close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

09.09.2014 1 Wie können wir Kinder psychisch kranker Eltern und

EinbettenHerunterladen
09.09.2014
Die Fachstelle für Angehörige
Entstehung
• Eröffnung 2010
• Erweiterung und Start
Kinderprojekt Frühjahr 2012
• Zielsetzung:
Prävention psychischer
Erkrankungen in einer
Hochrisikogruppe
(Erfassung Unterstützung)
(Erfassung,
Wie können wir Kinder
psychisch kranker Eltern und
ihre Familien unterstützen?
• Mittel: Beratung, Vernetzung
und Öffentlichkeitsarbeit
Lic. phil. Anja Mackensen
Fachstelle für Angehörige PDAG
09.09.2014
Die Fachstelle für Angehörige
Zahlen 2013
Die Fachstelle für Angehörige
Angebot
• 270 Fälle, 400 Beratungen (über 330 Stunden)
• Beratungstelefon
j
g Kinder involviert.
• In 52 Fällen ((19%)) waren minderjährige
Æ über 100 betroffene Kinder, davon 40 % gesehen
• Individuelle Beratungsgespräche
• Gruppenangebote
• 85 % persönliche, 12 % tel. und 2 % Mail-Beratungen
• Infothek / Bibliothek
• Nur 70% der Patienten, deren Angehörige wir beraten
haben, sind in Behandlung, davon 57% in den PDAG.
• Vorträge und Veranstaltungen
• Zuweisung:
Das Angebot ist kostenlos und steht auch Angehörigen von
P
Personen
offen,
ff
die
di nicht
i ht P
Patienten
ti t d
der PDAG sind.
i d Di
Die
Gespräche unterstehen der Schweigepflicht.
45% betriebsintern (PDAG)
20 % über Internet
12% über Psychosoziale Institutionen
10 % Mund zu Mund Werbung
nur 3% über Psychiater und Hausärzte
09.09.2014
2
Seite 3
09.09.2014
4
1
09.09.2014
Die Fachstelle für Angehörige
Angebot für betroffene Familien
• Einzelberatungen
• Familiengespräche
• Helfersitzungen
• Vermittlung weiterführender Angebote (z.B. HotA, Therapie)
• Eltern-Kind-Unterstützungsgruppe
• Eltern-Informationsgruppe
• Familienwochenende
• Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen (z.B. KJPD, HotA)
• Interne und externe Weiterbildungen
• Öffentlichkeitsarbeit
09.09.2014
5
09.09.2014
6
09.09.2014
7
09.09.2014
8
2
09.09.2014
Angebot für betroffene Familien
Beratungsansatz
Kinder psychisch kranker Eltern
Belastungen
Setting, Dauer und Frequenz der Beratungen sind abhängig von
Kinder aus Familien mit einem psychisch kranken Elternteil
haben ein erhöhtes Risiko für psychische Fehlentwicklungen.
Sie leiden unter
• Fragestellung
• Krankheitseinsicht
• Motivation
• Loyalitätskonflikten
• Schuld- und Schamgefühlen
• Psychosozialer Situation
• Sozialer Isolierung, Stigmatisierung
• „separation guilt“
• Ä
Ängsten
t (vor
(
eigener
i
Erkrankung,
Ek k
Verlust
V l t des
d Elt
Elternteils,
t il
Gewalt)
• Parentifizierung, Hierarchieumkehr
• Informationsmangel
09.09.2014
9
Kinder psychisch kranker Eltern
Belastungen
09.09.2014
10
Magritte:
Der Geist der Geometrie
Folgende Faktoren haben Einfluss auf das Ausmass der
Belastungen:
• Dauer und Ausprägung der elterlichen Erkrankung
• Einschränkung der Erziehungsfähigkeiten
• Beziehungsverhalten psychisch kranker Mütter
• Disharmonie auf Paarebene
• diffuse Generationsgrenzen
• Kommunikationsverbot über Erkrankung
(„Familiengeheimnis“)
• Fehlen von zuverlässigen/vertrauensvollen Beziehungen
• Überrepräsentation von psychosozialen Belastungen
09.09.2014
11
09.09.2014
12
3
09.09.2014
Kinder psychisch kranker Eltern
Schutzfaktoren
Beratung von betroffenen Familien
Elterngespräch
Krankheitsinformation sollte im Familiengespräch erfolgen.
