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Infektionsschutz – gewusst wie! - Hamburg

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Kinderkrankheiten!
Keuchhusten
Kinderkrankheiten!
© www.samenkiste.de
© Novartis Behring
Was ist Keuchhusten?
Keuchhusten (Pertussis) ist eine
bakterielle Infektionskrankheit, welche
meist sehr langwierig verläuft. Die
Krankheit wird durch das Bakterium
Bordetella pertussis verursacht und
kommt nur beim Menschen vor.
Wie lange dauert die Ansteckungsgefahr?
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt 7- 20 Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt am Ende der Inkubationszeit, erreicht ihren Höhepunkt während der ersten beiden Wochen der
Erkrankung und kann bis zu 3 Wochen nach Beginn des Stadiums, in dem
anfallsweise auftretende Hustenstöße auftreten, andauern. Bei Durchführung
einer antibiotischen Therapie verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit
auf etwa 5 Tage nach Beginn der Therapie.
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Die Erkrankung beginnt meist mit Symptomen einer Erkältung, wie leichtem Fieber, Niesen, Schnupfen, Heiserkeit,
tränenden Augen und Husten, welche ca. 1-2 Wochen andauern. Im weiteren Verlauf treten sehr starke Hustenanfälle
auf, die häufig mit Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen einhergehen. Die Attacken können
sehr zahlreich sein und treten gehäuft nachts auf. Das typische Keuchen wird bei ca. der Hälfte der kindlichen Fälle
beobachtet. Später kommt es zum allmählichen Abklingen
der Hustenanfälle, sie können jedoch noch über Wochen
oder Monate auftreten. Komplikationen können insbesondere im ersten Lebensjahr auftreten. Am häufigsten sind
Lungenentzündungen und Mittelohrentzündungen, selten
treten Krampfanfälle auf. Bei Säuglingen können die Anfälle
von einem Atemstillstand begleitet werden. Todesfälle als Folge eines
Atemstillstandes sind beschrieben.
Wie ist die Krankheit verbreitet?
Keuchhusten ist auf der ganzen Welt verbreitet. Gerade
im Herbst und Winter häufen sich in Mitteleuropa die
Anzahl der Erkrankungsfälle.
Wie kann ich einer Ansteckung vorbeugen?
Durch vier Impfungen im Säuglings- bzw. Kleinkindalter wird eine Grundimmunisierung erreicht, die im Alter von 5-6 Jahren und 9-17 Jahren aufgefrischt
werden sollte. Für Erwachsene wird empfohlen, die nächste fällige Impfung
gegen Tetanus und Diphtherie einmalig als Kombinationsimpfung (Tetanus, Diphtherie, Pertussis) zu verabreichen. Eine überstandene Erkrankung führt nicht zu
einer lang anhaltenden Immunität.
Wie wird Keuchhusten übertragen?
Die Erreger werden von Mensch zu Mensch durch
Tröpfchen in der Atemluft, z. B. beim Husten, Niesen,
Sprechen, oder durch mit Erregern behaftete Gegenstände übertragen.
© Daniel FR, wikipedia.de
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Worauf sollte geachtet werden?
Personen, die an Keuchhusten erkrankt oder dessen verdächtig
sind, dürfen keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder
sonstige Tätigkeit ausüben, bei denen sie Kontakt zu den dort
Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Das
Gleiche gilt für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten,
sie dürfen die Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, bis eine
Weiterverbreitung der Erkrankung durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Bei einer effektiven Antibiotikatherapie wird fünf Tage nach ihrem
Beginn nicht mehr von einer Ansteckungsgefahr ausgegangen. Bei Nichtverabreichung von Antibiotika kann die Ansteckungsfähigkeit frühestens drei
Wochen nach Abklingen der ersten Symptome ausgeschlossen werden.
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Kinderkrankheiten!
Kinderlähmung
Kinderkrankheiten!
© www.samenkiste.de
Wie lange dauert die Ansteckungsgefahr?
Was versteht man unter Kinderlähmung?
