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Brennholz aufarbeiten – aber wie?

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Wald & Jagd
■ BAUERNBLATT l 22. Februar 2014
Nützliche Helfer im Forst
Brennholz aufarbeiten – aber wie?
Wer sein Holz zu Brennholz aufarbeiten will, kann dies manuell
oder maschinell erledigen. Doch
einige Faktoren schränken diese
scheinbare Freiheit der Wahl
schnell ein: Wie viel Festmeter
pro Jahr fallen an, welche Holzsorten sind zu bearbeiten, und
wo soll das alles stattfinden –
stationär oder mobil? Noch unübersichtlicher macht diese Gemengelage die Tatsache der
schier unüberschaubaren Zahl
der Angebote und ihrer Ausstattungen: Die Lieferantensuchmaschine „Wer liefert was?“ listet
unter dem Suchwort „Brennholzspaltmaschinen“ 135 Lieferanten
auf, darunter allein 19 Hersteller.
Wie also ist die geeignete Maschine zu finden? Dieser Beitrag
soll dabei helfen, den Überblick
nicht zu verlieren.
kreuz, die durch den Stamm ge- senkrecht unter das Spaltmesser
drückt werden. In der horizonta- gestellt werden muss. Wichtig ist
len Version drückt der Stempel auch, wie der Spaltzylinder wiedas Holz durch das feststehende der eingefahren wird. Manche
Spaltkreuz. Das lässt sich nicht nur Modelle stellen beim Rücklauf
schnell austauschen, sondern mit gleich das nächste Stück zum Spaleinem
Hebel
oder – bei ProfiSchneidspaltautomaten – automatisch in der
Höhe verstellen
und so dem
Stammdurchmesser anpassen.
Zum
Schneidspalter gehören
auch ein Holzvorschub, oftmals
ein Förderband
sowie vielfach
ein Förderband
zum Abtransport
der Scheite. Eine Rechts im Bild ist ein Zehnfach-Spaltkreuz in Aktion, wähGrundsätzlich ist in zwei Versio- Hebevorrichrend links der Längenbegrenzer am Stirnholz des Stamnen von Spaltmaschinen zu unter- tung erleichtert mes anliegt und ihn zurückhält.
scheiden: solche, die nur spalten, das Auflegen der
und solche, die das Holz zusätzlich Stämme auf den Holzvorschub er- ten mit auf. Einige fahren ihn
auf eine vorgegebene Länge heblich. Horizontal arbeitende komplett ein, andere fahren ihn
schneiden können. Die reinen Spalter benötigen keinen Holz- nur teilweise zurück, sodass soSpalter sind in stehenden und lie- vorschub, sondern legen den gleich ein neuer Stamm eingelegt
genden Versionen verfügbar, die Stamm mit einem Hebetisch di- werden kann.
Schneidspalter grundsätzlich nur rekt vor den Spaltzylinder. Ihr Abals liegende, auch als horizontale lagetisch sollte groß dimensioKreis- oder
bezeichnet. Alle verfügen über ei- niert sein, um die gespaltenen
Kettensäge?
nen hydraulisch angetriebenen Scheite gut aufnehmen zu könSpaltzylinder. In der stehenden nen. Etliche vertikale Versionen
Schneidspalter sind entweder
Version befindet sich an dessen verfügen ebenfalls über eine He- mit einer Kettensäge oder einer
Ende der Spaltkeil oder das Spalt- bevorrichtung, da der Stamm ja Kreissäge bestückt. Für welche
Version man sich entscheidet, bestimmt der Durchmesser der zu
bearbeitenden Stämme: Kettensägen können aufgrund ihres langen Schwertes stärkere Stämme
schneiden, haben aber nicht die
Standzeiten von Kreissägen. Das
heißt, die Ketten müssen öfter
nachgeschliffen werden als die
Zähne der Kreissägen, die im
Schnitt erst nach weitaus mehr
Festmetern fällig sind. Sinnvoll bei
diesen Geräten ist ein Niederhalter, der verhindert, dass sich der
Stamm beim Sägen dreht. Diese
Maschinen verfügen alle über einen Längenbegrenzer, mit dem
die Scheitlänge zwischen 20 und
über 50 cm einstellbar ist.
Alle Versionen benötigen wenigstens eine, besser zwei Hydraulikpumpen, die den Spaltzylinder
bewegen. Daneben treibt die Hydraulik bei einigen liegenden MoEin horizontal arbeitender Holzspalter im Einsatz.
Foto: Güde dellen auch die Hebeeinrichtung
des Hebetischs sowie die Höhenverstellung des Spaltkreuzes an.