Vorbereitende Gespräche sollten mit den
Eltern und den Kindern getrennt durchgeführt werden.
• Temperament
• Soziale Kompetenzen
• Kognitive Kompetenzen
Häufigste Themen:
• Positives Selbstkonzept
• Gesunder Elternteil: Erschöpfung, Hilflosigkeit, Wut
• Kohärenzgefühl
• Erkrankter Elternteil: Gefühl von Inkompetenz,
Schuldgefühle, Ängste, Motivation für Behandlung aufbauen
• emotionale Bindung an Bezugspersonen
• ausreichende alters- und entwicklungsadäquate
Information über die Krankheit des Elternteils
09.09.2014
13
Beratung von betroffenen Familien
Elterngespräch
09.09.2014
Beratung von betroffenen Familien
Elterngespräch
Ziele der Elternberatung
• einen vertrauensvollen Rahmen bieten,
bieten um über das Erlebte
zu sprechen
• Ängste und Schuldgefühle abbauen
Eltern befürchten, Ihre Kinder zu überfordern, das Falsche zu
sagen, die Kinder zu stark zu belasten usw.
ÆWas befürchten Sie, was passieren könnte, wenn Ihr Kind
über die Krankheit aufgeklärt wäre?
• Erziehungskompetenzen stärken
ÆWas würde sich verändern, wenn Ihr Kind mehr über die
Krankheit wüsste?
• Motivation zur offenen Kommunikation
ÆWas denken Sie, wie sich Ihr Kind die Krankheit erklärt?
• Psychoedukation
ÆWelche Gedanken bewegen Ihr Kind
Kind, wenn es Ihnen
schlecht geht oder Sie in die Klinik müssen?
09.09.2014
14
15
09.09.2014
Seite 16
4
09.09.2014
Beratung von betroffenen Familien
Psychoedukation mit Kindern
Psychoedukation mit Kindern
Allgemeine Grundsätze
Diffuse Vorstellungen über die Krankheit lösen Angst,
Verunsicherung und Hilflosigkeit aus.
• Ausgangspunkt: persönliches Erleben der Kinder
Wissen befähigt Kinder: Never too young to know! P.R. Silverman
• Kinder haben das Recht, die Wahrheit über die Krankheit
zu erfahren.
g
Ebene ((Informationsmenge!)
g )
• Emotionale und kognitive
• entlastet und reduziert Schuldgefühle
• Kinder müssen nicht alle Details erfahren (v.a. jüngere
Kinder wären damit überfordert)
• vermittelt Hoffnung und positive Zukunftserwartungen
• Gibt ein Gefühl der Kontrolle und Selbstwirksamkeit
(Kohärenzgefühl)
• Sie müssen aber über alle wesentlichen Veränderungen
informiert werden sowie über alle Angelegenheiten,
Angelegenheiten die sie
betreffen.
Ædie Widerstandsfähigkeit der Kinder nimmt zu
Zudem stabilisieren Ehrlichkeit und Offenheit nachhaltig die
Eltern-Kind-Beziehung.
09.09.2014
• Kinder brauchen die Sicherheit, die Wahrheit erfahren zu
haben.
Seite 17
09.09.2014
Psychoedukation mit Kindern
Krankheitsbezogene Fragen
Psychoedukation mit Kindern
Krankheitsbezogene Fragen
Kinder stellen sich häufig folgende Fragen
Fragen zum Wissenstand
• Weisst du schon etwas über die Erkrankung von Mutter
und Vater?
