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Beschweren erwünscht! Wie Kindertageseinrichtungen

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Erscheint voraussichtlich in zwei Teilen in
TPS – Theorie und Praxis der Sozialpädagogik Nr. 10/13 und Nr. 1/14
Beschweren erwünscht!
Wie Kindertageseinrichtungen Beschwerdeverfahren für Kinder
umsetzen können
Rüdiger Hansen / Raingard Knauer
Dass Kindern Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt werden sollten, ist in
Kindertageseinrichtungen inzwischen zu einem anerkannten pädagogischen Standard
geworden – nicht zuletzt, weil Partizipation ein Schlüssel zu Bildung und Demokratie ist (vgl.
Hansen/ Knauer/ Sturzenhecker 2011). Partizipation ist aber gleichzeitig auch eine
notwendige Voraussetzung für den Schutz von Kindern in pädagogischen Einrichtungen –
auch in Kindertageseinrichtungen. Diese Erkenntnis hat u.a. dazu geführt, dass in § 45 SGB
VIII der Nachweis strukturell verankerter Partizipations- und Beschwerdemöglichkeiten
Bedingung für die Betriebserlaubnis wurde. Der folgende Artikel skizziert, was es für
Kindertageseinrichtungen bedeutet, neben anderen Partizipationsverfahren auch
Beschwerdeverfahren umzusetzen.
Die rechtliche Anforderung
Seit dem 1. Januar 2012 heißt es in § 45 SGB VIII:
§ 45 Erlaubnis für den Betrieb einer Einrichtung
(1) Der Träger einer Einrichtung, in der Kinder oder Jugendliche ganztägig oder für einen Teil des Tages
betreut werden oder Unterkunft erhalten, bedarf für den Betrieb der Einrichtung der Erlaubnis. […]
(2) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn das Wohl der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung
gewährleistet ist. Dies ist in der Regel anzunehmen, wenn […]
3. zur Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung geeignete Verfahren der
Beteiligung sowie der Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten Anwendung
finden.
(3) Zur Prüfung der Voraussetzungen hat der Träger der Einrichtung mit dem Antrag
1. die Konzeption der Einrichtung vorzulegen […]
Damit stehen auch Kindertageseinrichtungen vor der Anforderung konzeptionell
nachzuweisen, dass und wie sie Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren implementiert
haben. Dies bedeutet nicht nur eine gegenüber § 8 SGB VIII (in dem Partizipation ja längst als
verbindliche Anforderung formuliert war) nachdrücklichere Verpflichtung Kinder zu
beteiligen, sondern auch eine inhaltliche Präzisierung der Partizipationsrechte von Kindern.
Sie haben nunmehr das verbriefte Recht, nicht nur über die Gestaltung des gemeinsamen
Alltags in der Einrichtung mitzuentscheiden, sondern sich auch über das Verhalten der
pädagogischen Fachkräfte ihnen gegenüber zu beschweren. Das stellt pädagogische
Fachkräfte vor große fachliche und persönliche Herausforderungen. Während es ihnen in
aller Regel selbstverständlich erscheint, das Verhalten von Kindern zu beobachten, zu
bewerten und zu reglementieren, stehen sie nun vor der Aufgabe, dieses umgekehrt auch
den Kindern zu ermöglichen.
1
Partizipation und Beschwerdeverfahren sollen (nicht nur) sexuellen
Missbrauch eindämmen
Diese rechtliche Konkretisierung der Partizipationsrechte von Kindern erfolgte durch das
Bundeskinderschutzgesetz, das infolge der öffentlichen Debatte über unzählige Fälle
sexuellen Missbrauchs (nicht nur) in der Heimerziehung verabschiedet wurde. Der neue § 45
SGB VIII soll dazu beitragen, Gewalt – sei es körperliche, sexuelle, psychische oder verbale
Gewalt – gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Institutionen zu verhindern und sie
vor Übergriffen (nicht nur) der Erwachsenen zu schützen.
Dabei ist die offensichtliche körperliche und/oder sexualisierte Gewalt allerdings nur die
Spitze des Eisbergs. Pädagogische Beziehungen stellen stets auch Machtverhältnisse dar.
Pädagogische Fachkräfte haben immer Macht über Kinder; und sie können diese – selbst
wenn sie es wollten – gar nicht gänzlich abgeben. Sie können lediglich versuchen, mit ihrer
Macht verantwortungsvoll umzugehen und sie begrenzt mit den Kindern zu teilen (vgl.
