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Lass deine Liebe wie ein sanfter Regen sein, - beim

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UNSER
PROJEKT
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
September 2006
Nr. 108
Lass deine Liebe
wie ein sanfter Regen sein,
der behutsam Bäche, Flüsse, Seen speist.
Und allem Leben Zeit lässt zu gedeihen.
Dann wird dein Kind, wenn es klein ist,
Wurzeln haben, und Flügel, wenn es groß ist.
Entwicklungshilfe
konkret
überschaubar
erfolgreich
Seit wann gibt es uns?
Der Entwicklungshilfeklub wurde 1973 als privater, gemeinnütziger
und unabhängiger Verein gegründet.
Welche Projekte werden unterstützt?
Bildung
Wir fördern konkrete, überschaubare Projekte, die den betroffenen
Menschen möglichst direkt helfen.
Mikros (Projektbausteine): Jedes Mikro bezieht sich auf einen
Teil eines größeren Projekts. Zum Beispiel: ein Haus für
eine Familie, Betreuung eines Straßenkindes während eines Jahres,
ein Brunnen für ein Dorf, Ausbildung einer Gesundheitsarbeiterin …
Durchschnittlicher Wert: 150,- bis 300,- Euro.
Landwirtschaft
Super-Mikros (Projektpartnerschaften) sind in sich abgeschlossene
Projekte. Die Finanzierung wird meist zur Gänze von einer Gruppe
oder Einzelperson übernommen.
Durchschnittlicher Wert: 1.500,- bis 5.000,- Euro.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Die Zeit der Ernte ist in allen Kulturen
etwas Besonderes. So werden in
ländlichen Gegenden auch heute noch
die ersten Halme, die ersten Garben
zurückgehalten, um daraus kleine
Sträuße oder Kränze zu binden –
als Glücksbringer oder Symbole des
Dankes für die Früchte, die die Natur
uns schenkt.
Inhalt
Aus der Krise in eine bessere Zukunft
4+5
Bericht über Indien, Sri Lanka, Indonesien
Nicht einfach auf einen Zettel schreiben
6+7
Projekt 210 – Die Wunden heilen (Ost-Timor)
Die Erde ist von unseren Kindern nur geborgt 8 + 9
Projekt-Partnerschaften mit Indio-Bauern in Ecuador
Weihnachtsgeschenke, …
10 + 11
… die wachsen und gedeihen
Wer führt die Projekte durch?
Unsere Projektpartner sind bewährte europäische Organisationen wie
Oxfam (England), Misereor (Deutschland), Jesuitenmission Nürnberg
(Deutschland), Entraide et Fraternité (Belgien) sowie Organisationen in
den Einsatzgebieten.
Kinder
Wer arbeitet mit?
Vier hauptamtliche und etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sind
im Klubbüro in Wien tätig. In ganz Österreich unterstützen derzeit
2.500 Personen bzw. Gruppen die Arbeit und die Projekte des Klubs.
Leitung:
Dr. Manfred Formanek (1. Obmann)
Stefan Schachamayr (2. Obmann)
Mag. Gabriele Tabatabai (Geschäftsführung)
Wasser
Wie gehen wir mit Spenden um?
Ihre Projektspende wird von uns zur Gänze
(100 Prozent) an das von Ihnen ausgewählte Projekt
weitergeleitet.
Gesundheit
Ihren Mitgliedsbeitrag von 36,- Euro verwenden wir
für Projekt- und Spenderbetreuung sowie Informationsund Öffentlichkeitsarbeit.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, aber nicht als Mitglied geführt
werden wollen, freuen wir uns über Ihren Klubbeitrag, dessen Höhe
Sie frei wählen können.
Die Monate vor der Ernte aber
bedeuten für viele Menschen nicht nur
schwere Arbeit, sondern werden vor
allem von der bangen Frage begleitet:
Wird die Ernte auf dem kleinen Feld
ausreichen, um die Familie satt zu
bekommen?
Auf den folgenden Seiten laden wir Sie
wieder ein, mit uns zu ernten und
sich über die Früchte vieler Aktivitäten
zu freuen, die wir mit Ihrer Hilfe
verwirklichen konnten.
Wir glauben, dass die wichtigsten
Menschen jene sind, die anderen
Hoffnung geben können – wachsen wir
gemeinsam an dieser Aufgabe!
2
Ein bunter Strauß Ideen
Jetzt wächst bei uns das ganze Jahr etwas 14 + 15
Projekt 175 – Im Boden verwurzelt (Bolivien)
Geschaffen mit unserer Hände Arbeit
16 + 17
Mikros
18 + 19
Übersicht über die aktuellen Projekte
Energisch und doch voll Zärtlichkeit
20 + 21
Projekt 188 – Vor der Tür (Nicaragua)
Super-Mikros
22 + 23
Projekt-Überblick, Bericht aus Mauretanien
Hungrig – auch wenn man noch gesund ist 24 + 25
Projekt 211 – Mit frischer Kraft (Malawi)
Für ein besseres Leben
26 + 27
Netz – Partner in Bangladesch
Wollen Sie mehr über uns wissen?
Das Papier für unsere
Publikationen wird gratis
von der Firma Sappi
zur Verfügung gestellt.
12 + 13
Bilder und Worte aus Afrika
Mit herzlichen Grüßen
Entwicklungshilfeklub, Böcklinstraße 44, 1020 Wien
Tel. 01-720 51 50, Fax: 01-728 37 93
E-mail: office@eh-klub.at
Internet: www.eh-klub.at
Engagement in Österreich
Gabriele Tabatabai
Entwicklungshilfeklub
Konto: Erste Bank
Kto Nr. 310 054 05150, BLZ 20111
Entwicklungshilfeklub aktiv
28 + 29
Aktuelles aus dem Klub
Der Haupttreffer
30 + 31
Literatur aus Indien
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
3
Indien, Sri Lanka, Indonesien
Bericht
Aus der Krise …
Katastrophenhilfe zu leisten übersteigt eigentlich
die Möglichkeiten des Entwicklungshilfeklubs.
Dachten wir. Doch dann erreichten uns Hilferufe
unserer Projektpartner. Und wir wussten:
Wir müssen helfen.
Indien: Taifun
Der Taifun hatte das ganze Dorf weggeschwemmt, die
armseligen Hütten mitsamt den paar Habseligkeiten ihrer
Bewohner. Wir saßen unter einem notdürftig errichteten
Regendach und ich ermunterte die Leute, ihre Hütten
schnell wieder aufzubauen.
Da sagte ein alter Mann zu mir: „Hast du schon vier Mal
in deinem Leben alles verloren?“. Nach einer Weile antwortete ich: „Nein, das habe ich nicht. Aber was ist,
wenn wir es noch einmal probieren, gemeinsam.“
Gemeinsam das Schicksal bewältigen
und eine lebensfähige Gemeinschaft aufbauen.
Eine Episode aus dem Leben von Michael Windey. In vielen der über 60 neuen Dörfer in Indien, zu deren
Errichtung wir seit 1982 beigetragen haben, hat sich
Ähnliches zugetragen.
Aus der Krise heraus, nach einem Taifun, einer Überschwemmung, einem Feuer, fanden Menschen schließlich
den Mut, die ‚permanente Katastrophe’, die ihr Leben
geprägt hatte, ein- für allemal zu überwinden.
Indien: Tsunami
Ein neues Dorf wird eröffnet,
ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Festveranstaltung zur Übergabe von Wasserfiltern
für Krankenstationen.
4
Wieder verheerende Verwüstungen. Der Tsunami des
Jahres 2004 hat Dutzende Dörfer an der Ostküste Indiens
vernichtet. Es gelingt uns, die Mittel für den Bau von drei
neuen Dörfern aufzubringen.
Die Bewohner jener Dörfer, die in den vergangenen
Jahren entstanden sind, haben die Finanzierung eines
weiteren Dorfs ermöglicht. Spenden von Menschen, die
kaum mehr als einen Euro pro Tag verdienen.
Beim Dorfbau geht es aber auch und vor allem um den
Aufbau einer lebendigen, lebensfähigen Gemeinschaft.
Die Sicherheit, die solide gebaute Häuser für sie selbst
und ihre Habseligkeiten bieten, eröffnet neue Möglichkeiten: eine Werkstatt beim Haus, einen Gemüsegarten,
ein Vordach.
Aus der Krise heraus ändert sich ihr bisheriges Dasein.
Sie können Pläne schmieden für eine bessere Zukunft
und haben die Chance, diese zu verwirklichen.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Sri Lanka: Tsunami
„Die Leute haben verstanden, wie wichtig sauberes
Wasser ist. Die Wasserfilter, die wir dank eurer Unterstützung bereitstellen konnten, werden in Spitälern,
Heimen und Schulen verwendet. Sie haben aber auch in
den Häusern der Familien Einzug gehalten und dort ihren
fixen Platz gefunden.“
So schreibt unser Projektpartner G. Punyawardana. Nachdem der Tsunami auch Sri Lanka heimgesucht hatte,
waren in den Küstengebieten nicht nur Gebäude und
Infrastruktur zerstört, sondern auch das Wasser war
lebensgefährlich verseucht.
Bei einer der Feiern anlässlich der Übergabe von Filtern
an Krankenschwestern waren wir durch unsere Freunde
Sylvia und Alfred Bermadinger von der Selbstbesteuerungsgruppe Henndorf am Wallersee vertreten, die zu
diesem Zeitpunkt Sri Lanka besuchten.
Inzwischen hat die Produktion von lokalen Filtern eingesetzt, die sehr beliebt sind, weil sie den traditionellen
Wasserbehältern ähneln.
Aus der Krise heraus sind auch hier neue Entwicklungsimpulse entstanden.
Der Projektleiter mit den neuen lokalen Modellen
von Wasserfiltern.
Indonesien: Erdbeben
Einige Tage vor Pfingsten. Unsere Partner-Organisation
Misereor leitet einen Notruf ihrer Mitarbeiter aus Java an
uns weiter: Soforthilfe für die Opfer des Erdbebens in
Indonesien. Eigentlich fühlen wir uns für längerfristige
Entwicklungsprojekte zuständig, nicht für Katastrophenhilfe.
Wir sagen trotzdem zu und wissen, dass schnelles
Handeln notwendig ist. Am Pfingstmontag finden sich
22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klubbüro ein,
schreiben, stempeln, falten etc. und am Dienstag geht
der Notruf hinaus, an über 3.500 Freunde, Spender,
Mitglieder …
Das Ergebnis ist überwältigend. 13.000,- Euro haben wir
angepeilt, 75.000,- wurden es. Damit wird die Verwirklichung von Folgeprojekten möglich, die unsere Partner
erstellen, etwa mobile Medizinteams für Dörfer, in denen
die zerstörte Infrastruktur noch nicht wiederhergestellt
werden konnte.
