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Cyberlearning Selber bestimmen, was, wo und wie - EB Zürich

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Magazin der EB Zürich
Kantonale Berufsschule
für Weiterbildung
Nr. 36 – Winter 2012/2013
Cyberlearning
Selber bestimmen,
was, wo und wie
schnell man lernt.
Stressmanagement
Stressfrei und
energiegeladen
durch den Winter.
Josefa Haas,
Rektorin
Den souveränen
Menschen
als Richtschnur.
EDITORIAL
CYBERLEARNING
Sehr stolz war ich damals bei Studienbeginn auf meinen
Taschenrechner von Hewlett-Packard, den hp33s, ein
echtes Prestige-Objekt. Umfang Benutzerhandbuch:
408 Seiten, Funktionen: etwas weniger. Der Nachfolger,
ein hp35s, wurde nur noch mit einer Kurzanleitung von
65 Seiten und dem Kompletthandbuch auf CD ausgeliefert.
Heute würde, dürfte oder müsste man Entsprechendes
aus dem Netz downloaden.
EB KURS
Nr. 36 – Winter 2012/2013
Magazin der EB Zürich,
Kantonale Berufsschule für Weiterbildung Zürich,
Riesbachstrasse 11, 8090 Zürich
TELEFON
0842 843 844
FAX
044 385 83 29
INTERNET
www.eb-zuerich.ch
E-MAIL
marketing@eb-zuerich.ch
HERAUSGEBER
Serge Schwarzenbach (für die Geschäftsleitung)
REDAKTION
Christian Kaiser, Guido Stalder
GESTALTUNG
Giorgio Chiappa
MITARBEIT
Felix Aeppli, Janis Berneker, Jürg Fischer,
Ute Ruf, Susanne Wagner
FOTOS
Philipp Baer, Reto Schlatter, Iris Stutz, Catherina Ziessler
ILLUSTRATIONEN
Sämi Jordi, Eva Kläui
DRUCK
Ringier Adligenswil AG
TITELBILD
Catherina Ziessler
2
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
Aus dem Netz holen kann man inzwischen auch alles zur
Weiterbildung – von der «Anleitung zum Geldscheinefalten» bis hin zum «Doktortitel zum Schleuderpreis». Da
sind Seriöses und Wertvolles, Banales und Unsinniges
nur einen Mausklick voneinander entfernt. Wie sich beim
«Cyberlearning» die Perlen finden lassen, was man besser
bleiben lässt, und warum der gute alte herkömmliche
Unterricht nie aussterben wird: Lesen Sie unsere Titelgeschichte ab Seite 8.
Eine, die sich mit dem Thema bestens auskennt, ist die
neue Rektorin Josefa Haas. Sie hat in der Medienbranche
den Wechsel vom Blei- zum Fotosatz und die ersten zarten
Anfänge der Digitalisierung mit Lochstreifen hautnah
erlebt. Was der ständige technologische Wandel für die
berufliche Weiterbildung bedeutet, erläutert sie im Interview ab Seite 22.
Wir begrüssen mit diesem Interview die neue Rektorin
und wünschen ihr einen erfolgreichen Start.
Serge Schwarzenbach
Herausgeber
5
INHALT
5
PORTRäT Wieder voll bei den Leuten mit Word und
Excel: Karin Bräker kehrt nach der Babypause «refreshed»
ins Büro zurück.
6
KURSFENSTER «Tue Gutes und sprich darüber» – ein
Blick hinter die Kulissen von Werbung, PR und Marketing.
8
CYBERLEARNING Autodidaktisch unterwegs in neuen
Weiterbildungswelten: Das Lernen übers Netz eröffnet
gewaltige Möglichkeiten, stösst aber auch an Grenzen.
Ein Selbstversuch mit E-Gitarre.
6
8
18
PERSöNLICH So wird man stressfrei, so bleibt man
gesund: Evi Giannakopoulos widmet sich mit griechischer
Lebensfreude dem Stressmanagement und der gesunden
Ernährung.
22
IM GESPRäCH «Wir müssen uns beruflich immer wieder
neu erfinden können»: Josefa Haas, die neue Rektorin
der EB Zürich, orientiert sich an Menschen, die sich im
Wandel souverän bewegen.
28
EvENT Das Schweizerische Forum für Erwachsenenbildung bot wieder spannende Einblicke in neue
Weiterbildungswelten – wie das Lernen on-the-job
mit «Microtrainings».
18
KURzSTOFFE
22
4
15
16
17
20
21
27
30
31
Gesehen, gehört
WeiterBILDung
Kolumne
Auskunft
Kultur
Seinerzeit Tagesthema
Tipps und Tricks
Agenda
So finden Sie uns
28
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
3
GESEHEN, GEHöRT
GONE TO THE USA
9510 Kilometer westlich seines Heimatdorfes Schwarzenburg im Kanton Bern wohnt heute Kurt Hauser: in Los
Angeles. Nach Nordamerika ausgewandert ist er vor
36 Jahren und hat eine der grössten Wohnmobil-Vermietungen der USA aufgebaut. Fabienne Graber hat die
Geschichte im letzten EB Kurs nachgezeichnet, in der
Beilage des Bildungsgangs Journalismus zum Thema «ID
Schweiz». Die Fernseh-Moderatorin und -produzentin
Monika Schärer hat es gelesen und schon bei Kurt Hauser
angeklopft. Diese klassisch amerikanische «TellerwäscherKarriere» fasziniere sie, sagt die TV-Frau. Gut möglich
also, dass der Auswanderer demnächst die Schweiz per
Fernsehen grüsst.
Darum raumplanung
ESSAY-FILM AB
119 Minuten bewegte Bilder gab es
an der vierfachen Filmpremiere an
der EB Zürich. Da zeigten Teilnehmende ihre Arbeiten aus dem neuen
Kurs «video-Essayfilm» bei Anna-Lydia
Florin. Markus Burren beispielsweise
sinnierte in «Midlife Crisis» über
die Mitte des Lebens, Markus Bäggli
zelebrierte mit «Die Glocken des
Big Ben» sein geliebtes England,
und Regula Bachmann baute in «Späck
u Bohne» lustvoll Super-8-Aufnahmen
ihres Vaters ein. Erhard Buntschu
schliesslich zeichnete mit «Der Name
der Hildi» ein liebevolles 35-minütiges Porträt seiner Schwiegermutter.
Die 86-jährige Porträtierte war selber
da und plauderte beim Apéro angeregt zu einem Gläschen Wein.
4
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
UNWORT IM SCHLUSSWORT
26 Jahre lang stand Hans-Peter Hauser der
EB Zürich als Rektor vor, Ende Oktober wurde
er offiziell verabschiedet und mit reichlich Lob
bedacht. Er sei eine «Säule der EB Zürich» gewesen, sagte Daniel Vischer, Nationalrat und Präsident der Schulkommission. Marc Kummer, Leiter
des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, bekräftigte, die Vorreiterrolle des Kantons Zürich
in der beruflichen Weiterbildung sei Hauser
zu verdanken. Und von Prorektor Hugo Lingg
erfuhr man, wie Hauser zum Prädikat «Chefideologe der Weiterbildung» kam. Der Geehrte
selber kürte zum Schluss sein persönliches Unwort: «Bildungsrendite» – Hauser forderte die
WanDerausstellung
etH ZüricH
unD sia
Anwesenden dazuDieauf,
allem, was von
dieses
Label
trage, den Rücken zuzuwenden.
BAUEN UND LEBEN LASSEN
7,907 Millionen Menschen haben Ende letzten Jahres offiziell in der
Warum
raumplanung?
Schweiz gelebt, und es werden immer mehr. Klar, dass der Platz enger
Der erste Arbeitstitel für diese Ausstellung war: Warum Raumplanung? für den Bau von Strassen sowie Wasser-, Abwasser- und ElektroleiJa,
warum?
Weil Raumplanung
viel leisten
kann für einewerden
lebenswerte will.
tungenAn
tief, bezahlbar
halten.Zürich
Sie kann die Rahmenbedingungen
dafür
wird
und
pfleglich
behandelt
der ETH
ist zurzeit die
Schweiz, eine schöne Schweiz, eine erfolgreiche Schweiz.
schaffen, dass private Grundeigentümer und die öffentliche Hand
Wanderausstellung «DARUM Raumplanung»
zuattraktive
sehen,
untergebracht
inbauen.
gemeinschaftlich
und lebensfreundliche
Siedlungen
Was kann sie leisten? Sie kann intakte Landschaften erhalten. Sie kann Sie kann für eine Zusammenarbeit über Gemeinde-, Kantons- und
einem Schiffscontainer. Da sieht man alles über Siedlungsbrei bis Vervor Zersiedelung schützen. Sie kann Verkehrssysteme funktionstüchtig Landesgrenzen hinweg zum Wohle der Menschen sorgen. Sie kann
halten
und verbessern,
für kurze
sorgen, Staus verhindern
nicht zuletzt vorDie
Naturgefahren
schützen.
kehrsfluss
mit
vielWege
Animation
und und
Interaktion.
Ausstellung
trägt wedamit Energie und Zeitverluste sparen. Sie kann die SiedlungsentIst da also noch ein skeptisches «Warum» angebracht? Wir zeigen auf,
wicklung
in bereits
erschlossene
Gebiete lenken
und damit
die Kosten Casaulta-Meyer,
dass Raumplanung all dies kann.
sentlich
die
Handschrift
von
Simona
dieDarum:
anDARUM
der Raumplanung!
EB Zürich
Kurse und Ateliers für grafische Gestaltung leitet. Zu diesem Ausstellungsprojekt ist sie durch ihre Weiterbildung zur Kulturmanagerin gestossen.
überbauten Gebieten. Es bedarf entsprechend derzeit keiner
zusätzlichen Bauzonen, sondern einer Neuordnung und
www.darum-raumplanung.cheffizienten Nutzung des Bauzonenbestands.
1
raumplanung
schützt
landschaft
Ziel der Raumplanung ist es, die Landschaft zu
schützen und die bestehenden Siedlungsgebiete so weiter­
zuentwickeln, dass sie uns und nachfolgenden Generationen
maximale Lebensqualität bieten – dank guter Gestaltung
und hoher Funktionstüchtigkeit. Wir bauen die Schweiz nicht
neu, wir bauen die bestehenden Siedlungen der Schweiz um.
Raumplanung macht aus Zersiedlung Siedlung.
raumplanung formuliert die spielregeln zur gestaltung
des lebensraums. um diese umzusetzen, braucht sie
wirksame Instrumente, zum Beispiel die möglichkeit, das
15 – 25 % der Bauzonenreserven ausserhalb des weit­
gehend überbauten gebiets in den Kantonen Basel­land,
schwyz und st. gallen sind blockiert, weil die Eigentümer
Baugebiet zu beschränken und sogar Bauzonen von einem
Ort an einen andern zu verlagern. die landschaft ist von
Bauten freizuhalten.
nicht an einer überbauung oder an einem Verkauf der
fläche interessiert sind.
7’000 neue Wohnungen ausserhalb der Bauzone sind in
der schweiz zwischen 2001 und 2010 entstanden.
Gänzlich unbesiedelte Gebiete sind im Schweizer Mittel­
land fast vollständig verschwunden. Viel offene Landschaft
wurde zugebaut. Wir benötigen die Landschaft nicht nur, um
Der Boden ist ein wertvolles Gut, er ist knapp und kann
nicht vermehrt werden. Trotzdem haben wir in den letzten
Jahrzehnten so viel Boden überbaut, als wäre er unbe­
grenzt verfügbar. Je verschwenderischer wir mit dem Boden
umgehen, je weitläufiger unsere Siedlungen sind, desto
mehr Strassen, Kanalisationen und Wasserleitungen werden
benötigt – und desto höher sind die Kosten für diese ausge­
dehnte Infrastruktur. Ein weiterer grosszügiger Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur ist unbezahlbar. Es ist notwendig, dass
die Ressourcen Boden, öffentliche Finanzmittel, Energie und
Rohstoffe effizient und nachhaltig eingesetzt werden.
