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Dokumentation der Baukulturwerkstatt

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Ist gut gemeint auch gut gemacht –
wie kommt das Schöne in die Welt?
Dokumentation der Baukulturwerkstatt am 13. November 2012
Baukulturwerkstatt
Ist gut gemeint auch gut gemacht –
wie kommt das Schöne in die Welt?
Stadt lebt vom Nebeneinander, der permanenten Auseinandersetzung mit dem anderen, dem ständigen
Widerspruch in sich. Stadtentwicklung und -planung folgt daher Mustern und Abläufen, an deren Ende ein
Interessenausgleich stehen sollte. Aber ist nicht der Kompromiss der Anfang vom Ende der Qualität? Begründen Aushandlungsprozesse nicht allzu oft nur das architektonische Mittelmaß? Und führen Beteiligungsverfahren zu Folklore? Wie kommt das Neue in die Welt? Wie schaffen wir Qualität, und vor allem, wer schafft sie?
Die Baukulturwerkstatt „Ist gut gemeint auch gut gemacht – wie kommt das Schöne in die Welt?“ war am
13. November 2012 zu Gast in der TU Cafeteria „Skyline“ am Ernst-Reuter-Platz. Hoch über den Straßen Berlins
diskutierten die Gäste auf dem Podium und im Publikum darüber, ob man Architektur nach „gut“ oder
„schlecht“ einsortieren kann, ob darüber zu urteilen überhaupt legitim ist, und wie man ein Umfeld und einen
Nährboden für Baukultur schaffen kann.
Dabei waren Mag. Dr. Barbara Feller, Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich, Prof. Christiane
Thalgott, Stadtbaurätin i. R. der Landeshauptstadt München, Prof. Dr. phil. Christian Demand, Kunsthistoriker, Kulturphilosoph und Herausgeber der Kulturzeitschrift Merkur und Dipl.-Ing. Arch. BDA Gerhard
Wittfeld vom Büro kadawittfeldarchitektur aus Aachen. Moderiert wurde der Abend von Dr. Marta DoehlerBehzadi vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und dem freien Journalisten
Dr. Christian Welzbacher.
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(v.l.n.r.) Prof. Dr. phil. Christian Demand, Prof. Christiane Thalgott, Mag. Dr. Barbara Feller, Dipl.-Ing. Arch BDA Gerhard Wittfeld,
Dr. Marta Doehler-Behzadi
Einleitung
Stadt lebt vom Nebeneinander, der permanenten Auseinandersetzung mit dem anderen, dem ständigen Widerspruch. Stadtentwicklung und -planung folgen dagegen
seit Jahrzehnten Mustern und Abläufen, die am Ende
einen vermeintlichen Konsens hervorrufen. Dabei ist
der Geschmack immer Ausgangspunkt und Katalysator
städtebaulicher Debatten und Konfrontationen, und die
Suche nach Schönheit und Qualität die „Gretchenfrage“
der Baukultur. In der Praxis wird sie jedoch entweder gänzlich umgangen und Baukultur auf das gute Anliegen und
korrekte Verfahren reduziert – notwendige, aber beileibe
noch keine hinreichenden Voraussetzungen – oder aber
die Frage wird pathetisch überhöht. Überzeugte hantieren
dann mit Begriffen wie der „Schönheit der Stadt“ und der
„Wertigkeit des Gebauten“, ohne dass jemand auflösen
könnte, was das heißen und wer darüber am Ende kompetent befinden soll. Wenn man der Frage nach der Qualität
seriös nachgehen will, muss daher als erstes geklärt werden, was unter einer gut gestalteten baulichen Umwelt
eigentlich zu verstehen ist. Vielleicht, um die häufig normativen Setzungen in Architekturdebatten zu umgehen,
auch immer nur in Bezug auf ein konkretes Projekt, eine
Situation, eine bestimmte Akteurs- und Diskussionskonstellation. Denn die Postulate der Baukultur-Community
scheinen eher ein Überlebensmodus der Selbstvergewisserung einer verunsicherten Branche zu sein, als dass
deren Ansprüche bei der Mehrheit der Bauherren wirklich
ankommen, geschweige denn in der Praxis berücksichtigt
werden. Die Wertorientierungen dieser Appelle werden
von der Gesellschaft zunehmend weniger geteilt, oft nicht
einmal wahrgenommen.
Insofern ist die Frage angebracht, ob und inwiefern die Qualität der gebauten Umwelt eine relevante gesellschaftliche
Zielaussage darstellt, wie man sich für Qualität einsetzen
und dieses Anliegen auch erklären und vermitteln kann,
und was es für das architektonische Schaffen und die Planungspraxis in den Städten bedeutet.
Städtebauliche Gestaltfragen und Architektur leben in
der Regel vom Absoluten, vom Entweder – Oder. Wenn
Stadtplanung ein Prozess ist, an dessen Ende ein Interessenausgleich stehen sollte, ist daher nicht der Kompromiss
Anfang vom Ende der Qualität? Geschmack als Ergebnis
eines Aushandlungsprozesses ist eine Unmöglichkeit und
begründet häufig nur Mittelmaß, das bestenfalls unter Solidität firmiert. Wie löst man das auf, und vor allem, wer tut
das? Ist Mittelmaß eine Herausforderung an die Architektur, an die Offenheit und den Mut einer Stadtgesellschaft,
deren Bereitschaft zu mehr Neugier, oder an die politischen
Gremien und die Planer in den Ämtern?
Bis ins Letzte aufklären und definieren kann man Anspruch
und Inhalt baukultureller Qualitäten sicher nicht. Das liegt
zum einen daran, dass sie ganz häufig mit ästhetischen
Kategorien begründet werden – bei denen von Geschmack
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zu reden wohl häufig eher zuträfe. Zum anderen liegt eine
Schwierigkeit darin, dass im Qualitätsbegriff stets etwas Anmaßendes, Elitäres mitschwingt. Gerade weil er von jenen
verwandt wird, die von sich selbst meinen, ihn ausfüllen
zu können, und andere – die Bürger – demgegenüber als
unkultiviert‚ gelten. Das Ergebnis ist ein Nichtsprechenkönnen zwischen den Parteien, die an der Gestaltung unserer
gebauten Umwelt beteiligt sind.
Insofern geht es vielleicht weniger um eine Millimeterarbeit
am Begriff, als vielmehr um einen praktischen Zugang zu
den Voraussetzungen des Zustandekommens von Qualität.
Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der notwendigen
und zunehmenden Beteiligungsprozesse, die nicht selten
in den vergangenen Jahren auch ambitionierte Architekturentwürfe zu Fall brachten. Provokativ gefragt: Sollte
man sich vielleicht mit Architektur und Gestaltqualität als
domestiziertem Mittelmaß einfach abfinden? Schließlich
gehört das Ziel einer „architekturresistenten Stadtplanung“
mittlerweile zum Repertoire nicht weniger Stadtbauräte.
Handelt es sich am Ende um eine Luxus-Debatte, von der
reale Stadtentwicklungsprozesse unberührt sind?
