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Fonds & Zertifikate, wie passt das zusammen?

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PortfolioPraxis
Fonds & Zertifikate, wie passt das zusammen?
1 x 1 der Kapitalmärkte
Ihr Vermögen. Unsere Verantwortung.
Inhalt
Anleger in Deutschland gehen eigene Wege . . . . . . .
3
Was sind Zertifikate? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3
Wie funktionieren Zertifikate? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4
Wofür, welches Produkt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5
Fonds: Anlegeform mit Tradition . . . . . . . . . . . . . . . . .
10
Synthese: Das Beste aus zwei Welten . . . . . . . . . . . . .
12
Summa Oeconomica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
13
PortfolioPraxis: Zertifikate
Fonds & Zertifikate, wie passt das
zusammen?
Was steckt hinter Zertifikaten? Welche Spielarten gibt es? Und vor
allem: Wie können Fondsanleger von der Vielfalt neuer Anlagemöglichkeiten profitieren?
Anleger in Deutschland gehen eigene
Wege
Nicht nur im Hinblick auf weltbewegende
Erfindungen wie den Buchdruck, das Automobil oder den Computer steht Deutschland
in puncto „Innovation“ in der ersten Reihe.
Auch in Finanzdingen ist man hierzulande
besonders erfinderisch: Am deutschen
Wertpapiermarkt erfreut sich eine relativ
neue Anlageform zunehmender Beliebtheit
-- Zertifikate. Zwischen fast fünfzigtausend
solcher Papiere kann in Deutschland mittlerweile gewählt werden. Mit einem Anlagevolumen von rund 80 Mrd. Euro hat die deutsche Zertifikateindustrie einen Anteil von
weit über 90% am Weltmarkt für solche Produkte. Auch wenn Zertifikate im Vergleich
zur Anlage in klassische Investmentfonds
bei der Vermögensanlage bislang eine vergleichsweise kleine Rolle spielen, nimmt die
Bedeutung von Zertifikatestrategien bei der
Geldanlage zu (vgl. Schaubild 1 auf Seite 3
und Schaubild 7 auf Seite 11).
Steht beispielsweise ein Korb von Aktien am Tage
der Emission eines Zertifikat (mit diesem Aktienkorb als Underlying) bei 100 Punkten und zwei
Jahre später bei 115 , hätte das Zertifikat im entsprechenden Zeitraum ebenfalls fünfzehn Prozent an Wert gewonnen.
Schaubild 1: Anzahl in Deutschland
emittierter Zertifikate
Ein Zertifikat ist eine
Schuldverschreibung des
Emittenten, deren Rück-
50.000
zahlungsmodalitäten von
45.000
bestimmten Regeln
40.000
abhängt.
35.000
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Quelle: www.zertifikateweb.de, Stand Januar 2006
Was aber sind Zertifikate?
Das Grundkonzept sogenannter Zertifikate
ist schnell erklärt: Ein Emittent, in der Regel
eine Bank, gibt eine Schuldverschreibung heraus, deren Rückzahlungsbetrag an
bestimmte Regeln gekoppelt ist. Am einfachsten verständlich ist das Vorgehen bei
Partizipations- oder auch Index-Zertifikaten. Hier besteht nahezu ein synchroner
Zusammenhang zwischen der Wertentwicklung des sogenannten Basiswertes (auch:
„Underlying“), zum Beispiel einem Aktienindex, und dem Rückkaufkurs des Zertifikates.
Schaubild 2: Marktanteil unterschiedlicher
Zertifikate nach Anzahl
Discount-Zertifikate 25%
Hebelprodukte 58%
Index-Zertifikate 1%
Sonstige Zertifikate 4%
Garantie-Zertifikate 4%
Aktienanleihen 4%
Bonus-Zertifikate 4%
Der Emittent verspricht
dem Käufer des
Zertifikates, dass er an
der an der Wertentwicklung des Basiswertes partizipiert.
Quelle: eigene Berechnungen,
Monatsbericht Derivate Forum (Januar 2006)
3
PortfolioPraxis: Zertifikate
Schaubild 3: Marktanteil unterschiedlicher
Zertifikate nach Volumen
Garantie-Zertifikate: 44 %
Express-Zertifikate: 9%
Aktienanleihen: 2 %
Index-Zertifikate: 7%
Discount-Zertifikate: 3 %
Basket- / Themen- /
Strategie-Zertifikate: 8%
Bonus-Zertifikate: 15%
Sonstige Anlage-Zertifikate: 5%
Hebelprodukte: 1 %
Quelle: eigene Berechnungen, Monatsbericht Derivate Forum (Januar 2006)
Schaubild 4: Verteilung der Basiswerte bei Zertifikaten
Aktien 85,8%
Renten 10,7 %
Hedge-Fonds 1,7%
Währungen und
Rohstoffe 1,8%
Beispielsweise tragen Papiere, mit denen der
Anleger darauf setzen kann, dass der Basiswert einen vorgegebenen Korridor nicht verlässt, je nach Anbieter Bezeichnungen wie:
Bandbreiten-, DoubleChance-, Speed-,
Sprint-, Sprinter-, KickStart-, Minimax- oder
eben Korridor-Zertifikat.
Um hier den Überblick zu behalten, ist es
unerlässlich, die Grundprinzipien der verschiedenen Produkte zu kennen!
Quelle: eigene Berechnungen,
Monatsbericht Derivate Forum (Januar 2006)
Wie funktionieren Zertifikate?
Unübersichtliche Vielfalt
Partizipationskonzepte stellen lediglich eine
seltene Ausnahme auf dem Markt für strukturierte Produkte dar. Die derzeitige
Zusammensetzung des Zertifikatemarktes
zeigt, dass das in den letzten Jahren gewachsene Anlegerinteresse, vor allem auf den
Wunsch nach mehr Sicherheit zurückführen ist. Garantieprodukte und Zertifikate, die
einen Sicherheitspuffer in Form eines „Discounts“ versprechen, dominieren entsprechend den Markt für strukturierte Produkte.
