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D e r Tschcwkinit tiudct sich derb, wie cs sclicint, a~s nmorphe

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561
I ) Der Tschcwkinit,
cine n e u e Jlincralgattung.
D e r Tschcwkinit tiudct sich derb, wie cs sclicint, a ~ s
nmorphe Masee niit flachtnuschligen Bruch.
Samuictschwan, fast r8llig uudurchsichlig, oder uur
an den Zufsersten Kauteu selir dunner Splitter mit brauncr Farbe durclischeiueud; stark gliiozend von Glasglanz;
Strich: dunkelbraun.
Hiirte nut wenig uber der des Apntita; das spcifisclie Gcwicht 4,50S-4,5.19
).
Vor dcm Lfiihrohre gluht das Miueral bei der erslcn Einwirkuug der Hitze auf; cs blaht sich dabei allcli
aufserordenllich auf, rvird brauu, uud schmilzt zriletzt zu
einer sclirrarzen Kugel.
Jm Kolben b h h t es sich ebenfalls auf, und cs subliiiiirt dabei ciuc geringe Mcngc Wnsscr.
In Boras Iiist cs sich gepulvert zieinlicli leiclit zu
eiuem hlarcn , von Eiseu schwach gefirbtcii (;lase auf;
bei nur geringem Zuealz bleibt das Glas gnnz wasscrbell.
In I’hosyhorsalz libst es sich langsamer, aber init densclben Farbencrscliei~iitogcn auf: in geriogcr Mc~igcZUgeselzt, ist das Glas gnnz durclisichtig, bei griifserem ZUsatz scheidet sich Kicsclsiiurc BUS, uod die Kugcl opalisirt bcim Erkalten.
Mit Soda schniilzt dns Mineral zusainrnci1, aber die
3Iasse breitet sich bald aiis uncl zieht sirli in dic! Kohle.
Durch Zerreiben uud Schlammeu der ruit Soda getrankten Rohlc erhtilt nian eiuige Flitterchen ron Eisen. Mit
Soda aof Plalinblcch giebt es (lie Reaction v011 Maugao.
I ) Die
erhtcre ZJJ wurde durch WHgung einu einzigcn griirscrcn
Stiickcs, die lclztere durcb die mehrercr Hsiner gerunden.
552
Gepnlvert l6st sich das Mineral in erhitzter Chlorwasserstoffssure und mit Hinterlassung von Kieselsaure
zu einer gelbliclrgriinen Flussigkeit auf, die nach einigcr
Zeit gelatiuirt. Versetzt inan die filtrirte Auflbsung init
Weinsteinsaure und iibersattigt man cie mit Ammoniak,
so erh3lt man durch Schwefelwasserstoff- Aminoniak cine
Fsilung von Schwefeleisen, das gegliiht etwa
vom
Mineral an Eisenoxyd giebt. Dampft man die filtrirte
Liisung ab und gluht nun den Ruckstand, so kaiiu man
mit sehr verdunnter Salpeterszure titanhaltiges Lanthanosyd und etwas Kalkerde ausziehen. Der Ruckstand
besteht nun fast nur aus Ceroryd. In Chlonvasserstoffsaure aufgelbst, konnten durch die gewiibiilichen Metboden nur Spuren von Kalkerde, Talkerde, Thonerde entdeckt werden. Eine geringe Menge Yttererde findet sich
vielleicht auch noch darin, doch konnte deren Gegenwart nicbt mit valliger Sicherheit nacbgewieseu werdea.
Fast alle Niederschliige zeigten sich bei der UntersucLung
vor dem Lbthrohr etwas titanhaltig.
Nach diesen Versuchen. scheint das Mineral also hauptsschlich eine Verbiodung der Kieselsture mit Ceroxydul, Lanthanoxyd
w d Eisenoxydul zu seyn.
Diefs Mineral murde mir mit mehreren anderen Mineralien aus der Gegend von Miask und Slatoust durch den
Hrn. Major L i ss e n k o hei seiner Durchreise durch Ben
lin in diescm Sommer mitgetheilt. Er besafs ein ziemlich derbes Stiick, d a t mehrere Zoll lang war, und von
dem er wir abzuschlagen erlaubte, so vie1 als ich zur
Untersucliung zu brauchen glaubte. Das Stuck war, bis
auf einzelne sebr vollsttindig ausgebildete Krystalle von
Feldspath, die darin eingewachsen waren, ganz rein. Es
war im Ilmengebirge bei Miask, wabrscheinlich als Gemengtheil des dortigen Miascit vorgekomrnen.
Ich glaube ganz in dem Sinne von Hrn. Lissenko
zu handeln, wenn ich das neue Mineral nach dem Ge-
-
553
ueral T s c h e w k i n , dem rastlos tbltigen Chef des Kaiserlichen Bergkorps in Petersburg, dessen wissenschaftlichem Sinne ich selbst die grbbte Unterstfltzung bei
meinen Arbeiten verdanke, Tschewkinit zu nennen vorschlage.
Der Tschewkinit hat iun Aeufsern eine grofse Aehnlichkeit mit den andern Ceroxydul-, Yttererde- und Thorerde - haltigen Silicaten, dem Godolim't, Orthit, Allnnit
und Thad. Sic haben alle eine schwane Farbe, muschligen gkinzenden Bruch und gelatiniren mit ChlorwasserstoffsBure; ich habe daher in der folgenden Tabelle die
Kennzeichen zusammengestellt, wodurch sie sich von einander unterscheiden :
........
685
3J
6,5
4,238
5,3
4,549
5
4363
G
4,173
lcrggriin
graulicligriin
dunkel graulicligriin
riitliliclrbraun
Verlralten Tor dem &lit i d , wirdgrau- blilrt s i d auF und bljlit siclr stark auf, wird braunrotlr,
schmilrt unter
lichgelb und sclrmilzt
und sclrmilzt leicht sclrmilzt aber niclrt
1.iithrohrc
Kochen zum scliwar- zu rincr rcliwarren
niclrt
glinrcndcn Kugel,
die vnm Magnet angcrogcn w i d
Farbe des Pulvers
I
vergliiht, l b h t siclr
stark suf, wird braun
und schrnilrt zu eincr schwanen 81511zenden Kugel
! sdrw~rzliclrbraus
Verlnlten gcgcn das an den Kantcir zicnr- nil d. K a n t scliwaeli an d. Kant. sclrwacI~ an den Kanlco selv an den Kantcn sehr
sicl, stark und Inach- und graulicligriin und brjunliclrgriio sclrwach und Lraun sclrwaclr und braun
Liclrt
durclischeincnd
durclrsclreinrod.
durclrscheincnd
griio durchscheinend
durcliselieinmd
Spccilisclics Gewiclrt
li5rte
I&
2) D e r U r a n o t a n t a l , e i n e n r u e R l i n e r a l g a t t u n g .
nei. Uranolanlal findet sich i n rhgeivachsenen platten Kliriiern, die auf der Rrucbtlscbc dcs Gesteine, woriii
sie ciugewarhseii sind , tiftcr Sptirtw von rcgelmafsigen
Uinrisscn zcigen , tint1 dalier iindeutliclic Krystalle zu
scyn scheinen. Sic sind von vcrschiedencr Grilfsc, hbchstens von der einer Haselnufs.
