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Philatelistische Fundstücke
Philatelie aktuell
Jeder Beleg
Eine Serie über philatelistische Fundstücke
aus den 1-Euro-Messekartons [18]
Wolfgang Baldus
Transvaal, Südafrika, 1908.
Eine Ansichtskarte aus Rustenburg, einer Stadt im Norden des Landes, das vor 1902
„Südafrikanische Republik“
(Zuid-Afrikaansche Republiek
oder ZAR) hieß, von 1902 bis
1910 dann eine der vier britischen Kolonien in Südafrika
gewesen ist. Auf der Karte mit
englischem Vordruck sieht
man das Grand Hotel der
Stadt, einen lang gestreckten, niedrigen Bau mit weit
vorspringendem Dach, unter
dem sich schick gekleidete
Hotelgäste nebst Pferd und
Fahrrad für den Fotografen
versammelt haben. Sogar
eine vierspännige Kutsche
ist vorgefahren. Das Grand
Hotel gibt es längst nicht
mehr, doch damals war es
der bevorzugte „Treffunkt
aller Geschäftsleute und Handlungsreisenden, die in dem
riesigen Gebiet um Rustenburg zu tun hatten“, wie es in
der Bildunterschrift einer bildgleichen, jedoch einfarbigen
Version der Karte aus dem Jahr 1905 heißt. Von solchen
Reisenden gab es nicht wenige, denn Transvaal ist reich an
Bodenschätzen.
Zu den zeitweiligen Besuchern des Grand Hotels gehörte
auch Oswald Hoffmann, der Schreiber der abgebildeten Karte, der wohl eher ein angehender Farmer als ein
Minenprospektor oder Geschäftsmann gewesen ist. Am
10. August 1908 – dies ist das Poststempeldatum – hat
Oswald die abgebildete Karte in Rustenburg zur Post gegeben. Sie ist an seinen Bruder gerichtet, der „Serg. Hoboist“
(= Militärmusiker) des Infanterie-Regiments 102 im sächsischen Zittau war. Oswald schreibt, meist ohne Punkt und
Philatelie und Postgeschichte 370 · philatelie 449 · November 2014
Komma: „Lieber Bruder Bin
jetzt vorläufig hier Wie lange
weiß ich nicht. Wenn du mir
schreibst dann bitte die alte
Adresse Die Sachen werden mir nachgeschickt. Ich
glaube wir gehen noch ca.
100 Meilen weiter ins Land.
Mit Gruß…“ Mit „hier“ hat
Oswald offenbar die Gegend
um Rustenburg gemeint und
nicht etwa das auf der Karte
abgebildete Grand Hotel,
denn er schreibt (aus Platzmangel jetzt auf der Bildseite)
weiter: „Heute haben wir
das erste mal Brot gebaken.
Das Klima ist wunderbar.
Ein freies Leben führen wir.