In jedem Fall brechen die Befindlichkeiten der urteilenden
Klasse meist an Stellen auf, wo sie am schwierigsten zu beheben scheinen: in den Gewerbegebieten und an den immer
wieder mit Spott überzogenen Einfamilienhaussiedlungen,
liebevoll auch „Wildschweinsiedlungen“ genannt. Aber insbesondere bei letzten ist maßgeblich, wer Adressat bei der
Suche nach Qualitäten ist, wer sich daran stört – vor allem,
wenn man in der Regel nicht einmal selbst dort wohnt. Wer
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will den Menschen absprechen, sich wohlzufühlen nach
ihrer Fasson?
entkoppelt, und müssen wir letztere zunächst ändern? In
einer anderen Wahrnehmung dessen, was uns in unseren
Städten begegnet, liegt zwar noch nicht automatisch ein
qualitativer Fortschritt. Aber vielleicht legt sie Potenziale offen im Sinne von Voraussetzungen und vor allem Bindung
an einen Kontext, der mehr meint als Traufhöhe, Material
und Proportion, sondern gesellschaftliche Muster der Produktion unserer Umgebungswirklichkeit.
Vor diesem Hintergrund stellt sich daher weniger die Frage,
woran man Qualitäten und die Verantwortlichen dafür festmacht, als vielmehr, an welche Orte und Situationen sich
eine besondere Qualitätserwartung richtet. Da die „großen“
Bauwerke insbesondere aus dem Kulturbereich eine der
letzten Bastionen des professionellen architektonischen
Schaffens in Reinkultur sind, und Architekturkritik und öffentliche Rezeption sich diesen dementsprechend widmen,
muss eine Qualitätsdebatte in der Fläche wohl überwiegend
Alltagssituationen in den Blick nehmen. Dabei drehen sich
Baukulturdebatten meist um drei maßgebliche Faktoren:
Akteure wie Architekten, Verwaltungen, Bauherren, mittlerweile eng mit der Akteurswelt verbundene Prozesse und
normative Vorstellungen, ein vermeintliches objektives
Wissen um einen Comment an Qualitäten. In allen drei
Bereichen ist die Grundannahme, dass es anders besser
ginge. Nur: Wer ist der jeweils andere, der es besser machen
könnte? Der Investor, die Verwaltung, die Politik, oder gar
publikumsbeschimpfend die Öffentlichkeit als vermeintliches Synonym für die Baumarktgeschmacklosigkeiten des
Alltags? Und wenn besser, wie denn?
Die Frage ist also, wie die Gesellschaft es hält mit dem Neuen, dem Schönen und Guten, und welche Anmaßungen und
Selbstverklärungen so manchem Urteilen aus berufener
Ecke innewohnen. Dabei geht es weniger um die Suche oder
gar Ernennung des einen Experten für die Voraussetzungen
des Gelingens und Scheiterns architektonischer Anliegen.
Sondern, ganz praktisch gefragt: Wie bringen wir mehr
Beispiele in die Welt, die eben nicht das Gewohnte, Herkömmliche und Durchschnittliche fortschreiben, sondern
auch gelungenes Neues zum Maßstab machen? Das Thema
lädt in jedem Fall ein zu einer offenen, selbstkritischen Befragung, bei der man es sich nicht zu einfach machen sollte
mit dem in städtebaulichen Debatten so ausgeprägten
Reflex, dass Schuld immer nur die anderen haben. Diesem
Versuch einer gerechteren Einschätzung der Lage hat sich
die Baukulturwerkstatt unterworfen.
Auffallend ist jedenfalls, dass auch das von – nach herkömmlicher Erwartung mit Gestaltungskompetenz ausgestatteten – Architektinnen und Architekten Geplante häufig
im Ergebnis durchaus fragwürdig ist. Hat sich die Debatte
und das diese Debatte prägende Selbstbild der Bauschaffenden von der Wirklichkeit und deren Wahrnehmung etwa
5
Prof. Dr. phil. Christian Demand:
Mag. Dr. Barbara Feller:
„Wie das Schöne in die Welt kommt? Ganz sicher nicht
durch eine weitere Kampagne zur Erziehung des Geschmacks, welch lauteren Motiven sie sich auch verdanken mag. Generationen von Gestaltern haben seit Mitte
des 19. Jahrhunderts auf das breite Publikum eingewirkt,
Dutzende einschlägiger Theorie- und Praxislehrstühle sind
geschaffen, Hunderte von Architektur- und Designmuseen
gegründet, Tausende von Büchern geschrieben, Zehntausende von Vorträgen gehalten worden.
„Die Frage nach guter Gestaltung – nach dem Schönen der
Architektur – lässt sich nicht beantworten. Zu viele Faktoren
bestimmen die je eigene Einschätzung. Daher sehe ich die
Aufgabe von Architektur-/Baukulturvermittlung auch nicht
in der kritiklosen Übernahme von normierten ästhetischen
Konzepten, sondern als Schulung der Fähigkeit, Architektur
und Gestaltung in ihrer Vielfalt und im Alltag wahrnehmen
zu können. Es geht um das Erkennen von eigenen Bedürfnissen und Wünschen und um das Bewusstmachen von Entstehungsprozessen, Rahmenbedingungen und Zielkonflikten
im Planungsgeschehen.
Zugleich haben Myriaden von Kunst- und Werkerziehern
aller nur denkbaren ästhetischen und pädagogischen
Sekten landauf, landab die reine Lehre von der guten Form
unter die Menschen getragen – und doch wird nach wie
vor dasselbe alte Klagelied vom Fehlen des gestalterischen
Niveaus im selben resignativen Tonfall vorgetragen, und
zwar interessanterweise in aller Regel von Menschen, die
ihren eigenen Bedarf an ästhetischer Belehrung als eher
gering einschätzen würden.
Ziel der Architektur-/Baukulturvermittlung ist daher nicht
das Ausbilden von ‚kleinen Architekt_innen‘, sondern das
Wecken von Raumverständnis und das Aufzeigen der Gestaltbarkeit und damit Beeinflussbarkeit von gebauter Umwelt.
Dabei stehen nicht primär ‚schöne‘ Gebäude im Blickfeld,
sondern die Gesamtheit von Raum mit seinen Dimensionen,
Wirkungen, Beziehungen und Bedingungen. Daher sind
auch Fragen der Raumnutzung ganz wesentlich.
Das lässt im Grunde nur zwei Schlüsse zu: Entweder liegt es
– wie ich vermuten möchte – eben doch nicht am Mangel an
tüchtiger Schulung, oder aber es mangelt den Schülern an
Tüchtigkeit. Im Hinblick auf die Frage nach dem Schönen
wäre beides keine gute Nachricht.“
Es geht um Alltagsqualität von Architektur, wobei insbesondere der öffentlichen Hand eine Vorbildfunktion zukommt –
sowohl hinsichtlich transparenter Vergabeverfahren als auch
im Hinblick auf ambitioniert gestaltete Projekte. Damit wirken sie als Impulsgeber für weitere Bauherren und tragen zu
einer Verbesserung des baukulturellen Klimas bei.“
Prof. Dr. phil. Christian Demand
Jahrgang 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war
als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunk-Journalist
beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in
Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische
Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien, bevor er
Anfang 2006 an den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie
der Bildenden Künste in Nürnberg berufen wurde. Seit 2012 ist er
Herausgeber des Merkur (Zeitschrift für europäisches Denken).
