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Bereit wie nie! - Die Novum

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Die einzige von Studenten produzierte Lokalzeitung Deutschlands
Jeden Mittwoch für Mittweida
12. Ausgabe 12. Jahr
4. Juni 2014
Go home, you´re drunk
Großes Spiel
Gut tanzen
Es war die größte Überraschung bei der Europawahl: Die AfD zieht mit 7% ins Europarlament ein. – Seite 2
Unsere Sportredaktion fiebert der Fußball
Weltmeisterschaft in Brasilien entgegen. Und:
Fakten und Kurioses zur WM. – Seite 6
Freunde schnappen, Zelt einpacken und los
geht’s auf unzählige Festivals, die auf tanzwütige Besucherstürme warten. – Seite 12
Gruppe E
Gruppe F
Gruppe G
Gruppe H
:
Schweiz - Ecuador
:
Argentin. - Bosnien-H.
:
Deutschl. - Portugal
:
Belgien - Algerien
:
:
Frankreich - Honduras
:
Iran - Nigeria
:
Ghana - USA
:
Russland - Südkorea
:
:
Schweiz - Frankreich
:
:
Deutschl. - Ghana
:
Belgien - Russland
:
Argentin. - Iran
:
Honduras - Ecuador
:
Nigeria - Bosnien-H.
:
USA - Portugal
:
Südkorea - Algerien
:
:
Honduras - Schweiz
:
Nigeria - Argentinien
:
USA - Deutschl.
:
Südkorea - Belgien
:
:
Ecuador - Frankreich
:
Bosnien-H. - Iran
Achtelfinale
:
-
:
Portugal - Ghana
Achtelfinale
:
-
Algerien - Russland
:
-
:
Achtelfinale
Achtelfinale
Viertelfinale
-
:
-
:
:
Viertelfinale
:
-
:
Halbfinale
:
Mar
kus
Wa
lter
Finale
-
:
Bereit wie nie!
In gut einer Woche beginnt in São Paulo die Fußball-Weltmeisterschaft – wir werfen
einen Blick voraus
Lesen Sie mehr auf Seite 6
2
DIE NOVUM
Politik und Wirtschaft
4. Juni 2014
Apfel mit Druckstellen
Apple kauft für drei Mrd. Dollar den Streamingdienst Beats Music
ach mehreren Wochen der Spekulation ist klar, in welchem Takt
die Buschtrommel schlägt: Es handelt
sich um Apple-Beats. Vergangene Woche bestätigte Apple den Kauf des
Kopfhörer-Herstellers Beats Electronics. Mit drei Milliarden Dollar ist es
die teuerste Übernahme in der Geschichte des kalifornischen Unternehmens – mehr noch: Es ist der erste tatsächliche Marken-Zukauf von Apple.
In der Regel investiert das Unternehmen Beträge im dreistelligen Millionenbereich für Technologien, nicht
Marken. Im Mittelpunkt des Geschäfts
stehen trotzdem nicht die großen, wegen ihrer Basslastigkeit kritisierten
Kopfhörer, mit denen es den Löwenanteil seiner Umsätze bestreitet. Vielmehr
geht es um den damit verbundenen
Musik-Streamingdienst Beats Music
und dessen Gründer: den Rapper und
Hip-Hop-Produzenten Andre Young
alias Dr. Dre und den Produzenten
Jimmy Iovine – ein Freund des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Der
61-Jährige Jimmy Iovine geht seit über
zehn Jahren bei Apple ein und aus und
half Steve Jobs maßgeblich beim
Launch des iTunes-Store, einst Apples
Zugpferd und heute Sorgenkind des
Unternehmens, nachdem man den
Trend zum Musikstream verschlafen
hatte. Sobald die amerikanischen Regulierungsbehörden dem Übernahme-
Hendrik Gutmann
N
Mit Beats Music will Apple die Verfolgungsjagd auf die Streaming-Konkurrenz eröffnen.
plan zugestimmt haben, sollen die
Beats-Gründer ins Apple-Topmanagement wechseln. Im Grunde erweitert
Apple für 2,6 Milliarden Dollar Bares
und 400 Millionen Dollar in Aktien
sein Sortiment und holt zudem zwei
einflussreiche Figuren der Musik-Branche nach Cupertino.
Ein wichtiger Schritt für Apple. Denn
in den USA wuchsen im Jahr 2013
Abo-Streamingdienste, bei denen Video- und Audiodateien gegen einen
monatlichen Betrag gleichzeitig übertragen und abgespielt werden, um fast
40 Prozent.
Laut Amerikanischem Verband der
Musikindustrie (RIAA) verliert das
Download-Segment, in dem Apple tief
verwurzelt ist, dagegen langsam an
Fahrt. Eduardo H. Cue, Vizepräsident
von Apple, erläuterte während einer
Konferenz, dass die Zahl an iTunesNeuerscheinungen so niedrig wie nie
zuvor sei und die Titel-Verkäufe über
zu stagnieren begännen. Die bisherigen Versuche sich auf den Wandel einzustellen waren erfolglos. Weder mit
iTunes Radio, noch mit iTunes Match
konnte Apple punkten. Beide Dienste
basieren im Grunde auf Apples bisherigem Geschäftsmodell, die Lieder zuvor
über iTunes erworben zu haben. Die
Beats-Übernahme ist strategisch wichtig, weil der Vormarsch der Streamingdienste den Wandel des Musikgeschäfts vollenden würde, der schon mit
Internet-Downloads begonnen hätte,
so Jimmy Iovine zur Entwicklung des
Marktes.
Im Vergleich zu den 800 Millionen
iTunes-Kunden, kommt Beats Music
mit 110.000 zahlenden Abonnenten
im ersten Quartal 2014 noch recht unspektakulär daher. Doch Geschäftsführer Tim Cook ist überzeugt, dass Apple
einen Abonnement-Dienst bekäme,
der im Gegensatz zur Konkurrenz das
Abo-Modell verstanden habe. Ob er
aber Anbieter wie Spotify, mit derzeit
rund 10 Millionen zahlenden Kunden
und 30 Millionen Gratis-Nutzern, einholen oder gar hinter sich lassen kann,
wird von Experten bezweifelt. Tim
Cook jedenfalls gibt sich zuversichtlich: „Es geht nicht darum, was Apple
und Beats heute können, sondern darum, was wir beide zusammen in der
Zukunft hervorbringen können.“
Erik Lindner
7 % Heiße Luft
Ein Kommentar von Alana Di Filippo
R
echtspopulismus ahoi: die AfD
zieht mit 7% ins Europarlament
ein und schickt jetzt sieben ihrer
Hartwährungsfetischisten
nach
Strasburg. Es war die größte Überraschung bei der Europawahl – die
AfD, auch bekannt als „Alternative
für Deutschland“. Da man die ganze
Zeit die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss, fällt es wirklich nicht leicht, irgendetwas über
diese Partei zu schreiben. Denn die
AfD ist keine Gruppe aus Computerfreaks und Nerds (Achtung: Anspielung auf die Piraten, die bei der
Wahl übrigens ganz schön über die
Planke gegangen sind), stattdessen
wird ihr vorgeworfen, rechtspopulistisch und antieuropäisch zu sein.
Trotzdem - oder deshalb? - erzielte
sie bei ihrer ersten Europawahl einen
spontanen Erfolg. Und das als Partei,
deren politischer Standpunkt bist
heute unklar ist.
Bernd Lucke, Gründer der AfD, bezeichnet seine Partei als „Volkspartei
des gesunden Menschenverstands“.