Besonders riskante Hebelkonstruktionen gibt
es zwar viele, gemessen am Anlagevolumen
ist ihr Gewicht im Gesamtmarkt jedoch verschwindend gering (vgl. Schaubild 2-3, Seite
3 und 4).
Aus welchen Bausteinen setzt sich ein Zertifikat zusammen? Welche Fragen sollte sich
der Anleger stellen, bevor er eine Entscheidung bezüglich der für ihn am besten geeigneten Strategie trifft?
Um Kursrisiken abzusichern beziehungsweise auch von seitwärts tendierenden Märkten
zu profitieren, existieren eine Vielfalt unterschiedliche Konzepte. Bei dieser Fülle fällt
die Entscheidung zwischen den Alternativen
allerdings zunehmend schwer. Zum Teil
sehr phantasievolle Namensgebungen verkomplizieren die Orientierung zusätzlich.
4
Der Basiswert
Der erste Freiheitsgrad beim Zertifikatekauf
ergibt sich aus der Auswahl des Basiswertes.
Hier eignet sich im Prinzip alles, für das ein
Preis ermittelbar ist: Aktien, Anleihen und
Währungen sowie Rohstoffe und sogar
Fonds.
Es können auch mehrere Basiswerte miteinander verknüpft werden. Hierfür wird meist
ein Index konstruiert, der verschiedene Vermögensgegenstände nach bestimmten
Regeln zu einer Größe zusammenfasst (vgl.
Kasten 1, Seite 5).
Interessanterweise haben sich die Anleger
in der Vergangenheit für Zertifikate entschieden, die auf Aktienkursen basieren
(vgl. Schaubild 4, Seite 4). Exotischere Basiswerte wie Hedge Fonds oder Rohstoffe spielen hingegen bislang nur eine geringe, wenn
auch zunehmende Rolle.
Das „Underlying“ ist eine
alternative Bezeichnung
für den Basiswert.
PortfolioPraxis: Zertifikate
Kasten 1: Was ist ein Index?
Um bestimmte Segmente oder Regionen
aus der Gesamtheit aller verfügbaren Vermögenswerte herauszugreifen, werden
sogenannte Indizes konstruiert. Sie fassen
mehrere „Einzelwerte“, wie zum Beispiel
unterschiedliche Aktien, Anleihen, Fonds
oder auch Rohstoffe gewichtet zusammen.
Regelgebundene Wertentwicklung
Neben dem „was“, der Frage nach dem oder
den Basiswert(en), bleibt die Frage nach dem
„wie“, der Formel also, nach der die Kursentwicklung des Basiswertes Einfluss auf den
Preis des Zertifikates nimmt.
Hier sind wiederum viele unterschiedliche
Konstruktionen denkbar. In der Regel nutzen
Emittenten von Zertifikaten sogenannte
Finanzderivate wie Optionen oder Futures
um Anlageprodukte zu kreieren (vgl. Kasten
2 auf Seite 6, zur Definition einer Reihe von
Fachtermini). Hierdurch ist es möglich, dem
Anleger mehr als eine einfache Partizipation an der Kursentwicklung des Basiswertes
zu bieten.
Durch die Nutzung professioneller Finanzmarktinstrumente scheint auf den ersten
Blick alles machbar:
Beispielsweise kann ein Anleger durch
„Reverse-Index-Zertifikate“ von fallenden
Kursen profitieren. Über einen „Hebel“ partizipieren manche Zertifikate doppelt an der
Kursentwicklung ihrer Basiswerte und mit
Hilfe der Discount-Strategie kann der Anleger
eine Aktie oder auch andere Basiswerte günstiger erwerben als auf direkten Weg an der
Börse. Es ist sogar denkbar über ein Zertifikat
im Nachhinein von der „richtigen“ Gewichtung der unterschiedlichen Vermögensanlagen wie Aktien, Renten und Rohstoffen zu profitieren. Sogenannte „Rainbow-Zertifikate“
werben mit dieser nachträglichen Selektion.
Wofür, welches Produkt?
Welche Argumente sprechen für welches
Zertifikateprodukt? Bei der Auswahl lassen
sich zwei sich ergänzende Blickrichtungen
verfolgen:
Die einfachste Form einer Indexbildung
wäre die Gleichgewichtung z.B. zweier
Aktien „A“ und „B“. Der Indexstand (Idx.)
ließe sich in diesem Falle jederzeit durch
die Formel Idx. = 0,5*A + 0,5*B ermitteln.
• Zunächst wäre hier das Anlageziel zu
beachten: Soll ein bereits verfügbares
Vermögen gesichert werden (defensiv),
geht es darum, an der Wertentwicklung
eines Marktes teilzuhaben, oder soll über
Derivatestrukturen ein komplexerer
Zusammenhang zur Kursentwicklung
des Basiswertes hergestellt werden?
• Das zweite Auswahlkriterium bei der Produktauswahl basiert auf der Anlegererwartung: Ist es wahrscheinlich, dass die
Kurse steigen, fallen oder sich seitwärts
bewegen?
Der Kurs eines Zertifikates
richtet sich anders als bei
Aktien oder Anleihen nicht
nach dem Verhältnis von
Angebot und Nachfrage,
sondern nach festen
Regeln.
In den folgenden Abschnitten werden unterschiedliche Zertifikatestrategien gegliedert
nach der erwarteten Marktrichtung vorgestellt. Ergänzend geben die Schaubilder fünf
und sechs auf Seite 7 einen entsprechenden
schematischen Überblick.
Steigende Märkte
· In Erwartung steigender Märkte dürften viele
Anleger mit einer einfachen Partizipation
an der Kursentwicklung des Basiswertes zufrieden sein. Hierfür bieten sich sogenannte
„Partizipations- oder auch Index-Zertifikate“
an.