Knauer/ Hansen 2010). Ulrich Bartosch spitzt diese Dimension von Pädagogik provokant zu,
wenn er sagt, „dass jede Erziehung und jede Pädagogik zunächst unter dem Generalverdacht
steht, als Machtmissbrauch angelegt zu sein und Unterdrückung zu betreiben. Will sie den
Verdacht entkräften, muss die je konkrete Erziehung und die je allgemeine Pädagogik
nachweisen, wie sie Machtmissbrauch verhindert und Unterdrückung aufhebt“ (Bartosch
2011, S. 126f.). Das dürfte ganz im Sinne Janusz Korczaks sein, der in den von ihm geleiteten
Kinderheimen in Polen Kindergerichte einführte, vor denen sich auch die Erwachsenen
verantworten mussten. Korczak bezeichnete sich als „konstitutionellen“ Pädagogen, „der
den Kindern kein Unrecht tut, nicht weil er sie gern hat oder liebt, sondern weil eine
Institution vorhanden ist, die sie gegen Rechtlosigkeit, Willkür und Despotismus des
Erziehers schützt“ (Korczak 1967, S. 353).
Die Einführung institutionalisierter Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren kann auch in
Kindertageseinrichtungen die Machtausübung pädagogischer Fachkräfte (eventuell auch die
älterer Kinder gegenüber Jüngeren) begrenzen und kontrollieren und so Machtmissbrauch
entgegenwirken. Damit die Kinder diese Verfahren auch im Extremfall nutzen können, wenn
sie von körperlicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch bedroht oder betroffen sind, muss
es zuvor für sie im Alltag der Einrichtung selbstverständlich sein, sich in Entscheidungen, die
sie und die Gemeinschaft betreffen, einmischen und sich über subjektiv empfundene
Übergriffe jeder Art beschweren zu dürfen. Ohne diese alltäglichen Erfahrungen von
Selbstwirksamkeit und Respekt dürfte die Chance gering sein, dass Kinder in
Kindertageseinrichtungen im Extremfall die vorhandenen Möglichkeiten sich zu beschweren
nutzen.
Beschwerderechte und -verfahren strukturell verankern
Die weitestgehende strukturelle Verankerung von Partizipation in Kindertageseinrichtungen
wird in Deutschland im Konzept „Die Kinderstube der Demokratie“ (Hansen/ Knauer/
Sturzenhecker 2011) beschrieben. Dieses Konzept ermöglicht Kita-Teams in einer
„Verfassunggebenden Versammlung“ eine „Kita-Verfassung“ zu erarbeiten, in der die
grundlegenden Selbst- und Mitbestimmungsrechte der Kinder sowie die Gremien und
Verfahren, mittels derer sie diese Rechte wahrnehmen können, eindeutig geklärt sind.
2
Dieses Instrument ist auch geeignet, Beschwerderechte und -verfahren strukturell zu
verankern.
Ulrike Urban-Stahl, die die erste bundesweite Studie zur Implementierung von
Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe leitete, empfiehlt, die
pädagogischen Fachkräfte bei der Implementierung von Beschwerdeverfahren einzubinden,
sich zunächst mit den Rechten der Kinder als Basis für deren Sicherung durch
Beschwerdeverfahren auseinanderzusetzen und die strukturellen und konzeptionellen
Voraussetzungen in der Einrichtung zu beachten (vgl. Urban-Stahl 2013). Diese Kriterien
erfüllt das Setting einer Verfassunggebenden Versammlung, da sich hier die pädagogischen
Fachkräfte über die jeweiligen Rechte, die sie den Kindern in ihrer jeweiligen Einrichtung
zugestehen wollen, intensiv auseinandersetzen und im Konsens verständigen.
Urban-Stahl legt zudem nahe, den Kindern nicht nur einen, sondern möglichst mehrere,
verschiedene Beschwerdewege zu eröffnen (ebd.). Das haben einige
Kindertageseinrichtungen bei der Erarbeitung ihrer Kita-Verfassungen bereits vor der
Verabschiedung des Bundeskinderschutzgesetzes getan (beispielsweise das Kinder- und
Familienzentrum „Die Arche“ in Hörstel, Westfalen, dessen Verfassung im Folgenden leicht
verändert zitiert wird; vgl. Hansen/ Knauer/ Sturzenhecker 2010).
Beschwerderechte und -verfahren können in Kita-Verfassungen an verschiedenen Stellen
verankert werden. So können die Fachkräfte den Kindern in Personalfragen nicht nur ein
Mitspracherecht über die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugestehen,
sondern auch explizit ein Beschwerderecht festschreiben:
§ 19 Personal
(1) […]
(2) Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich, den Kindern Möglichkeiten
zu eröffnen, Beschwerden über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlich zu äußern und
anschließend
1. entweder über diese Beschwerden öffentlich mit den Kindern zu verhandeln und gegebenenfalls
gemeinsam Konsequenzen zu beschließen oder
2. in ihrer Dienstversammlung über diese Beschwerden zu verhandeln, gegebenenfalls Konsequenzen
zu beschließen und den Kindern die Ergebnisse ihrer Verhandlungen begründet mitzuteilen.