Betrieben wird die Hydraulikanlage von einem 230-V- oder 400-VElektromotor, einem Dieselmotor
oder der Zapfwelle des Schleppers
beziehungsweise einem separaten Zapfwellen-Motor. Hierbei ist
auf deren ausreichende Leistung
zu achten. Vielfach erlaubt es die
Zapfwellen-Version auch, den
(Schneid-)Spalter an die Dreipunkt-Aufhängung des Schleppers anzuhängen. Mit eingefahrenem Zylinder und angeklappten Förderbändern ist ein Straßentransport problemlos möglich. Einige Maschinen sind daneben auch als straßentaugliche Anhängermodelle erhältlich, zugelassen bis zu 80 km/h. Mobile Modelle für die Holzaufarbeitung
machen allerdings nur dann Sinn,
wenn am Arbeitsplatz auch ausreichend Holz vorhanden ist. Ansonsten ist es wirtschaftlicher, das
Holz zum stationären (Schneid-)
Spalter zu transportieren und es
dort aufzuarbeiten. Zu bedenken
ist auch, dass mobile Modelle betankt werden müssen, was im Forst
nicht überall zulässig ist. Zudem
muss eine mobile Tankanlage eingesetzt werden, wobei etliche
Vorschriften einzuhalten sind.
Welche Spaltkraft ist
erforderlich?
Holzspalter stammen ursprünglich aus Skandinavien und verarbeiten dort vor allem weiche
Hölzer wie Fichte und Birke mit
einem Maximaldurchmesser von
40 cm. Dafür sind 7 t Spaltkraft
sicherlich ausreichend. Aber in
Mitteleuropa werden ganz andere Anforderungen an die Spaltkraft gestellt, insbesondere wenn
härtere Sorten wie Buche oder Eiche aufzuarbeiten sind. Eng verbunden mit der Spaltkraft ist der
erforderliche Zeitaufwand: Je höher sie ist, desto effektiver kann
der Stamm gespalten werden,
weil gleich mehrere Scheite in einem Durchgang produziert werden, die Produktivität sich also erhöht. Dies ist natürlich zudem abhängig von der Form des Spaltkeils oder -kreuzes und dem
Stammdurchmesser. Ein achtfaches Kreuz benötigt erheblich
mehr Spaltkraft als ein vierfaches.
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Wald & Jagd
Daher ist vor einem Kauf sorgfältig
zu prüfen, welche Hölzer mit welchem Durchmesser zu verarbeiten
sind. Soll für den Privatgebrauch gespalten werden, so ist der Zeitaufwand eher nachrangig, nicht aber
bei einem professionellen Holzaufarbeitungsbetrieb. Danach muss
sich die Wahl der Spaltkraft sowie
des Spaltkeils richten.
Das Holz kann in vertikalen Spaltern bis zu einer Länge von rund
1,25 m bei einem Stammdurchmesser von bis zu 50 cm verarbeitet wer-
BAUERNBLATT l 22. Februar 2014 ■
den. Einige Modelle erlauben bis zu
80 cm Durchmesser. Für kurze Stämme sind optional entsprechende
Zwischentische erhältlich. Im Gegensatz zu Spaltern lassen sich
Schneidspalter mit Stämmen von
mehreren Metern Länge bestücken.
Generell ist bei weichem Kurzholz
ein Spaltdruck von rund 7 t ausreichend. Bei Mehrfachspaltkreuzen
ist die doppelte Leistung angeraten, und für den Profibereich
werden
Schneidspaltautomaten
mit Spaltdrücken bis zu 50 t an-
FAZIT
Holzaufarbeitung ist ein mühseliges Geschäft, und es ist nachvollziehbar, dass so mancher die
Spaltaxt und Kettensäge mit einem (Schneid-)Spalter tauschen
möchte. Vor dem Kauf einer derartigen Maschine sollte man sich
jedoch genau darüber im Klaren
sein, welche Mengen welcher
Holzsorte in welcher Zeit wie –
mobil oder stationär – aufgearbeitet werden sollen. Für den
kleinen Bedarf für den eigenen
Kamin ist ein rein vertikaler Kurzholz-Spalter mit 6-7 t Spaltdruck
für unter 2.000 € sicherlich ausreichend. Sind größere Mengen
aufzuarbeiten,
mag
eine
Schneidspalter schon sinnvoll
sein. Und für den Profi wird wohl
nur ein Schneidspaltautomat infrage kommen, für den aber
mehrere 10.000 € zu bezahlen
sind.
geboten. Derartige Maschinen ver- dem sind Abdeckungen bei
fügen über ein schwenkbares För- Schneidspaltern meist so gesichert,
derband, mit dem die Scheite direkt dass sich bei deren Öffnen die Main Netzlagersäcke auf Europaletten schine ausschaltet.
gefördert werden und das so einen
permanenten Materialfluss erlaubt.