Seine Slogans sagen allerdings nur: Wir
sind klug, alle anderen sind doof. Das
ist keine politische Haltung, sondern
Besserwisser-Attitüde. Tatsache: Die
AfD provoziert gerne. Da die Partei
Themen anspricht, die von den etablierten Parteien schlicht verschwiegen
werden, füllt sie so eine Lücke aus, die
viele Wähler anspricht. Mit Wahlplakaten wie „Griechen leiden, Deutsche
zahlen, Banken kassieren“ trifft sie zwar
den wunden Punkt, sagt aber nicht,
wie es denn anders gehen könnte.
Allerdings fährt die Partei damit gut:
Die Euro-Kritiker gehören zu den Gewinnern der Europawahl. Das ist
beunruhigend. Dass es jedoch die AfD
ins Europaparlament geschafft hat, ist
schlichtweg dämlich. Bekannt wurde
die bisher als eine Ein-Themen-Partei,
die sich vor allem gegen den Euro einsetzte. Mittlerweile scheint dieses Thema aber ausgelutscht zu sein und man
erweitert das Wahlprogramm. Man besinnt sich auf christliche Werte und ist
jetzt auch gegen Schwule, Moscheen
und selbstverständlich Feminismus.
Toll. Die Jugendorganisation der Afd,
die Junge Alternative für Deutschland,
kurz: JA, erregte mit Aktionen, auf denen Parteimitglieder Schilder mit
Sprüchen wie: „Ich bin keine Feministin, weil jede Frau selbst entscheiden
kann, ob sie Hausfrau wird“ (oder
Kommas setzt) erhebliche Aufmerksamkeit. Allgemein scheint bei der AfD
der Skandal zum Dauerzustand geworden zu sein. Zuletzt sorgte Giovanni di
Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, für
Aufregung: Er hatte kurz nach der Europawahl bei Günter Jauch ausgeplaudert, dass er zweimal gewählt habe.
Einmal mit seinem italienischen Pass
und einmal mit seinem deutschen. Das
hätte er nicht gedurft - obwohl er das
vier Tage vorher in seiner eigenen Zeitung hätte nachlesen können. Damit
hat di Lorenzo sich strafbar gemacht und wurde auch prompt vom Landesverband Sachsen der Alternative für
Deutschland angezeigt. Was folgte, war
ein Shitstorm auf Facebook – ausgelöst von Wählern der AfD, die dahinter einen perfiden Verschwörungsplan erkannt haben. Obwohl nicht
ganz klar wird, wie eine Zweitstimme
in einem anderen Land der AfD
schaden soll, haben die FacebookRambos keinen Zweifel, dass es sich
um Betrug handelt. Spitzenkandidat
Hans-Olaf Henkel, als Sturkopf bekannt, sieht sich und seine AfD getäuscht und hat bereits angekündigt,
die Wahl anfechten zu wollen: Ohne
die doppelte Stimmenabgabe hätte
seine Partei doppelt soviele Plätze im
Parlament. Da in Deutschland 20%
der Einwohner einen Migrationshintergrund habe und somit einen Doppelpass (von denen sicher niemand
für die AfD gestimmt hätte) sei die
Wahl ungültig. Henkel kündigte an,
die Wahl auch auf die Gefahr einer
Wiederholung hin anfechten zu wollen - selbst wenn die AfD für ihren
Täuschungsvorwurf einen Denkzettel bekommen sollte.
Hintergrund
DIE NOVUM
3
Simon Grübler
4. Juni 2014
„Sie wollten unsere Persönlichkeit brechen“
Ein Gang durch das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck
E
in rostiges Tor. Die Mauern blicken drohend von oben herab.
Ein kalter Wind kommt auf und beißt
ins Gesicht, als wolle er sagen: „Verschwinde von diesem Ort!“ Die wenigen wärmenden Sonnenstrahlen werden beim Betreten des Gebäudes draußen zurückgelassen. Hier drinnen in
den schaurigen Gängen herrscht nur
Kälte und Stille. Überall graue Wände,
Metallgitter und schwere Eisentüren –
eine kalte und erbarmungslose Welt:
Burg Hoheneck.
Von 1950 bis 1989 mussten Insassinnen hier unter unmenschlichen Lebensbedingungen hausen. Frauen, ungeachtet der Schwere ihrer Taten, wurden gleich behandelt. Mörderinnen
wurden die gleichen Strafen zuteil wie
Frauen, die einfach nur in Freiheit leben wollten. Für die politischen Gefangenen – die es offiziell in der DDR
nie gab – war es besonders schwer mit
den Gewalttäterinnen gleichgestellt zu
werden.
Willkür an der Tagesordnung
Alle wurden von den Wärterinnen gepeinigt und verloren ihr Menschenrecht. Willkür, Erniedrigungen und
Gewalt waren an der Tagesordnung.
Dazu zählen die Körperrazzien, bei denen sich die Frauen splitternackt ausziehen und durchsuchen lassen mussten. Die Härte der Haftbedingungen
zeigt sich auch in den engen Zellen.
Dort zieht sich der Schimmel durch
den ganzen Raum. Das schmale, harte
Bett an der Wand – fast schon Luxus
für die zeitweise 1600 inhaftierten
Menschen, auf die gerade mal auf 600
Haftplätze kamen. Viele Frauen schlie-
fen nur auf strohbedecktem Boden
und erkrankten extrem schnell.
„Die Stimmung war immer unterschwellig aggressiv“, schreibt Helga
Müller im Buch „Der Dunkle Ort“.
Sie wurde 1964 unter anderem wegen
„Verleitung zum illegalen Verlassen der
DDR“ in Hoheneck eingeliefert. Heute lebt sie in Berlin-Wannsee. Die Gewalt ging nicht nur von den Wärterinnen aus. Auch zwischen den Häftlingen war körperliche und seelische Gewalt an der Tagesordnung. Viele Gefangene stumpften ab, entfernten sich
immer mehr von der Welt da draußen.
Nie gab es etwas Schönes zu sehen.
Der Blick durch eine zerbrochene
Fensterscheibe fällt auf den tristen Innenhof. Morgensport und Ausgangszeit waren die wenigen Momente unter freiem Himmel. Wer draußen gegen die Regeln verstieß, wurde in die
Arrestzelle geworfen. Dabei genügte
bereits ein schiefer Blick zu einer der
Wärterinnen. Die Arrestzelle war isoliert von den anderen Räumen und
kein Licht drang von außen hinein.
Schlug die stählerne Tür zu, war man
allein, mit den Spinnen, den Kellerasseln und der Dunkelheit.
Maden im Essen
Suppe aus Möhren und Kartoffelschalen war eine gängige Mahlzeit. Diese
katastrophal vitaminlose Kost führte
zu starker Unterernährung. Oft waren
Maden im Essen. Wer trotz Arrest als
rebellisch galt, wurde mit Medikamenten ruhig gestellt. Einzelgängerinnen
hatten es schwer, denn Gemeinschaft
bedeutete in Hoheneck viel. Denn so
konnten sich die Frauen untereinander
austauschen und sich gegenseitig ermutigen, die schlimmen Haftbedingungen zu überstehen. Jene, die in der
Arrestzelle saßen und von draußen ein
„Halte durch“ hörten, schöpften wieder neuen Mut im Wissen, dass die anderen an sie dachten. Auch Eva Aust,
die 1975 wegen „Vorbereitung zu unerlaubtem Grenzübertritt“ in Hoheneck inhaftiert war, schätzte die Anwesenheit von Leidensgenossinnen: „Wir
haben viele Gespräche geführt und
uns gegenseitig gestärkt.“
Gruppen schlossen sich vor allem in
den Gemeinschaftsunterkünften zusammen, die immer heillos überfüllt
waren. Eine Etage über den Schlafräumen wartete die Arbeit.
