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einblick 11/2012 - Lehrmittelverlag Zürich

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Impressum
Das Kundenmagazin des Lehrmittelverlages Zürich
Nummer 11 · Oktober 2012
Herausgeber
Lehrmittelverlag Zürich
Räffelstrasse 32
8045 Zürich
Telefon044 465 85 85
Fax 044 465 85 89
einblick@lmv.zh.ch
www.lehrmittelverlag-zuerich.ch
Redaktion
Peter Bucher
Robert Fuchs
Mathias Grüter
Erica Maurer
Julia Reichmann
Sabine Reiner
Iris Wiederkehr
Autorinnen und Autoren
dieser Ausgabe
Urs Mendelin (Fokus)
Bruno Raimondi (Werkstatt)
Roswitha Borer Amoroso (Fensterplatz)
Priska Gnägi, Patricia Meier (Stichwort)
Gestaltung und Satz
KGT Raimondi AG, Adliswil
Druck
Rüegg Media AG, Aesch ZH
Auflage
13 800 Exemplare
Das Kundenmagazin einblick erscheint
zweimal jährlich
Bestellen Sie Ihr kostenloses Exemplar
unter einblick@lmv.zh.ch
Alle Ausgaben finden Sie auch
als Download auf
www.lehrmittelverlag-zuerich.ch
Bildnachweise/Fotografie/
Illustrationen
Cover: Frank Brüderli
S.2: Giorgio Balmelli
S.4–9: Screenshots
S.13–15: Frank Brüderli
S.16–17: SBS Schweizerische Bibliothek
für Blinde, Seh- und Lesebehinderte
S.18: Peter Schiltknecht
S.19: Corinne Schroff
Fokus
Web- und Printdesign –
Die Herausforderung für
Gestalterinnen und Gestalter
Werkstatt
Wie gestaltet man ein
Mathematiklehrmittel?
Fensterplatz
Lehrmittel für Blinde und
Sehbehinderte
Editorial
Mitte des 15. Jahrhunderts erfand ein gewisser Johannes Gensfleisch,
besser bekannt unter dem Namen Gutenberg, den Buchdruck in Europa
und die Druckerpresse. Gut 500 Jahre behauptete das gedruckte Buch
danach seine Stellung. Seit einigen Jahren erhält es Konkurrenz durch
digitale Medien, die eine bisher ungeahnte Erweiterung der Wissensver­
mittlung erlauben.
Gestaltung, Herstellung und Vertrieb digitaler Medien stellen Verlage
vor neue Herausforderungen. Lesen Sie im Fokusartikel, wie Grafikbüros
unter den neuen Gegebenheiten arbeiten, worauf bei einer übersicht­
lichen Gestaltung zu achten ist und wie digitale Medien und Print­
medien zusammen harmonieren.
Robert Fuchs
Verlagsleiter
Dass das Zusammenwirken von digitalen Medien und Printmedien
erfolgversprechend ist, bestätigen die Auszeichnungen für unsere
aktuellen Lehrwerke «Sprachland» und «Mathematik 1 Sekundarstufe I».
Für beide durften wir einen «Worlddidac Award» entgegennehmen.
Die Lehrmittel­-Sites zu den beiden Lehrwerken sind als integrale Lehr­
werkteile gedacht und bieten eigenständige, dem digitalen Medium
entsprechende Zugänge zu den Lerninhalten. Besuchen Sie auf
www.lehrmittelverlag-zuerich.ch unsere 17 Lehrmittel­-Sites, die zu
allen grossen Lehrwerken einen Zusatznutzen bieten. Sie werden
verblüfft sein!
Zum Schluss noch dies: Im letzten «einblick» haben wir über das neue
Französischlehrwerk berichtet. Nun steht der Name fest. Das Lehrwerk
soll «dis donc!» heissen – frisch, spritzig, frech! Die Autorinnen sind
zusammen mit Praxislehrpersonen voller Elan an der Arbeit. Sehen
wir dem Resultat mit Spannung entgegen. Mehr demnächst auf der
Didacta Schweiz Basel 2012, die vom 24. bis 26. Oktober in Basel statt­
findet!
2
Das Kundenmagazin des Lehrmittelverlages Zürich
Nummer 11 · Oktober 2012
Internet und neue
Medien
Inhalt
Die Anforderungen an
die Gestaltung.
Fokus Neuerscheinungen
10
Archiv 12
Werkstatt 13
Fensterplatz 16
Seitenblick 18
Stichwort
19
Impressum 20
Seite 4–9
Heinrich Wettstein
Holzstiche im
19. Jahrhundert.
Seite 12
Mathematik
Sekundarstufe I
Der Gestaltungsprozess.
Seite 13–15
4
Ali singed Mathi
Die Autorinnen Patricia Meier
und Priska Gnägi zum Thema
«Zählen beim Singen und
singen beim Rechnen».
Seite 19
3
Was im Printprodukt das Inhaltsverzeichnis,
ist im Web die Navigation.
Fokus
Neue Medien
verlangen eine neue
Gestaltung
Internet und neue
Medien stellen andere
Anforderungen an
die grafische Gestaltung,
als es Printprodukte tun.
Dies verlangt von
Gestalterinnen und
Gestaltern spezielle
Kompe­tenzen.
Die grafische Gestaltung war bis in
die 90er-Jahre auf Printprodukte ausgerichtet. Dabei bildeten vorab die
Anzahl und das Format der Seiten
den Rahmen für die Gestaltung.
Wenn heute auch für das Internet gestaltet werden soll, sind besondere
Gegebenheiten zu beachten und für
die Inhalte sind die jeweils passenden Gefässe zu wählen.