Siedlungsentwicklung und Infrastrukturbau müssen
eng aufeinander abgestimmt werden. Erforderlich sind
dichte Siedlungen an gut erschlossenen Orten – mit mehr­
geschossigen Häusern, die nicht über weite Flächen verstreut
sind. Siedlungsentwicklung nach innen kann durch Verdich­
tung von schlecht genutzten Grundstücken, Schliessung von
Baulücken und Neu­ und Umnutzung von Brachflächen er­
reicht werden. Ein weiterer Ausbau ländlicher Siedlungen zu
Pendlergemeinden muss in Zukunft vermieden werden, weil
dies hohen Bodenverbrauch, zusätzlichen Verkehr und eine
PORTRäT
Aufgefrischt
in Wort und zahl
zurück ins Büro. Jetzt blicke sie wieder voll durch,
sagt Karin Bräker. Und zwar in Word und Excel,
dank zwei Refresher-Kursen. Damit kann sie nach
der Babypause gut vorbereitet zurück in die
Arbeitswelt, wo sie verunfallte bei der Wiedereingliederung unterstützt.
AUFGEzEICHNET Guido Stalder BILD Philipp Baer
«Ich hatte vor meiner Babypause ja einen spannenden
Job: Im Case-Management einer grossen Versicherung
habe ich Verunfallten geholfen, wieder in die Arbeit zurückzukommen. Da hatte ich mit IV, Arbeitsamt und
Therapeuten zu tun, klärte Umschulungen ab, half bei
der Stellensuche. Manchmal suchte ich sogar jemanden für die Kinderbetreuung oder als Haushaltshilfe.
Das war oft eine Gratwanderung, und das passt irgendwie zu mir. Auf der einen Seite das Gesetz, das Druck
macht für die Wiedereingliederung und auch Geld sparen will. Und auf der anderen Seite der Mensch, der
etwas Tragisches erlebt hat und aus seinem gewohnten
Leben gerissen wird; ais einem solchen Scheiterhaufen
wieder zurück ins Leben zu finden, ist schon schwierig. Das Schönste ist, wenn einem jemand Vertrauen
schenkt, und wir es miteinander schaffen. Sehr eindrücklich war das bei einem Patienten, der einen schweren Motorrad-Unfall hatte. Ich konnte ihn lange begleiten, eine Umschulung für ihn organisieren und ihm
helfen, in einem neuen Beruf wieder Arbeit zu finden.
Manchmal resignieren verunfallte Leute auch und
führen ein bemitleidenswertes Leben. Das ist schon
traurig, aber es gehört leider zur Arbeit, da darf man
sich nicht herunterziehen lassen. Zum Glück bin ich
gut im Abgrenzen.
Damit ich nach meinem Mutterschaftsunterbruch
wieder selber fit bin für die Arbeitswelt, habe ich Refresher-Kurse in Word und Excel besucht. Ich kannte
die EB Zürich schon von einem früheren Job: Für die
Regionale Arbeitslosenvermittlung RAV habe ich
Stellenlose an die EB Zürich vermittelt. Und mein
Partner besuchte hier einen Informatik-Kurs. Es war
also naheliegend, meine Kurse auch hier zu machen.
Im Word-Kurs hat Kursleiter Andi Czech am Anfang
die Themen der Teilnehmenden gesammelt, dann
mit seinem Programm begonnen und die individuellen Wünsche nach und nach eingebaut. So kamen
alle optimal auf ihre Kosten. Andi hat auch öfters
mal mit zwei Leuten separat gearbeitet, während die
anderen mit einer Übung beschäftigt waren.
Die Gruppen waren in beiden Kursen sehr heterogen
zusammengesetzt, was ich viel interessanter finde,
als wenn alle den gleichen Hintergrund haben. Trotzdem haben wir immer wieder gemeinsame Aha-Erlebnisse gehabt, weil es doch ähnliche Probleme sind,
die einen beschäftigen. Ich glaube, alle sind froh,
wenn sie zum Beispiel an einem fremden Text nicht
herumflicken müssen, sondern genau wissen, wie
man die Formatierung professionell anpasst.»
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
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KURSFENSTER
Werbung mit Herzblut
und anderen Ingredienzen
Das ganze Spektrum. Wer eine Auslegeordnung über Werbung,
PR und Marketing will, ist im Abendkurs bei Peter Hauser an der
richtigen Adresse. Da gibt es die Erfahrung aus vierzig Jahren in
der Branche, dargeboten mit viel Engagement, zahlreichen Anekdoten und praktischer Umsetzung.
TEXT Guido Stalder BILD Philipp Baer
Der Abend beginnt fruchtig: Teilnehmerin Demet Cekic gibt einen
Apfel herum, in den das Logo des
Zürcher Hotels «Adler» eingraviert
ist. Koste zwei Franken zwanzig
das Stück, erzählt sie, das Logo
werde mit Lasertechnik in die
Frucht geschnitten. Demet Cekic
ist Geschäftsführerin des Hotels,
den Werbeapfel hat sie auf eine
Anregung des Kurses produzieren
lassen: «Das ist Guerilla-Marketing,
wie wir es hier gelernt haben.» Vierhundert Äpfel habe sie in einer
Woche bereits an Gäste verteilt,
auf Kopfkissen und in Milchkästen gelegt, mit grossem Echo: «Die
Leute finden den Apfel beinahe zu
schön, um hineinzubeissen.»
Praxis pur. Die Szene ist typisch für
den Kurs bei Peter Hauser. Da wird
6
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
nicht Stoff eingetrichtert, sondern
es geht um Handfestes, das die Teilnehmenden auch umsetzen. Ebenso typisch ist, dass es nach der Apfelszene mit einem Thema ausser
Plan weitergeht. Die Leute wollten
noch das Wichtigste zum Thema
Corporate Identity (CI) hören, also
bringt es Peter Hauser. «Im Schnelldurchlauf» stellt er die fünf weiteren Cs vor: CD (Corporate Design),
CC (Communication), CS (Sound),
CE (Event) und CB (Behaviour).
Das Erscheinungsbild CD soll laufend und möglichst unbemerkt angepasst werden, sagt Hauser, damit
man keine Kunden verunsichere
und trotzdem moderner werden
könne. Typisches Beispiel: Die «Migros», die ihr oranges M vor fünf
Jahren verschlankte, damit es in
Online-Medien besser wirkt. Kaum
jemand bemerkte, dass das Logo
des «orangen Riesen» leicht modifiziert wurde, die Aktion kostete
7,2 Millionen Franken.
Lokal bis global. Alle Aspekte, wie
sich ein Unternehmen gibt, kommen zur Sprache. Die Teilnehmenden erzählen von ihren eigenen
KURSFENSTER
Erfahrungen, die Hotel-Geschäftsführerin etwa von einer Kellnerin,
die ein Oberlippen-Piercing trug.
Piercing oder Stelle, hiess die Forderung der Geschäftsführerin – die
Kellnerin entschied für das Piercing und gegen die Stelle.
Peter Tschanz, Fabrikationsmitarbeiter beim internationalen Baustoff-Konzern Saint-Gobain Weber,
erzählt davon, wie in seinem Unternehmen zurzeit das CI erneuert
werde. Das bedeutete, dass die Arbeiter auf sämtichen Baustellen in
46 Ländern gleich gekleidet seien
und sogar identisch gestaltete Kübel mit sich trügen.
Sozusagen das lokale Gegenstück
bringt Teilnehmerin Bettina Koch
ins Gespräch: In einem Secondhand-Geschäft habe sie letzthin ein
Kärtchen erhalten, das Öffnungszeiten und Lageplan enthielt. Sie
sei überrascht gewesen und habe
den Service sehr geschätzt. Schönes Corporate Design im Kleinen,
findet die Kursgruppe.
Druck mit Nachdruck. Nach der
Pause liegt eine grosse Auswahl an
Drucksachen auf. Sie reicht vom
alternativen «Café Zähringer», das
seine Speisekarte von Hand geschrieben und auf grünes Papier
fotokopiert hat (und die Gäste per
du anspricht), bis zum Schmuckprospekt von «Globus» in Hochglanz
und mit luxuriösen Goldbuchstaben. Kommentar der Kursteilnehmenden: «Man sieht auf den ersten
Blick, wer das Zielpublikum ist.»
Eine Rarität ist dabei: die Ausgabe
der Pendlerzeitung «20 Minuten»
vom 26. August 2008. Sie ist vollständig gelb eingefärbt, um so das
neue Produkt «Rivella gelb» zu
lancieren. «Rivella musste sämtliche anderen Inserate bezahlen»,
erzählt Peter Hauser, «denn die
wurden ja auch gelb gefärbt.» Das
habe rund 160 000 Franken gekostet. «Rivella gelb» konnte sich
nicht durchsetzen und ist in der
Schweiz wieder vom Markt verschwunden. «Eine ziemlich teure
Aktion für einen Flop», kommentiert Hauser.
Konzertorganisatorin Erfahrungen
auf diesen Gebieten, und sie zieht
eine positive Bilanz: «Ich habe
mich sieben Mittwoche mit diesen
Themen auseinandergesetzt und
spannende Diskussionen erlebt.»
Jetzt wisse sie auch, dass ihre
Schwerpunkte am ehesten beim
Marketing und beim Fundraising
lägen. Die Lernmethode von Peter
Hauser behage ihr, «aus dem vollen
Leben und mit Herzblut».
Auch Claudia Pfister, die als Direktionsassistentin am Spital Lachen für Anlässe und PR zuständig ist, spricht vom Hauserschen
Herzblut. Sie habe Bestätigungen
erhalten und viele Tipps und Anregungen. Sie hat noch nicht genug und startet Mitte Mai in den
vertiefenden Kompakt-Bildungsgang. Dort wird sie auf drei Bekannte treffen: als Teilnehmende
auf den Baustoff-Mitarbeiter und
die Hotel-Geschäftsführerin, die
beide auch noch mehr wollen.
Und als Leiter auf Peter «Herzblut»
Hauser.
Lust auf mehr. Teilnehmerin Esther Burri hat durch Funktionen
in Jungwacht/Blauring und als
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
7
CYBERLEARNING
Mit Youtube
und Online-Kursen
zum Selfmade-Profi
Autodidaktisch im Netz. Sprachen, Instrumente,
Computer-Programme – via Internet lassen sich
heute bequem von zuhause aus verschiedenste
Fähigkeiten erlernen. Sogar Universitätsvorlesungen
aus aller Welt kann man gratis am Bildschirm mitverfolgen. Doch wer fündig werden will, statt
sich zu verlieren, muss das Selberlernen im Netz
selber lernen.
TEXT Janis Berneker MITARBEIT Christian Kaiser, Guido Stalder
BILDER Catherina Ziessler
Neue Werkzeuge zum selbstständigen Lernen spriessen im Netz
wie die sprichwörtlichen Pilzkolonien aus dem Boden. Die thematische Spannbreite ist riesig: von
Mathematik-Vorlesungen an der
Uni über DJ-Kurse bis zu Schminkanleitungen gibt es wirklich alles.
Auch Unternehmen setzen verstärkt auf Online-Mittel, um ihre
Mitarbeitenden zu schulen. So
nutzt etwa die Credit Suisse kurze
YouTube-Videos, um Basiswissen
zu vermitteln: «Management in a
nutshell» heisst das dann. Die vierminütigen Lernvideos sind der einzige Weg, um 50 000 Mitarbeitende auf der ganzen Welt zu erreichen und innert kurzer Zeit kostengünstig zu schulen.
Gratis Nuggets. Dass 99,5 Prozent
der CS-Mitarbeitenden ihrer Pflicht
nachkommen, diese «Learning
Nuggets» auch durchzuarbeiten,
mag mit den offensichtlichen
Vorteilen solcher Online-Lernangebote zusammenhängen. E-Learning-Expertin Miriam Fischer von
cyberlearning.ch: «Ich mag besonders, dass man mit Online-LernAngeboten zeitlich und örtlich
unabhängig arbeiten kann.» Doch
8
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
CYBERLEARNING
nicht nur der Zeitpunkt des Lernens lässt sich nach Lust und Laune
selbst bestimmen: «Ich kann auch
in meinem eigenen Tempo arbeiten,
mit meinem eigenen Rhythmus»,
sagt Fischer.
