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2. WS 08/09 - International Office - Universität Bremen

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Eszterházy Károly Fiiskola, WS 08/09, Digitale Medien
Vorbereitung
Ähnlich wie bei der Bewerbung an einer Universität in Deutschland sollte man sich auch bei einem
gewünschten Auslandsaufenthalt frühzeitig um das ausfüllen und einreichen der notwendigen
Unterlagen kümmern.
In meinem Fall war das Auslandssemester verpflichtend. Um den Bachelor Abschluss im Fach
Digitale Medien zu erhalten, muss man ein Auslandsemester absolviert haben. Daher gab es für
unseren Studiengang frühzeitig eine Informationsveranstaltung, auf welcher verschiedene
Partnerhochschulen vorgestellt wurden und auch Studierende, die bereits ein Auslandsemester an
einer der Partnerhochschulen absolviert hatten, anwesend waren. Zudem wurde auch darüber
informiert auf was sonst noch so zu achten ist. Zum Bespiel, dass man sich bei der
Krankenversicherung informiert und gegebenenfalls eine Auslandskrankenversicherung
abschließt.
In einem internen Auswahlverfahren des Studiengangs Digitale Medien konnte man die drei
Partnerhochschulen angeben, an denen man sein Auslandssemester am liebsten absolvieren
möchte. In den meisten Fällen, so auch bei mir, wurde man dann einer der gewünschten
Hochschulen zugeteilt. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte man sich für einen der Restplätze
entscheiden können.
Die mir zugeteilte Gasthochschule war die Eszterházy Károly Fıiskola in der ungarischen Stadt
Eger. Dies ist eine Partnerhochschule der Universität Bremen und sie befindet sich in der
Europäischen Union (beides war bei vielen anderen Partnerhochschulen nicht der Fall). Somit
nahm ich mehr oder weniger automatisch am Erasmus Programm teil. Für die Teilnahme an
Erasmus musste zunächst ein Formular über die Plattform Stud.IP der Universität Bremen
ausgefüllt werden.
Auf der Webseite der Gasthochschule Eszterházy Károly Fıiskola (http://www.ektf.hu/) fand ich die
benötigten Bewerbungsunterlagen zum Download (Application Form, Learning Agreement,
Transcript of Records). Außerdem gab es noch weitere Informationen zur Anreise und zum
Wohnen in Eger. Auch das Vorlesungsverzeichnis war dort zu finden.
Prüfungsleistungen gab es wie auch in Deutschland in verschiedener Form. Im Sprachkurs wurden
zwei kurze Klausuren geschrieben, in den anderen Fächern mussten entweder
Referate/Präsentationen gehalten werden oder die Hausarbeit war die Prüfungsleistung.
Allgemeine Informationen zur Partnerhochschule
Die Stadt ungarische Stadt Eger liegt im Komitat Heves und ist auch dessen Komitatssitz. Im
deutschen wird die Stadt auch Erlau genannt. Sie hat ca. 56.000 Einwohner.
Die Anreise nach Eger ist relativ unkompliziert, da es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, die
Stadt zu erreichen. Man kann jedes gängige Verkehrsmittel für die Anreise benutzen, also sowohl
Bahn, Bus und Flugzeug als auch Auto.
Egal wie man sich entscheidet, der Weg führt immer über Budapest, den Knotenpunkt des Landes
Ungarn.
Wenn man die Reise frühzeitig bucht kommt man schon sehr günstig nach Budapest. Man kann
dann schon für weniger als 100 Euro bis nach Eger gelangen. Das Europa-Spezial Ungarn der
Deutschen Bahn (http://www.bahn.de/) gibt es schon ab 39 Euro. Ab beispielsweise Hannover
(leider nicht ab Bremen) fährt zum Beispiel der BerlinLinienBus (http://www.berlinlinienbus.de/) bis
nach Budapest. Auch ein Flug nach Budapest ist relativ günstig zu bekommen, sogar direkt ab
Bremen. Gute Angebote findet man bei bekannten Flugpreisvergleichsseiten im Internet oder
manchmal auch bei der ungarischen Airline Malév (http://www.malev.com/).
Von Budapest kommt man dann entweder mit dem Zug oder mit dem Bus bis nach Eger,
Informationen dazu findet man auf der Webseite der Ungarischen Staatseisenbahn MÁV
(http://www.mav.hu/) oder auf der Webseite eines Busunternehmens (http://www.volan.eu/).