Dauerhafte Inhalte unterscheiden
sich von Inhalten, die rasch aktualisiert werden müssen oder die veränderbar sein sollen. Während gedruckte Lehrwerkteile der richtige Ort für
bleibende Inhalte sind, gehören Inhalte, die rasch veralten, veränderbare
Übungen und Jahresplanungen zum
Lehrmittel eher auf eine zugehörige
Website.
Orientierung schafft
Zugang zu den Inhalten
Urs Mendelin, Zürich
4
Was im Print das Inhaltsverzeichnis,
ist im Web die Navigation. Hier geht
es darum, die Orientierung und die
Bedienung zu optimieren. Usability ist
heute eine wichtige Disziplin in der
Ge­staltung. Einige Standards für die
Benutzerführung haben sich inzwischen durchgesetzt. So werden Elemente für die Navigation üblicher­
weise am linken oder oberen
Seitenrand platziert, und ein Logo befindet sich in der linken oberen Ecke
einer Web­seite.
Auf der Suche nach geeigneten Metaphern für die Orientierung auf Web-
seiten griffen Gestalter auf altbe­
kannte Elemente, wie Register und
Karteikarten, zurück. Dies beeinflusste
wiederum die Gestaltung von Printprodukten. Auch dort kamen solche
Elemente erneut zum Einsatz, und
auch der Leseführung wurde wieder
mehr Bedeutung zugemessen. Insbesondere für Lehrmittel, die aus mehreren miteinander vernetzten Lehrwerkteilen und Medien bestehen,
sind eine klare Orientierung, eine
gute Leseführung und ein einfacher
und schneller Zugang zu den Inhalten
unverzichtbar.
Struktur als Unter­
stützung fürs Lesen
Lesen auf einer gedruckten Seite geht
vom Bild über die Headlines zur Bildlegende und führt von den Überschriften bis hin zum Text. Im Web
buhlen zusätzlich Animationen, Audio
und Video, Buttons und Hyperlinks
um die Aufmerksamkeit der Betrachter.
Die Bereitschaft, längere Texte zu lesen, nimmt durch die neuen Technologien und Medien sowie den gesellschaftlichen Wandel ab. Dieser Trend
beeinflusst auch die Gestaltung von
Druckerzeugnissen. Gefragt sind gestalterische Tricks, die zum Lesen verführen, wie kleinere Texthäppchen,
viel Weissraum, eine gute Strukturierung der Texte und eine gute Lesbarkeit, was mit gepflegter Typografie
einhergeht.
Noch stärker beeinflusst die Tendenz
zu kürzeren Texteinheiten die Gestaltung von Inhalten im Internet, denn
dort ist der Anreiz, an einem Text zu
bleiben, noch geringer. Auch in der
Lehrmittelgestaltung kommt der An-
passung von Textmenge und -gestaltung an die Zielgruppe (Alter, Stufe,
Fähigkeit) eine besondere Bedeutung
zu.
Der User im Netz möchte die
Informationen möglichst schnell
und mit geringem Aufwand
finden. Beispiel einer von Urs
Mendelin gestalteten Website.
5
Fokus
Ein grafisches Atelier im Wandel
der Technologie
Plattformübergreifende
Farben
Bei Printprodukten für den Unterricht
achtet man darauf, dass sich die
Farben der Kapitel und Themen gut
unterscheiden lassen.
6
Während man in Printmedien bei der
Farbauswahl nur wenig Einschränkungen durch die Wahl des Druckverfahrens kennt, war beim Webdesign
anfänglich eine sehr beschränkte Farb­
palette von 256 web­sicheren Farben
Garant für eine plattformübergreifendkonsistente Darstellung. Mittlerweile
hat sich dieses Verhältnis umgekehrt.
Heutige Bildschirme können beinahe
jede Farbe (16,7 Millionen) wiedergeben. Das Spektrum möglicher Ausgabegeräte reicht von den klassischen
RGB-Computer-Monitoren und den
Displays mobiler Geräte über Laserund Tintenstrahldrucker bis hin zur
CMYK-Druckmaschine. Gestaltet man
für alle Medien, dann wählt man Farben, die auf allen Ausgabegeräten
den gleichen Eindruck hinterlassen.
Erschwerend und kaum beeinflussbar
kommt hinzu, dass gleiche Geräte untereinander grosse Farbdifferenzen
aufweisen. Unter diesem Aspekt sind
klare Farbtöne weniger heikel als helle Pastelltöne.
Meistens gilt es, für ein Lehrmittel
eine ganze Farbpalette zu bestimmen,
etwa für die Darstellung verschiedener Kapitel oder Themen. Dabei ist es
wichtig, dass sich die Farben gut unterscheiden lassen. Gut geeignet dafür sind die Farbrichtungen Rot, Blau,
Grün und Gelb. Zu helle Farben sind
für Texte nicht ideal, da sie zu wenig
Kontrast aufweisen und der Text da-
durch schlecht lesbar wird. Bei der
Farbwahl ist ausserdem die Zielgruppe zu beachten. Bei Lehrmitteln
bedeutet dies unter anderem, dass
sich für Erstklässler, die noch nicht
das ganze Farbspektrum unterscheiden und benennen können, eine klarere Farbgebung mit Primär- beziehungsweise Grundfarben empfiehlt,
während für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe durchaus auch
Tertiärfarben wie Braun, Ocker und
Olive möglich sind.
Typografie ist immer
noch gefragt
Bis vor Kurzem konnte man im Web
für Texte nur eine Handvoll plattformübergreifender Systemschriften (Arial,
Times, Verdana, Trebuchet usw.) einsetzen. Seit CSS 3, der aktuellen Version der Formatierungssprache für
Webseiten, lassen sich auch andere
Schriften in Webseiten einbinden.
