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Das Thema ist schon fast so alt, wie das Gleitschirmfliegen und hier

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GS fliegen oder Drachen?
Das Thema ist schon fast so alt, wie das Gleitschirmfliegen und hier schon oft gepflegt worden. Reizt aber immer wieder aufs
neue, sich darüber auszutauschen. Also ich meine hierzu:
Die Kosten: Für die reine Ausbildung gibt es nur geringe Unterschiede. Gemessen an den Neupreisen kommt man bei einer Gebrauchtausrüstung bei den Drachen sicher günstiger weg. Ein 10 Jahre alter gut gepflegter Uno oder Impuls oder... kostet mit
Gurtzeug insgesamt kaum mehr als ein Philou mit Protektorgurtzeug. Das Drachenmaterial altert langsamer, sowohl physisch als
auch moralisch. Bei Gebrauchtgeräten ist allerdings der Markt im Keller, wegen der geringen Nachfrage. Das ist für Neueinsteiger
sehr vorteilhaft. Bis zum A-Schein incl. Ausrüstung sind die Unkosten also etwa gleich, kaum unter 4000DM. Danach sind anfallende Reparaturen am Drachen etwas teurer (Steuerbügel kosten 60-100DM), der Check ist auch teurer als beim Schirm. Dafür ist
die Lebensdauer größer und die Flugleistung sinkt nur geringfügig mit dem Alter ab.
Start und Landung: Ist bei ruhigen Bedingungen mit dem Schirm zweifelsohne einfacher, da man beim Start mehr Zeit hat für
Korrekturen, einen verkorksten Versuch auch wieder abbrechen kann. Bei starkem Wind kann ein Drachen noch gut starten, wenn
der Schirm schon rückwärts fliegen würde. Selbst bei wenig Übung geht das schon mit dem Drachen recht gut. Da bin ich etwas
anderer Meinung als Schorsch. Bei heftigen thermischen Ablösungen am Startplatz ist der Start mit dem GS mitunter gefährlicher
als mit dem Drachen. Der bekommt schon in Bodennähe ausreichend Fahrt und ist dann manovierfähig. Der GS ist mit dem Aufziehen schon 5m über dem Boden der Thermik voll ausgesetzt. Wenn es dann kurz nach dem Abheben zu einem Klapper kommt,
ist es genau die Standardsituation, die in diesem Jahr schon soviele tödliche Unfälle gebracht hat. Bei solchen Bedingungen ist
natürlich auch der Drachenstart heikel, allerdings ist der kritische Zeitraum kürzer. Die Landung mit dem Drachen ist schwieriger
einzuschätzen wegen des flacheren Gleitwinkels. Weiterhin ist der Handlungsablauf vor dem unmittelbaren Aufsetzen komplizierter (Umgreifen, Aufrichten, Ausschweben, Ausdrücken) als beim Gleitschirm. Deswegen rumpelt es recht oft bei den Drachenlandungen, selbst bei geübten Piloten. Das sieht allerdings schlimmer aus, als es sich für den Betroffenen darstellt. Der ist es in
der Regel gewöhnt und freut sich noch über eine gut geglückte Landung. Die beim Übungsdrachen dicke Gummibereifung federt
gut ab (selbst viele Ligapiloten verwenden Räder), die Steuerbügel bilden einen guten Schutz, wenn es mal ganz arg werden sollte.
Steuern in der Luft, also weiter oben: In ruhiger Luft ist das bei HG und GS gleich einfach. In turbulenter Luft, bei Thermik oder
böigem Wind ändert sich für Drachen darin praktisch nichts. Der Krafteinsatz wächst natürlich, wenn man gegen Böen ansteuern
muß. Ganz anders der GS. Da muß man dann stets dafür Sorge tragen, daß der Flügel seine Geometrie beibehält oder nach Störungen wieder einnimmt und dann noch die Fluglage und -Richtung kontrollieren. Im Forum gibt es eine ganze Reihe von sehr
interessanten Beiträgen und sowohl engagierte wie sachkundige Diskussionen zur Steuerung von Gleitschirmen. Die einzige Frage von Drachenfliegern in dieser Problematik war seit langem die nach dem Steuern von Wingovern. Die konnte lapidar mit drei
Sätzen beantwortet werden. Mit anderen Worten: Der GS ist unter turbulenten Bedingungen ein sehr anspruchsvolles Fluggerät
und erfordert vom Piloten ein hohes Maß an Verständnis für die Vorgänge in der Kappe und drum herum.