Sarnrnetscliwarz , iin I h i c h stark glsnzeud und \*on
uiivollhoininciieiii Mrtallglanz; uudurcbsichtig; iui L’ulver
cll1tikcl riiihlichbrauu.
HErfc zwischen Apntit nnd Fcldspalli ; das specifi.
sclie Ge\richt: 5,623.
Iin Kolbeo tiher dcr Spirittislaiiipc schr\~achcrhitzt,
c1ccrq)itirt das Miiicral etwas, stiblimirt einige Fciiclitigkcit und gliinint sodaiin nuf wic Gadolinit, wobei (lie
nngcwaiidlcn Stiicbc etwas aufbersteu und einc schwarzbraunc Farbe erlialtcn I ) . Vor deiii Liithrohre in der
Platiiiznnge nun crhitzt, scliinclzcn sic an den Kanten zu
ciiicin scliwarzen (;lase.
I u Borax auf Platindraht liist es sicli gcI)uIvert zieriilich leicht auf, und bildet in der inneren Flarninc: ein
gclbes, in der a i i h r e n ein gclblichgriincs Glas. Bci stiirkerern Zusatz voin Mineral erhilt das Glas in clcr :iufscrcn Flainlne einen Stich in’s Rothe, besonders so Iangc
es heirs ist, in dcr iunercn wird es grunlichschwarz; geflattert wird es undurcbsichtig rind gelbliclibraun.
In Phosphorsalz lBst cs sirli gepulvcrt ebenfalls zieinlicli leicht uiid vollsttindig zu eincin klaren Glnsc a i i f ;
in der inneren Flarnine geschmolzen, ist die Fiarbc sinaragdgriin, in clcr Gufseren eben so, nur lichter; eiiie vigcotlich gelbe Farbe l i d s sich weder auf Kohle noch
I ) Das Verglimrnen
tritt unmittclbar nach dcin Dccrepitircn ciir, u i d
gelit selir sclrnell voriiber, daher man die Ersclieinring leiclrt Gbcrselien kmn; bei einiger Vorsiclit und be; scliwaclrer Erlriizirng ist sic
indessen jedesmal zu bemerken.
556
auf Platindraht erlialten; nur wenn das Glas noch heifs
ist , erscheint die Farbe ruthlicbgelb.
Mit Soda auf Platinblcch zeigt sich eine Manganreaction; die iibrigen angegebenen Renctionen lassen aber
niif ciiien Gehalt von Uran und Tanral schliefsen; den
crsteren beweisen die Flrbiingen des Borax- und des
Phosphorsalzes, den letzteren die Undurchsichtigkeit, die
sicli beiin Flattern des Borasglases einstellt.
Dasselbe ergeben die Versuche auf nassein Wcge.
I n Chlor~vasserstoffsaurelbst sich das Miueral, aucli
znm fciosteii PuIver zerriebcn, nur schiver, aber vollstiindig auf. Die init Wasser verdunnte griinliclic Fliissigkcit lriibte sich soglcich bei eincin Zusatz von Schwefelssure, und gab beim Erhitzen den starken weifsen,
nacli W 6h l e r I), fiir die Tantalssure bcsonders charakteristischen R'iederschlag. Noch feucht liiste sich derselbe nicht vollstandig in Chlorwasserstoffsaure auf ),
nls aber das Geliiste \vie das Ungelbste in ein Reagenz%Ins getlian und eine Zinkstange liineingestellt wurde,
fiirbte sich, wie W b b l e r von der TantalsYure angiebt,
cler Riickstand und die Flussigkeit blau.
Getrocknet und gegluht wird der durcli Schwcfclslurc crlialtenc Nicderscblag erst schwan, d a m gelb
und nach dem Erkalten wiedcr weifs. Vor dem Liithrohr untersucht , verliielt e r sich ebenfalls vollkommen
wie, nach E c r z e l i u s
die Tantalslurc; er lbste sicli
in Borax und Pho~pllorsitlz lciclit u l ~ din grofser Menge
zii einem farblosen Glasc anf. I)as Glas init Phosphorsalz biicb klar beiui Erkalten, dns Boraxglas wurdc abcr
gcllattcrt, und bei eiucm grofsen Zusatz nach dcr Ab1) P o g g e o d o r f f ' s Anoden, Ud. XXXXVIII S. 92.
2) !Sac11 Wiihler sollta diefs ziernlicli leicht gcsclrelren ; \iellcicht
war
die von mir angcwandte Clilorw~sscr.s~oTTs~;ure
nieht Iiinrcichend conccntrirt.
3) Die Anwendung des Ltitlirohrs,
J i h
Auflagc,
S.93.
55i
Abkiihlung uudurchsichtig , in der Sufseren Flamme gesclimolzen schneeweil, in der inneren brlunlichweit.
Die von der TantalsBure abfiltrirte Fliissigkeit wurdc
zur Entfernung der hinzugesetzten Chlorwasserstoffsiiurc
iind Scbwefelsaure in der Platinschale abgedalnpft , unJ
der wcifse stellenweise etwas braunliche Ruckstand in
eiiien kleinen Platintiegel gethan und gegliiht, worauf er
einc griinlichschwarze Farbe annahm. Er wurde nur vor
dein LGthrohr untersuclit , vcrhielt sich hier aber vollkolnmen wie, nach B e r z e l i u s , reincs Uranoxyd I ) .