Auch hier: Aus der Krise heraus neues Leben, neue
Hoffnung.
Mit Soforthilfe die erste Zeit überwunden,
es beginnt der gemeinsame Wiederaufbau.
… in eine bessere Zukunft
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
5
neues projekt
Nicht einfach auf einen
Zettel schreiben
Ost-Timor
Besetzung,
Verschleppungen,
Bürgerkrieg …
Tragen wir dazu
bei, dass
Die Wunden heilen
können – beim
jüngsten Mitglied
der Völkergemeinschaft und bei
seinen Bürgern:
Viele Kranke,
unterernährte
Kinder und
Behinderte erhalten
keine Behandlung
und Betreuung.
6
Östlicher Teil der Insel Timor (der
Westen gehört zur Republik Indonesien). Nach Abzug der Kolonialmacht Portugal war das Land 24
Jahre unter indonesischer Besetzung,
2002 erlangte es die Unabhängigkeit.
Den vorangegangenen Kämpfen und
Vertreibungen fielen Hunderttausende Menschen zum Opfer. Proindonesische Milizen sorgten auch
danach für Unruhen, bis schließlich
UNO-Truppen die Situation einigermaßen stabilisierten.
„Natürlich sind sie alle verschwunden, als unser Land unabhängig wurde“, sagt Dorothy, eine
der Maryknoll-Schwestern.
Alle, damit meint sie das indonesische Gesundheitspersonal.
Heute noch gibt es im Distrikt Aileu
für die 40.000 Bewohner keinen
einzigen Arzt.
„Von der Regierung bekamen wir
von Anfang an Medikamente, aber
es gab immer wieder Engpässe.
Seit 2004 erhalten wir vom
Gesundheitsministerium ein kleines Budget und so können wir
besser planen.“
Die Maryknoll-Schwestern versuchen, die Angebote der staatlichen Klinik zu ergänzen und sich
um die Menschen in den weit verstreut liegenden Dörfern, in denen
es gar nichts gibt, zu kümmern.
„Unsere Gesundheitsarbeiter spielen dabei eine wichtige Rolle. Es
sind dies Einheimische, die wir für
eine soziale und medizinische
Betreuung ausbilden.
Zu ihren Aufgaben gehört es zum
Beispiel, Kranke ausfindig zu
machen und eine entsprechende
Behandlung zu veranlassen.
Weiters leisten sie Bewusstseinsarbeit und beraten in Ernährungsund Hygienefragen.“
Außerdem betreuen sie Kranke,
die nach einem Klinikaufenthalt in
ihr Dorf zurückkehren und sorgen
dafür, dass diese ihre Medikamente richtig einnehmen.
„Menschen ohne Schulbildung
kann man nicht einfach auf einen
Zettel schreiben: Nimm drei Mal
täglich eine Tablette.“
Die Zahl der Gesundheitsarbeiter
im Bezirk Aileu wurde erst kürzlich
auf 64 erhöht.
„Neben dem Zuschuss vom
Ministerium bekommen wir auch
Spenden von Förderern hier in
Ost-Timor, in Amerika sowie von
Misereor in Deutschland.“
Und bald auch aus Österreich,
wenn es uns gelingt, Mittel für das
hier vorgestellte Projekt aufzubringen.
Projekt 210
DIE WUNDEN
HEILEN
Ost-Timor
Distrikt Aileu
Gebt uns Medizin, wenn wir krank sind.
Und reicht uns die Hand, damit wir aufstehen können.
Behandlung
in der Klinik
Betreuung und Vorsorge
in den Dörfern
Leichtere Krankheiten, Verletzungen
Vier Krankenschwestern behandeln
die leichteren Fälle. Fachärzte kommen
fallweise für einen oder mehrere
Tage.
Über 100 in der Klinik eingeschulte
Gesundheitsarbeiter und -arbeiterinnen
sowie andere ehrenamtliche Helfer sind
im Einsatz.
Tuberkulose
Medizinische Behandlung der Krankheit,
die durch die schlechten hygienischen
Bedingungen noch weit verbreitet ist.
Aufklärungsarbeit, damit die Ansteckung
und Verbreitung weitestgehend verhindert wird.
Behinderungen
Krücken, Schuhe und Rollstühle
werden selbst hergestellt. Auch Blinde,
Gehörlose und geistig Behinderte
erhalten Hilfe.
Physiotherapeuten schulen die
Gesundheitsarbeiter ein und vermitteln,
wenn notwendig, Behelfe aus der
orthopädischen Werkstatt.
Mangel- und Fehlernährung
Unser Beitrag
Unterstützung wird erbeten, um den
Betrieb der Klinik aufrechtzuerhalten
sowie die Betreuung der Kranken in
den entlegenen Dörfern zu sichern:
Aufwand der Gesundheitsarbeiter bei
ihrer Arbeit in den Dörfern,
Nahrungsmittel im Rahmen des
Ernährungsprogramms, Medikamente,
Verbandzeug, Krücken, Teilnahme an
Gesundheitskursen, Nebenkosten.
500 bis 700 Familien sollen so eine
Grundversorgung erhalten.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
1 Mikro
(Projektbaustein) =
medizinische
Versorgung von
10 Familien
während eines Jahres
216,- Euro
Mütter von unterernährten Kindern
erhalten Lebensmittel, werden beraten
und zu Ernährungskursen eingeladen.
Dorfgruppen, die mit Hühnerzucht oder
Gemüseanbau gegen Hunger im Dorf
vorgehen, werden gefördert.
Frauengesundheit und Familienplanung
Hebammen machen Hausbesuche,
untersuchen Schwangere und leisten
Geburtshilfe. Ehepaare werden beraten.
1 Anteilstein =
für 1 Familie
für 1 Jahr =
21,60 Euro
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
Maryknoll-Schwestern
(Durchführung
im Einsatzgebiet)
Susan Gubbins
Neues Projekt
seit Juli 2006.
Die detaillierte
Projektbeschreibung
schicken wir gerne zu
Bei Versammlungen oder in Einzelgesprächen wird der Wissensstand der
Dorfbewohner verbessert.
Psychologische Hilfe
Nach Verschleppungen, Massakern
und Vergewaltigungen im Bürgerkrieg
ist sie immer noch notwendig,
besonders für Frauen.
Sie ist Teil der individuellen
Betreuungsarbeit, in schwereren Fällen
erfolgt eine Vermittlung an qualifiziertes
Personal in der Klinik.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
7
… mit Indio-Bauern in Ecuador
Projekt-Partnerschaften
Die Erde ist von
unseren Kindern
nur geborgt
Unser Lebensraum
Nur in einer intakten Natur können
Organismen, kleine wie große, aber
auch der Mensch, überleben.
Unser Handeln sollte daher vom
Bewusstsein ökologischer Verantwortung geprägt sein, die Erhaltung
des natürlichen Lebensraums den
Stellenwert „besonders wichtig“
haben.
Die Realität sieht allerdings anders
aus: Umweltzerstörung, Abholzung
der Regenwälder, Klimawandel,
Naturkatastrophen, Wüstenbildung
und Versteppung sind vom Menschen
geschaffene oder mitverschuldete
Faktoren, die unserem Lebensraum
Erde arg zusetzen.
Wüste ist nicht gleich Wüste
Landflucht als Folge
viele Gründe und ist meist eine
direkte Folge starker Erosion.
Diese natürliche geologische Erscheinung (Abtragung von Bodenpartikeln durch Wind und Wasser)
wird durch Eingriffe des Menschen in
den Naturkreislauf allerdings stark
beschleunigt.
Die Kombination von empfindlichen
Böden und spärlicher Vegetation mit
unangepasster Bodennutzung auf
steilen Hängen sowie lange Trockenperioden gefolgt von heftigen Regenfällen wirken besonders ungünstig.
Erosion kann nur verhindert, nicht
aber rückgängig gemacht werden –
jedes Jahr gehen weltweit zwanzig
Millionen Hektar landwirtschaftlich
genutzter Flächen durch Erosionsschäden für den Ackerbau verloren!
Diese Entwicklung verursacht und
verstärkt Hunger und Armut, soziale,
wirtschaftliche und politische Spannungen.
Nach derzeitigen Schätzungen sind
die Überlebensbedingungen von
mehr als einer Milliarde Menschen
durch die Versteppung in Frage
gestellt, viele werden ihre kargen
Anbauflächen aufgeben und sich
nach Alternativen in den Städten
umsehen müssen.
Menschen in den ländlichen Regionen von armen Ländern sind besonders gefährdet.
Doch es geht auch anders
Gemeinsam mit unseren lokalen
Partner-Organisationen in verschiedenen Ländern setzen wir uns dafür
ein, dass den Menschen Perspektiven
für die Zukunft eröffnet werden.
Schrittweise wird versucht, traditionelles Wissen mit moderner Technologie zu verbinden, um das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen.
Damit das Leben auf dem eigenen
Stückchen Land wieder möglich
wird.
Wüsten werden oft mit Sanddünen,
glühender Hitze und Landstrichen, in
denen kein Leben möglich ist, assoziiert.
Doch Wüstenlandschaften sind vielfältig. Auch die Antarktis oder Gebiete um den Nordpol sind Wüsten,
weil dort das Wasser im Eis gebunden ist.
Besonders trockene Zonen finden
sich sowohl in heißen Ländern als
auch in Regionen mit extrem kalten
Wintern wie etwa in den Steppen
Zentralasiens.
Hier verdunstet im Jahresdurchschnitt mehr Wasser als Regen fällt:
alles Leben in diesen Regionen muss
sich den vorhandenen Gegebenheiten anpassen.
Erosion verhindern
Versteppung und Wüstenbildung in
einst sehr fruchtbaren Gebieten hat
8
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Mit der Natur
und mit den Lamas
Mit einer Quelle
und dem Wasser daraus
„Unser Leben hier war niemals
einfach, doch irgendwie sind
wir immer durchgekommen. In
den letzten Jahrzehnten wurde
es allerdings viel schwieriger.
Wir können unsere Familien
nicht mehr ernähren, die Jugendlichen wandern ab.“
Die Kleinbauern von Guadalupe
wollen sich aktiv für ihren
Lebensraum einsetzen. Mit Hilfe
unserer lokalen Partner-Organisation CEAS soll das ökologische Gleichgewicht wiederhergestellt werden.
Das Projekt beinhaltet Aufforstung, Ackerbau, Wasserhaushalt und Tierhaltung.
