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Herr Mostögl Franz

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Mecklenburg-Vorpommern
Newsletter 11/2014
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
friedliche Proteste führten vor einem Vierteljahrhundert zum Fall der Berliner Mauer, zum Zerfall
der DDR und schließlich zur staatlichen Wiedervereinigung Deutschlands. Erinnerungen an diesen äußerst
dynamischen Abschnitt unserer Geschichte sind vielfältig, widersprüchlich zum Teil, immer jedoch
nachhaltig. Auch wir gehen auf verschiedene Facetten dieses historischen Prozesses und seine Ergebnisse auf
unterschiedliche Weise ein: Uns interessieren die Erinnerungen einstiger Akteure und die Erfahrungen der
Menschen im Prozess der Wiedervereinigung ebenso wie der Blick von außen, sei es von damaligen
„Westdeutschen“ oder aus dem Ausland.
Friedliche Revolution – Mauerfall – Deutsche Einheit ist ein Podium am 10. November in Wismar
überschrieben, auf dem lokale Akteure über Erreichtes und Unerfülltes diskutieren werden. Einen zentralen
Blick auf Mauerfall und deutsche Einheit wirft der letzte DDR-Innenminister Dr. Peter-Michael Diestel in
einem Zeitzeugengespräch am 12. November in Rostock. In Bad Doberan erläutert der Magdeburger
Theologe Hans-Jochen Tschiche in der durch uns mit geförderten Ausstellung „Die Seufzerburg“ am 30.
Oktober die „philosophischen Erwägungen Vaclav Havels zu Freiheit, Verantwortung, Gewissen unter den
Bedingungen einer Diktatur“. In Neubrandenburg fördern wir eine zweitägige Tagung des
Literaturzentrums zur internationalen Rezeption und Evaluation der DDR-Literatur. In Parchim wird Hans
Brandt am 26. November aus seinen Erinnerungen als Chefredakteur der SVZ lesen. In Schwerin und Wismar
stellt Dr. Linde Salber ihre Hermann-Kant-Biografie vor. Die Kölner Wissenschaftlerin kannte zur Zeit der
deutschen Teilung gar keine Bücher von Hermann Kant. Sie holte die Lektüre nach und erarbeitete sich in
vielen Gesprächen und Recherchen ein differenziertes Bild. Einen satirischen Blick auf das „neue
Deutschland“ werfen die beiden Ex-Grünen-Politiker Thomas Ebermann und Rainer Trampert in Greifswald.
Bei aller unterschiedlichen Bewertung der Ereignisse sollte nicht vergessen werden: die deutsche Teilung war
ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs. Jene, die gegen das verbrecherische NS-Systems Widerstand leisteten,
wurden oft mit dem Tode bestraft. An friedliche Proteste war nicht zu denken. Daran erinnern wir mit der
Ausstellung „Es lebe die Freiheit. Jugend gegen den Nationalsozialismus“ in Rostock und ab 3. November an
der VHS Schwerin, an gleichem Ort auch mit dem DEFA-Film „Dein unbekannter Bruder“ nach dem Roman
von Willi Bredel und am 30. November in Lübstorf mit einem Kolloquium Landwirte gegen den
Nationalsozialismus.
Überdies sind wir Anfang November wiederum Kooperationspartner der Peter-Weiss-Woche und freuen uns
auf einen zugesagten Besuch der Witwe des Autors Frau Gunilla Palmstierna-Weiss.
Wie immer laden wir Sie herzlich ein und freuen uns über Ihr Interesse.
Dr. Michael Herms
Geschäftsführer
Prof. Dr. Werner Pade
Vorsitzender
01.11. 19053 Schwerin, 16.30 Uhr
Erfahrungen eines Kulturbundpolitikers
der DDR
Prof. Dr. Karl-Heinz Schulmeister liest aus
seinem Buch „Begegnungen im Kulturbund“
Musik- und Kunstschule Ataraxia, Arsenalstr. 8
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Schweriner
Fachwerk im Kulturbund Schwerin e. V.