© Novartis Behring
Die Kinderlähmung ist eine Virusinfektion, die
bei einem schweren Verlauf zu lebenslangen
Lähmungen und Schädigungen des Nervensystems führen kann. Die Krankheit kommt
nur beim Menschen vor, sie wird von drei
Virusstämmen übertragen (Typ I, II und III).
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung)
beträgt ca. 3 - 35 Tage. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange das Virus ausgeschieden wird. Das Poliovirus ist in Rachensekreten frühestens 36 Stunden
nach einer Infektion nachweisbar und kann dort etwa eine Woche verbleiben. Die
Virusausscheidung im Stuhl beginnt nach 72 Stunden und kann mehrere Wochen
andauern. Die Immunität nach einer Erkrankung besteht voraussichtlich lebenslang. Wichtig: Die Immunität besteht ausschließlich für den entsprechenden Virenstamm. Gegen die beiden anderen Virenstämme wird keine Immunität erreicht!
Wie wird Kinderlähmung übertragen?
Die Erreger werden über eine
Schmierinfektion durch Kot (fäkaloral) oder in seltenen Fällen durch
Tröpfchen in der Atemluft, z. B. durch
Niesen und Husten, übertragen. Eine
fäkal-orale Infektion entsteht in der
Regel durch verunreinigtes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel.
Wie kann die Erkrankung therapiert werden?
Da eine spezifische Therapie mit antiviralen Substanzen nicht verfügbar ist,
erfolgt die Behandlung symptomatisch. Im Anschluss an die akute Behandlung sind meist längere krankengymnastische und orthopädische
Nachbehandlungen erforderlich.
© www.charitystar.com
Wie ist die Krankheit verbreitet?
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Durch flächendeckende Impfmaßnahmen in den 60er-Jahren konnte das
Auftreten neuer Erkrankungen in Europa verhindert werden. Europa gilt
seitdem als poliofrei. Ein erhöhtes
Erkrankungsrisiko besteht heute
insbesondere in Afrika und Asien.
Bei über 95 % der erkrankten Personen verläuft die Krankheit symptomfrei. Bei etwa 5 % der Erkrankten äußert sich die Krankheit meist mit
den Symptomen einer Grippe, wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen,
allgemeines Krankheitsgefühl etc. In schweren Fällen kann es im weiteren
Verlauf der Erkrankung zu Lähmungen der Arme, Beine, der Bauch- und
Rumpfmuskulatur, der Augenmuskeln und zur Hirnhautentzündung kommen. Eine Schädigung des Nervenzentrums hat eine schlechte Prognose
und führt häufig zum Tod. Jahre oder Jahrzehnte nach der Erkrankung
kann es zu einer Zunahme der Paralysen mit Muskelschwund kommen
(Postpolio-Syndrom).
Wie kann ich einer Ansteckung
vorbeugen?
Worauf sollte geachtet werden?
© shutterstock.com
Durch vier Impfungen in den ersten 14 Lebensmonaten wird
eine Grundimmunisierung erreicht. Eine Auffrischimpfung
wird im Alter von 9 -17 Jahren empfohlen.
Danach sollte eine Auffrischungsimpfung
bei Reisen in Risikogebiete durchgeführt
werden.
Personen, die an Kinderlähmung erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen keine
Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei
denen sie Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine
Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Dieses gilt
entsprechend für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten, sie dürfen die
Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, bis eine Weiterverbreitung der Erkrankung
durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Frühestens drei Wochen nach Krankheitsbeginn und Vorliegen von zwei negativen Stuhluntersuchungen ist eine Wiederzulassung möglich. Ein schriftliches ärztliches Attest ist hierfür erforderlich.
© shutterstock.com
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Masern
Kinderkrankheiten!
Kinderkrankheiten!
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Wie lange dauert die Ansteckungsgefahr?
Was sind Masern?
© www.sf.tv
Masern sind eine hoch ansteckende virusbedingte Erkrankung, die nur
beim Menschen vorkommt. Erwachsene
können auch an Masern erkranken, wenn
sie nicht geimpft sind oder die Krankheit
nicht bereits als Kind durchlitten haben.