Die Bewohner des Gebiets von
Chimborazo im Andenhochland
möchten wieder Lamas halten,
denn sie haben den Nutzen dieser Tiere wiederentdeckt: Ohne
den Böden zu schaden, liefern
diese Tiere Milch und Fleisch
zur Selbstversorgung und zum
Verkauf. Auch die Wolle ist
gefragt.
Lamas können so zu einer
neuen Lebensgrundlage für die
arme bäuerliche Bevölkerung
werden. Die nötigen Pferche
werden von den Bauern selbst
gebaut.
Für die Zukunft ist auch ein
Gemeinschaftshaus für die Verarbeitung und den Verkauf von
Produkten geplant.
Beraten durch Spezialisten von
CEAS lernen die Familien den
Umgang mit den in den Anden
heimischen Tieren. Lamas sind
heute aus dieser Gegend verschwunden, nachdem ihre Zahl
von den Großbauern immer
stärker dezimiert worden war.
Um die Tiere anzuschaffen, fehlen allerdings die finanziellen
Mittel.
In der ersten Phase sollen 52
Familien in das Projekt eingebunden werden.
Für viele Indiofamilien ist sauberes Wasser im eigenen Dorf
ein noch unerfüllter Traum.
Mit dem Bau einer Wasserleitung, die Wasser von den in
der Nähe gelegenen Quellen in
ein Reservoir und von dort zu
den Zapfstellen bei den Häusern
bringt, kann der Dorfgemeinschaft nachhaltig geholfen werden.
„Bittere Armut ist Alltag für die
200 Einwohner von Quislag,
einem 3.360 Meter hoch gelegenen Dorf in den Anden.
Isoliert leben sie in armseligen,
kleinen Häusern. Fast eine
Stunde brauchen die Frauen
und Kinder, um Wasser von den
Quellen zu holen. Wasser, das
nicht sauber ist und die Kinder
krank macht.“
Nur Eigeninitiativen, gepaart mit
Hilfe von außen, geben den
Bauern Hoffnung und neue
Perspektiven.
Ein kostbarer Besitz der Gemeinde Quislag ist eine saubere
Quelle, aus der sie jetzt eine
kleine Wasserleitung speisen
möchte.
Das Projekt beinhaltet die
Quellfassung, den Sammel-, den
Verteiler- und den Reservetank
sowie ein Verteilernetz zu den
einzelnen Häusern. Die Arbeiten
werden durch Techniker von
CEAS geleitet.
Jede Familie leistet selbst einen
kleinen finanziellen Beitrag für
den Reparaturfonds. Damit können Schäden leichter aufgefangen werden und die
Nachhaltigkeit des Projekts ist
gesichert.
Die 41 Familien werden die
Erdarbeiten selbst durchführen,
aber Material, Transport und die
PVC-Rohre sind teuer und
machen den Bau dieser einfachen Wasserleitung relativ kostspielig.
Super-Mikro 2159
Super-Mikro 2145
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
Super-Mikro 2159
in Quislag, Bezirk Chimborazo
Lamas als Existenzsicherung
Anschaffung von 66 Lamas
3.793,- Euro
Super-Mikro 2145
in Quislag, Bezirk Chimborazo
Wasserleitung, sauberes Wasser
Unterstützung von jeweils 10 Familien
3.040,- Euro
Wir bitten um Mithilfe bei der
Verwirklichung.
Weitere Super-Mikros
auf Seite 22.
9
Weihnachtsgeschenke,
die wachsen und gedeihen
Überlebensstrategien in einem der trockensten Gebiete Indiens
Mit unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion 2005 setzten wir uns ein ehrgeiziges Ziel:
Kindern im südindischen Bezirk Ananthapur sollte geholfen werden, ihren
Lebensraum zu retten. Unser aller Engagement hat sich gelohnt: Mehr als
3.000 Kinder konnten Bäumchen für Morgen pflanzen und gemeinsam mit den
Eltern lernen, wie man ein trostloses Dürregebiet in fruchtbares Land verwandelt,
auf dem Überleben möglich ist.
Die Lage vieler Kleinbauern in
Ananthapur war in den letzten
Jahren immer hoffnungsloser geworden. Unkontrolliertes Abholzen,
Erosion der Böden und das oftmalige Ausbleiben des Regens verwandelten die Region in ein trostloses Dürregebiet. Eine ökologische
Katastrophe, die Hunger und Elend
über das einst fruchtbare Gebiet
brachte.
Besonders die Adivasi, die Ureinwohner, sind von den negativen
Veränderungen in ihrer Umwelt
stark betroffen. Die meisten von
ihnen sind bei lokalen Geldverleihern hoch verschuldet. Diese
Schulden, die sie sich für den Kauf
von Saatgut und Düngemitteln aufgebürdet haben, konnten sie durch
die mageren Ernteerträge nicht
mehr abzahlen.
Die Verzweiflung der Menschen
erreichte ihren Höhepunkt im Jahr
2004: An die tausend Kleinbauern
sahen keinen Ausweg mehr als
sich das Leben zu nehmen. Eine
Katastrophe für die Familien.
„Es gibt nicht mehr viele, die es hier
aushalten. Frauen, Kinder, alte
Leute. Wie lange es uns hier noch
geben wird, wer weiß das“.
Dieser verzweifelte Aufschrei erreichte uns im Sommer 2005 –
unser Entschluss, den Menschen zu
helfen, stand rasch fest.
10
Neues Leben in der alten Heimat
Die Möglichkeit zu sinnvoller
Unterstützung kommt von engagierten Dorfbewohnern selbst. Bereits
vor mehreren Jahren erkannten
einige von ihnen, dass sie nur
gemeinsam vorgehen können, um
ihren Lebensraum zu retten
In den Dörfern wurden Umweltgruppen gegründet, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: das Land, das
ihre Vorfahren ernährt hatte, wieder
in einen fruchtbaren Lebensraum zu
verwandeln.
Gezielte Maßnahmen sind notwendig, damit ein natürlicher Kreislauf
wieder in Gang kommt:
Aufforstung, Terrassierungen, Wiederherstellung alter Wasserreservoirs zum Auffangen des Regens,
Sammeln und Auspflanzen lokaler
Pflanzen- und Straucharten zur
Befestigung des Bodens, Verhinderung illegaler Schlägerungen in den
spärlichen Wäldern, Aufklärung und
Einbeziehung aller Dorfbewohner –
vor allem der Kinder.
Umwelt-Unterricht inmitten der Natur
„Unsere Kinder sollen hier ihr Leben
aufbauen können. Dafür wollen wir
leben und arbeiten!“
Unsere Weihnachts-Aktion 2005 hat
die Dorfbewohner dabei unterstützt:
Mehr als 3000 Kinder aus 100
Dörfern erhielten Baumsetzlinge
zum Auspflanzen und zur anschließenden Betreuung.
Jedem Kind sein Bäumchen
Einst standen hier dichte Wälder - heute ist das Land ein trostloses Dürregebiet.
Geschenke, die wachsen
Aufmerksam machen, werben, motivieren...
Mehr als 6.700 Weihnachtsbillets
haben wir im vergangenen Jahr
mit duftenden Räucherstäbchen
versehen – und auf Bestellung
verschickt.
So konnten mehr als
100.000,- Euro aufgebracht werden, die wir
den Menschen in Ananthapur für Aufforstung
und ökologische Maßnahmen zur Verfügung
gestellt haben.
Tausende von Bäumchen für
Morgen werden wachsen und den
Menschen Hoffnung gaben.
Natürlich laden wir Sie auch heuer wieder ein, zu Weihnachten
sinnvoll zu schenken. Immer mehr Menschen suchen bereits nach
einer Alternative zu herkömmlichen Weihnachtsgeschenken.
Immer mehr Menschen freuen sich über ein alternatives
Weihnachtsgeschenk!
Bitte helfen Sie uns, diese Idee zu verbreiten!
Motivieren Sie Ihre Freunde und Verwandten oder Ihnen
bekannte Firmen und Geschäfte anstatt herkömmlicher
Geschenke ein „Stück Projekt“ in Form unserer originellen
Billets zu verschenken.
Heuer wollen wir Flüchtlingsfamilien aus Darfur bei der lebensnotwendigen Versorgung mit Wasser helfen. Detaillierte Informationen
über die Weihnachts-Anstatt-Aktion 2006 werden im Oktober verschickt. Sollten Sie vorher Informationsmaterial benötigen, kontaktieren Sie uns bitte.
Kinder haben in diesem Programm eine wichtige Aufgabe.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
11
… in Österreich
Engagement
Ein bunter Strauß Ideen aus unserem Garten
Mission impossible?
Mit großer Freude sehen wir Tag für Tag, mit wie viel Engagement und oft sehr originellen Ideen
Menschen aller Altersstufen die Arbeit des Entwicklungshilfeklubs unterstützen und unsere
Projekte zu ihren Projekten machen. Im Folgenden einige Beispiele, die vielleicht zur Nachahmung
anregen oder Anstoß zu eigenen Ideen liefern.
Unser Auftrag: Den Friedensgedanken in die Welt tragen,
das Bewusstsein für soziale
Ungerechtigkeit schärfen und
Kindern in schwierigen Situationen helfen – und das alles an
einem schulfreien Samstag!
Nachhaltige Verpackung –
nachhaltige Partnerschaft
Seit Juni 2006 führt ein junges,
engagiertes Paar ein Unternehmen, das nachhaltige Verpackungsmaterialien erzeugt.
Ziemlich zeitgleich mit der
Firmenübernahme besuchte uns
Mag. Günter Neumann im Klub.
„Nicht als nettes Marketinginstrument, sondern kontinuierlich und aus Überzeugung möchte ich mit meiner Firma auch
sinnvolle Entwicklungsprojekte
Regentrommler
im
Waldviertel
Sonnenschein, Trockenheit und Hitze in
ganz Österreich – nur
in Harbach im nördlichen Waldviertel Regen.
Warum? Hier fand vom 5.-9. Juli 2006 bereits
zum zehnten Mal das Afrika-Fest „Kasumama“
statt - und die afrikanischen Trommler und
Regentänzer verstehen eben ihr Handwerk!
Doch die gute Laune der Gäste und das stimmungsvolle Programm trösteten wieder einmal
über die widrigen Wetterverhältnisse hinweg.
Mit viel Begeisterung für das „wahre“ Afrika
und seine ursprüngliche Kultur gelang es den
Veranstaltern auch heuer wieder, die Besucher
in den Bann des „schwarzen Kontinents“ zu
ziehen.
Wie schon in den vergangenen Jahren fanden
auch der Informationsstand des Entwicklungshilfeklubs und unsere Projekte in Afrika
reges Interesse.
www.kasumama.at
12
Eine Mission impossible?