(Auszug aus einer Kita-Verfassung)
Mit dieser Formulierung übernehmen die Fachkräfte die Verantwortung dafür,
Gelegenheiten zu schaffen, in denen Kinder mögliche Beschwerden über das Verhalten der
pädagogischen Fachkräfte äußern können. Sie warten nicht ab, bis es ein Kind aus eigenem
Antrieb schafft, eine Beschwerde vorzubringen, sondern stellen ihr eigenes Verhalten in den
jeweiligen Beteiligungsgremien aktiv zur Diskussion.
Auch bezüglich des Umgangs mit Regeln kann den Kindern ein Beschwerderecht eingeräumt
werden:
§ 10 Regeln
(1) Die Kinder haben das Recht mitzuentscheiden über die Regeln des Zusammenlebens in der
Einrichtung sowie über den jeweiligen Umgang mit Regelverletzungen. Letzteres gilt auch, wenn
pädagogische Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter einer Regelverletzung bezichtigt werden.
(2) Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behalten sich das Recht vor, zu bestimmen
und durchzusetzen,
3
1. dass niemand verletzt oder beleidigt werden darf,
2. dass die Einrichtung und die materielle Ausstattung nicht ohne aus ihrer Sicht angemessene Gründe
beschädigt werden darf,
3. […]
(Auszug aus einer Kita-Verfassung)
In Kita-Verfassungen wird regelmäßig geklärt, wie Regeln entstehen und wie mit
Regelbrüchen umgegangen wird. Dabei gibt es immer auch Regeln, die die Erwachsenen
erlassen wollen und dann auch durchsetzen müssen. Gleichzeitig verweist eine solche KitaVerfassung auch auf die Bereiche, in denen die Kinder an der „Gesetzgebung“ und der
„Rechtsprechung“ mitwirken können. Das schließt auch ein, dass die Kinder die Fachkräfte
zur Rechenschaft ziehen können, wenn diese gegen eine bestehende Regel verstoßen.
Neben den ausgewiesenen Beschwerderechten, die in den allgemeinen Beteiligungsgremien
(hier in den Gruppenkonferenzen und im Kinderparlament) wahrgenommen werden
können, können in einer Kita-Verfassung auch explizite Beschwerdegremien und -verfahren
festgelegt werden:
Abschnitt 1: Verfassungsorgane
§ 1 Verfassungsorgane
Verfassungsorgane der Kita […] sind die Gruppenkonferenzen, das Kinderparlament und die
Kindersprechstunde.
[…]
§ 4 Kindersprechstunde
(1) Die Kindersprechstunde findet einmal in der Woche statt.
(2) Während der Kindersprechstunde empfängt die Einrichtungsleitung alle Kinder, die ihr etwas
mitteilen, Wünsche äußern oder Beschwerden vorbringen wollen.
(3) Die jeweiligen Kinder selbst oder die Einrichtungsleitung mit Zustimmung der jeweiligen Kinder
können ein von den Kindern vorgebrachtes Thema einer Gruppenkonferenz, dem Kinderparlament
oder der Dienstversammlung der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Entscheidung
vorlegen.
(Auszug aus einer Kita-Verfassung)
Eine solche Kindersprechstunde hat eine etwas andere Ausrichtung als die anderen
Beteiligungsgremien, in denen es eher um Planungen und Entscheidungen geht, die die
Gemeinschaft betreffen. In der Kindersprechstunde können auch einzelne Kinder das
Gespräch mit der Einrichtungsleitung suchen. Solche Gremien sollten niedrigschwellig
angelegt sein. Manche Kinder kommen zunächst nur deshalb in die Sprechstunde, weil es
dort Kekse gibt. Später berichten sie vielleicht, was sie an diesem Tag erlebt haben. Aber sie
äußern auch Ärger – über Dinge, die ihnen nicht gefallen, über andere Kinder oder auch über
pädagogische Fachkräfte.
In einigen Einrichtungen führen auch die Bezugserzieherinnen regelmäßig Einzelgespräche
mit den Kindern, etwa als Vorbereitung für ein Entwicklungsgespräch mit den Eltern oder im
Rahmen der Arbeit mit einem Portfolio. Solche Gespräche können ebenfalls als
Beschwerdeverfahren fungieren, wenn der Gesprächsleitfaden durch entsprechende Fragen
erweitert wird: Gibt es etwas, das du mir sagen willst? Was findest du besonders toll in der
Kita? Was ist nicht so gut? Wen magst du hier gern? Gibt es auch jemanden, den du blöd
findest?
4
Eine weitere Empfehlung von Urban-Stahl lautet, auch die Kinder in die Implementierung
von Beschwerdeverfahren einzubeziehen. In der Hans-Georg Karg Kindertagesstätte in
Nürnberg wurden die Kinder befragt, was sie tun könnten, wenn ihnen im Kindergarten
etwas nicht passt, wenn sie etwas ungerecht oder gemein finden würden. Die Kinder hatten
u.a. die Ideen, zur Mama oder zu ihren Vertretern im Kinderbeirat der Einrichtung zu gehen
und denen zu sagen, was ihnen nicht gefällt. Die Kinder zeigten hier auf, dass auch Eltern ein
„Sprachrohr“ für Kinderbeschwerden sein können. Die Fachkräfte suchten daraufhin
gemeinsam mit den Kindern das Gespräch mit den Eltern, um zu vereinbaren, dass sie
etwaige Beschwerden der Kinder über Geschehnisse in der Kita dort gemeinsam mit ihren
Kindern oder in deren Auftrag vorbringen.