Diese Technologie wird mittlerweile
von allen aktuellen Browsern unterstützt. Damit eröffnen sich neue
Möglichkeiten für die Gestaltung von
Webseiten. Endlich können die Webseiten typografisch konsequent mit
der Print­ge­stal­
tung in Übereinstimmung gebracht werden. Durch die
grössere Auswahl an Schriften werden auch der Gestaltungsspielraum
und die Möglichkeit zur Identifikation
erweitert. Allerdings sind nach wie
vor wegen der Auflösung in Pixel
nicht alle Schriften auf dem Bild-
Bereits 1999 liess ich mutig und euphorisch «Internet» auf meine
Visitenkarte drucken. Von diesem Zeitpunkt an bot ich nicht mehr nur
Drucksachen an, sondern auch die Gestaltung und Produktion von
Webseiten, Animationen, Programmen usw. Mein Berufsbild hatte
sich bereits damals zum Polygrafen gewandelt – fortan war ich also
auch Webdesigner und Programmierer. Der Wandel brachte es mit
sich, dass praktisch von Auftrag zu Auftrag Neues gelernt werden
musste. Die Weiterbildung zum «Multimedia Producer» an der SAE
legte die Grundlagen, doch Learning by Doing, das Studium von
IT-Fach­literatur und permanente Weiterbildung sind immer noch
angesagt.
Projekte mit neuen Medien erfordern ein umfangreiches Know-how
für Gestaltung und Technologie. Es ist daher ideal, wenn sich mehrere
Personen zu Netzwerken zusammenschliessen, die solche Projekte
gemeinsam entwickeln und produzieren können. Die Trennung von
Gestaltung und Inhalt unterstützt diese Arbeitsweise ideal, parallel
kann so programmiert, Content eingegeben und die Gestaltung ent­
wickelt werden. So arbeite auch ich heute in einem Netzwerk von
selbst­ständigen Typografen, Gestaltern und Programmierern.
Die ersten Webseiten
Früher erstellte ich Webseiten noch mit einfachen Editoren. Wollte
damals der Kunde nachträglich Texte, Bilder oder Navigationspunkte
hinzufügen, begann ein aufwendiges Herumschieben der bereits
gestalteten Inhalte. Erst der Einsatz von Content-Management-Systemen, also von Webseiten, bei denen die Gestaltung und der Inhalt
aus einer Datenbank zusammengeführt werden, ermöglichte es, die
Schnittstelle zwischen Kundschaft und Webdesigner dort zu setzen,
wo diese vom Auftraggeber gewünscht wird.
Social Media blüht auf
Seit rund zehn Jahren gewinnen soziale Netzwerke wie Facebook,
Wikipedia, Twitter und YouTube zunehmend an Bedeutung. Social
Media hat unbestritten die Gesellschaft in ihrem Verhalten bereits
heute nachhaltig verändert und wird dies wohl weiterhin tun.
Seit wenigen Jahren nutzt auch unsere Kundschaft diese Kanäle für
ihre Kommunikation und Werbung. Das heisst, nun sind ihre Websites
mit Blogs, Newsletters, Facebook-Accounts anzureichern und für
Suchmaschinen zu optimieren. Mich erwarten also weitere interessante
und herausfordernde Aufträge an der Schnittstelle zwischen Gestaltung
und neuen Medien.
Urs Mendelin, Zürich
7
Eine zentrale Datenverwaltung
ermöglicht aktualisierte Inhalte und
rasche Produktentwicklung.
Fokus
schirm gut lesbar. So werden etwa
Schriften mit einem starken Kontrast
der Strichdicken und feinen Details
vom strahlend weis­
sen Hintergrund
überblendet, die Zeichen fallen optisch auseinander und der Lesefluss
ist gestört.
Die Lesbarkeit einer Schrift wird aber
nicht allein durch ihr Aussehen, sondern vor allem auch über Schriftgrös­
se, Zeilenabstand, Laufweite, Wortabstände, Spaltenbreite, Absätze usw.
bestimmt. Bei den Lehrmitteln spielt
insbesondere eine an die Altersgruppe angepasste Schriftgrösse für die
Lesbarkeit eine zentrale Rolle.
«Neue Medien» bieten
neue Möglichkeiten
Register und Karteikarte, Elemente aus
Printprodukten, findet man auf allen
Webseiten. Seit diese Elemente im Netz
zur Orientierung dienen, werden sie
in Printprodukten wieder vermehrt
verwendet.
8
Die neuen Medien bieten Nutzerinnen
und Nutzern mit Behinderungen verschiedene Hilfen. So können Texte
vom Computer vorgelesen, Bildschirmdarstellungen vergrössert und Texte
auf speziellen Geräten in Braille-Schrift
ausgegeben werden.
Für den barrierefreien Zugang zu den
Inhalten ist ein ganzes Bündel an
Massnahmen nötig. So sind Bilder
mit Alternativtexten zu versehen, und
die Farbgestaltung ist für Personen
mit Farbenfehlsichtigkeit (Rot-GrünSehschwäche) erkennbar zu machen,
vor allem wenn Navi­gationselemente
oder Links damit gestaltet werden.
Weiter dürfen Texte nicht als Bilder
oder Grafik implementiert werden,
und die Titel- und Texthierarchie muss
mit HTML-Elementen klar strukturiert
sein. Auch ohne grafische Elemente
müssen für einen barrierefreien Zugang die Abfolge der Inhalte und die
Textstruktur immer noch vorhanden
sein. Zudem soll die Schrift im Browser skalierbar bleiben, und bei der
Schrift- und Farbwahl ist auf klare Formen und gute Kontraste zum Hintergrund zu achten. Schliesslich sollte
die Webseite so aufgebaut sein, dass
ein Navigieren ohne Maus, nur mit der
Tabulatortaste, jederzeit möglich ist.