Was das Fluggefühl anbetrifft: Ein befreundeter Drachenflieger meinte nach seinem ersten Flug als GS-Passagier: "Wie im Kettenkarussell". Wenn man nach oben schaut, hat er sicher recht, ansonsten ist die Position sitzend oder halb liegend zweifelsohne
recht bequem. Beim Drachen hat man erst mal seinen Kopf mit Helm einigermaßen waagerecht zu halten. Das strengt die Nackenmuskulatur an und man muß sich einige Zeit daran gewöhnen. Bei sehr langen Flügen kann man aber auch mal den Kopf auf
die Basis abstützen und den Nacken etwas ausruhen. Ansonsten wird das aber oft überbewertet. Wunderbar ist die Fluglage, wirklich vogelgleich, wohin man schaut kann man alles unter sich sehen. Nach hinten oben geht es allerdings gar nicht. Das stört mitunter beim gemeinsamen Kreisen mit anderen Fliegern, wenn die darauf keine Rücksicht nehmen und einem immer "im Nacken
sitzen" müssen. Deine Hauptfrage, die Sicherheit: "Die Gleitschirme klappen und die Drachen tucken", das hört man in dieser
Rubrik oft, ist aber zu kurz gegriffen. In diesem Frühjahr anläßlich eines Liga-Durchganges am Mt. Avena bei Feltre hat sich
knapp unter mir vor meinen Augen ein Drachen überschlagen. Der Pilot ging am Schirm runter und blieb zum Glück unverletzt.
Das war meines Wissens der einzige Vorfall eines deutschen Piloten in diesem Jahr. Die Thermik war extrem hart und bockig,
dazu ein starker Höhenwind. Wir befanden uns etwa 600m über dem Gipfel in der Scherung zwischen Thermik und Nordwind.
Etlichen Piloten wurde es zu bunt und landeten, Schirme waren erst gar nicht gestartet. Der getuckte Drachen war ein Hochleister,
bei dem für den Wettbewerb natürlich gewisse Kompromisse zwischen Flugstabilität und Leistung gemacht werden. Der betreffende Pilot fliegt jetzt einen Drachen gleichen Typs aber mit Pitchflosse. Durch diese Maßnahme werden Überschläge wirkungsvoll verhindert. Bei Übungsdrachen, Intermediates und auf Sicherheit getrimmten Hochleistern sind durch technische Vervollkommnung der Geräte Überschläge sehr unwahrscheinlich geworden. Ich schildere das so ausführlich, da das wohl Unangenehmste, was einem Piloten wiederfahren kann, Reaktionen des Fluggerätes sind, die er nicht beherrschen kann. Der Tuck ist so
etwas. Außer Gerätebruch wegen Überlastung (>6g bzw. bei Vorschaden) fällt mir bei Drachen nichts ganz Schlimmes ein. Die
Gefährdung des Piloten ist relativ groß beim Start durch die zum Abheben notwendige hohe Anlaufgeschwindigkeit ohne realer
Möglichkeit des Startabbruchs. Das diszipliniert natürlich, wenn man weiß, daß man gut auf verschieden Dinge achten muß. Bei
der Landung ist es wieder die vergleichsweise hohe Geschwindigkeit im Moment des Aufsetzens, die man umsetzen muß. Beim
GS ist es eher die potentielle Energie, die Gefahren birgt. Klapper in niedriger Höhe, falsche oder zu späte Reaktion, der Pilot
plumpst herunter oder dreht gegen den Hang und knallt mit Rückenwind dagegen und fällt dann noch runter. Ähnliche Szenarien
gibt es bei der Landung bei durch Thermik hervorgerufene Klapper in niedriger Höhe oder Strömungsabriß beim Überbremsen.