Ganz allein unter den Kaffern. Wasser haben wir hier
nur im Fitze wie sie zu Haus
sagen & es ist auch nicht
besser als wie das Wasser
zu Hause was nach dem Regen auf der Straße bleibt ganz
dick u. gelb. Wohnen tun wir in einer Kaffernhütte kostet
1 Pfund im Monat. Brief folgt. Grüße an Vater Mutter u.
Bruno! Ich habe noch nicht schreiben können.“
Wir wissen nicht, wie es Oswald Hoffmann weiter ergangen ist, doch wäre seine Karte heutzutage möglicherweise
beschlagnahmt worden. Denn das Wort „Kaffer“, ein Name,
der ursprünglich von Muslimen merkwürdigerweise sowohl
für ein zentralasiatisches als auch ein südafrikanisches Volk
verwendet wurde und keine Wertung beinhaltete, gehört
heute in Südafrika zu den mit „Hate Speeches“, also „Hasswörtern“ bezeichneten Begriffen. Und deren Gebrauch ist
nach der neuen Verfassung Südafrikas von 1996/7 ausdrücklich verboten. Zu Oswalds Zeiten war Kaffer „bloß“
ein abwertendes Schimpfwort…
_
51
Numismatik aktuell
Numismatik aktuell
Deutschland: 10 Euro-Gedenkmünze
„1000. Jahre Leipzig“
Am 20. August 2014 informierte
das Bundesfinanzministerium über
die Ausgabe einer 10-Euro-Gedenkmünze „1000. Jahre Leipzig“
für den Juli des kommenden Jahres 2015. „Diese Münze würdigt
das 1000-jährige Jubiläum der
Ersterwähnung Leipzigs, einer
Stadt des bürgerschaftlichen Engagements und der friedlichen Revolution sowie eines Zentrums der Wirtschaft,
Wissenschaft und Kultur in Deutschland“ heißt es in der
offiziellen Pressemitteilung. Der Siegerentwurf der Künstlerin Anne Karen Hentschel aus Bischofswiesen setzt auf der
Bildseite eine Meschengruppe, eingebunden in die Leipziger Architektur, in Szene. Die Wertseite zeigt einen Adler,
Landesangabe, Nominale und Ausgabejahr 2015 sowie die
zwölf Europasterne. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter
Prägung die Inschrift: „BÜRGERSINN – BÜRGERFLEISS
– BÜRGERSTOLZ “. Die Gedenkmünze wird in den Prägequalitäten/Legierungen Kupfer-Nickel (CuNi25) in Stempelglanz und in der höherwertigen Spiegelglanzqualität in
Silber (625/1.000) erscheinen.
Irland: 15-Euro-Silber-Münze
„100. Todestag von John Philip Holland“
Als Auftakt der neuen Serie „Irische Wissenschaftler und Erfinder“
hat Irland als erste Ausgabe eine
15-Euro-Silber-Münze (925/1.000,
Auflage: 10.000, PP) anlässlich
des 100. Todestages von John
Philip Holland emittiert. Der Amerikaner irischer Herkunft erlangte
Berühmtheit als einer der bedeutendsten U-Boot-Konstrukteure. 1897 nach langjähriger Forschungsarbeit gelang
Holland mit der „Holland IV“ der Duchbruch. Die Münze
zeigt rückseitig eine Komposition mit der Hand Hollands,
die den Entwurf eines U-Bootes zeichnet, darüber den
Nominalwert und darunter seinen Namen. Die Vorderseite
bildet die irische Harfe, Landes- sowie Jahresangabe ab.
Lettland: 2-Euro-Sondermünze
„Riga – Kulturhauptstadt Europas 2014“
Mit einer2-Euro-Sondermünze (Auflage: 1.000.000 in NP u.
5.000 in Stgl.) setzt Lettland seine Hauptstadt Riga, die Kulturhauptstadt Europas 2014, ins Bild. Die vielfältigen kulturellen Wurzeln und die Geschichte der Letten ist bis heute
bewegend und spiegelt sich in beeindruckender Weise in
philatelie 449 · November 2014
der Hauptstadt des Landes. Passenderweise bildet die nationale Seite
der Münze die zentralen Gebäude
der Altstadt Rigas als Skyline ab
umgeben von der Legende „Europas Kulturhaupstadt“ und darunter
„Riga – 2014 / LV“ sowie den zwölf
Europasternen.
Österreich: 10-Euro-Münze
„Österreich aus Kinderhand – Tirol“
Die sechste 10-Euro-Münze der Serie
„Österreich aus Kinderhand“ ist dem
Bundesland Tirol gewidmet. Jeweils
in einer Variante aus Kupfer (Auflage:
130.000, NP) sowie einer aus Silber
(925/1.000, Auflage: 40.000 in hgh.,
30.000 in PP) vereinen die Münzen
den bekannten Fasnachtsumzug
„Telfer Schleicherlaufen“ sowie Landesangabe und Nominale auf der Vorderseite mit weiteren vielfältigen Wahrzeichen Tirols. Diese sind nach einer Zeichnung der Klasse 2b
der Neuen Mittelschule Rattenberg entstanden und zeigen
zwei Tanzpaare, eine Harfe, einen Trachtenhut, die „Zaha
Hadids“ Ski-Sprungschanze auf dem Bergisel, den Adlerschild von Tirol sowie einen Alpensteinbock. Darunter lesen
wir die Legende „TIROL“.
