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(K)ein Allergieverdacht für Naturkosmetik Wie gefährlich ist

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(K)ein Allergieverdacht für Naturkosmetik
Wie gefährlich ist Naturkosmetik? Schlagzeilen beschwören gern eine Allergiegefahr herauf,
ausgelöst durch Naturdüfte und ätherische Öle. Lobbyverbände möchten einzelne Produkte
gar verbieten lassen. Deshalb widmet sich Hautbalance Naturkosmetik diesmal einem
Thema, bei dem der genaue Blick hinter die Kulissen wichtig ist.
© Doreen Salcher - Fotolia.com
Duftstoffe sind die häufigsten Allergieauslöser in Kosmetika, dicht gefolgt von
Haarfärbemitteln und Konservierungsstoffen. Die Untersuchungsergebnisse belegen eine
Vielzahl von Hautirritationen und Allergien bei konventioneller Kosmetik. Alarm wird jedoch
vor allem dann geschlagen, wenn einzelne Stoffe in der Naturkosmetik allergische
Reaktionen auslösen.
Dazu können Wollwachs (Lanolin) oder das Bienenprodukt Propolis gehören. Auch so
bekannte und seit alters her in Hausmitteln verwendete Naturstoffe wie Kamille, Scharfgarbe,
Arnika, Kampfer oder Eukalyptus stehen auf der Liste der natürlichen Allergene. Ein Defacto-Verbot tritt ab diesem Jahr für die aus der Pflanze Eichenmoos gewonnenen Duftstoffe
in Kraft, denn die International Fragrance Association, der Verband der Duftstofferzeuger,
hat den zulässigen Grenzwert so niedrig angesetzt, dass Eichenmoos praktisch nicht mehr
eingesetzt werden kann.
Natur-Duft und ätherische Öle: die Dosis ist wichtig!
Wie gefährlich also ist Naturkosmetik...? Können naturkosmetische Produkte Allergien
auslösen? Eine schnelle Antwort lautet: selbstverständlich - es gibt Inhaltsstoffe in der
Biokosmetik, die bei empfindlichen Menschen Hautirritationen und allergische Reaktionen
auslösen können.
Denn die Naturkosmetik verwendet ausschließlich natürliche Substanzen und viele
sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe: Düfte und ätherische Öle. Sie werden von den
Pflanzen in kleinen Mengen produziert und erfüllen lebenswichtige Funktionen. Sie locken
Lebewesen an, zum Beispiel Insekten für eine Bestäubung – oder halten Feinde ab, zum
Beispiel Bakterien, Pilze oder Tiere.
Der Eukalyptus-Baum produziert sein Öl, damit niemand seine Blätter fressen kann.
Dennoch ist es dem Koala-Bär gelungen, im Laufe vieler Jahre seine Verdauung auf den
Verzehr von Eukalyptus-Blättern einzustellen. Ebenso konnte der Mensch viele der
sekundären Pflanzenstoffe für sich nutzbar machen: als Heilmittel in der Volksmedizin, in der
Kosmetik oder auch in geringen Mengen als Zusatz in der Nahrung.
Natur-Duft wird seit Jahrtausenden genutzt, um sich zu pflegen und die Stimmung
aufzuhellen. Das Riechzentrum in unserem Gehirn ist unmittelbar mit unserem
Emotionszentrum verbunden, so dass Gerüche – unmittelbar und wesentlich stärker als
jeder andere Sinneseindruck – unsere Gefühle beeinflussen.
Ätherische Öle schaffen es - in der Hautcreme genau wie in ihrer natürlichen Umgebung Feinde wie Bakterien und Pilze abzuwehren. Sie werden deshalb als natürliche
Konservierungsstoffe eingesetzt.
Fakt ist, dass diese Stoffe auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Es kommt
wie so oft auf die Dosis an – und auf die individuelle Veranlagung! Empfindliche Menschen
können allergisch reagieren: mit einer Rötung der Haut, mit Ausschlag oder Juckreiz bis hin
zum Ekzem.
DOCH: es handelt sich immer um Kontaktallergien, die sich oft erst nach 2-3 Tagen zeigen
und deshalb die Suche nach dem Auslöser erschweren. Es gibt aber in fast allen Fällen ein
einfaches Mittel dagegen, ist die Ursache erst einmal ausgemacht: es reicht, den
allergieauslösenden Stoff zu meiden. Die Hautirritation klingt ab. Alle naturkosmetischen
Stoffe sind abbaubar und reichern sich nicht im Menschen an. Unser Körper kann damit
umgehen.
Langzeitwirkung chemischer Kosmetika
Anders bei den chemischen Kosmetika: seit Anfang des 20. Jahrhunderts gelang es
Forschern, immer mehr natürliche Stoffe synthetisch nachzubauen. Dabei legten sie großen
Wert darauf, nicht nur die gewünschten Eigenschaften, zum Beispiel den Duft einer Rose,
möglichst genau zu kopieren, sondern sie wollten zugleich die unerwünschten Eigenschaften
vermeiden. Die Menschen sollten Düfte genießen können, ohne eine Abwehrreaktion der
Haut zu befürchten. Heute werden etwa 6.000 unterschiedliche Substanzen plus etwa 2.500
künstliche Duftstoffe in der chemischen Kosmetik eingesetzt. 95% davon sind auf der Basis
von Erdöl hergestellt - die Verträglichkeit für den Menschen wird in Tierversuchen getestet.