Innerhalb Budapest kommt man mit Bus und Metro gut voran, Fahrpläne gibt es auf der Webseite
der Verkehrsbetriebe in Budapest (http://www.bkv.hu/). Es ist zu beachten, dass man jedesmal ein
neues Ticket entwerten muss, wenn man umsteigt. Es bietet sich daher an Zehnerkarten zu
kaufen, wenn man den öffentlichen Nahverkehr in Budapest benutzen möchte. Bei Fahrten
innerhalb Ungarns muss man sich die Tickets vor Ort kaufen und es gibt nicht unbedingt
Automaten. Da nicht jeder am Fahrkartenschalter Englisch spricht, ist es ratsam vorher die
ungarischen Begriffe (beispielsweise: Zehnerkarte – „10 db-os győjtıjegy“) nachzuschlagen und
sich aufzuschreiben.
Ich hatte das Glück, das wir zu dritt von Bremen mit dem Auto angereist sind, so konnten wir viel
Gepäck mitnehmen. Da eine Autoreise sehr lange dauert ist es gut, wenn man einen
Zwischenstopp machen kann. Das war bei uns der Fall. Ein Auto ist in Eger zwar nicht unbedingt
nötig, aber es ist sehr hilfreich wenn man größere Einkäufe erledigen will.
Die Hochschule in Eger ist sehr alt und daher auch sehr schön. Es gibt einen zentralen Campus in
der Innenstadt sowie einen in direkter Nachbarschaft zu den Wohnheimen und einen weiteren in
der Nähe der Innenstadt. Es gibt an den Standorten kleine Mensen, allerdings habe ich nur einmal
eine besucht. Nach meinem Eindruck wird nicht besonders auf gesundes Essen geachtet, aber
das heißt ja nicht, dass es schlecht ist. Man kann eine Karte bekommen, welche man mit Geld
aufladen kann und an Snack- und Getränkeautomaten vergünstigte Preise bekommt.
Auf dem Campus gibt es ein offenes WLAN, es ist zwar nicht besonders schnell und auch nicht
immer erreichbar. Dafür hat man im Wohnheim schnelles Internet, man brauch sich also keine
Sorgen machen, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein.
Im Zentralgebäude gibt es mehrere kleine Bibliotheken, diese sind aber längst nicht so
umfangreich, wie man es von hiesigen Universitätsbibliotheken gewohnt ist. Beeindruckend ist die
historische Bibliothek, dort kann man sich zwar keine Bücher ausleihen, aber sie wird als kleines
Museum genutzt.
In Eger gibt es sehr viele historische Gebäude und Kirchen und auch sonst einige interessante
Sachen zu sehen. Ausflüge wurden bei uns von den ungarischen Studenten organisiert, so
bekommt also auch etwas Kulturelles geboten. In der Nähe des Wohnheims befindet sich der
Studentenclub. Wenn man an den richtigen Tagen dort ist, kann man sich sicher sein, dass es voll
ist. Eintritt ist natürlich frei und Getränke sind wie in jeden anderen Club bzw. jeder Kneipe sehr
günstig. Außerdem kann man als Erasmus-Student auch an Sportkursen teilnehmen. Bei all
diesen Sachen helfen einem die dortigen Studenten gerne weiter.
Akademisches Leben
Schon bevor ich nach Ungarn aufgebrochen bin, hat sich mein so genannter Tandem-Partner mit
mir in Verbindung gesetzt. Ein Tandem-Partner ist ein ungarischer Student und quasi der
persönliche Ansprechpartner bei Fragen oder wenn Hilfe benötigt wird. Leider hat nicht jeder der
Erasmus-Studenten einen Tandem-Partner bekommen. Aber im Prinzip kommt man auch ohne
Tandem-Partner gut zurecht, da es auch direkt im Wohnheim genügend Ansprechpartner gibt, die
einem bei Fragen weiterhelfen.
Auch die Betreuung durch das International Office ist sehr gut. Man bekommt dort fast immer und
ohne Termin Antworten. Vom International Office werden speziell für Erasmus-Studenten zwei
Kurse angeboten (Hungarian Language und Hungarian Culture). Zumindest am Sprachkurs sollte
man teilnehmen, um wenigstens ein bisschen Ungarisch zu lernen.