Wissenschaftlich und publizistisch beschäftigt sich Christian
Demand vor allem mit Fragen der Kunstkritik sowie der Designund Kunsttheorie.
Mag. Dr. Barbara Feller
Studium der Geschichte, Philosophie, Psychologie und Pädagogik an der Universität Wien. Seit 1988 ist sie als Kulturwissenschaftlerin tätig. 1991 schrieb sie ihre Diplomarbeit zum
Thema „Baupolitik in Wien im Austrofaschismus“ am Institut für
Zeitgeschichte der Universität Wien. 2001 folgte die Dissertation über „Die Adolf-Hitler-Schulen – Pädagogische Provinz
versus Ideologische Zuchtanstalt“. Seit 1996 ist Barbara Feller
Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich. Seit 2001
betreut sie den Bereich Architektur bei KulturKontakt Austria.
Von 2005 bis 2009 war sie Sprecherin der Plattform Architekturpolitik und Baukultur (gemeinsam mit DI Volker Dienst und
Mag.arch. Roland Gruber MBA). Seit 2008 Mitglied im Beirat für
Architektur und Design im österreichischen Bundesministerium
für Unterricht, Kunst und Kultur und seit 2010 Obfrau des Vereins
„Initiative Baukulturvermittlung für junge Menschen“.
6
Prof. Christiane Thalgott:
Dipl.-Ing. Gerhard Wittfeld, Architekt BDA:
„Ist die Frage nach dem Schönen überhaupt eine wesentliche Frage für die Verantwortlichen in der Stadtentwicklung? Stadt soll für alle funktionieren und gleiche Lebenschancen bieten. Außerdem wünschen wir uns ‚Identität‘,
Geschichte und Tradition.
„Architektur kann weit mehr als ‚schön oder nicht schön‘
sein. Aus diesem Grund interessiert unser Architekturbüro
vielmehr die Frage ‚Was kann das Ding?‘ Unter zeitgemäßer, nachhaltiger Architektur verstehen wir Gebäude und
Orte, die Funktionalität, räumlichen und ästhetischen
Anspruch sowie Ökologie und Wirtschaftlichkeit als dauerhaften Beitrag zur Stadt verbinden und dem Nutzer wie der
Öffentlichkeit verpflichtet sind.
Wir Architekten und Bürgerkinder sollten uns aber nicht
täuschen: Das Pittoreske der Favelas, die großen Siedlungsentwürfe, die sich ästhetisch ins Bild setzen lassen, sind
nicht lebenswert, also auch nicht gut und schön für die
Menschen. Zeit verändert die Wahrnehmung: Was vorgestern noch hässlich war, galt gestern schon wieder als schön,
wir haben uns damit vertraut gemacht und hängen unser
Herz daran.
Wir sehen Architektur als einen Prozess, in dem die Experten den Impuls geben, der Input aber auch von den Nutzern
und der Öffentlichkeit kommt. Um sowohl die Bauherren
als auch die beteiligten Bürger in diesem Prozess mitzunehmen, stellen wir unsere Projekte bewusst zur Diskussion.
Wobei dabei die Qualitäten der Projekte erst in Alternativen
und Varianten ‚lesbar‘ werden, die Vorteile einer Konzeption sich erst im Vergleich erschließen. Damit wird der Bürger zum ‚Experten‘ und kann seine Wünsche und Vorstellungen besser äußern.
Ist es also doch so: ‚Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters‘ wie Walter Benjamin sagte? Und Otto und Ottilie
Normalverbraucher, welche Schönheit suchen sie? Das
Haus muss zum Geldbeutel passen, die Nachbarn ähnlich,
die Infrastruktur gut sein. Bäume vor der Tür und eine
städtebauliche Ordnung werden bevorzugt. Erzeugt der
‚robuste Städtebau‘ mit gut gestalteten Straßen und Grünflächen ‚schöne‘ Viertel? Zumindest gehen viele Menschen
dort gern spazieren.
So können wir das Konzept auf den jeweiligen Bauherren/
Nutzer zuschneiden und über die funktionale Bestimmung hinaus Mehrwerte schaffen. Das können räumliche,
kommunikative, wirtschaftliche oder soziale Qualitäten für
Gebäude und Umfeld sein, die im Programm einer Planung
nicht vorgegeben sind, aber die durch die genaue Analyse
aller entwurfsbestimmenden Parameter in der architektonischen Umsetzung gewonnen werden.“
In der Stadt sind wir in Gesellschaft, und was schön ist,
wird in der jeweiligen Zeit unterschiedlich bewertet. Die
Bewertung ist Ausdruck des gesellschaftlichen Kontextes.
Öffentliches Bauen muss anderen Erwartungen genügen
als das private Haus. Schön ist, was gefällt!“
Dipl.-Ing. Gerhard Wittfeld, Architekt BDA
Jahrgang 1968. Architekturstudium an der RWTH Aachen. Von
1994 bis 1996 arbeitete er im Büro von Prof. Klaus Kada in Graz
und leitete ab 1996 dessen Büro in Aachen. Von 1997 bis 2004
hatte er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl für Entwerfen und Gebäudelehre der RWTH Aachen. Zusammen mit Klaus Kada gründete er 1999 das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur mit
Sitz in Aachen. Von 2004 bis 2007 vertrat er den Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen an der Hochschule Bochum. Gerhard
Wittfeld engagiert sich im Architektenbeirat der Stadt Aachen
und ist seit 2006 im Gestaltungsbeirat der Stadt Gummersbach.
Er ist Gründungsmitglied von „aachen fenster – Raum für Bauen
und Kultur“. Das Büro kadawittfeldarchitektur hat aktuell über
70 Mitarbeiter und bearbeitet Projekte aller Größenordnungen
von der Innenarchitektur bis zur Stadtplanung.
Prof. Christiane Thalgott
Abitur 1961 und 1963 Lehre zur Raumausstatterin abgeschlossen. Anschließend studierte sie Architektur in Braunschweig
und München, ab 1971 war Christiane Thalgott wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU München. Von 1972 bis 1987
beplante sie Norderstedt. Von 1987 bis 1992 war sie Stadtbaurätin in Kassel und anschließend von 1992 bis 2007 Stadtbaurätin in München. Seit 2003 ist Christiane Thalgott Honorarprofessorin für Städtebau an der TU München. In den Jahren
2003 bis 2009 war sie Präsidentin der DASL. Seit 2007 Arbeit
im VHW, ULI, BDA, BDLA und Werkbund, in Jurys und städtebaulichen Beratungen.
7
Ästhetik „Marke Eigenbau“
Ist nicht der Kompromiss der Anfang
vom Ende der Qualität? Die baurechtlich optimierte Universallösung zumindest, die uns die Discounterketten im
ganzen Land vor Augen halten, scheint
sich zwar unkompliziert an die Bedürfnisse des jeweiligen lokalen Genehmigungsverfahrens anzuschmiegen
– inklusive der geforderten Parkplätze.
In ästhetischer Hinsicht aber sind die
Häuschen von Aldi, Lidl und anderen
Ketten äußerst dürftig.