1945 ging ein Krieg zu Ende, der zu einer unvorstellbaren Zerrüttung der Gesellschaft führte.
Gerade deshalb gründete sich, noch auf den
Trümmern, der „Kulturbund zur demokratischen
Erneuerung Deutschlands“. Karl Heinz Schulmeister als ein Zeitzeuge jener Zeit arbeitete im
und mit dem Kulturbund jahrzehntelang. Dabei
begegnete er Alexander Abusch, Manfred von
Ardenne, Johannes R. Becher, Willi Bredel, Theodor Brugsch, Max Burghardt, Franz Fühmann,
Karl
Kleinschmidt,
Sergej
Iwanowitsch
Tjulpanow, Paul Wandel, Ehm Welk, Erich
Wendt, Arnold Zweig und kann uns berichten.
1946 begann Schulmeister, 21jährig, seine
Tätigkeit als Geschäftsführer des Kulturbundes
in Mecklenburg-Vorpommern. Fortan organisierte er die Kulturbundarbeit im Bezirk Rostock
zusammen mit Rudolf Schick, dem „Kartoffelzüchter“ und Rektor der Universität Rostock.
1957 wurde Schulmeister zum 1. Bundessekretär des Kulturbundes nach Berlin berufen
und wirkte auf zentraler Ebene bis 1990 in
verschiedenen leitenden Positionen. Schon 1977
hielt er in seinem Buch „Der Kulturbund in den
Jahren 1945 bis 1949“ eine Rückschau auf die
Aufbruchsjahre. Sein Buch „Begegnungen im
Kulturbund“ erschien 2011.
Nun kehrt der geborene Bützower nach knapp
sieben Jahrzehnten an seine erste Wirkungsstätte zurück.
Karl-Heinz Schulmeister: Begegnungen im
Kulturbund, Verlag Kai Homilius, 2011
180 Seiten, gebunden ISBN-10: 3897068273,
ISBN-13: 9783897068278, 19,90 €
---------------------------------------03.11. 18057 Rostock, 13.30 Uhr
Preisverleihung im
Karikaturwettbewerb
„Erklär´s mal einfach.
Die Milleniumsziele der UNO“
Waldemarhof, Waldemarstr. 33
Talide mit Unterstützung der RLS u.a.
Bis zum Einsendeschluss gingen 350Karikaturen ein.
Einige Arbeiten können sie sich bereits anschauen:
http://www.cartoonmillenniumsziele.de/de/ausstellung.php5
Am 27. Oktober wird eine Jury die besten Arbeiten
ermitteln. Nach der Auswahl der Arbeiten wird im
November/Dezember das Karikaturbuch mit den
besten Arbeiten gedruckt.
06.-08.11. 17033 Neubrandenburg
Internationale Tagung
Zwischen literarischer Ästhetik und
sozialistischer Ideologie
Zur internationalen Rezeption und
Evaluation der DDR-Literatur
Hotel Am Ring, Große Krauthöferstr. 1
Gefördert von der RLS u. a.
Donnerstag, 6. November 2014, 15 Uhr
PD Dr. Matthias Aumüller ( Wuppertal)
Der lange Atem des sozialistischen Realismus Thesen
zum Verhältnis von politischer Ideologie und ästhetischer Wertung in der Rezeption der DDR-Literatur
Prof. Dr. Lutz Hagestedt (Rostock)
„Sie haben ihre Biographie ruiniert“
Walter Kempowskis Spitzen gegen die DDR-Literatur
Dr. Catherine Fabre-Renault (Paris)
Frankreich – ein Sonderfall?
Die Rezeption der DDR-Literatur und die Rolle der KPF
Kristina Stella (Kronberg/Ts.)
Der andere Blick.