Neben dem Anlageziel
sollten die Markterwartungen der Anleger bei
der Produktauswahl eine
zentrale Rolle spielen.
· Konservative Investoren können in dieser
Marktphase auf etwas Rendite verzichten
und einmal erreichte Kursniveaus über
Garantiekonzepte wie zum Beispiel sogenannte Ladder-Zertifikate (Ladder engl. =
Leiter) absichern. Hier partizipiert der
Anleger allerdings nur teilweise an der Kursentwicklung des Basiswertes. Dafür sind
dem Anleger vorher definierte Kursniveaus
zum Ende der Laufzeit garantiert, sobald
diese Level einmal überschritten wurden.
5
PortfolioPraxis: Zertifikate
Kasten 2: Wichtige Finanzmarktbegriffe
Zertifikate: Der Begriff „Zertifikate“ ist
strenggenommen missverständlich. Heutzutage sind mit Zertifikaten meist Schuldverschreibungen gemeint, deren Wertentwicklung über bestimmte Regeln an einen
Basiswert gekoppelt sind. Bei InvestmentZertifikaten handelt es sich jedoch um
einen seit Jahren feststehenden Begriff,
der vor allem von der Bundesbank für
Investmentanteilscheine, also Anteile an
Investmentfonds, verwendet wird.
Derivate: Kapitalmarktprodukte, deren
Wertentwicklung sich von anderen
Finanzanlagen ableiten lässt.
Strukturierte Produkte: Anlageprodukte,
welche aus mehreren Komponenten (z.B.
Aktien, Anleihen und Derivaten) zusammengesetzt wurden, um die Eigenschaften
der einzelnen Instrumenten zu kombinieren. Neben Zertifikaten zählen z.B. auch
Aktienanleihen zu den strukturierten Produkten.
Basiswerte (Underlying): Die der Kursentwicklung eines Zertifikates zugrundeliegende Größen.
Terminkontrakte: Verträge über zukünftige
Lieferung zu einem schon heute fixierten
Preis. Solche Verträge können in Form von
Forwards und Futures oder auch als Optionen geschlossen werden. Forwards wer-
· Risikobereite Anleger können Hebelprodukte nutzen, um in einem positiven Marktumfeld besonders viel zu verdienen. Hierbei machen sich die Emittenten die
geringen Sicherungszahlungen bei Investitionen an Terminmärkten zunutze: Beim
Kauf von Futures muss beispielsweise nur
ein vergleichsweise geringer Geldbetrag –
die sogenannte Margin – als Sicherheit hinterlegt werden. Der Rest des investierbaren
Geldes steht weiter zur Verfügung. Somit
können auch Kontrakte gezeichnet werden,
die um ein Vielfaches des investierten Geldes an einer Marktentwicklung teilhaben.
Aber Vorsicht: Der Hebel wirkt in der Regel
sowohl bei steigenden als auch bei fallenden
Kursen!
6
den, anders als Futures und die meisten
Optionen nicht an der Börse gehandelt.
Optionen unterscheiden sich von Futures
und Forwards durch die lediglich einseitige
Verpflichtung des Verkäufer der Option den
Vertrag zu erfüllen (dies macht ihn zum
sogenannten Stillhalter). Der Käufer der
Option hingegen kann, muss aber nicht
auf die Erfüllung des Vertrages bestehen.
OTC (Over-The-Counter): Zusatz, der darauf
hinweist, dass ein Vertrag individuell vereinbart wurde und nicht an der Börse gehandelt wird.
Implizite Volatilität: Erwartete Schwankungsbreite an den Kapitalmärkten. Wichtige
Größe für die Preisbildung von Optionen.
Die implizite Volatilität kann zeitweise von
der empirischen, d.h. der auf Basis von Vergangenheitswerten messbaren Schwankungsbreite, abweichen.
Aktienanleihen (Reverse Convertibles):
Aktienanleihen ähneln in ihrer RisikoRenditestruktur den Discount-Zertifikaten.
Der Anleger erhält hier während der Laufzeit eine feste Zinszahlung. Am Verfallsdatum erhält er nicht zwingend sein Geld
zurück. Der Emittent kann ihm alternativ
auch eine vorher definierte Anzahl von
Aktien übereignen.
· Outperformance-Zertifikate bilden hier eine
Ausnahme: Sollte der Kurs des Underlyings
unter einen bei der Emission festgelegten
Basiskurs fallen, greifen hier zusätzliche
Mechanismen, die dafür sorgen, dass der
„Hebel“ zum Ende der Laufzeit nicht weiter
wirkt.
Seitwärtsstrategien
Discountstrukturen kön-
Rechnet der Anleger mit seitwärts laufenden
Märkten, bietet der Zertifikatemarkt ebenfalls eine Fülle passender Produkte:
nen einen wichtigen
Performancebeitrag für
das Portfolio liefern. Wie,
lesen Sie in unserer
· Bei Discount-Zertifikaten bekommt der
Anleger durch einen günstigeren Einstiegskurs einen Schnaps extra, verzichtet
dafür aber bei stark steigenden Kursen auf
einen Teil der Gewinne. In Jahren mit zwei-
Publikation: „Dividenden
& Discount“, aus der
Reihe Analysen & Trends.