Niederlande: Münzausgaben „UNESCO
Welterbe – Die Windmühlen von Kinderdijk
Am 2. September 2014 sind im Rahmen der Serie „UNESCO Welterbe“
drei motivgleiche Münzen der Niederlande verausgabt worden. Die
Münzen zu 5 Euro in Kupfer (versilbert, Auflage: 250.000 in NP, 10.000
in Stgl.) und Silber (925/1.000, Auflage 12.500, PP) sowie 10 Euro in
Gold (900/1.000, Auflage 2.000, PP) sind den Windmühlen
von Kinderdijk gewidmet. Die Mühlen aus dem Örtchen
Kinderdijk in der Nähe von Rotterdam in der Provinz Südholland wurden allesamt im 18. Jahrhundert erbaut und
gelten als Wahrzeichen der Region. Die motivgleichen Münzen zeigen rückseitig eine Anordnung der 19 Windmühlen
sowie das Logo der UNESCO, darunter die Legende „Kinderdijkse Molens“ umgeben vom Hinweis auf das Unesco
Welterbe, Nominalwert und Ausgabejahr. Die Vorderseite
bildet ein kleines Porträt König Willem-Alexanders vor einer
Weltkarte ab, die in Form eines Fingerabdrucks gestaltet
wurde. Darunter steht zu lesen: „WILLEM ALEXANDER
KONING DER NEDERLANDEN“.
63
Neue Literatur
Neue
Literatur
Bei Vorlage eines für die Redaktion kostenfreien Rezensionsexemplares erfahren neue Literaturwerke in der philatelie eine
redaktionelle Besprechung. Hierfür sind mit Einsendung der
Bücher auch Bezugsangaben und -quellen zu benennen. „Waschzettel“ sind erwünscht. CD-ROM-Publikationen werden ebenfalls
in der philatelie rezensiert; Softwareprogramme fallen nicht in
diese Rubrik. Zusendungen von Rezensionsvorlagen bitte ausschließlich an Redaktion philatelie, Wolfgang Maassen, Vogelsrather Weg 27, 41366 Schwalmtal.
Manfred Wullenweber/Anton Bubla: Handbuch
für Christkindl-Sammler. 1. Nachtrag 2014
Nach dem großen Erfolg der Neuauflage des Handbuchs für
Christkindl-Sammler im Jahre 2012 liegt nun der 1. Nachtrag
2014 vor. In den vergangenen beiden Jahren hat sich viel neues
Material (Stempel, personalisierte Marken, ePostkarten usw.) angesammelt, das katalogisiert wurde. Neue Erkenntnisse zu bisherigen Inhalten, vor allem aber zu Besonderheiten, wurden ergänzt
und z.T. mit zusätzlichen Abbildungen veranschaulicht, ohne dass
im Aufbau und in der Gliederung des Handbuches etwas verändert wurde. Eine mitgelieferte Anleitung erleichtert das Einordnen
des Nachtrags in das Grundwerk.
Format DIN A 5, 120 Seiten (einseitig bedruckt), Loseblattform,
gelocht, alle Texte und Abbildungen in s./w.; Verkaufspreis 10
Euro für Nichtmitglieder, 8 Euro für Mitglieder der Motivgruppe
Weihnachten, jeweils zzgl. Porto und Verpackung. Bezug:
Manfred Wullenweber, Ahornstr. 5, 25462 Rellingen, E-Mail:
mgweihnachten@gmx.de Weitere Literatur zum Thema Weihnachten unter www.mg-weihnachten.de.
Joachim Schaaf, Brian Warren:
Irische Postgebühren 1839 bis 2014
(Inland ab 1839, Ausland ab 1875)
In der vorliegenden Publikation haben die Autoren jede verfügbare Information für die Zeit ab 1839 zusammengestellt und alle
grundlegenden Postgebühren aufgelistet, die für Postgeschichtler
von Interesse sind, um die Belege in ihrer Sammlung zu verstehen
und zu erklären. Nicht enthalten sind Paketgebühren, Gebühren
für höhere Gewichtsstufen als 250 g und für Massen- und Werbesendungen.