Mit Borax auf Platindralit gab er in der Hufseren
Flaintne ein gelbes und in dcr inueren eio schmutziggrUnes Czlas, das aber durch Flattcrn uudurchsichtig und
gelb oder brlunlichgelb wurde, wahrscbeiulich vou uoch
etwas bcigemengtcr TantalsBurc.
In Phoephorsalz auf Kohlc bildete sich ein griincs
Glas, das, in der inncreu Flamine geschmolzen, diinkler
mar, als in der iiulcren, und bei eineui grofsen Zusatz
beim Erkalteu uudurchsichtig wurde und krystallisirte ').
Auf Platindralit in der aufseren Flaminc geschmolzen hatte
das Glas, so lange es heirs war, eine rdtblicbgelbe Farbe,
nach dem Elkalten erhielt es indessen stets einen Stich
in's Griin.
Mit saurem schwefelsaurem Kali geschmolzen, bildet das Mineral einc rotbe Fliissigkeit, die beim Erkalten zu einer gelblichen Masse erstarrt, und mit Wasser
gekocbt schwefelsHiirehaltige Tantalsiure abscbeidet.
Aus diesen Versuchen geht hervor, dafs das Mincral wenigstens vorziigsweise Tantal und Uran eutbiilt,
und wabrscheinlich tantalsaures Uranoxydul ist , daher
ich fur dasselbe den Namen Umnoiunial, nach Analogie des Namens Yttrotantal, vorschlage.
Ich erliielt den Uranotantal von Hm. E w r e i n off,
1) Die Anwcndung d u L8&robrs, dritte Adage, S. 97.
2) DieL Glut Berrelius nicht an, trim rber
Uranorjd eiu.
auch
bei gaar rcincnt
558
-
Capitain beim IJerg Ingeiiieurcorps in Petersbarg. Er
faud sich an dcm rnir initgethcilten Stuckc auf die nngegebeiie W e i s e in riitliliclibraaucin Fcldspnlh zuglcicli
mil krystallisirtciii Acscliyoit eingewnclisen, uud iiudct
sicli im Ilmcngcbirge bei Miask iin Urnl.
3) Der P r r o w s k i
t,
eine neue Mincralgattung.
Der Peromski! koinmt krystallisirt vor; die Krystalle gchfireu zuin reguliiren Krptallisatioussyst ein, r i d
sind Hexacdcr, was sicli, cln dic I.'llicheii der Kryslalle
zieinlich ebeii sind (lurch hlcssaiig init dcin Rcflcsionsgonioinctcr bestiiiiincu 1Pfst. D i e Spalltbarkcit gcht parallcl den Flgclieii der Kryslnlle, und ist zicinlich voll-
.
k oiiiin en.
-
Gr;iiilich bis cisenscliwnn; arif dcn Krystnllfliiclirn
stark gliinzeud von tiictallisclic*m I)ctnnnt+~oz, arif di*u
S~~"ltuii~sf1~ichen
weoiger gIYozcut1; undurclijiclitig; Pillver: graiilichwcifs.
Ritzt stark den Apatit, wirtl voiii Feltlspa~ligcrilzt,
die Hiirtc also ungcliilir 5,H: i n 3 S ~ C C .(;e:vi.icht: 4,017 ').
Vor dem LOtlirohre ist das Wiiicrnl fiir sicli ganz
onschmclzbar.
In I%ospborsalz uiid Borax lost es sich grpu1vci.t
in grofser Mengc init den Farbrn des Titans zu eincix
klaren (;lase auf. R l i t Phosphorsalz in J e r iuiirren Flauiiuc
geschmolzen, ist die Kugel, so lange sic h i k ist, p i i lichgriin, wird aber beiin Erknlten inchr oder weniger
intensiv violblau, j e nachdeui wan mchr odcr ncuiger
von dcin Miueralc aufgeliist hat. 111 cler i u k e r e n Flaminc
geschinolzeii ersclicint die Kiigel, so lange sie l i d s isf,
grtinlichweifs, beiin Erkalteii s a w wasserhcll.
Mit Borax in dcr iuticreu Flauiuie gcschinrrlzcu, crscheint [lie Kugcl bci gcringcrcui Xusalz, I d s : iiclrt
gclblichgriin, lialt : ganz wasserticll; bci sifirlrereiii Zuaatz
1 ) Zu dem Versuche wurdrn melrrrrr klrine Stiickclrcn ge~rornrxn,dic
z u r w m e n 1 , 3 3 6 Grnruniro wopeii.
559
nacli dern Erkalten braun, und es ist niclit mOglicb, selbst
durcli Zusatz vou Zinii cine violblaue Farbe zu erhalten I ) . In der aufscren Flnniine bilden sich kleine Blaseu, die in der Kugel, auch beim Erkalten, bleihen; und
dieselbe ersclieint beifs: grtinlichweifs, kalt: gaoz was.
eerh el I.
Mit einer . geringen Menge Soda gcmengt, schmilzt
dns Rlincral zu einer grUnlichcn undurchsichtigcn Schlacke
zusauimen, mit mehr Soda zieht sich die Masse in die
Kohle. Durch Zerrciben und Schlainrncn dcr init Soan
gctriinkteu Kohle bfst sich uiclils Metallisclres erhalten.
Von Clilorwasserstoffslrire wird das R-Iineral, auch
zu einein feinen Pulver zerriebkn, nur schr uubedeutend
augcgriffcn.
Mit eincm grofscn Ueberschufs von saurem schwefclsauren Kali gcrieugt rind iin Platin!iegel iiber der Spirituelampe bei schwacher l\otligluhliitze geschmolzen, bildct dns Mineral uacli dcm Erstnrrcn cine weifse Masse,
dic, gepulvcrt und init einer grofscn Mcngc kaltem W'nsscr iibergoesen, sich, bis auf eiiie iiufserst gcringc Mengc
unaufgeschloesener Rlassc, zti eiurr klarett FlUssigkeit
auflilstc. Beim Kochen dcrselben biltletc sicli dnrin ein
starker wcifscr n'ietlerschlag, dcr sicli vor drin L6throlrr
vollkoumcu n i e reine TitansBure verhielt. Aniuioniak
brachte iu der fillrirteu Flussigkeit noch eineu selir geringeu wcifsen gallcrkdgen Niedcrsclilag hervor , der
ebenfalls aus Titanslure bestaud, worauf hinzugefugte
Oaalslure in der von der Titanslure getrelinten Fliissiglicit wictleruin sogleich eincn weifsen K.iedersclilag hervorbrachtc, der sich durch Stehcn an eiueni warmcu Orte
noch rermehrtc, und aus oxalsaurer Kalkerde bcstaud,
da er filtrirt und getrocknet, init dcr Spirituslnmpe sclirvncli
erhitzt, verbraunte, und sicli daiiu init Brauseu iri Chlorw ass Frd l o ffsli u r e aufliistc , i ii w*el cli er A ulliisu ni; I, o 11 I e I I saurcs Ainmo~iial;wiederum eioc weifsc Fallung hervor1) Dassclhc is: a:,-!;
bci dcm T:tatih dcr 1.'aIl.
