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Insektengifte: Wie Ärzte der Uni-Hautklinik Allergikern helfen

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GESUNDHEIT
UND MEHR...
15/08 DAS PATIENTENMAGAZIN DES
UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG
IHR
PER
SÖN
GRA
LICH
TISES
EXE
MPL
AR
Insektengifte:
Wie Ärzte der
Uni-Hautklinik
Allergikern helfen
Seite 6/7
Foto: ddp
miniuniversum:
Kinderparadies für 126 Knirpse
an der Uni-Klinik …3
Leipzig statt Wien:
Warum bekannter Wissenschaftler
weiter an Uni-Klinik forscht …8
2
MELDUNGEN | KOPF DER WOCHE
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
INHALT
KOPF DER WOCHE
ypisch Otto: Wird er gefragt,
ob er Probleme mit dem Älterwerden hätte, so antwortet er:
„Komischerweise nicht. Bei mir geht
das ganz von selbst.“ Richtig, erst
vor kurzem feierte der Emdener einen runden Geburtstag. Es ist es
kaum zu glauben, dass der Quatschkopf der Nation schon 60 ist.
T
Klinikum intern
Neues aus der
Uniklinik Leipzig . . . . . . . . . 3
Report
Dubai – Leben auf der
Überholspur . . . . . . . . . . . . 4/5
Klinikum 2008
Insektengift – Gefahr und
Therapie zugleich. . . . . . . . . 6
Wissenschaft
Sorben statt Sacher – warum
Prof. Stumvoll hier bleibt . . 8
Dass aus dem „kleinen Ottilli“ mal ein
ganz großer Showmaster wird, war
früh zu erahnen: Schon als Zwölfjähriger unterhielt er Kinder und Nachbarn mit einem improvisierten
Handpuppentheater im Hinterhof.
Mit 14 spielte der Teeny in seiner
Band The Rustlers, zu deutsch: Die
Viehdiebe. Und das mit Erfolg.
Foto: dpa
Klinikum 2008
Hand in Hand für Patienten
und Forschung . . . . . . . . . . . . 7
Schaut man sich die Wiederholungen der „Otto-Show“ der 70er Jahre
in den Nachtschienen der Dritten
Programme an, sieht man einen
jungen Mann, dem noch nicht alles
gelang: „Bei meinen Auftritten war
ich aber oft so nervös, dass mir der
Mikrofonständer umkippte oder die
Mundharmonika herunterfiel und
ich mich mit lustigen Ansagen über
die Zeit rettete“, erinnert er sich.
Seither ist die „Mischung aus Musik,
Komik, Akrobatik und Fehlern“ sein
Erfolgsrezept.
Ratgeber
Sommerzeit bedeutet oft
Stress fürs Haar . . . . . . . . . . 9
Politik I Wirtschaft
Kirche steigt ins Gasgeschäft
ein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Reise
Schweden . . . . . . . . . . . . . . 11
Ab 1969 verdiente sich der Student
als Folksänger in einer Hamburger
Kellerkneipe die WG-Miete – in die-
Kultur
Atlas der wahren Namen . . . 12
Unterhaltung
50. Jahre Schreinemakers . . 13
Prävention
Impschutz checken – erst dann
abfliegen. . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Wellness
Rund, na und? Schwangerschaft
und Sport. . . . . . . . . . . . . . . 15
Kinderseite
Wie kommt der Schimmel
in den Käse?. . . . . . . . . . . . . 16
Jugend
Hula-Hoop im Wohnzimmer. 17
MELDUNGEN
Patientenakten veröffentlicht
ach der Übergabe von rund 90 000 Patientenakten aus der „Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik“ an das Landesarchiv Berlin hat sich der Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin, Alexander Dix, eingeschaltet. „Es
muss geprüft werden, ob die archivrechtlichen Vorgaben erfüllt wurden“,
sagte er. Das Archiv sei vorerst aufgefordert worden, keine weiteren Akten
von Patienten an die Öffentlichkeit herauszugeben. Hintergrund der Prüfung
ist eine Konferenz, bei der Akten aus den Jahren 1870 bis 1960 offiziell an
das Landesarchiv übergeben wurden. Dabei wurden unter anderem die Akte des Schauspielers Klaus Kinski (1926-1991) präsentiert. Dadurch gelangte die Krankengeschichte samt Diagnose Kinskis in die Öffentlichkeit. Die
Veröffentlichung sei nach dem „Gesetz über die Sicherung und Nutzung von
Archivgut des Landes Berlin“ rechtmäßig. Danach dürfe Archivgut, zu dem
auch Patientenakten gehörten, zehn Jahre nach dem Todesdatum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
epd
N
Beschneidungen umstritten
wei Fälle von Beschneidungen an neugeborenen Knaben mit tödlichem Ausgang haben in Italien einen Streit um chirurgische Eingriffe
Z
aus religiösen Gründen ausgelöst. Ärzte, Muslime und Juden fordern der
Sport
Rasant auf die Welle . . . . 20/21
römischen Tageszeitung La Repubblica zufolge, entsprechende Beschneidungen vom staatlichen Gesundheitsdienst ausführen zu lassen. Das zwei
Monate alte Kind einer Nigerianerin war in einem Krankenhaus im süditalienischen Bari verblutet, nachdem es in einer Privatwohnung beschnitten worden war. Der Präsident der islamischen Gemeinden Italiens, Mohamed Nour Dachan, rief die Behörden auf, Beschneidungen aus religiösen Gründen in die staatliche gesundheitliche Grundversorgung aufzunehmen. Die Staatssekretärin im Sozialministerium, Francesca Martini,
verurteilte Beschneidungen als „barbarisch“. Es handle sich um „rückständige Praktiken ohne Grundlage“.
dpa
Rätselseite . . . . . . . . . . . . 22
Deutsche Olympioniken geimpft
Ihr Geld, ihr Recht
Aktuelle Urteile . . . . . . . . . . . 18
Soziales
Eltern brauchen Bares . . . . . 19
Veranstaltungshinweise |
TV-Tipps . . . . . . . . . . . . . . 23
Steckbrief | Impressum. 24
Otto Waalkes, Komödiant
in Großteil der deutschen Olympia-Mannschaft hat sich vor der Abrei-
se zu den Spielen in Peking gegen Hepatitis A und B impfen lassen.
E
Dies teilte die Deutsche Leberstiftung in München mit. Zu den prominentesten Impflingen zählten die Teammitglieder der deutschen HandballWeltmeistermannschaft. Nach Angaben der Stiftung sei etwa die Hälfte
von knapp 200 Olympia-Teilnehmern, die sich einem Test unterzogen, ohne Schutz gegen Hepatitis A oder B gewesen.
dpa
ser wohnten auch Udo Lindenberg
und Marius-Müller Westernhagen.
Texten hingegen war aber nie seine
Stärke. Wer glaubt, dass Otto all die
Gags und Kalauer selbst geschrieben
hätte, der irrt: Autoren der Satirezeitschrift „Pardon“ Bernd Eilert und Pit
Knorr, ja selbst der feinzüngige Robert Gernhardt, schrieben die Sketche und Witzchen für ihn. Waalkes
sieht sich als Entertainer – als einen
Kugelblitz, der über die Bühne flitzt
und die Massen zum Toben bringt.
Gar nicht doof erwies sich der dürre
Waalkes übrigens bei der Vermarktung seiner Talente: Der Sohn eines
Malermeisters gründete mit seinem
Kumpel Hans Otto Mertens das Label
„Rüssl Räckords“ – weil ihn andere
Plattenfirmen abwiesen. Platten- und
Buchumsätze sowie die Zuschauerschaft seiner TV-Shows und Kinofilme wurden in Millionen bemessen.
Otto ist jemand, der die ganze Familie ins Kino oder vor den Fernseher
locken kann. Eltern kennen ihn aus
ihrer eigenen Jugendzeit, Kinder aus
Filmen wie „Die sieben Zwerge“ und
als Synchron-Stimme aus „Ice Age“.
Um die Zukunft des beliebtesten
Ostfriesen der Nation müssen sich
die Fans keine Sorgen machen: „Ich
will noch mit 70 Jahren vor Publikum stehen und meine Liedchen
singen.“
Frank Schmiedel
REIZTHEMA
Herausforderung Demenz
ie Zahl der an Demenz die Demenz-Krankheit einstelerkrankten Menschen in len: „Nehmen Sie das Beispiel
Deutschland steigt jedes Krankenhaus. Fast alle DeJahr um 100 000, im Jahre menzerkrankten, die in Pflegeheimen oder zu
2030 werden es
Hause
leben,
gut zwei Milliomüssen irgendnen sein. Das
wann auch wegeht aus Schätgen körperlicher
zungen
von
Erkrankungen in
Claus Wächtler
die Klinik. Dort
hervor, leitender
sind Ärzte und
Arzt der AbteiPflegepersonal in
lung für Gerontoder Regel überpsychiatrie der
haupt nicht auf
Asklepios Klinik
den Umgang mit
Nord in HamPatienten eingeburg und profistellt, die alle fünf
lierter DemenzMinuten vergesForscher.
Demenzkranke bedürfen be- sen, wo sie sind.
„Die Gesellschaft sonderer Pflege. Foto: dpa Wir haben uns
das
demenzhat nicht nur die
Aufgabe, endlich Medikamente freundliche Krankenhaus zum
zu finden, die die Krankheit Ziel gesetzt.“
aufhalten oder sogar verhindern können. Sie muss auch Wächtler nennt einige wissenandere
Behandlungsformen schaftlich abgesicherte Empunterstützen. Wir brauchen fehlungen zur Prävention von
mehr im Umgang mit Demenz- Demenz: „Es sind dieselben,
kranken geschulte ehrenamtli- die auch für Herz-Kreislauf-Erche und professionelle Helfer. krankungen gelten. Treiben Sie
Wir brauchen mehr Betreu- Sport, halten Sie Ihr Gehirn in
ungseinrichtungen, von Wohn- Schwung, ernähren Sie sich gegemeinschaften für Demenz- sund, das heißt viel Obst, viel
kranke bis zu speziellen Pflege- Gemüse, wenig Fleisch, und
heimen“, sagt Wächtler in ei- lassen Sie auch Erkrankungen,
die zu Gefäßschäden führen,
nem Zeitungsinterview.
insbesondere den BluthochDie Gesellschaft müsse sich auf druck, optimal behandeln.“ dpa
D
KLINIKUM INTERN
3
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
MINIUNIVERSUM
AM RANDE
Kinderparadies erwartet 126 Knirpse
m 1. August beginnt ein neues
Kapitel in der Zusammenarbeit von Universität Leipzig, Medizinischer Fakultät, Universitätsklinikum, dem
Internationalen Bund
(IB)und dem Jugendamt der Stadt Leipzig:
Die betriebsnahe Integrative Kindertageseinrichtung „miniuniversum“, die an diesem
Tag eröffnet wird, entstand durch eine enge
Kooperation aller Partner. „Es hat lange gedauert, aber am Ende
gelang es doch, diese
neuartige Einrichtung
aufzubauen, die – gerade im wichtigen Bereich der Hochschulmedizin – zur besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf beiträgt“, sagt Dr. Monika
Benedix,
Gleichstellungsbeauftragte
der
Universität Leipzig, im
Interview.
A
Frage: Betriebskindergärten kennt der gelernte Ostdeutsche ja
ganz gut. Wieso nennen
Sie die Kindertageseinrichtung neuartig?
Dr. Monika Benedix:
Weil das neue „miniuniversum“ eben kein
Betriebskindergarten
im klassischen Sinne
ist. Die Einrichtung ist
eine städtische Kindertageseinrichtung,
die
von einem freien Träger geführt wird. Die
Vergabe der dringend
benötigten Betreuungsplätze erfolgt „betriebsnah, „das heißt vorrangig an die Beschäftigten
der Hochschulmedizin.
Das Universitätsklinikum hat im Wesentlichen die Investitionsmittel für den Umbau
des Gebäudes zur Verfügung gestellt; die Medizinische Fakultät hat
sich mit einem kleinen
Anteil daran beteiligt.
Der
Internationale
Bund als einer der großen freien Träger der
Jugend-, Sozial- und
Bildungsarbeit gewährleistet eine fachgerechte Betreuung der Kleinen. Die Betriebskosten der Kita werden
von der Stadt Leipzig
übernommen.
Ohne
das ausdauernde und
zielstrebige
Zusammenwirken aller Partner wäre die Kita nicht
entstanden.
Wie bekommt man die
richtigen Partner an einen Tisch? Und wie
lange dauert es, bis aus
der Idee Realität wird?
Es war 2003 auf einer
auch ein Gebäude und
vor allem die nötigen finanziellen Mittel. Von
der Idee zur Realität
hat es sicher lange gedauert. Aber ich bin
froh, dass es am Ende
Wohls der Kinder, dem
Schichtdienst im Gesundheitswesen angepasst. Das „miniuniversum“ betreut montags
bis freitags von 5.30 bis
19 Uhr und sonn-
gabe der Plätze gebildet. Die Kommission,
bestehend aus Mitgliedern des Universitätsklinikums und der Medizinischen
Fakultät,
überprüft auf der Basis
eines vorliegenden Kriterienkatalogs die eingegangenen
Anträge
und trifft die Entscheidung bezüglich einer
Zu- oder Absage. Das
Ergebnis wird dem Internationalen Bund als
Träger übermittelt, mit
dem die Eltern dann
die Betreuungsverträge
abschließen.
Wie kam es eigentlich
zu dem Namen der Kindertageseinrichtung?
Das Logo für die Kindertagesstätte der Uniklinik: Ab dem 1. August kommen
die ersten 28 Kinder von UKL-Mitarbeitern in die Kita.
Grafik: ukl
Fakultätsratssitzung.
Der damalige Dekan
der Medizinischen Fakultät, äußerte so fast
nebenbei, dass dringend eine Kindertageseinrichtung gebraucht
wird. Nun ist es mit der
Idee und dem Aussprechen des Bedarfs natürlich nicht getan. Ich habe diesen Vorschlag
freudig
aufgegriffen
und mich nicht nur voll
dahintergestellt,
sondern angefangen zu organisieren. Der nächste
Schritt war dann eine
gemeinsame Beratung
im Januar 2004 von
Universität, Medizinischer Fakultät, Uniklinikum, Sozialministerium, Regierungspräsidium , Jugendamt der
Stadt Leipzig, Internationalem Bund und Studentinnenvertreter. Es
wurde eine Projektgruppe gebildet, nach
einem Standort gesucht
und vor allem
nach
Geldgebern gefahndet
und Finanzierungsmodelle erarbeitet. Mit
dem neuen Vorstand
des
Universitätsklinikums kam der Durchbruch. Denn dieser
fand nicht nur nette
Worte, sondern infolge
des
fortgeschrittenen
Nutzungskonzeptes seiner
Liegenschaften
doch gelang, diese betriebsnahe
Kindertageseinrichtung aufzubauen, die – gerade im
wichtigen Bereich der
Hochschulmedizin
–
zur besseren Vereinbarkeit von Familie und
Beruf beiträgt.
abends von 5.30 bis 15
Uhr die Kinder. Hervorheben möchte ich, dass
die Mehrkosten, die
durch die ungewöhnlichen
Öffnungszeiten
entstehen, durch das
Universitätsklinikum
getragen werden.
Wie viele Kinder werden am 1. August in der
neuen Einrichtung erwartet?
Das „miniuniversum“
startet mit 28 Kindern.
Die schrittweise Aufnahme der Kinder erfolgt im Rahmen des
Eröffnungskonzeptes.
Zu Beginn des neuen
Jahres 2009 sollen
dann alle 126 Plätze,
darunter auch vier Integrationsplätze für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, belegt sein.
Dr. Monika Benedix
Foto: André Kempner
Es werden also auch
ganz Kleine betreut?
Wurden deshalb die
Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtung an
die besonderen Arbeitszeiten des medizinischen Personals angepasst?
Ja, die Einrichtung ist
für Kinder des Altersspektrums von acht
Wochen bis zum Schuleintritt konzipiert. Von
den insgesamt 126
Plätzen sind 35 Krippenplätze. Auf diese
war der Ansturm besonders groß. Eine Vergabekommission wurde
zur transparenten Ver-
Ich würde sagen, die
Öffnungszeiten
sind
weitestgehend,
unter
Berücksichtigung des
Nach Diskussion zum
Verfahren in der Arbeitsgruppe hat der
Personalrat des Uniklinikums 3300 Briefe an
die Beschäftigten verschickt und um Vorschläge gebeten. Immerhin 571 Namensvorschläge wurden eingereicht. Da waren
auch ziemlich wilde Bezeichnungen dabei. Es
erfolgte eine Auswertung
und
der Vorschlag einer Klasse der
Medizinischen Berufsfachschule wurde favorisiert. Zu dem Namen
hatten die Schüler und
Schülerinnen sogar ein
Bild – bestehend aus einer Weltkugel mit Kindern und umlaufenden
Schriftzug miniuniversum – entworfen, welches am Gebäude der
Kindertageseinrichtung
zu sehen sein wird. Studentinnen und Studenten der Kunstpädagogik
haben auf dieser Basis
Vorschläge für ein Logo unterbreitet und sich
aktiv in die Ausgestaltung des Gebäudes eingebracht. Ein Orientierungssystem für die Innenausstattung der Kita wurde konzipiert
und dies nicht nur in
form abstrakter Ideen,
sondern auch tatkräftig
mit Pinsel und Farbe
umgesetzt. Genau das
ist wichtig: Man muss
energisch und beharrlich an einer Sache
dranbleiben , damit am
Ende etwas entsteht.
Deshalb auch an dieser
Stelle nochmals meinen
Dank an alle Mitglieder
der „Kita-Projektgruppe“ für ihr zielstrebiges
Wirken.
Interview:
Uwe Niemann
Der Evolution
zugeschaut
eipziger Forscher haben ein Beispiel dafür gefunden, wie die
Evolution auf Molekülebene funktioniert. Die Wissenschaftler rund um
Prof. Dr. Mario Mörl vom Institut für
Biochemie der Universität Leipzig
haben sich mit Enzymen beschäftigt, die für die Reifung und Funktionalität so genannter tRNAs von Bedeutung sind.
L
„tRNAs sind deshalb so wichtig,
weil sie als Adaptormoleküle mit
Aminosäuren beladen werden und
dafür sorgen, dass der in der DNA
angelegte Bauplan für Organismen
umgesetzt werden kann“, erläutert
Prof. Mörl zu den Untersuchungen
seines Teams. Ihr Hauptaugenmerk
galt dabei den CCA-Enzymen.
tRNAs sorgen für die Übersetzung
der im Erbgut eingelagerten Informationen zum Aufbau von Proteinen, wie beispielsweise Insulin. Damit eine tRNA mit einem Proteinbaustein beladen werden kann, benötigt sie eine entsprechende
Beladungsstelle. Diese besteht aus
drei aufeinander folgenden Nukleotiden, zwei C- und einem A-Nukleotid (CCA). Normalerweise, so Prof.
Mörl, synthetisieren spezialisierte
Katalysatoren, die CCA-Enzyme,
diese Andockstelle. „Es gibt aber
auch Organismen, die ein Zwillingspaar an Enzymen besitzen, die sich
diese Aufgabe teilen: ein Enzym addiert die beiden C-Reste, ein zweites das am Ende stehende A.“
Nun war bislang völlig unbekannt,
weshalb ein CC-Enzym kein A-Nukleotid einbauen kann. Hier haben
die Leipziger Forscher jetzt eine
Wissenslücke schließen können.
„Man kann sich das fast wie bei einer Maschine vorstellen, bei der bestimmte Bauteile, etwa Zahnräder,
an genau festgelegten Stellen vorhanden sein müssen, damit die
Maschine als Ganzes funktioniert“,
erklärt der Biochemiker. Dabei
kommt es darauf an, dass jedes
Maschinenteil an der richtigen Stelle sitzt, die richtige Form und Größe
hat. Bei den Enzymen ging es deshalb um die Frage, was den Einbau
von A bei den CC-Enzymen verhindert.
Das Team um Mörl hat also der
Evolution über die Schulter schauen und nachvollziehen können, wie
die Natur in einer Art molekularem
Baukasten Enzyme mit veränderten
Funktionen zusammensetzt. „Das
funktioniert aber nur, wenn vorher
wie bei einem Computer eine Sicherungskopie wichtiger Dateien als
Backup angelegt wurde“, unterstreicht Mörl: Bevor die Natur Neues mit den Enzymen ausprobiert,
muss ein Duplikat des Enzymbauplans im Erbgut abgelegt sein. Dadurch ist sichergestellt, dass eine
Zelle nicht stirbt, wenn eines der
CCA-Enzyme in ein CC-Enzym umgewandelt wird.
unl
4
REPORT
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
Ist der Burj-Tower fertiggestellt, wird er das höchste Bauwwerk des Planeten sein. Gebaut mit dem Geld der Scheichs Arabische Besucherinnen schauen sich den „Markt der Kound internationaler Investoren – und dem Schweiß der Gastarbeiter aus der ganzen Welt.
Foto: dpa rallen“ , das Einkaufszentrum Khan Murjan, an. Foto: AFP
Leben auf der Überholspur – …
ie Magnum-Champagnerflaschen in der „Bar 44“
sind stets gut gekühlt, die
Zigarren der männlichen Gäste oft
dicker als die Stiletto-Absätze der
weiblichen Besucher. Auf einem
niedrigen weissen Sofa lümmelt
sich an diesem schwülheißen
Sommerabend ein junger GolfAraber mit langer Lockenpracht
und schwarzem Drei-Tage- Bart
mit zwei Freundinnen, während
am kreisrunden Tresen ein britischer Immobilien-Investor an seiner Bloody Mary nippt. Der Geschäftsreisende aus London blickt
von seinem Barhocker, der im 44.
Stockwerk eines Luxushotels
steht, gedankenverloren in die
Ferne, auf die künstliche Insel in
Palmenform, auf der die Lichter
der Straßenlaternen und Häuser
glitzern. Er ist geschafft von einem langen Tag voller Verhandlungen.
D
Dubai ist für die Menschen, die
hier arbeiten, eine anstrengende
Stadt. Entspannung finden hier
vor allem die Urlauber, die in den
edel eingerichtet Restaurants sitzen, sich eine Thai-Massage verabreichen lassen oder im klimatisierten Geländewagen über die
Dünen jagen. Als Dauerwohnsitz
ist die Tourismus- und Handelsmetropole am Golf dagegen ein
Dorado für all diejenigen, die den
Luxus und das Leben auf der
Überholspur
lieben.
Höher,
schneller, weiter, luxuriöser, verrückter – eine Stadt spurtet von einem Superlativ zum nächsten. Innerhalb von fünf Jahren sind in
Dubai mehr Wolkenkratzer in den
Himmel gewachsen als in Frankfurt am Main in den letzten 20
Jahren. Das höchste Haus der
Welt steht hier und lässt selbst die
30 oder 40 Stockwerke hohen Gebäude in direkter Nachbarschaft
zwergenhaft aussehen.