Die Vielfalt der Postgebühren ist in 17 umfangreichen Tabellen
dargestellt. Auch Besonderheiten wie in der vordezimalen Zeit die
Vorzugsgebühren (preferential rates) für ausgewählte Länder und
bestimmte Klassen von Drucksachen sind aufgeführt. Metrische
Gewichtsstufen gibt es seit 1977, „Swiftpost“ 1992 bis 2006; 1998
gab es sogar eine Senkung der Briefgebühren im Zusammenhang
72
mit der Behandlung von Drucksachen als Briefe. Alle diese Änderungen sind in den Tabellen wiedergegeben. Bei unklarer Quellenlage sind die Tabellen durch Fußnoten ergänzt und erläutert.
Die Luftpostgebühren sind ab dem Jahr 1951 (Einführung vereinheitlichter Luftpostgebühren) erfasst; die Luftpostgebühren vor
1951 sind jährlich neu und länderweise festgelegt worden, variieren dadurch stark und bleiben darum einer eigenen späteren
Publikation vorbehalten.
Die Tabellen der frühen Jahre basieren auf Informationen des
Department of Posts & Telegraphs und wurden an Hand der
Gebührentabellen aus Iris an Phoist (dem wöchentlichen Zirkular
für die Postämter), aus Eolai an Phoist (Post Office Guide) oder
Almanachs und Thoms Directories der jeweiligen Zeit verglichen.
Unstimmigkeiten wurden durch Fußnoten dokumentiert. Alle
Postgebühren seit 1970 wurden den jeweiligen Gebührenblättern
entnommen, die vorn Department of Posts & Telegraphs/An Post
herausgegeben wurden. Die Einführung in das Tabellenwerk wird
zweisprachig deutsch/englisch geboten, während die Tabellen aus
Übersichtlichkeitsgründen nur in englischer Sprache enthalten
sind. Eine hilfreiche Tabelle von Fachbegriffen ist sogar dreisprachig (deutsch/irisch/englisch) aufgeführt.
Format A4, 40 Seiten, mit einigen Abbildungen. Band 31 der FAISchriftenreihe. VP 12 Euro, zzgl. Porto. Erhältlich beim Bücherwart der FA1: Wolfgang Fiedler, Am Mesterwinkel 12, 30952
Ronnenberg, Tel. (05 11) 43 69 96, E-Mail: w.w.fiedlereweb.cle.
Web: www.fai-germany.de
Michael Schweizer (in Zusammenarbeit mit
Wilbert Manders): Der Postschutz und Postluftschutz im Dritten Reich und den besetzten
Gebieten
Ein neues Handbuch aus der „Bücher-Fabrik“ der ArGe Generalgouvernement. Dieses Buch betrifft aber nicht ausschließlich
das Forschungsgebiet der Arbeitsgemeinschaft, sondern geht –
wie der Titel schon ausdrückt – weit darüber hinaus. Über den
Postschutz, eine bewaffnete Einheit der Deutschen Reichspost
von 1933–1945, ist bis heute nur wenig bekannt. Gründe sind
die anfängliche Geheimhaltung sowie die spätere Überführung
der bewaffneten Postbeamten in die SS. Eine Aufbereitung nach
Kriegsende hat dadurch auch kaum stattgefunden.
Der Autor Michael Schweizer ist durch viele Fachbücher auch
außerhalb der Arbeitsgemeinschaft Generalgouvernement
bekannt. Er hat mit diesem Buch ein Werk geschaffen, das Dokumente aus den Bundesarchiven, allen bekannten philatelistischen
Sammlungen sowie Informationen und Bildern von Uniform- bzw.
Waffensammlern mit seiner über viele Jahre zusammengetragenen großen Sammlung kombiniert. Die Themen Gliederung
und Führung des Postschutzes, Ausbildung, Schulen, Finanzierung, Aufgaben, Fronthilfe DRP, Überführung in die SS und Aufgaben des SS-Postschutzes sowie der SS-Kraftfahrstaffel (WaffenSS) und deren Einsatzgebiete bilden die Kernpunkte des Buches.
In der Anlage befinden sich detailliertere Informationen zu Uniformierung, Ausweisen, Bewaffnung, Anweisungen für den Postschutz, Feldpostnummern- und Stempelübersicht sowie Auszüge
aus den Vernehmungen bei den Nürnberger Prozessen.
