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Interview „Wir wollen an der Wachstumsdynamik junger Märkte wie

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ENTRY & PRIME STANDARD BONDS
„Wir wollen an der Wachstumsdynamik
junger Märkte wie China oder der
Türkei teilhaben“
Ralf Brühöfner, CFO, Berentzen-Gruppe AG
Interview
mit Ralf Brühöfner, CFO, Berentzen-Gruppe AG
ie Berentzen-Gruppe AG wurde vom
BOND MAGAZINE als bester Emittent des Jahres 2012 im Bereich Mittelstandsanleihen ausgezeichnet. CFO Ralf Brühöfner
sieht insbesondere in Märkten wie China und
der Türkei Potenzial. Anleiheemittenten rät
er, die Beweggründe und Ziele der Anleihebegebung klar und plausibel zu kommunizieren.
D
BOND MAGAZINE: Weshalb haben Sie
sich für die Emission einer Unternehmensanleihe entschieden? Was sind für Sie die
wesentlichen Vorteile gegenüber einem
Bankkredit?
Brühöfner: Die Finanzierung unserer
Wachstumspläne über eine Unternehmensanleihe eröffnete uns einen direkten Weg zu
Privatanlegern und institutionellen Investoren. Hierdurch haben wir unsere Finanzierung auf eine breite Basis gestellt und
können damit unabhängig von den Einflussmöglichkeiten einzelner Kapitalgeber
agieren. Das gibt uns Planungssicherheit
und größtmögliche Entscheidungsfreiheit
bei der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie.
mieren. Das ist natürlich vertrauensbildend
und ermöglichte Gespräche „auf Augenhöhe“.
BOND MAGAZINE: Sehen Sie durch die
öffentliche Anleiheemission und durch die
Berichterstattung in zahlreichen Medien einen positiven Imagetransfer auf Ihre Produkte?
Brühöfner: Im Zuge der Anleihebegebung
hat die Berentzen-Gruppe in der Tat eine
starke mediale Präsenz erfahren. Die Berichterstattung fiel dabei in Hinblick auf das
Unternehmen, unsere Strategie und die eigentliche Anleihebegebung sehr positiv aus.
Die hohe Wertschätzung für die Unternehmensmarke „Berentzen“ zeigte sich dann
auch sehr plakativ in der mehrfachen Überzeichnung unserer Anleihe bereits am ersten Zeichnungstag.
BOND MAGAZINE: Ihre Aktie ist seit
Jahren börsennotiert. Hat das die Kommunikation mit Anleihe-Investoren erleichtert?
Brühöfner: Die Berentzen-Gruppe AG ist
seit neunzehn Jahren börsennotiert und erfüllt seither die hohen Transparenzstandards
des General Standard. Insofern wissen wir,
worauf es bei der Kapitalmarktkommunikation ankommt. Gleichzeitig bot sich auch
für potenzielle Investoren die Möglichkeit,
sich im Vorfeld umfassend und verlässlich
über unsere Unternehmensgruppe zu infor6
BOND MAGAZINE | Ausgabe 37 | Februar 2013 | www.fixed-income.org
BOND MAGAZINE: Wie werden die Mittel aus der Anleiheemission verwendet und
in welchem Umfang wurden diese bereits
investiert?
Brühöfner: Mit den Erlösen in Höhe von
rund 50 Mio. Euro wird vorrangig das internationale Wachstum unserer Getränkegruppe finanziert. Die Mittel werden unter
anderem für die Kapitalausstattung bereits
bestehender oder neuer Tochtergesellschaften im Ausland verwendet, wie beispielsweise für unsere neu gegründete Gesellschaft
in den USA. Mögliche internationale Akquisitionen werden aktuell geprüft. Daneben werden wir in diesem Jahr auch in die
Entwicklung internationaler Markenkonzepte investieren. Bei der Verwendung der
Mittel agieren wir umsichtig. Wir investieren mit Augenmaß und im positiven Sinne
konservativ.
ENTRY & PRIME STANDARD BONDS
BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie in
stagnierenden Märkten weiter wachsen?
Brühöfner: Wachstum in gesättigten Märkten wie beispielsweise Deutschland ist bekanntlich nur über Verdrängungswettbewerb möglich. Innovative Neuprodukte
sind dabei auch für uns ein Aspekt zur Gewinnung von Marktanteilen. Gleichzeitig
wollen wir die Produktpräsenz bestehender
Kernmarken wie Berentzen oder Puschkin
im nationalen Handel und der Gastronomie mit neuen Markenkonzepten und einem optimierten Vertriebsansatz deutlich
ausbauen. Deutschland bleibt für uns weiterhin der wichtigste Markt für unsere Spirituosen, in den wir – parallel zu unseren internationalen Bestrebungen – weiterhin aktiv investieren.
BOND MAGAZINE: In welchen Ländern
sehen Sie Potenzial?