Einer, der das Tempo dieser Stadt
liebt, ist der Investmentbanker Albert Momdjian. Der gebürtige Libanese, dessen Heimat seit mehr
als drei Jahrzehnten von Krieg zu
ke im großen Maßstab – Du
kannst es schaffen“, schwärmt er,
während er in der Lobby eines 5Sterne-Hotels im Eiltempo einen
Erdbeersaft trinkt.
fen, und ihre Familien daheim zu
ernähren“, erzählt ein Inder, der
in Dubai geboren ist und als Angestellter für eine Behörde im Stadtzentrum arbeitet.
Groß sind die Träume vieler Menschen die nach Dubai kommen wenn man einmal absieht vom
Heer der ungelernten Arbeiter aus
Indien, Pakistan, Bangladesch
und anderen asiatischen Staaten,
die für rund 700 Dirham (130 Eu-
In Dubai, das einen Ausländeranteil von rund 90 Prozent hat,
wohnt der schwedische Zahnarzt
neben
dem
amerikanischen
Schönheitschirurgen, der eine
Putzfrau von den Philippinen beschäftigt und einen Gärtner aus
Pakistan bezahlt. Die Einheimischen in ihrer traditionellen arabischen Tracht sind nur mehr
schwarz-weiße Tupfer im bunten
Stadtbild ihrer Heimatstadt. Unter
den Deutschen, die ein Standbein
in Dubai haben, sind, glaubt man
den Finanzjongleuren in den
grauen Türmen des Dubai International Financial Centers, auch
etliche Steuerflüchtlinge und eine
Hand voll halbseidener Gestalten,
die mit windigen Geschäften absahnen wollen, indem sie von
dem „Alles-ist-möglich-Ruf“ des
Emirates profitieren.
Dubai ist auch Land der Gegensätze: Westliche Touristen passieren verschleierte Besucher aus Saudi-Arabien.
Foto: dpa
Krise taumelt, hat zuletzt in Paris
und London gelebt. Er schätzt an
Dubai vor allem, „dass es keine
Politik gibt, niedrige Steuern, Sicherheit und jede Menge Energie“. Hier lautet das Motto, „Den-
ro) im Monat oft nur der blanke
Kampf ums Überleben in das arabische Emirat treibt. „Diese Menschen kommen nicht hierher, um
zu sparen, sondern um den Hunger in ihrem Bauch zu bekämp-
Groß bis gigantisch sind die Autos, die zwischen der Internet-City, dem Finanz-Viertel, der Media-City, den Villen von Jumeirah
und den Hochhaustürmen an der
Scheich-Zayed-Road herumfahren. „Mit der M-Klasse von Mercedes macht man in jeder deutschen Großstadt eine gute Figur,
aber hier schauen Sie einen mit
so einem kleinen Auto an wie einen Asozialen“, sinniert die Ehefrau eines in Dubai ansässigen
deutschen Firmenvertreters beim
Mittagessen. Der Ruf des Muez-
zins, der laut vom Minarett einer
benachbarten Moschee zum Gebet ruft, unterbricht ihre Überlegungen. Ein arabischer Banker
begeistert sich: „Meine französische Ehefrau hat gestern Abend
im Pool gesessen, dabei einen
Film geschaut, im Wasser gegrilltes Fleisch serviert bekommen
und eine Wasserpfeife geraucht,
wo sonst auf der Welt gibt es
das?“
Um die exorbitant hohen Mieten
von Dubai müssen sich die Ausländer, die von ihren Unternehmen an den Golf geschickt werden, in der Regel keine Gedanken
machen, weil die oft von ihren Firmen übernommen werden. Das
Personal ist im Vergleich zu Europa so günstig zu haben, dass sich
auch die meisten mitreisenden
Ehefrauen eine Haushälterin leisten. Die Kinder verbringen viel
Zeit am Swimmingpool und in den
Einkaufszentren, wo sie nicht nur
Karussell fahren und in Klettergärten herumtoben können, sondern auch Skifahren lernen. Auch
im Sommer bei einer Außentemperatur von 45 Grad im Schatten
ist der Skihügel in der Mall of the
Emirates gut besucht.
„Vor allem die Frauen verbringen
hier einen Großteil ihrer Zeit mit
Shopping – diejenigen, die das
Geld ihrer Ehemänner ausgeben
und diejenigen, die es selbst verdienen“, meint ein 39 Jahre alter
Jordanier, der in den USA aufgewachsen ist und vor einem Jahr
von der Wall Street nach Dubai gekommen ist. Von seinem sterilen
5
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
Leila Arbouz ist aus Deutschland nach Dubai gekommen. Die gebürtige Kölnerin erklärt Besuchern die Geschichte der Emirate.
Fortschritt á la Dubai: Überall schießen neue Gebäude in die Höhe, der Bauboom verdrängt die Wüste. Was nicht mehr gebraucht wird, wird abgerissen.
Fotos: dpa
… Dubai ist das Las Vegas des Orients
Büro aus blickt er mitten in den
Wald aus Wolkenkratzern und
Baukränen, der weltweit zum
Symbol für den Boom am Golf geworden ist. „Meine Wohnung liegt
am Strand, darauf lege ich Wert,
weil der Sand und das Meer doch
das einzig Natürliche an dieser
Stadt sind“, sagt er. „Es ist schon
alles ein bisschen künstlich hier,
so wie in Las Vegas“, findet er.
Trotzdem fühlt er sich wohl.
Denn wie viele Araber seiner
Generation, die in Europa oder
den USA gelebt haben, so ist
auch für ihn Dubai ein Ort an
dem er „Araber sein kann ohne
den ganzen Ballast, der sonst
dazugehört“. Hier interessiert
sich niemand dafür, ob ein Muslim Alkohol trinkt oder ob ein
Schiit mit einer Sunnitin zum
Abendessen geht. Wegen dieser
Freiheit zieht es auch viele beruflich erfolgreiche geschiedene
Frauen aus arabischen Ländern
nach Dubai. „Hier fehlt die gesellschaftliche Kontrolle, niemand grenzt sie hier aus, wenn
sie alleinerziehend sind“, sagt
der Jordanier, der das Heimatland seiner Eltern als Kind verlassen hatte.
Wie viele Araber, die im Westen
studiert haben, hofft auch er, in
Dubai eine verwandte Seele zu
finden. „Es wäre schön, eine
Frau zu finden, die eine ähnliche Herkunft hat wie ich und
gleichzeitig auch Weltbürgerin
ist“, sagt er. Bisher hat er allerdings noch kein Glück gehabt,
was auch daran liegen mag,
dass in Dubai, weil die meisten
Migranten männlich sind, inzwischen dreimal so viele Männer
wie Frauen leben.
Wie der Jordanier aus Manhattan so hat auch Leila Arbouz
(29) aus Köln in Dubai einen internationalen Bekanntenkreis.
„Anders als die meisten Ausländer hier, habe ich aber auch viel
Kontakt zu den Einheimischen“,
erklärt sie. In ihrem Kulturzentrum „Sahary Gate“, das in einem renovierten alten Haus im
Bastakija-Viertel liegt, bringt sie
interessierten Ausländern die
Kultur der Emiratis näher.
Für die quirlige Rheinländerin,
deren Vater aus Algerien
stammt, ist es ganz normal, dass
sie den Touristengruppen und
Geschäftsreisenden, die zu ihr
kommen, nicht den Kölner Karneval näher bringt, sondern die
Kultur ihres Gastlandes. Sie erklärt, was Gastfreundschaft auf
der arabischen Halbinsel bedeutet, wie die Männer in den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre Kopfbedeckung befestigen,
und „dass nicht jeder, der ein
weißes Gewand trägt, ein
Scheich ist, vor dem man in so
ehrfürchtigem Respekt erstarren muss, dass man kein Wort
herausbringt“. Mohammed Ansari, der bei „Sahary Gate“ Kurse in arabischer Kalligrafie gibt,
ist ein Muslim aus Indien. Die
multikulturelle Gesellschaft, die
in Europa von einigen Menschen als Bereicherung und von
anderen als Bedrohung empfun-
den wird, ist in Dubai schon lange Alltag.
„Wie ticken die Menschen in einem Land, in dem die Einheimischen eine Minderheit sind?“, ist
deshalb eine Frage, die sich viele Europäer stellen, wenn sie
das erste Mal nach Dubai kommen. Die Antworten, die sie erhalten, sind so vielfältig wie die
Nationalitäten der Dubai-Bewohner. „Es funktioniert, weil
heimischen verhindern mit ihren Gesetzen, dass jemand hierbleibt, sobald sein Arbeitsvisum
abgelaufen ist“, meint ein Pakistaner, der für seinen Vater ein
kleines Geschäft eröffnen will,
damit dieser auch nach Erreichen der Pensionsgrenze in Dubai wohnen darf.
In Dubai gab es lange Zeit nur
drei große Tabu-Themen: Die
Ausbeutung der Kinder-Jo-
Immer im Bilde: Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, der
Herrscher von Dubai.
Foto:AFP
die Emiratis darauf achten, dass
nicht zu viele Araber herkommen, die Unfrieden bringen“,
glaubt der arabische Vertreter
eines britischen Finanzberatungsunternehmens. „Die Ein-
ckeys, die bei den Kamelrennen
eingesetzt wurden, die Prostitution und die Lage der Bauarbeiter, die zum Teil in schäbigen
Unterkünften hausen und jeden
Tag in der Hitze schuften, um
am Monatsende vielleicht 100
US-Dollar nach Hause zu schicken. Die minderjährigen Jockeys wurden inzwischen in ihre Heimatländer zurückgebracht, über die nur an einigen
Orten sichtbare Prostitution
spricht man nicht mehr, und der
Not der Bauarbeiter hat sich inzwischen die Verwaltung des
Emirates angenommen. Nach
Protesten auf mehreren Großbaustellen sind die Inspektionen
nun strenger geworden. Den
schwarzen Schafen unter den
Bauunternehmern droht man,
ihnen künftig keine Visa mehr
für ausländische Arbeiter zuzuteilen.
„Hier hat man verstanden, dass
man den Ausländern auch etwas bieten muss, damit sie kommen und vor allem, damit sie
auch einige Jahre bleiben und
zum Aufschwung beitragen“, räsoniert ein gebürtiger Palästinenser, der schon vor dem großen Immobilien- und Luxushotel-Hype in Dubai lebte. Am Wochenende, wenn der Stau
nachlässt, fährt er mit einem
Ferrari oder Maserati aus seiner
Sportwagen-Sammlung raus aus
der Stadt, vorbei an überdachten Bushaltestellen mit Klimaanlage, die von der Stadtverwaltung vor einigen Wochen aufgestellt wurden, damit die Hotelangestellten, Verkäufer und
Supermarktkassierer, die sich
kein Auto leisten können, nicht
draußen in der schwülen Hitze
warten müssen.
Anne-Beatrice Clasmann
6
KLINIKUM 2008
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
HAUTKLINIK
Insektengift – Gefahr und Therapie zugleich
ür viele Menschen ist der
Sommer die schönste Zeit
im Jahr – Sonne, Eis, Blütenduft, die Bienen summen.
Für ungefähr fünf Prozent der
Deutschen verheißt das „Summ
summ summ“ von Biene, Wespe, Hummel und Hornisse allerdings nichts Gutes, im Gegenteil:
sie müssen sich in Acht nehmen. Sie sind Insektengift-Allergiker – ein einziger kleiner Stich
kann für sie mit einer schweren
Allergie einhergehen und somit
eine tödliche Gefahr bedeuten.
F
Nähe des Menschen leben, während Bienen den ländlichen
Raum bevorzugen und nicht so
engen Kontakt mit Menschen
suchen. Bienen spritzen zur
Verteidigung mehr Gift in die
Haut als Wespen, und zwar bis
zu 50 Mikrogramm, während
Wespen nur 5 bis 10 Mikrogramm Gift abgeben. „Wir wissen, dass die Bienen nicht nur
mehr Gift abgeben, sondern
dass die Bienengiftallergien tatsächlich häufig schwerer verlaufen als die Wespengiftallergien“,
erklärt die Allergologin.
In der Klinik für Dermatologie,
Es gibt auch Menschen, die soVenerologie und Allergologie
wohl auf Bienen- als auch auf
des Uniklinikums Leipzig unterWespenstiche allergisch reagieziehen sich jedes Jahr 100 bis
ren, allerdings sind die Tests zur
150 starke Insektengift-AllergiBestimmung nicht immer einker stationär der Einleitung eideutig. Die Allergologen arbeiner sogenannten Hyposensibiliten an einer Verminderung diesierung, also einer Therapie geser falsch-positiven Tests, um
gen die besonders schweren Redie Allergene in Zukunft noch
aktionen ihres Körpers auf das
genauer unterscheiden zu könInsektengift. Noch einmal so vienen.
le Patienten, die eine weniger
starke allergische Reaktion auf
einen Stich gezeigt haben und Eine Wespe knabbert an einem Stück Schinken. Ein Bild des Schreckens für Menschen, die unter ei- Die meisten Menschen wissen
sich nicht für eine Hyposensibi- ner Insektengift-Allergie leiden. Spezialisten der Uniklinik können den Betroffenen helfen. Foto: ddp erst, dass sie allergisch sind,
lisierung entscheiden können,
wenn sie gestochen wurden. Es
werden jährlich in der Klinik fer bei den Todesfällen liegt wo- Zusammen mit Kollegen von 40 benslange Hyposensibilisierung gibt aber auch Menschen, die
mit speziellen Notfallmedika- möglich sehr hoch, da Insekten- weiteren allergologisch tätigen empfehlen“, sagt die Ärztin.
wollen es möglichst vorher wismentensets versorgt. Unter den stiche als Todesursache schwer Kliniken in Deutschland, Östersen, weil sie ein besonders groPatienten sind auch immer wie- erkennbar sind. Es gibt Studien, reich und der Schweiz sammelt Was Treudler und ihre Kollegen ßes Stich-Risiko haben. Die häuder spektakuläre Fälle, die zei- die vermuten, dass in mehreren und meldet Regina Treudler Da- noch herausgefunden haben: In- figste Berufsgruppe, die die Allergen, wie gefährlich ein Stich für Fällen, bei denen Herzinfarkte ten zur Anaphylaxie. So gewin- sektengiftallergien sind bei Er- gologie des Uniklinikums aufAllergiker sein kann. Doktor Re- oder Schlaganfälle als Todesur- nen die Allergologen wichtige wachsenen die häufigsten Aus- sucht, ist daher die der Imker
sache festge- Erkenntnisse über die Zusam- löser von anagina Treudler,
und meist hastellt wurden, menhänge von allergischen Re- phylaktischen
Oberärztin an
ben sie gleich
auch ein In- aktionen und ihren Ursachen. Reaktionen, sie Die Allergene kommen ihre Angehörider UniversiStiche am Steuer
s e k t e n s t i c h „In den letzten Jahren haben rangieren noch
täts-Hautklinik,
können böse enden.
direkt auf die Haut. gen im Schleppschuld gewe- wir festgestellt, dass die Ana- vor Nahrungserzählt:
„Wir
tau. Neben eisen sein könn- phylaxie in der Bevölkerung zu- mitteln und Mehatten vergannem
Bluttest,
genes Jahr einen Patienten, der te. Damit bei einem Stich Fami- nimmt. Wir haben außerdem dikamenten. Dabei sind Wes- um allergieauslösende Antikörallein auf einer Wanderung im lie und Bekannte sowie der hin- gelernt, dass viele Patienten mit pengiftallergien weitaus häufi- per festzustellen, müssen sich die
Gebirge unterwegs war und di- zugerufene Notarzt schnell und sehr schweren Reaktionen an ger anzutreffen als Bienengiftal- Patienten einem Hauttest unterrekt oben auf dem Berg gesto- richtig helfen können, sollten In- einer sogenannten Mastozytose lergien, 80 Prozent Wespengift- ziehen. Bei diesem so genannten
chen wurde. Er musste mit dem
Pricktest werden die Allergene
Hubschrauber abtransportiert
direkt auf die Haut gegeben. Mitwerden. Im Zeitalter des Handys
hilfe dieser verschiedenen Tests,
ist es zum Glück möglich, auch
die eine Insektengift-Allergie abin solchen Fällen zu helfen. Draklären sollen, kann jedoch nicht
matischer sind heute die Fälle,
vorausgesagt werden, wie heftig
bei denen Leute am Steuer ihres
die Reaktion bei einem Stich ausAutos gestochen werden. Das
fallen wird. „Interessanterweise
kann dann böse enden.“
können viele Menschen trotz positiv ausfallender Allergietests bei
Für die Ärzte ist es schwer voreinem Stich gar keine klinische
herzusagen, wie ein Allergiker
Reaktion zeigen. Bei diesen Menauf einen Stich reagieren wird,
schen bestehen möglicherweise
deshalb gehen sie immer zuerst
andere schützende Immunmevon einer Notsituation aus. Die
chanismen oder aber die Allergie
Palette der Symptome reicht von
kann nur beim Vorliegender beeiner bloßen Hautreizung bis zu
stimmter Begleitumstände wie
einem sogenannten anaphylakVorerkrankungen, Einnahme von
tischen Schock, der mit KreisMedikamenten oder Alkohol in
laufversagen einhergeht. DazwiErscheinung treten. Zur Zeit unschen liegen die klassischen Altersuchen wir dieses Gebiet in
lergie-Symptome, die auch die
der Hautklinik“, berichtet Regina
meisten Patienten beschreiben:
Treudler.
Juckreiz fern der Einstichstelle,
Kribbeln an Händen und Füßen Dr. Regina Treudler, AllergieMit dem Pricktest, der an der Hautklinik durchgeführt wird, wird geprüft, Wer erst weiß, dass er Insektenoder auf der Kopfhaut, Druckge- spezialistin an der Hautklinik.
auf welche Substanzen allergische Reaktionen erfolgen.
Fotos: ukl giftallergiker ist, der hat oft grofühl im Hals, Hautausschlag,
ße Angst, (wieder) gestochen zu
Schwindel. Die Allergie gegen sektengift-Allergiker keinesfalls leiden. Diese Patienten haben allergikern stehen in Deutsch- werden. Das bedeutet eine nicht
Insektenstiche ist eine der ge- aus Scham verschweigen, dass eine Vermehrung von Mastzel- land rund 20 Prozent Bienengif- unerhebliche
Einschränkung
gegenüber.
Der der Lebensqualität, vor allem für
fährlichsten Allergien über- sie Allergiker sind, sondern of- len im Körper, also von allergie- tallergiker
haupt, da sie potentiell tödlich fen über ihre Krankheit reden“, auslösenden Zellen. Solchen Pa- Grund dafür ist, dass Wespen Menschen, die viel draußen …
tienten würde man dann eine le- bevorzugt in Städten und in der Fortsetzung auf der nächsten Seite
verlaufen kann. „Die Dunkelzif- sagt die Allergie-Spezialistin.
KLINIKUM 2008
7
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
HOCHSCHULMEDIZIN
Hand in Hand für Patienten und Forschung
aumaschinen und Handwerker beherrschen die Leipziger Liebigstraße, aus der ein
Gesundheitsboulevard wird. „Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum gestalten gemeinsam
diesen Boulevard“, erläutert Hans
Telle, Verwaltungsreferent der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. „Einerseits wachsen
modernste Lehr– und Forschungseinrichtungen für die Medizinische
Fakultät, andererseits attraktive
Behandlungseinrichtungen für das
Universitätsklinikum. Beides zusammen wird dazu beitragen,
dass rund um die Liebigstraße ein
nicht nur deutschlandweit bedeutsames Zentrum der Hochschulmedizin entsteht, das den Patienten
herausragende Leistungen bietet.“
B
Gleich gegenüber dem neuen
Frauen- und Kinderzentrum des
Universitätsklinikums wird die
frühere Hautklinik zum Zentralen
Forschungsgebäude der Medizinischen Fakultät umgebaut. „Der
erste Bauabschnitt wird im April
2009 beendet sein“, sagt Hans Telle. „Die historische Fassade bleibt
natürlich erhalten, sie wird nur
optisch aufgefrischt. Dahinter entstehen aber gänzlich neue und
modernste Forschungs- und Lehreinrichtungen.“ Gesamtbaukosten
von über 51 Millionen Euro sind
dafür veranschlagt. Hauptnutzer
werden das Institut für Mikrobiologie und das Interdisziplinäre
Zentrum für Klinische Forschung
sein. Zudem erhalten die vier Kliniken der Inneren Medizin, die
HNO-Klinik, die Kinderklinik, die
Klinik für Kinderchirurgie, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Klinik für Nuklearmedizin
Basisforschungsflächen. Nach Fertigstellung des
zweiten Bauabschnitts im Jahre
2010 ziehen zudem Forscher der
Frauenklinik und des Paul-Flechsig-Institutes für Hirnforschung
ein.
ja nicht auf ihr Essen verzichten.
Wir haben uns deshalb entschlossen, die Mensa dem Studentenwerk als Betreiber zu übergeben.
Damit wird eine nahtlose Versorgung sichergestellt. Einher gehen
freilich Umbau und Erneuerung
der Küchentechnik. Denn in der
hervorragende Studienbedingungen geschaffen werden.
Gleich daneben entsteht das Studienzentrum. Der Hörsaalkomplex und die Praktikumsräume
wurden bereits saniert. Von außen sieht man der Liebigstraße
„Wichtig für uns ist bei vielen unserer Bauvorhaben die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und modernen Arbeitsbedingungen“, so
Verwaltungsfachmann Hans Telle.
„Die Bauvorhaben der Medizinischen Fakultät betreffen ja vor allem historische Gebäude. So war
beispielsweise das Institut für
Anatomie an der Ecke Nürnberger/Liebigstraße eine echte Herausforderung. Der eindrucksvolle
Hörsaal und der Sektionsbereich
wurden schon saniert. Dabei galt
es den Dankmalschutz zu beachten und dennoch aktuelle technische Anforderungen einzubringen.