Format Din B5, 374 Seiten, in Farbe, broschiert. VP: 24,50 Euro,
ISBN Nummer: 978-394384467-2. Bezug:
Morgana Edition,
Peter N. Morgen, Am Dorfanger 11, 12529 Schönefeld, E- Mail:
pm@morgana-edition.de
Philatelie und Postgeschichte 370 · philatelie 449 · November 2014
Neue Literatur
Reinhard Krüger: Von Sarajewo bis Versailles …
und die Folgen. Die Behinderung des zivilen Postverkehrs durch den 1. Weltkrieg. Band I und II
Mit „Kein Grund zu feiern“ betitelt der Autor, Prof. Dr. Reinhard
Krüger, das erste Kapitel seines Buches zum Ersten Weltkrieg. Zu
recht! Wie irrwitzig und menschenverachtend Kriege sind, hat uns
die Geschichte zu genüge gelehrt – und doch begleiten sie uns
immer noch täglich. Also kein Jubiläum oder Gedenktag im Jahre
2014, sondern Anlass für die Poststempelgilde, sich mit diesem
Ereignis philatelistisch und posthistorisch aber auch historisch
auseinanderzusetzen.
In der Vergangenheit sind in der Neuen Schriftenreihe der Poststempelgilde schon einige Bücher zu Themen des Ersten Weltkrieges erschienen. Der Rezensent möchte nur an die vorzüglichen Arbeiten von Karl-Heinz Riemer, Manfred Althen, Franz
Josef Mutter, Karl-Heinz Schriever, Helmut Rüfer, Wolf Rungas und
Karl Heimann erinnern. Veröffentlichungen, die sich mit speziellen
und zumeist militärischen Aspekten des Krieges befasst haben.
Mit dem vorliegenden ersten und zweiten seiner auf insgesamt
drei Bände festgelegten Arbeit zeigt der Autor für die Philatelie
Neuland auf.
Mit dem ihm als Historiker eigenen geschichtlichen Hintergrundwissen beschreibt er nicht nur einfach den Ersten Weltkrieg
,sondern er erklärt dem Leser, wie bereits in früheren Jahren der
Grundstein zu dieser Tragödie von den Mächtigen der damaligen
Zeit gelegt wurde. Er spannt den Bogen von Marx und Engels bis
zu den aktuellen Veröffentlichungen von Clark. Dabei wird nicht,
wie allgemein üblich, die „Schuldfrage“ erörtert, sondern es werden die historisch belegbaren Ursachen betrachtet und kommentiert.
Zur Erklärung der Zusammenhänge zieht Krüger vielfältiges philatelistisches Material hinzu und versteht es, diese Belege in den
richtigen Kontext der historischen Abläufe einzuordnen. Wie der
Untertitel verspricht, geht es zumeist um Belege aus dem Zivilpostverkehr. Damit verlässt er die sonst üblichen Pfade der Feldund Militärpost. Aber auch diese werden im letzten Teil seiner
Arbeit behandelt.
Dass der Autor dabei in verständlicher Form historisches Wissen
vermittelt, erahnt jeder, der nur eines seiner bisher erschienenen
philatelistischen Werke kennt. Aber ausdrücklich weist Krüger
auch darauf hin, dass obwohl ihm für diese Arbeit schon über
900 Seiten zur Verfügung standen, er nicht alles darstellen und
behandeln konnte. Spielraum für den Sammler ist also noch zur
Genüge vorhanden. (JZ)
Band I: Die Behinderung des zivilen Postverkehrs durch den 1.
Weltkrieg: Wie alles begann (1914–1916), Format DIN A5, 382
Seiten, über 530 Abb., broschiert, Soest 2014, hrsg. als Band
190 der Neuen Schriftenreihe der Poststempelgilde, ISBN: 9783-9816173-4-4, VP: 25 Euro (Mitgliederpreis 20 Euro). Band II:
Die Behinderung des zivilen Postverkehrs durch den 1. Weltkrieg: Bis zum Ende (1917–1918/19), Format DIN A5, 303 Seiten
und über 400 Abb., broschiert, Soest 2014, Band 191 der Neuen
Schriftenreihe der Poststempelgilde, ISBN: 978-3-9816173-5-1.