Nicht bei dieser Unterstützung!
fördern“, erklärte Herr
Neumann gleich zu
Beginn eines schönen, ausführlichen Gesprächs. Geprägt durch
Erfahrungen aus der
Mitarbeit in einem Kinderprojekt
in Ecuador ist ihm nachhaltige
Partnerschaft besonders wichtig.
So hat sich die Firma Neumann
entschlossen, Moskitonetze zum
Schutz gegen Malaria in Angola
Mit viel Engagement und originellen Ideen überzeugten Schülerinnen und Schüler ihre Kollegen, dass Laufen für den Frieden
nicht nur sinnvoll ist, sondern
auch Spaß macht.
Hier zwei Beispiele von vielen:
zu finanzieren (Projekt 181 –
Erwachen in Gesundheit).
Wir freuen uns auf eine nachhaltige, langjährige Partnerschaft!
www.neu-mann.at
Beeinflusst die Akademikerquote in
Österreich den Schulbesuch in Mali?
Ja, wenn frischgebackene Akademiker so gute Ideen haben
wie Frau Magistra (wir gratulieren!) Vera Besse. Anlässlich der
Sponsionsfeier am Landgut
Cobenzl gab es statt „Packerln“
eine Spendenaktion für zukünftige Schülerinnen in Mali.
Hier ein kurzer Auszug aus der
originellen Einladung:
Für 13,- Euro gäb´s ein neues
Buch zu den vielen
oder einmal vergeblich Lotto zu
spielen,
ihr könnt auch ein Mädel zur
Schule schicken ein Jahr –
ich fänd´ das wirklich wunderbar.
Also bevor Ihr lang überlegt hin
und her,
welches Packerl für mich passend wär´,
ich bitte Euch um etwas Geld,
damit wir gemeinsam verbessern
die Welt.
Für die Möglichkeiten, die mir
gegeben,
lang zu studieren, feiern und
leben,
möchte ich gern etwas „weitergeben“,
damit viele Mädchen in Mali
nach Bildung streben.
Wir danken für diese tolle Idee,
Nachahmungstäter sind jederzeit herzlich willkommen.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Die 2 C der HLW Reumannplatz
erstellte eine großartige, sehr
arbeitsintensive Präsentation
zum Thema Friedenslauf und zu
den
drei
Kinderprojekten.
Schautafeln zu den Organisationen und Projekten, eine
Powerpoint-Präsentation zum
Ablauf der Veranstaltung und
ein witziger Kurzfilm begeisterten Mitschüler und Lehrer. Auch
die originellen FriedenslaufButtons wurden von den Schülerinnen und Schülern am Reumannplatz hergestellt. Damit bei
der sportlichen Anstrengung
niemand Hunger leidet, sorgten
die dritten Klassen für das leibliche Wohl der Läufer.
Unsere „Übungsfirma“ im Schulzentrum Ungargasse hatte es
sich zur Aufgabe gemacht, den
Bekanntheitsgrad des Friedenslaufs an der Schule zu heben
und viele zum Mitmachen zu
motivieren. Mit viel Enthusiasmus wurde ein eigener Folder
gedruckt, ein Plakatwettbewerb
veranstaltet und Überzeugungsarbeit geleistet.
Die Mission verlief erfolgreich:
Etwa 3000 Läufer aus ganz
Österreich bewältigten gemeinsam 31.400 Runden um das
Wiener Rathaus, das entspricht
21.410 km – damit wurde der
Friedensgedanken um die halbe
Erde getragen. Mit den bisher
eingegangenen Spenden in
Höhe von 45.511,62 Euro können wir vielen Kindern ein kindgerechtes Leben und eine bessere Zukunft schenken.
www.friedenslauf.at
„Kinder der Welt“ für Kinder in Indien
„Eigentlich wissen wir gar nicht
so genau, was wir wollen und
ob wir da richtig sind!“
Mit diesem Satz begann unsere
Zusammenarbeit mit der Volksschule Zeiselmauer – und endete in einem großartigen Schulprojekt.
Als uns Anfang März vier engagierte Lehrerinnen der achtklassigen Volksschule im Tullnerfeld
besuchten, existierte nicht viel
mehr als die Idee, ein Projekt
zum Thema „Kinder der Welt“ zu
machen. Nach einem konstrukti-
ven Gespräch im Klub und dem
Besuch einer Klubmitarbeiterin
an der Schule, entschlossen sich
die Kinder, das Projekt „Flug
nach Morgen“ zugunsten indischer Straßenkinder zu unterstützen. Als Auftakt nahm die
gesamte Schule - Kinder, Eltern
und Lehrer - am Wiener Friedenslauf teil. Und dann ging’s
richtig los. Die einzelnen Klassen arbeiteten zu unterschiedlichen Themen wie „Kinderarbeit – Kinderrechte“ oder beschäftigten sich mit den Lebensbedingungen von Kindern in
verschiedenen Ländern.
Krönender Abschluss des Projekts war ein Schulfest im Juni.
Unter dem Motto „grenzenlos
kochen“ wurde von den Schülerinnen und Schülern ein internationales Buffet hergestellt. Es
wurden Musikinstrumente aus
Naturmaterialien gebastelt, exotische Tänze vorgeführt und mit
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
indischen Holzstempeln gearbeitet. Mit den dabei gesammelten Spenden können 78
Straßenkinder in Indien ihren
„Flug nach Morgen“ beginnen.
Danke!
Vorschau:
Benefizkonzert im Club Ost
Jazz vom Feinsten, mitreißender Hip Hop,
edle Gitarrenklänge und feuriger Salsa.
Hochkarätiges Musikvergnügen garantieren
FOP, Ulrich Drechsler Trio, Fred Eislers
Camena, Dephjoe und die Tanzgruppe
Tumbao am
7. November 2006 im Club Ost,
Schwindgasse 1, 1040 Wien.
Der Reinerlös der Veranstaltung kommt
unserem Projekt 142 „Stehen wir auf“ in
Bolivien zugute.
Also: Hingehen, viele Freunde mitnehmen,
gute Musik genießen und dabei Straßenkindern in Sucre eine bessere Zukunft
schenken. www.crackedanegg.com
13
unser projekt
Jetzt wächst bei uns
das ganze Jahr etwas
Verhungern auf den
eigenen Feldern oder
umkommen in den
Slums der Städte ?
Bieten wir einen
Ausweg aus der
Hoffnungslosigkeit:
Im Hochland von
Bolivien Im Boden
verwurzelt bleiben
und als Kleinbauer
seine Existenz
sichern.
Weiteren Familien soll
geholfen werden:
Mit Aufforstung,
naturnahen
Anbaumethoden,
Terrassenkulturen,
Gemüsegärten …
14
„Schade, dass du nicht in der
Regenzeit gekommen bist, wenn
alles wunderbar grün ist“,
bedauert William, ein Mitarbeiter
unseres Projekts, der mich in die
Dörfer Chungara, Qhiya-Qhiya und
Chaquequina mitgenommen hat.
Jetzt ist Trockenzeit. Juni und Juli
sind hier die kältesten Monate, mit
Bodenfrost in der Nacht. Es werden nur noch die letzten Erdäpfel
eingebracht.
***
„Wir haben vor fünf Jahren begonnen. Mittlerweile sind schon 15
Dörfer beteiligt und es gibt nur
wenige Familien, die nicht mitmachen wollen.“
Das Projekt hilft den Bauernfamilien im Bergland südlich von
Cochabamba, den Boden in einer
der ärmsten Gegenden des
Landes zu konservieren und zu
verbessern. Die Methoden sind
einfach, doch das Vorbereiten der
Felder bedeutet viel zusätzliche
Arbeit.
***
Um zu verhindern, dass in der
Regenzeit zu viel von dem kostbaren Wasser verloren geht, legen
die Bauern Terrassen an. Bisher
konnte das Wasser auf den steilen Berghängen ungehindert abfließen.
Außerdem werden rund um die
Felder kleine Erdwälle errichtet,
die man mit Gräsern und
Sträuchern aus der Baumschule
des Projekts befestigt.
***
Jede Familie hat ein kleines Gewächshaus.
„Darin gedeiht das ganze Jahr
über irgendetwas, zum Beispiel
Salat, Bohnen“,
erklärt ein Bauer und zeigt mir
stolz ein paar Karotten.
Diese Gewächshäuser sind, wie
die Wohnhäuser, aus Lehm, mit
einer transparenten Plastikfolie als
Dach.
Ich wundere mich, dass diese
Häuschen nur etwa zwei Quadratmeter groß sind.
„Um eine größere Fläche das
ganze Jahr zu gießen, gibt es nicht
genug Wasser.“
***
Daher gibt es jetzt auch kleine
Sammelbecken für Regenwasser.
Sie werden von den Dorfbewoh-
Projekt 175
IM BODEN
VERWURZELT
Bolivien
Bundesstaat Ceará
im Nordosten des Landes
Unsere Säcke sind gefüllt, unsere Töpfe voll.
Unser Leben ist reicher geworden.
nern selbst gegraben. Zu ihnen
führen Rinnen, in denen der
Regen abfließt.
„Da wir sie erst seit einem Jahr
haben, wissen wir noch nicht, ob
wir damit die ganze Trockenzeit
über auskommen.“
***
Wir treffen einen Bauern, der
vergangenes Jahr begonnen
noch viel Arbeit vor sich hat.
Aber er beweist, dass er in
Kursen einiges gelernt hat:
„Früher habe ich Kunstdünger
wendet. Jetzt nicht mehr.“
„… und zeigt mit Stolz ein paar Karotten.“
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
erst
und
den
ver-
***
Schließlich fahren wir noch zur
Baumschule.
Alles wird unter Anleitung von zwei
Agrartechnikern von den Familien
aus den Dörfern gemacht. Jede
Woche kommen zwei andere
Dörfer an die Reihe, um die Erde
aufzubereiten, die Pflanzen zu setzen oder umzusetzen.
Je nachdem, wieviele Arbeitsstunden geleistet wurden, erhält
dann jede Familie eine entsprechende Anzahl von Pflanzen.
Auch hier steht leider nicht genug
Wasser zur Verfügung.
Doch jene Pflanzen, welche bereits in den Dörfern und auf den
Feldern gedeihen, haben das
Leben der Menschen um vieles
leichter gemacht.
Durch den Rückgriff auf alte und
den Einsatz von neuen Anbaumethoden kann eine ausreichende Ernährung der Familien sichergestellt werden.