Eine weitere Stärke der Internetangebote ist die Medienvielfalt.
Während sich Bücher auf Text und
Grafiken beschränken müssen,
können im Internet komplizierte
Themen per Audio und Video besser für Aug und Ohr zugänglich
gemacht werden. Nicht zuletzt
sorgt der Wechsel zwischen verschiedenen Medien für willkommene Abwechslung, was die Motivation und den Lernerfolg zusätzlich stützt. Und nicht zuletzt sind
die meisten Angebote kostenlos.
Die Uni im Netz. Besonders im englischsprachigen Bereich haben in
den letzten Jahren diverse Vorlesungen den Weg ins Internet gefunden. Den Startschuss für diese
professionellen Online-Studiengänge setzte dabei der deutsche Professor Sebastian Thrun. Der Dozent der Universität Stanford startete einen Onlinekurs zum Thema
«Künstliche Intelligenz» und erreichte damit über 160 000 Teilneh-
merinnen und Teilnehmer. Mittlerweile sind auf seiner neuen Plattform www.udacity.com – Thrun
hat inzwischen Stanford verlassen
und konzentriert sich auf seine eigene «Internet-Uni» – 14 Kurse verfügbar.
Einen ähnlichen Weg beschreiten
die drei renommierten US-Universitäten MIT, Harvard und Berkeley: Auf www.edx.org bieten sie
mehrere Vorlesungsreihen zum
Nulltarif an: Software, Programmierung, Elektronik, Chemie, Gesundheitswesen u.a. Die OnlineVorlesungen bieten viel Wissen auf
hohem Niveau, verlangen aber mit
10 bis 15 Stunden auch entsprechendes Engagement. Ganz unverbindlich ist das Angebot nicht.
Denn zusätzlich zur Registrierung
müssen nach den wöchentlichen
Sitzungen Aufgaben abgegeben
werden. Dafür erhält man nach
Bestehen einer Prüfung ein echtes
Diplom, eine Leistungsbestätigung, welche bei anderen OnlineAngeboten leider oft fehlt.
MOOCs für Afrika. Da sich deutschsprachige Hochschulen noch zurückhalten, sind Englischkenntnisse
für den Besuch von Online-Kursen
auf diesem Niveau unerlässlich.
Die Schweizer École Polytechnique
Fédérale de Lausanne (EPFL) bietet
über www.coursera.org, einer weltweiten Plattform von 33 Universitäten, Online-Kurse auf Englisch
und Französisch an. Mit den Einführungskursen ins Programmieren in französischer Sprache will
die EPFL auch die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung erreichen.
Eine grosse Bildungschance für
den Kontinent und seine Bewohner: Schliesslich ist das Angebot
gratis und setzt nur eine Internetverbindung voraus.
In Europa stecken die sogenannten MOOCs (Massive Open Online
Courses), wie solche allgemein zugänglichen Online-Kurse genannt
werden, ansonsten aber noch in
den Kinderschuhen. Ausnahme:
Das deutsche Hasso-Plattner-Institut in Deutschland bietet auf
www.openhpi.de erste Kurse im
Bereich Informationstechnologie
an, die Auswahl ist jedoch noch
klein. Deutschsprachige MOOCs
gibt es aber sonst kaum.
Akademie fürs video-Lernen. Interessant ist die Geschichte, die hinter dem Projekt «Khan Academy»
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
9
CYBERLEARNING
steckt. Der Gründer, Salman Khan,
bot anfangs lediglich seiner Cousine Nachhilfeunterricht in Mathematik an. Als sich der Erfolg
in seinem Umfeld herumsprach,
wünschten immer mehr Familienmitglieder Nachhilfe. Seit 2009 werden die Videos nun auf der eigenen
Website www.khanacademy.org
bereitgestellt. Das Projekt, bei dem
mittlerweile viele Leute mitarbeiten und das unter anderem von
Google unterstützt wird, bietet über
3400 Kurzvideos mit einfachen Erklärungen.
Abgedeckt werden dabei die Themen Wirtschaft, Mathematik, Wissenschaft, Informatik und Geschichte. Besonders Wirtschaftsfragen (z.B. Karl Marx) werden in
der Akademie von Khan, der davor
Analyst bei einem Hedge-Fund
war, aber nicht ganz wertfrei abgehandelt. Die Khan Academy eignet sich besonders für konkrete,
naturwissenschaftliche Fragestellungen. Das findet auch Sabera
Wardak, die gerade ihr Masterstudium abschliesst: «Habe ich in der
Statistik-Vorlesung Fragen, schaue
ich oft bei der Khan Academy vor-
bei. Viele komplizierte Berechnungen werden dort einfach erklärt.»
Dennoch kann damit der normale
Vorlesungsstoff nicht ersetzt werden: «Die Videos helfen, um etwas
grundlegend zu verstehen.»
zu simpel? Um sich vertieftes Wissen über ein Thema anzueignen,
eignen sich Lernvideos weniger –
sie decken nur einen kleinen Bereich ab, und komplexe Themen
werden stark heruntergebrochen.
Dies kann nach hinten losgehen,
wie bereits Albert Einstein feststellte: «Man sollte alles so einfach
Das Selbstexperiment: In zwei Wochen zum Rockstar
Sechs Jahre ist es her, dass ich mir meine Epiphone
Les Paul Pro gekauft habe. Ein echtes Schmuckstück
von Gitarre. Dazu gab’s einen Verstärker, ein Stimmgerät und weiteres Equipment. Kurz: Obwohl ich
noch keinen Ton oder Akkord spielen konnte, schien
meiner Karriere als Rocker nichts mehr im Wege zu
stehen. Trotzdem bin ich heute keinen Schritt weiter und die Gitarre verstaubt in ihrem Koffer unter
dem Bett. Höchste Zeit, das zu ändern.
Tag 1 – Der Start: Ich recherchiere im Internet nach
Online-Gitarrenkursen und werde schnell fündig.
Google spuckt Hunderte Websites mit Onlinekursen aus. Ich besuche deshalb Foren, um bessere
Empfehlungen zu erhalten. Nach zwei Stunden
Recherche habe ich genug und entscheide mich für
www.justinguitar.com. Die Website bietet Unterricht
in Form von englischsprachigen YouTube-Videos,
wobei aber deutsche Übersetzungen bereitstehen.
Der Beginner-Kurs umfasst hundert Lektionen.
Tag 7 – Halbzeit: Gleich zu Beginn hat der sympathische Online-Gitarrenlehrer Justin klar gemacht,
dass es etwa fünf Wochen dauert, bis ein erster Song
richtig gespielt werden kann. Ziemlich ernüchternd.
Zudem wird ausdrücklich empfohlen, pro Tag nur
zehn bis zwanzig Minuten zu üben. Dennoch freue
ich mich über den richtigen D-Akkord, der aus meinem Verstärker kommt. Der Online-Kurs scheint
10
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
tatsächlich zu funktionieren, setzt aber Disziplin voraus, weshalb ich nach drei Tagen einen Lernplan
erstellt habe. Positiv: Die Befürchtung, offene Fragen könnten unbeantwortet bleiben, ist unbegründet. Die meisten werden bereits im Online-Video
geklärt, für weitere steht ein Forum bereit.
Tag 14 – Schlussstand: Vier Dinge habe ich gelernt.
Ein Lernplan ist hilfreich, um diszipliniert bei der
Sache zu bleiben. Realistische Ziele sind wichtig,
um nicht nach kurzer Zeit enttäuscht aufzugeben.
Unklarheiten sollten am besten sofort geklärt werden – falls nötig durch den Einbezug von anderen
Websites. Und zu guter Letzt ist es sinnvoll, sich
regelmässig mit anderen Personen über das Gelernte
auszutauschen. Das motiviert.
Ein Rockstar bin ich leider trotzdem noch nicht.
Die Akkorde A, D und E sitzen aber nach zwanzig
Übungen immerhin bereits. Wie allgemein beim
Lernen ist also Geduld und Ausdauer gefragt. Behalte ich aber das Tempo bei, habe ich den Anfängerkurs in zwei Monaten durch und bin meinem
Rockstar-Traum wieder etwas näher. Unter dem Bett
verstauben wird meine Les Paul jedenfalls nicht
mehr.
Janis Berneker
CYBERLEARNING
wie möglich sehen – aber auch
nicht einfacher.» So stellt das Unternehmen simpleshow zwar viele
Videos mit gezeichneten Figuren
und Symbolen auf YouTube, die gut
verständlich sind. Bei komplexen
Sachverhalten wie der EU-Finanzkrise gehen bei der Vereinfachung
aber wichtige Informationen verloren.
«Mobile» setzt auch das Schweizer
Angebot card2brain.ch, das von der
Post unterstützt wird. Die deutsch-,
französisch- und englischsprachige
Website stellt Tausende Karteikärtchen zu verschiedensten Themen zur Verfügung. Diese können
auf iPhones und Android-Smartphones oder über die Website geübt werden.
Karteikärtchen fürs Handy. Dass
sich das Internet mit Smartphones
und Tablet-PCs überall nutzen
lässt, führt auch zu einer stetig
wachsenden Zahl von Lernangeboten für mobile Geräte. So sind in
den App Stores bereits viele Apps
erhältlich, mit welchen sich Wartezeiten in Lernzeiten verwandeln
lassen. So kann man sich etwa mit
der App «iTheorie» einfach im
Tram auf die Auto-Theorieprüfung vorbereiten und die Prüfungen simulieren.
Die Grenzen der (Lern-)Technik.
Diese Möglichkeit gefällt der Studentin Tina Märki besonders: «Um
mich für Bewerbungen auf Französisch und Englisch vorzubereiten, ist das Repetieren mit dem
Smartphone ideal.» Zwar habe sie
die Sprachen bereits in der Schule
lernen müssen, doch vieles habe
sie vergessen und fügt hinzu: «Besonders der Sprachwortschatz lässt
sich gut wieder auffrischen.» Dass
man eine Sprache so von Grund
auf erlernen kann, bezweifelt sie
aber: «Ein allgemeines Verständnis der Sprache sollte schon vorhanden sein.»
Apple hat mit «iTunes U» sogar
selbst eine App entwickelt, mit
der Vorlesungen und Vorträge verschiedener Universitäten bequem
auf iPhones, iPods oder iPads konsumiert werden können. Die Vorlesungen sind oft sehr spannend,
wenn auch meist auf Englisch. Auf
Mobiles Lernen ist aber auch mit
zwei Nachteilen verbunden: Durch
den spielerischen Gehalt tendiert
man dazu, nur nebenbei zu lernen,
ohne sich voll darauf zu konzentEB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
11
CYBERLEARNING
rieren. Und gerade bei Systemen
wie bei card2brain, die auf NutzerBeiträgen basieren, schleichen sich
von Zeit zu Zeit Fehler ein.
Websites mit Lernservice. Garantiert
professionell und sehr nützlich sind
viele thematische Websites mit
Service-Charakter. Eine Perle ist
beispielsweise www.gruenden.ch,
hinter der verschiedene Ämter des
Kantons Zürich stehen. Die Site
enthält alles Wissenswerte, um
eine eigene Firma zu gründen.
Was früher viel Zeit und die Unterstützung von Beratungsfirmen
benötigte, kann heute in wenigen
Schritten selbst erledigt werden.
Die Website dient der kantonalen
Wirtschaftsförderung. Das Ziel:
möglichst viele erfolgreiche Neu-
12 EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
gründungen von Firmen ermöglichen und wenig Flops.
Staatlich aufgearbeiteten Service
bieten viele öffentliche Websites
von Gemeinden, Kantonen oder
Bund. Um nicht die immergleichen
Fragen beantworten zu müssen,
haben die Behörden oft sehr gut
gestaltete Frequently-Asked-Questions-Seiten online gestellt (FAQSeiten). Zum Beispiel findet man auf
der Website des Staatssekretariats
für Wirtschaft SECO alles zum Thema Arbeitsrecht: Habe ich beim
Umzug Anspruch auf Freitage?