Peter Richter,
Die Leistung liegt bei mehreren
Autocom Deutschland
Raummetern
pro Stunde.
Die meisten
Maschinen
verfügen aus
Sicherheitsgründen über
eine
Zweihandbedienung. Einige
Modelle bieten einen Joystick, mit dem
sich alle erforderlichen Arbeitsschritte –
Stammauflegen und Vorschub, Schneiden und Spalten – komfor- Der Niederhalter hält den Stamm beim Ablängen sicher in
tabel steuern Position und verhindert, dass er sich dreht.
lassen. AußerFoto: Südharzer Maschinenbau GmbH
Ausschuss aktuell: Forst
Neue Gesichter, viel Arbeit und gute Nachrichten
Mitte Februar hat sich in Bad Segeberg der Fachausschuss Forst konstituiert. Präsident Claus Heller
verpflichtete dessen Mitglieder
und ließ den ersten und zweiten
Vorsitzenden wählen. Bei eigener
Enthaltung wurde Waldbesitzer
Hans-Caspar Graf zu Rantzau einstimmig wiedergewählt. Sein
Stellvertreter ist ab sofort Martin
Maronde, Forstwirt aus Mölln.
regionales Ereignis gehandelt habe.
Allerdings seien die Arbeiten wegen
der wassergesättigten Böden nicht
einfach, und nur von wenigen Bahnhöfen im Norden könne man das
Holz abtransportieren. „Die Aufarbeitung des Windwurfes wird uns
wohl noch über April hinaus beschäftigen“, so Sturies weiter.
Eine andere Thematik, die laut Graf
zu Rantzau die Waldbesitzer beschäf-
tigt, ist die Frage, welche Bäume dem
Klimawandel trotzen werden. Der
Naturschutz plädiert für den Anbau
heimischer Sorten. Viele Waldbesitzer
möchten, dass auch andere wie nordamerikanische Nadelbäume Einzug in
unsere Wälder halten, denn „Wirtschaftlichkeit ist die Grundlage für die
Forstwirtschaft“, sagte Graf zu Rantzau. Bezüglich der Baumarten gebe
es noch erheblichen Diskussions- und
Forschungsbedarf.
Hans-Jürgen Sturies berichtete
von einem guten Jahr für die Forstabteilung. Alle Wirtschaftsfelder
von der Ausbildung über die Beratung bis hin zu Waldbestattung,
Ökokonten und die Waldpädagogik
liefen rund. Henrik Schwedt, Landwirtschaftskammer, stellte die forstliche Förderung der abgelaufenen
Förderperiode vor. Hierzu folgt in
der kommenden Ausgabe von Wald
und Jagd ein detaillierter Beitrag.
Dr. Borris Welcker, ebenfalls Landwirtschaftskammer, sprach von einer
guten Auslastung der Lehranstalt
für Forstwirtschaft. Auch hierzu in
Die Mitarbeiter der Forstwirtschaft, Dr. Borris Welcker, Henrik Schwedt, Hans- Kürze weitere Informationen.
der immensen Aufforstungskosten
habe man das Land um die Erhöhung
der Förderung gebeten. Hans-Jürgen
Sturies, Leiter der Forstabteilung, ergänzte, dass die Förster in den betroffenen Gebieten durch Kollegen aus
anderen Landesteilen unterstützt
würden. Derzeit seien 18 Havester im
Einsatz. Der Markt habe unter dem
anfallenden Holz glücklicherweise
nicht gelitten, weil es sich nur um ein
Der Präsident schilderte die Lage
der Kammer. Diese bleibe durch die
Umlageerhöhung handlungsfähig. Er
dankte dem Ehrenamt, dass man sich
bei der Hauptversammlung Ende des
Jahres einstimmig zu diesem Entschluss durchgerungen habe. Dennoch werde man sich nicht ausruhen
und weiter daran arbeiten, Kosten
einzusparen, und jede Ausgabe auf
den Prüfstand stellen.
Der Vorsitzende Graf zu Rantzau
ließ 2013 Revue passieren und sprach
von einem Jahr ohne besondere Vorkommnisse – bis zu den beiden Stürmen. Über 1.110 ha Wald seien vernichtet worden, vor allem nördlich
des Kanals. Bedauerlich sei, dass es Jürgen Sturies, mit den Ehrenamt: Holger Oetting, Claus Ratjen, Hans-Caspar
vor allem die Kleinwaldbesitzer ge- Graf zu Rantzau, Präsident Claus Heller, Martin Maronde und Jens Clasen vor
troffen habe. Vor dem Hintergrund einem Forstschlepper (v. l.).
Foto: Isa-Maria Kuhn
Isa-Maria Kuhn
Landwirtschaftskammer
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Seele and Geist
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