Brühöfner: Zum einen wollen wir an der
Wachstumsdynamik junger Märkte wie
China oder der Türkei teilhaben, die eine
wachsende kaufkräftige Mittelschicht he-
rausbilden. Westliche Spirituosen, insbesondere Produkte mit langjähriger Tradition
genießen dort ein hohes Ansehen und sind
oftmals Statussymbole. Daneben gibt es
aber auch entwickelte Märkte wie die USA,
in denen beispielsweise fruchtige Liköre
„Made in Germany“ auch in einem Nischensegment deutliches Potenzial besitzen.
BOND MAGAZINE: Welche Anforderungen müssen mögliche Akquisitionsziele
erfüllen?
Brühöfner: Bei einem möglichen Zukauf
von Unternehmen gibt es ein Grobraster,
durch das Angebote zunächst gefiltert werden, denn wir haben natürlich konkrete
Vorstellungen, welche Rahmenbedingungen Akquiseobjekte bieten sollen. Wir interessieren uns vorrangig für ausländische
Unternehmen, die mindestens eine der folgenden Kriterien erfüllen: Ein gutes und
ggf. ausbaufähiges Markengeschäft, ausgezeichnete Infrastrukturen, z.B. in der Distribution und im Vertrieb oder Aktivitäten
in Spirituosensegmenten, die von Knappheit und demzufolge von guten Margen ge-
prägt sind. Wir haben dabei keine Eile und
werden keine Kompromisse eingehen.
BOND MAGAZINE: Welchen Rat würden Sie anderen mittelständischen Unternehmen geben, die die Emission einer Unternehmensanleihe planen?
Brühöfner: Der Emittent muss Beweggründe und Ziele der Anleihebegebung klar
und plausibel kommunizieren. Potenzielle
Investoren müssen die Unternehmensstrategie schnell nachvollziehen können, um in
dem rasant wachsenden Anleihenmarkt die
richtige Anlageentscheidung treffen zu können. Die Begebung einer Anleihe kann ein
sehr kompakter, circa zehnwöchiger Prozess
sein, wenn zum einen die Bereitschaft und
zum anderen die Fähigkeit zur Organisation
sowie das Dokumenten- und Berichtswesen
vorhanden sind. Schnelle Informationsflüsse, Disziplin und Teamgeist sind dabei
wesentlich, um dieses anspruchsvolle Projekt erfolgreich umzusetzen.
Das Interview führte Christian Schiffmacher.
www.xetra.com/anleihen
Kapital für Ihre Zukunft. Made in Germany
Neue Unternehmensanleihen
Events
Emittent
Handelsstart
Kupon
Fälligkeit
Transparenzstandard
René Lezard Mode GmbH
15.11.2012
7,250 %
25.11.2017
Entry Standard für
Unternehmensanleihen
Stauder GmbH & Co. KG
20.11.2012
7,500 %
23.11.2017
Entry Standard für
Unternehmensanleihen
Porr AG
30.11.2012
6,250 %
04.12.2016
Entry Standard für
Unternehmensanleihen
Homann Holzwerkstoffe GmbH
04.12.2012
7,000 %
14.12.2017
Entry Standard für
Unternehmensanleihen
MS Deutschland
Beteiligungsgesellschaft mbH
07.12.2012
6,875 %
18.12.2017
Entry Standard für
Unternehmensanleihen
Prime Standard und Entry Standard für Unternehmensanleihen
Die Deutsche Börse bietet Unternehmen aller Größenklassen maßgeschneiderte
Marktsegmente für die Fremdkapitalaufnahme – auch unabhängig von einer Börsennotierung. Der Entry Standard für Unternehmensanleihen eignet sich für junge,
wachsende und mittelständische Unternehmen mit Finanzierungsbedarf. Unternehmen im Prime Standard für Unternehmensanleihen sind anerkannte Marktführer, die
zugleich ihre internationale Wettbewerbsposition und Reputation mit einer AnleiheEmission stärken wollen.
21.02.2013
stocks & standards-Workshop: Bedeutung des Themas
Nachhaltigkeit im Rahmen der Kapitalmarktkommunikation von börsennotierten Unternehmen: Mainstream
oder Nische?
Deutsche Börse AG | The Cube, Eschborn
12.03.2013
stocks & standards-Workshop: Prime und Entry Standard für
Unternehmensanleihen – Wie Fremdkapitalaufnahme zum
gemeinsamen Erfolg von Unternehmen und Investoren wird
Deutsche Börse AG | The Cube, Eschborn
06.05 – 08.05.2013
Deutsche Börse Frühjahrskonferenz 2013
Veranstalter: komments GmbH
Veranstaltungsinitiator: Deutsche Börse AG
Hotel Hilton, Frankfurt am Main
www.xetra.com/listing > Events
BOND MAGAZINE | Ausgabe 37 | Februar 2013 | www.fixed-income.org
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