Wie sieht es bei einer Kündigung
mit überzähligen Urlaubstagen
aus? Wer diese Seite durcharbeitet, hat sich das Rüstzeug zum Arbeitsrecht angeeignet.
CYBERLEARNING
Wer hats ins Netz gestellt? Viele
private Verbände oder Interessensgemeinschaften bieten ebenfalls
FAQ und ähnliche Gefässe auf ihren Websites und unterstreichen
damit ihr spezifisches Fachwissen. Aber sie sind im Unterschied
zu staatlichen Stellen nicht neutral, deshalb ist hier Vorsicht geboten. Wer sich übers Mietrecht informieren will, findet vieles auf
den Websites des Mieter- und des
Hauseigentümer-Verbandes, bloss
mit umgekehrten Vorzeichen. Da
ist zur Überprüfung dann die unabhängigere Seite des Bundes
(Bundesamt für Wohnungswesen)
wohl die beste Lösung.
Die Auswahl an möglichen Themen, die im Selbststudium online
erlernt werden können, ist riesig.
Das volle Spektrum zeigt sich in
den Suchresultaten von Suchmaschinen wie Google. Für einen kompletten Kurs sucht man am besten
nach dem bevorzugten Thema sowie dem Ausdruck «Online-Kurs».
Aber nicht nur für Kurse ist der
Einsatz von Suchmaschinen sinnvoll, sondern auch zur Lösung spezifischer Probleme. Dazu sollte man
die Frage in Form von Stichwörtern eingeben. Kaum eine Frage
LINKS zUM THEMA
edX – www.edx.org
Aktuell werden sieben Informatikvorlesungen angeboten.
Udacity – www.udacity.com
Die Plattform bietet zahlreiche Vorlesungen zu Informatik, Mathematik und Physik.
Coursera – www.coursera.org
Über 30 Hochschulen bieten Kurse zu einem breiten Themenspektrum an.
OpenHPI – http://openhpi.de
Einer der wenigen europäischen Anbieter von MOOCs (Online-Kursen).
Khan Academy – www.khanacademy.org
Komplizierte Dinge einfach erklärt: Die Khan Academy bietet viele Kurzvideos zu verschiedensten Themen.
Card2Brain – http://card2brain.ch
Lernen mit Karteikärtchen – entweder direkt am PC oder unterwegs per Smartphone.
Busuu – www.busuu.com
Auf Busuu eignet man sich bis zu zwölf Sprachen an und übt sie mit anderen Mitgliedern.
gruenden.ch – www.gruenden.ch
Die Seite bietet Tipps zu sämtlichen Etappen bei der Firmengründung.
Educational Portal – http://education-portal.com
Die Website bietet zurzeit 17 Vorlesungen zu Psychologie, Biologie, Wirtschaft und
Englisch.
University of the People – www.uopeople.org
Nicht ganz kostenlos, aber dennoch sehr günstig sind die Studienangebote der komplett
virtuellen Universität.
Excel lernen – www.excellernen.de
Diese Site vermittelt einen einfachen Einstieg in die Tabellenkalkulation von Microsoft.
Auch konkrete Übungen sind vorhanden.
Microsoft Office Training – http://office.microsoft.com/de-ch/training
Für Office-Programme wie Word, Excel und PowerPoint bietet Microsoft gratis OnlineKurse mit Übungen an.
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
13
CYBERLEARNING
wurde im Internet noch nicht in
irgendeinem Forum gestellt und
beantwortet.
Die YouTube-Lehrer. Auch die Videoplattform YouTube hält viel
Wissen bereit. Sehr beliebt sind
vor allem Anleitungen, oft «Tutorial» genannt, für die Benutzung
von Computer-Anwendungen. Will
man etwa wissen, wie man rote
Augen aus Fotos korrigiert oder in
Word ein Inhaltsverzeichnis erstellt, gibt’s bestimmt ein Video
dazu. Auch Schulwissen lässt sich
auf der Videoplattform problemlos auffrischen – und das meist in
weniger als fünf Minuten.
Die Möglichkeiten, sich im Internet autodidaktisch weiterzubil-
den, sind also riesig. Dennoch sind
sie nicht in jedem Bereich die beste Lösung. Gerade für Einsteiger
wird der Zugang dadurch erschwert, dass das Wissen im Internet sehr zerstreut ist. Deshalb bilden strukturierte Bücher oftmals
einen sinnvolleren Einstieg in
eine Thematik. Um sich einen soliden Überblick über ein Lernthema
zu verschaffen, hat das gute alte
gedruckte Buch (oder sein EBookPendant) also längst nicht ausgedient.
Kein Ersatz für den Kurs. Beim Aneignen von Sprachen und Instrumenten ist es ebenfalls sinnvoll,
sich das Basiswissen auf anderen
Wegen anzueignen. Besonders geeignet sind hier Kurse, um ganz
allgemeine Zusammenhänge zu
verstehen und die Akustik zu trainieren. Gerüstet mit dem Grundlagenwissen fällt anschliessend
das autodidaktische Lernen viel
einfacher.
Ohnehin wird der klassische Kurs
seinen Stellenwert noch lange behalten: «Weil das Lernen im Austausch mit anderen passiert, weil
Lernen eine soziale Aktivität ist,
ein kollektives Ereignis», wie
Hans-Peter Hauser, der scheidende
Rektor der EB Zürich betont. Denn
in einem Kurs lernt man auch
mit und von der Gruppe. Er fördert so andere heute gefragte
Kompetenzen gewissermassen automatisch mit: soziale, emotionale, kommunikative Kompetenzen.
Die Aneignung einer Fertigkeit
via ein auf dem Internet bereit gestelltes Lernvideo lässt diesen Teil
des Lernprozesses jedoch aussen
vor.
Individueller lernen und arbeiten.
Aber natürlich hat sich auch der
Präsenzunterricht durch die Möglichkeiten des Online-Lernens weiterentwickelt, wie Miriam Fischer
feststellt: «Neuste diadaktische Erkenntnisse und ein modernes
Menschenbild prägen heute die
Lernformen und -methoden auch
im Kurslokal.» Online-Lernsequenzen können so auch in den Präsenzunterricht einfliessen und
diesen bereichern: «Warum sollte
man auf nützliche Medien verzichten, wenn man sie schon hat?»,
sagt die Fachfrau für BlendedLearning an der EB Zürich. Sie beurteilt die Entwicklung hin zum
Cyberlearning als durchwegs positiv: «Es ist doch gut, wenn wir
jetzt individueller lernen und arbeiten können, entsprechend unseren Neigungen, Vorlieben und
Präferenzen.»
14
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
WEITERBILDUNG
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
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KOLUMNE
Trübeli-Konfi
gegen Himbeer-Konfi
zimmer 107
Die Patientin beantwortet die Frage der Krankenschwester mit: «Ja,
ich habe gestuhlt.» Hat sie nicht.
Hat seit sechs Tagen nicht gestuhlt. Will aber keinen Einlauf.
zimmer 108
Der eine Patient sagt «huresiech»,
der andere «gopferdami». Sie quälen sich aus dem Bett. Vorsicht:
Knie nicht verdrehen! Reemtsma
bzw. Marlboro gibt’s nur auf dem
Balkon.
zimmer 109
Die Patientin blättert im Prospekt.
Welche Reha-Klinik soll es denn
sein? Bilder von Wiesen und Alpen. «Ich glaub, ich geh dahin.»
Sie tippt auf ein Foto mit einem
schönen Mann im Liegestuhl, der
sein markantes Gesicht der Sonne
entgegenstreckt. So ein Kurschatten wär nicht schlecht.
zimmer 110
Der Patient röchelt. Die Schwester
stülpt ihm die Urinflasche über
den Penis. Er röchelt und pinkelt;
das geht. «Nachher bekommen Sie
Sauerstoff», verspricht die Schwester und verlässt mit der gelben,
stinkenden Flüssigkeit den Raum.
16
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
zimmer 111
Die Putzfrau will die Rosen wegwerfen. «Nicht mehr schön», meint
sie. Protest aus drei Betten. Der
vierten ist’s egal, sie hat die Beruhigungstablette geschluckt, und
jetzt kommt auch schon der Pfleger, um sie abzuholen. Sie winkt.
zimmer 115
Die Patientin: «Schwester Helen, ich
hab einen grossen Wunsch.»
«Sie wollen eine zweite Schmerztablette, stimmt’s?»
«Nein, aber könnten Sie mir bitte
die Trübeli-Konfi gegen eine Himbeer-Konfi austauschen?»
zimmer 112
Der Patient erzählt seinem Bettnachbarn, was im Blick steht.
Doch diesem sind sowohl Fussballals auch Flugzeugabsturz-Resultate gleichgültig. Schaut immerzu
auf sein bandagiertes Bein, versucht es hochzuheben. Geht nicht.
Die Therapeutin, die blonde, hat
gesagt, es müsse gehen.
zimmer 113
Der Pfleger fragt die Patientin:
«Haben Sie etwas dagegen, von einem Mann intim gewaschen zu
werden?» – «Vielleicht finde ich es
so toll, dass ich meinen Spitalaufenthalt freiwillig verlängere.»
zimmer 114
Der Arzt meint: «Das braucht
Zeit.» Er sagt es in diesem Zimmer
viermal.
Ute Ruf schreibt mit Kindern und gibt Kurse,
wie man mit Kindern schreiben kann. Seit
über einem Jahrzehnt verfasst sie Kolumnen
und macht Interviews und Reportagen.
Für die Schweizer und die Zürcher Lehrerzeitung hat sie über 200 Glossen geschrieben, die unter dem Titel «Rufnummer»
als Buch erschienen sind (Verlag LCH).
Sie ist auch Autorin eines Elternratgebers
und von SJW-Heften für Kinder. In Ihrer
Freizeit tanzt sie «wahnsinnig gern» Jive!
Die EB Zürich kennt Ute Ruf gut: 2002
und 2003 hat sie den Bildungsgang
«Literarisches Schreiben» besucht.
AUSKUNFT
Mail an den Experten: Wie präsentiert man souverän?
Grüezi Herr Kunzmann
Wann ist eine Präsentation gut?
Wenn die Leute etwas davon haben. Ich muss mir überlegen, was
ich ihnen Nützliches an Gedanken, Informationen, Anregungen
oder Entscheidungshilfen bieten kann. Wenn ich das seriös überlege, wird meine Präsentation oft kürzer als ursprünglich geplant. Und ich sage den Leuten auch, was ich ihnen bieten will.
Der erste Schritt ist der schwierigste – wie starten?
Die Präsentation beginnt ja schon, wenn es heisst: «Herr Huber,
Sie sind dran.» Dann sind alle Augen auf mich gerichtet, das Publikum erhält einen ersten Eindruck und klebt mir diese Etikette
auf die Stirn. Deshalb schwungvoll aufstehen, sich in Ruhe einrichten (keine Selbstgespräche führen!), nachher einen Schritt
auf das Publikum zugehen und mit einer einladenden Geste beginnen.
Was macht man gegen Lampenfieber?
Vor allem eine positive Einstellung dazu entwickeln. Unser Körper
funktioniert ja wie ein Alarmsystem – die Antilope sieht, wie
der Löwe in der Steppe erscheint. Der Blutdruck steigt, man bekommt einen roten Kopf, schwitzt, wird fahrig. Das Publikum nimmt
man als gefährliche Meute wahr.
Und wie hilft man dem ab?
Natürlich gut vorbereitet sein, die Präsentation vorher schon
durchspielen – vielleicht vor Bekannten als Testpublikum oder
auch auf Video aufnehmen. Unmittelbar vor dem Auftritt kann
man sich mit langsamem Atmen beruhigen, indem man zum Beispiel
beim Ein- und Ausatmen in Gedanken auf zehn zählt.
Es gibt den Spruch: Hast du etwas zu sagen, oder machst du
PowerPoint? Wie stehen Sie dazu?
PowerPoint fasziniert natürlich mit den Animationen und Multimedia-Möglichkeiten. Aber es besteht auch die Gefahr, dass der
Präsentator zum Filmvorführer wird. Das darf nicht sein: Er muss
für das Publikum die Nummer eins bleiben, denn Glaubwürdigkeit
geht nur über den Menschen direkt.