Gerade bei Jugendlichen und Erwachsenen ist die Komplikationsrate erheblich
höher als bei Kleinkindern. Jährlich sterben fast 400.000 Menschen weltweit an
Masern.
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung)
beträgt ca. 7-14 Tage. Ein an Masern Erkrankter ist vom fünften Tag vor bis zum
vierten Tag nach Auftreten des Hautausschlags ansteckend. Dabei ist die Anstekkungsfähigkeit unmittelbar vor Ausbruch
des Auschlages am größten. Nach einer
durchgemachten Erkrankung besteht eine
lebenslange Immunität gegen Masern.
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Wie werden Masern übertragen?
Die Erreger werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen,
z. B. beim Sprechen, Niesen oder Husten, übertragen. In der Luft
bleibt das Virus zwei Stunden ansteckend. Die Eintrittspforten
sind die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut der
Augen.
Masern beginnen in der Regel mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, hohem Fieber,
Schnupfen, Bauchschmerzen, einer Bindehautentzündung und Reizhusten sowie einer Rötung am Gaumen und im Rachenbereich. Häufig tritt auch Durchfall
auf. Beweisend für die Erkrankung sind kalkspritzerartige weiße Flecken auf
der Mundschleimhaut (Koplik-Flecken). Das Fieber fällt
nach ein bis zwei Tagen ab, um am nächsten Tag wieder
anzusteigen. Im weiteren Verlauf kommt es zur Bildung
von kleinen hellroten Flecken, welche sich beginnend im
Gesicht und hinter den Ohren abwärts über den gesamten Körper ausbreiten. Der Ausschlag bleibt für etwa
4 bis 7 Tage bestehen.
Welche Folgen kann eine Masernerkrankung haben?
Mögliche Komplikationen bei Masern treten verhältnismäßig häufig auf, vor allem bei
Kindern unter fünf Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren. Unterschieden werden
muss dabei zwischen Komplikationen aufgrund des Virus selbst und solchen durch zusätzliche bakterielle Infektionen. Eine weitere Gefahr für Komplikationen ergibt sich aus
der vorübergehenden Schwächung der Immunabwehr. Von Komplikationen, die direkt
durch das Masernvirus verursacht werden, können Atemwege, Organe der Bauchhöhle
sowie das Gehirn betroffen sein. Durch bakterielle Superinfektion kann es außerdem zu
einer Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung kommen.
Wie ist die Krankheit verbreitet?
Masern sind grundsätzlich weltweit verbreitet. Allerdings ist der Verbreitungsgrad von Region zu Region unterschiedlich hoch. Während in einigen
Ländern, wie z. B. den USA und Schweden die Krankheit durch eine konsequent durchgeführte Impfpolitik nahezu ausgerottet wurde, gehört sie in
Afrika zu den häufigsten Infektionskrankheiten mit tödlichem Verlauf. In
Deutschland ist die Häufigkeit der Masern durch die praktizierte Impfung
deutlich zurückgegangen, jedoch kommt es immer wieder zu kleinräumigen Ausbrüchen.
Wie kann ich einer Ansteckung
vorbeugen?
Worauf sollte geachtet werden?
Personen, die an Masern erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen keine Lehr-,
Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei denen sie
Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Dieses gilt entsprechend
für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten, sie dürfen die Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, bis eine Weiterverbreitung der Erkrankung durch sie nicht
mehr zu befürchten ist. Eine Wiederzulassung ist nach Abklingen der klinischen
Symptome möglich, jedoch frühestens fünf Tage nach Exanthemausbruch. Ein
schriftliches ärztliches Attest ist hierfür nicht erforderlich.
© shutterstock.com
Durch zwei Impfungen im Kindesalter mit einem
Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps,
Röteln (bzw. Masern, Mumps, Röteln und Windpocken) wird eine Grundimmunisierung erreicht,
die keiner weiteren Auffrischungsimpfung bedarf.