VP: 21 Euro (Mitgliederpreis: 17 Euro). Bei Abnahme von beiden Bänden zahlt man 42 Euro, Mitglieder 33 Euro. Zu bestellen
bei: Literaturstelle der Poststempelgilde, Grabbeweg 36a, 59494
Soest oder über: info@poststempelgilde.de
74
Wolfgang Maassen (Hrsg.):
PHILA HISTORICA Nr. 3/2014
Mit knapp 170 Seiten bietet auch diese Ausgabe der kostenlosen
digitalen Fachzeitschrift für Freunde der Philatelie- und Literaturgeschichte in ihrer neuesten Ausgabe viel Abwechslungsreiches.
Prof. Wolfgang Scharlipp stellt Briefmarkengraveure aus Frank­
reich (Teil I) und Skandinavien vor, Peter Fischer beschreibt
das Verhältnis der Verbandsphilatelie der DDR zur BRD in den
Jahren 1949–1953 und Karl Louis‘ Nachbericht über das RDPWochenende in Ypern im Sommer 2014 wird in dieser Ausgabe
in vollständiger Länge wiedergegeben. Herausgeber Wolfgang
Maassen erinnert mit einer Dokumentation an die Gründung des
zweiten deutschen Sammlerverbandes in Haldensleben 1924,
führt mit einem weiterem knapp 60 Seiten umfangreichen Beitrag die Erforschung der ersten Sammler, Händler und Autoren
fort und präsentiert dann auf weiteren 25 Seiten ein bislang zwar
bekanntes, aber nie näher dokumentiertes spannendes Kapitel der
Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Reichspost und den
Verlegern vor mehr als 100 Jahren unter dem Titel: „Ein Streit um
Farbe und Format. Post contra Philatelie-Verlage und Autoren.“
Das Thema ist gegenwärtig noch weltweit brisant, hat aber – wie
hier anhand bislang völlig unbekannter Akten des Reichspostministeriums belegt – bis heute noch eine weit reichende Aktualität
für Verleger und Autoren.
Nicht übersehen sollte man die aktuellen Notizen und Leserbriefe,
die ebenfalls vielfach Unbekanntes bieten. Nützlich wie immer sind
die Rubriken zu Rezensionen und Neueingängen der Bibliotheken.
Auch die neueste Ausgabe ist kostenlos unter www.philahistorica.
de herunterzuladen, wobei für Erstbezieher die vorherige einmalige Anmeldung beim Herausgeber (W.Maassen@philcreativ.de)
erwünscht ist, denn so erhält man dann künftig jeweils einen Tag
vor einer Neuausgabe einen entsprechenden Informationshinweis.
ArGe Navicula (Hrsg.):
Enzyklopädie der maritimen Motive
Auf dieser CD sind sämtliche Briefmarkenausgaben mit Bezug
auf die Schifffahrt länderweise und nach geographischen Zusammenfassungen wie z.B. Asien, Naher Osten, Europa-West usw.
geordnet und mit wenigen Ausnahmen in chronologischer Reihenfolge der Ausgabe aufgeführt. Für die Marken der Länder ist
die jeweilige MICHEL-Katalogisierung angegeben. Die einzelnen
Kolonnen enthalten folgende Angaben: Michel-Nummern, Ausgabejahr, Wertstufe, Klassierung der Motivdarstellung und Beschreibung des Bildmotivs. Es folgen Monographien über Schiffe, Personen, Städte etc., die in der Kurzbeschreibung erwähnt sind. In
den Monographien sind gewisse immer wiederkehrende Angaben
abgekürzt verwendet, je nach Quelle in deutscher oder fremdsprachiger Version.
Mit ersten Motivlisten fing es 1960 an, nunmehr liegt mit Redaktionsstand 2013 diese weltumfassende Enzyklopädie auf zwei
CD vor, mit der jeder Nutzer Marken und dazugehörigen Text auf
einen Blick sehen kann. Suchmöglichkeiten nach Stichworten
sind gegeben, so dass das Programm alle passenden Textstellen
automatisch herausfiltert.