560
brachte. Die yon der Ealkerde befreite Fllissigkeit zur
Trocknifs abgedampft und zur Vejagung des oxalsauren
Alnmoniaks gegluht, l6ste sich in Wasser zu einer klaren FlIissigkeit aiif, ails welcber sich nach einiger Zcit
Krystalle absetzten, die, so w.eit icli es erkennen konnte.
niir aus schwefelsaureln Kali bestanden.
Mit einem Ueberschusse von kohlensaurcin Natron
gemengt, schmolz das Miueral im Platintiegel iiber der
Spirituslampe zu einer brsunlichen Fliissigkcit , die nacli
dem Erstarren eine Masse bildete, welche aus zwei SchicL
ten bestand, einer oberen weifsen, und einer uutercn
braunlicheu. Gepulvert und mit Chlorwasserstoffsaurc begossen, scbied sich ein br:iunliciies Pulvcr aus, das, vor
dem Lothrohr untersucht, sich mit Borax uud Phosphorsalz wie reine Titanssure verhielt, wit deiit eiuzigen Unterschiede, dafs das nach der Schmelzung in der lufscren Flamme erlialtene Glas, wie bei der Untersucbung
mit dem Minerale selbst, so lange cs nocli heirs war,
ctwas griinlich aussah, wcnngieich cs nach den1 Erlialten vollkommen wasserliell wurde, also viclleicht noch
einc Spur von Eisen enthielt, da auch dcr Rutil ganz
dieselben Erscheinungen zeigt. Mit Soda bildcte aber
das briiunliche Pulver eine gelbe Masse, die vor dem
Erkalten gar nicht oder nur sehr undeutlich auflcuclitete
uud krystallisirte , was reine Titanssure in so auffallendem Maafse thut I ) .
Diescr Unterschicd in dem Verhalten ruhrte von einer grofsen Beiinengung von Kalkerde her, welches sich zeigte, als das briiualiche Pulver
auf die vorhiu angegebene Weise init saurcin schwefelsaureu Kali geschlnolzen und uiitersiicbt wurde ). Nachdem
in dcr von der Titaiisiiurc abfiltrirten Fliissigkeit hinzu1 ) Vergl. B e r r e l i u s iiber dic Anwendung
gc3,
des IAii~Iirolirs,Auflage
S. 96.
2 ) Nach dcn Untcrsucbungen mcines Drudcrs Iindvr dasselbc bri der
Sdlmcbung des Titanitc mit kolrlcnsaurem Kilron s t i l t .
561
gcfiigtes Ammoniak noch eine geringe Menge Titanssure
gehllt hntte, brachte daher OxalsYure nur einen geringeu Niederschlag von oralsaurer Kalkerde hervor. Die
Ton diescr Kalkerdc getrennte Flhsigkeit wurde zur
Trocknifs abgedampft uud gegliiht ; die erhaltene Masse
liiste sich vollstlindig in Wasser auf, gab, mit Alkohol
und Platinsolution versetzt, keinen Niederschlag, und
lieferte bei 'der allmdigen Verdunstung nur Krystalle
von Chlornatrium.
Aus diesen Versucben ergiebt sich, dafs das Mineral Titan und Kalkerde enth5lt; ob das erstere als SYure
oder nicht vielleicht wahrscheinlicber als Oxyd darin enthalten sey, und o b die angegebenen Bestandtheile die
einzigcn in dein Minerale siud, kann erst durch eine ~011stiindige quantitative Analyse ausgemacht werden.
Von dem beschriebenen Mineral finden sich mehrere Krystalle auf einer Druse, die mir von Hrn. OberBcrgmeister K I m m e r e r aus Petersburg bei seiner Durchreise durch Berlin im Sommer d. J. zur Untersucbung
initgetheilt wurde. Die Krystallc sind vou verschiedener Grbfse, einzelne an den Kanten nur 1 bis l a , anderc bist 3 Linien lang, und sind mit sch6n krystallisirteiii Chlorit und Magneteisenerz auf Chloritschiefer aufgewaclisen.
Die Druse stammt, wie schon gleich der
bekaiinte, durch seinen Dicbroismus so ausgezeichnete
Chlorit lehrt, aus hchmatowsk. in der "Hhe vou Slatoust
iiii Ural. Hr. K a m m e r e r schlug lnir vor, das neue Miiieral zu Eliren des Viceprasidenten Hrn. v o n P e r o wski
in Petersburg Perowskit zu nennen, und ich stimme urn
so lieher diesem Vorscblage bei, als Hr. v o u P e r o wski
mit eineio grofsen Eifer fiir dic Mineralogie eine seltene
Ilcreitwilligkeit verbindet, die Schatze seiner ausgezeichneteu Samiulung zu wissenscbaftlichen Zwecken zu verW ~ Iden.
I
562
4 ) Der Pprrbit, e i n neues P i n e r a I .
Dieses Mineral henne ich bis jetzt nur aus ciner
prachtvollen Feldspathdruse, die dasselbe enthdt, und
sich im Besitz des Hrn. Viceprasidenten v o n P e r o w s k i
in Petcrsburg befindct; sic wurde mir von demselben
durch Hrn. Ober-Bergmeister Ktim m e r e r zur Ansicht
mitgetheilt, und ich hatte die Erlaubnifs fur die Unter.
suchung einige Krystalle des neuen Minerales a b n e b e n
zu durfen. Die Druse besteht vonugsweise aus den
Feldspathkrystallen, die mehrere Zoll grofs, sehr schih
krystallisirt und von ockergelber Farbe sind; sie enthtilt
aber aufserdem in sechsseitigeu Tafrln krgstallisirtcn,
blah riithlichweifsen, stark perlmullerglanzenden Lithionglimmer, kleinc tafclfUrmige, wcifse, stark durchschcincndc Krystalle von Albit, die kuglig zusammengeh9uft
sind, grafsere Krystalle von nelkenbraunem Bcrgkrystall,
und einzelnc tveifse Topaskrystallc.