Brigitte Reimanns Leben und Werk aus der Sicht Ostund Westdeutschlands – vor und nach dem Mauerfall
Freitag, 7. November 2014, 9 Uhr
Prof. Dipl.-Päd. Hans-Wolfgang Lesch (Lüneburg)
Der verkannte Erik Neutsch – ein DDR-Romancier im
Spiegel der West-Literaturkritik
Prof. Dr. Carsten Gansel (Gießen)
Diametrale Gegensätze. Zur Rezeption von Erwin Strittmatter in Ost u n d West
Prof. Dr. Birgit Dahlke (Berlin)
DDR-Autor, deutscher Autor oder deutsch-jüdischer
Autor? Zur widersprüchlichen Kanonisierung Jurek
Beckers in Ost und West
Dr. Leonore Krenzlin (Berlin)
Literarische Kritik in politischen Verhältnissen
Zur Rezeption von Hermann Kants Werken in der DDR
und der BRD
Dr. Michał Skop (Katowice)
Die Literatur der DDR in den literaturkritischen
Beiträgen Wilhelm Szewczyks
Dr. Elke Gilson (Gent): Christa Wolf in Flandern
Prof. Dr. Gražzyna Szewczyk (Katowice)
Christa Wolf im kulturellen Raum Schwedens
Dr. Astrid Köhler (London): Maxie Wanders „Guten
Morgen, du Schöne“: Vermarktung und Kanonisierung
in Ost und West
Sonnabend, 8. November 2014, 9 Uhr
Dr. Ibon Zubiaur (Bilbao/Berlin)
Die DDR-Literatur aus spanischer Sicht
Wege zur Neubewertung des Kanons
Dr. Maria Brosig (Potsdam)
Gewendete Rezeptionsgeschichte(n) am Bei-spiel
von Günter de Bruyn
PD Dr. Matthias Aumüller
Seltene Einmütigkeit
Die literarästhetische Beurteilung der Aufbauromane
in Ost und West
Abschluss und Ausblick
03.11.-30.11. 19053 Schwerin
Ausstellung „Es lebe die Freiheit!“
Junge Menschen gegen den
Nationalsozialismus
Volkshochschule, Puschkinstr. 13
Gemeinsam mit dem Landesvorstand VVN-BdA
06.11. 17489 Greifswald, 19 Uhr
„Salon de la critique“
Über „20 Jahre großes Deutschland“
Satirische Lesung mit Rainer Trampert und
Thomas Ebermann
IkuWo, Goethestr. 1
15 Uhr Begrüßung Dr. Axel Holz
anschl. Ausstellungsbesichtigung
anschl. „Jugend und Nationalsozialismus“
Vortrag von Dr. Ingo Koch, Rostock
Viele junge Menschen verfielen den Ideen des
NS-Regimes. Nur eine Minderheit zeigte den Mut
an bestimmten Punkten „Nein“ zu sagen und/
oder Widerstand zu leisten. Diesen jungen
Menschen, die aus verschiedenen sozialen und
politischen Milieus entstammen, die in unterschiedlichster Form den Vorgaben des Regimes
nicht folgten oder in ganz verschiedenen Formen
Widerstand leisteten, widmet sich diese Ausstellung. Die Motive und die Aktionen der
Jugendlichen werden auf 32 Tafeln dargestellt.
Einzelne Biographien bringen den Betrachtern
die Lebensläufe junger Kommunisten, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, Juden oder ursprünglich unpolitischen jungen Leuten näher. Als
Gruppen des Widerstands sind u.a. die
Edelweißpiraten, die Weiße Rose und die Rote
Kapelle vertreten. Die Ausstellung wurde vom
Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945
in Frankfurt erarbeitet. Sie will dazu ermuntern,
sich mit den Lebenswegen zu beschäftigen und
zeigen, wie man sich in der NS-Diktatur für
persönliche Freiheit eingesetzt hat.
---------------------------------------06.11. 17489 Greifswald, 19 Uhr
Vortrag und Diskussion
Rügen im Zweiten Weltkrieg
mit Dr. Fritz Petrick
Kapelle von St. Spiritus, Lange Str. 49/51
Vom Historiker Dr. Petrick, 1963-1992 wiss.
Mitarbeiter und Hochschullehrer an der EMAU
Greifswald, stammen diverse Veroffentlichungen
zur Nordischen Geschichte. Seit 1986 auf Rugen
ansassig und mit der Geschichte seiner
Wahlheimat befasst. Herausgeber und Hauptautor von Rügens Geschichte von den Anfängen
bis zur Gegenwart (2008-2013).