Die neuen Medien haben der Gestaltung mit Animation, bewegten Bildern und Interaktivität neue Möglichkeiten eröffnet. Sie ermöglichen es,
den Betrachter auf eine neue Art und
Weise in die Inhalte einzubeziehen
und Inhalte zum Leben zu erwecken,
wie es die gedruckte Form so nicht
kannte. Diese Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu erregen, wurden im
Web durch Werbebotschaften derart
ausgereizt, dass bereits wieder Tendenzen zu einem zurückhaltenderen
Einsatz erkennbar sind, ganz nach
den bewährten Grundsätzen guter
Gestaltung «less is more» und «reduce to the max».
Didaktisch gezielt eingesetzt, sind Ani­
mationen und interaktive Übungen jedoch wertvolle und wichtige Bestandteile von Lehrmitteln.
Veränderung der Prozesse
Inhalte werden heute meist für verschiedene Publikationsformen aufbe-
reitet – gedruckt und digital. Um die In­
halte möglichst aktuell zu halten und
Pro­dukte rascher zu entwickeln, drängt
sich eine zentrale Verwaltung und Bewirtschaftung in einer Datenbank auf.
Dabei wird der Inhalt konsequent von
der Gestaltung und Formatierung getrennt. Bei Webseiten ist dies bereits
ein Standard. Mit Content-Management-Systemen (CMS) kann die Aktualisierung über einen Webbrowser jederzeit orts- und personenunabhängig
vorgenommen werden. Publikationssysteme erweitern dieses Prinzip und
ermöglichen bereits heute die Aus­
gabe auf verschiedene Medien.
Derart veränderte Prozesse können
parallel verlaufen. Dabei arbeiten Redakteure und Gestalter von unterschiedlichen Orten aus zum selben
Zeitpunkt am gleichen Dokument.
Das bedeutet für den Gestalter, dass
bereits ohne konkreten Inhalt ein Gestaltungskonzept entwickelt wird.
Grundlage für diese Arbeitsweise ist
eine genaue Beschreibung des Workflows, die Festlegung der Verantwortlichkeiten sowie die Vergabe von Zugriffsrechten. Die Vorteile der zentralen Datenverwaltung liegen auf der
Hand: Redundanzfreiheit, kürzere
Entwicklungszeit, einfachere Verwaltung und Übersicht über die Inhalte,
Aktualität und klare Strukturen. Besonders umfangreiche Lehrmittel mit
unterschiedlichen Produkten und der
Ausgabe auf verschiedenen Medien
können davon profitieren.
Interaktive Übungen zu «Mathematik
Primarstufe» als wichtiger Bestandteil
des Lehrmittels.
9
Neuerscheinungen
Kompaktwissen mit Humor
Nun ergänzen zwei weitere
Titel diese allseits beliebte
Sachbuchreihe:
«Schweiz im Bild» vereint zahlreiche imagebildende Konzepte –
Symbole, Mythen, Figuren, Produkte oder Handwerk und
Brauchtum –, die als typisch schweizerisch gelten: von der
Schokolade zum Nationalhelden Wilhelm Tell über die sprichwörtliche Pünktlichkeit, das Matterhorn, Heidi, die Armee oder die
Banken öffnet sich ein vielschichtiges, leicht zugängliches
Panorama.
Die Darstellung wird dabei aufgelockert durch die feine Feder von
Mix & Remix. Seine humorvollen Karikaturen bringen die Leserinnen
und Leser zum Schmunzeln, regen aber auch zum Nachdenken
über lieb gewordene Eigenschaften und Traditionen an.
Setzt man sich einmal mit den Grundlagen der nationalen
Identität auseinander, gibt man sich die Mittel in die Hand zu
verstehen, was die Schweiz ausmacht und wofür sie heute steht.
Es schärft den Blick auf die Realität und erlaubt es, sich an ihrer
Weiterentwicklung zu beteiligen.
Schweiz im Bild
Schweiz im Bild couv v4_ok 22.07.12 17:54 Page1
Gianni Haver
Mix & Remix
Schweiz im Bild
MYTHEN • SYMBOLE • KLISCHEES
ISBN 978-3-03713-640-9
Der Illustrator und Karikaturist
Philippe Becquelin alias Mix
& Remix hat in der Westschweiz mit seinen Presseund Fernsehkarikaturen
längst Kult­status erreicht.
Im Lehrmittelverlag Zürich ist
eine Reihe kompakter Sachbücher zu unterschiedlichen
Themen erschienen, die mit
Becquelins grossnasigen,
mit frechen Bemerkungen
aufwartenden Strichmännchen ein wahrer Lesegenuss
sind. Die Reihe reicht von
der Schweizer Staats- und
Ins­ti­tutionenlehre über die
Schweizer Geschichte, Wirtschaft und den Umgang mit
Geld, die Europäische Union
bis zum Fussball, dem runden Leder, das für viele die
Welt bedeutet. Jeder Band
ist von einem anderen Autor
bzw. Autorenteam geschrieben.
– Züri kompakt stellt den
bevölkerungsreichsten
Schweizer Kanton ins Zentrum und beantwortet Fragen zu seiner Geschichte,
den politischen Institutionen und der wirtschaft­
lichen Rolle innerhalb der
Schweizer Volkswirtschaft.
Abgerundet wird das
facetten­reiche Kantonsporträt durch 88 Kurzbiografien bekannter Zürcher
Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart.
– Schweiz im Bild befasst
sich mit den Bildern, die
die Wahrnehmung der
Schweiz im In- und Ausland prägen. Der Band
vereint zahlreiche image­
bildende Konzepte –
Sym­bole, Mythen, Figuren,
Produkte oder Handwerk
und Brauchtum –, die als
«typisch» schweizerisch
gelten.
Züri kompakt
Artikel-Nr. ....................
Schweiz in Sicht
Artikel-Nr. ....................
Auf zur Schweiz
Artikel-Nr. ....................