In der Kita Rohdenhof in Hannover haben die Kinder regelmäßig Gelegenheit, ihre Anliegen
und Beschwerden den von ihnen gewählten Repräsentanten im Kinderrat der Einrichtung
vorzutragen. Die Delegierten halten dort in jeder Etage der Einrichtung einmal in der Woche
eine Sprechstunde ab (vgl. Hansen 2008, S. 70 f.).
Diese Beschwerdeverfahren können Kindertageseinrichtungen ihren strukturellen und
konzeptionellen Bedingungen entsprechend kombinieren, variieren und ergänzen und
gegebenenfalls in einer Kita-Verfassung strukturell verankern.
Beschwerden müssen öffentlich behandelt werden
Zur strukturellen Verankerung von Beschwerderechten und -verfahren gehört auch die
Klärung der Frage, wie mit den vorgebrachten Beschwerden der Kinder umgegangen werden
soll. Urban-Stahl weist darauf hin, dass Kinder Beschwerdeverfahren nur nutzen würden,
wenn es sowohl für die Kinder als auch für die pädagogischen Fachkräfte „Vertrauen,
Transparenz und Verlässlichkeit in Bezug auf die Beschwerdeverarbeitung“ (Urban-Stahl
2013, S. 22) gibt. „Für alle Beteiligten müssen die Regelungen bezüglich der zu erwartenden
Abläufe, der in Kenntnis gesetzten Personen und die Konsequenzen einer Beschwerde
nachvollziehbar, transparent und verbindlich sein. Alle Beschwerden müssen ernst
genommen und bearbeitet werden“ (ebd.).
Viele pädagogische Fachkräfte äußern diesbezüglich, dass sie es bevorzugen, Beschwerden
über ihr Verhalten unmittelbar mit den Kindern selbst zu bearbeiten. Sie bemühen sich, eine
Atmosphäre zu schaffen, in der die Kinder sich direkt an sie wenden können, wenn ihnen
etwas nicht gefällt. Sie ermuntern sie, ihre eigene Meinung zu sagen – auch wenn sie sich
gegen die von der Fachkraft soeben geäußerte Meinung richtet. Sie gestehen den Kindern
gegenüber Fehler ein und entschuldigen sich, wenn sie sich unangemessen verhalten haben.
Wenn Kinder solche Erfahrungen machen, wird das sicher dazu beitragen, dass sie es als
„normal“ betrachten, dass auch Erwachsene sich falsch verhalten können und sie sich über
deren Verhalten beschweren. Aber Beschwerdeverfahren, die auch im Extremfall nutzbar
sein sollen, können nicht auf solch ein Vorgehen beschränkt bleiben, denn eine Täterin oder
ein Täter wäre eine gänzlich ungeeignete Beschwerdestelle. Daher brauchen
Beschwerdeverfahren stets ein gewisses Maß an einrichtungsinterner Öffentlichkeit.
In den oben zitierten Auszügen aus einer Kita-Verfassung haben die pädagogischen
Fachkräfte verschiedene Wege einer öffentlichen Verarbeitung der Beschwerden in den
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jeweiligen Gremien beschrieben. Wenn über eine Beschwerde gemeinsam mit den Kindern
öffentlich verhandelt wird, kann das beispielsweise so aussehen:
Im Bistro der Kita darf man nur frühstücken, wenn ein Platz am Tisch frei ist. So wurde es im
Kinderparlament beschlossen. Als die Erzieherin Anja heute Morgen ins Bistro kam, waren alle Plätze
besetzt. Sie trank dennoch schnell einen Kaffee im Stehen, aß dabei hastig ein halbes Brötchen und
eilte wieder hinaus. Max, der währenddessen am Frühstückstisch saß, bringt Anjas Regelbruch später
im Kinderparlament zur Sprache: „Wieso müssen wir eigentlich immer warten, bis im Bistro ein Platz
frei ist, und die Großen frühstücken einfach im Stehen? Das ist ungerecht!“
Anja versteht die Empörung von Max und versucht ihr Verhalten zu erklären: „Ich musste noch beim
Maltisch mit aufräumen. Da hatte es eine Überschwemmung gegeben. Und dann wartete schon die
Mama von Selim auf mich. Und weil ich so hungrig und durstig war und kein Platz frei war, habe ich
schnell im Stehen gefrühstückt.“
Die Kinder haben nach Anjas Erklärung Verständnis für ihr Verhalten und finden, dass sie in diesem Fall
die Regel ausnahmsweise brechen durfte. Sie beschließen sogar, für solche Notfälle im Bistro einen
Barhocker aufzustellen, auf dem nur Erwachsene sitzen dürfen, wenn sie ganz schnell etwas essen und
trinken müssen.