Ebermann/ Trampert (Foto: Rainer Trampert privat)
Ältere werden sie noch als Politiker der GRÜNEN
kennen, aber diese Partei haben sie 1990
verlassen. Seitdem reisen Trampert und
Ebermann mit Lesungen, literarischen und
satirischen Programmen durchs Land. Seit
langem sind sie auch mit ihrer satirischen
Lesung zum Thema „Über 20 Jahre deutsche
Einheit” auf der Bühne. Ein Rückblick voller
Überraschungen, bei dem es um eine Stadt im
Schwarzwald, Flaggenparaden auf Fußballfesten,
die Leitkultur am Beispiel einer Wagner-Oper,
die Ehrung eines berühmten Fußballspielers,
saubere Häuserwände, die Rückkehr der
Hirnforschung zur Schädelmessung, neue EliteUnis, eine Nachbetrachtung zum deutschen
Herbst, deutsche Märchen, einen deutschen
Troubadour oder um anderes aus dem
reichhaltigen Programm gehen wird.
---------------------------------------06.11. 198057 Rostock, 20 Uhr
Peter-Weiss-Woche 2014
Fragmente aus dem Leben einer
Beobachterin
Gunilla Palmstierna-Weiss zu Gast in Rostock
Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21
Eine große schwedische Künstlerin kommt mit Gunilla
Palmstierna-Weiss zu Besuch: die Witwe des 1982
verstorbenen weltberühmten Schriftstellers Peter
Weiss, der am 8.11. J. 98 Jahre alt geworden wäre.
Wer die international bekannte und geehrte Bildhauerin, Keramikerin, Szenographin, Kuratorin und
Autorin jedoch im Schatten ihres Ehemannes sieht,
wird ihrer eigenen Geschichte nicht gerecht. Die
Beziehung zum linken Intellektuellen P.W. war stets
eine symbiotische: seit 1952 waren sie ein Paar und
arbeiteten Tür an Tür. Die künstlerischen Arbeiten
Gunillas und die von Peter Weiss beeinflussen,
durchdringen und bedingen sich wechselseitig.
Gemeinsam sind sie politisch aktiv, erleben die
stürmischen 1968er Jahre in Paris, Amsterdam und
Berlin, man sieht die beiden an der Seite von Heinrich
Böll, Rudi Dutschke, Ulrike Meinhof und Olof Palme.
Zu den weltweiten politischen Entwicklungen nehmen
sie radikal und unabhängig Stellung.
Geprägt wird auch Peter Weiss dabei vor allem von
schwedischen intellektuellen Kreisen, was in der
deutschen Wahrnehmung gerne ausgeblendet wird.
Für Ingmar Bergman, Peter Brook und auch ihren
Mann Peter Weiss war Gunilla Palmstierna-Weiss als
kongeniale Bühnenbildnerin tätig, was sie weit über
die Grenzen Schwedens hinaus berühmt gemacht hat.
Als Zeitzeugin, als Lebensgefährtin Peter Weiss', als
vielseitige Künstlerin und als begnadete Erzählerin
wird Gunilla Palmstierna-Weiss im Peter-Weiss-Haus
in Rostock zu Gast sein. Begleitet wird sie von ihrem
Sohn Mikael Sylwan, der den Auftritt seiner Mutter
mit einer Bildershow rahmen wird. Durch den Abend
wird Jörg Sundermeier, Verleger des Verbrecherverlages moderieren.
Im Rahmen der Peter-Weiss-Woche 2014 vom 3. bis 7.
November, veranstaltet in Kooperation von PWH e.V.,
Literaturhaus Rostock e.V., Soziale Bildung e.V.,
subraum eG und der Rosa Luxemburg Stiftung.