Billige Arbeitskräfte
In dem großen Saal standen Werktische mit Nähmaschinen an denen die
Frauen im Drei-Schichten-System
schuften mussten. Die Nachtschicht
war am schlimmsten, da tagsüber ruhiges Schlafen fast unmöglich war. Die
als billige Arbeitskraft eingesetzten Insassinnen fertigten unter anderem
Bettwäsche und Strumpfhosen, die
nach Westdeutschland verkauft wurden.
Es geht die Treppe runter. Immer weiter nach unten. Im Keller ist die Kälte
noch beißender und die Feuchtigkeit
zieht sich durch den Raum. Eine Tür
steht offen. Hier ist die berüchtigte
Wasserzelle. Die eingesperrten Frauen
standen für die Zeit des Arrests im eiskalten Wasser, konnten sich weder
hinsetzen noch abstützen. Die Wasserzelle war eine der schlimmsten Strafen.
„Sie wollten unsere Persönlichkeit bre-
chen“, sagt Petra Koch, die wegen eines Fluchtversuches aus der DDR inhaftiert war.
Am Ende des Gewölbes schimmert
Licht. Der Weg führt ins Freie. Die
Kälte in der Burg lassend, strahlen
wieder die warmen Sonnenstrahlen
auf die Haut. Raus aus der Anstalt und
zurück im Leben. Was heute ein leichtes ist, war für die Entlassenen meist
ein steiniger Weg.
Ereignisse wurden nie vergessen
Viele kamen nicht mehr mit dem Leben in Freiheit zurecht. Zu schwer lagen die Erlebnisse der Haft auf der Seele. Ehen zerbrachen und die Folgen der
Haft blieben noch jahrelang gegenwärtig. Schlafstörungen, körperliche Gebrechen, oder psychische Belastung –
die Ereignisse auf Burg Hoheneck
konnten nur selten verdrängt und niemals vergessen werden. Und so waren
viele frei und doch gefangen. Einige
ehemalige Insassinnen engagieren sich
heute im „Frauenkreis der ehemaligen
Hoheneckerinnen“ und als Zeitzeugen,
um die Erlebnisse für die folgenden Generationen zu dokumentieren. 2001
wurde Hoheneck endgültig geschlossen
und ein Jahr später an den saarländischen Unternehmer Bernhard Freiberger verkauft. Eine Umgestaltung in einen Freizeit- und Erholungskomplex,
scheiterte am massiven Protest der Opfer und Bürger. Heute kann Burg Hoheneck auf Anfrage besichtigt werden.
Der Förderverein “Gedenkstätte Stollberg – Frauenhaftanstalt Hoheneck” möchte dort eine Gedenkstätte für
die Opfer der DDR-Diktatur errichten.
Simon Grübler
4
Lokales
DIE NOVUM
4. Juni 2014
Graswurzeln zum Abendessen
Mittweida zur Zeit des NS-Regimes
koll der Ratssitzung heißt es daraufhin: „Die hiesigen Juden sind aus der
Stadt entfernt worden“.
Im März des gleichen Jahres marschiert die Wehrmacht in Österreich
ein. Dieses Ereignis soll von den Bürgern in Österreich und Deutschland
„demokratisch legitimiert werden“. Im
Mittweidaer Tageblatt wird am 9.
April 1938 ein Aufruf von Bürgermeister Vogel gedruckt, in der es heißt:
„Morgen wird das ganze Deutsche
Volk an die Wahlurne treten, um der
Welt zu beweisen, daß diese geschichtliche Tat von ihm gebilligt wird. Die
Einwohnerschaft unserer Stadt Mittweida steht zu Adolf Hitler und wird
sich mit einem freudigem Ja zu ihm
bekennen.“ In Mittweida stimmen
97,2% mit Ja, im gesamten Deutschland 99,016%, in Österreich sogar
99,75%. Auf dem Mittweidaer Markt
„Bei jedem Widerstand von der Waffe Gebrauch machen“ - Die Polizei unterm Hakenkreuz
Bürge rmeisterwahlen und keine Wahl
von kommunalen Gremien mehr –
diese besetzt die NSDAP selbst. Kommunale Aufgaben wie Straßenbau und
Kultur unterliegen somit der Partei.
Judenboykott in Mittweida
Als Hitler und Hindenburg am 25.
April 1933 die Ehrenbürgerschaft erhalten, ist der Judenboykott in Mittweida schon in vollem Gange. Fotos
aus diesem Jahr dokumentieren Hassparolen an jüdischen Geschäften; SAPosten in Uniform bewachen die Eingänge, erzwingen so den Boykott – so
zum Beispiel auch auf der Freibergerstraße 1 vor dem Lederwarengeschäft
Halpern: „Hier kauft kein anständiger
Deutscher!“ steht groß auf einem
Schild vor dem Geschäft geschrieben
(Bild rechts). Wer Jude ist oder noch
mit Juden zu tun hat, muss damit
rechnen ins „Schutzhaftlager“ Sachsenburg gebracht oder des Landes verwiesen zu werden. Im November 1938
müssen drei Juden das Technikum, das
zu der Zeit schon in Ingenieurschule
umbenannt war, verlassen. Im Proto-
wird dieser Triumph mit einer riesigen
Tafel kundgetan. „Ein Volk, Ein
Reich, Ein Führer, Ein Ja“ ist darauf zu
lesen, in einer Karte, die Österreich
bereits zum Deutschen Reich zählt.
Am 1. September 1939 beginnt der II.
Weltkrieg. In Mittweida sind schon
seit August Lebensmittel nicht mehr
frei erhältlich. Brot, Eier, Käse, Milch,
Zucker sind rationiert. Andere Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Geflügel, Fisch dürfen noch frei angeboten
werden. Später nehmen Ernährungsämter die Rationierungen vor. Die Zivilbevölkerung erhält Lebensmittel
mit 2570 kcal pro Tag. Nur Schwerstarbeiter, Schwangere, stillende Frauen,
Kinder und Kranke erhalten mehr.
KZ-Außenstelle in
der Feldstraße
1943 verlegt die Berliner Firma C. Lorenz AG ihre kriegswichtige Produktion nach Mittweida. Im Buch „Zur Geschichte der Stadt Mittweida“ heißt es:
„Mittweida ist offensichtlich kein strategisches Ziel der alliierten Luftwaffenverbände, das dürfte ein Grund da-
Stadtarchiv Mittweida
Beginn des Krieges
Stadtarchiv MIttweida
niformierte ziehen durch die
dunklen Straßen, im Gleichschritt. Sie halten Fackeln, die Straßen
und Gesichter beleuchten – Mittweida
am 1. Februar 1933: SA, SS und Stahlhelm feiern einen entscheidenden
Umbruch in der deutschen Geschichte
– die Machtübernahme Adolf Hitlers.
Kaum einen Monat nach dem Fackelzug sind elf Mittweidaer in Schutzhaft.
Im Mittweidaer Tageblatt vom 11.
März 1933 steht die „Verfügung des
Rates zur Aufrechterhaltung von Ruhe
und Ordnung!“ Darin wird den Bürgern der Stadt verboten, sich in der
Öffentlichkeit zu versammeln. „Die
Polizei ist angewiesen, bei jedem Widerstand von der Waffe Gebrauch zu
machen“, wird in Artikel 7 gedroht.
