close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Lernen, wie man «cool» bleibt - Kommitment

EinbettenHerunterladen
Publikation:
Ressort:
Pagina:
Erscheinungstag:
tbwv
wv-fl
51
17. 12. 2011
FLAWIL. «Soul meets Kammer-
musik». Was auf den ersten Moment Stirnrunzeln auslösen mag,
funktioniert. Erst Recht, wenn die
Idee von einem ausserordentlich
musikalischen Trio umgesetzt
wird. Die kleine Formation Chamber Soul ist am Montagabend,
19. Dezember, um 20 Uhr im
Kulturkeller Park bei Monday
Night-Music. (pd)
JOURNAL
Altpapiersammeln der
Jungwacht und Blauring
DEGERSHEIM. Heute Samstag,
17. Dezember, sammeln die Leiterinnen und Leiter von Jungwacht
und Blauring Degersheim das Altpapier in Degersheim ein. Das
Papier kann auch an der Bahnhofstrasse abgegeben werden. Falls
das Papier bis um 15 Uhr nicht abgeholt wird, kann dies unter der
Nummer 071 372 07 07 gemeldet
werden.
Literarischer
Baumspaziergang
FLAWIL. Heute Samstag, 17. De-
zember, von 14.30 bis 17 Uhr geht
der Naturschutzverein Flawil zusammen mit dem Wildkräutermann Rolf Zingg auf einen Baumspaziergang. Auf dem Buureweg
entdecken die Interessierten die
sieben Planetenbäume. Gestartet
wird bei der Reithalle Flawil. Bei
schlechter Witterung findet der
Anlass in der Bibliothek statt. (pd)
AGENDA
HEUTE
DEGERSHEIM
Bibliothek und Ludothek geöffnet, 9.00–11.00, Feldeggstr. 1
Brockenhaus geöffnet,
9.00–16.00, Taastrasse 11
Päckliwerkstatt, 11.00–15.00,
Atelier am Sternenplatz
Ritual zur Wintersonnenwende, Christine Schmid, 15.00,
Parkplatz Wolfensberg
Adventsfenster, Familie HaagMock, 17.30, Steineggstrasse 29
FLAWIL
Brockenhaus geöffnet,
9.00–16.00, Waldau 1
Gemeinde-Bibliothek geöffnet,
10.00–12.00, Bezirksgebäude,
Musikschulkonzert Akkordeon
& Keyboard, Musikschule, 10.30,
Oberstufenzentrum Feld, Singsaal
Musikschulkonzert Saxophon
& Klarinette, Musikschule, 11.00,
evangelische Kirche Feld, Turmzimmer
Literarischer Waldspaziergang,
14.30, Gemeindebibliothek, bei
guter Witterung Reithalle
Monatstreff, Philatelistenverein
Flawil-Degersheim-Uzwil, 16.00,
Restaurant Steinbock
MOGELSBERG
Weihnachtsblues, 20.00,
evangelische Kirche
MORGEN
DEGERSHEIM
Besinnung und Musik, 17.00,
evangelische Kirche
Adventsfenster, Familie OertlyHuber, 17.30, Feldstrasse 41
cmyk0
cmyk
region flawil
SAMSTAG, 17. DEZEMBER 2011
Kammermusik
trifft Soul
Ist-Farben:
MPS-Planfarben:
51
Lernen, wie man «cool» bleibt
Wenn Schüler negativ auffallen und die Gespräche nichts mehr nützen, bekommen die Kinder jeweils eine zweite
Chance beim Training in Lebenskompetenz (TiL). In Flawil läuft derzeit ein Pilotprojekt.
MELANIE GRAF
FLAWIL. Die Uhr an der Wand
im Jugendraum oberhalb des
Zwinglisaals zeigt fünf Minuten
vor halb zwei. Eine Horde Knaben
stürmt ins Zimmer. Pünktlich. Die
Buben sind «TiL»-Teilnehmende,
Kinder, die im Schulalltag verhaltensauffällig sind und von den
Lehrpersonen angemeldet werden. Sie prügeln sich auf dem
Schulplatz, sind auch mal frech zu
den Lehrpersonen und halten
sich nicht an Regeln und Grenzen.