Was zu Beginn niemand ahnte: zwar verhindern die synthetischen Stoffe aufgrund ihrer
chemischen Reinheit zunächst eine allergische Reaktion, doch liegt das auch mit daran,
dass unser Körper noch nicht genügend Zeit hatte, sich auf diese Stoffe einzustellen und
Abwehrstrategien zu entwickeln.
Zum Beispiel das künstliche Lyral: ein synthetischer Duftstoff, der seit den 1960er Jahren
gern in der konventionellen Parfüm- und Kosmetikindustrie eingesetzt wird. Erst Mitte der
90er Jahre erkannten Mediziner, dass der künstliche Duft starke allergische Reaktionen
auslöst, unter denen jetzt vor allem Frauen leiden. Denn der Stoff wird weiter produziert.
Künstliche Kosmetikstoffe können unsere Haut durchdringen und sich im Gewebe ablagern.
Sie werden im menschlichen Körper und auch in der Umwelt kaum abgebaut: künstliche
Duftstoffe aus Kosmetika wurden bereits in der Milch stillender Mütter nachgewiesen.
Gefahrenpotentiale werden oft sehr spät erkannt: mittlerweile verboten sind beispielsweise
die künstlichen Moschus-Düfte, die in dem dringenden Verdacht stehen, Krebs auszulösen.
Untersuchungen zu naturkosmetischen Auslösern für eine Allergie
Schauen Sie genau hin und lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Forschungsergebnisse
ätherische Öle als allergieauslösend bezeichnen. Denn in den Untersuchungen werden die
Stoffe meist in ihrer chemisch isolierten Form und in vielfach höherer Konzentration
eingesetzt. In Naturkosmetika kommen sie dagegen nur in ihrer natürlichen
Zusammensetzung und im Verbund mit anderen Substanzen vor, die als Ganzes den Duft
ergeben.
Sie wirken auf den Menschen dann ganz anders als die chemisch isolierten Stoffe: so
überprüfte der Naturkosmetikverband BDIH bei 50 Menschen, die in einem Allergietest auf
Geraniol sensibel reagiert hatten, wie sie in der Naturkosmetik verwendete ätherische Öle
mit Geraniol vertrugen. Hier zeigte keine der 50 Testpersonen eine allergische Reaktion. Auf
den chemisch isolierten Duftstoff in gleicher Konzentration hatten dagegen 20 % von ihnen
mit Ausschlag reagiert.
Naturkosmetik für Menschen, die zu Allergien neigen
Menschen mit Allergieneigung sollten Naturkosmetik ganz ohne Duftstoffe benutzen und mit
möglichst wenigen verschiedenen Zutaten - solange, bis der allergieauslösende Stoff
bekannt ist.
Einige Naturkosmetikhersteller bieten Serien an, die ohne Pflanzenauszüge und ätherische
Öle auskommen. Dazu gehören:
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Dado Sens Dermakosmetik
CMD Neutral mit Salz vom Toten Meer
i+m Freistil duftneutral
Lavera Neutral und Lavera Baby & Kinder neutral
Logona Pur
Martina Gebhardt Sheabutter-Serie
Sanoll Neutral
Druide Pur Pure
Urtekram No Perfume
Santaverde Aloe vera ohne Duft
Allergische Reaktionen auf naturkosmetische Inhaltsstoffe können immer auch ein Hinweis
auf weitere Allergien sein, zum Beispiel auf die wesentlich gefährlicheren
Lebensmittelallergien, unter denen etwa 5% der Menschen in Deutschland leiden. Die
Reaktionen dabei sind ähnlich: Rötung, Schwellung, Quaddeln bis hin zu Ekzemen. Es
können aber auch die Atemwege betroffen sein.
Wichtig ist zertifizierte Naturkosmetik
Beim Blick hinter die Kulissen wird klar: alle Warnungen vor gefährlichen Stoffen in
Naturkosmetika entpuppen sich schnell als wenig stichhaltig. Denn wenn unsere Haut auf
naturkosmetische Stoffe allergisch reagiert, haben wir viele Möglichkeiten, damit
umzugehen. Bleibende Folgen müssen wir auf keinen Fall befürchten.
Wichtig ist allerdings, nur zertifizierte Naturkosmetik zu verwenden: Produkte mit
ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen und im natürlichen Herstellungsprozess gefertigt.
Nur so stellen sie sicher, dass sie nicht Kosmetika bekommen, die nur zum Teil
naturkosmetische Inhalte verwenden - mit Folgen für die Wirkung der einzelnen Stoffe.
Naturkosmetik und Allergie: bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen!
Ihr Hautbalance-Team
Lesen Sie mehr zum Thema:
Wieviel Chemie steckt in Naturkosmetik?
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