---------------------------------------08.11 17033 Neubrandenburg, 10 bis 12 Uhr
Lesung
Frieden kriegt man nicht
mit Dr. André Brie
Foyercafe im Schauspielhaus, Pfaffenstraße 22
Es ist mehr als zwei Jahrhunderte her, dass
Immanuel Kant seinen »Ewigen Frieden« schrieb
und konzipierte. Ende des 20. und zu Beginn des
21. Jahrhunderts liegen wir noch immer weit
hinter diesem Philosophen und den Hoffnungen
von Millionen Menschen aus so vielen
Generationen zurück. Aber eines ist auch heute
klar: Frieden „kriegt“ man nicht!
»Seit Anfang der 90-er Jahre des inzwischen
vergangenen Jahrhunderts hat es mich in
Konflikt- und Kriegsgebiete getrieben. Immer
öfter war es mein Wunsch, mir eine eigene
Meinung vor Ort zu bilden, etwas Persönliches
zu tun und die betroffenen Menschen zu
treffen.« Über seine Reisen nach Südafrika, nach
Bolivien, in den Kosovo, mehrmals nach
Afghanistan, in den Irak und in den Nahen Osten
sowie vor allem über die Menschen, die er dort
getroffen hat, berichtet André Brie in diesem
2014 erschienen Buch.
Foto: Bundesarchiv
Die Berliner Mauer war das empfindlichste und
am meisten umkämpfte Teilstück des Eisernen
Vorhangs. Militärstrategen haben es immer
gewusst: Fällt die Mauer, hat die Sowjetunion
den Kalten Krieg verloren. Am 9. November
1989 war es so weit: Die Vereinigten Staaten
hatten den Kalten Krieg für sich entschieden.
Während der Harvard-Professor Francis
Fukuyama seine These vom „Ende der
Geschichte“ verkündete, standen im Beitrittsgebiet nie dagewesene Veränderungen an. Neue
Reisemöglichkeiten, Hunderttausende Firmengründungen, milliardenschwere Investitionen.
Doch es gab auch die andere Seite der D-Mark.
Tausende Unternehmen wurden abgewickelt,
2,5 Millionen Menschen verloren ihre Arbeit,
Bevölkerungswissenschaftler vermeldeten einen
in der Menschheitsgeschichte noch nie beobachteten Einbruch der Geburtenrate.
Francis Fukuyama hat seine These vom „Ende
der Geschichte“ inzwischen revidiert. Auch jene,
die damals mit dabei waren, haben heue einen
anderen Blick auf die Geschehnisse des Jahres
1989. Grund genug, sich zu erinnern, aber auch
nach vorn zu schauen und zu fragen: Was wird
die Zukunft bringen?
------------------------------------12.11. 18057 Rostock, 17 Uhr
25 Jahre Mauerfall
Ein Zeitzeugengespräch mit
Dr. jur. Peter-Michael Diestel
Arno-Esch-Hörsaal 2, Ulmenstr. 69
In Kooperation mit dem Institut für Politik- und
Verwaltungswissenschaften der Universität
------------------------------------10.11. 23966 Wismar, 18 Uhr
Podium
Friedliche Revolution – Mauerfall –
Deutsche Einheit
Erreichtes und Unerfülltes
mit Lothar Krause (ehemals Fachdirektor in der
MTW), Gabriele Hünmörder, Hans Scheibner
Moderation: Olaf Baale
TGZ, Alter Holzhafen 19
Foto: Robert Roeske, Bundesarchiv
Peter-Michael Diestel, 1952 auf Rügen geboren,
aufgewachsen in Rostock, Berufsausbildung mit
Abitur; Schwimmlehrer, Bademeister, Facharbeiter für Rinderzucht; Jurastudium in Leipzig; aus
politischen Gründen nicht als Rechtsanwalt
zugelassen; 1978-89 leitete er die Rechtsabteilung einer Agrar-Industrie-Vereinigung; 1986
Promotion.
Von Januar bis Juni 1990 Gründer und
Generalsekretär der Deutschen Sozialen Union
(DSU), Volkskammerabgeordneter, stellvertr.