Die Krystalle des neuen Minerals sitzen nur aiif
eincm Feldspathkrystall, etwa S an der Znhl, lassen sich
leiclit von demselben herunternehmen, zcrfallcu aber dabci lcicht in kleinc Sttickchen, und hinterlassen in dem
Feldspath wenig tiefe scharfkantige Eindrucke.
Die Krystallc haben die Form von OctaAdern, die,
wenn sie vollstandig ausgebildet niiren, etwa eine Lglngc
von 3 Linien hatten. Ihre Fliichen sind eben, aber nur
wenig gltinzend, so dafs ihrc Vr’iukel nicht wit grofser
Genauigkeit mit dem Reflexionsgouiometer gcmessen werden konnten, aber die gefundenen Werlhe uwhrerer Kanten schwankten stets nur wenig um 109O 28’, daher man
mohl mit Wahrscheinlichkeit annehmen kann, dals die
Octaeder reguhr sind. Eine Spaltbarteit habc ich bei
den kleinen Brochstiicken, in welche die Krjstalle beim
Abnehmen zerfielen , nicht bemerkt.
Pomcranzengelb , von scliwacheni Glasglauz, an den
Kaiiteu durchscheinend.
563
Von der Hlrte des Feldspaths; das specifische Gewicht konnte bei der geringen, mir zu Gebote stehenden Menge des Minerals nicht bestimmt werden.
Vor dem Lathrohr schmilzt das Mineral nicbt, ver5ndert nber seine Farbe, indem kleine Splitter, in der
Ylatinzange gehalten, an den Spitzen schwnn werden
und dabei die Flamme stark gelb rdrben.
In Pbosphorsalz wird es in Stiicken nnr sehr schwer
nutgelfist; es wird bei llngerem Illasen weifs und undurchsichtig, nimmt aber an Grblse nur sehr wenig ab.
Zum feinen Pulver zerrieben, wird es dagegen in Phosphorsalz und Borax leicht und in grofser Menge zu einein klaren Glase aufgelbst; das Glas ist, iu der innercu oder lulseren Flamme geschmolzeu , bci geringem
Zusatz nach dem Erkalten ganz wasserhell, bei griilsercui Zusatz etwas gelblichgrun gefarbt, in der inneren
Flainlne geschluolzen vielleicbt noch etwas starker als in
dcr Ruteren.
Mit Soda schmilzt es zusammen, aber die Massc
breitet sich bald aus und zieht sich in die Koblc; dabei
bildct sich auf der Kohle ein geringer weifser Bcschlag.
dcr wahrscheinlich aus Zinkoxyd besteiit , tiber desseii
Sntnr ich inir indessen doch bei der gcringen Menge
clcsselben nicbt vallige Gewilsheit verschaffen konntc.
Melallische Theile wurden durch hbschlamlnen der mit
Soda getrankten Kohle nicht erhalten.
In Cblorwasserstoffsaure ist das Mineral ganz unnufliislich.
IIas Mineral findet sich zu Alabaschka bei Mursinsk,
sclieint abur docli nur s e l r selten vorzrikomuieii, da
iiichrerc ganz iihnliche, wenn gleicli vie1 weniger schitne
Drusen, die ich selbst von Ort und Stelle mitgebracht
habe, das Mineral nicbt enthaltcn. Wegen seiner gelben Farbc schlage ich vor es Pyrrhz't, von nu&&, g e h
zu nennen.
36 *
6) D e r Hydrrrgillit, e i n e n e o e Minerrlgrttung.
Uie Krystalle dieses Minerals gehiircn zum 3-und1 -axigen Krystallisationssystem; sie bilden sechsseitige
Prismen, die an den Enden mit der geraden Endfliiche
begriinzt und an den Scitenkanten durch die Fllchen
des zweiten sechsseitigen P r i m a schwach abgestumpft
sind. Die Fldchen des ersten secheitigen Prisma sind
schwach vertical gestreift, die tibrigen Fliichen eben. Die
Krystalle parallel der geraden Endflacbe vollkommen
spaltbar.
Lichte r6thlichweifs ; durchscbeinend, in diinnen BIStfchen durchsichtig; auf der geraden Endfllclie stark gliinzend von Perlmutterglanz, auf den iibrigen Fliichcn wcnigcr gliinzend von Glasglanz, am wenigstcn auf den
Fliichen des ersten sechsseitigen Prima.
Die HYrte, durch Streichcn auf der Fcile unlersucht,
erscheint etwas niedriger alu die des Kalkspaths, indessen sind die verschiedencn Stellen nicht gleicb hart; denn
die gerade Endfliiche wird von dem Kalkspath mit Leichtigkeit, die Seitentlzchen dagegco nur kaum geritzt.
Vor dem Lbtbrohre, flir sicb alleiu in der Platinzange oder auf Kohle erhitzt, wird das Mineral weirs
und undurcbsichtig, es bhttert auf, lcuchtct aulserordehtlich stark, schmilzt aber nicht, und fdrbt die Flamme
auch nicht im miodesten, sowohl f[ir sicl: alleiu, als auch
mit Schwefelsiiure befcuchtet. Im Kolben erleidet es dieselben Veriinderungen, nnd es wird dabei eine bcdeutende Menge Wasser sublimirt, welches weder die Farbc
des Lackmus- nocli des Fernambuckpapiers versndert.
Auch in der offenen Rbhre lasseu sicli keinc sicheren
Kennzeichen von F1uhs:iure wahmehmcn.
In Phosphorsalz und Borax 1i)st es, gepnlrcrt, sich
in zieinlicher Menge zu cincm ivasserhellcu Glase auf.
Mit Soda scbinilzt es niclit zusammcn, man wag es
in Pulver odcr in Stiicken anwendcn.
565
Mit Kobaltsolution giebt cs eine schbne bIaue Farbe.
Mit Boraxsaure und Eisendraht auf die bekannte
Weisc auf Phosphorsaurc untersucht , zeigen sich davon
keine Spuren.
