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-Wie kann durch Elternbeteiligung die Darstellung und Evaluation

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-Wie kann durch Elternbeteiligung die Darstellung und Evaluation der
Bildungsqualität optimiert werden? -
Evelin-Christin Tiedemann
Nds. Landesjugendamt
Kindergärten sind im ganzen Land bis in die kleinsten Ortschaften hinein vorhanden und können
somit ihre Wirkung entfalten. Daraus erwächst die Möglichkeit, die pädagogische Diskussion in der
Gesellschaft mit zu gestalten und den bundesgesetzlich festgeschriebenen Bildungsauftrag des
Kindergartens öffentlich zu machen.
Grundsätze zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen
(1) In Kindergärten, Horten und anderen Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil
des
Tages oder ganztags aufhalten (Tageseinrichtungen), soll die Entwicklung des Kindes zu
einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.
(2) Die Aufgabe umfasst die Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes. Das
Leistungsangebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der
Kinder und ihrer Familien orientieren
(3) Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben sollen die in den Einrichtungen tätigen Fachkräfte
und anderen Mitarbeiter mit den Erziehungsberechtigten zum Wohl der Kinder
zusammenarbeiten. Die Erziehungsberechtigten sind an den Entscheidungen in
wesentlichen
Angelegenheiten
der
Tageseinrichtung
zu
beteiligen.
[§ 22 Sozialgesetzbuch, 8. Buch (SGB VIII) Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)]
In der Öffentlichkeit und insbesondere auch bei den Eltern ist diese gesetzliche Aufgabenstellung
und das hierzu in Tageseinrichtungen für Kinder und insbesondere in Kindergärten vorhandene
Leistungsangebot kaum bekannt. Die im Elementarbereich geleistete Bildungsarbeit zu benennen
und transparent zu machen, muss deshalb Ziel einer alltäglichen Öffentlichkeitsarbeit sein.
Wer ist eigentlich Öffentlichkeit?
Es gibt unterschiedliche „Öffentlichkeiten“ mit teilweise überschneidenden, teilweise aber auch
unterschiedlichen Interessen und Verständnissen. Die Eltern, deren Kinder im Kindergarten
gefördert werden, sind nicht nur Teil der Einrichtung sondern als sog. Kunden auch Öffentlichkeit
mit einem konkreten Interesse an der Arbeit des Kindergartens. Daneben können primär auch die in
der Einrichtung aufgenommenen Kinder als Öffentlichkeit betrachtet werden, die wie ihre Eltern
bewusst oder unbewusst durch Gespräche im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis mit dazu
beitragen, das Bild des Kindergartens in der Öffentlichkeit zu prägen.
Was können wir tun?
Teilnahme am öffentlichen Leben:
Präsentation, Darstellung, Ausstellung
Transparenz herstellen; Qualitätsentwicklungsverfahren einführen
Qualifikation, Ausbildung, Personalentwicklung
Rahmenbedingungen: Ausstattung, Erzieher-Kind-Relation
Finanzierung: Budgetierung, Kostenexpansion, Spendenbereitschaft
Fakten, Ressourcen, Stimmrecht Dokumentation
Argumente, Konkurrenzkampf, persönliche Grenzen
Miteinander pflegen, Interessenvertretung (Gewerkschaft) suchen
[Sammlung der Workshopteilnehmer/-innen]
„Lernen ist angewiesen auf Interaktion“ – mündlicher Austausch macht die Menschlichkeit
aus“
(Prof. Dr. Deutsch)
Eltern als primäre Öffentlichkeit des Kindergartens zu beteiligen, trägt zu einer stärkeren Akzeptanz
und Anerkennung des Kindergartens als elementare Bildungseinrichtung bei.
Eltern haben nach dem Grundgesetz das Erziehungsrecht aber auch die Erziehungsverantwortung
und sind somit in der Verpflichtung, die Rechte und Interessen ihrer Kinder zu vertreten. Da es
keine staatliche Verpflichtung für den Besuch des Kindergartens gibt, schließen die Eltern mit dem
Träger des Kindergartens einen Betreuungsvertrag ab und übertragen damit einen Teil ihrer
Elternverantwortung zur Erfüllung des Rechtsanspruches der Kinder auf Erziehung, Bildung und
Betreuung (Förderung) in einer Tageseinrichtung .
Recht auf Erziehung, Elternverantwortung und Jugendhilfe
(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu
einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst
ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
[ vgl. Artikel 6 des Grundgesetzes (GG)]
(3) Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere
1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu
beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
2. Eltern und andere Erziehungsberechtigten bei der Erziehung beraten und unterstützen,
3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,
4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie
eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.
[§ 1 Sozialgesetzbuch, 8. Buch (SGB VIII) Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)]
Die
Fachkräfte
in
den
Kindertagesstätten
sind
als
Mitarbeiter/-innen der Jugendhilfe
dem Kinder- und Jugendhilfegesetz
(KJHG) verpflichtet. Somit liegt die
Verwirklichung des Rechtsanspruchs
in den Kindergärten auch in ihrer
Verantwortung. Diese müssen sie
jedoch nicht alleine tragen. Träger
und
öffentliche
Jugendhilfe
(politische Vertreter und Verwaltung)
sind
hier
ebenso
in
ihrer
Zuständigkeit gefordert. Im Interesse
eines
gemeinsamen
Bildungskonzeptes wird es zu einer
Neuordnung
des
Verhältnisses
zwischen Familie und Einrichtung kommen müssen. Ein gemeinsames Leitbild und die
Weiterentwicklung von konzeptionellen Grundsätzen können einen entsprechenden
Handlungsrahmen für die Zusammenarbeit eröffnen.
Tu Gutes und sprich darüber (zeig es auch)
Lobby für Kinder - Kindeswohl gewährleisten:
Eltern formulieren im Aufnahmegespräch „Ich möchte, dass mein Kind sich wohlfühlt“
Schulfähigkeit wir als Zielsetzung für eine Kindergartenförderung von Eltern später formuliert
Eltern annehmen und ihnen gegenüber wertschätzende Akzeptanz entwickeln
Eltern, Elternvertretung, Elternbeirat umfassend beteiligen
Gespräch mit Politik und Verwaltung (kommunale Vertreter)
Differenzierung in der alltägliche Kindergartenarbeit verstärken
(Ansätze der Workshopteilnehmer/-innen)
Eine Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Einrichtung ist wichtig, damit sich das Kind
wohlfühlt und der Bildungsauftrag bestmöglich erfüllt werden kann. Eine Zusammenarbeit, die auf
gegenseitiger Akzeptanz und größtmöglichem Vertrauen aufbaut, ist für die Qualität der
Kindergartenarbeit ein wesentlicher Baustein. Damit Eltern und Kinder die Möglichkeit erhalten
können, Einfluss auszuüben, müssen Ziele und Inhalte der Arbeit des Kindergartens klar benannt
sowie öffentlich bekannt sein.
Eine Evaluation der pädagogischen Arbeit kann über die Beteiligung der Eltern zu einer
Optimierung der Bildungsqualität führen und somit auch eine stärkere öffentliche Anerkennung
nach sich ziehen.
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Kategorie
Bildung
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