Die Begeisterung und der Einsatz
der Bauernfamilien führten in vielen Fällen bereits zu Erfolgen. Wir
sollten uns dafür einsetzen, dass
dieses Projekt auf weitere Dörfer
ausgeweitet werden kann!
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Unterstützung von
10 Bauernfamilien
während
eines Jahres =
282,- Euro
1 Anteilstein =
für 1 Familie =
28,20 Euro
Gemüsegarten: 8,30
Aufforstung: 4,90
Werkzeuge: 1,80
Ausbildung und
Nachbetreuung: 13,20
Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
Mosoj Causay
(lokale Organisation
im Einsatzgebiet)
Fernando Cáceres
Bericht:
Projektbeginn April 2002.
Mit 77.445,- Euro konnten
bisher jedes Jahr etwa
680 Familien
unterstützt werden.
Doris Schoissengeier,
Mitarbeiterin des Entwicklungshilfeklubs,
hat das Projekt im Juni 2006 besucht.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
15
… aus Afrika
Thema+ Worte
Bilder
Geschaffen
mit unserer
Hände Arbeit
Schmied in Mali
Weber in Burkina Faso
Instrumentenbauer in Ghana
Korbflechterin in Somalia
Schneiderin im Kongo
Töpferin im Tschad
16
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
17
aktuelle Projekte
Mikros
Nur die Samen
„Haben Sie etwas, mit dem man die Welt
besser machen kann?“, fragte der Kunde.
„Alles, was Sie wünschen“, sagte die
Verkäuferin.
„Gut, dann möchte ich die Beseitigung
der Slums in Lateinamerika, der Dürre
in der Sahelzone und der Kinderarbeit
in Indien.“
„Sie haben mich falsch verstanden,
wir verkaufen hier keine Früchte, sondern
nur die Samen.“
Projekte
in
ASIEN
18
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Afghanistan
189 – INS FREIE KOMMEN (Alphabetisierung)
Bildung für Mädchen und Frauen
Bangladesch
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Mikros + Anteilsteine
Euro
Angola
181 – ERWACHEN IN GESUNDHEIT (Moskitonetze)
Schutz für Mütter und Kinder gegen Malaria
15 Frauen
1 Netz
225,15,-
Äthiopien
199 – DER STRASSE ENTKOMMEN (junge Mütter)
Unterkunft für junge Mütter und deren Babys
Mutter+Kind / 1 Jahr
1 Monat
292,31,-
Kenia
173 – HILF MIR WEITER (Straßenkinder)
Schulbildung für Mädchen auf der Straße
2 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
228,9,50
Liberia
191 – FREUDE AM LEBEN (Lepradorf)
Häuser, Felder, Werkzeuge für Leprakranke
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
197,32,80
Liberia
194 – ZUKUNFT IM KLEINEN (Kindersoldaten)
Reintegration und handwerkliche Ausbildung
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
180,15,-
Malawi
211 – MIT FRISCHER KRAFT (Aids-Waisen)
Ernährungssicherung für von Aids Betroffene
1 Familie
1 Familienmitglied
125,25,-
Mali
204 – STUFEN ZUR SCHULE (Bildung)
Einschulung für Mädchen aus Dörfern
1 Schulklasse
1 Mädchen / 1 Jahr
325,13,-
Ruanda
206 – MITEINANDER ZUM FRIEDEN (Ziegenzucht)
Für Vertrauensbildung und gegen Hunger im Dorf
1 Herde
1 Ziege
290,29,-
Tschad
198 – TROPFEN FÜR MORGEN (Tümpel)
Wasser für Vieh und Felder in der Trockenzeit
10 Familien
4.500 Liter
245,24,50
Uganda
207 – ZUKUNFT OHNE ANGST (Nacht-Flüchtlinge)
Bildung und Notquartier für Kinder
5 Kinder
1 Kind
220,44,-
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
166,13,80
10 Familien / 1 Jahr
1 Familie / 1 Jahr
282,28,20
1 Familie
1/2 Hektar
143,23,80
7 Frauen
1 Frau
231,33,-
1 Zisterne
1 Person / 1 Jahr
388,64,70
12 Frauen mit Kind
1 Frau mit Kind
144,12,-
10 Familien
1 Waldgarten
210,21,-
1 Familie
1 Person
153,14,-
1 Frau
1/4 Kreditsumme
110,27,50
Mikros + Anteilsteine
Euro
18 Frauen
1 Frau
291,16,20
193 – DER ARMUT ENTKOMMEN (Starthilfe)
Finanzielle Unterstützung für extrem Arme
1 Familie
1 Familienmitglied
184,22,80
Bolivien
142 – STEHEN WIR AUF (Straßenkinder)
Tageszentrum, Betreuung, Ernährung
Bangladesch
203 – CHANCE FÜRS LEBEN (Ureinwohner)
Lehrerinnen für Kinder in Vorschulklassen
1 Lehrerin / 1 Jahr
1 Monat
254,21,-
Bolivien
175 – IM BODEN VERWURZELT (Indio-Bauern)
Aufforstung, Erosionsschutz, Terrassenfeldbau
Indien
115 – FLUG NACH MORGEN (Straßenkinder)
Ambulante Betreuung auf der Straße
10 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
366,36,60
Bolivien
200 – ZEIT DER ERNTE (Kleinbauern im Urwald)
Anbau von Kakao und Bananen
Indien
140 – KIND SEIN DÜRFEN (gegen Kinderarbeit)
Zentrum für aus Fabriken befreite Kinder
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
178,14,80
Bolivien
208 – LEKTIONEN DES LEBENS (Alphabetisierung)
Bildung und Einkommenschaffung für Frauen
Indien
157 – ZEIT DER REIFE (Frauengruppen)
Kurse, Spargruppen, Einkommensverbesserung
3 Frauen / 1 Jahr
1 Frau / 1 Jahr
164,54,70
Brasilien
176 – DEN REGEN AUFFANGEN (Zisternen)
Regenwassser für die Trockenperiode
Indien
185 – RÜCKKEHR DES WASSERS (Ureinwohner)
Erosionsschutz, Dämme, Aufforstung
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
140,23,30
Haiti
184 – STERN DER HOFFNUNG (Mutter/Kind)
Geburtshelferinnen im Slum
Indien
213 – STEIN AUF STEIN (Dorfbau)
Bau des neuen Dorfes Thimmapuram
1 Haus 1.020,1/2 Haus
510,-
Haiti
209 – EIN STÜCK PARADIES (Waldgärten)
Obstbäume, Gemüsegärten, Ackerbau
Indien
202 – EIN LEBEN LANG (Dorfschulen)
Bildung für Kinder in Dörfern ohne Schule
Indien
205 – BÄUMCHEN FÜR MORGEN (Aufforstung)
Kinder pflanzen Bäume in ihren Dörfern
Ost-Timor
210 – DIE WUNDEN HEILEN (Gesundheit)
Klinik, Medikamente, Rehabilitation, Betreuung
5 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
195,39,-
Nicaragua
188 – VOR DER TÜR (Kleinbauernfamilien)
Bessere Anbaumethoden für Kleinbauern
200 Setzlinge
für 1 Kind
100,10,-
Nicaragua
201 – AUF EIGENEN BEINEN (Kleinkredite)
Wirtschaftliche Initiativen von Frauen
10 Familien
1 Familie
216,21,60
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekte
in
AFRIKA
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Zu allen Projekten: detaillierte Beschreibungen, Fotos …
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
19
unser projekt
Energisch und doch
voll Zärtlichkeit
Sturm und Flut
hatten Verwüstung
gebracht – und
Hunger.
Viele Familien
konnten die Krise
bewältigen und
Vorsorge für
mögliche weitere
Katastrophen
treffen:
Mit einem
Gemüsegarten im
Innenhof, der eine
wertvolle Ergänzung
zur kargen Ernte
der Felder bringt.
Es begann im Jahr 1991.
Drei Frauen besaßen nichts als
Ideen und Visionen von einer besseren Welt für die verarmte indianische Bevölkerung.
Sie gründeten eine Organisation
und gaben ihr den Namen einer
Pflanze: La Cuculmeca.
Die Saat ist aufgegangen und La
Cuculmeca zählt heute etwa
dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Mit ihrer Hilfe haben Kleinbauern
erfolgreich ihre Umwelt erhalten
und verbessert.
Es ist eine Entwicklungsidee, die
von den Betroffenen selbst getragen wird.
Unser Projekt in der Provinz
Jinotega in Nicaragua wird von
dieser Organisation geleitet und
ihre Leiterin Neyreda Gonzales
erklärt ihre Ideologie so:
La Cuculmeca
ist eine traditionelle Heilpflanze,
die im Urwald wächst.
Wir wollen sie schützen, damit
sie weiter Wurzeln schlagen und
wachsen kann.
La Cuculmeca
wird unter anderem zur Behandlung von Anämie, von Blutarmut,
bei der zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden sind,
verwendet.
In unserer Gesellschaft gibt es
viele solcher ‚Anämien‘ oder
Mangelerscheinungen:
den Mangel an einer gerechten
gesellschaftlichen Entwicklung,
die Kluft zwischen schönen
Worten und fehlenden Taten,
den Verlust von Werten und
Prinzipien, von Visionen und
Kultur.
Cuculmeca ist ein Wort aus der
Indianersprache Nuhuatel. Es
bedeutet soviel wie energisch,
aber auch zärtlich.
So, und jetzt wisst ihr, warum wir
für unsere Organisation diesen
Namen gewählt haben.
Projekt 188
VOR DER TÜR
Nicaragua
Provinz Jinotega
Noch keine Früchte, aber Vertrauen
in unseren Garten, der zu leben beginnt.
Pflanzen, düngen, ernten
Die wichtigsten Pflanzen in den Gärten:
Bananen, Knollenfrüchte, Zwiebeln, Kürbisse, Heilkräuter, Obstbäume.
Manche Familien verlagern die Produktion von erfolgreich getesteten Feldfrüchten auf ihre Felder und setzen dann im
Garten hauptsächlich Obstbäume.
Der Boden wird durch die Verwendung
von organischem Dünger besser und
die Familien können daher auch mehr
ernten.
Das Bewusstsein für den Erhalt des
Lebensraumes steigt, in einigen Dörfern
haben sich Umweltgruppen gebildet.
Unser Beitrag
Die Familien, die einen Garten beim
Haus oder in ihrem Innenhof anlegen
und die landwirtschaftliche Produktion
auf ihren Feldern verbessern möchten,
erhalten im Rahmen des Projektes folgende Unterstützung:
- Teilnahme an einem Ausbildungsprogramm, Lernbehelfe,
- materielle Hilfe in Form von Werkzeugen und Saatgut, damit sie das
Erlernte sofort umsetzen können,
- individuelle Beratung und Betreuung
durch die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Projekts.