Nur eine von vielen Einschränkungen,
die noch folgen sollten. In Mittweida
geht die Gleichschaltung durch die
NSDAP schnell vonstatten. Bereits im
Mai 1933 sind nur noch Nationalsozialisten im Stadtrat, es gibt es keine
Triumphtafel auf dem Mittweidaer Markt nach dem Anschluss Österreichs.
für gewesen sein.“ Die Produktion von
Kriegsmaterial war durch die Bombardierungen gefährdet. Deshalb produzierte die Firma in den Räumen der
Baumwollspinnerei Mittweida Kunststoffteile und Eisenpulverkerne für
Spulen. 1944 werden 500 sogenannte
„Ostarbeiterinnen“ in die Außenstelle
des KZ Flossenbürg nach Mittweida
gebracht. Damit wird Mittweida in ein
System aus vielen Außenstellen des
Konzentrationslagers Flossenbürg integriert. Die Frauen kommen aus
Auschwitz, haben größtenteils schon
jahrelange
Gefangenschaft
oder
Zwangsarbeit hinter sich. Es sind vor
allem russische und ukrainische Frauen, aber auch aus Polen, Italien, Slowenien und Deutschland. Im Schnitt
sind sie ungefähr 20 Jahre alt. Der erste Arbeitstag der Zwangsarbeiterinnen
beginnt am 13. Oktober 1944. Bis
Jahresende sind nur noch 460 der 500
Frauen in den Listen verzeichnet.
Mangelnde Ernährung, Krankheiten
und wenig ärztliche Versorgung fordern ihre Opfer, einige Frauen werden
versetzt. Im Buch „Zwangsarbeiter in
Mittweida“ wird Jozefa B., eine junge
Slowenin zitiert, die sich an das Essen
im Lager erinnert: „Frühstück und
Jause bekamen wir nicht. Mittags
empfingen wir jeden Tag je ½ Liter
Gemüsesuppe, abends erhielten wir
100 Gramm Brot mit Margarine. Weil
es zu wenig war, haben wir im Lager
Gras gesammelt, und als es das nicht
mehr gab, haben wir aus der Erde
Graswurzeln ausgegraben.“ Wenn einer der SS-Männer vorbeigelaufen sei,
hätte er sie mit der Gummipeitsche geschlagen. Die Frauen arbeiten zwei
Schichten zu je zwölf Stunden am Tag,
wohnen in zwei kaum beheizten Baracken in der Nähe des Lagers, das mit
Stacheldraht umzäunt ist. Kriegsgefangene schuften außerdem in der Weidenmüller AG, einer Papierfabrik in
Schönborn-Dreiwerden. Misshandlungen, Todesfälle, wenig Nahrung
und Typhuserkrankungen im Lager
sind hier keiner Seltenheit. Erst mit
der Einrichtung einer werkseigenen
Kriegsgefangenenküche, wahrscheinlich zur Erhaltung der Arbeitskraft,
weniger aus Mitleid, verbesserte sich
die Lage.
Bombenangriff
Insgesamt waren laut Bürgermeister
Vogel Ende 1944 insgesamt 1584 Ausländer gemeldet, davon 556 Ostarbeiter, 234 Franzosen, 232 Belgier, 123
Polen, die, wie Mittweida überhaupt,
nicht gänzlich von Fliegerbomben verschont blieben. In der Nacht vom 4.
zum 5. März 1945 werden 50 Wohnhäuser getroffen, der Altmittweidaer
Kirchturm wird durch mehrere Treffer
beschädigt. Vier Menschen sind tot,
darunter ein Kind. Am 8. Mai teilt Dr.
Huth, der wegen seiner politischen
Unbefangenheit vom amerikanischen
Militärkommandant zum kommissarischen Bürgermeister eingesetzt wurde,
mit: „Die Stadt steht unter amerikanischer, nicht russischer Besatzung und
hat zur Zeit einen amerikanischen
Kommandanten.“ Dies ändert sich als
am 14. Mai die Rote Armee die Stadt
besetzt. Am 16. Mai erhält Mittweida
einen sowjetischen Kommandeur. Bis
1943 waren 199 Einwohner der Stadt
im Krieg gefallen. Nach diesem Zeitpunkt wurden nur noch Todesanzeigen gesammelt, darum gibt es bis heute keine genauen Zahlen der Gefallenen aus Mittweida.
Claudia Metzner
Stadtarchiv MIttweida
U
Jüdisches Geschäft auf der Freiberger Straße 1.
Lokales
4. Juni 2014
DIE NOVUM
5
Bademeister mit Leidenschaft
Die Novum im Gespräch mit Herrn Fucik
b bei einem Krampf im Bein, einem Sturz am Beckenrand oder
einem verirrten Dreijährigen – dank
René Fuciks geübtem Blick kann in
Mittweidas Freibad jeder mit rascher
Hilfe rechnen. Herr Fucik ist nämlich
Schwimmmeister. Die Internetseite seines Berufsverbandes verrät, was alles
dazu gehört, nämlich „Fach- und Führungsaufgaben im Bäderwesen, er leitet
und überwacht den Badebetrieb und
kontrolliert und wartet sämtliche technische Anlagen des Schwimmbades“.
Begonnen hat René Fucik als Fachangestellter für Bäderbetriebe. Dann absolvierte er im Jahr 2000 den Meister.
„Das hat sich eher durch glückliche
Zufälle so ergeben“, so Fucik. Dabei
kam viel Theorie dazu, die sich hauptsächlich mit der Ausbildung von Lehrlingen befasste. Den Abschluss als
Meister für Badebetriebe zu machen
war zugleich der schönste Moment in
seiner Laufbahn, gefolgt von der Neueröffnung des Freibades im Jahr 2011.
So richtig schlimme Erlebnisse gab es
eigentlich nicht, meint er. „Das ist alles
Max Glück
O
Hier wacht der Bademeister mit geübten Blick, um Gefahren abzuwenden.
regelbar“, so hat er die Erfahrung gemacht.
Für die Gäste des Bades unter offenem
Himmel ist das Wetter oftmals entscheidend. Für die Angestellten jedoch
nicht, denn die Türen des Bades haben
täglich geöffnet. Ob es regnet oder
stürmt, den Mitarbeitern macht das
hier nichts aus. So auch den vielen
Dauerschwimmern, welche regelmäßig
erscheinen, um ihre Bahnen zu ziehen.
„Sie sind gern gesehene Gäste, mit denen man gerne mal quatscht“, erzählt
der Meister. Um beim Schwimmen etwas Abwechslung zu bekommen,
könnte man sicher auch mal die Gewässer der Torfgrube oder Talsperre benutzen. Ob See oder Freibad, ist typabhängig, sagt Fucik. Die einen lieben die
Natur, den anderen sei die Hygiene
wichtig. Vom Aspekt der Gesundheit
geht René Fucik eher ins Freibad. „Mir
ist lieber, wenn ich sehe, wo ich hinschwimme. Man weiß nicht, ob zum
Beispiel Scherben im Schlamm liegen
könnten.“
Wenn es im Spätsommer langsam kühler wird, bleibt ab Oktober das Freibad
für die Gäste geschlossen. Was machen
dann die Mitarbeiter? Müssten sie sich
in der saisonfreien Zeit vielleicht sogar
eine zweite Beschäftigung suchen?
Nein, denn erstmal gibt es allerhand zu
tun. Die Anlagen müssen winterfest gemacht werden, das heißt, alles muss abgebaut werden, was wegfrieren kann.
Dann ist es Zeit für anliegende Reparaturarbeiten im Freibadbereich. Und
wenn das alles erledigt ist, kann das
Team auch mal Urlaub nehmen und
Überstunden abbauen. Danach kehrt
der Frühling ein und mit ihm die neue
Saison. Für diesen Sommer sagt Fucik
ein abwechslungsreiches Wetter voraus.
„Ein paar schöne Tage, ein bisschen Regen und dann wieder freundliche Tage.
Also schön durchwachsen“, so der Bademeister vom Freibad Mittweida.
