close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Das Hochwasser von 1990 Die Überflutung, wie Herr Nusbaum, der

EinbettenHerunterladen
Hochwasserproblema.k im Gürbetal Das Hochwasser von 1990 Die Überflutung, wie Herr Nusbaum, der dazumal Gemeindepräsident war, uns ausführlich erzählte, war folge des GewiNers, das sich am Abend des 29. Julis 1990 innerhalb von nur vier Stunden entlud. Es hagelte bis zu 500 mm und regnete knapp 300 mm an der Westseite des Gantrischs. Dieser Rekordmässige Niederschlag konnte nicht versickern und brachte die Gürbe stark zum Anschwellen. Es wurden Abflusswerte zwischen 200-­‐250 m3/s gemessen. Diese Fluten zerstörten die bis dahin gebauten Wildwasserverbauungen und frassen sich Bef ins BachbeN ein. Dadurch senkte sich die Sohle um bis zu acht Meter. Das von den Wassermengen ins Tal getragene Geschleif, übertraf die Auffangkra[ der Geröllsammler und Schwemmkegel oberhalb von Blumenstein deutlich. Durch das Ansammeln des Schwemmholzes und des Gesteins wurden die Verbauungen verstop[. Ausserdem sammelte sich das Geschleiff beim Übergang der Schluchtstrecke in den Schwemmkegel, zwischen der Forstsägebrücke und dem Gebiet „Hohli“. Heikle Stellen befanden sich ausserdem bei der Forstsägebrücke und der Bluemisteibrügg, wo das BachbeN jeweils eingeengt und das Gefälle relaBv gering war -­‐ein Nadelöhr für den Abfluss von Wasser und Geschiebe. Der Fluss verliess schliesslich im „Hohli“, oberhalb von WaNenwil, sein FlussbeN und ergoss sich in Richtung der Dörfer MeNlen, WaNenwil, Toffen und Blumenstein. Dabei lagerte sich das Geschiebe auf Feldern, Strassen und zwischen Häusern ab. Murgänge und Rutsche richteten auch in höher gelegenen Wäldern und Alpweiden Schäden an. Die Schadensumme betrug 30-­‐40 Mio. Franken. 11.06.2012 Getroffene Massnahmen: Unterhalb der Forstsägebrücke befindet sich der neue Geschiebesammler der ETH. Der Sammler hat ein Volumen von 100`000 m3, er wurde auf ein Ereignis in der Grössenordnung des GewiNers von 1990 ausgerichtet. Ein Geschiebesammler ist ein Bauwerk, welches die Fliessgeschwindigkeit eines Gewässers in einem besBmmten AbschniN verringert. Die daraus resulBerende Verringerung der Fliessgeschwindigkeit reduziert die Transportkapazität des Gewässers. Dadurch wird mitgeführtes Geschiebe im Sammler zurückgehalten. Da der Geschiebesammler das zurückgehaltene Schwemmholz und Geschiebe dosiert weitergibt, wurde nach dem Sammler ein Grobholzrechen errichtet, der Stämme aus Hangrutschungen und sonsBges Treibholz zurückhält. Ergänzt wurde der Holzrechen durch eine so genannte Tauchwand von rund 30 Metern Länge und 2 Metern Höhe. Durch die Tauchwand kann verhindert werden, dass, wenn der Grobholzrechen verstop[, der Treibholzteppich über die Notentlastung abgeschwemmt wird. Zudem wurden entlang der Gürbe zahlreiche Sperren errichtet. Diese werden in Wildbächen seit über 100 Jahren eingesetzt. Durch sie wird eine weitere EinBefung der Sohle verhindert und so die anliegenden Hänge gestützt. Daneben dienen diese Sperren auch dem Geschieberückhalt, indem im Gewässer die Fliessenergie durch eine Verringerung des Gefälles reduziert wird. Der Flaschenhals bei den beiden Brücken Bluemisteibrügg und Forstsägebrücke wurde die Abflusskapazität durch Absenken der Solhe um rund 1,5 Meter (Forstsäge-­‐) respekBve 2,5 Meter (Bluemisteibrücke) erheblich gesteigert. Die Uferlinien wurden mit Holzgrünschwellen und Felsblöcken gesichert und abwechslungsreich gestaltet. Schutzwald: Stabile, nach Alter, Baumhöhe und Baumarten strukturierte Waldbestände bieten einen guten und kostengünsBgen Schutz gegen Naturgewalten. Diese Wälder müssen aber konBnuierlich gepflegt werden, damit sie die Schutzziele nachhalBg erfüllen können. Dies ist die Aufgabe von Herrn Habbeger. Je nach Naturgefahren hat ein opBmaler Schutzwald ganz spezifische Anforderungen zu erfüllen. Vor Wildbachgefahren und Murgangbildung schützen geschlossene Wälder mit Bef wurzelnden Bäumen im Einzugsgebiet des entsprechenden Wildbaches: • Die Baumkronen halten Niederschlagswasser zurück und verdunsten es zum Teil an die Atmosphäre. • Der durchwurzelte Boden saugt das Niederschlagswasser wie ein Schwamm auf und gibt es erst nach und nach ab. • Die Baumwurzeln befesBgen den Boden, stabilisieren die Bachufer und halten Geschiebe und andere Feststoffe zurück. • Im Auslauf-­‐ und Ablagerungsgebiet allfälliger Murgänge wirken Bäume und Baumstrünke als natürliche Bremsen. Auch ausserhalb der Wildbachgebiete ist die Pflege der bach-­‐ und flussnahen Waldgebiete eine ständige Aufgabe. Wird diesen Fliessgewässern im Rahmen von Renaturierungen aber mehr Bewegungsfreiheit gegeben, dann führt das zur Erosion des angrenzenden Waldareals. Geologischer Untergrund: Der geologische Untergrund im Gürbetal ist alles andere als eine günsBge Voraussetzung, um dem Hochwasser entgegenzuwirken. Der Fluss entspringt einem kalkigen Gebiet mit schroffen Felswänden und steilen Flanken. In ihrem Oberlauf transporBert die Gürbe auch vorwiegend GehängeschuN. Weiter unten, am Schwemmkegel, fliesst der Fluss durch Gesteinsschichten, die leicht verwiNern, wie z.B. Sandsteine, Mergel und Tonschiefer (Flysch). Diese zersetzen sich rasch zu rutschanfälligem Material, was die Hänge entsprechend instabil macht. Vor allem der Flysch wirkt laut Herrn Habbeger wie eine „ Seife“, die bei genügend FeuchBgkeit die Hänge zum Rutschen bringt, deswegen ist es unerlässlich für einen genügenden Bewuchs der Hänge zu sorgen, damit durch die Verwurzelung verschiedener Pflanzen der Boden zusammengehalten wird. Blockwoche «Denken in Modellen» am Beispiel der HochwasserproblemaBk im Gürbetal Quellen: Bundesamt für Wasser und Geologie BWG 2004, hNp://www.planat.ch/de/bilder-­‐listenansicht/, hNp://www.kzag.ch/de/img/Fachgebiete/Referenzobjekte/Wasserbau/6.137_Holzrueckhaltemassnahmen_AusschueNe_Homepage.jpg Jasmin Fischli und Selina Waber 
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
1
Dateigröße
6 419 KB
Tags
1/--Seiten
melden