Helfen wir weiteren
Familien,
Vor der Tür
ihres Hauses
das Notwendigste
zu finden, um sich
selbst ernähren zu
können.
Werkzeuge, Saatgut: 70,Ausbildung: 45,Nachbetreuung: 38,-
1 Anteilstein =
Werkzeuge für
1 Familienmitglied =
14,- Euro
Projektpartner
und Projektleiter:
Entraide et Fraternité
(Brüssel, Belgien)
La Cuculmeca
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Neyreda Gonzalez
Noch sind sie „Anfänger“. Aber ihre Pflanzen und Bäume wachsen schon.
Sie ist jeden Tag im Garten, er arbeitet auch auf dem Feld.
Und setzt dort um, was er gelernt hat, zum Beispiel die Verwendung von Bio-Dünger .
20
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Gemüsegarten und
Verbesserung der
Landwirtschaft
für 1 Familie =
153,- Euro
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Sie sind Fortgeschrittene: Alles wächst und gedeiht.
Die Kinder und Jugendlichen lernen mit, nicht nur im eigenen Garten:
Auch in der Schule werden jetzt landwirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
Bericht:
Projektbeginn
Mai 2004.
Mit 33.234,- Euro konnten
in den ersten beiden
Jahren bereits die
finanziellen Mittel für
217 Gemüsegärten
aufgebracht werden.
21
Mauretanien
Super-Mikros
Projekte
in
AFRIKA
Land
Projektziel, Einsatzgebiet, Kosten
Kenia
Berufsausbildung für ehemalige Straßenkinder
Kitale, Region Karapokot
Ausbildungszuschuss für 15 Jugendliche
Kongo
Kongo
Ruanda
Uganda
Projekte
in
ASIEN
Projektpartner und -nummer
Der Jugend eine Chance
2.550,-
International Child Care
Oliver Lynton
Lang anhaltende Trockenperioden führten auch in Mauretanien zu drastischen
sozialen Umbrüchen.
Quellfassungen für Trinkwasserversorgung
Diözese Butembo, 6 Quellfassungen
Verbesserung der Trinkwasserqualität
1.400,-
Misereor
Jean-Bosco Matumo
2134
Kleinkredite für Frauengruppen
Sud-Kivu, Dörfer in Bushi
Kleinkredite als Starthilfe für 2 Frauengruppen
2.400,-
Entraide + Fraternité
Angèle Bahige
2128
Wiederaufbau von Marktständen
Provinz Gisenyi, Nyundo
Einkommensmöglichkeit für Jugendliche
2.720,-
Misereor
Eleuthere Nsenggiyumva
1974
3.750,-
St. Theresia Klinik
Thomas Nsibambi
2160
2.992,-
Netz/Ashrai
Abdus Samad
2138
2.520,-
Netz/SUS
Peter Dietzl
2.490,-
TDSS
Joe Chenakala
2165
2.500,-
CAD
Leelama Devasia
2137
Ausrüstung einer kleinen Gesundheitsstation
Pfarre Ndibata
Krankenpflegerin, Medikamente, Laborgeräte
Bangladesch Schulen für Kinder von Ureinwohnern
Region Barindi, Bezirk Naogaon
3-jährige Grundschulbildung für 30 Kinder
Bangladesch Ausbildungskurs für Mädchen
Bezirk Netrakona Sadar
Bildungszuschuss für 30 Mädchen (1 Jahr)
Indien
Indien
Indien
Einkommenschaffung für Frauen
Bundesstaat Karnataka, Dörfer um Belgaum
Ausbildungskurse (Weben, Juteverarbeitung)
Unterstützung von Mädchen in Slums
Bundesstaat Maharashtra, Stadt Nagpur
Ausbildung und Sozialarbeit für junge Frauen
Alternativschulen für arbeitende Kinder
Bundesstaat Maharashtra, Dörfer in Beed
Lehrergehälter, Unterrichtsmaterialien
Sri Lanka
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Kolumbien
Guatemala
2151
2.723,-
TDSS
Bibhishan Pandhawale
2171
3.240,-
Rainwater Cambodia
Theoeun Sim
2114
Trinkwasserbrunnen für Familien
Bau von 10 Brunnen, Bezirk Galamuwea
Material, Transport, Fachkräfte
2.460,-
Swarna Hansa Foundation
Gallege Punyawardana
2152
Filter für sauberes Wasser
Dörfer im Distrikt Anuradhapura
100 Filter für Schulen, Kindergärten...
3.000,-
Swarna Hansa Foundation
Gallege Punyawardana
2162
Betreuung von traumatisierten Jugendlichen
Provinz Cauca
Sozialarbeit, Aufklärung gegen Gewalt in Schulen
3.025,-
Corporaciòn Colombia Joven
Ana Rodriguez
2157
Einkommenschaffung für Maya-Frauen
westliches Hochland, Provinz Quetzaltenango
landwirtschaftliche Ausbildung, Tierzucht (Kühe)
2.690,-
Mayalan
Martin Ajca
Kambodscha Bau von Zisternen
Provinz Taken, Dorf Tropeangsdock
Trinkwasserzisternen für 27 Familien
Sri Lanka
2133
2115
Weitere Projekt-Partnerschaften auf unserer Homepage oder auf telefonische Anfrage.
22
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Eine massive Abwanderung vom Land in
die Stadt setzte ein, heute sind in diesem
westafrikanischen Wüstenstaat nur mehr
vier Prozent der Bevölkerung Nomaden.
Von staatlicher Seite wird kaum etwas
getan, um die Lebensbedingungen in
den Städten, wie etwa in der Hauptstadt
Nouakchott, für die vielen Zuwanderer
erträglicher zu gestalten.
Super-Mikro
2155
Betreuung und
Ausbildung für
jugendliche
Strafgefangene
Der Zerfall der traditionellen Familie, das
trostlose Leben am Stadtrand und die
Chancenlosigkeit sind häufig Anlass für
ein Abrutschen in die Kriminalität.
Das betrifft vor allem auch Kinder und
Jugendliche, die nicht zur Schule gehen,
keine Zukunftsperspektiven haben und
aus Hunger, Verzweiflung, Langeweile
allein oder in Banden Diebstähle verüben oder Einbrüche begehen.
Nach dem Fall …
… wieder aufstehen
Bis vor einigen Jahren brachte
man Jugendliche einfach in
Erwachsenengefängnissen
unter.
Sie wurden dort brutal misshandelt und nach der Entlassung kam es meist schnell zu
Rückfällen in kriminelle Verhaltensmuster.
Die Situation hat sich nun
entscheidend verbessert:
In der Jugendstrafanstalt Beyla
ist ein wichtiges Ziel die spätere Eingliederung dieser jungen
Menschen in die Gesellschaft
und das Aufzeigen von Lebensperspektiven.
Ein intensiver Kontakt mit den
Familien während der Haft wird
gefördert, so werden zum Beispiel die Eltern ermutigt, ihre
Kinder täglich zu besuchen und
selbst für sie zu kochen.
Die Caritas Mauretanien betreut
in der Haftanstalt Beyla etwa
hundert Minderjährige, die mit
dem Gesetz in Konflikt gekommen sind:
Alphabetisierung in Arabisch
und Französisch, Staatsbürgerkunde, Ethik.
Sport und Spiel, zum Beispiel
Fußball, Tischtennis, Schach,
Puzzles, Theater.
Praktische Ausbildungen als
Tischler, Schlosser, Mechaniker,
die nach der Entlassung Verdienstmöglichkeiten bieten.
Caritas-Mitarbeiter halten Kontakt mit den Jugendlichen, die
Kurse sind der Haftdauer angepasst.
Mit dem Projekt sollen die Kosten für zumindest zehn Jugendliche übernommen werden.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
3.200,- Euro
für zehn
Jugendliche
Wir bitten um
Ihre Mithilfe!
Supermikros
oder
Projekt-Partnerschaften
sind in sich abgeschlossene Projekte,
deren Finanzierung meist zur Gänze
von Gruppen oder Einzelpersonen
übernommen wird.
Für die Durchführung dieser Projekte
zeichnen häufig kleinere lokale
Organisationen verantwortlich.
Auch hier gilt für uns: mit bewährten,
langjährigen Partnern lässt sich
vertrauensvoll zusammenarbeiten!
Dadurch ist es oft auch möglich, einen
direkten Kontakt zwischen Projektleitern
vor Ort und den Spenderinnen und
Spendern in Österreich herzustellen.
Der Wert eines Supermikros liegt zwischen
1.500,- und 5.000,- Euro.
Für Ihre Fragen steht Ihnen
Sabine Alena gerne zur Verfügung:
sabine.alena@eh-klub.at
23
unser projekt
Hungrig – auch wenn
man noch gesund ist
Vater, Mutter
oder andere
Familienmitglieder
gestorben oder
infiziert.
Und die
Überlebenden ?
Hilfe für von
Aids betroffene
Familien und für
Waisen:
Lebensmittel für
einige Monate,
bis Mit frischer
Kraft, Saatgut
und neuen
Anbaumethoden
die verlassenen
Felder wieder
Früchte bringen.
24
„Schaut euch mein Feld an:
trocken. Meinen Speicher: leer.
Meine Kinder: hungrig.“
„Warum?“
„Aids.“
Als er pflügen, die Pflanzen bewässern, seine Ernte einbringen
sollte, starben wieder einige
Nachbarn im Dorf, Verwandte und
Freunde anderswo in der Gegend.
Begräbnis und Trauerfeierlichkeiten dauern immer ein paar
Tage. Afrikanische Kultur und
Tradition verlangen, dass jeder teilnimmt und mit etwas Geld den
Hinterbliebenen hilft.
Trotzdem ist er glücklich:
In seinem Haus ist niemand
gestorben, krank oder infiziert.
Anders Mwandia:
„Meine Eltern sind kurz nacheinander gestorben. Ich musste
die Schule aufgeben, um mich um
meine kleinen Brüder zu kümmern.“
Teresa:
„Unser Stück Land ist klein, daher
arbeite ich auch auf fremden
Feldern.
Doch jetzt haben auch die reicheren Bauern kein Geld.
Meine Kinder pflücken Mangos,
aus denen ich dann eine Sauce
koche.
Die Früchte sind noch klein, aber
aber unser Hunger ist so groß,
dass wir nicht warten können bis
sie reif sind.“
Einer der Mitarbeiter unseres
Projekts:
„Die Böden hier sind nicht sehr
fruchtbar und die Anbaumethoden
sind rückständig und anstrengend.