Ulrike Dorn
I
n Hainichen geht Mittelsachsens angeblich größte Jugendparty in die elfte Runde. An den Ufern der Kleinen
Striegis steigt „Krach am Bach“, der Jugendclub Berthelsdorf veranstaltet dort
ein fast schon traditionelles Event zum
Pfingstsonntag. In diesem Jahr steht alles unter dem Motto „Circus“. Die Manege setzt sich dabei aus drei Festzelten
und einer Live-Bühne zusammen. Dabei sorgen unter anderen DJ Dirk Duske aus Chemnitz, DJ Matsch oder die
Coverband Crubbits für die nötige musikalische Unterhaltung. Die Tanzgruppe Choquayas aus Chemnitz und einige
Akrobatinnen sollen das Programm in
der Manege abrunden. Tänzerinnen aus
Chemnitz und Partner Akrobatinnen
aus Leipzig sollen das Programm in der
Manege abrunden. Für den Weg zwischen dem Parkplatz und dem Festgelände wurde extra ein Shuttleservice organisiert. Der Kartenvorverkauf für das
Groß-event läuft in Kooperation mit
Mirko Mothes
Halligalli an der Kleinen Striegis
Jugend-Event geht in die 11. Runde.
der Volksbank Mittweida. Noch bis
Heute sind in den Filialen Mittweida,
Hainichen, Frankenberg, Geringswalde, Rochlitz, Waldheim, Erlau, Lunzenau und Penig die Eintrittsbändchen
zum Vorverkaufspreis von sieben Euro
zu bekommen. Am Pfingstsonntag wird
es aber auch eine Abendkasse geben.
Weitere Informationen sind auf der
Website www.jc-b.de oder auf der Facebook-Seite des Jugendclubs zu finden.
Eric Klapper
Lebendiger Fürstenzug und Drachenshow
ie Vorbereitungen für den Fürstentag zu Rochlitz und Seelitz laufen bereits auf Hochtouren. Nach vier
Jahren findet dieser nun am 14. und 15.
Juni statt. 2013 ist er wegen des Hochwassers sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Dafür wird das Mittelalterspektakel
dieses Jahr umso feierlicher nachgeholt.
An beiden Tagen erwartet die Gäste ein
vielfältiges Programm. Schauplatz für
das Spektakel wird die Rochlitzer Innenstadt und in Seelitz das Reitgelände
sein. Es werden wie in den letzten Jahren um die 13.000 Mittelalterfans erwartet. In diesem Jahr dreht sich das
ganze Programm besonders um den
Zeitraum zwischen den Jahren 1300
und 1500. Passend dazu werden die
Website Stadt Rochlitz
D
Fürstenzug zum Fürstentag.
Bürger der Region als Akteure in das
Fest eingebunden: Sei es durch mittelalterliche Gewänder oder durch Wimpel,
Fahnen und Girlanden an den Häusern
– der Fürstenzug ist ein Fest von Bürgern für Bürger.
Die Eröffnung des Fürstentages findet
13 Uhr, mit dem Einzug der edlen Damen und Herren auf der Bühne am
Marktplatz statt. Eine zweite Bühne
steht am Rathaus. Auf dieser werden
u.a. Auftritte von Musikschulen und
Theateraufführungen dargeboten. Zu
den Highlights zählen am Samstag
Abend 20 Uhr in Seelitz der Auftritt der
„Simon & Garfunkel-Revivalband“ sowie die Fangdorn-Drachenshow. Fangdorn ist ein uralter Drache aus der Vorzeit der Menschen, er wird den Besuchern tagsüber und auch am Abend einheizen.
Am Sonntag wird gegen 13 Uhr in
Rochlitz und gegen 14 Uhr in Seelitz
der „lebendige Fürstenzug“ aus Dresden
erwartet. Von Konrad dem Großen bis
hin zu König Georg präsentieren sich in
diesem die sächsischen Herrschaften.
Der Umzug verläuft vom Stern-Gewerbepark über den Rochlitzer Marktplatz,
über die Hauptstraße und ClemensPfau-Platz bis schließlich nach Seelitz.
Doreen Glück, Veranstaltungsmanagerin des Fürstentages ist zuversichtlich:
„Wir warten nun nur noch auf das Ereignis um unsere Vorbereitungen in die
Tat umsetzen zu können.“
Der Eintritt kostet für einen Tag fünf
Euro und für das ganze Wochenende
acht Euro. Kinder und Jugendliche bis
16 Jahre haben unter Vorlage ihres
Schülerausweises freien Zugang zum
Festgelände.
Antje Pohl
6
Sport
DIE NOVUM
4. Juni 2014
54, 74, 90, 2014? Wer holt den Titel in Brasilien?
Die Sportredaktion der Novum tippt die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft
»Der Titel bleibt an der Copa Cabana«
Florians Tipp: Brasilien
Im eigenen Lande haben die Brasilianer gute Chancen. Nachdem sie letztes Jahr schon souverän den Confederations-Cup
gewinnen konnten, werden sie, zwölf Jahre nach ihrem letzten
WM-Titel, wohl dieses Jahr wieder Weltmeister. Der Zenit der
spanischen Mannschaft ist inzwischen überschritten und dem
deutschen Team um Jogi Löw traue ich dieses Jahr leider auch
nicht den Titel zu. Für die Brasilianer sprechen vor allem die
gute Form und der Heimvorteil.
»Ave (di) Maria!«
»...dem guten
Tänzer sind manchmal die Eier im
Weg«
Philipps Tipp: Uruguay
Mit Uruguay rechnen im Vorfeld des
Turnieres nur wenige. Dabei haben sie
mit Luis Suarez vom FC Liverpool
und Edison Cavani von Paris Saint
Germain eine enorm starke Offensivabteilung. 1950 gelang ihnen der
zweite Erfolg ihrer WM-Geschichte –
ausgerechnet in Brasilien. Der deutschen Nationalmannschaft traue ich
im Moment noch nicht viel zu. Noch
fehlt der Feinschliff, der Charakter
und der unbedingte Siegeswille. Leitwölfe wie Kahn, Effenberg oder Lothar Matthäus gibt es nicht mehr, was
schade ist, aber durch die unglaublich
gute spielerische Qualität der „Jungen
Wilden“ kompensiert werden kann.
Ich wünsche mir natürlich den Titel
für Deutschland, aber wenn ich Spiele, wie zuletzt gegen Kamerun sehe,
dann fällt mir immer ein altes Sprichwort ein: „dem guten Tänzer sind
manchmal die Eier im Weg“ – Es
bleibt also abzuwarten ob Poldi und
Co. auch Samba können.
Max‘ Tipp: Argentinien
Argentinien könnte seit Mexiko
1986 wieder Weltmeister werden.
Ein überragender Angel di Maria
und Lionel Messi bilden das
Prunkstück der Albiceleste. Sie
werden von Aguero, Lavezzi und
Higuain unterstützt – die vielleicht beste Offensive des gesamten Turniers. Aus dem defensiven
Mittelfeld agiert mit Mascherano
der beste Akteur des FC Barcelona
in dieser Saison. Jedoch sollten die
Augen auch auf England gerichtet
sein. Auch die belgische Elf muss
man beim Kampf um den Titel
mit auf dem Zettel haben. Jedoch
fehlt es hier an der Breite im Kader, was auf Dauer des Turniers
entscheidend sein kann. Gastgeber
Brasilien, sowie Spanien und Italien sind natürlich immer für einen Titel gut. Deutschland traue
ich allenfalls das Viertelfinale zu.
Markus Walter
»...wie man als Underdog
den Titel holt.«
Christophs Tipp: Belgien
Ich glaube, dass ein Außenseiter den Pokal gewinnen wird.