Schweiz im Bild
Artikel-Nr. ....................
Auf und ab
Artikel-Nr. ....................
Europa kompakt
Artikel-Nr. ....................
Schweiz am Ball
Artikel-Nr. ....................
650 205.00
731 000.00
732 000.00
732 005.00
260 061.00
732 010.00
262 100.00
Schulpreis ................... Fr. 12.10
Preis für Private .......... Fr. 16.20
Geld im Griff
Schulpreis ................... Fr. 9.70
Preis für Private .......... Fr. 13.00
Artikel-Nr. .................... 260 060.00
Ab 1. Schuljahr
10
Bereichen Sortieren, Beschreiben, Zeichnen und
Bauen fördern die aktive Auseinandersetzung mit dem
Thema Geometrie und unterstützen das handlungsorientierte Lernen. Das Set kann
als didaktisches Hilfsmittel
ab dem 1. Schuljahr bis zur
Sekundarstufe stufenüber-
3. bis 6. Schuljahr
Kurz und knapp, witzig und
schräg: Mix & Remix bringt
das Wesentliche auf den
Punkt. Was will man mehr?
Würfel, Quader, Pyramide & Co.
18 geometrische Körper für Schülerinnen und Schüler
Würfel, Quader, Pyramide
& Co. ist ein Set mit 18
geometrischen Körpern in
einer handlichen Schachtel.
Beigelegt ist eine Kurzanleitung, die Anregungen gibt,
wie die Schülerinnen und
Schüler damit arbeiten
können. Die abwechslungsreichen Auf­träge aus den
Mathematen
greifend eingesetzt werden.
Weitere Ideen für die Arbeit
mit Würfel, Quader, Pyramide & Co. stehen als kostenfreier Download zur Verfügung auf
www.mathematik-primar.ch.
Schulpreis ................... Fr. 25.00
Preis für Private .......... Fr. 33.40
Artikel-Nr. .................... 170 171.17
Autorenteam
Die Software Mathematen
ergänzt als elektronisches
Hilfsmittel die gegenständ­
lichen didaktischen Mate­
rialien zu Mathematik Primarstufe wie Wendepunkte,
Zahlenband, Zahlenkarten,
Hunderter­tafel, Stellenwertkarten, Zehnersystem-Holz
(Dienes-Material), Münzen
und Noten, Reihenklavier und
die Geometriekörper Würfel,
Quader, Pyramide & Co.
Die Mathematen sind fünf
interaktive Maschinen, mit
denen die Schülerinnen und
Schüler in den Bereichen
Uhrzeit, Zahlenstrahl, Stellenwerte, Grössen und Brüche
mathematische Zusammenhänge erforschen und Aufgaben bearbeiten und kontrollieren können.
Lehrpersonen können mit
den Mathematen Sachverhalte aus diesen Bereichen
veranschaulichen.
–Der Mathemat Uhrzeit
stellt Uhrzeiten mit drei verschiedenen Modellen dar:
auf einer Analoguhr, einer
Digitaluhr und auf dem Zeitstrahl. Zudem lassen sich
Zeitangaben vorsprechen.
–Der Mathemat Zahlenstrahl ermöglicht es, durch
Verschieben eines Zahlenbandes sowie durch Ein- und
Aus­zoomen verschiedene
Bereiche des Zahlenstrahls
darzustellen. Dabei steht der
ordinale Aspekt von Zahlen
im Vordergrund.
–Der Mathemat Stellenwerte zeigt die Bedeutung der
Stellenwerte und Eigenwerte
von Ziffern in Zahlen. Er
zeigt, wie das Addie­ren und
Subtrahieren von Zehner­
potenzen (1, 10, 100, 1000)
eine Zahl verändert.
–Der Mathemat Grössen
veranschaulicht Grössen, um
die Vorstellung von Grössen
zu fördern sowie das Repertoire von Referenzgrössen zu
erweitern und zu festigen.
Der Mathemat ermöglicht
Grössenvergleiche für eine
bestimmte Anzahl, für Längen, Hohlmasse, Gewichte
und Flächen, indem jeweils
die gewählte Grössen­angabe
zwei Referenzwerten gegenübergestellt wird.
–Der Mathemat Brüche
stellt Brüche als Bruchzahl,
Dezimalzahl und Prozentzahl
dar und veranschaulicht sie
in drei Modellen als Kreis­
sektor, als Ort auf dem Zahlenstrahl und als Teil einer
Hunderterplatte.
Mathematik 3 Primarstufe
3. Schuljahr
Primarstufe
Themenbuch
3
Autorenteam
Mathematik 3 Primarstufe
baut auf Mathematik 1 und 2
Primarstufe auf und komplettiert die neuen Lehrmittel für
die Unterstufe.
Das Themenbuch bietet das
Kernangebot zum jeweiligen
mathematischen Thema und
enthält unterschiedliche Aufgabentypen zum Fertigkeitserwerb.
Die fünf Arbeitshefte ergänzen die Übungen vom Themenbuch.
Mit der Lernsoftware Fertigkeiten erwerben können die
Schülerinnen und Schüler ihre
Grundfertigkeiten weiter trainieren. Die Lernsoftware
steht sowohl als CD-ROM als
auch gratis online auf www.
mathematik-primar.ch zur Verfügung.
Das Handbuch unterstützt die
Lehrpersonen mit ausgearbeiteten Vorschlägen in ihrem
Unterricht und enthält Übersichten, Kopiervorlagen und
Beobachtungsbögen.
Die Lösungen umfassen die
Lösungen zu den Arbeitsheften und dem Themenbuch.
Eine CD-ROM bietet Arbeitsblätter in zwei bis drei Schwie­
rigkeitsgraden sowie veränderbare Arbeitsblattvorlagen.
