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Bildungspolitik aktuell
Freiräume nutzen –
wie geht das?
Die beruflichen Schulen präsentieren
erste Ergebnisse des Projekts Stebs
Mit dem Start des Projekts »Stärkung der
Eigenständigkeit beruflicher Schulen« (Stebs)
im Mai 2001 haben sich über 60 Schulen auf
den Weg gemacht, die vielen Entwicklungsaktivitäten, die im Rahmen der inneren Schulentwicklung stattfinden, zu systematisieren,
zu verstetigen und weiterzuentwickeln.
Hierbei sollen neue Möglichkeiten geschaffen
werden, um den Schulen, Schulleitungen und
Lehrkräften größere Gestaltungs- und
Verantwortungsräume zu überlassen, die im
Sinne der mittelbaren oder unmittelbaren
Verbesserung des Unterrichts genutzt werden
können. Aus der Erfahrung mit Stebs sollen
Erkenntnisse zur weiteren Entwicklung der
beruflichen Schulen gewonnen werden.
Schulen beginnen eigene
Schulprojekte
Die Schulen erarbeiteten rund 14 Projektideen, die in die vier Handlungsfelder
Schulorganisation, Schulprofil, Personalmanagement und Qualitätsmanagement
systematisch eingeteilt wurden. Jede Schule hatte die Möglichkeit, zwei selbst vorgeschlagene Schulprojekte zu planen und
umzusetzen, beispielweise zur Erprobung
von Regeln für eine Personalbudgetierung
oder zur Entwicklung von Verfahren der
Evaluation von Unterricht. Insgesamt werden derzeit über 100 Schulprojekte erprobt.
Vielfältiges Angebot an
Unterstützungsmaßnahmen
Die Schulen benötigen Unterstützung für
ihre Schulprojekte. Neben Fortbildungen
– unter anderem zu den Themen Projektmanagement, Moderationstechnik oder
Kommunikations- und Konfliktmanagement – und der Vernetzung aller beteilig-
12
ten Schulen spielt die Betreuung und Beratung der Schulen durch Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter eine wesentliche Rolle für die neue Qualität des schuleigenen Prozesses. Dieses Unterstützungssystem ist eines der Ergebnisse der engen
Zusammenarbeit aller Beteiligten und somit ein weiterer wichtiger Baustein für
den Erfolg von Stebs.
Erste Ergebnisse aus
den Stebs-Schulen
Die Stebs-Schulen haben im bisherigen
Projektverlauf hervorragende Arbeit geleistet. Der Entwicklungsprozess an den einzelnen Schulen ist dabei aufgrund der unterschiedlichen Vorkenntnisse und Erfahrungen der Kollegien mit unterschiedlicher Intensität und Geschwindigkeit
erfolgt. Die Bandbreite der behandelten
Themen innerhalb der Projekte ist groß.
Hier zeigt sich einmal mehr die Innovationsbereitschaft und Kreativität der Kollegien der beruflichen Schulen.
Neben Fragebögen zur quantitativen Erfassung von Informationen werden unter
anderem qualitative Interviews und Evaluationsworkshops mit den Schulen als
Evaluationsinstrumente eingesetzt. Die aus
den Projektdokumentationen entstandenen Evaluationsberichte bilden eine weitere unverzichtbare Datenquelle. Das Konzept erhebt dabei nicht den Anspruch einer wissenschaftlich fundierten und umfassenden Projektevaluation.
»Erste Ergebnisse« lautet der Titel der
zweiten Stebs-Broschüre, die im Juni 2003
erschienen ist. Ausgehend von den Ansatzpunkten und Zielen von Stebs werden in
der Broschüre zu jedem der einzelnen Projekte die »ersten Ergebnisse« beschrieben.
Basis hierfür sind die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse der Schulen in
ihren Schulprojekten.
Schule mit zertifiziertem
Qualitätsmanagement
Wie eine Schule die Gestaltungsfreiräume
im Rahmen von Stebs zu nutzen weiß,
zeigt unter anderem das Beispiel der Zentralgewerbeschule Buchen. Durch die Teilnahme an Stebs hatte die Schule die Möglichkeit, ihr vorhandenes Qualitätsmanagementsystem so weiterzuentwickeln,
dass es den Anforderungen der Norm
ISO 9001:2000 entspricht. Die Schule
arbeitet damit nach einem international
anerkannten und in der Wirtschaft schon
länger etablierten QualitätsmanagementModell.