Bis 2017/18 soll diese Enzyklopädie ergänzt und fortgeführt
werden. Ihr spiritus rector und Macher, Ingo Maahz, sieht dies
dann als eine Art „Nachlass der ArGe Navicula“, die dann – nach
Philatelie und Postgeschichte 370 · philatelie 449 · November 2014
Neue Literatur
immerhin 60 Jahren Arbeit – jeder Benutzer für sich selbst fortschreiben kann.
das Buch ausführlich besprochen und später auch ein gesonderter Beitrag Odenwellers zu dieser Thematik vorgestellt.
Systemvoraussetzungen: ab Windows XP und neuer, MacOS
ab Version 9, alle gängigen Internet Browser, Acrobat Reader
oder andere pdf-Leser. 2 CD. VP für Mitglieder: 60 Euro (Inland),
65 Euro (Ausland). Bezug:S.M.S. „Navicula“ e.V., Ingo Maahz,
Almerweg 5, 26624 Südbrookmerland, www.navicula.de
Dennoch: Die Materie bleibt schwierig, denn die diversen Ausgaben dokumentieren Marken in verschiedensten Ausführungen,
zumal Farbtönungen. Eben diesem Problem nahm sich Odenweller – er ist auch Prüfer für diese Marken – auf Wunsch zahlreicher
Sammler an und erstellte als Supplement zu seinem Buch einen
„Sorting Guide“, einen Führer für die Sortierung (Unterscheidung)
dieser Ausgaben. So werden auf 28 Seiten nicht nur die einzelnen
Ausgaben nach Wertstufen, sondern auch nach Gruppen von Farben, Papieren etc. unterteilt, wobei es dank modernen Farbdrucks
möglich wurde, eine Art Farbführer durch diese Markenwelt zu
erstellen, der dem Leser und Sammler dieser klassischen Marken deren Bestimmung wesentlich erleichtert. Für NeuseelandSammler ist dieses Supplement unentbehrlich.
Es begann mit einer ersten Auflage 2006, die mit einer weiteren
derart große Nachfrage fand, dass der bekannte Autor und Verleger nun bereits die dritte vorlegen kann. Nach Einführung der
neuen Stempelgeneration mit 2D-Matrixcode, die im Jahre 2005
begann, wurden die Briefzentren nach und nach umgerüstet. Für
die Aufstellmaschinen wurden neue Klischees mit 15x15 mm
großen 2D-Codes eingesetzt, die mit und ohne Werbung erschienen, wobei Einsätze mit Firmenwerbung selten sind.
Die Freistempelmaschinen wurden nach und nach durch die neuen
Neopost-Maschinen mit digitalem Freistempelabdruck (Tintenstrahldruck) ersetzt. Hier mussten Werbeeinsätze nur noch in digitaler Form von den Nutzern geliefert werden, was eine erhebliche
Verbilligung bedeutete. Deshalb sind Neopost-Abdrucke mit Firmen-Werbung häufiger anzutreffen, aber immer noch selten. Seit
November 2012 wird die Stempelfarbe für Frankierservice auch
auf blau umgestellt. Diese Abdrucke werden im Buch nicht mehr
erfasst. Dargestellt werden aber blaue oder auch rote Abdrucke, die
bis Ende 2012 vereinzelt irrtümlich erschienen sind.
Die neue Ausgabe des Buches ist in zwei Kapitel unterteilt. Im
ersten Kapitel werden die ursprünglichen Stempel-Abdrucke der
Aufstellmaschinen und Freistempelmaschinen dargestellt. Die
Gliederung ist nach Briefzentren vorgenommen. Die Abbildungen
sind 85% groß.
Im zweiten Kapitel werden die digitalen 2D-Abdrucke dargestellt.
Die Gliederung ist nach Maschinen-Nummern vorgenommen, um
eine bessere Übersicht zu haben. Die Briefzentren, in denen die
einzelnen digitalen 2D-Maschinen eingesetzt werden, sind aber
vermerkt, soweit sie bekannt sind. Die Abbildungen sind 100%
groß. Generell wurden die Stempelabdrucke neu sortiert und neu
nummeriert, wobei die alten Nummern der ersten Buchauflage
zur Information ebenfalls vermerkt sind.