Ein vergleichbares Phänomen kennzeichnet auch den Neubau von Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese,
übrigens jahrelang vom Staat gefördert
durch die sogenannte Eigenheimzulage, die 2006 nicht aus Vernunftgründen
abgeschafft wurde, sondern um Haushaltsgelder einzusparen: 11,4 Milliarden
Euro verschlang diese Förderung allein
im Jahr 2004. Im Bild das „Ökowert
Passivhaus“, das für einen „garantierten
Festpreis“ von 230.000 Euro zu haben
sein soll.
Immer wieder hat es Versuche gegeben, durch Fertiglösungen von
namhaften Architekten Alternativen
anzubieten. 1932 etwa veranstaltete
der Berliner Stadtbaurat Martin Wagner
den Wettbewerb „Das wachsende
Haus“, um flexible Einfamilienhausmodelle für Familien zu entwickeln, die
auch nach dem Auszug der Kinder finanzierbar bleiben – indem man das Haus
zunächst um Räume erweiterte, die
später zurückgebaut werden konnten.
Ähnliche Überlegungen gab es auch
am Bauhaus – wie das Stahlhaus Dessau
nach dem Entwurf von Georg Muche
und Richard Paulick.
Zwei aktuelle Beispiele für Fertighäuser
sind Daniel Libeskinds Entwurf, der allerdings vor allem für den amerikanischen
Markt gedacht ist, und der Vorschlag
des Selbstdarstellers Harald Glööckler.
Vieles davon, wie sich die Vorstellungen
eines Bauherren materialisieren, hängt
tatsächlich von der Kreativität und vom
Verständnis des beteiligten Planers ab.
Insofern – und dies bliebe zu diskutieren
– kommt dem Architekten eine wichtige
Rolle zu: Er vermittelt zwischen den
Bedürfnissen und den Möglichkeiten
und zeigt Lösungen auf – in baurechtlicher und ästhetischer Hinsicht. Und er
kann dabei die im Kopf der Bauherren
vorhandenen Denkmuster aufbrechen
und erweitern.
Ein jüngst fertiggestelltes Beispiel: die
ehemalige Sehbehindertenschule Hannover. Sie wurde von einer Baugruppe
im Partizipationsverfahren gemeinsam
mit dem Büro Mosaik-Architekten umgebaut und dient jetzt als Wohnhaus.
Beteiligungsverfahren dieser Art – und
ähnlicher Komplexität – sind auch auf
der Ebene der Stadtplanung gang und
gäbe.
Eines der wohl ambitioniertesten
deutschen Großprojekte, das in Teilen
bereits umgesetzt wurde, ist die Umgestaltung der gesamten Innenstadt
Saarbrückens. Sie begann 2008 mit den
8
Planungen zur Deckelung der Stadtautobahn am Fluss und der Neunutzung
der Uferstraßen, umfasst jedoch langfristig das gesamte Zentrum – und dies
immer in einem partizipativen Prozess,
der rund 380 Millionen Euro kosten soll.
Mittelmaß oder Utopie? Architektur
und Stadtplanung: Das ist Ordnung
schaffen in den Prozessen des menschlichen Seins, ja mehr noch, es ist eine
Form der ästhetischen Gestaltung von
Gesellschaft. So oder ähnlich stellen
sich zumindest die Planer ihre Aufgabe
vor. „Was ist Baukunst?“ fragte Walter
Gropius im April 1919, um zu erklären:
„Doch der kristallene Ausdruck der
edelsten Gedanken des Menschen, ihrer
Inbrunst, ihrer Menschlichkeit, ihres
Glaubens, ihrer Religion!“
Im Gespräch
Marta Doehler-Behzadi: Schauen wir auf all diese Möchtegern-Bauten, die selbstgebastelten Baumarkt-Architekturen, das Folkloristische, die großartig scheinenden Villen
im Bonsaiformat, eben alles das, was man landauf, landab
sehen kann, und fragen: Wie steht es denn nun um die Baukultur in Deutschland?
sehjournalist ein Buch mit dem Titel „Mut zur Schönheit“
geschrieben hat, in dem er sich mit Gewerbegebieten,
verödenden Erdgeschosszonen und Einfamilienhaussiedlungen beschäftigt. Er hat dieses Thema und diese Fragestellung wohl gerade deshalb derart direkt gestellt, weil er
nicht vom Fach ist, sich also nicht professionell mit Architektur beschäftigt. Innerhalb der Architektur- und Baukulturszene würde sich überhaupt niemand trauen, das auf diese
Art und Weise in den Mund zu nehmen.
Gerhard Wittfeld: Die schwierigste Frage gleich am Start!
Zunächst finde ich es erstaunlich, dass eigentlich nur ein
Beispiel aus dem Einspieler eine inhaltliche Dimension hatte, nämlich das wachsende oder schrumpfende Haus. Wir
als praktizierende Architekten stellen unsere Projekte sehr
stark der Öffentlichkeit zur Diskussion, weil wir gemerkt
haben, dass wir bei Bauherren eine viel größere Übereinstimmung gefunden haben, als wir ihnen nicht nur das
fertige Ergebnis, sondern auch das gezeigt haben, was wir
vorher alles ausprobiert haben. Erst in dem Moment, in dem
die Möglichkeiten dargestellt werden, ist der Bauherr in der
Lage, zu kommunizieren, was ihm wichtig ist. Und letztendlich ist auch die Öffentlichkeit eine Art Bauherr. Dabei ist
wichtig, dass sich Architektur über Inhalte definiert – und
nicht nur über ihr Aussehen.
Auch bei uns gibt es einen großen Unterschied zwischen
den Innenstädten und dem Speckgürtel. Dabei ist es wichtig, den Menschen bewusst zu machen, dass die Gestaltung
ihrer Umwelt Einfluss auf ihre eigene Wahrnehmung hat.
Ich nenne diese typischen Bauten in der Peripherie mit
Kronen am Balkon Häuser mit „Schlösschen-Defekt“. Entscheidend ist aber gar nicht die Frage, wie die Häuser dort
draußen ausschauen, sondern: Was bedeuten diese Häuser
im Kontext von Verkehr und Ressourcenverbrauch?
Marta Doehler-Behzadi: Herr Demand, hängen wir einer
Frage nach, die man so gar nicht stellen soll?
Wenn Sie mich aber direkt nach der Baukultur fragen, also
auch nach der Ästhetik, dann würde ich sagen: Es gibt eine
große Differenz zwischen den Innenstädten, die oft stark
gestaltet sind, und der Suburbanität. Und es ist auch ein
Ausdruck der Gesellschaft, dass man in den Vorstädten die
Individualisierung stärker spürt als die Gemeinschaft. Ich
empfinde es als großes Problem, dass das in Deutschland
auseinanderbricht.
Christian Demand: Also ich würde sie nicht stellen, beziehungsweise ich will sie irgendwie sehr ungern beantworten. Wenn man sich vorstellt, Sie würden mich fragen: Wie
sieht’s denn in Deutschland mit der Kleidung aus? Hm, tja.