Der deutsche Star-Rhetorik-Trainer Matthias Pöhm ist sogar geradezu allergisch auf PowerPoint.
Ja, er sagt zum Beispiel, wenn der schwarze Bürgerrechtler
Martin Luther King in seiner berühmten Rede «I have a dream»
PowerPoint gehabt hätte, gäbe es in den USA heute noch Sklaverei. Da hat er wohl recht. Doch für eine Alltagspräsentation
ist PowerPoint gezielt eingesetzt durchaus sinnvoll. Es braucht
aber auch Phasen ohne Folien. Ich empfehle auch eine Mischkost
mit verschiedenen Medien, die sich abwechseln, also zusätzlich
auch Flipchart oder Pinnwand.
Wie schliesst man die Präsentation effektvoll ab?
Man leitet kurz ein («Ich komme zum Schluss» oder ähnlich)
und endet mit dem Fazit oder einem Appell, einer Aufforderung.
Dann muss man aber auch wirklich ruhig sein. Der Abschied soll
ohne Floskeln sein.
Besten Dank für Ihre Ausführungen.
ADRIAN KUNzMANN ist Organisationsberater und Kommunikationstrainer. An der EB Zürich unterrichtet
er Visualisieren und Präsentieren.
Dies mit der Überzeugung, dass
wirksames Präsentieren in unserer
von Zeitdruck und Informationsflut
geprägten Gesellschaft von existenzieller Bedeutung ist.
KURSE zUM THEMA
visualisieren: Durch Bilder reden
Wie man Diskussionen simultan visualisiert
und dadurch den Prozess effektiv steuert
22.–23. März 2013
Redetraining
Kernmodul in drei Blöcken aus dem Bildungsgang Kommunikation, kann auch
unabhängig davon besucht werden
17.–19. April 2013
15./16. Mai 2013
19.–21. Juni 2013
Weitere Informationen: www.eb-zuerich.ch
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
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PERSöNLICH
«Stress fängt
in den Gedanken an»
Pasta zum Abschalten. Evi Giannakopoulos hat einen Traum verwirklicht und
sich als Stresscoach selbstständig gemacht. Die ehemalige Marketingplanerin
und Trainerin einer Hobby-Fussballmannschaft vermittelt, wie man mit Stress,
ängsten und Druck zu Gang kommt. zu ihren Rezepten zählen hawaiianische
Klopftechniken oder selber zu kochen.
TEXT Susanne Wagner BILD zVg
Beruhigendes Lavendelblau empfängt die Besucherin
im geräumigen Praxisraum. Auf einem Regal stehen
kleine weisse Statuen von griechischen Göttern. Das
Sofa ist lindengrün, und auf dem Parkett der Altbauwohnung ist eine orangefarbene Yogamatte aufgerollt.
Ein farbiger Anblick ist auch Evi Giannakopoulos
selbst: Das Jäckchen ist leuchtend orange, die Hose in
einem Ton zwischen Grün und Blau, und die Fingernägel sind pink lackiert. Sie macht einen gelassenen
und zufriedenen Eindruck – vermittelt einem das
Gefühl, man sei bei einer guten Freundin zu Besuch,
die das Wort Stress nur vom Hörensagen kennt.
nend, dass sie sich gleich zur Ayurveda-Gesundheitsberaterin ausbilden liess. Vor sieben Jahren nahm ihr
Leben eine entscheidende Wende. Als sie ihre Mutter
verlor, zog Evi Giannakopoulos mit Mitte dreissig
ernsthaft Bilanz und begann sich Fragen zu stellen:
Kann ich meine Fähigkeiten wirklich einbringen?
Mache ich wirklich das, was ich möchte? Welche
Möglichkeiten habe ich?
Im Sandwich. «Natürlich kenne ich Stress aus eigener
Erfahrung», sagt Evi Giannakopoulos lächelnd. «Was
das Arbeitsvolumen betrifft, hätte ich durchaus Gelegenheit gehabt, in die Burn-out-Mühle zu gelangen.
Aber ich habe immer rechtzeitig reagiert», sagt sie
mit ihrer sanften, melodischen Stimme. Schon als
Zwanzigjährige übernahm sie Verantwortung als
Gruppenleiterin in einem Finanzunternehmen – eine
«Sandwichposition» zwischen Vorgesetzten und 15
Mitarbeitenden, die viel Stresspotenzial bot. In jener
Zeit fand die sportliche junge Frau einen Ausgleich in
der Bewegung. Sie liess sich zur Aerobicinstruktorin
ausbilden, erteilte nebenberuflich Lektionen und
trainierte die Firmen-Herrenfussballmannschaft in
Kraft, Koordination und Entspannungstechniken.
Griechische Lebensfreude. Die junge Frau entschied sich
dazu, sich selbstständig zu machen. «Davon hatte ich
immer geträumt. Ich wollte mit dem Thema Gesundheit und mit Menschen zu tun haben, weil mich dies
am meisten interessierte», sagt Evi Giannakopoulos, die
ihr kontaktfreudiges Wesen auch ihren griechischen
Wurzeln verdankt. Bei ihren Besuchen in Griechenland sehe man in ihr vor allem die Schweizerin, und
hier, im Land, wo sie aufgewachsen ist, tun sich manche schwer damit, ihren fremdländisch klingenden
Namen auszusprechen. Doch die Stresstrainerin
sieht vor allem die Vorteile der beiden Kulturen, die
sie mitbekommen hat: Die griechische Lebensfreude
und die Besuche bei ihren Verwandten, insbesondere
beim Vater, der in Griechenland lebt, sind wichtige
Grundpfeiler in ihrem Leben. Ebenso schätzt die Single-Frau es aber, in einem sicheren Land zu leben, das
auch wirtschaftlich nicht derart heftigen Stürmen
ausgesetzt ist wie Griechenland zurzeit.
Sport und Entspannung wurden ihr immer wichtiger. Während ihrer Weiterbildung zur Marketingplanerin übte sie sich in Meditation und Yoga. Das
Thema ayurvedische Ernährung fand sie so span-
ängste wegklopfen. Mit schweizerischer Gründlichkeit liess sich Evi Giannakopoulos am Zentrum für
Stressforschung in Meggen zur Stressregulationstrainerin ausbilden und gründete 2008 ihre Firma stress
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EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
PERSöNLICH
away. In Einzelcoachings und Gruppentrainings
zeigt sie den Leuten seither, wie sie mit Stress, Angst
und Druck umgehen können. Dabei wendet sie Methoden an, die sie aus eigener Erfahrung kennt und
schätzt: Bewegung, Entspannung, Meditation, Ernährung, Mentaltraining, Zeit- und Organisationsmanagement.
Sie vermittelt den Ratsuchenden, wie sie alte Denkstrukturen und Verhaltensmuster ändern können
und mental stärker werden. Oder trainiert mit ihnen
hawaiianische Klopftechniken, um Ängste abzubauen.
Ganz wichtig ist für Evi Giannakopoulos die positive
Einstellung: «Stress fängt in den Gedanken an. Destruktive Gedanken sind negative Programmierungen
des Gehirns, die wir aufnehmen und unser Selbstvertrauen damit beeinflussen.» Wie bei der Kundin, die
im Coaching lernte, ein bevorstehendes schwieriges
Gespräch mit dem ehemaligen Vorgesetzten zu meistern.
Schokolade und bewährte Hausmittelchen. Themen
wie Bewegung und Entspannung spielen auch in ihrem Kurs «Erfolgreiches Stress-Management» an der
EB Zürich eine wichtige Rolle. In «Gesunde Ernährung im Berufsalltag» erfährt man, wie man dem
Körper genau das gibt, was er in der entsprechenden
Lebenssituation braucht. «Wenn ich selbst zubereitete, natürliche und saisonale Lebensmittel esse, muss
ich mich nicht mit Themen wie belastende Zusatzstoffe oder Transfettsäuren befassen», so Evi Giannakopoulos. Doch die Erwachsenenbildnerin, die fürs
Leben gerne Schokolade isst, weiss auch, wie wichtig
der Genuss ist. Zum Abschalten nach einem stressigen Arbeitstag empfiehlt sie einen beruhigenden Teller Pasta, um das zentrale Nervensystem «herunterzufahren». Für einen ruhigen Schlaf bereitet sie sich
selbst gerne eine warme Milch mit Safran zu, ein Rezept aus der ayurvedischen Küche. Oder einen Tee
aus entspannendem Baldrian – oder beruhigenden
Lavendelblüten.
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
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KULTUR
Kursleitende und Mitarbeitende der EB zürich geben Tipps zu interessanten Büchern, CDs und Filmen.
Edgar Hilsenrath
Das Märchen vom letzten Gedanken
2006
Lesen
Gerd Oswald
Die Schachnovelle
2006
Sehen
Enrico Pieranunzi
Racconti mediterranei
2002
Hören
Fluchtwelt. Wie viel Schmerz hält
ein Mensch aus? Wartan Khatisian kommt nach Hause, wird verhaftet und im Gefängnis brutalst
gefoltert. Gleichzeitig ist seine
schwangere Frau verschwunden.
Am Beispiel dieser Familie erzählt Edgar Hilsenrath, selbst
Überlebender eines Holocausts,
von der Ausrottung der Armenier
durch die Türken im Jahre 1914.
Wer jetzt denkt, das Buch müsse
aufgrund seiner Geschichte
schwermütig sein, der täuscht
sich. Denn das ist genau das Faszinierende und Verstörende an
diesem so unbekannten Autor:
Dem abgrundtief Grausamen dieser Welt stellt er märchenhafte
und hoffnungsvolle Momentaufnahmen entgegen.
Ersatzwelt. Die Verfilmung der
Schachnovelle von Stefan Zweig
besticht durch Curd Jürgens in
der Hauptrolle. Er spielt einen
Grandseigneur, der von der Gestapo in Einzelhaft gefangen und
durch Entzug geistiger Nahrung
zum Sprechen gebracht werden
soll. Als er am Rande des Wahnsinns schon ans Aufgeben denkt,
findet er ein Schachbuch. Er lernt
Schach spielen, und nach der Wegnahme des Buches imaginiert er
Schachzüge im Schattengitter an
der Zimmerdecke. Die im Buch
pointiert beschriebene Begebenheit – wie er sich in die jeweils
gegnerische Stellung einfühlt und
die zuvor eingenommene Position
zu schlagen versucht – kommt
im Film leider viel zu kurz.
Traumwelt. Racconti mediterranei
entführt mit lyrischem Jazz an
die Küsten Italiens. Sei es die flirrende Sommerhitze, seien es die
sanften Farben eines toscanischen Herbstes oder die klaren,
kalten Nächte an Silvester in Rom;
Enrico Pieranunzi und sein Trio
laden mit ihren Arrangements zu
meditativen Reisen ein, lassen
den Alltag in den Hintergrund
gleiten. Die klassische Ausbildung
des Pianisten und Komponisten
durchwebt seine Musik, man
meint Vertrautes zu hören und
befindet sich doch im nächsten
Moment in neuen Räumen, durchaus fremd, doch jederzeit angenehm und einladend. Eine gute
Portion Ferien, eine gute Stunde
Auszeit vom Alltag.
MARTIN SAUTTER
Kursleiter Deutsch als Zweitsprache
CLAUDIA PFISTER
Lernbegleiterin Lernfoyer und
Kursleiterin Deutsch als Zweitsprache
MARTIN zENTNER
Bildungsgangsleiter
Eidg. Fachausweis Ausbildner
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EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
SEINERzEIT TAGESTHEMA
Die zürcher Seegfrörni (1962/63)
Das lange Warten hat ein Ende: Am Freitag, dem 1. Februar 1963, um 12 Uhr mittags wurde die gesamte
Fläche des seit Wochen zugefrorenen Zürichsees für das Publikum freigegeben. Sechs Schulbuben sind
gleich nach Aufhebung der Absperrung aufs Eis im unteren Seebecken geeilt. Nun sind sie dabei,
ihre Schlittschuhe zu schnüren; zwei Eishockeystöcke liegen zum Einsatz bereit, doch zu einem Spiel mit
dem schwarzen Puck wird es wegen der Schneedecke auf dem Eis kaum kommen. Lachend und mit Blick
in die Kamera ist der NZZ-Verkäufer mit der Mittagsausgabe seiner Zeitung unterwegs. Auf den Dächern
der rechtsufrigen Altstadt im Hintergrund liegt Schnee, die Sicht ist nicht allzu gut, doch Zürich hat
sich mit den Fahnen auf der Quaibrücke festlich geschmückt. Bereits am ersten Tag werden hunderttausend Personen den Gang auf das Eis wagen. Bis zum 8. März wird der grösste Zürcher See begehbar
bleiben, einzig unterbrochen von einem viertägigen Wärmeeinfall ab dem 20. Februar.