Ministerpräsident und Minister des Innern. Als
solcher auch zuständig für die Auflösung der
Staatssicherheit. Zulassung als Rechtsanwalt; im
Juni 1990 Austritt aus der DSU wegen deren
„Rechtsruck“ und Wechsel in die CDU, bis 1992
Vorsitzender der CDU-Fraktion im Brandenburgischen Landtag. Seit 1993 führt er eine
Anwaltskanzlei in Potsdam und zeitweise war er
auch Präsident des FC Hansa Rostock.
------------------------------------16.11. 18057 Rostock, 22 Uhr
2. Tage des indigenen Films
Yeelen
Regie: Souleymane Cissé
1987 - 106min - OmU
mit anschl. Diskussion
In Kooperation mit elements e.V.
Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21
Der junge Nianankoro steht an der Schwelle zum
Erwachsensein und soll deshalb mit dem Wissen
und den Fähigkeiten vertraut gemacht werden,
die es ihm ermöglichen, die ihn umgebenden
Kräfte zu beherrschen. Sein Vater ist ein
mächtiger Magier, der mit allen Mitteln
verhindern will, dass ihm sein Sohn ebenbürtig
wird. Er wäre sogar bereit, ihn zu töten.
Nianankoros Mutter verhindert dies und schickt
ihren Sohn auf eine Reise, auf der er jenes
Wissen erwerben soll, das es ihm erlauben wird,
seinem Vater selbständig gegenüberzutreten.
Yeelen ist ein visionärer Film über den Weg des
Erwachsenwerdens, ein Film von einer inneren
Schönheit, die sich nicht einfach mit Worten
beschreiben lässt, voller Tiefe, Innigkeit und
sanftem Humor. Yeelen ist auch einer der
wichtigsten und nachhaltigsten Filme des
afrikanischen Kinos. Er hatte schon bei seiner
ersten Präsentation in den 80er Jahren in Cannes
Aufsehen erregt und dem schwarzafrikanischen
Filmschaffen zu besserer Wahrnehmung im
Norden verholfen. Yeelen begeistert noch heute
beim Entdecken wie beim Wiedersehen, noch
immer bestechen die Bilder Cissés, taucht man
ein in die archaisch anmutende Geschichte, in
der es nicht zuletzt um die Wahrnehmung geht
und um das Sehen.
11. 17033 Neubrandenburg, 19 Uhr
Lesung
Erwin Strittmatter und der böse Krieg
mit Joachim Jahns
Brigitte-Reimann-Haus, Gartenstraße 6
Gemeinsam mit dem Literaturzentrum
„Erwin Strittmatter und die SS“ ist eine biografische „Tiefenbohrung“. Es beantwortet die
Frage: War Erwin Strittmatter in der SS? Dabei
setzt sich der Autor Joachim Jahns auch mit
Publikationen zur Militärbiografie des ostdeutschen Volksschriftstellers Erwin Strittmatter („Der Wundertäter“, „Der Laden“)
auseinander, die umstritten sind.
In der Sonderausgabe „Erwin Strittmatter und
der böse Krieg“ spürt Joachim Jahns dem
Verhältnis Erwin Strittmatters zu dem
nationalsozialistischen Wirtschaftsmanager und
SS-Führer Dr. Walther Schieber nach, der ihn für
die Waffen-SS gewinnen und zum Nazi-Dichter
aufbauen wollte.
Im Zusammenhang mit Strittmatters Militärbiografie analysiert der Autor u.a. Erwin
Strittmatters frühe Erzählung „Der entminte
Acker“, in welcher sich der Dichter erstmals mit
seinen Kriegserlebnissen, die in ihm traumatisch
fortwirkten,
literarisch
auseinandergesetzt
hatte.
Joachim Jahns veröffentlichte als Verleger des
Dingsda-Verlages seit 1990 Bücher von
Anneliese Probst, Lisl Urban, Sahra Wagenknecht, Gerhard Zwerenz, Rudolf Scholz, Erik
Neutsch, Hermann Größler, Reinhold Andert und
Günter Behm-Blancke.