PortfolioPraxis: Zertifikate
Schaubild 5: Klassifizierung nach Anlageziel
Konzepte
Partizipation
Produkte mit
Kursobergrenzen (Cap)
Absicherung
Sonstiges
Index-Zertifikate
Discount-Zertifikate
Garantie-Zertifikate
Bonus-Zertifikate
Basket-Zertifikate
Sprint-Zertifikate
Knock-Outs und andere
Hebelprodukte
Touch-Down-Zertifikate
Hedgefund-Zertifikate
Express-Zertifikate
Zertifikate zur Absicherung
von Währungsrisiken
Reverse-Index-Zertifikate
Bandbreiten-Zertifikate
Ladder-Zertifikate
Zins-Zertifikate
Aktienanleihen
Rainbow-Zertifikate
Deep-Discount-Zertifikate
Zertifikate auf Edelmetalle/Rohstoffe
Deep-Bonus-Zertifikate
Quelle: Eigene Erstellung
Schaubild 6: Klassifizierung nach Marktphase
Marktphasen
Steigende Märkte
Seitwärts
Fallend
Unentschlossen
Index-Zertifikate
Discount-Zertifikate
Reverse-Index-Zertifikate
Rainbow-Zertifikate
Basket-Zertifikate
Bonus-Zertifikate
Deep-Discount-Zertfikate
Garantie-Zertifikate
Ladder-Zertifikate
Expresszertifikate
Deep-Bonus-Zertifikate
Hedgefund-Zertifikate
Outperformance-Zertifikate
Bandbreiten-Zertifikate
Zins-Zertifikate
Hebelprodukte
Aktienanleihen
Quelle: Eigene Erstellung
stelligen Kurszuwächsen, sind solche Papiere zwar im Vergleich zur Partizipationsstrategie im Nachteil. Dafür verspricht die
Discount-Strategie aber überdurchschnittliche Renditen, sollte sich der Basiswert
über die Laufzeit kaum verändern. Ähnlich
verhält es sich bei Bonus-, Bandbreitenund Express-Zertifikaten, allerdings mit
einigen wichtigen Konstruktionsunterschieden.
· Bei Express-Zertifikaten weiß der Anleger
im vorhinein nicht, wie langfristig er sein
Geld anlegt. Zu festgelegten und regelmäßigen Zeitpunkten wird überprüft, ob der
Kurs des Basiswertes höher als eine
bestimmte Barriere ist. Wenn ja, erhält der
Anleger einen Bonus und sein Geld zurück.
Falls nicht, läuft das Papier bis zum nächs-
ten Stichtag weiter. Somit haben diese Produkte zwar eine maximale Laufzeit, diese
kann jedoch unterschritten werden. Meist
werden solche Produkte zusätzlich mit
einer Kapitalgarantie verbunden, die abermals an bestimmte Bedingungen geknüpft
ist (vgl. auch den Abschnitt „Wege aus der
Bärenfalle?“ auf Seite 8).
· Sprint-Zertifikate partizipieren innerhalb
einer festgelegten Kursspanne überproportional an der Entwicklung des Basiswertes.
Dafür endet die Partizipation oberhalb
einer Kursobergrenze vollständig.
· Bonus-Zertifikate bieten eine Seitwärtsstrategie ohne Kursobergrenze (Cap). Sie versprechen dem Anleger zum Ende der Laufzeit eine Mindestrendite, solange der
7
PortfolioPraxis: Zertifikate
Basiswert eine Schwelle nach unten (ein
Abschlag auf den Kurs des Basiswertes
zum Zeitpunkt der Emission) nicht unterschreitet.
Zum Beispiel könnte eine Aktie A, die zum
Emissionszeitpunkt bei 100 Punkten notiert
um bis zu zwanzig Prozent sinken, ohne
dass der Anleger auf seine Bonuszahlung
(100 + X) verzichten müsste. Unterschreitet
der Basiswert die Bonusschwelle (in dem
Beispiel 80 Punkte) verliert er den Anspruch
auf die Bonuszahlung. Er partizipiert aber
weiter voll an den Kursbewegungen des
Basiswertes. Notiert der Basiswert am Laufzeitende deutlich höher als der Emissionskurs, kann der Rückzahlungskurs, trotz
eines vorherigen Unterschreitens der unteren Schwelle, die in Aussicht gestellte Bonuszahlung sogar noch übersteigen.
Abseits der Chancen ist zu beachten, dass
diese Produkte nur eine teilweise Sicherheit
bieten. Der Anleger trägt unterhalb der
Bonusschwelle Verluste voll mit.
zeitraum an Wert verliert, kann der Anleger
mit einer positiven Rendite rechnen. Fällt
der Kurs jedoch sehr stark, kann es auch hier
zu Verlusten kommen. Es ist zusätzlich
denkbar, das Verlustrisiko des Anlageproduktes durch den Verkauf von Put-Optionen
gegen Kursrisiken abzusichern. Solche Konstrukte nähern sich dann hinsichtlich
ihres Rendite-Risiko-Profiles zunehmend
dem Anleihesegment an.
· Des weiteren gibt es auch mit Zertifikaten
die Möglichkeit, sein Geld zu „parken“:
Sogenannte Zins-Zertifikate, basieren auf
Geldmarktpapieren, und stellen somit eine
vergleichsweise risikolose Anlageform dar.
Allerdings sollte hier genau auf eventuell
anfallende Wechselkursrisiken geachtet
werden.
Am Zertifikatemarkt haben sich diese Produkte vor allem als Möglichkeit der Währungsspekulation etabliert. Geldmarktpapiere exotischer Währungen, mit
entsprechenden Risiken, dominieren hier
mittlerweile die Angebotspalette.
· Letztlich ist es natürlich auch mit Zertifikaten möglich, in schwierigen Marktphasen
auf Segmente zu setzen, die in der Vergangenheit mit den Standardprodukten negativ korreliert waren, zum Beispiel Rohstoffe
anstelle von Aktien.
Wege aus der Bärenfalle
Auch für unentschlossene Anleger hält der
Zertifikatemarkt einiges bereit:
· Bei fallenden Märkten bieten sich vor
allem Reverse-Index-Zertifikate an. Hier
wird die Partizipation umgedreht. Sinkt
der Basiswert um 10 % steigt der Wert des
Zertifikates entsprechend. Da lange Phasen fallender Kurse selten sind, lassen sich
solche Konstruktionen allerdings nur vereinzelt finden.