Bei Belgien kommt alles zusammen – mit Russland, Südkorea und Algerien eine relativ leichte Auslosung, junge Topstars, wie Eden Hazard von Chelsea London oder Kevin De Bruyne und eine
harmonierende Mannschaft. Die Griechen haben bei der Europameisterschaft 2004 gezeigt, wie man als Underdog den Titel holt. Vier K.o.- Spiele – da ist oft die Tagesform entscheidend, warum sollte Belgien es also nicht packen? Deutschland scheitert mal wieder am
eigenen Trainer, die BILD darf den kompletten Sommer die Fehler erzählen und den
neuen Bundestrainer fordern.
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Brasilien - Mexiko
Kamerun - Kroatien
Kamerun - Brasilien
Kroatien - Mexiko
-
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Mexiko - Kamerun
Achtelfinale
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Brasilien - Kroatien
Gruppe A
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Niederlande - Chile
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Australien - Spanien
Achtelfinale
:
Spanien - Chile
Viertelfinale
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:
Australien - Niederlande :
Chile - Australien
Spanien - Niederlande :
Gruppe B
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Finale
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Achtelfinale
Ecuador - Frankreich
Honduras - Schweiz
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Viertelfinale
:
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Achtelfinale
Bosnien-H. - Iran
Nigeria - Argentinien
Nigeria - Bosnien-H.
Argentin. - Iran
Iran - Nigeria
Argentin. - Bosnien-H.
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Gruppe G
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Achtelfinale
Portugal - Ghana
USA - Deutschl.
USA - Portugal
Deutschl. - Ghana
Ghana - USA
Deutschl. - Portugal
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:
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:
:
Honduras - Ecuador
Schweiz - Frankreich
Frankreich - Honduras
Schweiz - Ecuador
Gruppe F
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Viertelfinale
-
Achtelfinale
Costa Rica - England
Italien - Uruguay
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:
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Gruppe E
Halbfinale
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:
Italien - Costa Rica
Uruguay - England
England - Italien
Uruguay - Costa Rica
Gruppe D
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Viertelfinale
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Achtelfinale
Algerien - Russland
Südkorea - Belgien
Südkorea - Algerien
Belgien - Russland
Russland - Südkorea
Belgien - Algerien
Gruppe H
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Sport
Halbfinale
-
Achtelfinale
Griechenl.- Elfenbeink.
Japan - Kolumbien
Japan - Griechenland :
Kolumbien - Elfenbeink.
Elfenbeink. - Japan
Kolumbien - Griechenland :
Gruppe C
Machen Sie mit und verfolgen Sie gespannt den Verlauf der
Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien
Der Spielplan auf einen Blick
4. Juni 2014
DIE NOVUM
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DIE NOVUM
Hochschule und Wissenschaft
4. Juni 2014
Ein Roboter zum Streicheln
Die TU Chemnitz bietet kostenfreien Robotik-Workshop für Schüler an
er kleine Roboter „3Pi“ schlägt
sich wacker. Die erste Kurve hat
er problemlos geschafft. Die LEDs an
seinem Körper blinken hektisch, während er sich etwas ruckartig auf das
nächste Hindernis zubewegt. Die Zuschauer halten den Atem an: Fährt der
Roboter in die Sackgasse oder nimmt
er die richtige Abzweigung ins Ziel?
Bei der RoboSchool an der Technischen
Universität Chemnitz kommen zwanzig Schülerinnen und Schüler der 9.
bis 13. Klasse zusammen und lernen
gemeinsam Grundlagen der Elektrotechnik, Informatik und Physik. Das
Besondere ist, dass das Wissen sofort
in der Arbeit mit den Robotern angewendet werden kann. „Mit diesem
Konzept aus Theorie und Praxis
möchten wir den Schülern die Möglichkeiten eines technischen Studiums
zeigen“, sagt Maja Riedel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU
Chemnitz und Organisatorin der
RoboSchool.
Um den Robotern Leben einzuhauchen, müssen die RoboSchüler diese
zunächst eigenhändig zusammenlöten
und programmieren. Der „3Pi“ ist mit
Sensoren ausgestattet und kann nach
erfolgreicher Programmierung einen
Parcours aus schwarzen Linien meistern. Zum Abschluss der RoboSchool
wird der Linienparcours zur Rennstre-
Simon Grübler
D
Der kleine Roboter „3Pi“ und der humanoide „NAO“ faszinieren die Schüler sichtlich.
cke, auf der die Schüler mit ihren Robotern gegeneinander antreten. Neben
„3Pi“ steht auch der humanoide Roboter „NAO“ für die Experimente der
Schüler zur Verfügung. Ob man ihm
den Kopf streichelt, die Hände drückt
oder sich ihm nur nähert – nach wenigen Programmierungen können die
Schüler nach Belieben mit dem Roboter interagieren und sich sogar mit ihm
unterhalten. „Wichtig ist uns, dass wir
die Schüler mit der Technik inspirieren und dafür motivieren können. Sie
sind so in die Arbeit mit den Robotern
vertieft, dass wir sie kaum noch zum
Aufhören überreden können. Diese
motivierten Schüler sind unser Gewinn“, sagt Christian Roßbach. Als
Mitarbeiter der RoboSchool vermittelt
er theoretische Kenntnisse. Die RoboSchüler erhalten für ihr Engagement
einen besonderen Vorteil: Sie können
persönliche Kontakte zu Mitarbeitern
und Studenten der TU Chemnitz
knüpfen und Fragen rund ums Studium sofort beantwortet bekommen.
Ein Zertifikat bestätigt den Teilnehmern die erworbenen Kenntnisse.
Die RoboSchool bewegt sich auch international: Vom 16. bis 24. Juni wird
die siebte RoboSchool stattfinden.
Diesmal kommen jeweils zehn Schüler
aus der Türkei und Deutschland zur
gemeinsamen Arbeit an den Robotern
nach Chemnitz. Fachliche und sprachliche Unterstützung bekommt das RoboSchool-Team von der Chemnitzer
Informatikstudentin Tuğba Yardımcı.
„Wir freuen uns sehr über den Besuch
der türkischen Schüler“, bestätigt
Tuğba Yardımcı: „Die Veranstaltungen
sind in deutscher Sprache, wir unterstützen unsere Teilnehmer aber
beispielsweise mit zweisprachigen
Unterlagen.“
Die RoboSchool wird im Rahmen des
Projekts TU4U angeboten und vom
Bundesministerium für Bildung und
Forschung und dem Bund-LänderProgramm „Qualitätspakt Lehre” gefördert. Die Teilnahme an der RoboSchool ist für die Schüler kostenlos
und kommt gut an. „Es ist wichtig, die
Vorstellungen und die Motivation der
Schüler aufzugreifen und in den
Workshop mit einfließen zu lassen“,
erklärt Maja Riedel, „wenn die Schüler
neugierig sind, lernen sie viel leichter
auch komplizierte Vorgänge zu verstehen.“
Simon Grübler
Weiterführende Informationen zur
RoboSchool finden Sie unter
http://roboschool.tu-chemnitz.de
und auf Facebook.
Der Drucker ist der beste Koch
Lebensmittelhersteller und NASA entwickeln Essen aus 3D-Druckern
gal ob Verpackungen, Bauteile
oder Körperprothesen – 3 D-Drucker produzieren auf Knopfdruck
schon heute eine Vielzahl von Produkten. Nun hat auch die Lebensmittelbranche diese Technik entdeckt. In einigen Jahren könnten viele Lebensmittel nicht mehr aus dem Supermarkt,
sondern aus dem heimischen 3D-Drucker kommen.
Angelehnt an die Herstellung von
Kunststoffbauteilen, soll die Produktion von gedruckten Lebensmitteln
nach dem selben Verfahren ablaufen.