In heifser Chlorwasserstoffssfure oder Schwefelsiiure
ist das fein zerriebene Mineral auflaslich, jedoch nur
schwer. Die AuflOsung in Chlorwasserstoffsaure erleidet, meder mit Alkohol und Platinsolution noch rnit einer Auflasung VOII Chlorbarium versctzt, die geringste
Triibung; mit Ammoniak dagegen bildet sich ein sehr
starker weifser flockiger N i e d e r s c h i ~; wenn man die von
deniselben filtrirte Fliissigkeit mit oxalsaurem Ammoniak
versetzt, erhalt man nach einiger Zeit noch einen iiufserst
geriugen Niederschlag, nach Entfernung dessen sich die
Fliissiglieit in der Platinschale ohne Riickstand verdunsten Iiilst.
Da bei dem Versuche, das Mineral durch Chlorwassentoffsaure zu zersetzen, auch nach llngerem Kochen noch ein kleiner Riickstand geblieben war, der zwar
nur aus unzersetztem Steinpulver bestand, da er mit Kobaltsolution vor dein Lbthrohr erhitzt eine eben so schiine
Farbe gab wie das Steinpulver selbst, und mit Soda ebcnfalls kein Glas bildete, so wurde denuoch eine andere
filenge des Minerals von Neuem und auf die Weise untersucht, dafs sie erst mit kohlensaurem Natron iiber der
Spirituslampe gescbmolzen und dann mil Chlorwasserstoffsaure begossen wurde, woriu sie sich vollstandig aufloste. Die Aullirsung gab aber ebenfalls nur mit Amuiouiak einen Niederschlag; mit oxalsaurem Ammoniak
darnuf verselzt, bildete sich erst nach lhgerem Stehen
an einein warmen Orte ein kaum merklicher Kiederschlag.
I u Salpetershre scheint sich das Mineral noch schwerer aulzulosen als in Chlornasserstoffshre. Die Aufl6.
sung giebt mit salpetersaurem Silberoxyd keinen NiederSCLlilg. Neutralisirt man die Aullbsung so genau wie
rniiglich n i t Ammoniak, ohnc die Thonerde LU fallen,
566
und fiigt man dann ctwas salpetersaures Silberoxyd hinzu,
SO erhalt man auch keinen Niederschlag, zum Zeichen,
dafs das Mineral auch keine Phosphorsaure enlhalt.
Der Vzrsuch wurde uoch einmal auf die Weise wiederholt , dafs das Miueral erst mit kohlensaurem Satron gesclitnolzco, und sodann in Salpetersaurc adgeltist und
wic vorhiu bebandclt wurde, docb konnte auch jetzt nicht
eiuc Spur von PhosphorsSure wahrg enominen werden,
Urn auch einen Versuch auf nassein W e g e Uber eineii etwanigen Flufssfuregehalt anzustellen, wurde eine
kleine Menge des Minerals gepulvert, im Platintiegel mit
Schwefelsgure Gbergossen und schwach erhitzt , nachdem
derselbe mit einer Glasplatte bedcckt war, indessen fand
sich diese nach Beendigung des Versucbs aicht irn Mindcsten angegriffen.
Es sclieint demnach, dafs dcr Hydrargillit nichts anderes 81s Thonerde, Wasser, ncbst eincr Spur r o n Kalkerde enthllt, so dafs e r sich also in Riicksicht der cbemischen Zusaminensetzung dem Diaspor und dem Gibbsit
anreibt, von denen er sich aber durch die Sufseren Charaktere unterscheidct. Icb scblage dnher vor, dem Mineral deo Namen Hydrargillit, von &hog, Wasser, und
+ycAAos, Thonerde, zu geben, bis eine quantitative Uutersiichung noch andere Bestandtheile aufgefunden hat,
und einen anderen Narnen nothwendig macht. Zwar ist
dieser Name schon friiher von n a v y dcm Wawellite
gcgeben worden, da aber dic spateren Analysen von
B e r z e l i u s und F u c h s noch Phospborsiiure und Flufssaure darin fanden, so ist dieser Name nicht weiter angenomiiien worden, und kann dahcr auch keinc Verwecbslung mit dem Minernle des Urals eneugen.
Der Hydrargillit findet sich zu Achmatowsk bei Slatoust, und wurde daselbst von Hrn. Major L i s s c n k o
aufgefuuden, der mir bei seiner Durchreise durch Berlin zwei Stufeu ron demselhcii mittheilte. Diese bestehen indessen grbfstentheils aus kiirnigern und krystalli-
-
567
sirteln Magneteisenen, mit denen das neue Mineral iu
geringer Menge gemen@ ist, uud nur in eiuer kleinen
Yarthie rein ausgescliieden vorkommt, die nun aus kiirnigen Zusammensetzungsstacken mit aufgewachsenen , 1
bis 2 Linicn grofsen Krystallen bestebt.
6) B a r s o u i t , e i n e n e u e M i n c r a l g a t t u n g .
Der Bursowif findet sich nur derb mit tlieils kenntlicher, theils unkenntlicher Zusamrncnsetzung. Im ersteren Fall sind die ZusammenselzunosstIicke kgrnig, ein bis
?
mehrere Liuieu grofs, und in ezner Richtung ziemlich
vollkommcn spnltbar; nach welcber sic dann aucli gewiihnlich etwas breiter als nach der anderen silld, und
lnit derselben ziemlich parallel auf einander liegen; iin
lctzteren Fall ist das Mineral dicht uud der Brucb spliltiig.
Schneeweifs; durchscheiuend, an den Kanten; die
kiirnigen Varietiiten liaben schwachen Perlmutterglanz,
die dichten sind fast matt.
HYrte zmischen der des Apatites und Feldspatlis;
vielleicht nur urn wenig geringer als die des lelztercn.
nas specilisclir Gewicht c k c r Liirnigen VarietPt =2,762,
eincr dichten, uicht so vollkoinmerl reinen Varielzt
=2,710 ).
Vor dcin L8lhrohrc in dcr Platinzange schmilzt dau
Mineral schwer und nur a n den Kanten unter einigeru
Blasenwcrfcn zu einein blasigcn ( h e .
Mil Borax schmilzt es langsam und ruliig zu eineiit
srasserhellen Glase zusaininen.
Mit Phosphorsnlz sclilnil~t cs, untcr Ausscl~c.idntrg
von KicselsSurc, zusnmnien. 1)ns Glas ist bei geriiigrwi
Zusntz ganz wasscrhtll, h i griifscrcin opallibit t es nbrr
bcim Erkalten.