Die Kinder nahmen in dieser Situation ihr in der Kita-Verfassung garantiertes Recht wahr,
sich über einen ungerecht(fertigt)en Regelbruch einer Fachkraft zu beschweren; und die
Erwachsene nahm die Verpflichtung an, ihr Verhalten gegenüber den Kindern öffentlich zu
rechtfertigen und es ihrer Bewertung auszusetzen.
Doch nicht immer sind pädagogische Fachkräfte in der Lage, sich solch einer öffentlichen
Verhandlung zu stellen; und solch ein Vorgehen ist auch nicht immer angemessen.
Es ist Kindersprechstunde. Die Tür zum Büro der Leiterin steht offen. Da kommen Tina und
Meral herein und kriechen ohne ein Wort unter den Schreibtisch. Die Leiterin beugt sich zu
ihnen hinab und fragt: „Hallo, ihr zwei, was macht ihr denn da?“ Die Kinder drucksen ein
wenig herum. Dann sagt Meral: „Gabi schimpft immer mit uns. Das ist gemein.“
Wie kann die Leiterin mit dieser Beschwerde der beiden Mädchen über ihre Gruppenleitung
umgehen? Die Kita-Verfassung legt nahe, dass sie mit den Kindern vereinbaren kann, das
Thema mit ihnen gemeinsam oder in ihrem Auftrag beispielsweise in die Gruppenkonferenz
einzubringen. So könnten nicht nur die beiden Mädchen, sondern auch alle anderen Kinder
erleben, dass ihre Beschwerden ernst genommen werden und sie damit etwas bewirken
können. Zudem hätten andere Kinder, die sich vielleicht ebenfalls von der Erzieherin
„ungerecht“ behandelt fühlen, dies aber bislang nicht vorgebracht haben, die Chance, sich
der Beschwerde anzuschließen.
Die Kita-Leiterin fürchtet jedoch, dass die im Allgemeinen sehr besonnen handelnde und bei
den Kindern beliebte Erzieherin solch einer öffentlichen Konfrontation momentan nicht mit
der notwendigen Gelassenheit begegnen könnte, da sie, wie die Leiterin weiß, privat sehr
belastet ist. Dennoch ist es für die Leiterin in diesem Fall keine Option, ohne die Kinder mit
der Erzieherin über deren Beschwerde zu sprechen. Damit Kinder in
Kindertageseinrichtungen Beschwerden (auch über Erwachsene) und deren Verarbeitung als
selbstverständlichen und „normalen“ Bestandteil des Alltags in der Gemeinschaft verstehen,
müssen sie es unvermittelt erleben können, dass ihre Beschwerde nicht nur angehört,
sondern auch ernst genommen wird und reale Folgen hat.
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Die Kita-Leiterin schlägt den Mädchen daher vor, zunächst gemeinsam mit ihnen ein
Gespräch mit der Erzieherin zu führen. Ein solches Gespräch stellt durch die Teilnahme der
Leiterin zumindest eine Teilöffentlichkeit her; es verbleibt nicht auf der Beziehungsebene
zwischen den jeweils Betroffenen.
In dem gemeinsamen Gespräch am Nachmittag unterstützt die Leiterin die beiden Mädchen,
der Erzieherin mitzuteilen, dass sie es ungerecht und gemein fanden, wie diese mit ihnen
geschimpft hätte. Der Erzieherin gelingt es, in diesem Rahmen den Kindern zu berichten, dass
sie seit einiger Zeit ihre kranke Mutter pflegt, oft in Sorge um sie und sehr angestrengt sei
und deshalb wohl manchmal den Kindern gegenüber ungeduldig und gereizt reagieren
würde. Sie bedankt sich bei den Kindern für ihre Rückmeldung und teilt ihnen mit, dass sie
ihre Situation am nächsten Morgen in der Gruppenkonferenz allen Kindern offen legen
werde.
Wenn Kinder erleben, dass ihre Beschwerden derart verarbeitet werden, kann man hoffen,
dass sie die angebotenen Verfahren auch nutzen, wenn sie, wie im folgenden Beispiel,
schwerwiegendere Übergriffe erleben.