• Was weisst du denn schon?
• Gibt es etwas, das du noch fragen möchtest?
• Mit wem kannst oder konntest du denn schon darüber
sprechen?
• Was ist los mit Mutter / Vater?
• Woher kommt die Krankheit der Mutter / des Vaters?
• Ist die Mutter / der Vater meinetwegen krank? Bin ich
schuld, dass Mutter / Vater wieder in die Klinik muss?
Habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich ihr / ihm zu
wenig geholfen, mich zu wenig gekümmert?
Fragen zu Krankheitserfahrungen
• Wird es schlimmer werden?
• Werde ich auch krank? Werden noch andere aus meiner
Familie krank?
09.09.2014
Seite 18
Seite 19
•
•
•
•
Bist du schon einmal krank gewesen?
Was hattest du denn?
Woran hast du gemerkt, dass du krank bist?
Was hat dir geholfen?
09.09.2014
Seite 20
5
09.09.2014
Psychoedukation mit Kindern
Fragen zum Umgang im Alltag
Psychoedukation mit Kindern
Grundsätze
• Wie soll ich mich dem kranken Elternteil gegenüber
verhalten?
• Umgang mit Unsicherheit:
Jegliche Versprechungen sollten vermieden werden. Ein
Kind kann besser mit der Unsicherheit leben als mit
falschen, wenn auch wohlgemeinten Versprechungen.
• Wie soll ich auf Äußerungen und Verhaltensweisen des
kranken Elternteils reagieren?
• Hoffnung vermitteln und gleichzeitig die Wahrheit sagen:
Kinder müssen sich auf den wahrscheinlichsten Fall
einstellen können und deshalb mit der Realität konfrontiert
werden. Je mehr das Kind den Eltern darauf vertrauen
k
kann,
di
die W
Wahrheit
h h it zu erfahren,
f h
d
desto
t weniger
i
verletzbar
l t b
ist es.
• Wie kann ich Vater oder Mutter in gesunden Phasen und
akuten Krankheitsphasenunterstützen?
• Wie verändert sich unser Familienleben?
• Wird sich mein Leben ändern und wenn ja
ja, wie?
• Wer wird für mich sorgen?
• Was mache ich, wenn es zu Hause Schwierigkeiten gibt?
09.09.2014
Seite 21
Beratung von betroffenen Familien
Botschaften an Kinder
09.09.2014
Seite 22
Beratung von betroffenen Familien
Fallbeispiele
Familie S.
• Du bist nicht schuldig
• Mutter mit Borderline-Erkrankung
Borderline-Erkrankung, alleinerziehend
• Du bist nicht verantwortlich
• Tochter 4 jährig
• Du kannst deine Eltern nicht gesund machen
• Grosseltern melden an
• Du darfst dein eigenes Leben führen
Familie M.
• Deine Eltern haben dich lieb, auch wenn sie es nicht zeigen
können
• Mutter mit Wahnerkrankung, aktuell in Klinik hospitalisiert
• drei Kinder, eines verstorben
• Vater meldet sich mit ältestem Sohn, welcher an einer
Panikstörung leidet
09.09.2014
23
09.09.2014
24
6
09.09.2014
Angebote für betroffene Kinder
Handlungsempfehlungen
1. Projektentwicklung: Inhalt, Umfang und Finanzierung
(Prävention!)
2. Partner finden für die Umsetzung (Politik, bestehende med.
Versorgung)
3. Sensibilisierung für das Thema in der Erwachsenenpsychiatrie im stationären und ambulanten Bereich
(Prävention geht über Eltern)
4 B
4.
Bewusstsein
t i iin d
der B
Bevölkerung
ölk
schaffen
h ff für
fü di
die Thematik
Th
tik
(Öffentlichkeitsarbeit)
5. Starten und Erfahrungen sammeln
09.09.2014
25
7
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
7
Dateigröße
164 KB
Tags
1/--Seiten
melden