Ab 2007 recherchierte er zur Geschichte des
Warschauer Ghettos, um einer gerichtlichen
Klage eines ehemaligen SS-Hauptsturmführers
zu widerstehen. Durch seine umfangreichen
Nachforschungen trug er entscheidend dazu bei,
dass es nicht zum Verbot der Autobiografie „Ein
ganz gewöhnliches Leben“ von Lisl Urban kam.
Joachim Jahns ist Autor des Buches „Der
Warschauer Ghettokönig“.
------------------------------------20.11. 17489 Greifswald, 19 Uhr
Vortrag und Diskussion
Mobilität für alle sichern –
Wie kann das gehen?
Zur Verkehrspolitik der LINKEN in
Mecklenburg-Vorpommern
mit Torsten Koplin, MdL DIE LINKE
Kapelle von St. Spiritus, Lange Str. 49/51
18.11. 19055 Schwerin, 19.30 Uhr
18. Schweriner Literaturtage
Hermann Kant. Nicht ohne Utopie.
Dr. Linde Salber stellt ihre Hermann-KantBiografie vor
20.11. 19053 Schwerin, 19.30 Uhr
Film und Vortrag
"Dein unbekannter Bruder"
Einführung und Diskussionsleitung
Ulrich Grunert, Freier Journalist
Moderation: Liane Römer
Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstr. 12
Gemeinsame Veranstaltung mit dem LISTA
Ein DEFA-Film von Ulrich Weiß nach dem
gleichnamigen Roman von Willi Bredel
Veranstaltung anlässlich des 50. Todestages des
Schriftstellers
KINO UNTERM DACH, Aula der VHS „Ehm Welk“,
Puschkinstr. 13
▼
Kann eine Frau aus dem Westen eine Biographie
über den langjährigen Präsidenten des Schriftstellerverbandes der DDR und viel gescholtenen
Mann Hermann Kant schreiben? Sie kann, da sie
alle ihre Vorurteile über Bord geworfen hat, sich
so tief in das Leben von Kant und in die
Kulturpolitik der DDR hineingekniet hat, dass
man nur staunt und als Leser viel Interessantes
erfährt. Linde Salber hat bisher Künstlerbiographien geschrieben, über Marlene Dietrich,
Frida Kahlo, Salvador Dali und Lou AndreasSalomé. Ihrem Forschungsschwerpunkt an der
Universität Köln getreu, hat Linde Salber stets
den Zusammenhang von künstlerischem
Schaffen und Lebensgeschichte als Basis für ihre
Biographien verwendet. So geht sie auch bei
Hermann Kant vor und erreicht eine
Objektivität, die wissbegierige und aufgeschlossene Leser anzieht. Linde Salber hat
Wurzeln in Mecklenburg.
Beeindruckt von dem Roman „Der Aufenthalt“
begab sie sich im April 2008 auf die Suche nach
dem Autor Hermann Kant, fragte nach den
Eigentümlichkeiten des anderen Deutschland
und erlebte eine überraschende Horizonterweiterung.
Ergebnis ist die vorliegende Biographie. Im Buch
begegnen wir vielen bekannten Orten unserer
näheren Umgebung, weiteren Schriftstellern,
Künstlern und höheren Parteifunktionären aus
DDR-Zeiten. Wir haben es hier nicht nur mit der
Biographie Hermann Kants zu tun, sondern auch
mit der Kulturgeschichte der DDR.
Linde Salber: geb. 1944, promovierte Psychologin und praktizierende Psychotherapeutin, bis
2007 Dozentin an der Universität zu Köln,
veröffentlichte einige Künstler-Biographien.
▲
19.11. 23966 Wismar, 19 Uhr
Lesung
Hermann Kant. Nicht ohne Utopie.
Dr. Linde Salber stellt ihre Hermann-KantBiografie vor
Filmbüro, Bgmstr.-Hauptstr. 51-53
Der Film wurde 1982 mit Uwe Kockisch, Michael
Gwisdeck und Jenny Gröllmann in den
Hauptrollen gedreht. Er erzählt die Geschichte
von Arnold Clasen: Beim Anbringen antifaschistischer Losungen war er entdeckt und ins
KZ gebracht worden. Nach seiner Entlassung
1935 versucht er, seinen Widerstand gegen die
Nazis fortzusetzen. Doch dann erweist sich sein
neuer
KPD-Kontaktmann
als
Verräter.