Format DIN B5, 587 Seiten, zahlr. SW-Abb., 3. Auflage, broschiert, Morgana-Edition – MPG 42 –, Schönefeld 2014, VP:
39,50 Euro. Bezug: Morgana-Edition, Peter N. Morgen, Am Dorfanger 11, 12529 Schönefeld bei Berlin, Tel. 0 30/32 89 12 93,
E-Mail: pm@morgana-edition.de, www.morgana-edition.de
Robert P. Odenweller:
The Chalon Sorting Guide
2009 veröffentlichte der international bekannte Experte und Forscher Bob Odenweller aus den USA sein umfangreiches Werk
„The Postage Stamps of New Zealand 1855–1873. The Chalon
Head Issues“, was in Kürze das Standardwerk über die Erstausgaben Neuseelands weltweit werden sollte. Auf mehr als 350 Seiten
behandelte Odenweller die diversen Ausgaben und deren Spezialitäten im Detail und konnte zahlreiche bis dahin völlig unbekannte
neue Forschungsergebnisse vorstellen. In der philatelie wurde
Philatelie und Postgeschichte 370 · philatelie 449 · November 2014
Format ca. 20 x 27 cm, 28 Seiten, zahlr. Abb. in Farbe, kart., 10
GBP (zzgl. Porto 5 GBP). Zusammen mit dem Originalwerk von
2009 (Hardcover-Ausführung mit Goldschnitt und Umschlag,
350 Seiten in Farbe) ist ein „Bundle“ für 28,50 GBP erhältlich,
zzgl. Porto von 19 GBP. Bestell-/Bezahlmöglichkeit über die
Webseite www.rpsl.org.uk
Peter Gidófalvy/Andor Hodobay:
Gépi bérmentesítés Magyarországon I.:
Francotyp bélyegzések (1928–1987)
Die Autoren sind aus Ungarn, das Buch überwiegend in ungarischer Sprache, was allerdings Sammler von Francotyp-Freistempeln nicht abhalten sollte, es dennoch zu studieren. Denn
erstmals werden von den beiden Fachautoren alle von 1928–1987
in Ungarn verwendeten Francotyp-Stempel systematisch erfasst.
Somit stellt das umfangreiche Handbuch, das sich auch als Katalog versteht, das umfassendste Werk zu diesem Thema dar, das
bislang vorliegt. Die bekannten Abstempelungen werden jeweils
abgebildet, ihre Varianten ebenso wie deren Verwendungszeiten
dokumentiert und jeweils entsprechend ihrer Seltenheit bewertet.
Damit gewinnt es Wert nicht nur für Freistempelsammler, sondern
auch für Thematiker, die bestimmte Motive suchen.
Zwar sind die ersten rund 25 Seiten der historisch-technischen
Einleitung nur in ungarischer Sprache, aber bereits das Motivverzeichnis, dann aber auch die über 200 Seiten nachfolgende Katalogisierung sind jeweils mit kurzen deutschen Begriffen bezeichnet
und sollten so für deutsche Leser kein Problem darstellen.
Format DIN A4, 236 Seiten und XII Farbtafeln, zahlr. SW-Abb.,
Hardcover, Budapest 2014, ohne Preisangabe. ISBN 978-96306-5419-7. Kontakt: Peter Gidófalvy, E-Mail: gidofalvy@tonline.hu
Wolfgang Maassen
Kostenlose Preislisten
Peter N. Morgan: Frankierservice
ANDORRA, BELGIEN, CEPT, FRANKREICH, ITALIEN,
LIECHTENSTEIN, LUXEMBURG, MONACO, NIEDERLANDE,
ÖSTERREICH, SCHWEIZ, SPANIEN, VATIKAN, BUND,
BERLIN, DDR, SAAR, SBZ, WESTZONEN,
DEUTSCHES REICH, DEUTSCHE KOLONIEN
Andreas Vetter, Am Dümpelbach 23, 54587 Lissendorf
Tel.: 0 65 97/38 10 · Fax: 0 65 97/96 00 41
E-Mail: kontakt@briefmarken-vetter.de
Web: www.briefmarken-vetter.de
75
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