Da besser, da schlechter. Und: Welche meinen Sie? Sind’s die
Schuhe? Sind es die Damenaccessoires? In welchen sozialen Kontexten müsste ich das beurteilen – und je nachdem
anders? Geht’s um meine persönliche Meinung? Nehme ich
die Rolle eines unparteiischen Beobachters ein? Versuche
ich mich zu einer Art universalem Normindividuum zu
stilisieren und das Ganze auf diese Weise zu beobachten?
Das würde jeweils andere Antworten erfordern. Deswegen
glaube ich, es wäre viel sinnvoller, eine solche Frage an
einzelnen Beispielen zu beantworten.
Christiane Thalgott: Es ist richtig, dass die Innenstädte
stark gestaltet sind. Was die Stadtränder betrifft, wo viele
Bauherren einmal so richtig zeigen, was sie sich wünschen,
da kommt es darauf an, dass die Kommunen eine vernünftige Straße bauen, in der die Summe der einzelnen Wünsche
nicht mehr so wichtig ist. Wenn die Vorstädte einen robusten Stadtgrundriss haben, wird es sekundär, ob jemand nun
Türmchen oder Leitern oder Vordächer an sein Haus klebt.
Dann nimmt der Einzelbau an Bedeutung ab, wie man es in
den letzten 150 Jahren gesehen hat, mit den Villen, die um
die Wende zum 20. Jahrhundert entstanden sind und auch
mit geradezu wunderbarem Zierrat geschmückt waren. Ich
finde es zwar verblüffend, dass Menschen ein Sammelsurium an Träumen bei ihren Häusern verwirklichen, aber wer
bin ich denn, ihnen ihre Träume zu verbieten? Ich muss in
der Stadt eine Struktur finden, die diese Träume nebeneinander möglich macht. Das ist eigentlich die Aufgabe.
Marta Doehler-Behzadi: Versuchen wir also, an dieser
Stelle den Begriff „Schönheit“ durch die Formulierung einer
„gut gestalteten baulichen Umwelt“ zu ersetzen. Vielleicht
erzielen wir dann den Konsens, dass eine „gut gestaltete
bauliche Umwelt“ an sich „schöner“ ist als eine „nicht so gut
gestaltete Umwelt“.
Christiane Thalgott: Wir müssen uns darüber im klaren
sein, dass die ganze Frage dessen, was wir „schön“ finden,
ja so außerordentlich abhängig davon ist, ob wir 20, 40, 60
oder 80 Jahre alt sind. Anders gesagt: von unseren Sehgewohnheiten. In Stuttgart gab es einmal eine Auseinandersetzung darüber, wie die Zukunft aussehen soll. Jugendliche
von 16, 17 Jahren haben einen wunderbaren Film darüber
gedreht, wie sie sich das vorstellen, und ihn dann der Stadt-
Barbara Feller: Aus österreichischer Perspektive kann ich
sagen, dass bei uns die Debatte nicht so sehr über Schönheit
geführt wird – obwohl vor Kurzem ein bekannter Fern-
9
verwaltung vorgeführt. Die hat dann gesagt: „Diese Zukunft wollen wir nicht“, Ich meine aber, wir müssen ehrlich
genug sein, zu erkennen, dass wir Ältere nur der Ausschnitt
einer Kette von Menschen sind, und dass wir bestimmte
Bilder im Kopf haben.
gendstil zu seiner Zeit kritisiert wurde, oder die Bauten der
1950er- bis 1980er-Jahre kritisiert und jetzt gerade von jungen Leuten sehr wertgeschätzt werden, muss man davon
ausgehen, dass ein Prozess der Umwertung weiter stattfindet. Das hat immer auch ein bisschen mit dem Alterswert
zu tun. Deswegen gibt es auch hier nicht das Schöne, das für
immer und ewig schön ist.
Wir müssen wissen, dass Zwanzigjährige anderes gestalten
als Achtzigjährige. Das, was wir kennen, was wir im Herzen
tragen, finden wir schön. Es gibt viele wunderbare Texte, die
das sagen – und es gibt auch einen weiteren schönen Satz,
den ich gefunden habe. Er lautet: „Ich will dich loben, Hässliches. Du hast so was Verlässliches.“ Wenn wir über unsere
Eindrücke reden, dann beschreiben wir im Grunde das, was
uns so anspringt und unangenehm ist. Aus meiner Sicht ist
das die Unbescheidenheit mancher Baugestalt, etwa wenn
ein einzelnes Haus so tut, als stände es allein auf der Wiese,
obwohl in fünf Meter Abstand gleich ein anderes steht. Das,
was lauthals schreit, obwohl es in einen Chor gehört – das
quält mich.
Marta Doehler-Behzadi: Wie erleben Sie die Vielfalt der
Schönheitsideale ganz praktisch, Herr Wittfeld? Kommen
Sie mit Bauherren auch einmal nicht überein?
Gerhard Wittfeld: Ja, das passiert schon. Grundsätzlich ist
es aber nicht mein Verständnis, dass wir etwas vorschlagen,
was als „schön“ oder „nicht schön“ empfunden wird. Ich
sehe da eine Divergenz unserer Auffassung zum Verständnis des Künstlerarchitekten. Wir bringen eine gewisse
Bildung mit, wie man die Wünsche des Bauherrn umsetzen
kann, und dabei erleben wir, dass die Leute sehr aufgeschlossen sind. Ich kann nicht nur von renitenten Nörglern
erzählen, im Gegenteil. Genauso wie es im Großen eben
einen Unterschied gibt zwischen Beteiligung und Protest.
Christian Demand: Dürfte ich kurz eine Lanze für das Haus
von Herrn Glööckler brechen? Man sollte nicht vergessen,
dass es so etwas Ähnliches bereits gab. Im 19. Jahrhundert
gab es eine Form der Architektur, die in erster Linie für sehr
schnell reich gewordene Leute bestimmt war, die ihrer
Herkunft nach keine Bildungs- und Kulturtradition mitbrachten, sich aber in der Gesellschaft präsentieren wollten.
Sie nahmen sich dann den Architekten, der ihnen all den
Zierrat, den sie woanders gesehen hatten, übereinander
türmte, wie es der Zuckerbäcker gemacht hätte. Diese Häuser, oft sehr großformatig, waren meist das Gespött all derer,
die sich für normgebend in diesem Gewerbe hielten. Und
ihre Kritik am Ungebildeten, Unkultivierten hatte unter
anderem damit zu tun, dass man eine dezidierte Vorstellung davon hatte, was Architektur im Vitruvschen Sinne zu
leisten habe. Man wusste also, dass es eine Semantik gäbe,
in der es falsch und in jeder Hinsicht verwerflich war, einen
Architrav zu haben, aber nichts, das ihn trägt.
Trotzdem kann man nicht alles aus der Beteiligung der
Gesellschaft heraus generieren. Das zeigt die Automobilindustrie, die einmal sehr weit „in Progress“ war. Mittlerweile
erfinden jedoch Marketingexperten die Strategien, deswegen kommen die Retro-Autos. Warum? Weil die Leute mit
dem Umgehen, was sie kennen, bekommen sie die Wiederholung des bekannten Themas, dem man eine neue Technik
überstülpt. Daher denke ich – und das gilt auch für die Architektur – die Impulse müssen immer aus dem jeweiligen
Fachbereich, von den Experten kommen. Aber die Frage,
wie diese in Bezug auf Wünsche, Werte und Meinungen
verarbeitet werden – das muss mit der Gesellschaft, mit den
Bauherren diskutiert werden.