In wenigen Minuten werden die
Mittelstufenschüler über ihre Erlebnisse der vergangenen Woche
sprechen. Sie werden berichten,
ob sie sich in eine Schlägerei verwickeln haben lassen. Sie werden
erzählen, wie «cool» sie eine Beleidigung weggesteckt haben, und
so einen drohenden Konflikt aus
dem Weg gegangen sind.
Das Training in Lebenskompetenz ist ein Pilotprojekt, das in
Zusammenarbeit von Lehrpersonen, Behörden, der Schulsozialarbeit Flawil und dem Zepra entstanden ist. Das Zepra, das sich für
die Umsetzung präventiver und
gesundheitsfördernder Massnahmen in allen Schulen des Kantons
St. Gallen engagiert, hat das Konzept bei der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland entdeckt;
in Uster hat sich das Training in
Lebenskompetenz etabliert.
Von der Schule «geflogen»
Die sieben Buben, die zu diesem Training jeweils an ihrem
freien Mittwochnachmittag «verknurrt» werden, sitzen mit Caroline Wirth, Jugendarbeiterin und
Soziokulturelle Animatorin, und
mit dem in der Konflikt- und Gewaltberatung tätigen Andreas
Hartmann am Tisch. Das «TiL» besuchen zurzeit ausschliesslich
Buben, auch wenn das Training in
Lebenskompetenz auch für Mädchen offen steht. Für die Anmeldung zum Programm durchlaufen die Beteiligten Gespräche und
schliessen einen Vertrag ab, den
die Lehrperson, das Kind und die
Eltern unterschreiben. Acht Wochen dauert das Programm und es
soll Impulse liefern, die den Kinder einen respektvollen Umgang
mit sich und andern hinterlassen.
«Ich bin heute von der Schule
geschmissen worden», erzählt ei-
Bild: meg.
Streithähne lernen im Training für Lebenskompetenz, wie man Konflikten aus dem Weg geht und wie man sich nicht provozieren lässt.
ner der Buben. Caroline Wirth
hakt nach und will wissen, wie das
genau gelaufen ist und was nun
die Konsequenzen davon sind. Es
kommt dabei heraus, andere Buben hätten den Jungen zu einem
Blödsinn angestiftet. Dieser habe
nach einiger Zeit nachgegeben.
Was das nun für seinen Alltag bedeute, wisse er nicht, doch es fühle
sich nicht toll an und er wäre froh,
wenn es nicht so weit gekommen
wäre.
Andreas Hartmann greift daraufhin sofort das Thema Gruppendynamik und die Provokation
auf. «Es braucht Selbstvertrauen
und Stärke, um sich nicht provozieren zu lassen», sagt er und geht
darauf ein, was eine Provokation
in Form von Beleidigungen oder
durch Schubsen bei den Buben
auslösen
könne.
Hartmann
sprach die Gefühle an. «Es tut
weh, wenn man beleidigt oder
lächerlich gemacht wird», sagt er,
danach folge die Wut. «Beobachtet Euch selber und achtet darauf,
was Euch wütend macht.» «Ich
hatte ein kleine Schlägerei in der
Schule», erzählt ein anderer Bub.
Er sei von einem anderen Jungen
ständig geschubst worden. Dann
habe es ihm gereicht. Er habe den
andern angegriffen. Es habe sich
dann jemand dazwischen gestellt
und er sei mit einer Verwarnung
davongekommen. «Aber es war
Selbstverteidigung», wehrt sich
der Knabe. Hartmann erklärt, wie
provozierend eine Körperhaltung
oder Schubsen sein kann. «Die
Körperhaltung hat etwas mit
Nähe, Distanz und mit Respekt zu
tun», lässt Caroline Wirth die
Buben wissen.
Konflikt, Gewalt und Wut
Die Buben erzählen auch von
ihren Erfolgserlebnissen. Situationen, in denen sie Provokationen
«cool» entgegensehen konnten.
Im Anschluss an das Gespräch,
das in der Regel jede Woche die
Themen Konflikt, Gewalt, Wut
und Provokation beinhaltet, folgen Übungen. Sie sind jede Woche
ein wenig anders. Das Thema
bleibt dasselbe. Hartmann provoziert die Buben spielerisch,
schubst sie. Die Knaben sollen
Hartmann die kalte Schulter zeigen. Caroline Wirth weiss, dass die
Buben Hartmann nicht als wahre
Bedrohung ansehen. «Aber von
diesen Übungen bleibt immer etwas in den Köpfen hängen», sagt
sie.