Menschen, die krank sind, schaffen das nicht mehr, und auch nicht
Frauen und Kinder, die die Arbeit
der Väter übernehmen müssen.
Ein Drittel der Bewohner unseres
Gebiets hungern.“
Aids in Malawi, Südostafrika
Aids schwächt die Abwehrkräfte des
Körpers. Hunger und Mangelernährung
vergrößern das Risiko einer Infektion
um ein Vielfaches.
– 15 Prozent der 12 Millionen
Einwohner sind infiziert.
– In vielen Dörfern gibt es in jeder
zweiten Familie eine betroffene
Person, bis zu 60 Prozent der
Todesfälle sind auf Aids zurückzuführen.
– Jedes zehnte Kind kommt bereits
infiziert zur Welt, 400.000 Kinder
haben durch Aids ihre Eltern verloren.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 211
MIT
FRISCHER
KRAFT
Malawi
Distrikt Chiradzulu
Essen, damit wir heute arbeiten können.
Arbeiten, damit wir uns morgen ernähren können.
Nicht mehr hungrig
Sechs Monate lang erhält jede
Familie 50 Kilogramm Mais und
fünf Kilogramm Bohnen.
Das sichert nicht nur den täglichen
Bedarf, sondern verbessert auch
den Gesundheitszustand.
Gleichzeitig
werden
Anbaumethoden gezeigt, die weniger
anstrengend sind und auch von
Frauen und größeren Kinder
bewältigt werden können, falls der
Vater gestorben ist.
Jede Familie erhält Saatgut und
Setzlinge für Mais, Soja, Bohnen,
Kassava.
Kurse werden abgehalten, bei
denen die Teilnehmer den Umgang
mit neuen Kulturpflanzen und mit
Naturdünger lernen.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
besuchen die Familien, beraten,
motivieren und helfen.
Die meisten Familien besitzen nur
einen halben Hektar Land.
Das kann bei richtiger Nutzung
genügen, um wieder die Selbstversorgung sicherzustellen.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Lebensmittelhilfe
und Saatgut
für 1 Familie =
125,- Euro
Mais 72,Bohnen 33,Saatgut 20,-
1 Anteilstein
Hilfe für
1 Familienmitglied =
15,- Euro
Unser Beitrag
Das Projekt ist in ein umfangreiches
Programm eingebettet, das durch
medizinische und soziale Maßnahmen
die verheerenden Auswirkungen von
Aids eindämmen soll.
Unser Beitrag ist eine Soforthilfe für
die ärmsten Familien.
Wenn notwendig, wird die Nahrungsmittelhilfe über den Zeitraum von
sechs Monaten hinaus fortgesetzt.
Wenn es die Mittel erlauben, werden
weitere Familien betreut.
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
lokale Hilfsorganisationen
im Einsatzgebiet
Yohane Kamgwira
(Projekt-Koordination)
Neues Projekt
seit Juli 2006.
Die detaillierte
Projektbeschreibung
schicken wir gerne zu.
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… in Bangladesch
Partner
Netz
Für ein besseres Leben
Organisation für
Partnerschaft, Entwicklung
und Gerechtigkeit
in Wetzlar, Deutschland.
Auf die Arbeit in
Bangladesch spezialisiert:
- Armutsbekämpfung
- Menschenrechte
- Katastrophenhilfe
„Auf dem Festland essen die Ärmsten einen Brei aus unreifen Bananen.
Auf den Schwemmland-Inseln gibt es weder Bananen, noch jemanden,
von dem man etwas erbetteln könnte.“
Zusammenarbeit mit dem
Entwicklungshilfeklub
seit 2001
Gesamtwert bis Ende 2005:
85.224,28 Euro
1 Mikro für extrem Arme,
17 Super-Mikros für Schulkinder,
Frauengruppen …
Wenn der Fluss kommt
„Ich besuche eine Schule.
Den Kindern, munter und
lernbegierig, sieht man die
Armut deutlich an. Die Kleidung ist viel zu klein und voller Löcher.
Auf meine Frage, ob das ihre
einzigen Sachen sind, schauen sie beschämt weg.
Nur ein Bub meldet sich: „Ich
habe noch ein Hemd und
mein Bruder leiht mir manchmal seine Hose.“
Ich erreiche das Flussbett.
Es ist ausgetrocknet, so weit
ich sehen kann nur Sand.
Man erzählt mir, wie breit
und mächtig er nach der
Regenzeit ist.
„Er reißt die unbefestigten
Ufer mit sich. Tausende verlieren jedes Jahr ihr Land. An
anderen Stellen sammelt sich
der Sand wieder zu neuen
Schwemmland-Inseln, auf
denen dann Familien eine
neue Heimat suchen.“
Was ist ein Beruf?
„Was wollt ihr denn einmal
werden?“, frage ich.
Bisher dachte ich, dass die
Kinder auf der ganzen Welt
dazu Phantasien haben:
„Krankenschwester! Polizist!
Lehrerin! Busfahrer!“.
Die Kinder hier schauen mich
verständnislos an. Einige
sagen: „Ja, etwas werden,
das wäre schön.“
Bist du eine Ärztin?
Fotos links:
Peter Dietzel,
ProjektKoordinator
von Netz
und
Gisela Bhatti,
die uns den
nebenstehenden
Bericht
übermittelt
hat.
Während ich meinen Weg
zwischen Bambus und Tümpeln suche, merke ich, dass
mir ein alter Mann folgt.
Außer Atem fragt er schon
von weitem: ‚Bist du eine
Ärztin?’
Er braucht Hilfe für seine
Frau. Geld für einen Arzt hat
er nicht und seine Frau ist
viel zu schwach, um sich auf
den Weg zu machen.
Während wir stehen und
reden, kommt ein weiterer
Mann, der Hilfe für seine fiebernde Tochter sucht.
Foto rechts unten:
Gertrude Hanzal vom Entwicklungshilfeklub
(zweite von links) mit Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern unserer Partner-Organisation bei
ihrem Besuch in Bangladesch.
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Er borgt sie mir
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Nimm mein Geschenk
Eine Frau kommt mir entgegen. Sie zaubert aus den
Falten ihres Saris kleine
grüne Früchte, die sie glänzend reibt.
Ich möchte gerade ablehnen,
doch da hat sie mir schon
eine Frucht in den Mund
geschoben.
Sie lacht, als ich wegen des
sauren Geschmacks den
Mund verziehe. Und geht.
Nimm mein Baby
Ich sehe mich im Dorf um,
besichtige Häuser und stelle
Fragen.
Nahezu das ganze Dorf folgt
mir. Die Kinder hüpfen um
mich herum und wirbeln so
viel Staub auf, dass ich kaum
etwas sehen kann.
Eine Frau kommt auf mich zu
und legt mir mit Nachdruck
ihr Baby in die Arme. Ich
lächle sie an. Die Mutter
spricht auf mich ein, doch ich
verstehe sie nicht.
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
Auf einmal beginnt sie, heftig
zu weinen und den Kopf
ihres Kindes zu streicheln.
Da begreife ich, dass sie mir
das Kind mitgeben will. Für
immer. Für ein besseres
Leben.
Diese Frau bleibt nicht die
einzige, deren Hoffnungslosigkeit so unermesslich
groß ist.
An diesem Tag möchten mir
noch zwei weitere Frauen
ihren Säugling mitgeben.“
Liebe Freunde im
Entwicklungshilfeklub,
ich habe Elend, Not und
Verzweiflung gesehen,
aber auch, was diese
Menschen schaffen können, wenn man ihnen die
Möglichkeit dazu gibt.
Die Gemüsegärten von
Frauen, die von uns Samen
und Setzlinge erhalten
haben, sind Oasen voller
Tomaten, Kürbisse,
Papayas und Spinat.
Sie ernten genug, um ihre
Kinder besser ernähren zu
können, Samen für das
nächste Jahr zu lagern und
den Rest auf dem Markt
zu verkaufen.
Hühner, Enten und Ziegen
laufen zwischen den
Häusern herum. Kinder sitzen mit ihren Schulbüchern
am Boden und lernen…
Danke für Eure Mitarbeit!
Gisela Bhatti, Netz
Derzeitige
Projekte mit
Netz:
193 Der Armut
entkommen
(Mikro):
Existenzsicherung
für extrem
arme
Familien.
2151 (Super-Mikro):
Ausbildung
für Mädchen
2138 (Super-Mikro):
Schulen für
Kinder von
Ureinwohnern.
Netz hat uns
einen
berührenden
Dokumentarfilm über
unsere
Dorfschulen in
Bangladesch
zur Verfügung
gestellt.
Auf Wunsch
senden wir
Ihnen gerne
eine DVD zu.
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Eine Woche im
Entwicklungshilfeklub
Hermi Maritsch
Ohne das Engagement der rund
50 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter könnte der Klub nicht
in der bewährten Form arbeiten.
Hier einige von jenen, für die der
„Klubtag“ ein wöchentlicher Fixpunkt ist.
Traute Sterba
Die
Vorstandsmitglieder
Regina Kiernicki
Bei der am 16. Juni 2006 abgehaltenen
Hauptversammlung wurden die bisherigen
Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen
bestätigt und für das kommende
Vereinsjahr wiedergewählt.
Alle Vorstandsmitglieder sind langjährige
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klub,
die auch wichtige ehrenamtliche Aufgaben
erfüllen.
Mittwoch
Dr. Maria Hochreiter
Susi Giegl
Elfriede Engelhart
Elisabeth Etlinger
Rene Horvat
Dr. Manfred Formanek
1. Obmann
Stefan Schachamayr
2. Obmann
Mag. Christine Hörmann
Dr. Robert Wychera
Doris Schoissengeier
Gerhard
GerhardDorffner
Dorffner
Montag
Josef Tesarek
Donnerstag
Mag. Bernhard Fellner
Padmini Ranawat
Susanne Pesendorfer
Die Hauptamtlichen
Martha Schmölz
Christine Sladkovsky
Dienstag
Heinrich Mazal
Maria Zottl
Geschickte Aufgabenteilung und
Begeisterung für die vielfältigen
Möglichkeiten, an einer besseren und
gerechteren Welt mitzuarbeiten, sind die
Voraussetzungen für die erfolgreiche
gemeinsame Zusammenarbeit der vier
hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter mit dem Team.
Mag. Gabriele Tabatabai
Mag. Sabine Alena
Mag. Franz Christian Fuchs
Martina Brunner
Freitag
Uli Malzer
Mag. Gertrude Hanzal
… aus Indien
Thema
Literatur
Der
Haupttreffer
Schausteller kamen mit einem
‚Fest der Heiterkeit’, wie sie es
nannten, in unsere Stadt und
schmückten unser Festgelände
mit einer Vielzahl von Fahnen,
Papiergirlanden und bunten
Lampen.