Der Drachen hebt ohne Gegenwind mit knapp 30km/h ab und fliegt auch etwa so schnell kurz vor dem Herausdrücken. Das entspricht einer Freifallhöhe von etwa 4m. Allerdings ist die Drachenflugbahn in der Regel sehr flach und beim Crash wird diese
Energie nicht schlagartig in Verformung umgesetzt. Beim GS geht es mitunter sehr steil nach unten und der Protektor hat nur
20cm Bremsweg. Beim schlimmen Crash sind beim Drachenflieger besonders die Oberarmknochen gefährdet, beim GS-Flieger
die Wirbelsäule. Im letzten DHV-Info gibt es eine gründliche Auswertung der Unfälle in der letzten Saison. Auf der DHVInternet-Seite kann man die von früheren Jahren auch finden. Sehr bedenkenswert finden alle, daß es in diesem Jahr 15 Todesfälle
unter deutschen GS-Piloten gab, meist mit Geräten der DHV-Kategorie1-2. Das sollten eigentlich Konstruktionen mit einem hohen Grad an passiver Sicherheit sein. Bei den Drachen gab es leider auch zwei Todesfälle, einer davon allerdings als Folge eines
Herzinfarktes nach der Landung. Natürlich ist das Fliegen eine gefahrenträchtige Sportart. Man versetzt seinen Körper in einen
Zustand hoher Energie, wenn man fliegt. Man kann es aber lernen, damit richtig umzugehen. Man muß auch lernen, daß man
nicht unbedingt fliegen muß (auch wenn andere fliegen). Das sind die beiden Aufgaben, wo auch Flugschulen verstärkt nachdenken sollten, wenn es um die Senkung der Unfallzahlen geht. Ob Drachen- oder Gleitschirm, das ist natürlich vordergründig eine
emotionale Frage. Wenn es Dir aber egal ist, womit, Hauptsache in die Luft kommen, ist es pragmatisch. Im Flachland kann man
an der Winde mit dem Drachen genau so oft starten wie mit dem GS. Nach dem dritten Startlauf läßt beim Drachenflieger gewöhnlich die Lust nach. Ein GS-Pilot ist dann vielleicht noch nicht so müde. Der Thermikanschluß und insbesondere das Obenbleiben ist im Flachland mit dem Drachen leichter, denn der GS schafft es oft nicht bis zur nächsten Wolke. Noch größer wird
der Gleitzahl-Vorteil gegenüber dem GS beim Flachlandstreckenfliegen. Im Gebirge hat man eine größere Zahl von Fluggebieten, die für den GS geeignet sind. Der Thermikanschluß klappt genau so gut wie mit dem Drachen, bei ganz schwachen Bedingungen hat der GS leichte Vorteile, wenn er noch dicht an einer Felswand etwas Thermik herauskitzeln kann, wo der Drachen
sich nicht hintraut. Wenn man nach dem Start mit dem Drachen absäuft, kann man durchaus noch einmal hochfahren und neu
aufbauen, wenn man viel Wert auf einen weiteren Versuch legt. Das fällt einem mit dem GS natürlich leichter. Der größere Aufbauaufwand beim Drachen fällt bei guten Wetterlagen aber kaum ins Gewicht, man fliegt sowieso nur einmal und ist halt 1/2
Stunde früher auf dem Berg. Streckenfliegen geht im Gebirge auch gut mit dem GS. Klar sind hier auch Vorteile des Drachens,
aber das ist nicht prinzipiell. Wenn man 100km mit dem GS geflogen ist, hat man einen wahnsinnig eindrucksvollen Flug hinter
sich gebracht und eine große sportliche Leistung geschafft. Vergleichbar ist vielleicht damit eine Strecke von 150km mit dem
Drachen. Das ist aber nur ein Maßstabsfaktor. Wir fliegen ja nicht, um uns fortzubewegen, sondern um Spaß zu haben.
Den wünsche ich auch Dir von ganzem Herzen, egal welchen Flieger Du Dir (erst einmal) auswählst.
Beste Grüße
Konrad
Meinen Fluglehrer fragte ich während der A-Schein-Ausbildung, warum man überhaupt auf die Idee kommen kann, mit dem
Drachen Streckenflüge unternehmen zu wollen. Wer solche Ambitionen hat, sollte doch Segelfliegen lernen. Ich war nämlich
früher selber etwa 8 Jahre lang als Segelflieger aktiv, hatte auch an ein paar Wettbewerben teilgenommen und natürlich einige
Strecken geflogen. Die Antwort des Fluglehrers, daß es sehr reizvoll sei, mit einem so einfachen Gerät wie dem Drachen Streckenflüge durchzuführen, habe ich damals nicht verstanden. Das kam mir abstrus vor. Inzwischen bin ich aber der gleichen Meinung. Das Wegfliegen vom gewohnten Hausberg oder Schleppgelände zu einem vorher festgelegten Ziel kostet Überwindung.