Ich denke, das gelang, ohne das
historische Flair zu zerstören.“
Weniger um historische als um
sehr aktuelle (Versorgungs-)Aufgaben geht es beim Umbau der Mensa. „Da ab Anfang 2009 das Universitätsklinikum die Speisenversorgung von Patienten und Mitarbeitern auf ein neues Konzept, das
ohne Großküche auskommt, umstellt, wird die Mensa in der Liebigstraße vom Klinikum nicht
mehr gebraucht. Aber die rund
3000 Studenten und Mitarbeiter
der Medizinischen Fakultät wollen
In den Räumen der ehemaligen Hautklinik haben zukünftig Mediziner der Medizinischen Fakultät Platz zum Arbeiten. Foto: A. Kühne
bisherigen Größenordnung wird
die Großküche nicht mehr benötigt.“
Ebenfalls in diesem Gebäude entsteht auf über 3000 Quadratmetern die Zentralbibliothek Medizin/Life Sciences, wo die momentan noch weit verstreuten Buchbestände zusammen geführt und für
Studenten und Wissenschaftler
27 aber an, dass noch einiges zu
tun ist, bis im Jahre 2010 auch
das Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin einziehen
kann. Insgesamt beziffern sich
die Baukosten auf über 34 Millionen Euro. Das Karl-Sudhoff-Institut macht dann hier, mitten auf
dem Gesundheitsboulevard, auch
die Historie der Medizin lebendig: Es erhält im Studienzentrum
nicht nur Magazinräume für die
riesige interessante Sammlung
von alten Instrumenten, sondern
auch Flächen für eine Dauerausstellung und eine Wechselausstellung. Dadurch können die Raritäten und Sehenswürdigkeiten öffentlich gemacht werden, die die
einstigen Behandlungstechniken
und die rasante Entwicklung der
Medizin vergegenständlichen.
Die frühere Universitätsfrauenklinik wird jetzt von der Medizinischen Fakultät genutzt. „Hier
herrscht voller Baubetrieb – und
schon viel Arbeitsatmosphäre“,
erklärt Hans Telle. Zum einen
werden im A-Flügel an der Philipp-Rosenthal-Straße
Räume
umgebaut, damit im September
das Institut für Arbeitsmedizin
und die Abteilung für Sozialmedizin einziehen können. Zum anderen forschen im C-Flügel an der
Semmelweisstraße schon Mitarbeiter des Innovations-Zentrums
für Computerassistierte Chirurgie
(ICCAS) und Mitarbeiter des
Translationszentrums für regenerative Medizin. Der Umbau der
Räume im traditionsreichen Gebäude der Frauenklinik wird allein im A-Flügel rund sechs Millionen Euro kosten. Am Ende
werden hier auch Arbeitsbereiche für die Medizinische Psychologie, für das Institut für Humangenetik und des Lehrstuhls für
Allgemeinmedizin entstehen –
und damit ein weiteres Forschungszentrum für die Entwicklung modernster Behandlungsmethoden.
Uwe Niemann
Fortsetzung: Insektengift …
arbeiten, wie zum Beispiel Zimmerleute, und dabei auch oft allein unterwegs sind, wie zum
Beispiel Förster. Besonders große Ängste haben vor allem Eltern, die wissen, dass ihr Kind
allergisch auf Insektenstiche
reagiert – Aktivitäten wie Schulausflüge, Kindergeburtstage im
Garten oder Eisessen auf dem
Rummel sind nicht mehr bedenkenlos möglich. Allergiker können selber nicht viel mehr tun,
als ständig auf der Hut zu sein.
Regina Treudler nennt ein paar
einfache Alltags-Regeln, an die
sie sich halten sollten. „Das
oberstes Gebot heißt: Wespen
und Bienen meiden, denn ohne
Allergen keine Allergie. Das bedeutet vor allem, sich von Orten
fernzuhalten, die Insekten magisch anziehen, wie zum Beispiel offene Mülleimer. Düfte
und Gerüche, vor allem von Rasierwasser, Obstkuchen oder
Cola locken die Tierchen an,
ebenso wie bunte Kleidung.
Vorsehen sollte man sich auch
beim Tragen von flatternden
Röcken oder Hosen, darin kön-
nen sich die Insekten verfangen.“
Ist man trotz aller Vorsicht gestochen worden, kann es lebenswichtig sein, die empfohlenen Notfallmedikamente bei
sich zu haben und zu wissen,
wie man sie richtig anwendet.
„Ich rate den Patienten, bei einem Stich frühzeitig die Adrenalinspritze zur Selbstapplikation als Notfallversorgung einzusetzen. Leider mussten wir in
einer Untersuchung feststellen,
dass jeder zweite, der solch ein
Notfallmedikamentenset
hat,
dieses gar nicht immer bei sich
führt“, sagt die Medizinerin.
Hinzu kommt nach ihrer Meinung ein weiteres Problem: die
Unterversorgung der Allergiker
mit den entsprechenden Notfallsets. „Noch zu wenige Patienten, die wegen eines Insektenstichs notfallmäßig versorgt
werden, bekommen im Anschluss solch ein Medikamentenset sofort mit. Sie werden
zwar meist in die Hautklinik
zum Allergietest geschickt, aber
es vergeht zu viel Zeit, bis die
Patienten bei uns auftauchen –
manchmal bis zu mehreren Monaten. In dieser langen Zeit
können sie schon wieder gestochen werden.“
Die Hyposensibilisierung ist
zwar eine sehr erfolgreiche
Therapiemöglichkeit für Insektengiftallergien, weil sie aber
wie eine Impfung in das Immunsystem des Menschen eingreift, müssen die Allergologen
auf besondere Risikogruppen
unter den Patienten achten.
„Menschen mit Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen sowie Schwangere sollten sich der Hyposensibilisierung nicht unterziehen. Bei Patienten,
die
bestimmte
Blutdruck-Medikamente
nehmen, muss das Für und Wider
einer Therapie sorgsam abgewogen werden.“, sagt Regina
Treudler.
Die Hyposensibilisierung ist eine Therapie, die auf mehrere
Jahre hin angelegt ist: bei sehr
schweren Reaktionen wird sie
über fünf Jahre lang, bei etwas
weniger starken Reaktionen
über drei Jahre durchgeführt.
Die Erfolgsquote liegt sehr
hoch: bei Wespengiftallergikern
sind bis zu 95 Prozent nach Abschluss der Therapie gut geschützt, bei Bienengiftallergikern bis zu 90 Prozent. Die Hyposensiblisierung wird in der
Uni-Hautklinik unter Verwendung eines besonders schnellen
und für die Patienten gut verträglichen Schemas innerhalb
von zwei Tagen stationären Aufenthaltes eingeleitet. Oberärztin
Treudler beschreibt den weiteren Therapieablauf: „Der Patient bekommt Spritzen mit
dem Insektengift.
Läuft alles gut, wird die Dosis
gesteigert. Die meisten Patienten können am dritten Tag nach
Hause entlassen werden. Im
Folgenden muss alle vier bis
sechs Wochen gespritzt werden.
Es ist eine durchaus aufwändige Therapie, die manche Patienten auch ablehnen, obwohl
sie schwere Stichreaktionen
hatten.“ Ein Risiko, meint
Treudler, denn: Je schwerer die
erste Reaktion war, desto
schwerer fällt meist auch die
folgende Reaktion aus. Außerdem werden bei einem Insektengiftallergiker die Reaktionen
im Alter nicht milder, wie bei
anderen Allergien, sondern verschlimmern sich eher noch. Ob
die Hyposensibilisierung letztlich erfolgreich war, lässt sich
nur selten an Haut- und Bluttests ablesen, sondern erst an
der Reaktion bei einem erneuten Insektenstich.
Doktor Treudler selbst ist nur
einmal als Kind gestochen worden, kann jedoch aufgrund dieses Erlebnisses gut die Angst ihrer Patienten vor den kleinen
Insekten nachvollziehen. Sie
plädiert für ein größeres öffentliches Bewusstsein über die Gefahren von Insektenstichen und
Insektengiftallergien. „Was die
wenigsten wissen: auch wer
kein Allergiker ist und schon
mehrfach von Bienen oder Wespen gestochen wurde, ohne eine
Reaktion zu zeigen, ist nicht vor
einer späteren schweren Reaktion gefeit.“ Bettina Hennebach
8
WISSENSCHAFT
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
AM RANDE
Leben auf
anderen Welten?
er britische Hofastronom Sir
Martin Rees geht davon
aus, dass einmal intelligentere
Wesen als die gegenwärtigen
Menschen die Erde bevölkern
werden. „Wir heutigen Menschen sind gewiss nicht der Gipfel der Schöpfung“, sagte Rees.
Intelligentere Arten könnten sogar schon recht bald auftauchen, denn die Evolution werde
heute nicht mehr von der langsamen natürlichen Entwicklung
angetrieben, wie Darwin sie beschrieb, sondern durch die
menschliche Kultur. „Vielleicht
wird eine postmenschliche Intelligenz also von uns selber gemacht sein“, meint Rees. „Und
ich hoffe, dass unsere Nachfolger die Welt besser verstehen.“
Der letzte europäische Hofastronom ist auch davon überzeugt,
dass die Menschen nicht allein
im All sind. „Auf Leben irgendwo
in der Milchstraße würde ich
wetten – und erst recht auf Leben in anderen Galaxien“, sagte
Rees und hofft, „dass wir bald
einen erdähnlichen Planeten
aufspüren werden“.
dpa
D
Mehr Studenten
in Sachsen
achsens Hochschulen haben wieder mehr Zulauf. Die
Zahl der Studienanfänger sei
erstmals seit 2003 gestiegen,
teilte das Wissenschaftsministerium bei Vorlage des Hochschulberichtes in Dresden mit.
Als positiv wird in dem Papier
auch die Studiendauer vermerkt, die in Sachsen noch immer kürzer als im bundesweiten
Vergleich sei. Verschlechtert
hat sich jedoch die so genannte
Betreuungsrelation. Grund: Die
Zahl der Studierenden wuchs
deutlich mehr als die der Professoren. Bei der Promotionsquote hinkt Sachsen dem Bundesdurchschnitt hinterher. Die
Einnahmen aus Drittmitteln
stiegen von 1993 bis 2006 von
82 auf 185 Millionen Euro. dpa
S
INTERVIEW
Sorben statt Sacher
eine wissenschaftlichen
Arbeitsbedingungen
hier an der Medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum sind so gut,
dass ich mich selbst an der
größten Endokrinologie im
deutschsprachigen Raum nicht
verbessern würde.“ Mit diesen
Worten begründet Prof. Michael
Stumvoll, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III
des Universitätsklinikums Leipzig, dem Rektor der Leipziger
Universität die Ablehnung eines
Rufes auf den Lehrstuhl für Innere Medizin/Endokrinologie
an der Medizinischen Universität Wien. Im Interview erklärt
der Professor, was ihn bewegte,
in Leipzig zu bleiben.
M
Frage: Wien, die kaiserliche
Reichshauptstadt voller Kunst
und Kultur, das europäische
Zentrum von Forschung und
Wissenschaft – das hat Sie
nicht gereizt?
Prof. Michael Stumvoll: Natürlich hat mich Wien gereizt, ich
habe sogar Familie dort. Für
mich war diese prachtvolle Residenzstadt schon immer ein
Tick weltstädtischer als meine
Geburtsstadt München. Die
k.u.k.-Geschichte, die dort auf
Schritt und Tritt lebendig ist,
die Walzerklänge, der Wein und
natürlich die im deutschsprachigen Raum größte und renommierteste Endokrinologie –
das lässt einem schon das Herz
höher schlagen.
Und dennoch bleiben Sie hier.
Sagen Sie bloß, dass Sie an
Leipzig Seiten entdeckt haben,
die verführerischer sind als Donau, Prater, Stephansdom und
Sachertorte.
Wollen Sie mich etwa überreden, doch nach Wien zu gehen?
Dazu ist es jetzt zu spät. Doch
der einzigartige Charme dieser
Stadt geht ja nicht verloren,
bloß weil ich dort nicht lebe
und arbeite, vielleicht gerade
im Gegenteil. Wichtig für meine
Entscheidung, in Leipzig zu
bleiben, war vor allem, dass ich
hier zusammen mit Mitarbeitern und Partnern Projekte aufbauen konnte, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen
sind. Und diese kann man nicht
einfach an einen anderen Ort
transplantieren.
Welche Projekte meinen Sie?
Zum Beispiel das Sorben-Projekt. Wir wollen dabei der Genetik komplexer Erkrankungen
wie Diabetes mellitus oder Gallensteine auf die Spur kommen.
Die Sorben in der Oberlausitz
sind eine ganz besondere, eigenständige Population, in der
man die feinen Unterschiede
zwischen Kranken und Gesunden aufspüren kann. Von den
rund 15 000 Sorben untersuchen wir seit drei Jahren so viele wie möglich, um Krankheitsursachen zu entdecken, die
man in einer durchmischten
Bevölkerung wie in Leipzig
oder Wien nie gefunden hätte.
Sie sehen: Dieses Projekt gehört
hier her, man kann es nicht einfach irgendwohin mitnehmen.
Auch die Zusammenarbeit mit
dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften – wir untersuchen gemeinsam die Zusammenhänge von Stoffwechselkrankheiten und Gehirn – ist in
einem Stadium, dass mir das
Herz bluten würde, es aufzugeben. Zumal es mit den Strukturen in Leipzig aus meiner Sicht
bestens möglich sein wird, hier
einen international sichtbaren
Schwerpunkt zur Behandlung
und Erforschung von Stoffwechselkrankheiten zu entwickeln. Und da wäre es doch
ganz furchtbar, wenn ich nicht
dabei bin.
Welche Strukturen in Leipzig
sind so günstig?
Hier haben wir noch nicht diese
zementierten wissenschaftlichen
Machtstrukturen wie an anderen
Universitäten. Hier darf man als
Prof. Michael Stumvoll – hier mit Kollegin Eileen Bösenberg im
Labor – bleibt in Leipzig.
Foto: ukl
Newcomer tatsächlich noch
Neues denken, entwickeln und
aufbauen. Man kann heutzutage
als einzelner Wissenschaftler
praktisch keine großen Durchbrüche erzielen. Man muss in
Verbünden arbeiten, die Nachbardisziplinen einbeziehen, sich
zusammentun. In der Biochemie
und der klinischen Chemie, der
Gastroenterologie oder auch am
Herzzentrum, vor allem aber in
der Kinderklinik, habe ich in
Leipzig Weggefährten gefunden,
die mich hoffnungsfroh in die
wissenschaftliche Zukunft blicken lassen. Hier gelang es innerhalb weniger Jahre eine interdisziplinäre, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderte Forschergruppe aufzubauen. Viele weitere Großpro-
jekte sind angeschoben. Das
müsste ich alles zurücklassen,
wenn ich Leipzig verlassen würde.
Wie sieht Ihre Familie diese
Entscheidung?
Die Entscheidung wurde natürlich mit meiner Frau und meinen beiden Kinder Elisabeth
und Maximilian getroffen. Besonders wichtig war, dass die
Kinder gerne hier sind. Mein
Großer hat es ausgesprochen:
Also, mir gefällt es hier. Und
unter uns gesagt: Wenn meine
Familie hier in Leipzig, unter
den ganzen Sachsen, kreuzunglücklich wäre, hätten wir
schon die Koffer gepackt.
Interview: Frank Schmiedel
STUDIE
Schlagzeuger leisten Schwerstarbeit
chlagzeuger in Rockbands
sind körperlich oft stärker
gefordert als Profi-Fußballer. Das geht aus einer am
Dienstag veröffentlichten Studie
britischer Wissenschaftler hervor. Zwar entspreche zum Beispiel die Leistung des portugiesischen Spitzenkickers Cristiano Ronaldo bei einem harten
Spiel etwa jener des britischen
Drummers Clem Burke von der
US-Rockband Blondie bei einer
90-minütigen Rockshow. Jedoch seien Schlagzeuger weit
öfter im Liveshow-Einsatz als
Fußballer im Wettkampf, erklärte Marcus Smith, Leiter der
S
Studie der Universitäten von
Chichester und Gloucestershire.
„Musiker brauchen eine außerordentliche Ausdauer, besonders
wenn sie auf Tournee sind“, sagte
Smith. Messungen bei Ronaldo
und Burke hätten unter anderem
ergeben, dass ihr Puls bei jeweils
90-minütigen Auftritten auf dem
Rasen oder der Bühne etwa
gleich hoch sei – zwischen 140
und 150 pro Minute, mit Spitzenwerten von 190. Auch die Verbrennung von 400 bis 600 Kilokalorien pro Stunde sei bei
Schlagzeugern und Spitzenfußballern ähnlich.
Der Leistungsunterschied liegt
nach Ansicht der Wissenschaftler in der Anzahl der Auftritte,
wobei Trainingszeiten ebenso
wenig berücksichtigt wurden
wie Proben. „Fußballer spielen
normalerweise 40 bis 50 Wettkämpfe pro Jahr“, sagte Smith.
Clem Burke habe demgegenüber innerhalb von zwölf Monaten 100 Liveshows gegeben.
„Fußballer finden es anstrengend, wenn sie alle zwei Wochen ein Spiel der Champions
League absolvieren müssen,
aber diese Jungs machen Vergleichbares jeden Tag, wenn sie
auf Tournee sind.“
Die Daten der Studie
sollen in ein Hilfsprojekt für übergewichtige
Kinder einfließen. Um
Pfunde
abzubauen
können sie künftig in
einem eigens dafür
eingerichteten „Drummer-Labor“ der Universität
von
Gloucestershire
drauflostrommeln und versuchen, soviel Kalorien
zu verbrennen wie ein Kein einfacher Job: Drummer schuften
Schlagzeuger bei ei- mehr als Fußball-Profis.
Foto: ddp
nem
Konzert.
Das
„Clem Burke Drumming Pro- Drummer und der britischen
ject“ wird von dem Blondie- Regierung unterstützt.
dpa
RATGEBER
9
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
SCHÖNHEIT
AM RANDE
Sommerzeit bedeutet oft Stress fürs Haar
ange
Sonnentage
und erfrischendes
Nass am Strand
oder im Pool: Was für
die Seele langersehnte
Erholung ist, bedeutet
für unser Haar oft
Stress. Denn intensive
Sonne, Salz- oder Chlorwasser können aus einer
glänzenden Haarpracht
innerhalb kürzester Zeit
eine matte, strohige
Mähne machen. Das
ganze Ausmaß der Schädigung wird dabei meist
erst am Ende der Ferien
sichtbar. Damit es soweit
gar nicht erst kommt,
brauchen die Haare genau wie die Haut ein
sommerliches
Schutzund Pflege-Programm.
L
Die UV-Strahlen der Sonne dringen bis ins Haarinnere vor. Dort greifen sie
die Farbpigmente an.
Sichtbar wird das daran,
dass die Haare ausbleichen: Nach einem zweiwöchigen Strandurlaub
können sie durchaus zwei
bis drei Nuancen heller
sein. „Die Melaninpigmente sind nicht nur
Farbgeber, sondern auch
schützende Bestandteile
im Haar. Sie wirken als
Radikalenfänger“, erläutert Andreas Finner, Dermatologe und Haarexperte aus Berlin. Diese
Schutzfunktion
wird
durch die Sonne erheblich
gemindert.
„Den besten Schutz vor
intensiven Sonnenstrahlen bietet eine Kopfbedeckung“, sagt Hanne Vedder,
Kosmetikexpertin
bei der Verbraucherzentrale
Baden-Württemberg in Stuttgart. „Damit
tun Sie gleichzeitig Ihrer
Kopfhaut etwas Gutes.“
Ergänzend gibt es Pfle-
geprodukte mit integriertem Sonnenschutz.
Auch Wasser schädigt die
Haarstruktur: „Das Wasser bewirkt, dass die Haare quellen, Hitze und
Wind trocknen es an-
Brenngläser“, sagt FranzJosef Küveler, Friseurmeister
aus
Mendig
(Rheinland-Pfalz). Auch
Chlor ist für die Haare wie
Gift. „Am wichtigsten ist
deshalb, die Haare direkt
nach dem Bad im Meer
Eine
Strukturschwäche
kann auch durch eine
chemische
Behandlung
verursacht sein. Extrem
anfällig für Sonne und
Wasser sind Haare, die zu
oft, zu lange oder unsachgemäß behandelt wurden.
Schöne Haare wollen gepflegt sein – häufige Schwimmbadbesuche machen ihnen aber zu schaffen.
Foto: dpa
schließend wieder aus“,
erklärt Finner. Durch den
ständigen Wechsel dieser
beiden Prozesse werden
Bindungen zwischen den
Haarfasern zerstört. Dann
bleiben Feuchtigkeit und
Sprungkraft, Geschmeidigkeit und Kämmbarkeit
auf der Strecke.
Wirken Sonne und Wasser zusammen, addieren
sich ihre zerstörerischen
Wirkungen sogar noch.
„Besonders strapaziös ist
die Kombination von Sonne und Meerwasser: Die
Salzkristalle des Wassers
setzen sich in die Haare
und wirken dort wie
oder im Pool mit Süßwasser auszuspülen, abzutupfen und im Schatten
trocknen zu lassen.“
Bei gesundem, kräftigen
Haar machen sich die
sommerlichen
Witterungseinflüsse vor allem
an den Spitzen bemerkbar. Anders sieht es aus,
wenn das Haar bereits
vor dem Urlaub geschwächt ist. „Bei anlagebedingt
strukturschwachem Haar - häufig feinem, hellen Haar finden sich Schädigungen oft schon kurz über
der Kopfhaut“, sagt Finner.
Unter den gefärbten oder
gesträhnten Haaren ist eine blondierte Mähne am
empfindlichsten.
„Wasserstoffperoxid und alkalische Stoffe lassen die
Haare aufquellen, zerstören schützende Pigmente
und lockern die schützenden,
dachziegelartigen
oberen Haarschüppchen,
die sogenannte Cuticula“,
warnt Finner.
Durch eine Dauerwelle
wird dieser Schutzmantel
ebenso abgehoben. Und:
Sowohl Farbe als auch
Dauerwelle zerstören im
Haar Bindungen. „Verzichten Sie vor dem Ur-
laub auf solche chemischen
Behandlungen“,
empfiehlt Verbraucherberaterin Vedder. „Lassen
Sie höchstens strapazierte
Spitzen und Spliss abschneiden und verringern
Sie somit die Angriffsfläche für Sonne und Wasser.“
Im Urlaub kann das Haar
gezielt gegen die Angriffe
von außen gestärkt werden: „Ein altes Hausmittel
ist etwas Haaröl, das
abends einmassiert und
am Morgen ausgespült
wird“, sagt Vedder. Die
Alternative sind Mittel mit
saurem pH-Wert. Wasser
mit ganz wenig Zitronensaft – nur ein paar Tropfen auf eine Flasche – sorge dafür, dass sich die
Haare zusammenziehen
und damit weniger anfällig sind, sagt Friseurmeister Küveler. Blondiertes
Haar werde widerstandsfähiger gegen Chlorwasser, wenn es mit Wasser
übergossen wird, in dem
eine Tablette mit dem
Wirkstoff
Acetylsalicylsäure aufgelöst ist. „Dadurch lässt sich auch der
berüchtigte Grünschimmer nach dem Bad im
Pool vermeiden.“
Außerdem sollten mindestens in der Ferienzeit
physikalische Faktoren
vermieden werden, welche das Haar zusätzlich
schädigen. Auf heißes
Wasser beim Waschen,
heißes Fönen und intensives
Trockenrubbeln,
auf das Glätteisen und
das Toupieren wird am
besten genauso verzichtet wie auf einen Kamm
mit superfeinen Zinken
und Haarspangen aus
schnell erhitzendem Metall.
dpa
Knüppelkuchen
besser ohne Ei
eim Zubereiten von Knüppelkuchen wird besser auf Eier
verzichtet. Denn kommen rohe
Eier in den Teig, besteht die Gefahr einer Salmonelleninfektion,
warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin.