Die Kinder wissen aus der Kindersprechstunde, dass sie bei der Leiterin ein offenes Ohr
finden. Wenn die Tür zu ihrem Büro offen ist, kommen immer wieder einmal Kinder herein,
um ihr etwas zu erzählen oder einfach nur „Hallo!“ zu sagen. Heute schmiegt sich der
vierjährige Dimitrij schüchtern an den Türrahmen und schaut hinein. „Hallo, Dimitrij, du
kannst dich gerne zu mir setzen“, lädt die Leiterin den Jungen ein. Dimitrij setzt sich und
nimmt sich einen Keks. Die Sache, die ihm eigentlich auf dem Herzen liegt, bringt er im
Gespräch erst nach und nach zur Sprache. Es geht um eine der Praktikantinnen. Diese habe
ihn neulich auf dem Spielplatz ausgeschimpft und dann so fest angefasst, dass ihm den
ganzen Tag der Arm wehtat. „Und dann hat sie gesagt, dass ich das nicht erzählen darf“, sagt
Dimitrij leise und sieht zu Boden.
In Fällen, in denen deutliche Grenzverletzungen durch Erwachsene stattgefunden haben,
kann es sein, dass eine direkte Konfrontation zwischen Kind und Täter/in zunächst
vermieden werden sollte. Hier liegt es in der Verantwortung der Kita-Leitungen
gegebenenfalls auch personalrechtliche Konsequenzen zu ziehen. In einem Fall wie diesem
würde ein Praktikantengespräch notwendig sein, in dem der Praktikantin sehr deutlich ihre
Grenzen aufgezeigt werden und geklärt wird, wie ein solches Verhalten in der Zukunft
unterbunden werden kann. Aber auch, wenn die Kinder in solchen Fällen nicht unmittelbar
miterleben, wie ihre Beschwerde verarbeitet wird, sind die pädagogischen Fachkräfte in der
Pflicht, ihnen aufzuzeigen, dass und wie dies geschieht. So wird die Leiterin in diesem
Beispiel Dimitrij zunächst mitteilen, wie sie bezüglich seiner Beschwerde handeln wird und
ihm anschließend auch die jeweils daraus gezogenen Konsequenzen zeitnah bekannt geben.
Kann die Praktikantin weiter beschäftigt werden, wird es zudem sinnvoll sein, ein
gemeinsames Gespräch folgen zu lassen.
Den Umgang mit Beschwerden pädagogisch gestalten
Urban-Stahl empfiehlt zur Implementierung von Beschwerdeverfahren weiterhin, die
Zugänglichkeit der Beschwerdewege sicherzustellen (vgl. Urban Stahl 2013). In
Kindertageseinrichtungen gilt für die Einführung von Beschwerdeverfahren, was stets gilt,
wenn Kindern Rechte eingeräumt werden sollen: Damit die Kinder ihre Rechte wahrnehmen
7
können, muss deren Umsetzung von den pädagogischen Fachkräften gewollt und
pädagogisch gestaltet werden. Die Kinder müssen wissen, welche Rechte sie haben, welche
Verfahrenswege ihnen zur Verfügung stehen und wie sie diese nutzen können. Sie müssen es
lernen und dabei individuell begleitet und unterstützt werden, sich einzumischen und zu
beschweren.
Janusz Korczak hat zu diesem Zweck gezielt pädagogische Situationen hergestellt, in denen
er selbst vor dem Kindergericht des Kinderheimes angeklagt wurde. Durch die öffentlichen
Verhandlungen über das Fehlverhalten des Heimleiters Korczak und die anschließende
„Verurteilung“ (die Aussage: das Verhalten war falsch) erfuhren die Kinder, dass auch
Erwachsene fehlbar sind und Kinder von ihnen Rechenschaft verlangen können. Hier wird
deutlich, welche Herausforderung das Recht, mitzuentscheiden und sich zu beschweren, für
pädagogische Fachkräfte bedeutet. Vielen Erwachsenen fällt es bereits schwer, von anderen
Erwachsenen Kritik an ihrem (professionellen) Verhalten entgegen zu nehmen. Beschwerden
von Kindern einzuholen, dürfte da kaum leichter fallen. Pädagogische Fachkräfte, die dies
Kindern in Kindertageseinrichtungen ermöglichen wollen, müssen aber nicht nur in der Lage
sein, deren Kritik weitgehend gelassen anzunehmen; sie müssen sie sogar dabei
unterstützen, diese (öffentlich) zu äußern und in einer Auseinandersetzung mit den
Fachkräften über die Inhalte der Beschwerde aufrecht zu erhalten. Dazu bedarf es auch einer
methodischen Kreativität.
In der Hans-Georg Karg Kindertagesstätte in Nürnberg haben die Fachkräfte beispielsweise
festgestellt, dass es den Kindern schwer fiel, in mündlichen Befragungen überhaupt
Beschwerden über die Fachkräfte zu formulieren. Daher entwickelten sie eine Form der
Kinderbefragung nach dem Muster einer Metaplan-Abfrage, durch die sie differenzierte
Rückmeldungen über die Tätigkeiten der Fachkräfte erhielten. Dazu trugen sie zunächst mit
den Kindern spielerisch zusammen, was die Erzieherinnen in der Kita alles machen müssen.