Den Widerstreit der hierbei auftretenden Empfindungen kann man regelrecht auskosten. Es sind nämlich auch sehr glückvoll
empfundene Momente, wenn man sich der anderen Talseite nähert, dort das erhoffte Steigen findet, wieder aufdreht und sich so
seinem Ziel allmählich nähert und endlich erreicht. Ganz toll, wenn man eine geschlossene Aufgabe schafft, sich aus dem Endanflug ankündigt und endlich wieder daheim bei den Freunden landet. Wer mal im Wettbewerb erlebt hat, wie toll die Stimmung auf
dem Landeplatz auch unter den "alten Hasen" ist, wenn sie die Aufgabe geschafft haben, kann erahnen, wie schön das Streckenfliegen sein muß. Da ist zwischen GS und Drachen prinzipiell kein Unterschied. Der Drachen macht es einem aber leichter, weil
er besser gleitet. Das ist im Flachland von besonderem Vorteil, da die Sprünge zwischen den Steiggebieten oft so groß sind, daß
die zur Verfügung stehenden Arbeitshöhen doch eine höhere Gleitzahl bedingen, als sie der GS bietet. Außenlandungen: Da muß
man beim Drachen sorgfältiger in der Landevorbereitung sein. Insbesondere spielt die Windrichtung im Tal eine etwas größere
Rolle. Hoher Bewuchs auf dem Landefeld stört mehr als beim GS. Wenn das Landefeld klein ist und ringsherum noch Hindernisse aufgebaut sind, hat man ebenfalls mehr Probleme mit dem HG. Eine gute Hilfe, den Anflugwinkel steiler und die Ausschwebstrecke kürzer zu gestalten, ist der Bremsschirm. Das Gleiten verschlechtert sich ganz erheblich und ist dazu noch gut mit dem
Steuerbügel regelbar. Den Bremsschirm sollte man auch am heimischen Landeplatz öfter benutzen, damit man sich damit gut
vertraut macht. Räder nützen bei einer Außenlandung in der Regel wenig, da der Untergrund oft weich ist und der Bewuchs zu
hoch für eine Radlandung. Eine Landung in der unmittelbaren Nähe von Straßen oder Häusern ist vorteilhaft wegen der Rückholerei und evtl. Hilfe im Notfall. Wenn es dort aber sehr eng ist, ein Kilometer weiter weg dagegen ein schönes Feld, ziehe ich das
vor. Landung bei Rückenwind mit dem Drachen? Natürlich alles versuchen, das zu vermeiden, außer bei Hangauflandung. Sollte
der Wind im Endanflug schlagartig drehen muß man sich bewußt machen, daß man die nach dem langen Flug etwas eingeschlafenen Beine richtig in Schwung bringen muß. Richtig gut rausdrücken und dann mit aller Kraft mitlaufen. Knallt der Drachen dann
doch auf die Nase, gleich alles loslassen und Arme an den Körper ziehen. Bei unklaren Windverhältnissen sollte man die Wahl
der Volte möglichst weit herauszögern. Man kann oft eine Position so einnehmen (mittig neben der Längsseite eines Landefeldes),
daß man in zwei Richtungen die Restvolte zum Endanflug abfliegen kann. Also erst gemütlich die Höhe weit abdrehen und ziemlich tief die Entscheidung treffen. Da hat der Wind dann nicht mehr viel Zeit, um noch einmal zu drehen. Für die ersten Streckenflüge sollte man sich Gegenden aussuchen, wo man die Probleme minimiert. Eine ausgedehnte Bergkette oder Hangkante
(Schmittenhöhe, Greifenburg, Lijak/Slovenien) mit davor liegendem Tal mit guten Landewiesen ist dafür bestens geeignet. Hat
man die ersten Außenlandungen unter guten Bedingungen auch gut geschafft, hat man weniger Streß bei der Vorbereitung von
Außenlandungen unter beengten Verhältnissen. Generell gilt, daß man den Streckenflug rechtzeitig und bewußt abbricht, ins Tal
hinaus fliegt, wo man sich schon ein geeignetes Landefeld ausgesucht hat. Dort ganz bewußt eine schulmäßige Volte fliegen, mit
Peilung auf den Landepunkt etc. Sehr anzuraten ist, sein Vorhaben nicht geheim zu halten, sondern seine Freunde oder andere
Piloten davon in Kenntnis zu setzen. Über Funk ab und zu mal eine Positionsmeldung absetzen oder einfach Kontakt halten ist für
die Sicherheit gut und auch für das seelische Gleichgewicht.