Die Erstimpfung sollte, nach Verschwinden der
mütterlichen Antikörper, im Alter von 11 bis 14
Monaten erfolgen.
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Röteln
Kinderkrankheiten!
Kinderkrankheiten!
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Wie lange dauert die
Ansteckungsgefahr?
Was sind Röteln?
Bei den Röteln handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche einen relativ leichten Verlauf
nimmt und nur beim Menschen, insbesondere bei
Kleinkindern und Jugendlichen, vorkommt.
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung)
beträgt 14 bis 21 Tage. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht etwa 7 Tage vor
bis 7 Tage nach Auftreten des Hautausschlages.
© CDC / Dr. Erskine Palmer
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Wie ist die Krankheit verbreitet?
Röteln sind weltweit verbreitet. Etwa 5-10 Prozent der gebärfähigen Frauen in Deutschland verfügen über keinen
Impfschutz, was insbesondere beim Ausbruch der Krankheit während der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt
oder Missbildungen des Kindes führen kann.
Etwa die Hälfte der infizierten Kinder weisen keinerlei Krankheitssymptome auf. Die Erkrankung beginnt meistens mit den Symptomen einer leichten Erkältung, wie Schnupfen, Kopfschmerzen und
leichtem Fieber. Vereinzelt kann es zu Gelenkschmerzen, dem Anschwellen der Lymphknoten an Hals und Nacken und einem Hautausschlag mit blassen rosaroten Flecken kommen. Der Ausschlag tritt meistens zuerst im Gesicht und am Hals auf und breitet sich anschließend innerhalb eines Tages über den gesamten
Körper aus. Nach 3 Tagen sind Hautauschlag und Symptome in der Regel wieder verschwunden.
Welche Folgen kann eine Rötelerkrankung
haben?
Komplikationen treten bei Röteln selten auf. Je höher das Erkrankungsalter, desto eher kann es zu Problemen wie Gehirnhautentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung, Herzmuskelentzündung, kleinen Gefäßschäden, die zu Blutungen unter der Haut
führen, und länger andauernde Gelenkentzündungen kommen.
Die am meisten gefürchtete Komplikation ist die Infektion mit
dem Rötelnvirus während der Schwangerschaft, welche zu starken Organmissbildungen des Embryos oder gar zu Fehlgeburten
führen kann.
Wie werden Röteln
übertragen?
Die Erreger werden von Mensch zu
Mensch durch Tröpfchen in der Atemluft, z. B. durch Niesen und Husten, übertragen. In seltenen Fällen
kann die Krankheit auch indirekt durch mit Erregern behaftete
Gegenstände wie beispielsweise Besteck übertragen werden.
Wie kann ich einer Ansteckung vorbeugen?
© Tommy S / PIXELIO
Worauf sollte geachtet werden?
Durch zwei Impfungen im Kindesalter mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln (bzw. Masern, Mumps, Röteln
und Windpocken) wird eine Grundimmunisierung
erreicht, die keiner weiteren Auffrischungsimpfung bedarf. Nach einer durchgemachten Erkrankung besteht vermutlich eine lebenslange
Immunität gegen Röteln. Nur in sehr seltenen
Fällen kommt es zu einer weiteren Infektion.
Alle exponierten ungeimpften oder nur einmal geimpften Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sollten möglichst frühzeitig
eine Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern,
Mumps, Röteln erhalten. Ein Ausschluss von Erkrankten oder
Kontaktpersonen von Gemeinschaftseinrichtungen ist nicht erforderlich.
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Scharlach
Kinderkrankheiten!
© Janssen-Cilag
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Kinderkrankheiten!
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Was ist Scharlach?
Wie lange dauert die Ansteckungsgefahr?