Inzwischen kennen wenige diese Zusammenhänge noch.
Und wenn sie sie kennen, halten sie den Eklektizismus
nicht mehr für so schmerzlich. Sie spüren ihn nicht mehr
als schwärende Wunde. Man kann heute solche Sachen
schlichtweg „dekorativ“ im guten Sinne finden, während
ehedem das Dekorative geradezu als erbarmungswürdig
gegeißelt wurde.
Marta Doehler-Behzadi: Dann ist es nur eine Frage der Zeit,
bis wir uns die Einfamilienhäuser in der Peripherie…
Christian Demand: …Nein, nein…
Marta Doehler-Behzadi: …schönreden und schönschauen?
Christian Demand: Ich wollte verstärken, was Frau Thalgott
gesagt hat. Sie hat unser Urteil auf das Lebensalter der einzelnen Menschen bezogen. Wir müssen in der Tat nicht nur
die Lebensalter, sondern auch die Bedürfnisse unterschiedlicher – wenn es so etwas noch gibt – „Schichten“, Lebensbezüge, anschauen.
Barbara Feller: Aber wenn man sich anschaut, wie der Ju-
10
„Viele Köche …“
Ein Radweg wird gebaut: Die Radfahrer
bekommen einen Ampelknopf, eine
eigene Spur, die Spur bekommt ein
Schild. Kurz darauf wird die Straße
ausgebessert: Die Spurmarkierung
wird nicht erneuert. Zudem wird ein
weiteres Schild an den vorhandenen
Mast gehängt: Parkverbot jenseits des
Radwegs. Es entsteht: Verwirrung.
Und das bedeutet für die Radfahrer vor
allem eines: Ihr Radweg ist nahezu immer zugeparkt. Vor über zwei Monaten
hieß es, der Kontaktbereichsbeamte
der Polizei werde sich die Sache einmal
anschauen. Passiert ist nichts.
Gut gemeint ist nicht immer gut
gemacht – und das kann viele Gründe
haben. Fehlendes Personal. Mangelnde
Zuständigkeit. Verwirrende Kompetenzteilung zwischen Behörden wie
Straßenbauamt, Hoch- und Tiefbau,
Verkehrsplaner undsoweiter.
Auch der Bauskandal – vor allem im
öffentlichen Bauen – gehört zu den
Phänomenen, die im Zusammenhang
mit unserer Thematik auftreten. Derzeit
bekannteste Beispiele: der neue Flughafen Berlin und das einst bürgerschaftliche Projekt der Hamburger Elbphilharmonie, das mittlerweile ein Projekt
der Anwälte geworden ist.
Bisweilen aber überleben sich ambitionierte Projekte der Stadterneuerung
selbst – durch jahrelange Planungs- und
Ausführungszeiten, an deren Ende sich
die Prämissen vollkommen geändert
haben. Im Bild die sogenannte „Zweite
Ebene“ von Offenbach am Main, ein die
Innenstadt überspannendes Hochstraßensystem. Mitte der 1980er-Jahre
fertiggestellt, wurde es wenige Jahre
später rückgebaut, um die im Sinne
der CIAM getrennten Verkehrsebenen
wieder zu vereinigen. Da die Brücken
teils jedoch konstruktiv mit den Bauten
verzahnt sind, war der vollständige
Abriss nicht möglich.
Doch ist dieses Monument des Scheiterns nicht ehrlicher, als der Versuch,
die Planungskatastrophen optisch zu
camouflieren? Das letzte Bild zeigt die
Müllverbrennungsanlage der Stadt
Wien, getarnt und aufgehübscht durch
Friedensreich Hundertwasser. Ein
Beispiel für das sogenannte „Greenwashing“, das es auch schon vor 30
Jahren gab.
So bleibt die Frage im Raum: Wie
schaffen wir Qualität, und vor allem wer
schafft sie? Und ist eine Kategorie von
Qualität nicht auch: Ehrlichkeit?
11
Im Gespräch
Christiane Thalgott: Um gleich an die vorangegangene
Diskussionsrunde anzuschließen: Für mich ist es ganz
klar, dass die öffentlichen Gebäude einem anderen Maßstab genügen müssen als das Haus des Einzelnen. Die
öffentliche Hand hat eine andere Verantwortung: dafür,
dass sie Zeitgemäßes baut und sich also nicht nur auf die
Vergangenheit besinnt, sondern auch die Zukunft zu Wort
kommen lässt, selbst wenn das kritisch ist. Denn die Fragen
der Repräsentanz, „Wer sind wir“ und „Wie wollen wir uns
als Gesellschaft darstellen“, kann nur am Sichtbaren, an der
Architektur, geführt werden. Nicht jede Stadtgesellschaft
will einen Hundertwasser bauen oder einen klassizistischen
Verschnitt. Aber es gibt solche Bilder in den Köpfen. Daher
ist es notwendig, sich mit ihnen auseinander zu setzen.
Bauträger, die Architekten, aber auch die jeweiligen Stadtverwalter – die sollten zusammengeführt werden und sich in
einem Interessenausgleichsverfahren darüber unterhalten,
was die Schönheit des jeweiligen Ortes ausmacht, für den
sie planen. Daher bin ich auch nicht einverstanden, dass der
Schönheitsbegriff aus der Diskussion gestrichen wird.
Marta Doehler-Behzadi: Das bringt uns zur Frage: Wie
arbeiten wir so zusammen, dass etwas „Gutes“ entsteht? Ob
wir das Schönheit nennen, oder „viele verschiedene Möglichkeiten zusammenbringen“ ändert ja nichts daran, dass
man mit Enthusiasmus daran arbeitet. Als Positivbeispiel
wird oft das österreichische Vorarlberg genannt, wo – idealisiert natürlich – in schöner Landschaft begabte Architekten
auf wohlwollende Bauherren treffen und dort Architektur
machen, die in der Öffentlichkeit auf Verständnis stößt, ja
sogar touristische Nachfrage erzeugt, dann auch noch in
einer konsequent zeitgenössischen und nachhaltigen Weise.
Marta Doehler-Bezahdi: Herr Wittfeld, beteiligen Sie den
Bauherren direkt am Findungs- und Entwurfsprozess?
Gerhard Wittfeld: Wir entwickeln das Programm aus den
Vorgaben des Bauherrn und im Dialog. Sagen wir: Der
Bauherr will ein CO2-freies Haus bauen. Dann erläutern wir,
welche ästhetischen Auswirkungen das hat. Und wenn er
das wirklich will, trägt er es mit. Im Vorhinein aber ist die
Vorstellungskraft meist gar nicht vorhanden, daher auch
nicht die Vorstellung, dass das Neue ein positives Moment
haben kann. Wir, die Architekten, sind die Vertreter dieses
positiven Moments.