Alles Gute
Konrad
Es ist 15:43 Uhr.
Dietrich Schröder
Registriert seit: Jun 2001
Beiträge: 13
UL-Schlepp ausschlaggebend für Drachen (im Flachland)
Zur Frage ”Drachen oder Gleitschirm” ist Konrad Lüders Traktat wirklich mit Abstand das Lesenswerteste und Informativste, was
mir unter die Augen gekommen ist, sowohl für Anfänger, als auch für Experten. Hut ab! Ich kann das alles unterschreiben und
würde es für mich persönlich zusammenfassen mit: GLEITSCHIRMFLIEGEN IST BEQUEMER, UND DRACHENFLIEGEN
IST SCHÖNER. Ein einziges Argument ist noch nicht erörtert worden – und das ist für mich persönlich inzwischen ausschlaggebend, wenn man vorwiegend im Flachland fliegt (wie ich): derzeit können GS (noch) nicht hinterm UL in die Luft gezerrt werden.
Ich habe jetzt seit zwei Tagen die UL-Schleppstartberechtigung in der Tasche und immer noch Sternchen in den Augen. Mann, ist
das ein Gefühl, mit 65-75 Sachen hinter dem Trike herzubrettern!! Zugegeben, da ist auch einiger Stress dabei, wenn mal die
Sollbruchstelle reißt oder sich gar das Schleppseil verabschiedet, wie bei meinem Kumpel. Ich selber musste in zwanzig Flügen
ein einziges Mal notklinken, weil ich zu langsam reagierte und ein Herausrollen aus der Kurve nicht rechtzeitig korrigierte. Ich
hatte aber auch Glück, die Wetterbedingungen waren ruhig bis moderat windig, und mein WW Spectrum mit vertikaler Schwanzflosse läuft wie auf Schienen geradeaus, je schneller, desto stabiler, wie mir scheint. Mit einem hippeligen Drachen und in bockiger Thermik wird Einem das Adrenalin wahrscheinlich aus den Ohren rauskommen, stelle ich mir vor. Aber wenn’s wirklich
hochgeht, wird man eben ausklinken und mit eigener (Sonnen-)kraft weiterfliegen, der Schlepppilot soll mich ja gerade zur Thermik bringen und dort absetzen. Und jetzt folgendes Szenario: Beim Mittagessen im Kreise meiner Lieben stelle ich beim Blick
aus dem Fenster fest, dass es fein fliegbar ist. Also lege ich den Drachen aufs Auto, fahre zehn Minuten zum nahegelegenen Flugplatz und hänge mich hinter das Trike. Mit ein bisschen Glück habe ich einen schönen Flug von, sagen wir, zwei Stunden, winke
der Familie auf der Terrasse zu und turne ein wenig herum. Dann lande ich, packe meinen Wäscheständer ein und bin rechtzeitig
zum Kaffee wieder zu Hause. Vielleicht lande ich auch mal auf der großen Wiese ein paar Häuser weiter....welche Wünsche bleiben da noch offen? Mit dem Gleitschirm geht das nicht, außer man wohnt in den Bergen, dort, wo unsereiner nur mal im Urlaub
hinkommt. Wenn’s mal so klappt. Fazit für mich ist: IM FLACHLAND tritt das Bequemlichkeitsargument des Gleitschirms
relativ weit in den Hintergrund. An der Winde und auf dem Windengelände ist der Drachen (naja, fast) genauso leicht handhabbar
wie der Gleitschirm. Wenn man ein vernünftiges Drachenlager im Verein hat, entfällt sogar der höhere Transportaufwand. Und
die UL-Schlepp-Option erlaubt mir als Drachenflieger noch einmal eine ganz andere fliegerische Ebene zu ”betreten”. Das heißt
aber nicht, dass ich mich nicht auch einmal unter einen Gleitschirm hängen werde, irgendwann mal. Soll ja auch ganz schön
sein....
Gute Flüge Euch allen, mit oder ohne Stangen im Tuch
Dietrich
23.10.2001 12:15
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Seele and Geist
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