Das gilt vor allem, wenn Kinder
den Teig für Knüppelkuchen, der
in manchen Regionen Stockbrot
heißt, ins Lagerfeuer halten und
nicht ganz durchgaren: Dann ist
das Brot zwar außen möglicherweise schon schwarz, innen
aber noch roh. Aber erst bei Temperaturen oberhalb von 60 Grad
Celsius sterben Salmonellen
langsam ab, die vor allem in rohem Geflügelfleisch und rohen
Eiern vorkommen. Symptome einer Salmonelleninfektion sind
Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,
Kopfschmerzen, Krämpfe oder
Fieber. Bei Kindern, älteren oder
kranken Menschen kann die sogenannte Salmonellose sogar
tödlich sein. In Deutschland werden jährlich weit mehr als
50 000 Salmonelleninfektionen
gemeldet.
dpa
B
Kräuter bleiben
kühl lange frisch
erden Kräuter nicht gleich
nach der Ernte oder dem
Kauf verbraucht, lassen sie sich
auch im Kühlschrank lagern. Dazu werden alle welken, verfärbten
Blätter entfernt. Dann kommt das
Kraut in ein feuchtes Tuch oder
leicht mit Wasser besprenkelt in
eine gelochte Plastiktüte. Nach
Angaben der Centrale MarketingGesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft hält sich Petersilie so
im Gemüsefach vier bis fünf Tage.
Borretsch, Dill und Minze bleiben
ein bis zwei Tage frisch, Basilikum und Kerbel zwei bis drei Tage. Thai-Basilikum sowie Bohnenkraut können fünf bis sechs Tage,
Zitronenmelisse, Koriander und
Liebstöckel drei bis vier Tage gelagert werden.
ddp
W
CARSHARING
Günstige Alternative zum eigenen Pkw
utos sind teuer: Nicht erst
seit den steigenden Ölund Kraftstoffpreisen ist
ein eigenes Fahrzeug mit hohen Kosten verbunden. Neben
dem einmaligen Anschaffungspreis, der auch bei den kleinsten Neuwagen schnell 10 000
Euro erfordert, sind regelmäßig
Wartungs- und Reparaturkosten zu übernehmen, jährlich
werden Steuern und Versicherungsprämien fällig. Wer auf
ein bisschen Freiheit der permanenten Verfügbarkeit verzichtet, kann durch „Carsharing“ eine Menge Geld sparen.
A
Unter Carsharing ist die gemeinschaftliche Nutzung eines
Kraftfahrzeugs zu verstehen.
Im weitesten Sinne fällt bereits
eine eigene private Fahrgemeinschaft mit Freunden oder
Nachbarn darunter, bei der
man den Pkw für die gemeinsame Fahrt zur Arbeit oder zum
Einkaufen nutzt. Die Tankkosten werden unter den Mitfahrenden aufgeteilt und die Umwelt bei jeder Fahrt geschont.
Ähnlich funktioniert auch das
gewerbliche Carsharing. Derzeit gibt es rund 100 Anbieter
in über 260 Städten. Dabei stehen an bestimmten Orten wie
zentral gelegenen Tankstellen,
Bahnhöfen oder Unternehmensparkplätzen Kraftfahrzeu-
ge – meist Pkw oder leichte
Nutzfahrzeuge – bereit, die
kurzfristig per Telefon oder Internet für einen bestimmten
Zeitraum gebucht werden können – ähnlich wie bei Mietwagen. Denn nach einer einmaligen Anmeldung und der jeweiligen Reservierung ist das Automobil jederzeit mit einer
persönlichen Identifizierungskarte nutzbar – ohne weiteren
zusätzlichen Papierkram.
Die Kosten richten sich nach
dem Anbieter. Eine einmalige
Anmeldegebühr wird immer
fällig, einige Unternehmen verlangen auch einen monatlichen
Mitgliedsbeitrag zur Beglei-
chung der Steuern und Versicherungsgebühren.
Beim
„Drive Carsharing“ macht das
beispielsweise einmalig 50 Euro aus, monatlich kommen jeweils zehn Euro hinzu. Zusätzlich entstehen bei allen Anbietern Kosten für die Nutzung
des Autos, abgerechnet wird
nach Zeit, zurückgelegter Strecke und Fahrzeugklasse. So
werden für einen Smart beispielsweise stündlich 3,25 Euro
plus 13 Cent je Kilometer als
Spritpauschale fällig, ein VW
Sharan oder ein Audi A6 kostet
6,25 Euro pro Stunde und
14 Cent pro Kilometer.
Lohnenswert ist das Carsharing
demnach vor allem für diejenigen, die nicht täglich ein Auto
nutzen. Für die regelmäßige
Fahrt zur Arbeit entstehen laut
dem Bundesverband Carsharing zu hohe Kosten, denn die
acht Stunden Herumstehen am
Arbeitsplatz müssen ebenfalls
bezahlt werden. Wer allerdings
nur zwischendurch beispielsweise wöchentlich für den
Großeinkauf oder die Ausflugsfahrt ins Grüne ein Auto benötigt, kann der Einzelne oder eine Familie eine Menge Geld
sparen. Fährt jemand dagegen
nur einmalig über eine längere
Strecke, ist er mit einem Mietwagen besser beraten.
Benjamin Palm
10
POLITIK I WIRTSCHAFT
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
AM RANDE
Mehr Fracht
auf Airport Leipzig
uf
dem
Flughafen
Leipzig/Halle ist die Anzahl
der Passagiere gesunken. Im
ersten Halbjahr sei das Aufkommen um 7,6 Prozent auf etwa
1,131 Millionen zurückgegangen, sagte ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG. Negativ ausgewirkt hätten sich besonders die Einstellung der LowCost-Verbindungen von TUIfly
und das seit März geltende
Nachtflugverbot für Passagiermaschinen. Am Flughafen Dresden sei die Zahl der Passagiere
den Angaben zufolge hingegen
im selben Zeitraum um 5,5 Prozent auf 868 274 gestiegen. Damit sank das Passagieraufkommen auf beiden zur Flughafen
AG gehörenden Airports um 2,3
Prozent auf knapp zwei Millionen. Insgesamt seien 46 195
Starts und Landungen (Leipzig/Halle 28 326, Dresden 17
869) gezählt worden, hieß es
weiter. Das entspreche einem
Wachstum von 12,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum
(Leipzig/Halle 17,4 Prozent,
Dresden 4,3 Prozent). Mit der
Inbetriebnahme des DHL-Drehkreuzes
am
Flughafen
Leipzig/Halle hätten vor allem
Flüge von DHL und Lufthansa
Cargo zum Wachstum beigetragen. Dies spiegele sich auch in
dem
um
580
Prozent
(Leipzig/Halle 585 Prozent) auf
194 397 Tonnen gestiegenen
Frachtaufkommen wider (Leipzig/Halle 194 222 Tonnen). ddp
A
Autobahn 72
erst 2011 fertig
wischen Chemnitz und Leipzig wird es frühestens 2011
eine Autobahnverbindung geben. Der zuletzt für die A 72 geplante Fertigstellungstermin Ende 2010 sei nicht zu halten, teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Dresden
mit. Derzeit sei eine Anwohnerklage gegen den Teilabschnitt
Rathendorf – Frohburg schuld,
dass noch nicht gebaut werde.
Gleichzeitig bestätigte sie eine
Erhöhung der Baukostenerhöhung für die gesamte Autobahn
um fast 100 Millionen auf jetzt
520 Millionen Euro. Dies sei
den erhöhten Anforderungen an
den Naturschutz, der gestiegenen Mehrwertsteuer und höheren Rohstoff- und Energiepreisen geschuldet. 2007 hatte
Wirtschaftsminister
Thomas
Jurk noch freie Fahrt von Chemnitz bis Borna im Jahr 2010 angekündigt. Ursprünglich sollte
die Autobahn von Chemnitz bis
Leipzig bis 2006 fertig werden.
Die ersten elf der bis zum Kreuz
Markkleeberg 62 Kilometer langen Trasse waren vor 2007 freigegeben worden.
ddp
Z
KRIEGSTREIBER
Serbische Polizei fasst Karadzic
ach mehr als zehn
Jahren auf der
Flucht ist in Serbien einer der meistgesuchten mutmaßlichen
Kriegsverbrecher festgenommmen worden: Der
frühere Präsident der
bosnischen Serben, Radovan Karadzic, der als
Drahtzieher die Gräuel
des Bosnienkrieges zu
verantworten haben soll,
wurde nach Regierungsangaben in einem Belgrader Vorort verhaftet.
Demnach hat er dort unter falscher Identität in
einer Privatklinik gearbeitet, verkleidet mit
Brille, langem weißen
Haar und dichtem Bart.
N
Karadzic wurde 1995
des Völkermordes beschuldigt, 1998 tauchte
er unter. Die Europäische Union begrüßte die
Festnahme und sprach
von einem wichtigen
Schritt auf dem Weg zu
einer Annäherung Serbiens an die EU. Zugleich wurde aber auch
auf weitere noch Flüchtige verwiesen – wie den
einstigen Befehlshaber
der bosnisch-serbischen
Streitkräfte, Ratko Mladic, der wie Karadzic unter anderem die Verantwortung für das Massaker von Srebrenica mit
8000 ermordeten Muslimen tragen soll.
Serbien steht seit Jahren
unter erheblichem internationalen Druck, mutmaßliche Kriegsverbre-
cher an das UN-Tribunal
in Den Haag auszuliefern. Dies soll nun mit
Karadzic geschehen, der
ganz oben auf der Fahndungsliste stand. Mit ei-
total veränderten Karadzic gezeigt. Unter seinem
falschen Namen soll er
sogar Artikel für ein Gesundheitsmagazin
geschrieben haben.
Sveta Vujacic erklärte,
Karadzic sei bereits am
Freitag in einem Linienbus gefasst und drei Tage festgehalten worden.
Dagegen verlautete aus
chungsrichter vorgeführt
wurde. Schwer bewaffnete Einheiten der serbischen Polizei zogen auf.
Mit Autokorsos und Hupkonzerten feierten indessen bosnische Muslime
in Sarajevo und anderen
Städten die Festnahme.
Der Chefankläger des
Haager Tribunals, Serge
Brammertz, gratulierte
den serbischen Behörden: „Das ist ein wichtiger Tag für die Opfer, die
seit über einem Jahrzehnt auf diese Festnahme gewartet haben.“ EUKommissionspräsident
Barroso begrüßte die
Festnahme als einen
wichtigen Schritt für eine
dauerhafte Versöhnung
in der Region. Auch die
Bundesregierung
lobte
die Festnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel
sprach von einem „historischen Augenblick“.
Radovan Karadzic in den neunziger Jahren (l.) – auf dem Höhepunkt seiner Macht. Mit
Bart und Brille kaum wiederzuerkennen, nahm ihn serbische Polizei fest.
Fotos: dpa
nem schnellen Verfahren ist aber nicht zu
rechnen; vielmehr könnte es Jahre dauern, bis
ein Urteil gegen den 63Jährigen
gesprochen
wird.
Der ausgebildete Psychiater habe zuletzt unerkannt alternative Heilmethoden
angeboten,
teilte die serbische Regierung mit. Dabei wurde ein Foto eines abgemagerten und äußerlich
Auf seiner jahrelangen
Flucht soll sich Karadzic
auch in Klöstern und
Höhlen versteckt haben.
Seine Entdeckung und
der Zugriff am Montagabend waren offenbar
ein Zufall: Die Sicherheitskräfte waren eigentlich auf der Suche nach
Mladic, hieß es.
Über die genauen Umstände der Festnahme
gab es widersprüchliche
Berichte. Sein Anwalt
Polizeikreisen, er sei
nach wochenlanger Beobachtung in einem
Haus
festgenommen
worden. Zuvor habe es
einen Tipp von einem
ausländischen Geheimdienst gegeben.
Nach der Festnahme
versammelten sich in der
Nacht Dutzende Anhänger Karadzics protestierend vor dem Gerichtsgebäude in Belgrad, in
dem er einem Untersu-
Wenn Karadzic ausgeliefert wird, ist er der 44.
Serbe, der dem Tribunal
in Den Haag überstellt
wird.
Prominentester
Verdächtiger war bislang der frühere serbische und jugoslawische
Präsident Slobodan Milosevic, der 2000 gestürzt wurde und 2006
in
Untersuchungshaft
starb. Dem BosnienKrieg von 1992 bis 1995
fielen rund 250 000
Menschen zum Opfer, etwa 1,8 Millionen wurden
vertrieben.
Dusan Stojanovic
ENERGIEMARKT
Kirche steigt ins Gasgeschäft ein
n Baden-Württemberg
steigen die Kirchen in
den Energiemarkt ein.
Ab 1. Januar 2009 werden sie in einem bundesweit einmaligen Projekt
zunächst Erdgas an ihre
Gottes-, Pfarr- und Gemeindehäuser sowie Kindergärten liefern, berichtete die Stuttgarter Zeitung. Mit dabei seien auch
die Diakonie und die Caritas.
I
Dem Blatt zufolge haben
die Diözesen Freiburg und
Rottenburg
sowie
die
evangelischen
Kirchen
von Württemberg und Baden für die neue Tätigkeit
die
„Gesellschaft
zur
Energieversorgung
der
kirchlichen und sozialen
Einrichtungen
mbH“
(KSE) mit Sitz in Freiburg
gegründet. Wie der künftige Aufsichtsratschef Johannes Baumgartner von
der federführenden Erzdiözese Freiburg betonte,
wollen sich die Kirchen
damit von Konzernen wie
der Energie Baden-Württemberg (EnBW) unabhängig machen.
Mit ihren Preisen können
die Kirchen nach Angaben Baumgartners zwischen zehn und 20 Prozent unter denen anderer
Anbieter liegen. Als Bedarfsmenge habe er eine
Milliarde Kilowattstunden
pro Jahr im Wert von 50
Millionen Euro errechnet.
Im ersten Jahr werde das
Gas von dem Freiburger
Energieversorgungsunternehmen Badenova bezogen, ab 2010 dann auf
dem freien Markt gekauft.
Die KSE biete einen Festpreis für zwölf Monate.
Mit dem Unternehmen,
das nicht auf Gewinn angelegt ist und zu Selbstkostenpreisen
arbeitet,
wollen die Kirchen nach
Angaben der Zeitung eine
„nachhaltige und umweltorientierte“ Energieversorgung
gewährleisten.
Ab 2011 werde auch
Strom angeboten. Dann
gehe es um 120 Millionen Nebenerwerb: Die Kirchen in Baden-WürttemEuro.
ddp berg liefern ab 2009 Gas.
Foto: ddp
REISE
11
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
SCHWEDEN
Schleusenfahrt auf dem Göta-Kanal
te Partie. Seine Lebensgefährtin
sitzt aber ganz dicht neben
ihm.
enny aus Milwaukee singt
gerne. Deswegen singt er
oft - beim Erkundungsrundgang an Deck der „MS Juno“ zum Beispiel. Der Amerikaner ist gebürtiger Schwede und
macht gerade einen Nostalgietrip durch seine alte Heimat.
Dazu passt eine Reise auf einem der alten Flusskreuzfahrtschiffe des Göta Kanals. Zu dem
Wasserweg zwischen Stockholm und Göteborg haben die
meisten Schweden eine fast
schon sentimentale Beziehung,
denn er bedeutet die Erfüllung
des alten Traums, Nord- und
Ostsee zu verbinden. Dabei
werden ein Fluss durchquert,
drei Kanäle, acht Seen und 66
Schleusen.
L
Butter gibt es wenig an Bord.
Gekocht wird eher schlank,
denn mit dem Sport ist es nicht
weit her. Wen der Bewegungsdrang überfällt, kann aber vor
einer der Schleusen einfach von
Bord klettern und ein Weilchen
neben dem Schiff herlaufen.
Das geht auf weiten Abschnitten des Kanals und macht
Spaß, weil das Schiff auf dem
Wasserweg trödelt wie ein verträumter Golden Retriever:
Nett, aber etwas langsam wegen der vielen Ablenkungen.
Immerhin gilt es 66 Schleusen
zu überwinden. Und das dauert: Schiff rein, Wasser rein
oder raus, Schiff raus. Da ist
viel Zeit für einen Flirt mit dem
hübschen Schleusenwärter Johannes oder für ein anspruchsvolles Foto einer Wasserlilie.
Mehr als 20 Jahre wurde einst
am Kanal gebaut, 58 000 Mann
gruben die Fahrrinne von
Hand. 87 Kilometer sind künstlicher Wasserweg, die übrigen
Passagen der 190,5 Kilometer
langen Strecke gehen durch
Seen und Flüsse. Zwar machte
die Eisenbahn dem Göta Kanal
bereits kurz nach seiner Fertigstellung 1832 Konkurrenz.
Doch rund 100 Jahre lang blieb
er ein wichtiger Transportweg,
und heute gilt er als eine der
schönsten Wasserstraßen Europas. Er zieht Touristen und
Hobbysportler an – zum Radfahren entlang der Strecke, Segeln und Fischen.
Am liebsten aber klettern sie
auf eines der nostalgischen
Schiffe, die zwischen Stockholm und Göteborg pendeln.
Wie Lenny, der auf der „Juno“
so glücklich ist, dass er bereits
morgens um 5 Uhr auf dem
Weg zur Außentoilette ein Lied
anstimmt. Es gibt drei dieser
Schiffe auf dem Kanal: Die „MS
Juno“ wurde 1874 gebaut, die
„MS Wilhelm Tham“ 1912 und
die „MS Diana“ 1931. Alle haben einen Gesellschaftsraum
für Regentage und Korbstühle
an Deck für Tage mit Sonnenschein. Duschen und Toiletten
teilen sich die Passagiere. Komischerweise bleiben alle an
Bord ganz entspannt: Keine
Staus vor dem wichtigsten Örtchen, kein Gedrängel an den
Duschen, nur beim Frühstücksbüfett wird geknufft.
Die jeweils 28 Kabinen sind alle
nur gut drei Quadratmeter
groß, die Betten 1,85 Meter
lang und schmal – es gibt mitleidige Blicke für groß gewachsene Passagiere. Bei gutem
Wetter ist der Platzmangel
nicht
schlimm,
aber
bei
schlechtem Wetter verschärft
sich die Lage. Eigentlich bleibt
dann nur, im Gemeinschaftssalon zusammenzurücken, den
Kapitän auf der Brücke mit
Fragen zum Schleusen zu ner-
Lenny geht lieber wieder singen. Er hat am Anleger von
Trosa einen betagten Akkordeonspieler erspäht. Lenny singt
vor und neigt sich zum Akkordeon herab, um zu hören, ob
der alte Schwede die richtige
Melodie aufgegriffen hat. Nach
einer kleinen Nachschulung
legt Lenny los und singt mit
kräftiger Stimme und schwungvollen Bewegungen ein altes
Volkslied aus Åland. Er ist eindeutig wieder zu Hause.
Beliebtes Fotomotiv: Auf dem Göta-Kanal fahren die kleinen Kreuzfahrtschiffe auch am Königsschloss Drottningholm vorbei.
Fotos: dpa
ven oder sich auf das Bett zu legen und die schöne Landschaft
zu verschlafen. Genau das machen bei rauer See einige, denn
bei den Fahrten über die größeren Seen wie Vänern und Vättern kann es bei schlechtem
Auf dem Göta-Kanal durch eine
verträumte Landschaft
Wetter ganz schön schaukeln.
Die alten Schiffe haben keine
Stabilisatoren.
Bis zur nächsten Mahlzeit sind
aber alle meist wieder fit, denn
die ist jedes Mal perfekt. Auf
Die Schleusentreppe zwischen
Stockholm und Göteborg.
liebevoll dekorierten Tellern liegen Zander mit Kräuterkruste,
gefülltes Rinderfilet oder Blaubeertarte. Lenny verrät, dass er
sein Glück in den USA mit abgepackter Butter gemacht hat,
der Mann ist eindeutig eine gu-
Spielend: Schleusenwärter ist
ein beliebter Studentenjob.
Jeder Passagier entdeckt etwas,
was ihn besonders anspricht.
Fans des Königshauses bewundern Schloss Drottningholm.
Der Badeort Trosa bietet hübsche pastellfarbene Ferienhäuser aus Holz und ansprechende
Cafés und Restaurants. Lenny,
den die Gäste des Schiffes inzwischen den Spitznamen „Mr.
Butter“ gegeben haben, gefällt
es in der Kirche des ehemaligen
Nonnenklosters Vreta. Dort gibt
es eine Orgel, einen Orgelspieler – und flugs steht fest: Lenny
kennt auch Kirchenlieder.
Bei den Schleusen ähnelt keine
der anderen. Die SödertäljeSchleuse ist mit 135 Metern die
längste Skandinaviens, die optisch interessanteste ist die Carl
Johans-Schleusentreppe:
Hier
klettert das Schiff über sieben
miteinander verbundene Schleusen. Die Treppe ist das längste
Schleusensystem des Kanals,
auch wenn der Verbund von Berg
sogar 15 Schleusen hat und dazu
noch einige Aquädukte. Die älteste Schleuse Schwedens ist die
letzte im Göta Kanal vor Göteborg. Die ursprüngliche Anlage
wurde 1607 eingeweiht und war
die erste, die es überhaupt in
Schweden gab. Ob Lenny dazu
wohl auch ein Lied kennt?
Hilke Segbers
12
KULTUR
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
AM RANDE
100 000 Japaner
bei Bauhaus
und 100 000 Menschen haben eine Ausstellung über die
Bauhaus-Architekturschule in der
japanischen Hauptstadt Tokio besucht. Die Schau zeigt erstmals
studentische
Mitschriften,
Übungsblätter und Materialstudien, die etwa in Kursen der Bauhausmeister Paul Klee, Wassily
Kandinsky und Oskar Schlemmer
entstanden sind, teilte die Stiftung
Bauhaus Dessau am Dienstag
mit. Unter den 300 Originalobjekten sind auch Zeichnungen, Fotografien und Modelle. Die prominenteste Besucherin war Kaiserin
Kogo Michiko. 1919 von Walter
Gropius in Weimar gegründet, gilt
das Bauhaus als Deutschlands
berühmteste Kunstrichtung der
Klassischen Moderne.
dpa
R
Auszeichnung
für Digi-Erfinder
er Erfinder der Digitalkamera,
Steven Sasson, erhält den Kulturpreis 2008 der Deutschen Gesellschaft
für
Photographie
(DGPh). Seine revolutionäre Idee
habe der Fotografie entscheidende neue Perspektiven und Anwendungen eröffnet, teilte die DGPh in
Köln mit. Der US-amerikanische
Elektroingenieur hatte 1975 den
Prototypen der Digitalkamera entwickelt. Der Preis, der eine von
dem Künstler Ewald Mataré gestalteten optischen Linse ist, wird
am 27. September bei der Messe
photokina in Köln verliehen. Die
DGPh vergibt die Auszeichnung
seit 1958 jährlich für bedeutende
Leistungen in der Fotografie. dpa
D
BEDEUTUNGSLEHRE
Der Atlas der wahren Namen
mmer „Dem Fließenden“ flussabwärts folgend, passiert man
„Niederlassung“
und
„Tosebachdorf“,
um
dann irgendwann in
„Wühlwasserdamm“ zu
landen. Klingt irgendwie
nach Tolkien. Ist es aber
nicht. Was sich anhört,
wie eine Marschroute
durch Mittelerde, ist nur
eine kurze „Fingerreise“
durch den „Atlas der
wahren Namen“, entworfen und herausgegeben vom Lübecker Kartografen und AmateurEtymologen
Stephan
Hormes.