Es ist wenig wahrscheinlich, dass sich am Zürichsee das Spektakel einer «Seegfrörni» nochmals einstellt.
Die durchschnittlich bis zu zwei Grad erhöhten Herbsttemperaturen der letzten beiden Jahrzehnte haben
dazu geführt, dass sich der See nicht mehr jeden Winter auf 4 Grad abkühlt. Diese Temperatur ist
Voraussetzung, damit sich das warme und kalte Wasser überhaupt durchmischen und danach die
Oberfläche zufrieren kann. Aber selbst dann müssen für eine tragfähige Eisdecke noch 320 Kältegrade
dazukommen, also beispielsweise 32 Tage mit einer Durchschnittstemperatur von minus zehn Grad.
Günstiger sieht die Rechnung für die kleineren Seen im Kanton aus.
Felix Aeppli
Felix Aeppli, Historiker und Filmexperte, erteilt an der EB Zürich einen Kurs über den Schweizer Film.
Mit «Seinerzeit Tagesthema» wirft er einen Blick auf spezielle Ereignisse aus der Geschichte von Stadt und Kanton Zürich.
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
21
IM GESPRäCH
«Die eigene
Souveränität
weiterentwickeln»
Die Regisseurin. Josefa Haas hat Anfang November ihre neue Stelle als Rektorin der EB zürich
angetreten. Im Antrittsgespräch sagt die frühere Leiterin des Medieninstituts, dass sich ihr
Führungsstil an der Regiearbeit beim Film orientiere; es gehe darum ein gemeinsames ziel vor
Augen zu haben. Im Fall der EB zürich heisst das ziel: souveränen Persönlichkeiten zu ermöglichen,
sich permanent weiterzuentwickeln.
INTERvIEW Christian Kaiser, Guido Stalder BILDER Iris Stutz
Sie waren sieben Jahre Leiterin der Unternehmenskommunikation SRG, sieben Jahre Leiterin des Medieninstituts. Klingt nach einer Lebensplanung in Siebenjahresschritten, wie die alten Griechen das empfahlen.
zufall oder hat das Konzept?
Ich war auch sieben Jahre lang Redaktorin beim
Tages-Anzeiger. Das ist Zufall, der aber einen Rhythmus erhalten hat, der stimmt. Und wenn man einmal diese Erfahrung gemacht hat, wird man für die
Siebenjahresphasen sensibilisiert.
Inwiefern?
Für mich ist es immer wichtig, wenn ich einen neuen
Job antrete, dass ich nicht nur Neues lanciere, sondern dass ich auch die Umsetzung und die Kontinuität mitbegleiten kann. Nach fünf Jahren stellt sich
die Frage, ob man sich noch einmal mit einem neuen
Effort einbringen kann, und nach sieben Jahren
wäre dann wieder ein Neustart notwendig.
Also waren die Wechsel geplant?
Planen lässt sich das nicht, aber es hat sich als
glückliche Fügung ergeben, weil sieben Jahre eine
gute Zeitspanne sind, um etwas mitzugestalten,
Früchte zu ernten und Fehler zu erkennen.
Heisst das, dass Sie 2019 wieder abtreten?
Da gibt es eine Altersfrage, denn zwei mal sieben
Jahre wird vom Alter her schwierig sein. Aber ich
habe mein Leben, auch mein berufliches, grund22 EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
sätzlich nie geplant. Ich hatte das Glück, dass sich
immer wieder eine unerwartete Tür auftat. Und
ich bin ein neugieriger Mensch; wenn ich die Wahl
hatte, bei etwas Bekanntem zu bleiben oder ein neues
Feld zu entdecken, habe ich mich für das Neue entschieden.
Gut, gehen wir mal davon aus, dass Sie zwischen fünf
und zehn Jahren an der EB zürich bleiben. Was wollen
Sie in dieser zeitspanne erreichen?
Ich kenne ja die EB Zürich von meiner früheren
Dozententätigkeit (als Kursleiterin im Bereich Journalismus und Medien) und habe sie immer im Auge
behalten. Das Wichtige ist mir, die EB Zürich auch
so dynamisch, offen und vital zu hinterlassen, wie
ich sie übernehmen darf. Das ist das Ziel. Das heisst
aber auch, dass sich die EB Zürich entwickeln muss,
denn eine Institution, die sich in einem solch dynamischen Umfeld nicht bewegt, wird in fünf bis zehn
Jahren nicht mehr den gleichen Stellenwert haben.
Haben Sie einen Anhaltspunkt, wie diese dynamische
EB zürich in fünf bis zehn Jahren konkret aussehen
könnte?
Ich bin keine Kaffeesatzleserin. Wir haben eine
Arbeitswelt, die sich massiv verändert, und mit ihr
wandeln sich auch die Anforderungen und die
Berufsidentitäten. Mein Anliegen ist, dass die EB
Zürich diesen Realitäten gerecht wird, wie immer
die künftig auch aussehen werden. Ich bin davon
IM GESPRäCH
überzeugt, dass der EB Zürich eine Schlüsselaufgabe
dabei zukommt, die Menschen so zu begleiten, dass
sie als souveräne Persönlichkeiten in dieser neuen
Arbeitswelt tätig sein können.
Sie haben sich schon während Ihres Studiums mit dem
Berufswandel in der Medienbranche befasst: mit einer
Arbeit über den Wandel bei den Schriftsetzern oder
einem Dokumentarfilm über den Umbruch vom Blei
zum Fotosatz. Wo sehen Sie heute die grössten veränderungen in der Arbeitswelt?
Diese Erfahrung war eine wichtige Lernerfahrung
für mich: Bei unseren Recherchen führten wir Gespräche mit Schriftsetzern, die einen Beruf erlernt
hatten, den es vier Jahre später nicht mehr gab.
Am Medieninstitut habe ich einige dieser ehemaligen
Schriftsetzer wieder getroffen, und es ist sehr interessant, wie unterschiedlich ihre Lebens- und Berufswege waren; je nach Persönlichkeitsstruktur sind
sie heute im Publizistischen, als IT-Leiter oder im
kaufmännischen Bereich tätig.
Die Schriftsetzer widerspiegeln unsere heutige Arbeitswelt?
Niemand kann mehr davon ausgehen, dass die Kompetenzen, die man heute besitzt, morgen noch gefragt
sein werden. Diese Herausforderung, vor welcher
die Schriftsetzer Ende der 70er-, Anfang der 80erJahre mit der ersten Digitalisierung (Lochkarten,
Lochstreifen, erste Programmierung) standen, ist
heute für alle Realität: Wir müssen uns beruflich
immer wieder neu erfinden können. Das ist eine
Lebenshaltung. Viele sehen das als Chance, einige
haben aber Mühe damit, ihr Geschick in eine neue
Welt zu transportieren. In beiden Fällen kann die
EB Zürich eine wichtige Rolle spielen.
Die EB zürich wird sich also einfach als Gegenbild der
Arbeitsrealität entwickeln?
Nein, sicher nicht, das geht nicht. Der Auftrag der
EB Zürich als kantonaler Berufsschule besteht ja
auch darin, auf die Bedürfnisse zugeschnittene
Weiterbildungen zu kreieren. Aber im Zentrum der
Entwicklung muss das Menschenbild stehen. Und
dieses Menschenbild orientiert sich an einer souveränen Persönlichkeit, die ihr Schicksal in die eigene
Hand nimmt.
Sie engagieren sich in der Filmbranche, es gab ein Buch
von Ihnen zum Nutzen des Service Public bei der SRG.
Service Public scheint für Sie ein wichtiges Thema zu
sein. War das mit ein Grund für diesen Wechsel, liegt
Ihnen der Service Public in der Weiterbildung am Herzen?
Ich störe mich daran, dass die Bildung in der politischen Diskussion beschränkt ist auf die Grundbildung
und die Hochschulbildung. Ich bin überzeugt, dass
man künftig den Solidarpakt auch ausserhalb der
akademischen Welt pflegen muss, wenn man Bildung
als wichtige Ressource ansieht. Das heisst, jede Frau
und jeder Mann soll die Möglichkeit haben, sich
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
23
IM GESPRäCH
Arbeitswelt. Permanent vernetzt sein, sich überall
informieren können, auf einer riesigen Bühne stehen
mit ganz vielen Mitbewerberinnen und Mitakteuren,
das ist heute Realität im beruflichen und im privaten
Leben. Es braucht also eine Auseinandersetzung mit
dieser digitalen Welt, damit man nicht nur getrieben ist, sondern sie auch aktiv und konstruktiv
nutzen kann.
immer adäquat weiterbilden zu können – unabhängig von der formalen Vorbildung, unabhängig von
der hierarchischen Position. Und das ist mein Commitment eben auch zur EB Zürich als öffentliche
Weiterbildungsinstitution.
Sie betonen gern auch die Bedeutung von sozialen
und kommunikativen Fähigkeiten in allen Funktionen.
Sehen Sie die Aufgabe einer Institution für berufliche
Weiterbildung auch darin, solche Soft Skills gezielt zu
fördern?
Ein fundamentaler Wandel besteht darin, dass Unternehmen es immer weniger als ihre Aufgabe ansehen, Mitarbeitende aufzunehmen, in die neuen
Jobs einzuführen und weiterzubilden. Das ist auch
die Erfahrung, die ich beim Medieninstitut gemacht
habe: Die Initiative muss vermehrt von den Arbeitnehmenden selbst kommen. Damit wird es zentral,
dass man in der Lage ist, seine eigene Geschichte
zu erzählen und gegenüber Arbeitgebern, Chefs,
Kollegen plausibel zu vertreten. Und das gelingt
nur, wenn man seine kommunikativen Fähigkeiten
pflegt.
Die Medienbranche, aus der Sie kommen, ist ja eine
sehr dynamische Branche. Was kann die allgemeine
berufliche Weiterbildung von der Weiterbildung in der
Medienindustrie und im verlagswesen lernen?
Es gibt diesen technologiegetriebenen Strukturwandel, und diese Technologien prägen die gesamte
24
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
Sie haben am Medieninstitut ein Seminar über digitale
Medien geleitet, an der EB zürich werden Sie einen
Kurs über Medienkompetenz geben. Gehört die Fähigkeit, mit digitalen Medien und mobilen Anwendungsgeräten umzugehen, heute zu den Grundkompetenzen
in der Arbeitswelt?
Ja. Kompetenz ist für mich wieder verknüpft mit
Souveränität, mit einer persönlichen Haltung: Was
mache ich wann, wo, warum, mit welchen potenziellen Auswirkungen? Bei Medienkompetenz bedeutet das, dass ich mich bewusst in dieser Kommunikationswelt bewegen kann – Entscheidungen
fällen kann, wo ich mich wie informiere und wie
ich kommuniziere. Wenn solche Entscheidungsprozesse souverän gestaltet werden können, statt einfach in dem Meer an Informationsmöglichkeiten
zu schwimmen, fühlt man sich wohler, davon bin
ich überzeugt.
Den Begriff der Souveränität benutzen Sie häufig,
ist das ein persönliches Hauptmotiv?
Es gibt viele Motive, aber ja, letztlich geht es darum,
Rahmenbedingungen zu schaffen, in welchen man
die eigene Souveränität permanent weiterentwickeln kann. Wenn man sich zurücklehnt und den
Anschluss verpasst, büsst man einen Teil der Souveränität ein, verliert also einen Teil der Fähigkeit,
sein Leben aktiv zu gestalten. Im beruflichen Umfeld, aber auch als Bürgerinnen und Bürger und
als Privatpersonen – in all diesen Feldern sollte man
so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie möglich
wahrnehmen können.