Mit Soda iu ungefdrr gleicher RIenge veriuisclil,
1) Zu diuen Bertirnmuugcn wurden jcdesrnd mchrerc klcine, Ton den
RIiueralieo so vie1 wie m6glich gereinigie Stiickc
mit vorkomrnc~~den
genomrnen.
568
schmilzt es zu einem blasigen Glase, das mit mehr Soda
scbneeweifs und unschmelzbar wird.
Mit Kobaltsolution nimmt es eine dunkelblaue
Farbe an.
Gepulvert und mit ChIorwasserstoffsSure erhitzt,
wird es leicbt zersetzt, und bildet bald eine dicke Gallerte.
Die chemische Zusammensetzung wurde auf meine
Bitte durch Hrn. V a r r e n t r a p p ermittelt, der bei drei,
in dem Laboratorium vom Prof. H. R o s e mit der kurnigen Variettit angestellten Analgsen fand :
15,30
15,10
15,46
1,42
1,65
1,55
33,78 31,08
3335
49,05
48,07
49,Ol
99,67
95,56 98,90.
Die Sauerstoffinengen dieser Bestandtheile, die der
Kalkerde und TaIkel.de zusammengenommen, verhalten
sich fast wie die Zahlen 1, 3, 5 , daher die cbemische
Formel fur diefs Mineral ist:
Kalkerde
Talkerde
Thonerde
Kieselsaure
Berechnet man biernach die Zusammensetzung mit Hinweglassung der Talkerde, so fallt sie folgendermafsen aus:
Kalkerde
Thonerde
Kieselseure
18,16
32,76
49,08
100,oo.
Der Gehalt an Kalkerde erscheint biernach sebr
grofs, indessen ist zu beriicksichtigen, dals die Sattigungscapacitiit der Talkerde grbfser als die der Kieselsaure
ist, und die 1,54 Talkerde (das Mittel aus den drei AnaIgsen) 2,12 Kalkerde entsprechen.
569
D i e t Mineral ist bis jetzt noch nicht anstebend vorgekommen, sondern findet sich nur in Blbcken, oft von
der Grbfse mehrerer Kubikfufse, im Goldsande. des Seifenwerkes Brvsowskoj bei dem HUttenwerke Kyschtimsk.
Blauer Korund in Krystallen, grtinlicbschwaner Zeilanit
in Kbrnern, und weifser Glimmer in Blsttchen kommen
darin eingewachsen vor; nach den Stticken, die ich selbst
von Ort iind Stelle mitgebracht Babe, sind aber diese
Gemengtheile nic in gleicher Menge eingewachsen , sondern einige Stiicke enthalten vonugsweise Korund, andere vorzugsweise Zeilauit, abcr in diesen ist das neue
Mineral immer am kihnigsten. Der weifse Glimmer
kommt fast nur in den BlGckeu For, die vorzugsweise
Koriind enthaltcn. In den vieleu andern Seifenwerken
des Urals ist diefs Mineral noch gar nicht bekannt, aber
zu Barsowskoj findet es sich in solcher Menge, dafs man
die Stiicke, welche besouden Corund enthalten, sammelt,
urn sie gepocht und geschliinimt auf der Degenfabrik zu
Slatoust als Smirgel zu gebrauchen. Wegen dieses haufigen Vorkommens in dem Seifenwerke Barsowskoj schlage
ich vor, das neue Mineral Barsowit zu nennen.
Der Barsowit hat vie1 Aehnlichkeit sowoh1 im Acufsern als in der cbemischen Zusaminensetzung wit dem
Scapolith, unterscheidet sich aber doch hiureichend von
diesein durch seine Structur, sein Verbalten vor dern
Lbthrohr und gegen Sluren. Eben so steht er selir nahe
einem weiben derben Mineral, das sich am Moiitzoni
in Tyrol findet, ebenhlls mit Siiuren gelatinirt, uud ihm
noch darin gleicbt , dafs es Zeilaiiit eiugewaclrsen entkilt und in Blbcken vorkommt. Es hat indesscn, nacli
v. K o b ell, eine anderc cheinische Zusammcnsctzung,
und besteht nach demselben aus:
570
Kalkcrde
37,6d
Talkerde
4,61
Eisenoxydal 231
Thonerde
12,80
Kieselsaure 39,SO
Wasser
2,oo
99,19 ').
7 ) U e b e r den C b r y s o b e r y l l v o m Ural.
Derselbe Glimmerschiefer, welcber die scbOnen Smaragdkrystalle und den Phenakit enthalt '), hat in der ncueren Zeit einen fur den Ural neuen Edelstein, den Cbrysoberyll, geliefert, der aber hier mit so bemerkenswerthen Eigenschaften vorkommt, dafs er eine besondere
Bcsclireibung verdient. Er findet sich nur krystallisirt,
Fig. 1.
die Krystalle erscbeinen in der
Fig. 1 dargestellten Combination,
die aus den einfacben Formen
o=(
a: b : c )
n=(
a: i b : C )
a=(
a:ccb:ccc)
b=(oca: b: c r c )
bestelt; die Fliichen sind meistentheils mehr oder weniger glatt,
und nur die Fliichcn o parallel
der verticalcn Axe c gestreill;
aber die Krystalle sind nie einfach, solidern finden sich stcts
-
vorl v. K o b e l l , S. 199.
*v. K 0 b e l l stellt Iricrnsch dicfs Mineral ,nit dun1 Gehlenite zusarnnien, von
dem es siclr indessen doc11 nocli bcdeutend in dcr Zursmruensrtzung
untcrsclieidct, uncl nennt CI, drrben Geblenit. Die Stucke, die sicli
davon in der Kciniglichen Samrnlung in nerlin i~efnderi, brnirsen
bcim AuIlBsen in Siuren stark, entlnlten also holilrnssure Kalkerde
eingemengt.
1 ) Grundriige dcr Minerdogie,
2) Vergl. G. R o s e , Rehe nach dem Ural, Tlr. 1 S. 683.