I
Das Werk des Lübecker
Kleinverlegers ist ein
Überraschungserfolg.
Die erste Auflage ist bereits vergriffen, eine
zweite soll noch in dieser Woche lieferbar sein.
Dabei sah es zunächst
nicht danach aus. „Am
Anfang wollten die Barsortimente,
die
die
Bucheinzelhändler beliefern, uns nicht“, sagt
Hormes.
Kurzerhand
vertrieb der gelernte
Kartograf den Atlas über
die eigene Homepage.
Bestellannahme, Rechnungsabwicklung, Versand – dies alles übernahmen Hormes und
seine Frau. Seit Tagen
klingele ständig das Telefon, der E-Mail-Eingang sei voll, sagt Hormes.
Die Idee für den Atlas
hatte Hormes beim Lesen eines Buches über
geografische
Namen.
Das in einer Europa- und
einer Weltversion erschienene Kartenwerk
führt die Namen von
Städten,
Landschaften
und Flüssen auf ihre ursprüngliche Bedeutung
zurück. Damit eröffnen
sich dem Betrachter faszinierende, weil ungewohnte Perspektiven auf
Altbekanntes. Die wahre
Bedeutung von 1500 Namen hat Hormes in sein
Kartenwerk eingetragen.
„Dabei habe ich mir allerdings eine gewisse
Freiheit genommen, damit Namen wie ’Winkelburg’ für Hamburg oder
’Niederlassung’ für Köln
auch
wohlklingend
sind“, sagt der 43-Jährige.
Auf der kurzweiligen
Weltreise lernt der Nutzer beispielsweise, dass
die
Lombardei
das
„Land der Langbärte“
ist, die Appalachen das
„Volk auf der anderen
Seite“ sind, Grosny eigentlich eine „furchtgebietende Festung“ ist
und Madagaskar für das
„Ende der Welt“ steht.
Ein Register gibt Auskunft über die Hintergründe oder verweist auf
das Bestehen weiterer
Bedeutungsmöglichkeiten.
Hormes Konsequenz bei
der Suche der etymologischen Bedeutung, der
ckers James Cook ein
Koch gewesen sein“, ist
der gebürtige Rheinlän-
Leipzig heißt „Linden: „Atlas der wahren Namen“ zeigt
Städtenamen nach Bedeutung.
Foto: ddp
„Klarnamen“, führt dabei
mitunter auch zu amüsanten Entdeckungen wie
den
„Koch-Inseln“.
„Schließlich muss einer
der Vorfahren des Entde-
der Hormes überzeugt.
„Nomen est Omen“, sagt
er. Wer dazu jedoch einen
Blick in das Namensregister wirft, findet einen Verweis auf Cook.
Laut Hormes entstanden
geografische Namen früher in erster Linie in Anlehnung an natürliche
Gegebenheiten, wie der
Name Piemont für das
„Land am Fuße des Berges“ zeige. Die Namen
von Völkern beschrieben
oftmals ihnen zugeschriebene Charakteristika wie „Land der Freien“ für Thailand und
Frankreich.
Daneben
spielten mythologische
Aspekte eine Hauptrolle
bei der Namensgebung,
sagt Hormes.
Bierernst
will
der
43-Jährige sein Kartenwerk aber nicht verstehen. „Das ist Kartografie
mit einem Augenzwinkern“, sagt er. Die neue
Perspektive des „Atlas
der wahren Namen“
kommt beim Publikum
offenbar gut an. „Verlage
haben bereits nach einem möglichen Buch angefragt.“ Eine detailliertere Deutschland-Karte
soll
rechtzeitig
zum
Weihnachtsgeschäft auf
den Markt kommen, eine englische Variante ist
in Vorbereitung. Darin
ist Deutschland nicht,
wie in der deutschen
Ausgabe, das „Volksland“,
sondern
das
„Land der Speermänner“, abgeleitet vom Begriff Germanien (englisch Germany).
André Klohn
KLASSIK
Goethe, der alte Schwerenöter?
oethe werden pikante Liebschaften angedichtet, selbst
homosexuelle
Neigungen
wurden ihm schon nachgesagt:
Knapp einen Monat vor seinem
259. Geburtstag ist das Liebesleben des Dichterfürsten wieder ein
Thema. Es geht um die angebliche
heimliche Liaison des jungen Goethe zu der zehn Jahre älteren Weimarer Herzoginwitwe Anna Amalia (1739-1807). Da eine Affäre mit
der Mutter des regierenden Herzogs staatsgefährdend gewesen
sei, hätte sie geheimbleiben müssen, lautet die These des in Weimar lebenden Juristen und
Schriftstellers Ettore Ghibellino.
G
2003 hatte er bereits in seinem
Buch „J. W. Goethe und Anna
Amalia – Eine verbotene Liebe“
diese Auffassung vertreten und
war damit auf heftigen Widerstand
von Goethe-Forschern gestoßen.
An diesem Freitag will er zusam-
men mit Mitstreitern der von ihm
gegründeten „Anna Amalia und
Goethe Akademie“ im Goethe-Institut Weimar Briefe
als neue Belege vorlegen.
seberichte und sehnsüchtige Liebesbotschaften Goethes bewahrt
das Goethe- und Schiller-Archiv
Nicht der geistvollen
Charlotte von Stein
(1742-1827),
die
bisher als die platonische Liebe des
jungen
Dichters
galt, waren demnach all die Liebesbriefe, Billetts und
Zettelchen von Goethes Hand in den Nur angeblich ein Liebespaar: Anna Amalia
Jahren 1776 bis und Johann Wolfgang Goethe.
Repro: dpa
1789 gewidmet. Die
Hofdame Anna Amalias hätte nur auf. Darunter finden sich auch so
als eingeweihte und diskrete Über- schwärmerische Zeilen wie „dich
bringerin der Botschaften an Anna Engel des Himmels“ und „einzige
Amalia fungiert, ist die zentrale unter den Weibern“. WissenBotschaft Ghibellinos. Rund 1600 schaftlich belegt ist einzig, dass
Gruß- und Dankeszettelchen, Rei- Charlotte von Stein ihre Briefe von
Goethe zurückgefordert und vernichtet hat.
hat sein Buch weder Interesse
noch Unterstützung gefunden.“
Die Klassik Stiftung Weimar als
Hüterin des klassischen Erbes reagiert verschnupft auf die AnnaAmalia-These, die auch in der
jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins Spiegel eine Rolle
spielt. Die Stiftung spricht von einer „Weimar-Legende“. Auf mehr
als 360 Seiten variiere der Autor
seine Hypothese unzählige Male
und gebe vor, sie mit „zeitgenössischen Quellen“ zu untermauern,
sagt eine Wissenschaftlerin des
Goethe- und Schiller-Archivs. Ghibellino suche auch in den Tagebüchern und Werken wie „Torquato
Tasso“ und „Wilhelm Meister“
nach verschlüsselten Botschaften.
Nicht zur Hypothese passende
Zeugnisse und Forschungsergebnisse sowie Teile der Biografien
der angeblich Liebenden würden
ausgeblendet. „In der Fachwelt
Das Literaturarchiv bescheinigt
Ghibellino eine äußerst geschickte
Vermarktung der Person Goethes,
„dabei auch voyeuristische Bedürfnisse des Publikums bedienend“.
Auch die Düsseldorfer Goethe-Expertin Heike Spies nennt die Veröffentlichungen des Biografen unseriös. „Wir setzen uns mit dieser These Ghibellinos schon seit einigen
Jahren auseinander“, sagt die stellvertretende Direktorin des GoetheMuseums. Er „arbeitet mit Halbwissen und Halbwahrheiten. „Nach
allem. was wir wissen, war Anna
Amalia kein Mensch, von dem sich
Goethe angezogen gefühlt hätte.“
Für die Forschung gebe es weitaus
wichtigere Themen. „Wenn man etwa behauptet, Goethe habe seinen
Faust nicht geschrieben, davon geriete diese Welt ins Wanken.“
Antje Lauschner
UNTERHALTUNG
13
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
GEBURTSTAG
Sie prägte das Privat-TV: Margarethe Schreinemakers
m 5. September um
18.45 Uhr wird sie
aus der Sommerpause
zurückkommen.
Das steht fest. Wie lange
der kleine Sender 9live
seiner Gastmoderatorin
Margarethe Schreinemakers noch ein Fensterchen
in die Öffentlichkeit gewähren wird, ist indes
noch offen. Die Einschaltquoten der interaktiven
TV-Show
„Schreinemakers 01805 – 100 232“
waren seit dem Start am
18. April gering. Die Beteiligung in den InternetChaträumen fiel mau aus.
9live kürzte während der
Fußball-EM ihre Sendung
schon von 60 auf 45 Minuten. Das sind die Fakten im Jahr 2008.
A
Früher war es anders.
Margarethe Schreinemakers, die am 27. Juli ihren
50. Geburtstag feiert, hat
in den neunziger Jahren
das deutsche Privatfernsehen entscheidend geprägt. Ihre Talkshow
„Schreinemakers
live“,
die sie nach ersten Schritten beim WDR („Wortschätzchen“) und NDR
(„NDR Talkshow“) von
1992 bis 1997 für den Privatsender Sat.1 moderierte, erfreute sich von Monat zu Monat und von
Jahr zu Jahr wachsender
Popularität und kontinuierlich steigender Einschaltquoten. Kaum jemand, der in Deutschland
Rang und Namen hatte,
kam an Schreinemakers
und ihrer Show vorbei.
Die Folge: Andere Privatsender und auch die öffentlich-rechtlichen Kanäle, die aufgrund der neuen
Konkurrenz im dualen
System immer mehr Publikum verloren, richteten
sich an dem Talk-Modell
der gebürtigen Krefelderin mit dem kecken
Mundwerk aus und versuchten ihrerseits, Formate ähnlichen Stils an
Land zu ziehen. Doch das
Kopierwerk
Fernsehen
scheiterte zumeist, da das
Original nicht zu fälschen
war.
Wissenschaftler
sprachen sogar schon in
Büchern von der „Schreinemakerisierung“ der Medien. Gemeint war die enge Verzahnung von Be-
troffenheit, Emotion und
Journalismus vor den Kameras.
Auf dem Höhepunkt ihrer
Karriere überkam Schreinemakers ein Gefühl von
Macht und Einfluss, das
ihr zum Verhängnis werden sollte. Sie machte ihre
eigenen Steuerrückzahlungsforderungen öffentlich zum Thema, legte
sich mit Bundesfinanzminister Theo Waigel an, lud
sogar dessen Ex-Frau in
ihre Sendung ein. Als sie
den Streit mit dem Fiskus
auch in ihrer Sendung
platzierte, drehte ihr Sat.1
den Saft ab. Zu diesem
Zeitpunkt stand längst ihr
Wechsel zum Konkurrenten RTL fest. Doch Zuschauerzahlen um die sieben bis acht Millionen
konnte sie dort nicht
mehr erreichen. Das Publikum hatte ihr bereits
den Rücken gekehrt. RTL
beendete die Sendung
nach einem Jahr.
Die hippe Modeerscheinung Schreinemakers, die
mit dem Bambi und der
Goldenen Kamera reich
geehrt worden war, wurde zum Auslaufmodell.
Doch wahrnehmen, so ihre Kritiker, wollte die Moderatorin die Rückschläge
nicht. Ihr Comeback in
der RTL-II-Show „Big
Diet“ und ihre eigene
ARD-Talkshow am Nachmittag blieben unter den
Erwartungen der Sender.
Auch ihr Privatleben blieb
nach den beruflichen Krisen nicht verschont. Die
Ehe mit dem Anwalt Werner Klumpe, der sie stets
in beruflichen Dingen unterstützt hatte, wurde
2007 geschieden. Die Kinder Lukas und Kristoph
leben bei ihr im belgischen Eupen, wo sie auch
ihre 9live-Sendung produziert. Lange schon Schnee
von gestern ist ihre Kurzzeitehe mit Entertainer
Jürgen von der Lippe Ende der achtziger Jahre.
Über ihre wechselhafte
berufliche Vergangenheit
sagte Schreinemakers im
April: „Jeder hat seine
Flops – auch ein Thomas
Gottschalk. Meine Stärke
sind eine gute Psyche und
der Spaß.“ Carsten Rave
Moderatorin Margarethe Schreinemakers feiert dieser Tage
ihren 50. Geburtstag.
Foto: dpa
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Die Zeitreise geht weiter
Für
nten
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A nne 008
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J
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14
PRÄVENTION
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
AM RANDE
Angeschimmeltes
wegwerfen
ngeschimmelte Lebensmittel
dürfen in den meisten Fällen
nicht mehr gegessen werden. Das
gilt selbst dann, wenn nur wenig
Schimmel zu sehen ist, erklärt die
Verbraucherzentrale
Sachsen.
Denn auch dann kann der Schimmelpilz bereits eine beträchtliche
Menge an giftigen Substanzen, so
genannten Mykotoxinen, gebildet
haben. Den Mykotoxinen können
weder das Einfrieren noch andere
Verfahren wie das Trocknen der
Lebensmittel etwas anhaben. Wer
die giftigen Substanzen regelmäßig zu sich nimmt, riskiert Schäden an Leber oder Nieren. Deshalb dürfen lediglich von Hartkäse
kleine Schimmelstellen großzügig
abgeschnitten werden, raten die
Experten.
dpa
A
Messgerät
ergänzt Kontrolle
ach Angaben der Deutschen
Seniorenliga sind Blutdruckmessgeräte für zu Hause eine
sinnvolle Ergänzung. Allerdings ersetzten sie nicht die Kontrolle des
Herz-Kreislauf-Systems durch einen Arzt. Und bevor jemand ein
Blutdruckmessgerät anwende, sei
eine Beratung mit dem Hausarzt
sinnvoll. Der Mediziner könne einschätzen, welche Messwerte in
Ordnung seien und ab wann ärztliche Hilfe notwendig sei. Nach
Möglichkeit sei das Gerät vom Tüv
geprüft worden und verfüge über
ein Hinweis-Signal für den Fall,
dass es falsch bedient wird. ddp
N
REISEMEDIZIN
Impfschutz checken – dann fliegen
or dem Urlaubsstart sollten Familien überprüfen, ob alle Reiseteilnehmer ausreichend gegen
Masern und „Reisegelbsucht“ (Hepatitis A) geschützt sind. Bundesweit
haben die Fälle von Masern auf Grund von Impfmüdigkeit seit 2006 zugenommen, sagte der Präsident des Berufsverbandes
der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram
Hartmann. Familien, die
in beliebte Urlaubsländer
wie die Türkei, Spanien
oder die Schweiz reisen,
sollten ebenfalls dringend
ihren Impfschutz überprüfen.
W
In der Türkei wurden laut
der Weltgesundheitsorga-
nisation in den vergangenen vier Jahren im
Schnitt 7200 Masernfälle
gemeldet, an Mumps er-
krankten 19 745 Patienten. Die so genannte
Durchimpfungsrate
für
Masern erreicht in der
Vor dem Urlaub noch den Impfschutz aufbessern.Foto: dpa
Türkei in einigen Gebieten nur etwa 63 Prozent.
In dem Land besteht laut
Hartmann auch ein hohes
Risiko, sich mit Hepatitis
A anzustecken. In Spanien infizierten sich in
den Vorjahren eine Vielzahl von Touristen mit
Masern,
ebenso
im
Schweizer Kanton Luzern.
Kinder sollten die erste
Impfung gegen Masern
zwischen dem vollendeten 11. und dem 14. Lebensmonat erhalten. Die
zweite Impfung folgt dann
im zweiten Lebensjahr.
Meist wird dabei ein
Kombinationsimpfstoff
verabreicht, der zugleich
vor Mumps und Röteln
schützt. Seit kurzem gibt
es einen neuen Impfstoff,
der auch gegen Windpocken immunisiert. Erwachsene, die keinen
Impfschutz haben oder
unsicher sind, ob sie die
Krankheiten als Kind
durchgemacht
haben,
sollten die Impfung zur Sicherheit nachholen.
Eine Hepatitis-A-Impfung
schützt reisefreudige Eltern und Kinder mindestens zehn Jahre lang vor
den Folgen einer Ansteckung mit der „Reisegelbsucht“ und ihren unangenehmen Folgen. Kinder
können sie nach dem ersten Geburtstag erhalten.
Eine solche Impfung ist
auch kurz vor Reiseantritt
noch möglich und wirksam.
dpa
ATEMWEGE
Mittelmeerdiät kann vor Asthma schützen
ie Ernährung mit Mittelmeerkost kann nach Angaben von
Experten Asthma oder einer
chronisch-obstruktiven Bronchitis
vorbeugen. Wer viel Gemüse, Obst,
Vollkornprodukte, Nüsse, Fisch und
Olivenöl zu sich nimmt, könne das
Risiko einer chronischen Atemwegserkrankung um etwa die Hälfte senken, teilt der Bundesverband
der Pneumologen (BdP) in Heidenheim mit. Das gehe aus zwei Studi-
D
en hervor, für die rund 43 000 USAmerikaner zwischen 40 und 75
Jahren sowie 690 griechische Kinder von 7 bis 18 Jahren untersucht
wurden.
„Vielen chronischen Lungenkrankheiten liegt ein Ungleichgewicht im
Stoffwechsel zu Grunde, das sich
aber mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung günstig beeinflussen lässt“, erläutert Michael
Barczok vom BdP-Vorstand. Gerade Kinder, die zu wenig Obst, Gemüse, Vitamine und Mineralstoffe
zu sich nehmen, hätten ein größeres Risiko, asthmatische und allergische Beschwerden zu entwickeln.
Abzuraten sei dagegen von Fertiggerichten und Fastfood, sagt Lungenarzt Barczok. Hier seien nur
wenig so genannte Antioxidantien
enthalten, die als zellschützend gelten.
Sehr zu empfehlen seien dagegen die in roten Weintrauben
vorkommenden Polyphenole,
die laut Barczok viele krankheitsbedingte Entzündungsprozesse in den Lungen hemmen
können. Aber auch das BetaCarotin in Orangen, Äpfeln und
frischen Tomaten könne die Beschwerden bei Asthma und allergischem Schnupfen eindämmen.
dpa
produkt Kokosöl (Mosquito-Läuseshampoo) als einziges vom
Robert-Koch-Institut empfohlen.
Stark – und zum Teil auch unseriös – beworbene Mittel mit Dimeticon sind trotz neuerer Studien noch nicht ausreichend auf
Nebenwirkungen untersucht.
einmalige Behandlung (in anderen Ländern wie Großbritannien und Dänemark üblich) gezeigt, dass sich eine – in
Deutschland nur sporadisch
auftretende – Unempfindlichkeit
der Läusen gegen den Insektiziden entwickeln kann.
Extrem wichtig ist es, dass die
Anwender sich streng an die
Angaben des Herstellers halten.
Eine
Einwirkungszeit
von
45 Minuten muss eingehalten
werden. Nach der Behandlung
müssen sämtliche Nissen ausgekämmt werden. Zudem dürfen
die Haare drei Tage lang nicht
gewaschen werden, damit der
Wirkstoff an den Haaren verbleiben und nachschlüpfende
Läuse töten kann.
Schlafanzüge und Bettwäsche,
Handtücher und Leibwäsche
sollen gewechselt und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden, Kopfbedeckungen, Schals und weitere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, können zum
abtöten der Läuse für drei Tage
in einer Plastiktüte verpackt aufbewahrt werden. InsektizidSprays sind nicht nötig.
DER APOTHEKERTIPP
Wenn es auf dem Kopf juckt
enn sich ein Kind am
Kopf kratzt und über
starkes
Jucken
beschwert, da sind nicht selten
Läuse im Spiel. Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind etwa 2 bis 3 Millimeter große flügellose graue bis rötliche Insek-
W
ten, die sich vom Blut des Wirtes
ernähren. Im Gegensatz zu Kleiderläusen gelten Kopfläuse
nicht als Überträger von Infektionen. Ihre grau bis weißlich
aussehenden Eier (die Nissen)
sind nur 0,8 Millimeter groß
und bevorzugt in den Haaren,
hinter den Ohren und am Nacken zu finden. Sehr kurze Haare schützen von Läusen. Nicht
aber das öftere Haarewaschen,
dass maximal „saubere Läuse“
als Folge hat.
zur Entlausung verwendet wird
oder der Befall sich innerhalb
von vier Wochen wiederholt.
Kopfläuse verlassen nicht aktiv
ihren Wirt und werden daher
nur beim Kuscheln mit dem
Kind oder durch gemeinsame
Bettwäsche übertragen. Sind
Kinder befallen, dann müssen
die Eltern Schule oder den Kindergarten informieren. Der
Nachwuchs darf erst nach erfolgreicher Behandlung wieder
in die Schule gehen. Ein ärztlicher Attest ist nur nötig, wenn
kein zugelassenes Arzneimittel
Als Mittel der Wahl sind das Extrakt aus Chrysanthemenblüten
(Pyrethrum-Extrakt) – ein natürliches Insektizid –, Goldgeistforte und deren synthetische
Derivate Bioallethrin (Jacutin N,
allerdings als Spray wegen mögliche Einatmung nicht zu empfehlen) und Permethrin (Infectopedicul) anzusehen. Das Insektizid Lindan darf nicht mehr benutzt werden. Als insektizidfreie
Alternative wird das Medical-
Zur Entfernung von Kopfläusen
ist eine ganze Palette an Medikamente und Medicalprodukten
verfügbar. Auch rein physikalische Methoden mit speziellen
Kämmen sind möglich – aber
wesentlich aufwendiger und
zeitraubender. Auch benötigen
sie eine Erfolgskontrolle durch
einen Arzt.
Ebenso wichtig ist es, die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen, da sonst
neue Larven ausschlüpfen können. Darüber hinaus hat die nur
* Roberto Frontini ist Direktor der Apotheke des Universitätsklinikums Leipzig
in der Liebigstraße 21 und
Doktor der Pharmazie.