Die EB zürich als Ermöglicherin für Souveränität?
Sie soll unterstützen, entscheidend ist aber auch die
persönliche Motivation. Das ist eine Erfahrung, die
wir alle machen; wenn wir zu etwas gezwungen
werden, lernen wir nicht gern. Und es ist in höchstem Masse frustrierend, wenn man lernen will und
nicht kann. Ich habe beim Medieninstitut die Erfahrung gemacht, dass sich Lernwillige, die nicht die
Möglichkeit bekamen, eine Weiterbildung zu nutzen, relativ schnell von einem Unternehmen verabschiedet haben.
IM GESPRäCH
Sie haben unlängst geschrieben «zu den beliebten
Sparmassnahmen in einer konjunkturellen Flaute
gehört das Streichen von Weiterbildungsbudgets».
Wie kann man dem als Weiterbildungsinstitution
begegnen?
Ich versuche den Unternehmen immer auch den
Nutzen klar zu machen. Alle Angestellten, die sich in
einem anderen Umfeld austauschen können, bringen
auch sehr viel wieder in die Arbeitsorganisation
hinein. Deshalb empfehle ich, statt aussenstehende
Berater anzustellen, die eigenen Leute hinauszuschicken und mit neuen Impulsen zurückkehren zu
lassen. Vor allem für KMUs ist jede Kompetenzerweiterung auf jeder Stufe eine Bereicherung. Ich bin
überzeugt, dass sich das ökonomisch lohnt. Der
nachhaltige Nutzen besteht sicher darin, dass man
eine offene Organisation aufbaut, wenn man die
Menschen rausschickt, um sich weiterzubilden.
Sie wechseln jetzt von der nationalen Medienwelt zu
einer Berufsschule. Warum ist das attraktiv?
Die EB Zürich ist ja breit aufgestellt. Ich selber komme aus einer Handwerker-Familie und bin da die
weniger handwerklich Geschickte. Ich habe grössten
Respekt vor jeder Tätigkeit in jedem Berufsbereich.
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
25
IM GESPRäCH
Für mich ist es spannend, dass die EB Zürich viele
Schnittstellen bildet, wo sich unterschiedliche Lebenswelten treffen.
Beim Medieninstitut waren Sie ein zwei-Personen-Team,
hier an der EB sind Sie die Leiterin einer Geschäftsleitung in einer Organisation mit über 350 Beschäftigten. Das ist eine ganz andere Grössenordnung.
Ich habe in meiner Biografie immer wieder den
Sprung gemacht von einer grossen Organisation,
einem Frachter, in ein kleines, rotes Gummiboot und
wieder zurück. Ich kenne Führungsaufgaben in
grossen Organisationen und bin froh darum, dass
ich eine Zeit lang wieder in einer kleinen war, wo
man von A bis Z alles selber macht und alle Produktionsprozesse und Anforderungen kennen lernt.
Jetzt freue ich mich darauf, wieder für eine grössere
Organisation tätig zu sein.
vor lauter Aktivitäten: Wo hat Josefa Haas ihre Tankstellen für ihre Work-Life-Balance?
Ich bin privat sehr glücklich. Ich habe einen schönen
Freundes- und Bekanntenkreis, bin kulturell interessiert, da tanke ich sehr viel. Ich war vorletzten
Sonntag mit meinem 19-jährigen Patensohn in
«Genesis» – ein schönes Erlebnis zu sehen, wie er
darauf reagiert. Wenn ich den Begriff Erlebnis verwende, dann ist das eine Grundhaltung: Ich bin erlebnisorientiert in meiner Freizeit, aber ich kann
Erlebnisse haben, wenn ich Yoga mache, im Wald
spazieren gehe oder Freunde treffe. Ich kann mich
über kleine Dinge freuen.
Und wie werden Sie diese Organisation führen?
Eine der wichtigsten Erfahrungen dafür machte ich
im Theater- und Filmbereich, mit Regie-Assistenzen.
In dem Sinn fühle ich mich dafür verantwortlich,
dass die EB Zürich im Zusammenspiel ein gutes
Ergebnis liefert für die Kursteilnehmerinnen und
Mitarbeiter. Das ist eine Art Regiearbeit.
Josefa Haas, die grosse Regisseurin?
Nicht ganz. Aber man bringt auch auf der Bühne
und im Film nur mit einem organisierten Setting
und Einigkeit über das Ziel unter den Akteuren
etwas Gutes zustande.
Sie bezeichnen sich selber auch ein Stück weit als ungeduldige Person. Wie wird man das im Alltag spüren?
Ich würde es eher als positive Unruhe bezeichnen.
Eine meiner besten Zeiten war bei Cash. Man kam
am Morgen auf die Redaktion und sagte sich «So, was
machen wir heute wieder Spannendes?» Es herrschte
eine kollegiale Konkurrenz oder eine kompetitive
Kollegialität, wie man das auch benennen will. Einfach eine Stimmung der fokussierten Aufmerksamkeit: Was könnten wir noch machen, was könnten
wir Neues anbieten? Zum Teil reichen kleine Anpassungen, um das gesamte Ergebnis zu verändern.
Es ist ja erstaunlich, in welchen Funktionen Sie überall
tätig sind. Haben Sie im Sinn, noch etwas abzugeben?
Die meisten Engagements haben sich aus meiner
Biografie ergeben. Ich pflege Netzwerke, und ich
spinne die Fäden darin auch gern weiter. Dort, wo es
mir wichtig und sinnvoll erscheint, werde ich mich
auch weiter engagieren.
26
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
JOSEFA HAAS: FüHRUNGSFRAU MIT GROSSEM
RUCKSACK UND BREITEM NETzWERK
Die neue Rektorin der EB Zürich kann auf eine abwechlsungsreiche Karriere zurückblicken und ist breit vernetzt: Nach einem
Studium der Soziologie an der Universität Zürich stieg sie über
ein Stage bei Radio und Fernsehen DRS in den Journalismus ein.
Nach Forschungen über die Auswirkungen der Einführung von
Privatradiosendern (Rundfunkversuchsverordnung RVO) arbeitete sie von 1988 bis 1995 für die Printmedien Tages-Anzeiger und
Cash, daneben leitete sie auch an der EB Zürich Kurse im Bereich
Medien. Von 1998 bis 2005 wurde sie als Leiterin der Unternehmenskommunikation SRG SSR idée suisse landesweit bekannt.
Zuletzt hat sie von 2006 bis 2012 das Medieninstitut des Verbandes Schweizer Medien geleitet und war dort für die Aus- und
Weiterbildung der Medienbranche sowie die Organisation von
Trendtagungen wie die Dreikönigstagung oder die Medienrechtstagung zuständig. U.a. war oder ist sie auch in folgenden Organisationen aktiv: Vereinigung Schweizer Verlagsfachleute VSV,
Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft SGKM, Schweizer Journalistenschule MAZ, SAWI.
Sie engagiert sich unter anderem weiterhin für Swiss Films, das
Filmfestival Locarno und den Verein Qualität im Journalismus.
Ihre Stelle an der EB Zürich hat sie am 1. November 2012 angetreten.
TIPPS UND TRICKS
Wörter essen mit Stäbchen
Schnell lesen heisst motivierter lernen. Die
Grundidee beim Schnelllesen lautet: intelligent
den Textsinn erraten durch Weglassen von überflüssigem. Dazu lässt sich das rasche Erfassen
des Inhalts mit verschiedenen Techniken und
Utensilien trainieren. Weshalb Gummibärchen
helfen, weniger an den Buchstaben zu kleben.
TEXT Christian Kaiser ILLUSTRATION Eva Kläui
Der Sinn eines Textes wird umso schneller konstruiert, je rascher man das Wortbild erkennt. Wenig geübte Leserinnen und Leser kleben beispielsweise zu
sehr an den Buchstaben fest (Buchstabieren), formulieren die Wörter beim Lesen mit Sprechwerkzeugen
(Vokalisieren mit Lippen, Zunge oder Stimmbändern)
oder springen mit den Augen wieder im Text zurück
(Regressionen).
Befehl «Tempo»
Anfängern helfen Selbsttests, ihre Lese- und Behaltensgeschwindigkeit zu messen. Dieselben Tests dokumentieren auch den Lernfortschritt durch ständiges Schnelllesetraining. Schnelleres Lesen bedeutet
konzentrierteres Lesen. Wer langsam liest, liest meist
unkonzentriert, die Gedanken schweifen ab, vagabundieren zwischen Textstellen. Der Befehl «Tempo»
vor oder während des Lesens, führt dazu, dass man
konzentrierter liest und mehr aufnimmt; dem Gehirn bleibt keine Zeit, sich um Nebensächliches zu
kümmern.
Trainieren mit Essstäbchen
Die Regression, also das Zurückspringen des Auges
im Textfluss, lässt sich mit einer Lesehilfe, z.B. einem
Essstäbchen, wegtrainieren. Mit den Stäbchen führt
man die Augen dem Text entlang und hilft so dem
Hirn, die Wörter und Sätze zu «verspeisen». Anfängerinnen «essen» linear von links nach rechts, Fortgeschrittene folgen den Stäbchen auch schon mal s-förmig durch das Geschriebene oder vertilgen zwei Zeilen auf einmal.
Lautlos lesen üben
Ein weiterer Kniff besteht darin, das Mitmurmeln
oder innerlich Mitlesen zu unterbinden. Da Lesen
und Sprechen in unterschiedlichen Hirnbereichen
verarbeitet werden, verlangsamt das innere Gemurmel den Lesefluss enorm; die Kunst besteht darum
darin, die Schriftbilder und Inhalte aufzunehmen,
ohne das Geschriebene in Laute zu übersetzen. Das
innerliche Mitmurmeln kann man wegtrainieren,
indem man bewusst darauf achtet, nicht in Sprechlauten zu denken.
Merkhilfe «Gummibärli»
Dafür ist ein Hilfssprechlaut nützlich, der mit dem
Inhalt nichts zu tun hat; z.B. Gummibärli. Den sagt
man dann beim Lesen ständig im gleichen Rhythmus
still vor sich hin; also Gummibärli, Gummibärli,
Gummibärli statt die Zahl 115523 und Sie werden die
Zahl garantiert besser behalten, als wenn Sie Hundertfünfzehntausendfünfhundertdreiundzwanzig in sich
hinein sprechen würden.
KURSE zUM THEMA
«Lustvoll lernen macht Spass und wirkt»
Das eigene Lese- und Lernverhalten optimieren.
Atelier «Flüssig lesen und verstehen»
Lesen und verstehen in der Gruppe unter fachkundiger Leitung
üben.
Weitere Infos und Anmeldung unter www.eb-zuerich.ch
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
27
EvENT
«Jeder kann
Microtrainer sein»
Lernen mit kleinen Lerneinheiten. Professorin Heide Lukosch
hat an der Universität von Delft in den Niederlanden ein neues
Lernsetting entwickelt: Microtrainings sind 15-minütige Lernblöcke, welche die Lernenden akitivieren, indem sie zum Mitdenken und Mitmachen animieren. Am Schweizerischen Forum
für Erwachsenenbildung SFE erklärte Lukosch, weshalb und wie
Microtrainings funktionieren.
TEXT Christian Kaiser BILD Reto Schlatter
Am Hauptsitz von Shell in Den
Haag gibt es einige Besonderheiten. Zum Beispiel muss man sich,
wenn man die Treppen hochsteigt, immer mit einer Hand am
Geländer festhalten. Hintergrund:
Die Frontleute, die Arbeitenden
auf den Bohrinseln, sind dazu verpflichtet, sich immer festzuhalten, damit keine Unfälle passieren. Also gilt das auch in den ganz
normalen Bürogebäuden. Und wer
an einer Sitzung teilnimmt, wird
sofort auf den nächsten Brand28
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
schutzausgang hingewiesen. Heide
Lukosch nennt diese Beispiele, um
zu unterstreichen, dass es sich bei
Shell nicht nur um ein weltweit
tätiges Unternehmen handelt, sondern auch um ein extrem reglementiertes, organisiertes, durchstrukturiertes.