Weitere Informationen:
www.mathematik-primar.ch
Informationen zu diesen und weiteren
Neuerscheinungen finden Sie auf un­serer Website
www.lehrmittelverlag-zuerich.ch
11
Archiv
Heinrich Wettstein – Pionier der
Naturkundelehrmittel
Werkstatt
1865 erhielt Heinrich
Wettstein – Sekundarlehrer
in Zürich und später Seminardirektor in Küsnacht –
den Auftrag, ein Naturkundelehrmittel zu verfassen.
Nach einem halben Jahr
lagen rund 530 Holzstiche
sowie das Manuskript
«Leitfaden für den Unterricht in der Naturkunde an
Sekundarschulen» vor.
Für seine Lehrmittel erhielt
Wettstein nationale und
internationale Anerkennung. An der Weltausstellung 1878 in Paris ernannte
man den erfolgreichen
Schulbuchautor zum
«Officier de l’instruction
publique».
Weit mehr als ein «schöner Auftritt»
für den Inhalt –
das neue Lehrwerk
Mathematik
Sekundarstufe I
«Ohne gute Draufsicht kein Durchblick» gilt auch für
die Lerninhalte in der Mathematik. Der Grafiker Bruno
Raimondi und sein Team gestalten das neue Mathe­
matik-Lehrwerk für die Sekundarstufe.
Dieses Jahr wurde «Mathematik 1 Sekundarstufe I»
mit dem «Worlddidac Award 2012» ausgezeichnet.
Ein Gespräch.
12
Herr Raimondi, Sie arbeiten als Grafiker schon seit 2007 an dem neuen
Lehrwerk für Mathematik. Was
waren Ihre ersten Arbeitsschritte?
Nach dem Briefing im Verlag und dem
Studium der Manuskripte haben wir
zuerst den groben Rahmen für die
Seitenaufteilung definiert, eine erste
Auswahl möglicher Schriften zusammengestellt und Skizzen von wichtigen wiederkehrenden Elementen ausgearbeitet. Da wir bereits Mathe­
matikbücher für den Lehrmittelverlag
Zürich machen durften, waren uns die
speziellen Probleme und Anforderungen für diese Art Bücher bekannt.
Wie haben Sie das Farbkonzept der
Lehrmittel entwickelt?
Mit Farben lassen sich Produktfamilien gestalten, Einzelteile gliedern und
Stimmungen erzeugen. Wir hatten
Layouts mit verschiedenen Farbkonzepten entworfen. Zur Ausführung
kam das Konzept mit drei intensiven
13
Werkstatt
Ein Lehrmittel braucht eine klare typografische Struktur
mit einer logischen Hierarchie.
Alle Gestaltungselemente haben eine Funktion
und schaffen Übersichtlichkeit.
1
klaren Hauptfarben: Mathematik 1 ist
rot, Mathematik 2 blau und Mathematik 3 grün gestaltet. Diese drei Hauptfarben fassen die Lehrwerkstufen
zusammen. Zur Gliederung der Lehr­
werkteile haben wir ergänzend Farbcodes definiert.
Schrift­­bild und die technische Qualität
dieser Schriftfamilie. Damit mathematische Sonderzeichen in dieser Schrift
und in allen Grössen gut dargestellt
werden konnten, haben wir eine zusätzliche, mit unseren Programmen
kompatible Software eingekauft.
Nach welchen Kriterien haben Sie
die Schrift ausgewählt?
Gemeinsam mit dem Verlag entschieden wir uns für die Opentype-Version
der Univers von Adrian Frutiger.
Hauptkriterien für diese Wahl waren
die gute Lesbarkeit in allen Anwendungsgrössen, das ausgewogene
Welche besonderen Herausforderungen tauchten auf, mit denen Sie
anfangs nicht gerechnet hatten?
Eine besondere Herausforderung waren für uns vor allem die geometrischen Aufgaben, welche die Schülerinnen und Schüler direkt in den
Arbeitsheften lösen. Um den Platzbe-
Mathematik 1 und 2 Sekundarstufe I in Zahlen:
Mathematik 1
2
Themenbuch; Arbeitshefte I, II, III; Begleitheft
total
Handbuch und Lösungen total Zeichnungen total Illustrationen und Fotos total
994 Seiten
826 Seiten
3316
775
Mathematik 2
Themenbuch; Arbeitshefte I, II, III; Begleitheft total
922 Seiten
Handbuch und Lösungen total
914 Seiten
Zeichnungen total 2853
Illustrationen und Fotos total
787
Angaben ohne Online-Angebote mathematik-sek1.ch
14
3
2
darf für die Lösungen in der richtigen
Grösse freizuhalten, haben wir alle
Zeichnungen mit der entsprechenden
Lösung fertig erstellt. Die Daten wurden so aufgebaut, dass wir nach dem
Platzieren im Umbruch die Lösung jeweils wegklicken können. Insgesamt
arbeiten wir bei den Layouts auf 18
unterschiedlichen Ebenen, die wir bei
Bedarf einblenden können.
Welche Überlegungen waren ausschlaggebend, die Seiten beim Themenbuch, den Arbeitsheften und
dem Begleitheft so zu gestalten?
Damit bei der Vielzahl von Elementen
die Gestaltung nicht überladen und
ungeordnet wirkt, mussten die einzelnen Komponenten zurückhaltend gestaltet und konsequent angeordnet
werden. Zum Beispiel werden die
Aufgaben nur mit einer kurzen farbigen Linie und fetter Nummerierung
betont, sie beginnen immer am linken
Seitenrand. Wir haben einen speziellen Satzspiegel mit einem engen vertikalen Raster entwickelt. Dazu hinterlegten wir in unseren Dokumenten
eine präzise Gestaltungsmatrix, mit
der sich jederzeit schnell und übersichtlich die Anordnungen der einzelnen Elemente kontrollieren lassen.