· Einen anderen Weg, sich gegen fallende
Kurse abzusichern, bieten sogenannte
Deep-Discount Zertifikate. Hier werden Discount-Strategien mit einer Kurs-Obergrenze
(„Cap“) verwendet, die zum Emissionszeitpunkt unterhalb des „Underlyingkurses“
liegt. Auch wenn der Basiswert im Anlage8
nützliches Tool zur Risikodiversifikation darstellen.
Darüber hinaus spricht derzeit vieles für eine lang anhaltend gute Entwicklung
dieses Anlagesegmentes.
Siehe hierzu unsere aktuelle Publikation:
„Megatrend: knappe
· Anders sieht es wiederum bei Korridoroder auch Bandbreiten-Zertifikate aus. Hier
ist die Kursbewegung sowohl nach unten
wie auch nach oben gekappt. Damit stellt
dieses Produkt im Zertifikatesegment für
erwartete „Seitwärtsmärkte“ die sicherste
Variante dar. Allerdings auch die mit der
niedrigsten maximal erreichbaren Rendite.
Welche Lösung bieten sich an, wenn der
Anleger mit sinkenden Kursen rechnet?
Rohstoffe können ein
Unentschlossen?
· Am schnellsten erklärt ist das Prinzip der
Hedgefonds-Zertifikate. Hier wird als Basiswert eine Mischung aus mehreren Hedgefonds gewählt. Die Manager solcher Fonds
setzen sich in der Regel zum Ziel, in jeder
Marktphase eine überdurchschnittliche
und möglichst stetige Rendite zu erzielen.
· Der Charme von Rainbow-Zertifikate liegt in
der Möglichkeit erst im Nachhinein die
Gewichtung unterschiedlicher Basiswerte
(z.B. Aktien, Renten und Rohstoffen) nach
der jeweiligen Performance festzulegen.
Denkbar ist zum Beispiel, dass am Verfallsdatum eines zwei Jahre laufenden Rainbow-Zertifikates der Basiswert mit der im
nachhinein besten Zweijahresperformance
Ressourcen“, aus der
Reihe Analysen & Trends.
PortfolioPraxis: Zertifikate
die Hälfte des Portfolios ausmacht, der
zweitbeste Basiswert 30 % und der schlechteste 20 %.
Wer das Grübeln über die richtige Asset
Allokation aufgibt, verzichtet allerdings
meist auf Rendite: Die bei Rainbow-Zertifikaten im nachhinein wählbaren Gewichte
haben enge Grenzen. Zudem findet die
Berechnung in der Regel nicht tagesaktuell,
sondern auf Basis von Monatsdurchschnitten statt. Vor allem aber gilt immer, dass die
verbesserte Aufteilung der Anteilsgewichte
nur beim Halten des Zertifikates bis zum
Ende der meist sehr langen Laufzeit erfolgt.
Wer vorher an sein Geld will, muss im
schlechtesten Falle Verluste in Kauf nehmen.
· Bei Garantie-Zertifikaten ist zum Laufzeitenende das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise gesichert. Hier gibt es wiederum
unterschiedliche Spielarten: Manchmal ist
das Kapital nur solange zu hundert Prozent
garantiert, bis der Basiswert eine gewisse
Schwelle nach unten nicht unterschreitet.
Teilweise ist die Absicherung auch unbegrenzt, dafür ist aber auch das Renditepotential niedriger.
Vorsicht: Kursgarantien können nach der
derzeitigen Gesetzeslage steuerlich nachteilige Folgen haben, die bei der Anlageentscheidung beachtet werden sollten.
Laufzeit beachten!
Vor allem bei Seitwärtsstrategien und
Garantieprodukten sollte bei der Produktauswahl die Laufzeit beachtet werden (vgl.
auch Kasten 3, Seite 10).
· Bei Garantieprodukten sollte ins Kalkül einbezogen werden, dass die Garantien immer
nur zum Ende der Laufzeit ausgesprochen
werden. Im Falle einer unerwünschten Kursentwicklung des Basiswertes kommt der
Anleger vor Laufzeitende nur mit Verlust an
sein Kapital.
· Der Pferdefuß bei Express-Zertifikaten liegt
andererseits in der Unkenntnis der Laufzeit zum Investitionszeitpunkt. Überschreitet der Basiswert an einem der vorher
definierten Termine die vereinbarte
Schwelle, erhält der Anleger früher als
eventuell erwartet sein Geld zurück und
steht vor dem erneuten Problem der Anlage.
· Sogenannte Open-End-Zertifikate bieten
zumindest zum Teil eine Lösung an. Hierbei handelt es ich um Zertifikate mit „unbegrenzter“ Laufzeit. Der Emittent behält sich
jedoch das Recht vor, das Zertifikat mit
einer gewissen Frist (in der Regel ein Jahr)
zu kündigen. Meist beziehen sich solche
Open-End Produkte auf Indizes.
· Ein Verfallsdatum fehlt ebenfalls bei sogenannten Rolling-Zertifikaten, die zweifelsohne zu den komplexesten Zertifikatekonstruktionen gehören:
Sie haben einen Index zum Basiswert, der
wiederum auf Basis von fiktiven Zertifikaten berechnet wird. Bisher dominieren Rolling-Discount-Zertifikate den Markt. Diese
machen sich zunutze, dass kurzlaufende
Discount-Zertifikate in den meisten Fällen
eine vergleichsweise hohe Rendite abwerfen. Rolling-Discount-Zertifikate nutzen
diese Eigenschaft mit Hilfe von fiktiven nur
noch kurzlaufende Discount-Papieren. Bei
Auslaufen des „Underlyings“ wird in ein
vergleichbaren, wiederum kurzlaufenden
Basiswert „gerollt“, daher der Name.