© Wort & Bild Verlag GmbH & Co. KG
Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit,
die durch Streptokokken ausgelöst wird. Die typischen Symptome werden
durch giftige Stoffwechselprodukte (Toxine) der Bakterien verursacht.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheitssymptome) beträgt 1- 3 Tage. Patienten, die nicht behandelt wurden, können
noch bis zu 3 Wochen ansteckend sein. Ansonsten besteht 24 Stunden nach
Beginn einer wirksamen antibiotischen Behandlung keine Ansteckungsgefahr
mehr.
Der Körper wehrt sich gegen den Scharlach-Erreger
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Die Erkrankung beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Schluckbeschwerden, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeinem Unwohlsein und Bauchschmerzen.
Der Rachen färbt sich feuerrot, Mundschleimhaut und Mandeln
sind fleckig gefärbt. Im Verlauf kommt es zu
einem feinfleckigen samtartigen Hautausschlag
im Bereich der Leisten und den Innenseiten der
Oberschenkel, der sich über den ganzen Körper
ausbreitet. Die Region zwischen Mund und Kinn
wird typischerweise von dem Ausschlag ausgespart. Die Zunge ist zunächst weißlich belegt,
später himbeerrot.
Wie ist die Krankheit verbreitet?
© Thomas-Blenkers / PIXELIO
© www.medi-kids.de
Scharlach ist auf der ganzen Welt verbreitet und gehört zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter. Betroffen sind insbesondere Kinder im Vorschul- und Schulalter.
Jedoch ist der Ausbruch der Krankheit auch in allen anderen Altersgruppen möglich. Gerade
in den Wintermonaten kommt es zu einer vermehrten Verbreitung der Erreger, die dann ca.
20 % der Bevölkerung in sich tragen. Diese sogenannten Keimträger erkranken nicht unbedingt, viele bleiben ohne Beschwerden. Die Verbreitung der Erreger wird durch enges Zusammenleben z. B. in Kindertagesstätten, Schulen und ähnlichen Einrichtungen begünstigt.
Wie kann ich einer Ansteckung vorbeugen?
Wie wird Scharlach
übertragen?
Eine Schutzimpfung gegen Scharlach gibt es nicht. An Scharlach erkrankte
Kinder sollten von anderen ferngehalten werden. Wichtig ist die rechtzeitige
antibiotische Behandlung Erkrankter. Eine einmal durchgemachte Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen die auslösende Streptokokkenuntergruppe. Ein Infekt mit anderen Untergruppen kann jedoch wieder auftreten.
Die Erreger werden von Mensch zu Mensch
durch Tröpfchen in der Atemluft, z. B. durch
Niesen und Husten, oder durch mit ihnen
behaftete Gegenstände übertragen.
Welche Folgen kann eine Viruserkrankung haben?
Worauf sollte geachtet werden?
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Bei entsprechender Behandlung verläuft die Erkrankung im Allgemeinen ohne Komplikationen. Es kann jedoch auch eine eitrige Mittelohrentzündung auftreten. Mögliche Spätkomplikationen sind das Rheumatische Fieber sowie eine Herzmuskelentzündung und eine Nierenerkrankung. Um dieses Risiko
zu vermindern ist eine umgehende Behandlung einer
Scharlacherkrankung mit einem Antibiotikum erforderlich. Sehr selten ist der septische Verlauf des Scharlachs
eine bösartige, eventuell sogar tödliche Verlaufsform
mit plötzlich hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, HautSchleimhaut-Blutungen, Bewusstseinstrübung, schwerer Herzschädigung und Kreislaufschock.
Personen, die an Scharlach erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen keine
Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeit ausüben, bei
denen sie Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine
Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Dieses
gilt entsprechend für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten, sie dürfen die Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, bis eine Weiterverbreitung
durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Nach einer Erkrankung ist die Wiederzulassung zu einer Gemeinschaftseinrichtung unter antibiotischer Therapie
und bei Fehlen von Krankheitszeichen ab dem zweiten Tag möglich. Personen
mit einer akuten Scharlacherkrankung, die nicht antibiotisch behandelt wurden, können bis zu drei Wochen ansteckend sein. In diesem Fall sollte eine
Wiederzulassung in Gemeinschaftseinrichtungen mit dem Gesundheitsamt
besprochen werden. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
Windpocken
Kinderkrankheiten!