BEAUTY UND WELLNESS
15
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
SCHWANGERSCHAFT
AM RANDE
Rund, na und?
och vor wenigen Jahren war Schonung
das
Credo
für
Schwangere. Sport galt als
Tabu. Mittlerweile ist bekannt: Bewegung in der
Schwangerschaft verbessert die Gesamtkondition
der werdenden Mutter,
stärkt ihr Herz-KreislaufSystem und kurbelt die
Durchblutung an. „Wenn
der Frauenarzt sein Ok gibt,
sollten Frauen deshalb
auch in der Schwangerschaft Sport treiben“, sagt
Christian Albring, Präsident
des Berufsverbandes der
Frauenärzte (BVF) in München.
N
Wie aktiv werdende Mütter
sein dürfen, hängt davon
ab, wie die Schwangerschaft verläuft und wie
sportlich ihr Alltag vorher
war. Ausdauersportarten
sind beinah Allzweckwaffen und zudem eine gute
Vorbereitung, um im Endspurt der Schwangerschaft
nicht außer Puste zu kommen. „Joggen, Wandern,
Nordic Walking, Radfahren,
Tanzen oder Schwimmen
bei einer Wassertemperatur über 20 Grad sind auch
für Sportmuffel gut geeignet“, sagt Albring.
Beim Schwimmen, Aquajogging, Aquarobic und Co.
kommt zum körperlichen
Training noch ein weiterer
positiver Effekt hinzu. „Das
Wasser wird als besonders
angenehm
empfunden,
weil es das Gewicht trägt
und die Gelenke entlastet“,
erläutert Marion Sulprizio,
Sportpsychologin in der Abteilung
Gesundheitsforschung an der Deutschen
Sporthochschule Köln. Außerdem belegten Studien,
dass im Wasser höhere Belastungen möglich sind ohne dass sich die Herzfrequenz erhöht. „Im Wasser
kann man also auch mal
richtig Gas geben.“
Joggen, Radfahren oder
Schwimmen können Frau-
kontrolliert“, sagt Sulprizio.
Auch Krafttraining ist erlaubt - nicht für den Bauch,
aber für Beine und Arme.
Die Gewichte und Widerstände sollten dafür allerdings stark verringert werden.
Sport hält fit – auch in der Schwangerschaft.
en natürlich allein. Aber in
der Gruppe macht es mehr
Spaß. In vielen Schwimmbädern, Volkshochschulen
oder Mütterzentren gibt es
Angebote
gezielt
für
Schwangere. „Solche Kurse
stehen und fallen mit der
Qualifikation des Betreuers“, sagt Gynäkologe Albring. Daher sollten Interessentinnen vor Beginn nachhaken.
Eine Alternative ist das Fitness-Studio: „Auf dem
Laufband,
Crosstrainer
oder Ergometer wird die
Trainingsintensität ganz individuell eingestellt und
gleichzeitig die Belastung
Nur bedingt empfehlenswert sind Sportarten, die
mit plötzlichem Springen
oder Hüpfen verbunden
sind. Auch solche, die
wie Squash schnell einen
hohen Kraftaufwand erfordern, eignen sich eher
nicht. Bei wieder anderen Sportarten muss bedacht werden, dass sie
für Schwangere ein höheres Verletzungsrisiko bergen – zum Beispiel aufgrund des größeren Körperumfangs, aber auch,
weil die Bänder im Fußbereich lockerer sind und
die Gefahr des Umknickens und des Sturzes
damit steigt.
In diese Kategorie gehören
Kontaktsportarten wie Ballspiele, aber auch Abfahrtslauf und Bergsteigen. „Das
heißt nicht, dass eine leidenschaftliche Volleyballspielerin nun zu Hause bleiben muss“, sagt Sulprizio.
Aber sie muss sich des er-
Foto: dpa
höhten Risikos bewusst und
entsprechend
vorsichtig
sein.
„Völlig tabu ist eigentlich
nur Tiefseetauchen“, sagt
Edith Wolber vom Bund
Deutscher Hebammen in
Karlsruhe. Sie verweist
darauf, dass Kinder, deren
Mütter
während
der
Schwangerschaft tauchen
waren, ein deutlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko haben.
Bei jedem Fitness-Training gilt: Extreme Belastungen meiden, einen
Gang runter schalten, regelmäßig Pausen machen,
viel trinken und auf den
Körper hören. „Schwangere laufen außer Konkurrenz. Das heißt auch,
dass man sich selbst erlauben darf, weniger
Sport zu treiben als früher oder das Leistungsniveau zu reduzieren“, sagt
Wolber. Wer immer in Bewegung war, kann durchaus auch jetzt dreimal die
Woche eine halbe Stunde
trainieren. „Bei Sportmuffeln sind eher dreimal 15
Minuten eine Richtlinie“,
sagt Sulprizio. Wichtiger
als die Dauer jeder Trainingseinheit ist allerdings
die Regelmäßigkeit.
Mit dem Fortschreiten der
Schwangerschaft werden
die Einschränkungen größer. „Im letzten Drittel der
Schwangerschaft
sollte
Rückenlage beim Sport
vermieden werden: Sie
führt zu Durchblutungsstörungen im Uterus“,
warnt Wolber. Außerdem
kann der dicke Bauch nun
auch bei Sportarten hinderlich sein, bei denen er
bislang noch nicht im Weg
war – etwa beim Radfahren oder Tanzen.
In jedem Stadium der
Schwangerschaft ist das
eigene Körpergefühl die
wichtigste Messlatte. „Sobald
Augenflimmern,
Atemnot,
Kopfweh,
Schwindel,
Unwohlsein
oder Schmerzen auftreten,
muss das Training sofort
abgebrochen
werden“,
sagt Gynäkologe Albring.
Solche Beschwerden sollten dann umgehend mit
dem betreuenden Arzt
oder der Hebamme besprochen werden.
Eva Neumann
BHs halten
Brüste schön
in Büstenhalter kann nach
Ansicht von Ärzten helfen,
Form und Schönheit weiblicher
Brüste zu erhalten. Das stützende Kleidungsstück verringere
die Belastung des Brustgewebes und entlaste bei viel Oberweite auch den Rücken. Frauen
sollten daher nicht nur beim
Sport einen BH tragen, rät der
Berufsverband der Frauenärzte
(BVF). Wichtig sei allerdings ein
guter Sitz des BHs. Bei Tätigkeiten mit starken, ruckartigen Bewegungsabläufen lasse sich so
Gewebeschäden und -schmerzen vorbeugen. „Durch ein ungehindertes Auf und Ab der Brüste
kann es sonst zu einer dauerhaften Überdehnung des Bindegewebes kommen und eine Absenkung der Brust nach sich ziehen“, sagt Christian Albring vom
BVF. Die Bindegewebsstruktur
verankere das Drüsengewebe
an der Brustmuskulatur sowie
am Unterhautfettgewebe und
sei für die Formstabilität der
Brust von Bedeutung.
dpa
E
Tagesstart besser
mit Frühstück
ie Kaufmännische Krankenkasse (KKH) warnt davor,
den Tag ohne Frühstück zu beginnen. Die Mahlzeit sei der
wichtigste Energielieferant. Das
Gehirn benötige Nahrung, sonst
leide die Leistungsfähigkeit. Hintergrund der Warnung ist eine
Umfrage der Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung. Demnach verzichtet fast jeder zehnte Deutsche
auf die Mahlzeit am Morgen. 16
Prozent frühstückten nur manchmal, 26 Prozent nebenbei auf
Arbeit und zehn Prozent auf dem
Weg zum Job. Nur 39 Prozent
nehmen sich für das Frühstück
Zeit, ergab die Umfrage.
wer
D
FITNESS
Cremen und trinken – Lauftipps für den Sommer
o schön der Sommer auch
ist, hohe Temperaturen
werden
beim
Laufen
schnell mal zur AusdauerBremse. Gerade GelegenheitsLäufer spüren, wie die Leistung
mit jedem Grad Celsius mehr
abnimmt. Die Anstrengung bei
Hitze führt zu einem schnelleren Verlust von Schweiß. Darüber hinaus drohen eine Schwächung des Immunsystems und
ein Anstieg der Stresshormonwerte. Auch die Herzfrequenz
und die Körpertemperatur können bei heißem Wetter ansteigen. Die Folgen der Hitze-Begleiterscheinungen spürt man
S
schnell: Leistungstief und längere Erholungsphasen sind die
Regel. Geht man jedoch regelmäßig bei diesen Temperaturen
laufen, kann sich der Körper
auch daran gewöhnen und seine Funktionen anpassen. Eine
Reihe von Tipps helfen, auch
bei hohen Temperaturen sportlich fit zu bleiben.
Bei Temperaturen über 23 Grad
Celsius sollten Sportler lieber in
den frühen Morgen- und späten Abendstunden laufen. Neben der Hitze machen die höheren Ozonwerte dem Körper zusätzlich zu schaffen. Für „Stadt-
Jogger“ eignen sich besonders
die frühen Morgenstunden, da
sind die Ozonwerte meist niedriger als am Abend. Auf dem
Land bleibt das gebildete Ozon
über Nacht nahezu vollständig
erhalten. Da die Atemluft aber
in der Regel auf dem Land besser ist, sollte man sich dann
eher nach den Temperaturen
richten.
Pflicht für jeden Läufer ist ein
ausreichender
Sonnenschutz
und eine leichte, luftdurchlässige Kopfbedeckung mit einem
breiten Schirm.
Zusätzliche
Kühlung erreicht, wer die Kap-
pe vorher nass macht. Die Kleidung sollte leicht und locker sitzen, funktional sein und bestenfalls über einen extra UVSchutz verfügen. Auch eine geeignete Sonnenbrille erleichtert das Laufen in der Sonne,
zusätzlich sind die Augen vor
der gefährlichen UV-Strahlung
geschützt.
Die wichtigste Maßnahme, um
bei hohen Temperaturen fit zu
bleiben, ist der Ausgleich des
Flüssigkeitshaushaltes,
bereits während des Trainings.
Schließlich verlieren Läufer bei
hohen Temperaturen bis zu ei-
nen Liter Schweiß pro Stunde.
Schon ein Wasserverlust von
ein bis zwei Prozent des Körpergewichts kann die eigene
Leistungsfähigkeit um zehn
Prozent vermindern. Ein Flüssigkeitsmangel vermindert darüber hinaus die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer. Am
besten trinkt man bei warmen
Temperaturen bereits über den
Tag hinweg ausreichend. Dauert eine schweißtreibende Trainingseinheit länger als 30 Minuten, sollte auch während des
Sports immer mal wieder in
kleinen Schlucken getrunken
werden.
ddp
16
KINDER
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
FRAGEN – STAUNEN – WISSEN
Wie kommt der Schimmel in den Käse?
nd als nächstes kommt
dann: „Den ess ich
nicht!“ Miroslawa Findeisen schmunzelt. Die 52-Jährige
kennt sich mit Käse aus – in der
Sachsengold-Käserei in Machern stellt sie selbst welchen
her. Klar, Schimmel ist eklig,
manchmal sogar giftig. Manchmal! Es gibt etwa 300 Arten
von Schimmelpilzen – nur wenige davon sind schädlich. Und
das ist gut so.
Ganz anders der Schimmel im
Käse. Erstens riecht der nicht
nach Erde und zweitens ist das
„guter“ Schimmel. „Er sorgt
für den Geschmack“, sagt Miroslawa. Sie selbst behandelt
ihren Harzer Käse mit Rotkultur. „Es gibt auch weiße Schimmelkulturen. Die werden für
Camembert benutzt.“ Miroslawa erklärt, wie der Schimmel
zum Käse kommt: Man gibt ihn
in die Milch, bevor der Käse
geformt wird, oder der Käse
Schimmel kann nämlich überall wird von außen damit behanentstehen, sogar an Wänden. delt. Beim Roquefort – dem
Und in fast jedem Lebensmittel wohl bekanntesten Schimmelgibt es Schimmelpilze. Dabei ist käse – kommt die Schimmeldas, was man als Schimmel kultur in die Milch. Die Löchsieht, gar nicht
lein sind vom
so
schlimm.
späteren
Schädlich sind
„Impfen“: Mit
„Käseschimmel
wirkt
die Sporen –
einer
Nadel
die
fliegen gegen Schimmelpilze.“ wird
Sauerdurch die Luft
stoff als Nahund „kriechen“
rung für den
auch gerne in Essbares. Der Schimmel in den Käse gesichtbare Schimmel kann aber spritzt. „Die Käseschimmel
verraten, ob seine unsichtbaren verhindern übrigens, dass anSporen für Menschen gefähr- dere Schimmelpilze in den Kälich werden können. Grüne, se reinkommen.“
graue und braune Schimmelsorten können Allergien auslö- Entdeckt wurde der gute
sen, sind aber nicht giftig. Eini- Schimmel zufällig – beim
ge farblose Schimmel bilden al- Roquefort soll neben Schafskälerdings Gifte. Schwierig: Man se schimmliges Brot gelegen
sieht den Giftschimmel nicht, haben, der Brotschimmel ging
wie soll man da wissen, was ge- auf den Käse über. Weil der so
fährlich ist und was nicht? gut schmeckt, wird in FrankSchimmlige Lebensmittel rie- reich seit fast 1000 Jahren diechen und schmecken irgendwie ser Edelschimmel gezüchtet.
erdig – und weil das mögliche Der Schimmel, den Miroslawa
Gift auch tiefer in Marmelade nimmt, kommt aus einem Laoder Jogurt wandert, sollte man bor. Die Fläschchen erinnern
davon dann nichts mehr essen.
an Medizin. Und sauber wie
U
KINDERLACHEN
Roquefort: Für Feinschmecker ein Hochgenuss.
beim Arzt muss es auch in der
Käserei sein, denn die verschiedenen Schimmelkulturen
dürfen nicht miteinander in
Berührung kommen, sonst verlieren sie ihre gute Wirkung.
„Für das Igitt gibt es beim
Schimmelkäse also gar keinen
Grund“, meint Miroslawa.
Helga Röstel
Roquefort – müffelnde Köstlichkeit
ie Herstellung des Roquefort-Käses hat eine sehr lange Tradition. Schon die Römer kannten die
müffelnde Köstlichkeit. 1411 erteilte König Karl der Sechste den Bewohnern von Roquefort das Mono-
D
SPIELETIPP
Witze
Connie ist nicht feige
„Sie brauchen den Mund nicht
so weit aufmachen“, sagt der
Zahnarzt zum Patienten. „Ja,
wollen sie denn nicht bohren?“
– „Doch, schon. Aber ich wollte
dabei draußen bleiben.“
●
Drei Jungs unterhalten sich.
Sagt der erste: „Als meine Mama schwanger war, hat sie
,Das doppelte Lottchen’ gelesen. Da hat sie Zwillinge bekommen.“ Sagt der zweite:
„Meine hat ,Die drei Musketiere’ gelesen. Deshalb hat sie
Drillinge gekriegt.“ Schreit der
Dritte: „Oh Gott. Meine Mutter
ist gerade schwanger und liest
,Die 100 schönsten Märchen’!“
●
Frank wird zum Einkaufen geschickt. Als ihm die Verkäuferin das Wechselgeld wiedergeben will, sagt er: „Sie brauchen mir nichts wiedergeben.
Wir haben zu Hause noch genug von diesen Scheinen.“
allo liebe Kinder, hier ist wieder
euer Kumpel Nils! Ich hoffe,
H
euch geht es gut. Bestimmt – es sind
ja endlich Sommerferien! Sagt mal,
habt ihr manchmal auch so eine
Angst und so ein Bauchkribbeln,
wenn ihr was macht, was ihr vorher
noch nie ausprobiert habt? Zum Beispiel die erste große
Fahrradtour ohne die
Eltern, nur mit euren
Freunden? Oder im
Schwimmbad von einem der Sprungbretter
zu hüpfen?
Da seid ihr ganz und gar
nicht alleine, meine Lieben: Der Hauptfigur aus
meinem neuen Buchtipp
„Connie ist nicht feige“
geht es da ganz genauso. Ich erzähle euch
mal, worum sich alles in
dem Buch dreht: Conni und ihre beste Freundin Anna gehen schwimmen. Doch im Schwimmbad treffen
sie ausgerechnet den doofen Torben.
Foto: dpa
pol für die Käsereifung in Felshöhlen
des Bergmassivs Combalou. Heute
ist der Schimmelkäse so populär,
dass zur Herstellung Schafsmilch
aus anderen Landesteilen Frankreichs geholt werden muss.
KINDERRÄTSEL
Finde die fünf Unterschiede
Als Conni ihn ärgert,
nennt er sie feige. Denn
seiner Meinung nach
traut sie sich garantiert
nicht, vom Dreier zu
springen – das hat sie ja
noch nie gemacht. Das
lässt Conni sich aber
nicht bieten! Schnell marschiert sie in Richtung
Sprungbrett und beginnt,
ganz langsam hochzuklettern. Doch je höher
sie auf der glitschigen Leiter klettert, desto unmöglicher erscheint ihr der Sprung ...
Viel Spaß beim Lesen wünscht euch
euer Nils!
FRESH – DIE JUNGE SEITE
17
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
GAMING
Hula-Hoop im Wohnzimmer
erst nach und nach freigeschaltet.
usanne lässt die Hüften
kreisen. Die Arme nach
oben gestreckt, imitiert sie
vor ihrem Fernseher HulaHoop-Bewegungen.
Und
kommt dabei leicht ins Schwitzen. „Das sieht einfach aus, ist
aber echt anstrengend“, sagt
die 28-Jährige zu ihrer Freundin und Trainingspartnerin
Claudia. Susanne steht auf dem
Wii Balance Board von Nintendo und absolviert gerade eine
Trainingseinheit mit dem Videospiel Wii Fit. Das weiße Gerät unter ihren Füßen – eine Art
Personenwaage
mit
bewegungsempfindlichen Sensoren –
misst die Verlagerung ihres
Gleichgewichts und überträgt
die Daten an die Spielkonsole.
Mehr als 200 Mal lässt die Leipzigerin die virtuellen HulaHoop-Reifen um ihren Körper
rotieren und bekommt dafür
von ihrem Bildschirm-Trainer
eine Auszeichnung – wenn das
keine Motivation ist.
lancespiele und Aerobic bis hin
zu
Muskelübungen.
Der
Schwierigkeitsgrad der 50 verschiedenen Disziplinen unterscheidet sich dabei sowohl bei
Dank Wii Fit sind Zehntausende junge Menschen hierzulande
im virtuellen Fitness-Fieber.
Nintendo hat mit dem bereits
auf der letzten Games Convention vorgestellten Balance Board
(im Paket für rund 90 Euro erhältlich) erstmals die Möglichkeit geschaffen, sich spielend in
Form zu bringen. Die interaktiven Trainingseinheiten in Wii
Fit reichen von Yoga über Ba-
Viel Spaß ja, richtiger Sport nein: Claudia und Susanne testen
das Balance-Board und das Spiel „Wii Fit“. Foto: André Kempner
S
Zu Beginn des Spiels führen Susanne und Claudia zunächst ei-
schlagen sie dennoch die Hände
über dem Kopf zusammen: 42
und 33 Jahre – das Programm
empfiehlt ihnen, an ihrer Körperbalance zu arbeiten.
Gesagt, getan. Um ihr Gleichgewicht zu verbessern, entscheiden sie sich für eine Runde Skispringen. Mit ihren so genannten Miis – den individuell gestalteten Spielcharakteren –
rasen sie dabei eine Schanze
herunter und müssen nicht nur
die Balance halten, sondern mit
einer gekonnten Körperstreckung auch den perfekten Absprung schaffen. Keine leichte
Aufgabe: Während Susannes
Mii nach einem Sturz als
Schneeball ins Tal rollt, kommt
Claudia nur auf eine Weite von
85 Metern. „Ganz schön
schwierig, aber es macht
Spaß“, lacht die 28-Jährige.
der Dauer als auch bei der Intensität. Während einfache Yoga-Übungen wie der Morgengruß zur Dehnung und Entspannung dienen, fördern Liegestütze oder Jogging Kraft und
Kondition. Überfordert wird zu
Beginn jedoch niemand –
schwierigere Übungen werden
nen Körpertest durch. Anhand
von Gewicht und Größe wird
nicht nur ihr Body Mass Index
(BMI) gemessen, sondern durch
einen Gleichgewichtstest auch ihr
Wii-Fit-Alter bestimmt. Als beide
– Ende 20 und mit bereits vorhandenem Idealgewicht – ihr Ergebnis präsentiert bekommen,
AUDIO / VIDEO / GAMES / BOOKS
Beck
Michael Clayton
Infinite Undiscovery
Yoga-Übungen liegen den beiden
schon eher. Bereits beim ersten
Versuch erhält Susanne die volle
Punktzahl für den Sonnengruß.
Ihr Gleichgewicht, das auf dem
Bildschirm angezeigt wird, hat
sich verbessert. Auch der Baum
– das Stehen auf einem Bein mit
nach oben gestreckten Armen –
klappt perfekt. ,„Mit richtigem
Yoga sind diese Mini-Übungen
allerdings nicht zu vergleichen“,
stellt die Grundschullehrerin
fest, die bereits bei einem Kurs
Erfahrung mit den indischen
Entspannungstechniken gesammelt hat. Zum Ausprobieren sei
das Konsolen-Training aber
durchaus geeignet, zumal es bei
allen Übungen eine gute Erklärung gebe.
Nach knapp drei Stunden
Wohnzimmer-Training sind die
beiden Freundinnen gut aufgewärmt, aber keineswegs außer
Puste. „Nicht alle Übungen sind
so fordernd wie Hula-Hoop“,
resümiert Susanne. „Vieles ist
eher spielerisch oder fördert
einfach
die
Körperbeherrschung.“ Insgesamt haben sich
die jungen Frauen in sportlicher Hinsicht mehr von Wii Fit
erwartet. „Abgesehen von den
albernen Animationen und der
langweiligen Musik fehlt bei
den Übungen auf Dauer einfach
die Abwechslung“, bemängelt
Claudia. Gefallen hat ihr jedoch, dass man mit Wii Fit die
volle Kontrolle über seine Trainingsfortschritte hat. „Die Bewertungen und die neuen
Übungen spornen an, weiterzuspielen“, ist sie überzeugt.
Dass Wii Fit richtigen Sport
nicht ersetzen kann, darüber
sind sich die Testerinnen einig.
Susanne geht deshalb auch
weiterhin Tanzen, um in Form
zu bleiben. Und lässt anstatt
vor dem Fernseher lieber beim
Salsa ihre Hüften kreisen.