55 1
in regelmsfsigen Gruppirungen von drei Iodividuen, die,
nach dem bei dem Chrysoberyll gew6hnlicheu Gcsetze ')
durcb einander gevrachsen sind. Hierdurch entsteht die
Fig. 2 dargestellte Gruppe,
Fig. 2.
welche, da die scbiirferen
Endkauten des Octaeders o,
welches in der Combination
iuimer vorherrscbt, unter einem Winkel von nahe 120°
gegen einander geneigt sind,
ungefiihr das Anseben eines
Hexagondodecaeders hat, das
an den Eudspitzen gerade
abgestumpft ist. Dicses Ansehen ist nocb tauschender,
wenn die Fla.chen n fclilen, iind dadurch die cinspringenden Winkel iu der Mitte der Seitenkanten des Hexagondodecacders fortfallen. Diese siiid indessen meisf ens
da, wenn aucb haufig kleiner als in der Zeicbnung angegeben ist, und nicbt seltcn tretcn auch noch die Fhchcn b liinzu, die den eiiispringenden Winkel noch tiefcr eiiikerben. Auberdem verrath sich auch nocli der
Drilling durcli die Sfreifung auf den Fllchen a, die an
dcr Grnnze zweicr Individuen unler Winkeln von fast
60° zusammenstdfst, rind durch eine stets zu erkenneude
Granzlinic auf den Flschen dcs HexagondodecaEders in
der Richtriiig ihrer Diagonalcn.
Da indessen die scliarfercn Endkanten des OctaCders nicht genau iintcr cinein Wiiikel von 120° gcileigt
sind, so ist aucli das Aiiseheu eines Hexngoudotlcca8ders, das (lie Zviillingsgruppo lint, uur scheinbar. Jencr
1) Die Zwillingrcbene ist die Absturnphngsfl:che der sclijrrcren Elidhante von 86' 16' der OctaEdcrs 0. Je zwci lironclibarte Individuen
liabcn cine solclic FlBchc, odcr bier, wo sie fclilen, die K m t c voti
66' 16' in gleiclicr Lage, und sind mit eincr, auf d i e r u scnkrecllten,
Ebcne an einander gewrchsen.
57’2
Winkel betr%gt, nach Mobs I ) , 1 1 9 O 46’; zwei gegeniiberliegende Seitenkanten des scheinbaren HexagondodecaGders, die nainlich, welche aus den Kanten des OctaEders 0’ und 0’’ bestehen, bilden daher keine gerade
Linie, und eben so wenig deren angriinzende Flachen
eine gerade Ebene, sonderu an der Grtinze der Octaeder o’ und 0’’ stofsen, wenn die Fllchen n und b fehlen, die Kanten der OctaGder o’ und o” unter einein
Winkel von 179O 18’ und die Flachen unter einem
Winkel von 1 8 9 O 31’ zusammen; aber diese Winkel sind
so stumpf, dafs sic, zumal da die Flachen nicht vollkommen eben sind, nicht sichtbar werden, und die einspringcnde Kante an der Granze der Individueu 0 ’ und o”
nicht anders erscheint als die theileaden Linien, sowohl
zwischen den Individuen o und 0 ’ a h auch den Individuen o und 0”.
Die Krystalle dieses Cbrysoberylls kolnrnen von
sehr bedeutender Grafse vor; Herr Ober -Bergmeistcr
K a m m e r e r aus Petersburg zeigte mir bei seiner Durchreise durcb Berlin im Aug. 1839 eine Drillingsgrupye,
bei der die Entfernung ziveier gegenliberliegender Seitenkanten des scheinbaren Dodecaeders geaau 2 Zoll,
und der beiden FlPchen a 1; Zoll betrug; indessen sind
die Krystalle doch gewiihnlich Bleiner.
Ihre Farbe ist grasgrlin und dunkler als die des
beibrechentlen Smaragdes, auch sind sie, wenigstcns die,
welche ich gesehen hobe, nur dnrchscheincnd, und aufserdem uocli rissig, daher sie auch als Schmuckstein niclit
zu benutzen sepn mikhteu. Sie besitzen ferner einen
schr beinerkeuswcrtlien Dichroismus, worauf mich schon
Br. K ti m m e r e r, durch den ich die Krystalle zuerst kenneu lernte, aufiiierksam machte. W e n n wan in ciner
Richtung rechtwinklig auf a durch sic hindurcb sieht, siud
sic sebr auffallend mit lrgacintlrrother Farbe durclischeinend, aber man sieht diese Farbe nur, meun mau die
1) Grundrifs der Mineralogie, Tb.11 S. 318.
573
Krystalle gegen ein sebr helles Licht, z. B. das der S o m e
odcr einer hellen Kene, nicht gegen das gew8hnliche
Hell des Tages kilt.
Das specifische Genicht cines etwa 1 Zoll breiten,
von ansitzender Bergart ganz freien, 3,1245 Grammen
schweren Krystalls, im Besitz des Hrn. Ka m m e r e r fand
ich 3,669 I ) .
Vor dem Lbthrobr verhVlt sich der Chrysoberyll
des Urals grbfstentbeils wie der der tibrigen FundBrter,
doch giebt er rnit Borax ein schwach smaragdgriin gefsrbtes Glas, drrber er wabrscheinlich, wie der Smaragd,
s h e Farbung dem Chrom verdankt.
Die Drillingskrjstallc des Chrysoberylls sind theils
einzeln , theils unregelmzfsig zusammengruppirt in den
Gliiiimerschiefer eingewachsen. Die Kilnigliche Sammlung in Berlin besilzt eine grofse Gruppe, welche aus
der Sammlung des Kaiserlichen Bergkorps von Petersburg stammt, und mebrere einzelue Krystalle, die ich
durcb die GQte des Hrn. Vice-Prtisidenten P e r o w s k i
crhalten habe.
V. Ueber d&, Dysorlil genannte Mineralspecies,
als ein Product aus Infbsorienschulen;
con C. G. E h r e n b e r g .
D e r Dysodil wurde 1806 von Hrn. C o r d i e r in Paris
als eigenc Mineralspecies rnit diesem Namen belegt, war
aber scLon frtiher unter den erdpechartigen Substanzen
von den Mincralogen aufgcfiibrt und blattr&s Erdpech
1 ) Diesea Gcwicht ist geringer als das, wclchu M o b s fiir cine durahsichtigc spargelgrhe Varietjt rngiebt , und 3,754 bctrjgt ( GrundrXs
der ~lineralogic, TI).I1 S. 349); dcr Untershicd d i r t waluscIieinlich van kleinen Biil~luugen in1 Innern des Uralischen Chrysoberylls,
die bci Drillings- und Z~villingskryrtellcnselten fehlcn, so wie auch
YOU kleincn Spriingcn, dic dcr Eirystall hattc, her.
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