«TiL» kommt an
Die Buben finden das Training
«cool» und kommen gerne hierher. Dass er seinen einzigen freien
Nachmittag am Mittwoch opfern
müsse, sei blöd, sagt ein Bub. Die
anderen stimmen ihm zu. Der eine
Knabe erzählt, er habe durch das
Training gelernt, den Schlägereien
öfters aus dem Weg zu gehen.
Auch ein anderer Junge meint, er
würde sich auch nicht mehr so
schnell provozieren lassen. «Und
hier habe ich auch neue Kollegen
gefunden», sagt ein Bub. Die anderen nicken zustimmend.
Wie sich das Gelernte auf die
Klasse und den Schulbetrieb auswirkt, wird die Evaluation bei den
Lehrpersonen nach Abschluss des
Trainings zeigen.
Am Samstag, 14. Januar, um 20 Uhr findet im Lindensaal die 16. Flawiler Oldies Disco statt.
Es wird den ersten 30 Jahren der Rockgeschichte mit fetzigen Hits gehuldigt.
wiederum den ersten 30 Jahren
Rockgeschichte mit fetzigen Hits
und Trendbrechern gehuldigt.
Angesagt sind schweisstreibender
Rock, Beat-Pop, Funk und «Discostampf», durchsetzt mit gefühlvollem Blues, Reggae, Soul und
verdaulichen Häppchen von
Wave und Jazzrock. Das Brockenhaus Tosam möbliert das Foyer als
Chill-Out-Lounge, und das Restaurant Ochsen bietet Hot Dogs in
Variationen an. Power und Authentizität garantieren die beiden
Disc Jockeys. Vor über 30 Jahren
haben «DJ Rip Fossil» (Dani Mül-
ler) im unvergessenen Flawiler
«Jugi» und «DJ Hot Pännz» (Roger
Dieckmann) im legendären Jailhouse in Uzwil aufgelegt. Der
grösste Teil des Sounds kommt ab
in Ehren gehaltenen Vinyl-Platten. Die Türöffnung ist um 19.30
Uhr. (pd)
Anzeige
Werbung im Lokalteil
erzeugt ein gutes Echo.
»
Wiler Zeitung
täglich – abonniert – viel beachtet.
Beratung/Verkauf:
dfmedia T 058 344 97 97 | anzeigen@dfmedia.ch | Publicitas AG T 071 913 88 88 | wil@publicitas.ch
Pilotprojekt «TiL»
Das Training für Lebenskompetenz (TiL) läuft seit einigen
Wochen als Pilot in Flawil. In
Uster hat sich das Programm
seit einigen Jahren durchgesetzt. Das Pilotprojekt wird
zurzeit nur von Flawiler und
Uzwiler Schüler genutzt. Im
Rahmen des Pilotprojekts wurden noch keine Vereinbarungen mit anderen (Schul-)Gemeinden vereinbart. Umliegende Gemeinden klären zurzeit ab, ob sie sich dem Projekt
anschliessen und betroffene
Kinder nach Flawil schicken
wollen. Entsprechende Vereinbarungen würden dann unterzeichnet werden. Finanziert
wird das Projekt durch die beteiligten Schulgemeinden. Ein
Kind, welches das Training in
Lebenskompetenz besucht,
kostet die Schulgemeinde rund
1000 Franken. (meg.)
Offenes
Weihnachtssingen
Eine Disco der alten Schule
FLAWIL. Seit 1997 organisiert das
«Greenteam» am zweiten Samstag im Januar eine Rock- und
Beat-Disco der alten Schule. Bis
vor zwei Jahren im Restaurant
Rebstock in Alterswil. Wegen
Platzmangel zog die Disco in den
Lindensaal. Am 14. Januar wird
STICHWORT
FLAWIL. Am Montag, 19. Dezember, lädt die evangelische Kirchgemeinde Flawil um 19.30 Uhr ins
Unterrichtszimmer im Turm der
Kirche Feld zum offenen Weihnachtssingen ein. Kurz vor den
Feiertagen erklingen traditionelle
und moderne Weihnachtsmelodien und spornen zum Mitsingen
an. Eingeladen sind alle, die gerne
singen und sich so aufs Fest einstimmen möchten. (pd)
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
2
Dateigröße
3 830 KB
Tags
1/--Seiten
melden