Regisseur Ulrich Weiß war ein „Tabu- und
Regelbrecher, ein unabhängiger Geist, der in
keine Zeit und keine Gesellschaft passte bzw.
passt“ – so die Filmkritikerin Erika Richter. Mit
dem Film war er bemüht, „den inneren Zustand
eines Menschen in jener Zeit für heute Lebende
zu übersetzen. Es ist der Versuch einer
Vermittlung. Wir geben weiter, was wir nicht
selbst erlebt haben“.
Im Rahmen einer DEFA-Retrospektive wurde
„Dein unbekannter Bruder“ 2005 im MOMA in
New York gezeigt. Spätestens da fand Weiß seine
internationale Anerkennung
großen Regisseure der DEFA.
als
einer
der
Gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit dem KINO
UNTERM DACH und der Kultur Allianz
------------------------------------25.11. 17235 Neustrelitz, 18.30 Uhr
Vortrag und Diskussion
Der Irak – Ein Pulverfass für die Welt?
mit Dr. Erhard Crome
Neustrelitzer Kunsthaus, Schlossstr. 2
------------------------------------25.11. 17192 Waren, 18.30 Uhr
Lesung
Aus der Zeit der Weimarer Republik
mit Gunnar Kunz, Autor
schungen an, die sie in die barbarischen
Wohnverhältnisse der Mietskasernen Berlins, in
unternehmerische Intrigen und in die Schusslinie der Putschisten führen.
Sutton Verlag, 2006, 192 Seiten, 9,90 Euro. ISBN
978-3-86680-072-4
------------------------------------26.11. 19307 Parchim, 18 Uhr
Lesung und Diskussion
Erinnerung eines Chefredakteurs
mit Hans Brandt
Begegnungsstätte „Uns Hüsung“, Ostring 20
45 Jahre lang war Hans Brandt bei der
„Schweriner Volkszeitung“, aus der 1990 die
Unterzeile „Organ der Bezirksleitung der SED
Schwerin“ verschwand. Jetzt blickt er zurück.
Hans Brandt: „Erinnerungen eines Chefredakteurs“, Wieden Verlag 2014, 128 S. brosch. 15 €.
Haus des Gastes, Markstr. 21
Berlin, 1920. Soziales Elend, politische Richtungskämpfe und Ungewissheit bestimmen den
Alltag. Inmitten der Nachkriegswirren wird
Hendrik Lilienthal, Philosophieprofessor an der
Universität, zu den Ermittlungen im Mordfall
Max Unger hinzugezogen. Unger war Industrieller, Kriegsgewinnler und bekannt für seine
rabiaten Methoden. Sein Tod lässt denn auch
mehr Sektkorken knallen als Tränen fließen.
Verdächtige gibt es zuhauf: Die Brüder des
Opfers, die eigene Pläne mit dem Unger‘schen
Konzern
haben.
Eine
Arbeiterfamilie, der Max Unger
das Leben zur Hölle gemacht
hat.
Rechts
gerichtete
Militärkreise, die einen Putsch
gegen die junge Republik
planen. Oder besteht gar eine
Verbindung zu den jüngst
verübten Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht?
Gegen seinen Willen lässt sich
Hendrik Lilienthal immer tiefer
in
die
Ermittlungen
hineinziehen. Eine Verbündete
findet er in der streitbaren
Physikstudentin Diana Escher,
der Nichte des Toten. Bewaffnet
mit dem Witz der Philosophie
und
den
Gesetzen
der
Naturwissenschaft stellen sie
auf eigene Faust Nachfor-
Impressum:
Rosa-Luxemburg-Stiftung MV
Augustenstr. 78, 18055 Rostock
Tel. 0381 4900450/452
E-Mail: mv@rosalux.de
Internet: www.mv.rosalux.de
Weitere Informationen,
Analysen & Dokumente finden
Sie auf der Internetseite:
www.rosalux.de
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