3
Stellte das Handbuch für die Lehrperson andere gestalterische Anforderungen?
Für das Handbuch können weitgehend die Gestaltungsgrundlagen der
Lehrwerkteile für die Schülerinnen
und Schüler adaptiert werden. Einzig
für die Aufgabenübersichten musste
eine typografisch ansprechende und
technisch gut umsetzbare Lösung gefunden werden. Wir haben dazu eine
Balkendarstellung in drei Farbabstufungen gewählt, die auf einen Blick
zeigt, ob sich die Aufgabe in den drei
Anforderungsstufen jeweils unterscheidet oder nicht.
Sie haben auch eine Vielzahl der
technischen Zeichnungen erstellt
und die Bildbearbeitung übernommen. Was musste hierbei besonders beachtet werden?
Alle Zeichnungselemente wurden von
Beginn an normiert. Damit alle Grafiken genau gleiche Linienstärken und
Schriftgrössen haben, mussten sie
ohne Vergrösserung oder Verkleinerung in der definitiven Druckgrösse erstellt werden und genau in den Umbruch passen. Da wir uns bei den
fotografischen Darstellungen für freigestellte Sujets entschieden haben,
4
mussten alle Bilder von Hand freigestellt und die Schatten gezeichnet
werden. Bildausschnitte müssen sich
auf das Wesentliche beschränken und
die Kontraste so bearbeitet werden,
dass alle wichtigen Details klar erkennbar sind. Die Bildgrössen richten
sich nach den Anforderungen der Aufgaben und der grafischen Ausgewogenheit der jeweiligen Doppelseiten.
1, 2 Detaillierte Vorgaben und eine
präzise Gestaltungsmatrix sind für
ein einheitliches Layout wichtig.
3 Pedantische Datensicherung und
Archivierung sind unverzichtbar.
4 Das KGT Raimondi AG-Team besteht
aus Bruno Raimondi, den festen Mit­
arbeiterinnen Claudia, Cornelia und
Caroline Raimondi und der freien
Mitarbeiterin Silvia Janser.
Im Rückblick: Welche drei «goldenen Regeln» gibt es aus Ihrer Sicht,
damit eine Lehrmittelgestaltung wie
bei Mathematik Sekundarstufe I gut
gelingen kann?
– Ein Lehrmittel braucht eine klare
typografische Struktur mit einer
logischen Hierarchie. Alle Gestaltungselemente haben eine Funktion und schaffen Übersichtlichkeit.
– Weissräume bei der Seitengestaltung sind notwendig, sie ordnen
die Informationen und unterstützen konzentriertes Lernen.
– Lehrmittel mit diesen komplexen
Datenmengen können nur mit
technisch perfekten Dokumenten
zuverlässig und rationell hergestellt werden. Es braucht präzise
Vorgaben und eine pedantische
Ordnung der Daten.
Mathematik 1 Sekundarstufe I wurde mit dem Worlddidac Award 2012
prämiert. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?
Diese Auszeichnung freut uns natürlich sehr. Für uns ist dies eine Bestätigung, dass wir in diesem Bereich auf
dem richtigen und zeitgemässen Weg
sind, denn die Gestaltung von Lehrmitteln ist ein wichtiges Standbein unserer Firma, aber nicht das einzige: So
haben wir uns in den 20 Jahren seit
der Firmengründung bei einer Vielzahl
von Produkten wie Büchern, Zeitschriften, Prospekten, Plakaten, Corporate Designs, Webdesigns, grafischen Karten, Banknoten, Pässen,
Billetten (SBB), Schecks und Kreditkarten immer wieder mit Freude und Motivation für einen grafischen Auftritt in
hoher Qualität erfolgreich eingesetzt.
15
Fensterplatz
Lehrmittelübertragung für Blinde und Sehbehinderte
Geografie ertasten, Französisch hören
Wie lernt ein blindes oder
sehbehindertes Kind denselben
Schulstoff wie seine sehenden
Klassenkameraden? Wie ist ein
Lehrmittel zu gestalten, damit
sehbehinderte Schülerinnen
und Schüler den Inhalt lesen
können? Die SBS Schweizerische
Bibliothek für Blinde, Seh- und
Lesebehinderte bietet die Über­
tragung von Lehrmitteln in
verschiedene für Sehbehinderte
lesbare Formen an.
Roswitha Borer Amoroso,
Marketing, SBS Schweizerische
Bibliothek für Blinde, Seh- und
Lesebehinderte
16
Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit einer Sehbehinderung besuchen den regulären Schulunterricht.
Das ist eine besondere Herausforderung sowohl für die betroffenen Kinder und Jugendlichen als auch für die
Lehrpersonen. Es stellt sich unter anderem die Frage, wie der blinde
Schüler, die sehbehinderte Schülerin
mit den Klassenlehrmitteln arbeitet.
Etwa in der Französisch-Lektion:
Grammatik verstehen, Übungen lösen, Wortschatz erweitern. Je nach
Grad der Seheinschränkung reicht bereits die Verwendung der Buchvor­
lage als Grossdruck aus. Bei einer
schwerwiegenden Sehbehinderung
ist jedoch die Übertragung in ein anderes Format erforderlich. Die Lehrmittel kommen dann zum Beispiel als
elektronisches Buch, in Blindenschrift
oder als Hörbuch zum Einsatz.
Gar nicht so leicht, Fotos
und Grafiken in Worten
zu beschreiben
Die meisten sehbehinderten Schülerinnen und Schüler wünschen sich
ihre Lehrmittel von der SBS als elek­
tronisches Buch im Word-Format. Die
Mitarbeitenden der SBS scannen die
gedruckten Lehrbücher üblicherweise
ein und strukturieren sie anschlies­
send so, dass die Schülerin oder der
Schüler einfach und schnell die gewünschte Stelle findet. Fotos, Grafiken oder andere Abbildungen werden
detailgetreu beschrieben, Tabellen
wenn möglich als Text dargestellt.