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Wie lange dauert die Ansteckungsgefahr?
Was sind Windpocken?
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) liegt in der Regel bei 14 - 16 Tagen, sie kann 8 - 28 Tage betragen. Die
Ansteckungsfähigkeit beginnt 1- 2 Tage vor Auftreten des Ausschlages und
endet 5 - 7 Tage nach Auftreten der letzten Hauterscheinungen. Patienten mit
Herpes Zoster sind bis zur Verkrustung der Bläschen ansteckungsfähig
(Schmierinfektionen). In der Regel besteht für einen längeren Zeitraum Immunität. Die Viren verbleiben hierbei jedoch im Körper und können überwiegend
bei älteren und abwehrgeschwächten Personen zu einer Gürtelrose (Herpes
Zoster) führen.
Windpocken (Varizellen) sind eine hoch ansteckende
Viruserkrankung, die nur beim Menschen vorkommt.
Die Krankheit wird durch das Varizella-Zoster-Virus
hervorgerufen, welches in späteren Lebensjahren
eine Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen kann.
Besonders gefährlich sind Windpocken für Schwangere, da es zu schweren Fehlbildungen beim Kind im
Mutterleib kommen kann.
Wie ist die Krankheit verbreitet?
Wie werden Windpocken übertragen?
Windpocken sind weltweit verbreitet. In Deutschland gehören die
Windpocken mit rund 735.000 Erkrankungsfällen pro Jahr zu den
häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. Besonders häufig
betroffen sind hierbei Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren.
Die Erreger werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen in der Atemluft, z. B. durch Atmen oder Husten, übertragen. Außerdem ist eine Übertragung durch virushaltigen
Bläscheninhalt oder Krusten als Schmierinfektion möglich.
Bei Herpes Zoster besteht eine geringe Ansteckungsgefährdung, da nur die virushaltige Bläschenflüssigkeit
infektiös ist.
Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?
Die Erkrankung beginnt mit einem Hautausschlag, welcher
meist von Fieber begleitet wird. Der zu diesem Zeitpunkt
noch aus kleinen roten Flecken bestehende Hautausschlag
wandelt sich zügig in Bläschen um und wird von starkem
Juckreiz begleitet. Werden die Bläschen aufgekratzt, können
hierdurch Narben zurückbleiben. Die Symptome dauern für
etwa zehn Tage an.
Welche Folgen kann eine Windpockenerkrankung
haben?
Mögliche Komplikationen der Erkrankung sind z. B. eine bakterielle Infektion der
Hautveränderungen, eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung. Tritt
die Krankheit während einer Schwangerschaft zwischen der 5. und 24. Schwangerschaftswoche auf, besteht die Gefahr von schweren Fehlbildungen beim Ungeborenen. Der Erkrankte sollte vermeiden, die Bläschen aufzukratzen, da es sonst
zu zusätzlichen, bakteriellen Infektionen (Sekundärinfektionen) kommen kann. Bis
die Bläschen verkrustet sind, sollte der Betroffene nicht baden, da sie sich sonst
leicht entzünden können.
© Thomas Netsch
Worauf sollte geachtet werden?
Wie kann ich einer Ansteckung
vorbeugen?
© shutterstock.com
Durch zwei Impfungen im Kindesalter mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und
Windpocken oder einem Einzelimpfstoff gegen Windpocken wird eine Grundimmunisierung erreicht, die
keiner weiteren Auffrischungsimpfung bedarf.
Personen, die an Windpocken erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen keine
Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei
denen sie Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil eine
Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Dieses gilt
entsprechend für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten, sie dürfen die
Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten, bis eine Weiterverbreitung der Erkrankung durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Eine Wiederzulassung ist eine Woche
nach Beginn einer unkomplizierten Erkrankung möglich. Ein schriftliches ärztliches Attest ist hierfür nicht erforderlich.
Infektionsschutz – gewusst wie!
Bezirksamt Hamburg-Nord
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