Barbara Feller: Es gibt auch in Österreich in diesem Kontext
ein starkes Ost-West-Gefälle. Ich selbst komme aus Wien
und habe mit den Kollegen in Vorarlberg darüber gesprochen, wie sie das „Phänomen Vorarlberg“ sehen. Es ist eine
Entwicklung, die in fünfzig Jahren entstanden ist. Es hat
einerseits damit zu tun, dass das Land klein ist, und es eine
sehr enge Verbindung zwischen Architekten und Bauherren gibt. Vorarlberg ist vom Bruttosozialprodukt her das
reichste Land in Österreich, ein wachsendes Land, und das
in Kombination mit einer sehr guten handwerklichen Tradition, dem Holzbau, und dessen wirtschaftlichen Interessen.
Barbara Feller: Eine Bauaufgabe eröffnet damit eine
Chance für alle Beteiligten – für die Bauherren und Nutzer – durch den Experten, den Architekten, etwas kennen
zu lernen, was man selber noch nie gedacht hat. Ich sehe
die Verantwortung der Planenden darin, dieses Neue, das
vielleicht nicht unbedingt das Schöne ist, so zu vermitteln,
dass die Leute, für die es gebaut wird, diesen Wert auch
erkennen. Es geht darum, die Benutzer bei einem Prozess
mitzunehmen.
Dass es jetzt für die Touristen interessant ist, dass der Landeshauptmann anstelle von Vorarlberger Käse seinen Gästen ein Buch über zeitgenössische Architektur überreicht,
ist ein Ergebnis der Entwicklung. Womit die Kollegen vor
Ort aber kämpfen, sind Fragen der Raumordnung. Denn
es stehen da sehr viele schöne Häuser, die infrastrukturell
höchst problematisch sind.
Christiane Thalgott: Gleichzeitig geht es um größere
Zusammenhänge. Jede Stadt hat ihre eigene städtebauliche
Geschichte und einen Kanon, nach dem sie Straßen und
Wege baut. Und der Dirigent muss sich mit diesem Kanon
auseinander setzen und die verschiedenen Instrumente, die
einzelnen Häuser, einfügen.
Ein weiterer Gedanke, da wir ganz zu Anfang der Veranstaltung Gewerbegebiete gesehen haben. Ich hatte einmal
ein Gespräch mit einem Manager von McDonalds, denn die
Filialen in Vorarlberg sehen anders aus als auf der ganzen
Welt. Ich fragte ihn: Warum? Er hat gesagt, er findet dort
keine Gemeinde, die ihm erlaubt, das Standardmodell
hinzustellen. Wenn sich aber anderswo die Gemeinden
in Hässlichkeit zu überbieten suchen, dann kriege ich die
Gewerbegebiete, die wir kennen. Das ist also eine Frage der
Verantwortung der öffentlichen Hand.
Publikum: Ich würde gern aufnehmen, was Herr Wittfeld
gesagt hat: Ich glaube, dass das prozedurale Verfahren
der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten und Interessen
stärker ins Auge gefasst werden sollte als bisher. Vielleicht
brauchen wir nicht unbedingt eine neue Baukultur, sondern
eher eine neue Planungskultur. Das Innere eines bestimmten Rahmens, die Interessenten, das sind die Bewohner, die
Publikum: Ich bin immer noch auf der Suche nach dem
Schuldigen. Wir haben etwa 11.000 Gemeinden in Deutsch-
12
land, davon zehn bis fünfzehn selbsternannte Metropolregionen. Der Rest zersiedelt sich so dahin, in den Speckgürteln,
wo die Glööcklers dieser Welt stehen. Daneben Schnellrestaurants, Supermärkte und Rathäuser. Meine Frage ist:
Welchen Kreislauf an Nachfrage haben wir? Woher kommt
Qualität, und wer ist verantwortlich? Da spielt der Architekt oft keine Rolle mehr. Und in manchen Kleinstädten ist
die öffentliche Hand identisch mit dem Reihenhaus- oder
Vorstadtbewohner.
kungen, weil sich die Politik nämlich die Projekte vorstellen
lässt. Auch in den Niederlanden gibt es die WelvaartsComissie, gegen deren Empfehlung kein Lokalpolitiker
votieren würde. Bei uns ist die Entfernung der „normalen“
Politik zu den Experten das Problem. Wir brauchen größere
Nähe zwischen dem beratenden Expertentum und dem
kritischen Entscheidungsträger. Da sehe ich bisher unglaubliche Reibungsverluste. Das ist wie bei einem Solarpaneel: Oben ist das gut gemeint – aber unten kommen nur
25 Prozent heraus. Und das auch im Sommer, wenn ich es
nicht brauche.
Christiane Thalgott: Es gibt Gemeinden, die sind sehr wohl
daran interessiert, dass ihre Siedlungsentwicklung konzentriert ist. Ein Bürgermeister hat mir mal gesagt, wie er
das macht. Er lädt Tengelmann, Lidl und Aldi gemeinsam
ein. Und wenn die dann alle drei bei ihm am Tisch sitzen,
wird einer schon so bauen, wie er das will. Aber es gibt auch
Orte, die haben eindeutig kein Interesse an diesen Fragen.
Und die Strafe folgt ja auf den Fuß. In schlecht besiedelten
Orten verlieren die Grundstücke an ökonomischem Wert.
Und diejenigen in den Mittel- und Kleinstädten, die Qualität
realisiert haben, oft im Diskurs mit einzelnen Architekten
und Planern, die haben eine geringere Abwanderung oder
sogar Zuwanderung.
Marta Doehler-Behzadi: Die Baukultur als Solarpaneel …
Herr Demand, Sie haben in einem jüngst erschienenen
Artikel in der Zeitschrift Merkur das „bauästhetische
Vormundschaftssystem“ Baukultur kritisiert. Wenn man
das Verhältnis von professionellen Architekten zu Stadtplanern in Verwaltungen, zur Politik auf der kommunalen
Ebene bis zum Bund und zur so genannten Öffentlichkeit
überblickt, so ergibt sich ein komplexes Interessensgeflecht unterschiedlicher Experten. Vielleicht gelingt es
uns, dieses Geflecht in Zukunft so weit aufzubrechen, dass
auch die Bürger dieses Landes – die ja Laien und Bauherren
gleichzeitig sind – stärker mit einbezogen werden, damit sie
von den Diskursen um die Baukultur profitieren, sich also
gleichsam baukulturell bilden, indem sie selbst an Prozessen teilhaben. Wenn wir das schaffen, wird sich auch die
Wahrnehmung als „Vormundschaftssystem“ zwangsläufig
relativieren.
Gerhard Wittfeld: Ich habe in verschiedenen Beiräten
empfehlende Funktionen. Dabei merke ich oft, dass meine
Eingaben überhaupt keine Auswirkungen in den städtischen Planungsausschüssen haben, weil die Diskussion,
die wir mit den Kollegen vor Ort haben, dort gar nicht erst
ankommt. In Salzburg zum Beispiel ist das total anders.
Da gibt es nur Genehmigungsverfahren, wenn ein Projekt
durch den Beirat gegangen ist. Das hat interessante Auswir-
13
14
Fazit
Auffällig häufig wurde bei dieser Baukulturwerkstatt in
Metaphern gesprochen. Nicht nur das Solarpaneel, das die
Hoffnung auf Energiewende mit seinem Wirkungsgrad
zunichte macht, durfte als Bild für den Zustand der Baukultur herhalten. Auch die Musik diente als Gleichnis. Vom
„Dirigenten“ war die Rede, der die einzelnen Stimmen des
Orchesters zusammenbringt, Ausreißer und exzentrische
Solisten bändigt, um Vielstimmigkeit zur Einheit zu führen.