Mittlerweile existieren eine Reihe weiterer
Rolling-Produkte, z.B. auf Turbo-Zertifikate
und vor allem auch Futures-Indizes. Da die
Komplexität dieser Produkte verhältnismäßig groß ist, sollten Anleger sich vor der
Kaufentscheidung genau fragen, ob sie die
Risiken solcher Produkte tatsächlich
abschätzen können!
Mit der richtigen AssetAllokation kann bei Anlagen
mit einem langen Zeithorizont auf komplizierte und
meist auch relativ teure
Derivatestrukturen
verzichtet werden.
Vergleiche unsere
Publikationsserie
„Investieren in Aktien und
Anleihen“ aus der Reihe
PortfolioPraxis.
Innovative Anlagekonzepte haben zum Teil
steuerliche Folgen:
Beispielsweise stuft das
deutsche Einkommenssteuergesetz alle
Produkte mit einem
Kapitalschutz als
„Finanzinnovation“ ein.
Erträge aus diesen
Produkten sind unabhängig von der Haltedauer
steuerpflichtig.
Das Glücksprinzip
Neben den bereits vorgestellten Zertifikatetypen existieren auch einige exotische Varianten, deren Auszahlungsprofil eher ans
Glückspiel als an die Geldanlage erinnern.
Sogenannte Touch-Down Zertifikate funktionieren beispielsweise nach dem Alles-oderNichts Prinzip. Notiert der Basiswert am
Ende der Laufzeit den ganzen Handelstag
oberhalb einer vorgegebenen Schwelle,
erhält der Anleger einen vorher festgelegten
Betrag ausbezahlt. Im anderen Falle verfällt
das Zertifikat wertlos!
9
PortfolioPraxis: Zertifikate
Kasten 3: Auswählen unter „gleichen“ Produkten
Auch wer sich bereits für eine Art von Zertifikat entschieden hat, steht vor weiteren
Herausforderungen: Bei beliebten Basiswerten existieren häufig selbst vom gleichen Zertifikatetyp eine Vielzahl von
Variationen.
Auf der anderen Seite verliert das Discount-Zertifikat bei einem zu hohen Cap
seinen Charakter als Risikoabsicherung.
Bei Wahl einer „zu hohen“ Obergrenze
kann es somit sinnvoller sein, den Basiswert direkt zu erwerben.
Rein rechtlich sind Zertifikate Anleihen gleichzusetzen. Zu den Regeln des
Anleihemarktes und vor
allem zum Thema „Rating“
vgl. unsere Publikation
So kann ein und dieselbe Aktie per Zertifikat sowohl mit einem Discount von beispielsweise 2, 4, 6 oder auch 8 € zu erwerben sein. Allerdings würde dann nicht
nur der Abschlag auf den aktuellen Aktienkurs variieren, sondern auch die Höhe
des „Caps“, ab dem der Anleger an einer
Kursentwicklung der Aktie nicht mehr
partizipiert. Mit der Höhe des Caps verändert sich jedoch auch die maximal erzielbare Rendite.
Da zukünftige Wertentwicklungen ungewiss sind, sollte es besonders lohnend
sein, einen etwas niedrigen Abschlag zu
wählen und dafür stärker auf eine
zukünftige Kurssteigerung zu setzen. Der
Anleger sollte sich ein höheres Risiko
durch ein überproportionales Renditeplus bezahlen lassen!
Zu beachten ist neben der Höhe des Caps
und des Discounts auch die Laufzeit des
Zertifikates. Ein Verfallsdatum in der weiten Zukunft relativiert eine auf den ersten
Blick hohe maximal erreichbare Rendite.
Bei der Gegenüberstellung „gleicher“ Produkte sollten daher immer annualisierte
– auf einen Zwölfmonatszeitraum umgerechnete – Renditen herangezogen
werden.
Reihe PortfolioPraxis.
Ein weiter Punkt, der beim Zertifikatekauf unbedingt Beachtung finden sollte
ist die Bonität (Kreditwürdigkeit) des
Emittenten. Rechtlich sind Zertifikate
nämlich Schuldverschreibung und als
solche mit nachrangigen Anleihen gleichzusetzen. Wie auch am Markt für Unternehmensanleihen sollte ein Emittent mit
schlechterer Bonität einen Aufschlag für
das ihm entgegengebrachte Vertrauen
zahlen.
Fazit:
Fonds: Anlegen mit Tradition
Der Vorteil von Zertifikaten liegt in der Vielfalt ihrer Möglichkeiten: Vor allem für den
Fall seitwärts tendierender Märkte kann der
Einsatz sogenannter derivativer Instrumente (vgl. Kasten 2, Seite 6) eine überdurchschnittliche Rendite ermöglichen.
Mit einer Historie von einem halben Jahrhundert am deutschen Markt sind Investmentfonds weitaus etablierter als Zertifikate.
Was zeichnet klassische Investmentfonds
im Vergleich zu Zertifikaten aus? Wo liegen
die wichtigsten Unterschiede? Welche Vorteile haben Fonds?
Den vielfältigen Chancen des Zertifikatemarktes stehen allerdings auch Nachteile
gegenüber:
„Bonds mit Kick“ aus der
Im internationalen Vergleich ist die deutsche
Fondsindustrie ist noch
relativ jung:
• So fällt es schwer, angesichts der Vielzahl
und Komplexität der Produkte den Überblick zu behalten.
Die wesentlichen Unterschiede von Investmentfonds gegenüber Zertifikaten ergeben
sich aus der dominierenden Funktion von
Fonds: Sie bündeln Gelder ihrer Anleger und
investieren das gesammelte Vermögen in
einen Korb von Vermögenswerten.
• Zudem lassen sich die Grundsätze des
Kapitalmarktes auch mit Hilfe moderner
Finanzprodukten nicht aushebeln: Mehr
Sicherheit geht zu Lasten der maximal
erreichbaren Rendite!