Robert Nößler
AM RANDE
Viva Polonia
chlechte Platten hat Beck
s sind die schlimmsten Tage
nfinite Undiscovery ist ein
r hat weder schlesische Vorauch in den Nullerjahren
seiner Karriere. Der ehemabrandneues Action Adventufahren noch einen Onkel im
S
E
I
E
nicht veröffentlicht, doch nie war
lige Staatsanwalt Michael Clayre-RPG und erscheint exklusiv
Bund der Vertriebenen. Er
Offene Lehrstellen –
schnell bewerben
er so gut wie in den 90ern. Mit
Produzent
Danger
Mouse
(Gnarls Barkley), ein paar durchgeknallten Psychrockplatten und
vielen Joints hat er sich fürs achte Studioalbum in die Zeitmaschine gesetzt – und rauscht bis
in die Hippieära. Mit zehn Songs
auf 33 Minuten ist "Modern
Guilt" ein komprimierter Trip:
Der Singer/ Songwriter aus Los
Angeles haut Folk, Psychedelica,
Minimalelektronik und Orchestersounds zusammen, und was
er in diesem halben Stündchen
an Ideen unterbringt, hätte für
drei Alben gereicht.
J
ton (George Clooney) bereinigt
die persönlichen Probleme der
Klienten einer New Yorker Anwaltskanzlei. Sein brillanter
Kollege Arthur Edens (Tom Wilkinson) soll für einen internationalen Chemikalienhersteller eine Milliarden-Dollar-Klage abwenden. Doch statt den Interessen des Großklienten zu folgen
kommen Edens Zweifel an dessen Unschuld und er sabotiert
den Fall. Michael Clayton wird
beauftragt, die drohende Katastrophe abzuwenden. Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
für die Xbox 360. Die Hardware
von Microsofts Konsole erweckt
in diesem Game eine Welt zum
Leben, in der Zeitabläufe in
Echtzeit erfolgen und Spieler
weitreichende Entscheidungen
treffen, die erstaunliche neue
Entdeckungen mit sich bringen.
Eine abenteuerliche Geschichte
im Stile der Final-Fantasy-Saga
in einem mit Sorgfalt erschaffenen fantastischen Universum,
das vor Detailreichtum, Drama
und Charaktersteuerungs-Möglichkeiten nur so strotzt. Seit
längerem wieder einmal ein gutes RPG für die Xbox 360.
kommt einfach nur aus Wuppertal. Während des Studiums
habe Autor Steffen Möller aus
Spaß einen Polnisch-Sprachkurs in Krakau gemacht. Dort
war es toll, ganz anders, als er
erwartet hatte. In den Geschäften gab es alles, sogar Nutella,
und die Menschen waren so offen. So beschloss er, nach Polen
auszuwandern, bereut hat er es
in dreizehn Jahren keinen einzigen Tag… Nach der Lektüre von
Viva Polonia kann niemand
mehr sagen, dass unsere Nachbarn jenseits der Oder nicht lustig und liebenswert wären.
ugendliche auf der Suche
nach einer Lehrstelle haben
auch auf den letzten Metern
noch eine Chance. Das Ausbildungsjahr beginnt zwar in
vielen Betrieben bereits am 1.
August. „Die Aussichten,
noch eine Stelle zu bekommen, sind aber so gut wie seit
vielen Jahren nicht mehr“,
sagte Markus Kiss vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin.
Bundesweit sind einer DIHKUmfrage zufolge noch Tausende Lehrstellen frei. Dabei lag
die Zahl der bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge Ende Juni bei 187 126.
Das ist ein Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Noch deutlicher fällt der Vergleich zum Jahr 2003 aus:
Damals gab es zum gleichen
Zeitpunkt erst 145 400 abgeschlossene
Lehrverträge.
Auch wer bislang entgegen
dem Trend noch keine Zusage
bekommen hat, sollte deshalb nicht aufgeben.
dpa
18
IHR GELD, IHR RECHT
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
VERSICHERUNG
Überflüssige Policen
as Leben steckt voller
Risiken: Nicht nur
Tod, Unfälle und
Krankheiten können Menschen in finanzielle Krisen
stürzen. Auch ein Fahrraddiebstahl, Hochzeitskosten,
Benzinpreise, zerbrochene
Glasscheiben und die Operation der Katze können den
Geldbeutel belasten. Ein guter Grund für Versicherungsunternehmen, für alle
erdenklichen Risiken spezielle Policen anzubieten.
Damit macht die Branche
jährlich Milliardenumsätze.
Doch genau genommen benötigt man nur einen Bruchteil der Versicherungen. „Es
gibt mehr unsinnige als
wichtige Policen“, sagt Stefan Albers, Präsident des
Bundesverbandes der Versicherungsberater. Deshalb
sein Rat: ausmisten und
kündigen. So entlastet man
den Geldbeutel am wirksamsten.
D
Die Rangliste der überflüssigen Policen führt nach Meinung von Experten die Insassenunfallversicherung
an. Für sie geben Versicherungsnehmer jährlich 146
Millionen Euro aus. „Wenn
ich als Autofahrer einen Unfall verschulde, zahlt meine
Kfz-Haftpflicht auch für meine Insassen. Ist der andere
Schuld, zahlt dessen KfzHaftpflicht“, sagt Michael
Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
sagt Wortberg. Am Ende habe man mehr Beiträge für
die Reparaturpolice gezahlt,
als das Gerät noch wert sei.
In der Kritik stehen auch Policen wie eine FotoapparateVersicherung gegen Verlust,
Zerstörung und Beschädigung. Dabei handelt es sich
meistens um eine Zeitwertversicherung, für die der
Hobbyfotograf bei einer Versicherungssumme von 1000
Euro mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro rechnen
muss. Bei diesen Verträgen
ergeben sich nach Beobachtung des Bundes der Versicherten jedoch häufig Probleme im Schadensfall vor
allem bei Diebstahl oder Einbruch. Deshalb ist es für die
Experten fraglich, ob sich
der Abschluss einer Versicherung für den Fotoapparat
wirklich lohnt.
Auch von Policen wie einer
Tierkrankenversicherung,
die für Tierarztkosten aufkommt, oder einer Elektrogeräte-Reparaturversicherung sei abzuraten. „Da
werden
abenteuerlichste
Bedingungen
festgelegt“,
AKTUELLE URTEILE
Instandhaltung absetzbar
Es muss nicht alles versichert sein.
Und bei dem kranken Haustier sei alles ausgeschlossen,
was genetisch bedingt ist.
Ebenso viele Ausschlüsse
§
ie deutschen Finanzämter müssen Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen in einer vermieteten
Wohnung als Werbungskosten anerkennen – auch
wenn jemand anderes als der Vermieter gezahlt hat.
Das Bundesfinanzministerium habe eine entsprechende Anweisung Anfang Juli an die Finanzämter verschickt. Grundlage ist ein Urteil des Bundesfinanzhofes
in München. In dem Fall hatte die Mutter des Vermieters für dessen vermietete Wohnung den Renovierungsauftrag erteilt und die Rechnung
selbst beglichen. Die Kosten machte jedoch der Sohn beim Fiskus geltend. Im Klageverfahren bekam er recht. Das oberste Finanzgericht hatte bereits mehr als zwei Jahre zuvor in einem ähnlich gelagerten Fall
entschieden. Die Finanzämter waren jedoch bislang angewiesen, dieses
Urteil nicht über den Einzelfall hinaus anzuwenden. Mit seinem jüngsten Schreiben hat das Bundesfinanzministerium diese Begrenzung nun
aufgehoben.
(Az.: IX R 45/07)
D
enthalte die Rechtsschutzversicherung. „Über deren
Leistung gibt es die meisten
Beschwerden von Versiche-
Mehr Schutz für Payback-Kunden
ayback-Kunden sind künftig besser vor Werbung per SMS oder
E-Mail geschützt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe
P
entschied, dass ein Unternehmen Reklame auf elektronischem Wege nur verschicken darf, wenn der Kunde vorher ausdrücklich zugestimmt hat. Der BGH gab damit teilweise einer Klage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (vzbv) statt. Bisher galt die
Einwillung als erteilt, wenn der Kunde bloß seine Unterschrift unter das Payback-Formular gesetzt hatte. Dieses enthielt neben anderen Bestimmungen auch eine Einwillungsklausel für elektronische Werbung. Um die Klausel abzulehnen, musste extra ein Kreuz
gesetzt werden. Das gilt so nun nicht mehr. Für neue Kunden bedeute die BGH-Entscheidung, dass die Firma Payback ihre Verträge
ändern muss. Künftig kann die Unterschrift nur noch als Zustimmung für Werbung auf dem Postweg gelten. Aber auch Bestandskunden profitieren: Sie dürfen ab sofort nicht mehr unter Bezug auf
die Klausel SMS und E-Mail erhalten.
(Az.: VIII ZR 348/06)
Karikatur: Biallo
rungsnehmern“, sagt der
Verbraucherschützer.
In die gleiche Kategorie ge-
hört für Versicherungsberater Albers die Sterbegeldversicherung. Die Kombination aus Spar- und Versicherungsvertrag sei immer unrentabel. Das gelte auch für
andere Policen, wie die Ausbildungs- oder die Aussteuerversicherung – eine kleine
Kapitallebensversicherung,
die für die Kosten einer
Hochzeit aufkommen soll.
„Der Grundgedanke solcher
Policen ist nicht schlecht,
aber die Lösung taugt
nichts“, so Versicherungsberater Albers. Wer Geld für
ein bestimmtes Ereignis ansparen möchte, solle sich an
eine Bank wenden, nicht an
ein Versicherungsunternehmen.
Seit einiger Zeit werden in
Deutschland so genannte
Dread-Disease-Policen angeboten, die das Risiko, eine
bestimmte schwere Krankheit zu erleiden, finanziell
absichern sollen. „Hier geht
man eine Wette mit dem
Versicherer ein“, sagt Albers. Man muss eine von 30
bis 42 Krankheiten in einem
bestimmten Stadium nachweisen, um eine größere
Summe ausgezahlt zu bekommen. Meist zahlten solche Policen erst, „wenn man
ohnehin nicht mehr lange
lebt“. Viele Krebsarten seien
hier beispielsweise ausgeschlossen.
Grundsätzlich sollte man
existenzbedrohende Risiken
absichern, rät Wortberg. Besonders wichtig: Neben der
Krankenversicherung sind
dies die private Haftpflicht
und die Berufsunfähigkeitspolice, für Familien zusätzlich eine Risikolebensversicherung. „Lieber weniger
Risiken, diese dafür aber
mit ausreichend hohen Versicherungssummen
absichern“, sagt Albers. Um die
Beiträge bezahlbar zu machen, sollte man Selbstbeteiligungen vereinbaren. Albers warnt davor, alles bei
einem Versicherer abzuschließen, denn „es gibt keinen, der in allem gut ist“.
Die Beratung sollte von einem unabhängigen Experten erfolgen. Ein Versicherungsberater etwa arbeitet
gegen Honorar des Mandanten und ist neutral in
seinen Empfehlungen. Ein
Versicherungsvertreter oder
-vermittler arbeitet dagegen
für Versicherungsunternehmen und ist letztlich ein Verkäufer von Policen.
Annette Jäger/Oskar Metzger
SCHLUSSVERKAUF
Umtausch oder Geld zurück
erbraucher dürfen grundsätzlich auch reduzierte
Ware umtauschen, wenn
diese Fehler aufweist. Wer jedoch in dem am Montag gestarteten inoffiziellen Sommerschlussverkauf zuschlägt, kauft
am besten dennoch mit Bedacht. So gibt es beispielsweise
kein automatisches Umtauschrecht, wenn ein Produkt plötzlich nicht mehr gefällt oder der
Kunde die Kleidung doch eine
Nummer größer bräuchte. Darauf machen die Verbraucherzentralen aufmerksam. Hier
komme es allein auf die Kulanz
des Händlers an.
Preisnachlässe von teilweise
mehr als 50 Prozent angekündigt. Vor allem Textilien sind
Grundsätzlich darf aber auch
reduzierte Ware umgetauscht
werden, wenn sie Fehler hat,
so die Verbraucherschützer.
Klemmt beispielsweise der
Reißverschluss oder funktioniert das Elektrogerät nicht,
können Ansprüche zwei Jahre
lang geltend gemacht werden.
Umtausch: Auch nach zwei Jahren
noch möglich.
Foto: A. Kempner
V
Schnäppchenjäger können sich
auf den diesjährigen Sommerschlussverkauf freuen, den es
offiziell eigentlich nicht mehr
gibt: Der Einzelhandel hat
günstiger zu haben. Aber auch
in Möbelgeschäften sowie Bauund Elektronikmärkten gibt es
Rabattaktionen.
„Trotz der vielen verlockenden
Angebote sollten Verbraucher
aber kühlen Kopf bewahren“,
sagt Gabriele Peters von der
Verbraucherzentrale
Niedersachsen in Hannover. Sie rät,
nur das zu kaufen, was man
auch wirklich braucht. Und dabei sollte auf die Qualität geachtet werden. Denn schnell könne
sich sonst das günstig erstandene T-Shirt als teuer entpuppen,
weil es nach zweimaliger Wäsche auseinanderfällt.
Ob ein Produkt wirklich so viel
günstiger ist als angegeben, ist
für den Verbraucher häufig nur
schwer festzustellen. Grundsätzlich lohne es sich daher,
sich schon vor dem Schlussverkauf mit den üblichen Preisen
vertraut zu machen, so Peters.
Denn manchmal wird Ware
auch zu sogenannten „Mondscheinpreisen“ angeboten - also Preise, bei denen nur der
Anschein eines Rabatts erweckt
wird.
Nicht selten hat der Handel in
den Vorjahren auch eigens für
den Schlussverkauf produzierte
Waren in die Läden gebracht.
In diesem Sommer dürfte dies
aber weniger der Fall sein,
glaubt Peters: „Die Läger sind
wegen der schwachen Nachfrage im Frühjahr bei den meisten
Einzelhändlern noch gut gefüllt.“
dpa
SOZIALES
19
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
KINDERGELD-DEBATTE
AM RANDE
Eltern brauchen Bares
rsula von der Leyen (CDU), Bundesfamilienministerin,
drängt angesichts des anhaltenden Armutsrisikos
für viele Familien auf Änderungen beim Kindergeld. Wenn in Kürze der
Existenzminimumsbericht vorliege, werde nicht
nur über eine Erhöhung
gesprochen, erklärte die
Ministerin in Berlin. Vielmehr solle das Kindergeld
so gestaltet werden, „damit es dort wirkt, wo es
am nötigsten gebraucht
wird“. Sie reagierte damit
auf
Veröffentlichungen
des Statistischen Bundesamtes, laut denen insbesondere Alleinerziehende
und kinderreiche Familien von Armut bedroht
sind. Nach Angaben des
Bundesfinanzministeriums sind in den vergangenen Jahren die Ausgaben für das Kindergeld
drastisch gesunken.
U
Bei den Alleinerziehenden beträgt die durchschnittliche
Armutsgefährdungsquote dem Statistischen Bundesamt zufolge 26 Prozent, bei
Familien mit drei und
mehr Kindern 13 Prozent.
Besonders hoch ist das
Armutsrisiko
demnach
bei Alleinerziehenden mit
drei und mehr Kindern:
Hier lag die Quote bei
42 Prozent. Die Zahlen
beziehen sich auf 2005.
Laut Angaben des Bundesamtes gingen 2007 bei
51 Prozent der Familien
mit zwei Elternteilen Mut-
ter und Vater einer Erwerbstätigkeit nach. Eine
wesentliche
Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeit
en,
insbesondere
für
Bei den Kindern zwischen
drei und fünf Jahren hat
sich der Anteil der betreuten Kinder an allen
Kindern dieser Altersgruppe im März 2007 auf
rund 89 Prozent erhöht,
gegenüber 87 Prozent in
2006.
für den Gesamtzeitraum
bei zwölf Prozent. Damit
habe sich der Väteranteil
gegenüber dem früheren
Erziehungsgeld fast vervierfacht. Väter bezogen
das Elterngeld aber im
Durchschnitt für kürzere
Zeiträume als Mütter.
Familienministerin Ursula von der Leyen muss gute Miene zum Poker der Parteien
um das Kindergeld machen.
Foto: dpa
Kleinkinder. Bei den unter
Dreijährigen haben die
Eltern von rund 320 000
Kindern zum 15. März
2007 eine Betreuung in
Kindertageseinrichtungen
oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege
in Anspruch genommen.
Der Anteil der Kinder in
Tagesbetreuung an allen
Kindern dieser Altersgruppe belief sich auf 16
Prozent, im Vorjahr hatte
er noch bei 14 Prozent
gelegen.
Nach den Berechnungen
des Statistischen Bundesamtes erfreut sich das
2007 eingeführte Elterngeld bei Vätern weiter
wachsender Beliebtheit:
Der Anteil der Väter, die
für die Erziehung ihres
2007 geborenen Kindes
Elterngeld erhielten, stieg
im ersten Quartal 2008
auf 19 Prozent. Insgesamt wurden von Januar
2007 bis März 2008
720 000 Anträge bewilligt. Die Quote lag damit
Die Ausgaben für das Kindergeld sanken im vergangenen Jahr auf 34,2
Milliarden Euro, wie aus
dem Monatsbericht des
Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Der
Steuerschätzung von Mai
zufolge würden sie nach
geltender Rechtslage in
den kommenden Jahren
kontinuierlich weiter sinken – auf 31,5 Milliarden
Euro im Jahr 2012.
Die Unionsfraktion for-
derte die SPD auf, einer
Kindergelderhöhung zuzustimmen. Das Zögern
der
Sozialdemokraten
sei „völlig unverständlich“, sagte der familienpolitische Sprecher der
Unionsfraktion, Johannes Singhammer (CSU),
der Frankfurter Rundschau. Die rasante Teuerung bringe Familien
noch mehr in Bedrängnis als andere Bevölkerungsgruppen. „Die Eltern brauchen Bares“,
sagte Singhammer.
FDP-Fraktionsvize CarlLudwig Thiele erklärte,
Bundesfinanzminister
Peer Steinbrück (SPD)
dürfe diese Minderausgaben beim Kindergeld
auf keinen Fall in seinem Etat verrechnen.
Sie sollten vielmehr zur
Förderung der Familien
genutzt werden, die besonders unter steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie litten. In einem ersten
Schritt solle das Kindergeld von 154 Euro auf
170 Euro, und dann auf
200 Euro erhöht werden.
Auch die Linke forderte
eine sofortige Erhöhung
des Kindergeldes. „Der
Bund spart auf Kosten
der Kinder“, erklärte
Parteivize Klaus Ernst.
Dies sei ein Skandal. Der
Bund müsse die in der
jüngeren Vergangenheit
entstandenen Spielräume nutzen, um Familien
zu entlasten.
AFP
HILFE
Neue Hungersnot droht am Horn von Afrika
n den Staaten am Horn von
Afrika droht nach Angaben der
Vereinten Nationen in den kommenden Monaten eine Hungersnot. Zu wenig Regenfälle und Dürre beeinträchtigten die diesjährigen Ernten in Äthiopien, Eritrea,
Dschibuti und Somalia, warnte Besida Tonwe, Leiterin des UN-Regionalbüros für Humanitäre Maßnahmen, Mitte Juli vor Journalisten in Nairobi. Hinzu kommen die
hohen Lebensmittelpreise und die
gestiegenen Treibstoffkosten, die
den Transport von Hilfsgütern verteuern.
I
Eine somalische Frau mit ihrem
hungernden Kind.
Foto:AFP
„Wir fürchten eine sehr schwere
Krise in Somalia“, warnte Mark
Bowden, UN-Koordinator der humanitären Hilfe für Somalia. „In
den kommenden Monaten werden
3,5 Millionen Menschen Hilfe benötigen, mehr als die Hälfte der
Bevölkerung.“ Insgesamt sind
nach UN-Schätzungen knapp 15
Millionen Menschen am Horn von
Afrika sowie im Norden Kenias
und Ugandas auf Lebensmittelhilfe
angewiesen. Die Geberländer hätten jedoch bisher nicht ausreichend Finanzmittel bereitgestellt.
sich, einen Vertrag über einen
Transport nach Mogadischu zu
unterschreiben, solange es keine
bewaffnete Eskorte gibt“, sagte Peter Smerdon, Sprecher des Welternährungsprogramms
(WFP).
„Wenn der Transport nicht zustande kommt, bleiben im August eine
Million Menschen in Somalia ohne
Getreide.“
In Somalia müsse die Menge der
ins Land gebrachten Lebensmittel
in den nächsten Wochen verdoppelt werden, um nach drei Dürrejahren eine Hungersnot abzuwenden. In dem von Bürgerkrieg geprägten Land wird die Versorgung
der Menschen vor allem durch die
Sicherheitslage und die Piraterie
an der Küste erschwert. „Eine Vertragsreederei in Südafrika weigert
In Äthiopien seien die Lebensmittelrationen gekürzt worden,
um Prioritäten zu setzen, so
Smerdon. Im vergangenen Monat
seien statt 15 Kilogramm Getreide nur noch jeweils zehn Kilogramm an bedürftige Familien
ausgegeben worden. „Wenn das
andauert, wird der Anteil unterernährter Menschen steigen“,
warnte Smerdon.
dpa
Gefährdete
Migranten
igranten sind nach einer
Studie in Deutschland gesundheitlich stärker gefährdet
als die übrige Bevölkerung.
Durch ihre soziale Lage und Arbeitsbedingungen seien viele
Menschen mit ausländischen
Wurzeln
einer
überdurchschnittlichen gesundheitlichen
Gefährdung ausgesetzt, teilte
die Universität Bielefeld mit.
Im Auftrag des Robert Koch-Instituts hätten Forscher der
Hochschule den ersten umfassenden Bericht zum Thema
„Migration und Gesundheit“
erstellt. Migranten müssen
nach Auffassung der Wissenschaftler stärker unterstützt
werden, ihre Gesundheit zu erhalten. Wenn sie erkrankten,
müssten sie trotz sprachlicher
und kultureller Barrieren gleiche Zugangschancen zur Gesundheitsversorgung bekommen. Menschen mit ausländischen Wurzeln seien nicht
grundsätzlich kränker, erklärte
der Bielefelder Gesundheitswissenschaftler Oliver Razum.
Jedoch wurde bei ihnen eine
größere Verbreitung bestimmter Infektionskrankheiten, häufigere und längere Arbeitsunfähigkeit sowie erhöhte Unfallrisiken festgestellt. Ausgewertet wurden den Angaben nach
amtliche Statistiken, repräsentative Studien sowie Daten der
Sozial- und Gesundheitsberichterstattung. Ingesamt hat
fast ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund.
ddp
M
Studie: Lotto
ist ungerecht
otto ist laut einer Studie ungerecht. Die Gewinne aus
dem staatlichen Glücksspiel
würden so verwendet, dass
sie vor allem den Menschen
zugute käme, die selbst nicht
Lotto spielten, erklärte das
Kölner Max-Planck-Institut für
Gesellschaftsforschung Mitte
Juli. Dabei finde eine Umverteilung von unten nach oben
statt, da untere soziale
Schichten sich stärker am
Spiel beteiligten. Typische Lottospieler seien die geringgebildete untere Mittelschicht, Ältere oder Mitglieder ethnischer
Minderheiten. Mit ihren Einsätzen würden aber Angebote wie
Breitensport, Kunst und Kultur
gefördert, die vor allem höhergebildete, jüngere Bürger nutzten. Insgesamt verdient der
Staat nach Angaben der Forscher rund 2,5 Milliarden Euro
pro Jahr mit Lotto. Die Gesellschaften werben untere anderem damit, dass der Erlös indirekt allen Bürgern zu Gute käme.
