericht
Was gab es Neues, was waren die Themen und Projekte der diesjährigen Expo Real? Die WirtschaftsblattRedaktion berichtet aus ihrer „Ideen-Lounge“ direkt
von der Messe, schreibt über Projekte und Akteure.
Präsentation
Sie sind die Wirkungsverstärker für Produkte und
Firmen: Das Wirtschaftsblatt zeigt engagierte Profis
aus Werbung, Design und Marketing, stellt attraktive
Event-Locations und leistungsfähige Druckereien vor.
Graf-Adolf-Platz 1-2
40213 Düsseldorf
Tel.: 02 11 / 3 11 20 60-0
verlag@wirtschaftsblatt.de
www.wirtschaftsblatt.de
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Wir werfen eine Blick auf die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen deutscher Unternehmen, die
unsere Wirtschaft zukunftsfähig machen.
ServiceFax: 0211 / 311 20 60-10
Ich wünsche eine unverbindliche Beratung über die Firma/Stempel
Werbe- und Promotionmöglichkeiten im Wirtschaftsblatt.
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