Auf diese Weise werde aus zahllosen Einzelarchitekturen
erst Stadt, vorausgesetzt, die Stadt verfügt über eine Partitur
als Grundlage.
finden wir uns auf einem anderen Niveau, für das es ebenfalls Begriffe gibt: Kitsch, Trash oder Camp, über das Susan
Sonntag einen luziden Essay verfasst hat, dessen Ergebnisse
der Kunsthistoriker Charles Jencks auf die Architektur übertrug. Auch Kitsch, Trash und Camp lassen sich nicht einfach
als bedeutungslos wegwischen. Ihr Einfluss auf das, was wir
Hochkultur nennen, ist zu stark.
Auch der Einfluss von Dilettanten auf die Arbeit von Experten ist seit dem 20. Jahrhundert kein Phänomen, über das
man nonchalant hinweggehen kann. Man denke an den
Einfluss, den der malende Zöllner Henri Rousseau auf die
Moderne hatte. Ob nicht von Hundertwasser und Glööckler,
Dilettanten ohne Zweifel, ähnliche Impulse für das architektonische Establishment zu erwarten sind? Ein Fertighaus
von Daniel Libeskind, ein ausgewiesener Künstlerarchitekt,
scheint jedenfalls im Ergebnis von Kitsch, Trash und Camp
gar nicht so weit entfernt.
Gerade die Stadt des 19. Jahrhunderts, die im Zuge ihrer
Neubewertung auch als „europäische Stadt“ bezeichnet
wird, galt manchen Gästen als geeignet, diese Partitur,
dieses städtebauliche Rückgrat zu bilden. Es ließe sich
freilich diskutieren, ob nicht jede Form des städtebaulichen Gesamtkonzepts – also auch die „aufgelockerte und
gegliederte Stadt“ oder die Stadt der Funktionstrennung
nach CIAM-Richtlinien – solch Gerüst bilden könnte, das
Einzelbauten unterschiedlicher Qualität und „Schönheit“
zur Einheit verbindet.
Wer also will sagen, was Schönheit ist? Die Gretchenfrage
der Baukultur ist gestellt. Und wir alle sollten uns ihr stellen.
Sie in einer einzelnen Diskussionsrunde zu beantworten, ist
unmöglich. Trauen wir uns, sie immer wieder zu stellen. In
unterschiedlicher Form und an verschiedenen Beispielen
unserer gebauten Umwelt.
Metaphern helfen, wenn es darum geht, Sachverhalte zu
beschreiben, die sich der eindimensionalen Klassifizierung
entziehen. Das betrifft die Frage nach dem „Schuldigen“
am Zustand der Baukultur genauso wie die Frage nach
der verlorenen Schönheit. Anders als zu Zeiten der Postmoderne, als man die „europäische Stadt“ als normatives
Konzept begriff und (nicht zuletzt in Berlin) zum Dogma
erhob, wollte auf dem Podium niemand den rappel a l’ordre
ausrufen. Den letzten umfassenden Versuch einer Theorie der Schönheit hat uns die Aufklärung beschert, wurde
aus dem Publikum eingeworfen. Aber schon Kant, der das
Schöne in Bezug zum sittlich Guten und Zweckmäßigen der
Form setzte, stellte dem Schönen das Erhabene beiseite, das
den Menschen genauso berührt, bewegt, erhöht, doch auf
anderen ästhetischen Grundlagen fußt – Grundlagen, die
nicht selten die Schönheit bewusst negieren.
Dr. Marta Doehler-Behzadi
Jahrgang 1957. Von 1975 bis 1980 Stadtplanungsstudium an
der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar, Abschluss als Diplom-Ingenieurin. Von 1980 bis 1984
Forschungsstudium und 1986 Promotion. Von 1984 bis 1990
war Marta Doehler-Behzadi im Büro des Chefarchitekten der
Stadt Leipzig tätig. Von 1992 bis 2007 leitete sie gemeinsam
mit Iris Reuther das Büro für urbane Projekte Leipzig. Seit 2007
ist sie Leiterin des Referats Baukultur und Städtebaulicher
Denkmalschutz im Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung.
Dr. Christian Welzbacher
Jahrgang 1970. Studium der Kunstgeschichte, Geschichte
und Germanistik in Mainz, Glasgow, Amsterdam und an der
FU Berlin, wo er 2004 die Promotion abschloss. Seither ist er
als Publizist, Projektkoordinator und Kurator tätig. Zu den
jüngsten Buchveröffentlichungen zählen die Publikationen
„Euroislam-Architektur. Die neuen Moscheen des Abendlandes“ (Amsterdam 2008) und „Durchs wilde Rekonstruktistan.
Über gebaute Geschichtsbilder“ (Berlin 2010).
Baudelaires „Ästhetik des Hässlichen“, der Expressionismus, die Art brut, die Architektur des „As found“, wie sie die
Brutalisten um Alison und Peter Smithson im London der
1950er-Jahre pflegten – all dies sind Entwicklungen aus der
Erkenntnis, das dem Schönen das Sublime gegenübersteht,
mehr noch: Dass das eine ohne das andere nicht zu begreifen ist.
Doch auch eine Ästhetik des Hässlichen hat ihre Regeln.
Auch sie kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie die
Ästhetik des Schönen verarbeitet. Geschieht dies nicht, be-
Dr. Marta Doehler-Behzadi moderierte die Baukulturwerkstatt mit Christian Welzbacher.
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Dokumentation der Baukulturwerkstatt
„Ist gut gemeint auch gut gemacht –
wie kommt das Schöne in die Welt?“
am 13. November 2012 in der TU Cafeteria „Skyline“, Berlin
Herausgeber
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Projektkonzeption und -begleitung
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Michael Marten
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn
Anca-Maria Cârstean
Projektbearbeitung, Veranstaltungsplanung und Realisation
sally below cultural affairs, Berlin
Dr. Christian Welzbacher, Berlin
Gestaltung und Satz
[take shape] media design, Markus Schaefer
Druck
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn
Foto/Bildnachweis
Titelfoto: Klaus Reischle
Veranstaltungsfotos: tpa/Matthias Nareyek
Seiten 8 und 11: Wikipedia/Marku1988;
Ökowert Massivhaus GmbH & Co. KG, Dresden; Thomas Guffler;
Rheinzink; Glööckler House & Home;
Mosaik-Architekten/Büro Grün plan/Olaf Mahlstedt;
Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten; Christian Welzbacher;
Wikipedia/Yu Ming; Wikipedia/Kai Baumgartel;
Wikimedia Commons/ChristosV; flickr/Alfred Lex
Bestellungen
Geschäftsstelle der „Initiative Architektur und Baukultur“
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
architektur.baukultur@bbr.bund.de
www.architektur-baukultur.de
Nachdruck und Vervielfältigung
Alle Rechte vorbehalten
Januar 2013
Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung;
sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.
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