Ergebnisse zum Nutzen für
weitere Schulen
Das Projekt Stebs hat noch eine Laufzeit
bis Juli 2004. Spätestens bis zu diesem
Zeitpunkt werden zu allen Projekten der
vier Handlungsfelder Ergebnisse vorliegen, die dann von allen Schulen genutzt
werden können. In zwei weiteren Projekten liegen ebenfalls bereits detaillierte
Ergebnisse vor. Die wesentlichen Ergebnisse des Projekts Personalbudget sind in
die Neufassung des Organisationserlasses
für die beruflichen Schulen eingeflossen.
Im Rahmen des Projekts Weiterentwicklung des Lehrergewinnungs- und Lehrereinstellungsverfahrens wurde der Entwurf einer Handreichung zum schulbezogenen Stellenausschreibungsverfahren erarbeitet, die in erster Linie als wichtige
Informationsquelle und Arbeitshilfe dient.
Ergebnissicherung in den
Schulprojekten
Evaluation ist ein wichtiges Instrument im
Projektmanagement und hilft durch Festlegung bestimmter Meilensteine und
durch den Einsatz unterschiedlicher Evaluationsinstrumente, die Qualität und den
Erfolg eines Projektes abzusichern. Dies
gilt selbstverständlich auch für Stebs. Der
innovative Ansatz und die Komplexität
dieses Projektes machen es erforderlich,
durch Evaluationsmaßnahmen Informationen zu sammeln, die zum Abschluss des
Projektes Erkenntnisse über den Prozessverlauf und über die Zielerreichung ermöglichen.
Die Evaluation von Stebs soll zuverlässige Informationen darüber geben,
> in welcher Hinsicht die Eigenständigkeit der einzelnen Schulen gestärkt
wurde;
> in welcher Hinsicht die Qualität der
Schule durch die Stärkung der Eigenständigkeit gefördert wurde;
> in welchem Maße Prozesselemente
nützlich sind;
> in welchem Maße Unterstützungssysteme wirksam sind;
> inwieweit Stebs als Verfahren zur
Initiierung von Innovationen im
Schulbereich sinnvoll ist.
Stebs, Stebs-Prozess, Modellvorhaben OES – wie es weitergeht
Das Projekt Stebs mündet in den StebsProzess. In der Fortführung der von Stebs
angestoßenen Prozesse kann jede Schule,
die für ihren Schulentwicklungsprozess einen systematischen Entwicklungs-, Unterstützungs- und Beratungsrahmen braucht,
einen Stebs-Prozess durchlaufen. Das Ziel
aller dieser Maßnahmen ist es, Schulen im
Rahmen der verfassungs- und schulrechtlichen Vorgaben hinsichtlich ihrer Kompetenz, ihrer Führungsstruktur und ihres
Selbstkonzeptes zu eigenständig operierenden Einheiten weiterzuentwickeln.
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Unterrichts stehen dabei im
Mittelpunkt.
Die Eröffnung von mehr Gestaltungsfreiräumen führt nicht automatisch zu einer guten Schule. Dass jede einzelne
Schule ihr Ziel erreicht, ist durch ein Qualitätsmanagement sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund werden noch in diesem
Jahr bis zu 15 Stebs-Schulen die Möglichkeit haben, im Rahmen des Modellvorhabens »Operativ Eigenständige Schule«
(OES) mit der Entwicklung und Erprobung eines landesspezifischen Qualitätsmanagementsystems für berufliche Schulen zu beginnen. Ziel ist ein Konzept zur
Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung, das den Schwerpunkt auf die Selbstevaluation legt und den Unterricht als zentralen Prozess der pädagogischen Arbeit in
den Mittelpunkt stellt.
Veronika Gulde, Jochen Würstle
Referat Grundsatzfragen beruflicher Schulen,
Qualitätssicherung und übergreifende Projekte
Informationen zu Stebs unter
www.schule-bw.de/schularten/
berufliche_schulen/stebs
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Bildung
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