Die Investmentphilosophie lautet in der
Regel: „Von der Entwicklung eines Marktes
partizipieren und Risiken durch die Verteilung auf viele Einzelwerte (Stichwort „Diversifikation“) minimieren“. Die meisten Fonds
Während Investmentfonds
in Ländern wie England und
Schottland auf eine Historie
von knapp 150 Jahren
zurückblicken, wurden
die ersten Fondsgesellschaften in Deutsch-
10
land in den 1950er Jahren
gegründet.
PortfolioPraxis: Zertifikate
Schaubild 8: Investmentfonds (Deutschchland)
Schaubild 7: Marktvolumen Investmentfonds
Deutschland, in Mrd. Euro
Aktienfonds 33 %
1.400
Rentenfonds 32%
1.200
Offene Immobilienfonds 16%
Geldmarktfonds 12%
Misch- und sonstige
Fonds 7%
1.000
1.163
919
862
957
1.003
2003
2004
800
600
400
200
0
2001
Quelle: BVI, Stand Januar 2005
2002
2005
Quelle: BVI, Stand Januar 2006
Kasten 4: Einige Vorteile von Investmentfonds sind:
Investmentfonds haben
Insolvenzsicherheit: Die in Investmentfonds verwalteten Gelder sind Bestandteil
eines sogenannten Sondervermögens,
welches von dem Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt verwahrt wird.
Investmentfonds sind somit auch bei
Zahlungsunfähigkeit des Emittenten
insolvenzsicher!
Vergleichbarkeit: Beim Vergleich von
Fonds untereinander kommt die lange
Tradition dieser Anlageklasse zum Tragen. Es existieren eine Reihe etablierter
Unternehmen, die Fonds sogenannten
Ratings unterziehen: Hier werden unter
anderem der Investmentprozess, die
funktionieren daher nach dem Prinzip „long
only“, d.h. sie vollziehen die Marktentwicklung des jeweiligen Investitions-Segments
(z.B. breiter Weltaktienmarkt, deutsche
Aktien, Immobilien etc.) nach.
Derivative Instrumente wurden vor allem
genutzt, um eine kostengünstige Partizipation an einem Markt zu realisieren.
Garantiekonzepte auf Fondsbasis gibt es
hingegen schon länger. Diese funktionieren
jedoch anders als die in dieser Publikation
genannten Garantie-Zertifikate.
Anders als Zertifikate, deren Wertentwicklung an starre Regeln gebunden ist, werden
die meisten Fonds aktiv verwaltet: Dass
heißt, hinter dem Anlageprozess stehen
interne Geschäftsabwicklung sowie qualitative Faktoren wie z.B. Ausbildung und
Erfahrung des Fondsmangements unter
die Lupe genommen. Sogenannte Rankings dienen als zusätzliche Orientierungshilfe. Hier geht es ausschließlich
um den Vergleich historischer Renditen.
gegenüber Zertifikaten
eine Reihe von Vorteilen.
Diese erklären zum Teil
die Vorreiterrolle dieser
Anlageklasse.
Tatsächliche Investition: Investmentfonds
bündeln die Gelder ihrer Anleger zu
einem Pool, und legen diese stellvertretend für die Fondsinhaber nach klar definierten Regeln an. Anders als bei Zertifikaten ist der Anleger somit tatsächlich in
einem Markt investiert.
Experten, die die Freiheiten, die Ihnen ihre
Anlagerichtlinien und die gesetzlichen
Bestimmungen lassen, nutzen, um eine
überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften.
Fazit:
Anders als Zertifikate haben Fonds vor
allem die Partizipation an einem bestimmten Marktsegment zum Ziel. Ein aktives
Management wird genutzt, um die Anlagerendite zu maximieren. Neben dem besondernen rechtlichen Status eines Sondervermögens sprechen unter anderem eine Reihe
weiterer umfassender Regularien und die
lange Tradition dieser Anlageform für eine
Investition in Fonds.
Zur Funktionsweise von
Garantiefonds vgl. unter
anderem unsere Publikationen „dit-Euro Protekt
Dynamik: Teil 1 und 2“,
aus der Reihe Analysen &
Trends.
11
PortfolioPraxis: Zertifikate
Schaubild 9: Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland
in 1.000
14.000
12.000
2602
2748
10.000
3087
8.000
6.000
4.000
1518
911
627
3293
2.000
0
1681
1997
Nur Fonds
3604
3463
1998
Nur Aktien
2912
2086
1944
1997
2960
2661
2741
3487
5617
2274
2086
7159
6549
6081
5899
6058
2001
2002
2003
2004
2005
3226
1999
2000
Aktien und Fonds
Quelle: DAI
Synthese: Das Beste aus zwei Welten
Was liegt näher, als die positiven Aspekte von
Fonds und Zertifikaten zu kombinieren? Wie
ist dies möglich?
Grundsätzlich sind zwei Wege denkbar:
Zum einen lassen sich Zertifikate konstruieren, deren Wertentwicklung an Fonds
gekoppelt ist zum anderen können Zertifikatestrategien in einem Investmentfonds
genutzt werden.
Zertifikatefonds: Zertifikatestrategien in Fonds
nutzen
Ein Beispiel für die Nutzung von Zertifikatestrategien in Fonds ist ein Discount-Produkt:
Hier können Anleger von den Vorzügen einer
Discountstrategie profitieren, ohne sich über
Detailfragen wie die Auswahl geeigneter
Basiswerte, Abgelder und Laufzeiten den Kopf
zu zerbrechen. Die Feinarbeit übernimmt ein
Fondsmanagement, welches über eine umfangreiche Expertise im Bereich der strukturierten Produkte verfügen sollte, um die vorhandenen Informationen gewinnbringend
einzusetzen.