Aus lagerfähigen, pulverisierten Nahrungsgrundsubstanzen werden fertige
Gerichte hergestellt. Ein Computer
lädt ein „Kochrezept“ und stellt stellt
auf dieser Basis die Zutaten, wie Fette,
Proteine und Kohlenhydrate zusammen. Der Lebensmitteldrucker druckt
daraus die Speisen.
Die ersten, gedruckten Essen sehen allerdings eher fremdartig aus. Die kleinen Haufen unterschiedlicher Konsistenz, Farbe und Geschmack ähneln
eher der bekannten Astronautennahrung aus der Tube. Und tatsächlich:
Auch die NASA investierte bereits
über 125.000 Dollar in die neuartige
Lebensmittelforschung. Natürlich sind
sie den Lebensmittelreplikatoren wie
aus der Fernsehserie Star Trek, die
selbst hochkomplexe Speisen wie
Fleisch, Gemüse und sogar Schokoladeneis realistisch nachahmen können,
noch Lichtjahre entfernt. Den NASA
Forschern geht es vorrangig um die
Antwort auf die Frage, wie Raumfahrpersonal auf Langzeitmissionen ernährt werden können.
Anan Contractor, Ingenieur beim Nasa-Partner Systems & Materials Research
Corporation (SMRC), versucht sich
derzeit an der Umsetzung eines vergleichsweise einfachen Rezepts: Pizza.
Deren Schichtaufbau kommt dem
Druckverfahren sehr entgegen. Die
Zutaten sollen dem Drucker in Pulverform zugegeben und kurz vor dem
Druck mit Öl und Wasser zu einer
druckbaren Masse angerührt werden.
Der Teigboden wird während des
Drucks auf einer beheizbaren Platte
gebacken. Ergänzt wird eine Art Tomatensoße, sowie eine Proteinschicht
als Käseersatz. Salami, Peperoni und
Champignons sind
nicht vorgesehen.
Erste Prototypen von
Lebensmitteldruckern existieren bereits. Aus Schokolade
werden ganze Kunstwerke gedruckt, da sie sich auf Grund
ihrer Eigenschaften sehr gut verarbeiten lässt. Auch Bonbons können in nahezu jeder Form und Farbe hergestellt
werden – ganz einfach aus Wasser und
Trockenpulver.
Das britische Unternehmen Dovetailed
stellt sogar gedruckte Früchte her. Dabei handelt es sich nicht um Äpfel,
Birnen und Bananen, wie sie im Supermarkt zu finden sind, sondern um
kleine, bunte Kügelchen, die im Mund
aufplatzen - eine Art Fruchtkaviar. So
fraglich die Sinnhaftigkeit der Erfindung, so vollmundig die Versprechen
des Herstellers: „Unser 3D-Drucker
wird nicht nur Profiköchen, sondern
auch der Küche zu Hause neue Möglichkeiten und neue Geschmackserleb-
nisse bescheren. Die
Herstellung neuer
Produkte
ist
nicht mehr das
Privileg weniger,
sondern
eine
Chance für viele.“
Auch der italienische
Nudelhersteller Barilla, experimentiert
auf diesem Gebiet. Deren „Nudeldrucker“ soll innerhalb weniger Minuten
frische Pasta drucken können. Verkauft sollen die Geräte an Restaurantketten. Das große Geld erhofft sich
der Konzern allerdings nicht durch
den Verkauf der Drucker, sondern
durch Nudelpatronen.
Ob sich gedruckte Lebensmittel mittelfristig etablieren, bleibt eher fraglich. Doch bei voranschreitender Forschung ergeben sich durchaus Perspektiven für die Lebensmitteldrucker.
So könnte in Entwicklungsländern
und Krisenregionen Essen schnell und
in großen Mengen verfügbar gemacht
werden.
Felina Schmeckenbecher
Hendrik Gutmann
E
4. Juni 2014
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DIE NOVUM
Friede Freude
Eierkuchen
am 04.06.2014 im Studentenclub
von 21- 23 Uhr für die Novum
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Eintritt: 3 Euro
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Rätsel & Co.
DIE NOVUM
4. Juni 2014
Mensaplan
Mittwoch, den 04.06.2014
Ungarisches Paprikafleisch mit Schweinefleisch
und Zwiebeln Spätzle | Gemüse-Eierflockensuppe,
4 Quarkkeulchen, Apfelmus | Teriyakilachs,
Wokgemüse, Mie-Nudeln, Jasmin-Duftreis | Moussaka, griechische Kartoffellasagne mit Rindfleisch,
mediterranem Gemüse, Radieschen-Sprossensalat
Donnerstag, den 05.06.2014
Schlemmerfischfilet Broccoli, Kartoffelpüree,
Bröselbutter | Tofuschnitzel vegan, Kräutersauce,
Streugemüse, Rosmarinkartoffeln | Roastbrätel
vom Entrecote (Rind), Bratkartoffeln, Gurken-
Tomaten-Bohnensalat | Hirschragout mit Rotwein
und Birnen, Bohnengemüse, Kartoffelklöße
Dienstag, den 10.06.2014
Vorlesungsfreier tag
Freitag, den 07.05.2014
Schweineschnitzel Wiener Art, Buttererbsengemüse,
Pommes frites | 4 Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung, Quarkdip, Hirtensalat | Gebratene Honigente,
Bratnudeln mit Bambus/Gemüse, Yasmin-Duftreis |
Kichererbsen-Tomaten, Eintopf mit Pinienkernmus,
Vollkornbrot
Mittwoch, den 11.06.2014
Pfannengyros, Zatziki, Fladenbrot, griechischer
Salat | Gemüsegulasch, Tiroler Art mit glasierten
Apfelstücken, Böhmische Semmelknödel |
Asiatischer Wok mit Putenfleisch und Gemüse,
Mie-Nudeln, gebratener Reis | Seelachs mit
Blattspinat, Mozzarella und Mandeln überbacken,
Tomaten- Vollkornreis
Montag, den 09.06.2014
Feiertag
Die Novum wünscht guten Appetit!
Kinoprogramm
Grüße
Mauzi, der Andere und Ich senden überabzählbare**Geburtstagsgrüße an das Tinchen :3
Folgende Filme werden in der Filmbühne Mittweida, in der Woche
vom 4. Juni bis zum 11. Juni gezeigt:
Liebe Grüße an die ehemaligen pt03er/Ma03er – und
ich Grüße herzlich meine Lieblingsdozentin :) Daniel J.
Vielen Dank an Nathalie Scheffler für den wundervollen Artikel in der letzten Novum!
X-MEN: Zukunft ist Vergangenheit
Donnerstag bis Mittwoch 17.00 Uhr und 19.30 Uhr
Freitag und Samstag auch 22.15 Uhr
Maleficent – 3D
Donnerstag bis Mittwoch 17.30 Uhr und 20.00 Uhr
Freitag und Samstag auch 22.00 Uhr
Samstag und Sonntag auch 15.00 Uhr
Rio 2 – Dschungelfieber
Donnerstag bis Mittwoch 17.15 Uhr
Samstag und Sonntag auch 14.45 Uhr
Bibi & Tina
Samstag und Sonntag 14.45 Uhr
Bad Neighbors
Donnerstag bis Mittwoch 19.45 Uhr
Freitag und Samstag auch 22.15 Uhr
Filmbühne Mittweida
Theaterstraße 1
Telefon: 0 37 27 / 31 42
Hinweis
Ihren Gruß schicken Sie bitte an:
gruesse@die-novum.de.
Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass Grüße keine
fremdenfeindlichen, rassistischen, persönlichkeitsverletzenden oder in anderer Art gegen bestehendes
Recht verstoßende Inhalte aufweisen dürfen. Bei Verletzung dieser Richtlinien behalten wir uns rechtliche
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Impressum
Die Novum ist eine Ausbildungszeitung der
Fakultät Medien / Die Novum Print der Hochschule Mittweida, unterstützt von: AMAK AG
und Medieninstitut Mittweida e.V., Verleger
gemäß SächsPresseG vom 3. April 1992:
Mittweida Research, Division GmbH / AMAK
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www.amak.ag
Geschäftsführerin: Silke Knauer
Vorstand: Prof. Dr. Otto Altendorfer
Anschrift: Hochschule Mittweida,
Redaktion Die Novum-Print,
Leisniger Straße 9, 09648 Mittweida
E-Mail: redaktion@die-novum.de,
www.die-novum.de;
Herausgeber: Fakultät Medien
V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Michael Hösel
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Andreas Wrobel-Leipold
Chefredaktion: Sophie Herwig, Corinna Robertz
CvD: Sandra Winnik
Politik: Erik Lindner
Hintergrund: Simon Grübler
Lokales: Eric Klapper, Claudia Metzner
Hochschule/Wissenschaft: Felina Schmeckenbecher
Sport: Maximilian Desczyk
Leben & Gesellschaft: Mareike Rückert
Feuilleton: Corinna Robertz
Marketing: Stefanie Seifert
Anzeigen: Lydia Nordengrün
Grafik: Lydia Ullrich
Layout: Philipp List, Ulrike Dorn
Foto: Marie-Luis Langfeld, Torsten Schwarz
Online: Felix Aue
Technik & Druck: Christian Greim,
Sindy Herrmann, Markus Linz
Vertrieb: Franziska Keller
Leben & Gesellschaft
4. Juni 2014
DIE NOVUM
11
Post aus Schottland
U
Fotos: Alexander Heidel
Oliver Keraschwaka
nser ehemaliger Fotochef Alexander Heidel verbringt sein Auslandssemester in Schottland.
Auch dort hat der leidenschaftliche Fotograf seine Kamera immer im Anschlag und schickt
der NOVUM beeindruckende Impressionen seiner Reise. Außerdem verrät er uns, dass die Schotten traditionell tatsächlich nichts unter ihrem Kilt tragen.
12
Feuilleton
DIE NOVUM
4. Juni 2014
Arme in die Luft, es wird getanzt!
Der Sommer kommt näher – in Paradies für Festivalliebhaber
S
ommerzeit – Zeit der Festivals.
Lohnt es sich hinzugehen? Die
NOVUM hat recherchiert.
Berlin. Inmitten des Kiekebusch Sees
liegt die von Sanddünen umsäumte
Insel mit ihrem magischen Zauberwald. Hier steigt das Feel Festival: Barfuß tanzende Menschen unter freiem
Himmel, die Luft ist erfüllt von entspannten Klängen, bunte Seifenblasen
steigen in die Nacht. Lichterketten
und Lampions erhellen romantisch die
Kulisse. Drei Tage dauert die Reise in’s
Glück: vom 11. - 13. Juli gibt’s unterm
Sternenzelt Natur pur, gepaart mit einzigartigen Sounds und einem unheimlich entspannten Ambiente. Da läßt es
sich eintauchen – in alternative Indiebis Electro-Beats oder in die Kühle des
Sees. Im Line-Up unter anderem: Dirty Doering, RY X, ClickClickDecker,
Hundreds,
Herrenmagazin
und
Schluck den Druck.
Damit das idyllische Gelände nicht
allzu sehr unter den feierwütigen Massen leidet, sind die Tickets begrenzt,
die Atmosphäre damit umso gemütlicher.
Chemnitz I. Wer lieber mitsingen und
nicht so weit fahren möchte, für den
bietet sich das Chemnitzer Kosmonaut-Festival an. Das Event gibt es erst
seit zwei Jahren und wurde von der
gekleidet und in sehr aufgeräumter
Stimmung. Auf Kommando schmeißen alle die Hände in die Luft und es
regnet Pulver in allen Farben des Regenbogens. Die Klamotten und Gesichter sind jetzt farbenfroh verschmiert: Wie das Holi Festival, das
aus Indien zu uns herüber schwappte,
verzaubert das Farbgefühle Festival mit
eben dieser Farbenfreude. Statt zu indischen Klängen wird hier zu Partymusik geraved. Diesmal erlebt Chemnitz am 19. Juli sein knallbuntes Wun-
Chemnitzer Band Kraftklub in‘s Leben gerufen. Dass auch deutschsprachige Musik gut ins Ohr geht, beweisen u. a. Casper, Aligatoah, Bosse und
Bilderbuch. Auf Englisch werden
Mighty Oaks, Klaxons, Milky Chance,
Blood Red Shoes und WhoMadeWho
am Start sein. Noch streng geheim ist
der Überraschungs-Headliner (Vielleicht Beyoncé, vielleicht aber auch
nicht) Karten für den 27. - 28. Juni
gibt es für 60 Euro, wer will, darf sogar
nach ausgelassenem Gefeiere sein Zelt
aufschlagen. Oder im nahen Rabensteiner Stausee baden.
Chemnitz II. Das Farbgefühle Festival
macht das Leben buchstäblich bunter.
Die Leute sind in engelsgleiches Weiß
der. Für die Acts kann noch abgestimmt werden, zur Auswahl stehen
unter anderem Gestört aber geil, Ostblockschlampen, Mike Candys, DJ
Antoine, Oliver Koletzki oder DVBBS
– klingt also nach einer guten elektronischen Mischung.
Roitzschjora. Schon der Name ist eine
Reise wert. Hier treffen sich zu With
Full Force die Nicht-so-zart-Besaiteten! Mit voller Kraft wird bei dieser so
gar nicht blümchen- und lichterkettenmäßigen Veranstaltung abgehottet.
Metal-, Hardcore- und Punk- Fans
fühlen sich hier pudelwohl. Angekündigt sind Motörhead, Rob Zombie,
Volbeat, Architects, Behemoth, Being
As An Ocean, Bring Me The Horizon,
Carnifex, Discipline und viele, viele
mehr. Das Open Air Event steigt vom
4. - 6. Juli auf dem Segelflugplatz
Roitzschjora bei Löbnitz nördlich von
Leipzig. Neben dem akustischen Programm auf zwei Bühnen gibt es einen
Markt für Tonträger und Merchandising, eine Karaoke-Bühne und außerdem Skateboarding- und Freestyle
Motocross-Veranstaltungen.
Für
schlappe 90 Euro inklusive Camping
ist man dabei.
Elend bei Sorge - klingt komisch, aber
der Ort heißt wirklich so: Hier gibt es
das Rocken am Brocken Festival. Vom
31. Juli bis zum 2. August verwandeln
sich Wald und Wiesen der Gemeinde
Elend in Sachsen-Anhalt in ein feiertaugliches Festivalgelände. Inmitten
dieses Paralleluniversums aus Musik,
Natur und Ekstase wird auf zwei Bühnen und zwei Floors gefeiert, was das
Zeug hält. Für Beschallung sorgen unter anderem: Frittenbude, Triggerfinger, Blood Red Shoes, Balthazar,
K-Paul, Abby, Bassraketen, Intergalactic Lovers uvm, also junge, aufsteigende Künstler unterschiedlicher Genres. In der Idylle der Harzer Berg- und
Waldlandschaft läuft zudem ein Rahmenprogramm, das vom Fußballturnier bis zur Anreise per Dampflok
reicht. Karten gibt’s für 40 Euro .
Nathalie Scheffler
Fotos: Stephan Flad, Martina Wörz, Christoph Eisenmenger
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Seele and Geist
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