Von überall strömten die Leute
herbei, um die Darbietungen zu
sehen. Für ein paar Münzen
konnte man alles betrachten,
von Jongleuren und dressierten
Papageien bis zu Motorradfahrern, die in der Todeskuppel
durch Reifen sprangen.
Verkürzte
Wiedergabe
einer
Erzählung
des indischen
Dichters
R. Narayan,
der in seinen
Werken das
Leben in
einem fiktiven
Dorf in
Südindien
beschreibt.
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Es gab auch einen Stand, bei
dem man mit dem Erwerb eines
Loses die Chance hatte, alles
mögliche zu gewinnen: Nadelkissen, Nähmaschinen, Blumenvasen, Bleistiftspitzer, Fotoapparate ...
***
Eines Abends wurde das Los mit
der Nummer 1005 gezogen.
Mein Los.
Man verkündete, dass es sich um
den Haupttreffer handle:
Eine alte, aber funktionsfähige
Straßenwalze.
Die Leute betrachteten das Ding,
dann mich, einige kicherten.
„Was soll ich damit?“, fragte ich
den Schausteller.
„Mitnehmen“, sagte dieser und
zeigte auf eine Tafel, auf der
stand, dass alle Preise sofort
wegzubringen seien.
In meinem Fall machte man
allerdings eine Ausnahme und
war einverstanden, die Straßenwalze bis zum Ende der
Veranstaltung auf dem Gelände
stehen zu lassen.
***
Freunde kamen und beglückwünschten mich. Sie waren
sicher, dass das Ding viel Geld
bringen würde.
„Selbst wenn du sie als Schrott
verkaufst, kannst du damit reich
werden.“
Ich glaubte wirklich, dass meine
finanziellen Probleme nun ein
Ende gefunden hätten.
***
Die Schausteller zogen weiter
und hinterließen zerrissene
Papiergirlanden, eine Menge
Unrat sowie meine Straßenwalze.
Ich erhielt eine Verständigung
von der Gemeinde, dass mein
Besitz sofort vom Gelände zu
entfernen wäre, andernfalls ich
Miete zu zahlen hätte.
Ich begann, in der Stadt herumzulaufen, um einen Abnehmer
für die Walze zu finden. Doch
niemand wollte sie haben.
Neue Komplikationen ergaben
sich, als sich eine Rinderschau
ankündigte und die Walze nun
wirklich verschwinden musste.
In einem Umkreis von 50 Meilen
gab es niemanden, der sich
mit Straßenwalzen auskannte.
Jeden vorbeikommenden Busfahrer bettelte ich um Hilfe an.
Vergebens.
Sogar an den Bahnhofsvorstand
wandte ich mich und bat ihn,
bei dem Lokführer ein gutes
Wort für mich einzulegen. Doch
dieser sagte, dass er mit seiner
eigenen Lok bereits genug zu
tun hatte.
***
Ich ging zum Priester des Tempels und es gelang mir, sein
Mitgefühl zu wecken.
Er bot mir die Dienste seines
Tempelelefanten an. Außerdem
engagierte ich fünfzig Kulis, die
die Walze von hinten anschieben sollten, um sie auf ein etwa
hundert Meter entferntes Feld
eines Freundes zu rollen.
Ich stellte auch einen Mann
namens Joseph an, einen pensionierten Lastwagenfahrer, der
sagte, dass er zwar nicht damit
fahren, sie aber sicher lenken
könne, wenn man sie in Bewegung setzte.
Es war ein erhebender Anblick:
Der Tempelelefant wurde mittels
starker Seile vor die Walze
gespannt, die Männer schoben
von hinten an und Joseph saß im
Fahrersitz und drehte das
Lenkrad.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Eine riesige Menschenmenge
stand rund herum und sah begeistert zu. Die Walze setzte sich
in Bewegung und es schien mir
der großartigste Augenblick
meines Lebens zu sein.
Als sie aber vom Gelände auf
die Straße rollte, begann sie,
einen Zickzack-Kurs einzuschlagen und krachte in eine
Umfassungsmauer.
Der Elefant, dem das Geschrei
der Menge missfiel, trompetete
laut, zerrte an den Seilen, warf
ein weiteres Stück der Mauer
um und verletzte sich am Knie.
***
Neue Hoffnung kam kurz darauf in Gestalt eines Fakirs, der
unter dem Ehrenschutz unseres
Gemeindevorstands auf dem
Hauptplatz einen Auftritt gab.
Fasziniert verfolgten wir seine
Vorführung. Er zerbiss Gläser
und verspeiste sie mit Genuss,
er lag auf Nagelbrettern, trank
giftige Säuren, leckte an weiß
glühenden Eisenstäben, kaute
und schluckte Nägel.
Dann verkündete er, dass jetzt
sein Meisterstück käme.
„Bringt mir eine Straßenwalze.
Ich möchte, dass sie über meine
Brust rollt.“
Der Bürgermeister schaute verblüfft und schämte sich zugeben
zu müssen, dass er keine hatte.
Der Fakir bestand darauf:
„Ich brauche unbedingt eine
Straßenwalze!“
„Ich habe eine!“, schrie ich und
wurde zu einer fast ebenso
wichtigen Person wie der
Feuerschlucker selbst.
Der Assistent des Fakirs sagte,
er wäre ein Experte in der Bedienung von Straßenwalzen
und versicherte, dass er sie in
Fahrt bringen würde.
Als Gegenleistung für meine
Hilfe würde er sie dann an
einen von mir gewünschten Ort
bringen.
Der Fakir verlangte zwei Kissen.
Eines legte er neben seinen
Kopf, das andere zu seinen
Füßen.
Mit Kreide machte er ein
Zeichen auf seiner Brust und
sagte: „Genau hier muss sie
drüberrollen, keinen Zentimeter
rechts oder links.“
In diesem Augenblick kam ein
Polizeiinspektor, winkte dem
Assistenten und sagte:
„Ich muss ihnen mitteilen, dass
Sie nicht weitermachen dürfen.
Der Richter, der hier anwesend
war, verbietet lebensgefährliche Darbietungen in unserem
Bezirk.“
Der Fakir richtete sich auf und
wurde böse.
„Ich habe das schon an hunderten Orten gemacht und niemand
hatte etwas dagegen. Es ist der
Befehl meines Meisters, den
Leuten hier die Macht von Yoga
zu beweisen. Wer kann mir das
verbieten?“
„Der Richter kann es“, antwortete der Polizeiinspektor.
Ich fasste seinen Assistenten am
Arm und sagte: „Würden Sie sie
auf das Feld da drüben führen
bevor sie gehen?“
Er murmelte: „Jetzt, wo mein
Herr so unglücklich ist. Wie
können Sie da so etwas von mir
verlangen?“
***
Ich fasste zusammen:
1. Kosten für das Los und
andere Belustigungen beim
‚Fest der Heiterkeit.’
2. Platzmiete an die Gemeinde.
3. Geschenke und andere Ausgaben auf der Suche nach
Käufern oder Fahrern.
4. Lohn für 50 Kulis und den
Fahrer Joseph.
5. Medizinische Behandlung
und Schmerzensgeld für den
Tempelelefanten.
6. Verwaltungsstrafe für den
Unfall.
7. Reparatur der zerstörten
Mauer.
Meine Ersparnisse und der
Schmuck meiner Frau waren
UNSER PROJEKT Nr. 108 – September 2006
dahingeschwunden, doch der
Großteil der Kosten immer noch
nicht beglichen.
Ich beschloss, Frau und Kinder
zusammenzupacken und aus
der Stadt zu flüchten.
***
Am Abend kam die Nachricht,
dass im Norden die Erde gebebt hatte und dass Nachbeben
auch unser Gebiet erreichen
könnten.
So war es dann auch. Wir wurden in dieser Nacht aus unseren
Betten geworfen, Türen und
Fenster knarrten fürchterlich.
Am nächsten Morgen wollte ich
noch einen letzten Blick auf
meine Walze werfen, bevor wir
unsere Flucht antraten.
Doch sie war nicht mehr da. Sie
war in den Brunnen auf dem
Grundstück hinter der beschädigten Mauer gefallen.
Ich bat den Himmel, mir neue
Komplikationen zu ersparen.
Als der Besitzer des Hauses kam
und sah, was passiert war,
sagte er:
„Da drinnen ist das schmutzigste Wasser der Welt. Die
Gemeinde setzt mir seit Wochen
zu, ich solle ihn zuschütten. Ihre
Walze passt hinein wie ein
Korken. Ich würde mir Kosten
und Arbeit sparen, wenn Sie sie
hier lassen.“
„Das geht leider nicht“, antwortete ich. „Erst gestern habe
ich einen sehr interessierten
Käufer gefunden. Ich muss ja
noch Ihre kaputte Mauer zahlen.“
„Gut, gut, schon vergessen.“
„Und ich habe noch andere
Ausgaben zu begleichen …“
„Ich übernehme das.“
Ich steckte das Geld in
meine Tasche, warf
einen letzten Blick auf
die Straßenwalze und
stellte fest, dass sie mir
irgendwie ans Herz
gewachsen war.
*****
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UNSER PROJEKT
Impressum und Offenlegung: Information und
Berichterstattung über konkrete Projekte,
Sprachrohr von Menschen in armen Ländern der Welt.
Die Zeitung erscheint vierteljährlich und ist für Mitglieder,
Mitarbeiter und Spender gratis.
Redaktion: Gerhard Dorffner, Mag. Gabriele Tabatabai.
Herausgeber: Entwicklungshilfeklub,
privater, gemeinnütziger Verein, Adresse wie unten.
DVR 0555614. Druck: Grasl, 2540 Bad Vöslau.
P.b.b. – Sponsoring Post GZ 02Z030094 S
Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1020 Wien
Man kann doch etwas tun
„Niemand weiß, wie alt die Menschheit wirklich ist.
Aber jeder weiß, dass sie alt genug wäre,
um es besser zu wissen.“
Wenn wir einerseits das Engagement all jener sehen,
die unsere Arbeit unterstützen, und andererseits von unseren
Projektpartnern die Botschaft erhalten:
„Danke, dass Ihr mithelft, unserer Welt
ein menschlicheres Antlitz
zu verleihen“,
dann spüren wir,
dass es um diese Welt
wohl nicht so schlecht
bestellt sein kann.
Bitte machen Sie
unser Projekt
weiterhin auch zu
Ihrem Projekt.
Danke!
Ihr Entwicklungshilfeklub
September 2006
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Seele and Geist
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