Darüber hinaus fällt beim Endanleger das
bei Discount-Zertifikaten regelmäßig auftretende Entscheidungsproblem der Wiederanlage nicht an. Auch kommen in einem
Zertifikatefonds die Vorteile der Anlagestreuung über die gleichzeitige Investition
in mehrere Basiswerte sowie Derivate, die zu
unterschiedlichen Zeitpunkten auslaufen,
zum Tragen. Noch dazu werden Risiken wie
das der Emittentenbonität durch die Nutzung mehrerer Zertifikateanbieter minimiert.
12
Dabei ist es nicht einmal zwingend notwendig, dass das Fondsmangement mit den Geldern der Investoren tatsächlich Zertifikate
kauft. Bei vielen Anlagekonzepten aus der
Welt der Zertifikate kommen stark standardisierte und weit verbreitete Finanzderivate
zum Einsatz. In diesen Fällen kann es sinnvoller sein, wenn das Fondsmanagement die
jeweilige Struktur – wie z.B. von DiscountZertifikaten – durch ein direktes Engagement am Derivatemarkt nachbildet.
Neben Discountstrategien bietet sich eine
Reihe weiterer in Zertifikaten verwendeten
Seitwärtsstrategien (wie z.B. die Bonus-Strategie) zur Fondskonzeption an. Darüber hinaus wäre es durchaus denkbar, auch Garantie-Konzepte aus der Zertifikatewelt in
Investmentfonds zu nutzen.
Fonds-Zertifikate: Investmentsfonds in Zertifikaten bündeln
Bei Fonds-Zertifikaten handelt es sich um
klassische Zertifikate, denen Investmentfonds als Basiswert zugrunde liegen.
In der Regel werden zu diesem Zweck eigene
Indizes berechnet, deren Wertentwicklung
sich an mehreren Fonds orientiert. Unter
anderem ist es über diesen Weg auch bei
kleineren Anlagebeträgen möglich, in mehrere Fonds gleichzeitig zu investieren. Fonds
unterschiedlicher Anlagesegmente, z.B. aus
dem Bereich des Renten und Aktienmarktes
lassen sich so verbinden. Auch lasen sich
innovative Konzepte der Zertifikatewelt nutzen, um bei der Fondsanlage eine Extra-Rendite zu erwirtschaften: Z.B. lassen sich
Hebelkonstruktionen nutzen, um die Rendi-
Der Einsatz von DiscountStrategien in Fonds ist
bereits Alltag: Vergleiche
unsere Publikation aus der
Reihe Analysen & Trends:
„Dividenden & Discount“
PortfolioPraxis: Zertifikate
tedifferenz zwischen dem Geldmarkt und
dem Basiswert auszunutzen. In manchen
Marktsituationen lässt sich durch teilweise
kreditfinanzierte Investition ein Renditeplus erzielen.
auch bei kleineren Beträgen ein Ansparen
in mehreren Fonds gleichzeitig möglich.
Darüber hinaus bieten manche Produkte
einen kreditfinanzierten Hebel, der die
Renditeaussichten der Anlage erhöht.
Steuerliche Regelungen können zusätzliche
Anreize für die Verknüpfung von Fonds und
Zertifikaten setzen, allerdings sollte hier
beachtet werden, dass die Steuergesetzgebung und deren Auslegung sich im Zeitverlauf ändern können.
Die Investition in Zertifikaten und Fonds
schließt sich nicht aus. Im Gegenteil: Die
Innovationen dieses neuen Anlagesegments beleben auf das Investmentgeschäft insgesamt. Viele neue Konzepte
erhielten bereits Einzug in die Fondswelt,
und auch anders herum kann die Nutzung von Fonds als Basiswert von Zertifikaten eine Bereicherung darstellen!
Summa Oeconomica
Zertifikate mit komplexen Auszahlungsprofilen erfreuen sich bei deutschen Anlegern wachsender Beliebtheit. Vor allem
Papiere, die eine Kapitalgarantie aussprechen und auch bei seitwärts tendierenden
Märkten eine vergleichsweise hohe Rendite
abwerfen, verbuchen hohe Zuflüsse.
KS
Zertifikateemittenten nutzen bei der Konstruktion ihrer Produkte meist komplexe
Terminmarktprodukte. Sie ermöglichen
für jede Marktphase ein passendes Produkt
zu konstruieren.
Traditionell funktionieren Investmentfonds
nach dem Prinzip „Partizipation und Risikostreuung“ bei gleichzeitiger Nutzung eines
aktiven Fondsmanagements. Der Anleger
investiert über den Fonds tatsächlich in
einen Markt („long only“).
Aufgrund der Vorteile einiger Zertifikatekonzepte, besonders in Seitwärtsmärkten,
werden zunehmend Investmentfonds aufgelegt, die Zertifikate, bzw. deren Grundstruktur zur Optimierung des RenditeRisikoprofils nutzen. Dabei müssen diese
Fonds nicht zwingend Zertifikate kaufen.
Vor allem bei Konzepten mit stark standardisierten und weit verbreiteten Optionskontrakten kann es sinnvoller sein, die
Zertifikatestrategie direkt nachzubilden,
an-statt das Investmentvermögen in Zertifikate zu investieren.
Neben diesen sogenannten Zertifikatefonds dürfte in Zukunft auch die Bedeutung
von Fonds-Zertifikaten zunehmen. Ihrer
Wertentwicklung liegt ein Index zugrunde,
der aus einem Korb von Fonds besteht. So ist
Kasten 5: Symbiose aus Fonds und Zertifikaten:
Es gibt zwei Wege zur Kombination von Fonds und Zertifikate:
Zertifikatefonds = Fonds, die
Zertifikate kaufen oder eine zertifikateähnliche Struktur
nachbilden.
Fonds-Zertifikate = Zertifikate,
deren Wertentwicklung an
Kurse von Fondsanteilen (meist
über einen Index) gekoppelt
sind.
13
PortfolioPraxis: Zertifikate
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Hans-Jörg Naumer
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14
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