Diese Tätigkeiten symbolisierten die Kinder auf Karten und ordneten sie zu thematischen
Klumpen. Anschließend bewerteten die Kinder zunächst, welche dieser Tätigkeiten der
Fachkräfte ihnen „sehr wichtig“, „ein bisschen wichtig“ oder „gar nicht wichtig“ waren. Nach
einer längeren Pause wurden sie noch einmal befragt, welche dieser Tätigkeiten die
Fachkräfte „sehr gut“, „ein bisschen gut“ oder „ganz schlecht“ umsetzen würden. Stellte sich
nun beispielsweise heraus, dass den Kindern eine Tätigkeit sehr wichtig war, die Fachkräfte
diese aber aus ihrer Sicht ganz schlecht umsetzten, wurde das als Beschwerde gedeutet und
gemeinsam nach einer Lösung gesucht. In der Kita werden nach diesem ersten erfolgreichen
Versuch auf diese Weise regelmäßig Kinderbefragungen zu unterschiedlichen Themen
durchgeführt.
Beschwerden von Kindern, die ihre Rechte (noch) nicht geltend machen
können
Die methodische Kreativität, Kinder dabei zu unterstützen, Beschwerden vorzubringen, ist
besonders in der Arbeit mit Kindern gefordert, die aufgrund ihres Alters oder einer
Beeinträchtigung (noch) nicht in der Lage sind, eine Beschwerde über etwas, das ihnen
widerfahren ist, zu äußern. Für unterdreijährige oder schwerstmehrfachbehinderte Kinder
sind ein Meckerbriefkasten, der regelmäßige Tagesordnungspunkt „Beschwerden“ im
8
Kinderparlament oder eine Kindersprechstunde bei der Leitung nur schwer bis gar nicht
zugängig.
Aber auch jüngere Kinder (schon Babys) oder schwerstmehrfachbehinderte Kinder sind in
der Regel in der Lage, ihren Unmut über das Verhalten einer Fachkraft ihnen gegenüber
unmittelbar zum Ausdruck zu bringen. Diese nonverbalen Äußerungen gilt es wahrzunehmen
und darauf zu reagieren. Doch wie kann solch eine unmittelbare Beschwerde bearbeitet
werden, wenn eine Fachkraft sie übersieht oder übergeht?
Semra (2 Jahre) will sich selbst die Gummistiefel anziehen. Den linken Stiefel hat sie an den rechten
Fuß gezogen, den anderen hat sie verkehrtherum in der Hand. Angela, die Erzieherin, möchte ihr
helfen – es soll in den Garten gehen und fast alle anderen sind schon draußen. „Komm lass mich dir
helfen“, bietet Angela Semra an. Sie nimmt Semra den Gummistiefel aus der Hand. Semra beginnt
wütend zu weinen. Angela versucht, Semra die Stiefel anzuziehen, aber Semra entwindet sich ihr
immer wieder. Petra, die Kollegin von Angela, beobachtet diese Szene. „Lass mich mal helfen“, sagt sie
zu Angela. „Ich glaube, Semra möchte sich die Stiefel alleine anziehen.“
Semra kann sich nur durch lautstarken Protest beschweren. In diesem Fall geht der an der
Erzieherin vorbei, weil deren Wahrnehmung nur auf das Ergebnis von Semras Bemühungen
(die Stiefel sind an den Füßen, damit Semra in den Garten gehen kann) fixiert ist. Wenn die
Erzieherin sich hier durchgesetzt hätte, wäre Semra kaum in der Lage gewesen, ihre
Beschwerde über die ihr widerfahrene Behandlung anschließend an anderer Stelle
vorzubringen. In diesem Fall muss das Beschwerdeverfahren unmittelbar in der Situation
erfolgen, in der das Kind die Beschwerde vorbringt. Das kann eine unter den Fachkräften
verabredete Kultur des „Sich-Einmischens“ ermöglichen. Angelas Kollegin Petra macht die
Beschwerdeverarbeitung durch ihre unmittelbare Einmischung möglich. Semra erfährt
dadurch, dass Angelas Verhalten nicht Petras Zustimmung erfährt und ihre Beschwerde
etwas bewirken konnte. Angela gelingt es, ihrer Kollegin die Situation zu überlassen (auch
wenn ihr das eigene Fehlverhalten vielleicht noch gar nicht ersichtlich ist), weil dieses
Einmischen unter den Kolleginnen als Beschwerdeverfahren (nicht nur) in der Krippe
verabredet ist.
Es geht also auch hier um eine Herstellung von Öffentlichkeit. Wenn Fachkräfte sich aus Sicht
anderer Fachkräfte den Kindern gegenüber „falsch“ oder ungerecht verhalten, sollten die
anderen sich einmischen und das auch vor den Kindern thematisieren dürfen.