Selbst solche Multis mit klar geregelten Strukturen haben heute aber
ein Problem: Das informelle Lernen am Arbeitsplatz entzieht sich
immer mehr vorgegebenen Strukturen. Niemand überblickt, was da
eigentlich beim Learning on-thejob geschieht; einzelne Lernende
oder ganze Teams organisieren
ihr Lernen selber, Wissensquellen
im Internet werden angezapft
usw. Shell wollte darum ihren
Mitarbeitenden ein Instrument an
die Hand geben, wie sie ihrem Lernen ausserhalb der vom Unternehmen organisierten Kurse eine
Struktur geben können – und hat
sich darum an die Universität von
Delft und Heide Lukosch gewandt.
EvENT
Eine Lernviertelstunde. Lukosch
und ihr Team haben dann ausgehend von verschiedenen pädagogischen Konzepten eine Struktur entwickelt, die durch ihre Einfachheit
besticht. Die sogenannten Microtrainings sind Lerneinheiten, die
nicht länger als 15 Minuten dauern und vier Phasen beinhalten:
1. Aktiver Start: Das Ziel des Trainings wird kommuniziert. Eine
aktuelle Frage, ein Problem, ein
Vorschlag wird formuliert und die
Teilnehmenden werden zum Nachdenken darüber angeregt. Die Fragestellung steht in engem Zusammenhang mit dem Lernziel.
2. übung: Die Teilnehmenden befassen sich aktiv mit der Fragestellung in einem Übungssetting; in
Interviews, Kurzvorträgen, Rollenspielen, Brainstormings, MindMaps, sie schreiben Antworten
nieder, füllen Fragebögen aus usw.
3. Diskussion: Die Teilnehmenden
tauschen aktiv ihr Wissen aus:
Fragen, Meinungen, Erfahrungen.
Der/die Microtrainer/in gibt positives Feedback.
4. Konklusionen: Was sind die
nächsten Schritte? Wie behalten
wir das Gelernte? Wie können wir
es vertiefen? Was ist das Ziel der
nächsten Lerneinheit?
Der Vorteil solcher 15-minütiger
Lernblöcke: Sie lassen sich als
Kurzpause in jeden Arbeitsablauf
integrieren und überfordern auch
Mitarbeitende mit einer kürzeren
Aufmerksamkeitsspanne
nicht.
Komplexere Themen lassen sich in
eine Reihe von Microtraining-Einheiten aufgliedern: Mit einer Einführungseinheit, mehreren Microtrainings zu Unterthemen und einer Abschluss-Sitzung. Und dabei
muss keineswegs immer der Chef
der leitende Microtrainer sein! Microtrainen können alle, überall,
jederzeit und mit allen in einer
Organisation. Heide Lukosch präsentierte hier das Beispiel von
Lastwagenfahrern eines international tätigen Transportunternehmens, welche hochmotiviert ihre
Microtrainings zu aktuellen Problemen von unterwegs via einen
Blog absolvieren.
Aktivierungspille. Microtraining
ist eine intelligente, strukturierte
Methode, um den Informationsaustausch zwischen Menschen zu
fördern: um zu kommunizieren,
Ideen zu sammeln, Wissen zu teilen und zu kommunizieren. Sie
hilft auch das Experten- und Er-
fahrungswissen von jedermann
und jederfrau in einer Organisation abzuholen. Microtraining ersetzt zwar das formelle Lernen in
Kursen nicht, funktioniert aber
gut, um Wissen aufzufrischen
und zu erweitern. Und vor allem
ist es eine sehr effiziente Methode,
um Lernende zu aktivieren, sie
zum Selberdenken und zur aktiven Beteiligung anzuregen, wie
die Teilnehmenden des SFE-Forums
(siehe Kasten) sehr schön am eigenen Leib erfahren durften.
Den Anwendungsmöglichkeiten
sind kaum Grenzen gesetzt: Microtrainings können in einem Kurs
als Gruppenarbeit oder Aktivierungsblöcke eingeschoben werden. Oder in einer Sitzung auf der
Basis eines Inputs zur gemeinsamen Problemlösung beitragen.
Oder regelmässig von Teams zur
kreativen Umsetzung von neuen
Vorgaben im Berufsalltag eingesetzt werden. Die Vorteile liegen
auf der Hand: Microtrainings sind
kollektive Lernsettings, die in kurzer Zeit Wege aufzeigen, wie sich
frisch Gelerntes in berufliche Abläufe integrieren lässt.
www.microtraining.eu
Lernen: Es geht nicht ohne E.
Unter dem Titel «CONNECTED – vom E im E-Learning» fand
Ende September die 5. veranstaltung des Schweizerischen
Forums für Erwachsenenbildung statt. Wieder sorgten hochkarätige Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland für ein spannendes Programm.
Für den eher kritischen Einstieg ins Thema war Dieter Euler von der
Universität St. Gallen besorgt: mit einer Tour d’horizon über die
hochgesteckten und meist enttäuschten Erwartungen, welche mit
dem E-Learning in den letzten 20 Jahren verbunden waren. Euler
bot einen fundierten Einblick, welche Strategien und Konzepte
bereits auf dem «digitalen Friedhof» gelandet waren, und formulierte Kriterien, wann E-Learning-Konzepte funktionieren können.
Heide Lukosch, Professorin für Spielen und Simulation, berichtete
über die Chancen, welche neuere Konzepte wie Mictrotrainings
und spielbasierte Lernmethoden, die sich an Computerspielen ori-
entieren, eröffnen. Martin Raske von der Credit Suisse erklärte,
weshalb multinationale Konzerne wie die CS heute auf das E beim
Learning nicht mehr verzichten können; er setzt auf sogenannte
«Learning Nuggets», humorvoll gestaltete Lernvideo-Sequenzen,
die global zur Verfügung stehen.
Andrea Belliger von der PHZ Luzern bot einen umfassenden Überblick über die neusten Trends und Methoden im Bereich des digitalen Lernens und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen: Sie zeigte
sich davon überzeugt, dass der Change, welchen uns das Internet
beschert, vergleichbar sei «mit dem Wandel, den die 68er-Bewegung inszeniert hat». Ausserdem bestand die Gelegenheit, Gilbert
Gress einmal live zu erleben – im heiteren Zwiegespräch mit Röbi
Koller über die Digitalisierung im Fussball.
Alle Beiträge werden in einer Broschüre zusammengefasst.
Bestellmöglichkeit: www.swissadultlearning.ch
EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
29
AGENDA
Gebündelte News
«Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern», heisst
ein altes Sprichwort. Also weg damit, schön gebündelt und geschnürt an den Strassenrand. Peter Hauser, Werber und Kursleiter an der EB Zürich, ist
durch die Quartiere der Stadt gestreift und hat rund
tausend solcher Altpapier-Bündel fotografiert. Die
Galerie EB Zürich zeigt eine Auswahl.
Arno Camenisch liest
Es war eine reiche Oktoberernte in Sachen Literatur
an der EB Zürich: Innert einer Woche las zuerst Urs
Widmer aus seinem Roman «Das Buch des Vaters».
dann folgte Linard Bardill mit Geschichten und Liedern, und schliesslich präsentierte Bettina Spoerri
ihren «Bücherherbst 2012». Die Leiterin der internationalen Solothurner Literaturtage stellte dabei die
wichtigsten aktuellen Werke von Schweizer Autorinnen und Autoren vor.
Ein junger Schweizer Autor, der Bündner Arno
Camenisch, ist am 23. Januar nächster literarischer
Gast an der EB Zürich. Der 34-jährige Camenisch
schreibt auf Deutsch und Romanisch (Sursilvan)
Gedichte, Prosa und für die Bühne, seine Werke
wurden bereits in fünfzehn Sprachen übersetzt.
Arno Camenisch ist Mitglied der Autorengruppe
«Bern ist überall», eines losen Zusammenschlusses
aus neun schreibenden und vier musizierenden
Mitgliedern. In wechselnden Formationen tritt die
Gruppe auf, stimmt Texte und Themen auf den Anlass und die Beteiligten ab – und schreibt manchmal
auch gleich Neues.
Camenisch dürfte also im Januar an der EB Zürich
nicht bloss Texte vorlesen, sondern sie effektvoll
inszenieren. Sein neuer Roman «Ustrinkata», diesen
Frühling erschienen, gibt den passenden Stoff: Es
wird viel getrunken und geredet am letzten Abend
in der «Helvezia», bis eben ausgetrunken ist.
LESUNG ARNO CAMENISCH
Mittwoch, 23. Januar 2013
19.30 Uhr, Bildungszentrum für Erwachsene BiZE
Weitere veranstaltungen
4. April 2013: Vortrag Schreibforscherin Sarah Brommer
19. Juni 2013: Lesung Dorothea Elmiger, vorangehend Workshop
gemeinsam mit Brigitte Spalinger
30 EB Kurs Nr. 36 – Winter 2012/2013
Fotohistoriker Fritz Franz Vogel zur Ausstellung:
«Das Bündel, das man auf die Strasse stellt, ist also
Altpapier, ausgelesene, ausgeweidete, verarbeitete
Drucksache. Diese verschnürte Kubatur, dieser Leserest, wird wiederverwertet und mit neuen Meldungen bedruckt. Und es bleibt der Trost: Wie das Papier rezykliert wird, so sind es oft auch die Meldungen und Inhalte, wenn auch in ihrem Zeitkolorit erneuert und aufgehübscht. Neuigkeit ist etwas sehr
Relatives.»
«GEBüNDELTE NEWS vON GESTERN»
Bis 19. Januar 2013, Galerie EB Zürich
Neue digitale Wirklichkeiten
Die nächste Veranstaltung in der Vortragsreihe
«Digitale Wirklichkeiten» widmet sich Windows
Phone 8. Sascha Corti von Microsoft wird die wichtigsten Neuerungen für Entwickler vorstellen.
«WAS IST NEU IN WINDOWS PHONE 8 FüR ENTWICKLER?»
Dienstag, 11. Dezember 2012, 18.30 Uhr, EB Zürich
www.eb-zuerich.ch/events
WEITERBILDUNG – WIE ICH SIE WILL
Weiterkommen mit der EB zürich
Mit jährlich 16 000 Kundinnen und Kunden ist die EB zürich die grösste von der öffentlichen Hand
getragene Weiterbildungsinstitution der Schweiz.
Der erste Schritt zu neuen Horizonten:
– Bestellen Sie unser Programm mit über 400 Kursen
und Bildungsgängen.
– Besuchen Sie eine unserer Informationsveranstaltungen.
– Lassen Sie sich über unser Angebot beraten.
– Nutzen Sie unsere Lern- und Arbeitsplätze im
Lernfoyer.
– Buchen Sie eine Weiterbildungsberatung und klären
Sie Ihre Ziele.
– Machen Sie Selbsteinstufungstests auf unserer
Website.
– Lernen Sie anhand unserer Imagebroschüre unsere
Werte kennen.
– Informieren Sie sich auf www.eb-zuerich.ch.
– Fragen Sie telefonisch oder per Mail bei uns nach.
– Kommen Sie vorbei und lernen Sie uns kennen.
Weiterbildung liegt im Interesse des Wirtschaftsstandortes Zürich und muss darum für alle zugänglich sein –
unabhängig vom finanziellen oder sozialen Status. Seit
bald 40 Jahren unterstützt die kantonale Berufsschule
für Weiterbildung deshalb Berufsleute aus allen Branchen
und Bildungsschichten dabei, beruflich am Ball zu bleiben;
Lehrabgänger und Akademikerinnen, Handwerker und
kaufmännische Angestellte, Kader und Berufseinsteigerinnen lernen neben- und miteinander.
Der persönliche Weg zum ziel: Der Weg zum Lernerfolg
ist individuell. In Weiterbildungs- und Lernberatungen
werden die Ziele geklärt und geeignete Lernmethoden
und -formen aufgezeigt. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch immer mehr Personalchefs und Weiterbildungsverantwortliche vertrauen darum auf den Slogan
der EB Zürich:
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«Weiterbildung – wie ich sie will»
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