Ansonsten kann man an den regulären Kursen teilnehmen. Leider gab es in meinen Fall das
Problem, dass fast alle Kurse nicht auf englisch sondern auf ungarisch waren. Die Dozenten
haben sich aber trotzdem Mühe gegeben und dann extra Aufgaben für zuhause erteilt. Dadurch
fand der Hauptteil der Arbeit am Computer im Wohnheim statt. Das hatte den Vorteil, das man sich
die Zeit frei einteilen konnte, allerdings wäre es sicherlich spannender gewesen an regulären
Veranstaltungen teilzunehmen und auch mit ungarischen Studenten zusammen zu arbeiten.
Unterkunft
Die Wohnungssuche ist sehr einfach, solange man keine Sonderwünsche hat. Sie findet nämlich
gar nicht statt. Bei der Annahme an der Eszterházy Károly Fıiskola wird einem automatisch ein
Platz im Wohnheim zugeteilt. Das Wohnheim ist auf einem Hügel oberhalb der Stadt gelegen und
ist sehr neu und schön. Man wohnt zu sechst in einer Wohngemeinschaft. Ein Apartment besteht
aus drei Zimmern, ein kleinen Küche sowie zwei Bädern. Wie man aus der Anzahl der Zimmer
lesen kann, wohnt man immer zu zweit auf einem Zimmer. Das kann zwar manchmal nervig sein,
aber man gewöhnt sich daran und für ein Semester ist es auch ohne Probleme auszuhalten.
Leider gibt es keinen gemeinsamen Wohnraum in Apartment und die Küche ist für sechs Leute zu
klein. Trotzdem lässt sich aber gut leben und der Ausblick über die Stadt ist echt super. Fast alle
Erasmus-Studenten leben im gleichen Wohnheim (als ich dort war, wollten einige partout nicht in
Doppelzimmern wohnen), dadurch findet man sehr schnell Anschluss zu den anderen AustauschStudenten. Aufgrund der Tatsache, dass man ein Zimmer zu zweit bewohnt ist die Miete sehr
günstig, sie beträgt nur 30.000 Forint (je nach Kurs sind das ca. 100-130 Euro).
Braucht man doch mal ein Hotel oder ähnliches, zum Beispiel weil man Besuch irgendwo
unterbringen will, findet man in Eger sehr günstige Unterkünfte schon für unter 15 Euro pro Person
und Nacht. Diese sind dann zwar oft sehr rustikal eingerichtet, aber für ein paar Nächte ist es
auszuhalten. (Günstige Angebote zum Beispiel hier: http://www.hungaryrooms.com/).
Öffentliche Verkehrsmittel
In Eger gibt es einen regen Busbetrieb, allerdings habe ich dort nie einen Bus benutzt. Wir hatten
ja ein Auto vor Ort. Ansonsten kommt man in der relativ kleinen Stadt auch sehr gut zu Fuß
zurecht, einzig die Berge sind etwas anstrengend, wenn man viel zu tragen hat.
Wenn man mal eine Reise mit dem Zug unternehmen möchte so bekommt mit dem Studenten
ausweis, den man zu Beginn des Semesters erhält, 50 Prozent Rabatt.
Formalitäten
Da Ungarn Mitglied in der Europäischen Union ist, braucht man nur einen Personalausweis und
auch kein Visum oder ähnliches. Wichtig sind außerdem noch die Unterlagen der Krankenkasse.
Man kann zwar auch vor Ort ein Konto eröffnen, wesentlich einfacher ist es aber ein deutsches
Konto zu benutzen mit dem man im Ausland kostenlos Geld abheben kann. Ich habe mich für das
Konto der Deutschen Kreditbank (http://www.dkb.de/) entschieden. Mit der kostenlosen Kreditkarte
kann man auch im Ausland kostenlos Geld abheben (Achtung: Kartenzahlung kostet Gebühren, da
die Währung nicht Euro ist). Auch viele andere Banken bieten solche Konten an.
Studentenjobs
Ich habe mich vor Ort nicht über Studentenjobs informiert. Ich bin mir allerdings sicher, dass man
ohne umfangreiche Kenntnisse der ungarischen Sprache keinen Job bekommen wird.
Nach der Rückkehr
Da das Auslandssemester in meinen Studiengang Pflicht ist, war schon vor Antritt klar, dass die
Leistungen auch angerechnet werden. Leider konnten vor Ort nicht alle Kurse war genommen
werden, die ich auf dem ursprünglichen Learning Agreement angegeben habe. Nach der Änderung
des Learning Agreements mussten neue äquivalente Kurse gefunden werden, dass war ein
bisschen umständlich. Im Großen und Ganzen gab es aber keine nennenswerten Probleme
betreffend der Anerkennung von Leistungen.
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