Beschwerdeverfahren sind eine große Herausforderung – für jedes Team
Pädagogische Verhältnisse sind immer auch Machtverhältnisse – und damit immer auch von
Gewalt bedrohte Verhältnisse. Man kann versuchen, Gewalt gegen Kinder formal
einzudämmen, zum Beispiel durch gesetzliche Anforderungen, wie sie im § 45 SGB VIII
formuliert sind. Ob dies gelingt, hängt letztlich aber davon ab, ob die Rechte der Kinder auch
pädagogisch umgesetzt und im Alltag gelebt werden.
Die Einführung formaler und strukturell verankerter Partizipations- und
Beschwerdeverfahren ist ein wichtiger Schritt. Er kann aber nur wirksam werden, wenn es
den pädagogischen Fachkräften gelingt, auch in konfliktreichen Situationen respektvoll mit
den Kindern zu kommunizieren. Wenn sich Kinder über Fachkräfte beschweren, müssen
9
diese in der Lage sein, die emotionale Betroffenheit, die mit solchen Beschwerden meist
verbunden sein wird, zurückzustellen und die Beschwerden der Kinder ernsthaft zu
verarbeiten. Da kann es helfen, wenn in der Einrichtung eine felerfreundliche (!) Atmosphäre
herrscht, die besagt: Es ist nicht schlimm, wenn sich jemand über andere beschwert; es
gehört zum Leben in unserer Gemeinschaft, dass wir Fehler machen und anschließend
darüber sprechen.
„Sich-beschweren“ zur Selbstverständlichkeit zu machen, kann Kinder vor Übergriffen
schützen. Es entlastet aber gleichzeitig auch die pädagogischen Fachkräfte. Die Einführung
von Beschwerdeverfahren ist ein möglicher Nachweis, wie es Pädagogik gelingen kann,
Machtmissbrauch zu verhindern und Unterdrückung aufzuheben.
Dass dieses eine große Anforderung an Kindertageseinrichtungen darstellt, hat auch der
Gesetzgeber gesehen und in § 8b (2) SGB VIII formuliert:
§ 8b Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
(2) Träger von Einrichtungen, in denen sich Kinder oder Jugendliche ganztägig oder für einen Teil des
Tages aufhalten oder in denen sie Unterkunft erhalten, und die zuständigen Leistungsträger, haben
gegenüber dem überörtlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung bei der Entwicklung und
Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien
1. zur Sicherung des Kindeswohls und zum Schutz vor Gewalt sowie
2. zu Verfahren der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an strukturellen Entscheidungen in der
Einrichtung sowie zu Beschwerdeverfahren in persönlichen Angelegenheiten.
Die Einführung von Partizipations- und Beschwerdeverfahren für Kinder und ihre
pädagogische Umsetzung werden Kindertageseinrichtungen noch lange beschäftigen. Ulrike
Urban-Stahl stellt fest, dass die Implementierung von Beschwerdeverfahren Zeit braucht und
„als bewusst zu gestaltender, langfristiger Prozess zu begreifen“ (Urban-Stahl 2013, S. 24) ist.
Doch es lohnt sich, diesen Weg zu gehen, da Partizipations- und Beschwerdeverfahren für
Kinder auch vielfältige Entwicklungschancen für die ganze Kita und alle Beteiligten – Kinder
und Erwachsene – bieten. „Beschweren erwünscht!“ heißt eben auch: Vielfalt erwünscht,
verschiedene Positionen erwünscht, konstruktive Auseinandersetzungen erwünscht.
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Quellenangaben:
Bartosch, Ulrich (2011): Missbrauchte Macht – Pädagogik als Unterdrückung, in: Flocke,
Vera; Schoneville, Holger (Hrsg.): Differenz und Dialog. Anerkennung als Strategie der
Konfliktbewältigung?, Berlin, S. 123-137
Hansen, Rüdiger (2008): Beteiligung in Kindertageseinrichtungen – zwischen partizipativer
Pädagogik und politischer Partizipation. In: Waldemar Stange (Hrsg.): Beteiligungsbausteine
Band 5: Partizipation in Kindertagesstätte, Schule und Jugendarbeit, Münster, S. 33-82
Hansen, Rüdiger; Knauer, Raingard; Sturzenhecker, Benedikt (2010): Kinder gestalten aktiv
ihre Lebensumwelt. Modellprojekt 2009-2010. Abschlussbericht, Düsseldorf/Kiel
Hansen, Rüdiger; Knauer, Raingard; Sturzenhecker, Benedikt (2011): Partizipation in
Kindertageseinrichtungen. So gelingt Demokratiebildung mit Kindern!, Weimar, Berlin
Knauer, Raingard; Hansen, Rüdiger (2010): Zum Umgang mit Macht in
Kindertageseinrichtungen. Reflexionen zu einem häufig verdrängten Thema, in: TPS –
Theorie und Praxis der Sozialpädagogik, Ausgabe Nr. 8, S. 24-28
Korczak, Janusz (1967): Das Recht des Kindes auf Achtung, Göttingen
Urban-Stahl, Ulrike (2013): Beschweren erlaubt! 10 Empfehlungen zur Implementierung von
Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Berlin
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