close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

31 wie wichtig eine anregungsreiche Lernatmosphäre für

EinbettenHerunterladen
wie wichtig eine anregungsreiche
Lernatmosphäre für erfolgreiches
Lernen ist. Wenn man hinzunimmt, dass gerade Kindern aus
sozial benachteiligten Schichten
dieser Zugang durch das gegliederte Schulsystem systematisch
versperrt wird, muss geschlossen werden, dass diejenigen, die
ein gegliedertes System erhalten
wollen, diese Ungerechtigkeit bewusst bewahren.
Schule ohne
Nachhilfe – ein frommer
Wunsch?
Jeder dritte Schüler bzw. jede
dritte Schülerin der Klassen 5 und
6 nimmt in Hamburg Nachhilfeunterricht in Anspruch. Zurecht
stellt Hans-Peter Vogeler, stellvertretender Vorsitzender der Elternkammer, fest: »Es kann nicht
sein, dass die Eltern in einem
solchen Maße Bildung für ihre
Kinder dazukaufen müssen.« und
spricht von einer »Bankrotterklärung für die Schulen.« (Welt-online, 9.6.2007)
Eine Bankrotterklärung ist
es zuallererst für die Bildungs­
politik des Senats, denn damit
wird das Recht auf gebührenfreie
öffentliche Schulbildung für alle
völlig ausgehöhlt. Es ist ein besonderes Krisensymptom, dass
gerade Kinder aus benachteiligten Familien verstärkt Nachhilfe
in Anspruch nehmen müssen.
Weniger Förderunterricht und
größere Lerngruppen fast an
allen Schulen haben zu dieser
Expansion des privaten Bildungsmarktes beige­tragen. Minimale
Grundversorgung für alle und
Zukauf für höhere Ansprüche
– und das heißt heute in Hamburg
ein gutes Zeugnis der Haupt- oder
Realschule oder die Gymnasialempfehlung – das ist die Realität
in Hamburgs Schulen.
Nicht die besser verdienenden
Schichten an den Gymnasien
nehmen vermehrt Nachhilfe in
Anspruch, sondern die unteren
sozialen Schichten an Haupt- und
Realschulen!
22,8 % der Haupt- und Realhlz – Zeitschrift der GEW Hamburg 06-07/07
hlz_06-07/07_026_031.indd 31
schülerInnen
Varianzzerlegung der Mathematikleistung
nehmen
in
(Individual- und Schulebene)
Klasse 5 oder
6 Nachhilfe in
Deutsch in Anspruch, 23,1 %
Schüler
Schule
in Mathe – die
Zahlen für die
Gymnasien
42
sind 8,4 % und
15,9 %.
58
»D u rchaus
im Einklang
steht dieser
Befund aber
beispielsweise
mit den Ergebnissen der letzten
beiden
BBS/IFS/LI: Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern
© KESS 7
Shell-Jugendstudien (vgl.
Langness, Leven & Hurrelmann, zeigt sich anhand der KESS 7
2006), wonach gerade in weniger Daten sehr deutlich – aber anders,
privilegierten sozialen Lagen die als die CDU das propagiert:
Verbreitung von NachhilfeunterDie soziale Schieflage in der
richt sich innerhalb von nur vier Schule nimmt zu, die Eltern soziJahren von 13 Prozent auf 29 al benachteiligter Schichten müsProzent mehr als verdoppelt hat. sen zunehmend mehr bezahlen
Hier ist anzunehmen, dass die für die Bildung ihrer Kinder, werseit vielen Jahren zu beobachten- den zunehmend abgekoppelt von
den schlechten Arbeitsmarkt- den Chancen auf bestmögliche
chancen von Hauptschülerinnen Bildung, indem ihnen der Zuund -schülern, die sich vorwie- gang zu höherwertiger Bildung,
gend aus niedrigeren sozialen zum Gymnasium, systematisch
Lagen rekrutieren, dazu beitra- versperrt wird. Gleichzeitig ist
gen, dass auch viele dieser Fami- die Qualitätsoffensive, mit der
lien versuchen, die finanziellen die CDU angetreten ist, grandios
Ressourcen dafür aufzubringen, gescheitert: Die Lernergebnisse
ihre Kinder beim Erreichen guter sind überwiegend schlechter als
Schulleistungen zu unterstüt- noch vor 9 Jahren.
zen.« (S. 20)
Wir brauchen keine neue GlieZu welchen auch sozialpoli- derung in verschiedene Schultischen Folgen die Konkurrenz in formen, um zu durchgreifenden
der Schule und auf dem Ausbil- Erfolgen von Schule zu kommen
dungs- und Arbeitsmarkt führt, und der Chancengleichheit näbelegen diese Zahlen deutlich. her zu kommen. Was wir brauGerade die Familien, die unter chen ist die Überwindung des
geringen Einkommen und Ar- gegliederten Schulwesens und
beitsplatzunsicherheit besonders eine Schule für alle, die mit den
leiden, geben besonders viel Geld notwendigen Ressourcen ausgefür Nachhilfeunterricht aus, weil stattet ist, um eine durchgreifendie Schule auch in dieser Hin- de individuelle Förderung jedes
sicht Chancengleichheit nicht einzelnen Kindes in heterogenen
herstellt.
Lerngruppen zu ermöglichen.
Davon ist die Bildungswende à la
Bildungswende à la CDU
CDU Lichtjahre entfernt.
Die Bildungswende, mit der
klaus bullan
die CDU in den Wahlkampf geht,
1. Vors. GEW-HH
31
25.06.2007 17:42:16 Uhr
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
2
Dateigröße
87 KB
Tags
1/--Seiten
melden