Die individuelle Arbeitsweise der
Schülerinnen und Schüler berücksichtigt die SBS bei der Übertragung des
Textes. Die «Übersetzung» der optischen Informationen der Buchvorlage
in für Blinde und Sehbehinderte lesbare Informationen bleibt komplex.
Schliesslich soll das elektronische
Lehrmittel der didaktischen Idee der
Vorlage folgen.
Jedes Format hat seine
Vorteile
Im Unterricht hören sehbehinderte
Schülerinnen und Schüler das elektronische Buch der SBS per Sprachausgabeprogramm an oder lesen es in
Blindenschrift mittels der Braille-Zeile
am PC, Laptop oder auf dem iPad.
Das Ausfüllen eines französischen
Lückentextes gestaltet sich einfach,
denn dazu gibt die Schülerin oder der
Schüler die Lösung direkt ins WordDokument ein. Zum Vertiefen des
Lernstoffes können Textteile im elektronischen Buch einfach kopiert und
zusammengefasst werden.
Für andere Lernsituationen bietet
sich die gedruckte Blindenschrift an.
Das Lesen von längeren Texten ist
auf Papier angenehmer als auf der
Braille-Zeile. Anspruchsvolle Darstellungen in der Buchvorlage, etwa
Landkarten für den Geografieunterricht, lassen sich als tastbare Reliefs
darstellen. Blinde Musikschülerinnen
und -schüler lernen mithilfe der Blindennotenschrift Klavier spielen und
üben Musikstücke ein.
Ein gedrucktes Buch in Punktschrift
umfasst jedoch schnell einige Ordner
Papier, und der Braille-Text kann nicht
direkt bearbeitet werden. Bei einem
Sprachlehrmittel ist daher oft die
Kombination verschiedener Formate
sinnvoll: längere Lesetexte in Punktschrift oder als Hörbuch, Übungen in
Form elektronischer Texte.
Zum Semesterstart
häufen sich Aufträge
Der Kundenkreis der SBS umfasst
neben blinden und sehbehinderten
Schülerinnen und Schülern auch Lernende in Berufslehren sowie Studierende. Damit die neuen Lehrmittel
pünktlich zum Semesterbeginn zur
Verfügung stehen, ist es hilfreich,
wenn die zuständige Lehrperson das
Unterrichtsmaterial frühzeitig definiert und wo nötig die Finanzierung
klärt. Die Übertragung eines Lehrmittels erfordert entweder eine individuelle IV-Verfügung bzw. eine kantonale
Kostengutsprache, sie kann aber
auch direkt vom Auftraggeber, etwa
von der Sonderschule, bezahlt werden. Ein besonderer Ansporn für die
SBS ist bei jeder Übertragung, dass
sehbehinderte Schülerinnen und
Schüler vom ersten Tag an gleichberechtigt in der Klasse mitlernen können.
Weitere Informationen:
www.sbs.ch
17
Seitenblick
Stichwort
Ausgezeichnet
Die Autorinnen Patricia Meier und Priska Gnägi zum Thema
«Zählen beim Singen und singen beim Rechnen».
Gleich zwei Lehrmittel aus dem
Lehrmittelverlag Zürich wurden dieses Jahr
mit dem begehrten «Worlddidac Award»
ausgezeichnet.
Zahlen und Ziffern
Patricia Meier
Priska Gnägi
Miir ali zäme
Verliehen wurde die internationale Auszeichnung
dem Mathematiklehrmittel
Mathematik 1 Sekundarstufe I
für das 7. Schuljahr
H H
H
Zählen A
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20.
(So vill Chind simmer? – Ja, hüt schoo.)
und dem Sprachlehrmittel
Sprachland
für das 4. bis 6. Schuljahr.
H
Besuchen Sie uns an der Didacta Schweiz Basel 2012
H
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H
Vom 24. bis 26. Oktober 2012 findet die Bildungsmesse «Worlddidac Basel / Didacta Schweiz Basel»
in den Basler Messehallen statt. Die «Didacta Schweiz Basel» in Halle 1 richtet sich an
Lehrpersonen, Schulleiter, Materialverwalter und andere Fachpersonen.
Die «Worlddidac Basel» in Halle 5 ist eine wichtige Plattform für den Business-to-Business-Bereich.
Zählen B
(Name) wer fäält?
– Niemert.
– Dä/D (Name) fäält.
– H2H fääled: Dä/D (Name 1), dä/d (Name 2) …
H Die Anzahl Kinder kann beliebig variiert werden.
M
Y
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Wir laden Sie herzlich ein, unseren Gemeinschaftsstand der Lehrmittelverlage Zürich, St. Gallen, Solothurn und
der Interkantonalen Lehrmittelzentrale ilz in Halle 1.0, Stand A16, zu besuchen und unsere Neuerscheinungen zu
entdecken.
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Freitag, 26. Oktober 2012
18
09.00–18.00 Uhr
09.00–18.00 Uhr
09.00–17.00 Uhr
Die Didacta in Basel sorgt für herbstliche Weitblicke!
Ali singed Mathi
Besuchen Sie uns
24., 25. und 26. Oktober
Mundartlieder für den
Mathematikunterricht
2012
Patricia Meier und Priska Gnägi4
Kindergarten bis 2. Schuljahr
Liederheft inkl. Audio-CD mit
10 Liedern und Playbacks
Schulpreis ................... Fr. 33.00
Preis für Private .......... Fr. 44.00
Artikel-Nr. .................... 170 160.04
Entdecken Sie das Lied von der Audio-CD
zu Ali singed Mathi als Hörbeispiel auf:
www.lehrmittelverlag-zuerich.ch.
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