AP
L
20
SPORT
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
WELLENREITEN
Rasant auf die Welle
Wellenreiter warnen: Der Tanz auf der tosenden Gischt kann schnell zur Sucht werden.
laugrün und schäumend
baut sich die Welle auf. Als
sie anfängt, in einer gigantischen Rolle vornüberzukippen,
ist der Moment des Surfers gekommen: Er springt auf sein Board und lässt sich von den Wassermassen durch den Tunnel tragen, bis die Welle endgültig über
ihm bricht und er kurz darauf
prustend und glücklich wieder
auftaucht.
B
Seit Hunderten von Jahren findet
das Wellenreiten immer wieder
neue Fans an den Stränden der
Welt. „Schon als James Cook im
18. Jahrhundert Hawaii besuchte, soll er auf Einheimische getroffen sein, die auf Brettern in
den Wellen surften. Es wird sogar angenommen, dass Wellenreiten bereits um 1500 vor Christus in Polynesien entstand“, berichtet Jan Groenendijk, Präsident des Deutschen Wellenreit
Verbandes (DWV). Groenendijk
selbst hat vor zwölf Jahren seine
Leidenschaft für das Spiel mit
den Wellen entdeckt, und diese
lässt ihn bis heute nicht los. „Surfen ist viel mehr als eine Sportart.
Es ist eine einzigartige Mischung
aus Naturerlebnis und dem Gefühl des endlosen Sommers. Und
als Wellenreiter ist man immer
da, wo was passiert“, beschreibt
er den Reiz am Surfen.
Dafür nehmen Surfer oft weite
Reisen auf sich. Immer auf der
Suche nach der vielzitierten perfekten Welle werden Strände in
Südfrankreich, Portugal, auf den
kanarischen Inseln oder auch in
Australien angesteuert. Aber
auch hierzulande lässt sich mit
einem Surfboard viel bewegen.
„Die deutschen Wellen werden
unterschätzt. Sie sind zwar nicht
so hoch wie vor Hawaii, aber an
den Stränden der Nord- und Ostsee kann man durchaus auf gute
Bedingungen zum Wellenreiten
treffen“, sagt Groenendijk. In
deutschen Surf-Resorts wie Sylt,
Sankt Peter Ording oder Norderney wachse eine beachtliche Surferszene heran. „Einige der deutschen Surfer gehören schon zur
internationalen Elite und sind
bei Wettkämpfen sehr erfolgreich“, berichtet der Surflehrer.
Wasseroberfläche liegen“, erklärt Groenendijk. Je größer und
schwerer eine Person sei, desto
mehr Board-Volumen brauche
sie, damit das Brett von der Körpermasse nicht zu tief unter
Wasser gedrückt werde. „Am
besten fängt man also mit einem
längeren Brett, einem ’Minimalibu’ an. Diese Bretter verzeihen
viele Fehler, lassen sich aber einfacher lenken als zum Beispiel
das klassische Longboard“, sagt
Groenendijk.
Das Prinzip ist einfach. Zum Surfen braucht man Wellen, und
Wellen brauchen Wind. „Wenn
irgendwo vor Island ein Sturm
auf dem Meer tobt, dann warten
wir hier, bis ein paar Tage später
die Wellen dieses Sturms an unseren Stränden für ideale Surfbedingungen sorgen“, erklärt Groenendijk. Ansonsten finde man
meist morgens und abends gute
Wellenreit-Wellen an den beliebten Stränden.
Um die perfekte Welle zu ergattern, legt man sich bäuchlings
auf sein Surfboard und paddelt
ein Stück aufs Meer hinaus.
„Wenn dann die Welle kommt,
bringt man sich im rechten Winkel zum Wellenkamm in Position,
fängt an zu paddeln und wartet,
bis das Brett hinten leicht angehoben wird und anfängt zu gleiten“, sagt Groenendijk. Jetzt
muss man sich blitzschnell aufrappeln und auf beiden Beinen
auf dem Board zum Stehen kommen, um die Welle absurfen zu
können. „Anfänger lassen sich
dann einfach von der Welle in
Richtung Strand spülen. Später
kann man anfangen, entlang der
Brechung der Welle zu surfen“,
sagt Groenendijk.
Alles, was man zum Wellenreiten
braucht, ist ein Surfboard. „Das
Brett muss gleiten können. Dazu
sollte es relativ knapp unter der
Um so weit zu kommen, sei gar
nicht so viel Übung nötig. „Normalerweise haben alle Anfänger
den Bogen nach einer Woche
Foto: ddp
Training raus“, sagt Groenendijk. Sogar Schulkinder und Senioren seien nach kompetenter
Anleitung in der Lage, auf dem
Surfboard die Wellen zu bändigen.
Doch zum Surfen gehören nicht
nur Geschicklichkeit und ein
bisschen Muskelkraft. „Das Meer
ist nur dann ein guter Spielplatz,
wenn man gelernt hat, mit seinen Gefahren umzugehen. Deshalb sollte man auch niemals alleine surfen gehen, wenn man
den Strand nicht gut kennt“,
warnt Groenendijk. Mehr noch
als ein Schwimmer müsse sich
ein Surfer mit Wetterbedingungen, Windgeschwindigkeiten und
Sicherheitsvorkehrungen
auskennen.
Der Wellenreit-Experte hält es
für unerlässlich, einen grundlegenden Surfkurs zu machen, in
dem man Theorie und Praxis des
Boardsports erlernt. Damit es in
der perfekten Welle nicht zu Unfällen kommt, müssen sich nämlich auch alle Surfer weltweit an
bestimmte „Verkehrsregeln“ halten. „Wer näher an der Stelle ist,
an der die Welle bricht, dem gehört die Welle“, erläutert Groenendijk die wichtigste der Bestimmungen.
Insgesamt hält er das Wellenreiten für einen relativ risikoarmen
Sport. „Die Wellen tragen einen
eigentlich immer wieder an Land
zurück. Außerdem hat man das
Board und den Neoprenanzug,
die einen ganz gut über Wasser
halten“, sagt Groenendijk. Man
müsse es nur schaffen, die Angst
vor den Wellen zu überwinden.
Surfen ist kein Schönwettersport. Auch bei Regen, Kälte und
sogar Schnee wagen sich waschechte Wellenreiter mit ihrem Board aufs Meer hinaus. „Im
Herbst, Winter und Frühjahr
herrschen sogar meist die besseren Surfbedingungen als im
Sommer. Man muss sich dann
eben nur wärmer anziehen“,
sagt Groenendijk. Das bedeutet,
dass man nicht in lässigen Board-Shorts oder im Bikini ins eiskalte Wasser steigt, sondern sich
einen extra dicken Neoprenanzug, Schuhe, Handschuhe und
eine Haube anzieht. „Wenn man
so eingemummelt über den
schneebedeckten Strand watschelt, sieht man ein bisschen
aus wie ein Pinguin. Das ist irgendwie verrückt – aber sobald
man die erste Welle erwischt, hat
man sofort ein Lächeln im Gesicht, das gar nicht mehr weg
geht“, sagt Groenendijk.
Weitere Informationen: Welche
internationalen Surfschulen mit
dem Gütesiegel des Deutschen
Wellenreit Verbandes ausgezeichnet sind, erfährt man im Internet unter surf-dwv.de.
ddp
21
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
BAYERN MÜNCHEN
AM RANDE
Ganz in Weiß ins europäische Finale
rst strahlten Lukas
Podolski & Co. im
gold-silbernen Konfettiregen an der Seite von
Model-Schönheiten um die
Wette, dann ließen sie sich
in ihren neuen Trikots von
über 10 000 Fans bejubeln
– doch drei Wochen vor
dem Start in die neue Bundesliga-Saison dachten alle
beim FC Bayern München
schon an die Champions
League. „Wir hoffen alle,
dass wir diesen Traum, den
nicht nur Jürgen hat, sondern auch die Spieler haben, zu Ende träumen. Es
wird wahnsinnig schwer.
Wir haben aber alles getan,
um in diesem Jahr international anzugreifen“, sagte
Vorstandschef Karl-Heinz
Rummenigge am 22. Juli
bei der offiziellen Saisoneröffnung des deutschen Fußball-Rekordmeisters in der
Allianz Arena.
E
messen uns an der Spitze“,
versprach Trainer Jürgen
Klinsmann, für den es das
erste Wiedersehen seit langem mit Besucher Oliver
mann, bei dem besonders
viel Geheimhaltung befürchtet worden war, gab
sich der FC Bayern volksnah. Erstmals fand bei kos-
tetest in Dortmund sehen.
Klinsmann will bei dieser
Partie „vor Ort entscheiden,
inwieweit jeder zum Einsatz kommen wird“.
Die Bayern: Hell zu den Siegen, dunkel nur zum Ausweichen.
Auf dunkelblaue Trikots mit
erstmals vier Meistersternen greifen die Münchner
künftig im Bedarfsfall bei
Auswärtsspielen
zurück,
den Angriff auf Europas
Krone und das ChampionsLeague-Finale am 27. Mai
2009 in Rom starten sie in
strahlendem Weiß mit roten Streifen. „Wir wissen,
dass wir uns international
beweisen müssen. Wir
Kahn gab. Zur Freude der
Fans humpelte auch der
verletzte Franck Ribéry an
Krücken in die Arena und
wurde von Klinsmann geherzt. „Der Fuß macht keine Probleme, alles okay“,
sagte der Franzose in
Deutsch über das Stadionmikrofon.
Ausgerechnet unter Klins-
tenlosem Eintritt eine öffentliche Einheit in der Allianz Arena statt. „Wir sind
Jürgen Klinsmann sehr
dankbar, dass er bereit ist,
ein öffentliches Training zu
machen“, sagte Manager
Uli Hoeneß und war „total
happy“ über die Resonanz.
Über 10 000 Zuschauer
wollten die letzte Trainingseinheit vor dem ersten Här-
Foto: AP
Vermutlich wird Tim Borowski, der ebenso wie Podolski, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm auf
dem Laufsteg an der Seite
von kleinen Kindern und
lang gewachsenen Models
die neuen Trikots präsentierte, sein Debüt für den
neuen Verein geben. „Ich
freue mich auf die neue Saison und auf die Champions
League. Da wollen wir einiges erreichen und Akzente
setzen“, so der Ex-Bremer.
Während die neuen Champions-League-Jerseys an
die Zeiten des „weißen Balletts“, damals noch mit Michael Ballack, erinnerten,
betraten die Münchner mit
den Auswärts-Leibchen in
„dark navy“ (dunkelblau)
Neuland. „Wir haben uns
sofort in diese Farbe verliebt“, schwärmte Hoeneß.
Ein Problem, weil sich die
„Roten“ damit farblich in
Richtung der „Blauen“
(1860 München) bewegen,
sieht er nicht. „Manchester
United hat auch einen Club
in der Stadt, der hellblau
trägt“, sagte Hoeneß.
Der Manager war ebenso
wie Rummenigge stolz,
dass die neuen Leibchen
ein vierter Meisterstern
ziert. „Wer 21 Mal Meister
war und dabei 20 Mal die
Bundesliga gewonnen hat,
darf diesen vierten Stern
tragen. Im Ausland ist das
ein wichtiges Zeichen,
wenn man einen oder zwei
Sterne hat. Ich glaube, es
gibt keinen weiteren Club,
der den dritten Stern in den
nächsten zehn Jahren erreichen wird“, demonstrierte Rummenigge Selbstvertrauen. Christian Kunz
OLYMPIA
ARD überträgt auch bei Dopingfällen
ür die ARD gibt es bei den
Olympischen Spielen in Peking kein Szenario, bei dem
sie wegen zu vieler Doping-Fälle
aus der Berichterstattung aussteigen würde. „Es wäre ein großer
Fehler auszusteigen“, sagte NDRProgrammdirektor Volker Herres
in Hamburg. „Intern haben wir darüber diskutiert. Wir sind uns einig,
dass man keinen abstrakten Punkt
definieren kann“, führte Herres
aus. Die ARD war im vergangenen
Jahr aus der Live-Berichterstattung
der Tour de France nach einigen
Doping-Fällen ausgestiegen. Um
das Thema Doping in China im
Vorfeld der Spiele kritisch zu beleuchten, zeigte die ARD die Reportage „Olympia im Reich der Mittel“
von Hajo Seppelt und Jo Goll, die
unter Beobachtern und Fachleuten
für Bestürzung sorgte.
F
Bei ihren umfangreichen Recherchen, die sie in zehn Länder führten, konnten die Redakteure trotz
großer Behinderungen ihrer Arbeit
mit Menschen sprechen, die von
Doping-Praktiken berichteten. So
sprach eine ehemalige chinesische
Schwimmerin über Kinderdoping
in China. Außerdem konnten die
Autoren beweisen, dass wegen Dopings gesperrte Trainer immer
Fortschritte gemacht hat in der Doping-Bekämpfung“, sagte Experte
Seppelt. Die Frage sei jedoch, ob
die aufgedeckten Dopingfälle wirk-
Was passiert, wenn in Peking Dopingfälle aufgedeckt werden? Auf
jeden Fall wird die ARD die Spiele weiter übertragen.
Foto: AFP
noch im Einsatz sind. „Ich glaube,
dass China trotz aller Kritik aus
dem Ausland allgemein erhebliche
lich publik gemacht würden. In
China gibt es ungefähr 10 000 Kontrollen pro Jahr.
Die Dokumentation belegt auch,
dass Gendoping in China bereits
möglich ist. In einem Krankenhaus
boten chinesische Ärzte einem Reporter, der als Schwimmtrainer
auftrat, eine Stammzellenbehandlung zur Leistungssteigerung an.
Die Kur sollte 24 000 Dollar kosten.
Das Angebot wurde mit versteckter
Kamera gedreht. Der Kölner Doping- Experte Patrick Diel sagte dazu: „Dies wäre ein eindeutiger Fall
von Gendoping. So etwas habe ich
noch nie gesehen. Das übertrifft
meine schlimmsten Befürchtungen.“ Gendoping, die Manipulation
des Erbgutes zur Leistungssteigerung, ist bisher nicht nachweisbar.
„Man kann nicht behaupten, dass
die Chinesen reihenweise durch
Gendoping aufgepowert bei Olympia an den Start gehen“, warnte
Seppelt vor Verallgemeinerungen,
„aber die Realität ist, dass im Olympia-Jahr Praktiken zum Einsatz
kommen können, die Gendoping
sind.“ Die Mentalität der Chinesen,
alles zu tun für den Erfolg, steht seiner Ansicht nach vor Fragen der
Ethik.
dpa
Skandalsprinterin
darf nach Peking
ier Jahre nach dem Riesenskandal bei den Olympischen Spielen in Athen steht
die griechische Sprinterin Ekaterini Thanou vor einem Comeback in Peking. Der griechische
Leichtathletikverband (SEGAS)
setzte sie auf die Liste der griechischen Leichtathletik-Mannschaft, die nach Peking reisen
wird. Der Verband hatte keine
andere Wahl, da Thanou am
14. Juli die Norm (11,42 Sekunden) für die 100-Meter mit
11,39 Sekunden erfüllte. „Ich
werde weiter laufen, solange es
mir Spaß macht“, sagte Thanou
dem griechischen Fernsehsender Antenna. Das Internationale Olympische Komitee (IOC)
wird am 2. und 3. August bei einer Sitzung seines Exekutivkomitees entscheiden, ob Thanou
an den Spielen in Peking teilnehmen darf. Thanou und der
griechische Sprinter Konstantinos Kenteris hatten einen Tag
vor Beginn der Olympischen
Spiele 2004 einen Dopingtest
verpasst und für einen großen
Skandal gesorgt. Sie wurden
damals für zwei Jahre gesperrt.
dpa
V
Essien bleibt
bei Ballack-Club
ichael Essien hat seinen
Vertrag beim englischen
Vizemeister FC Chelsea vorzeitig bis 2013 verlängert. Der
Fußball-Nationalspieler
aus
Ghana, der 2005 von Olympique Lyon für 38 Millionen Euro
an die Stamford Bridge gewechselt war, gab seine Entscheidung während der Asien-Reise
seines Klubs bekannt. Am 21.
Juli hatten die Blues bereits die
Vertragsverlängerung mit dem
tschechischen Nationaltorwart
Petr Cech verkündet, der ebenfalls bis 2013 bei dem Klub von
DFB-Kapitän Michael Ballack
unterschrieben hat.
sid
M
Roger Federer –
Spiele im Hotel
er Schweizer WeltranglistenErste Roger Federer wird bei
den Sommerspielen in Peking
erstmals nicht im Olympischen
Dorf wohnen, sondern in einem
Hotel absteigen. Der zwölfmalige Grand-Slam-Turniersieger erhofft sich durch diese Maßnahme mehr Ruhe. „Damit werden
seine Chancen noch größer“,
sagte der Schweizer Missionschef Werner Augsburger. Bei seiner ersten Olympia-Teilnahme
2000 in Sydney hatte Federer
seine damalige Profikollegin und
heutige Lebenspartnerin Mirka
Vavrinec im Olympischen Dorf
kennengelernt.
sid
D
22
RÄTSELSEITE
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
KREUZWORTRÄTSEL
Prägewerkzeug
röm.
Göttin
Eule
einer
best.
Gattung
schwingender
Körper
Seewesen
eines
Staates
span.
Stoßdegen
glatt,
anschmiegsam
magnet. span.
Aufzeich- Inselnung
v. Filmen gruppe
Wortteil
österr.ital.
Alpental
jmd. d. e.
Antilo- Vermögenspenart delikt
begeht
Samenkörner
für den
Anbau
überragender
Künstler
orientalischer
Warenmarkt
4
10
Pfad
lat.:
von
selbst
schlaff,
erschöpft
Teil
des Essbestecks
sich
täuschen
Mann
zu
Pferd
Reitstock
starr
blicken
Mönchskleidung
einfetten,
schmieren
Bohrinseltyp
(engl.)
Tätowierung
(engl.)
Hülsenfrucht
2
türk.
Anisbranntwein
1
Hafen
auf
Honshu
(Japan)
®
kümmerlich
treu
4
gezierte
Haltung
Vorrichtung
am Reitstiefel
Volltreffer
b. Kegeln
(alle ...)
2
3
Kurzwort
für eine
Kundgebung
alter
Name
des
Januars
dt.
Schlagersängerin
(Katja)
Teil
der
Woche
steif
vor
Kälte
der
Abendstern
Wettkampf
an keine Tonart gebunden
Weltall
Fluss
durch
Riga
Blutader
Haarbogen
über dem
Auge
engl.,
frz.:
Alter
Papierstaude
Brauch,
Anstand
kurz für:
Kriminalpolizei
Bergkuppe
kleines
Feingebäck
Tierbehausung
Gliederfüßer
schlecht,
unangenehm
MoselZufluss
veraltet:
Vergnügen;
Unterhaltung
altruss.
Adliger
ugs.:
Lauferei
9
Schrecken
Show
großer
Greifvogel
ein
Bindewort
zusätzlicher
Verdienst
Qualität
umsorgende
Person
Lärminstrument,
Rassel
vor
allem,
besonders
Fluss
durch
Paris
Selbstsucht,
Eigenliebe
„Sitzung”
beim
Schneider
Fleischbrühe
Halbedelstein
Rundfunkgerät
Anlass,
Veranlassung
glutflüssiges
Tiefengestein
Tragegestell
Handwerker;
Künstler
Bewohner
von
Glarus
(Schweiz)
Fehlbetrag,
Verlust
Dorfwiese
musikal.:
Bebung
Wasservogel
ugs.:
Gegenteil von
süß
Schul-,
Aktentasche
Schiffstagesstrecke
am vergangenen Tag
ruhig,
lautlos
spanische
Anrede:
Herr
hellster
Stern im
„Skorpion“
Preisvorschlag
Tierschar
Sportgerät
der
Werfer
schmelzen
(Schnee,
Eis)
starker
Zweig
3
best.
Schlag b.
Golf und
Tennis
Sagenkönig
von
Phrygien
niederdt.:
Schilf,
Röhricht
Hptst. d.
US-Bundesstaats
Maryland
Vorratsraum
unterwürfig
Kreditseite
(Buchführung)
Ratsherr
Vogelmännchen
karierter
Textilstoff
gesetzlich
frz.
Maler
(18341917)
Held,
Halbgott
eine
Währung
synthe- in der
tische
Schweiz
Faser
Zarenname
Reiseweg
Hauptstadt v.
W-Australien
Filmfachmann
Fluss
zur
Oise
Duftstoff
(Pottwal)
bereits,
früher
als erwartet
Kfz-Z.
Niederlande
5
Abk.:
New
Hampshire
Figur in
„Paganini”
Reingewicht
Bruder
des Romulus
Abk.:
ultraviolett
Nachlass
empfangen
6
Fest,
Fete
eingeberedsam legtes
Tierprodukt
Stacheltier
Tempobeschleunigung
Vorname der
Berger
zensieren
7
Datum
mit feierlichem
Anlass
eine
Textreihe
Hotel mit
Frühstück
Teil der
Westkarpaten
Stadt
in der
Lombardei
Stadt a.
d. Else
(Niedersachsen)
milde
Gabe
höchster
Berg der
Pyrenäen
1
ugs.:
eingeschaltet
Geheimnis
(bildungssprachl.)
Vergnügen bei
Musik
betriebsam,
agil
Hauptstadt
von Sizilien
Einmalserviette
8
Lenkvorrichtung
Baustoff
skand.
Münze
s2426.4-81
5
6
7
8
9
10
Verlosung: Drei Büchergutscheine
Die Lösung des Rätsels im Heft 13/08 lautete: Kreislauf. Über je einen Büchergutschein Schreiben Sie die Lösung auf eine Postkarte mit dem Kennwort „Kreuzworträtsel“ und senden Sie diedürfen sich Frau Helga Lenz (Torgau), Frau Vanessa Leonie Sauer (Naunhof) und Herr se bis zum 7. August 2008 an unsere Redaktionsanschrift (siehe Impressum, Seite 24) oder per E-Mail
Gerhard Günthel (Magedburg) freuen.
Herzlichen Glückwunsch! an: redaktion@uniklinik-leipzig.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
VERANSTALTUNGSHINWEISE | TV-TIPPS
23
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
VERANSTALTUNGEN IN LEIPZIG
Freitag, 25.07.08
Am Palmengarten, Tel. 2 25 13 63, Jahnallee 52; 20.30 Uhr: Wenn der Kopf aber
nun ein Loch hat..., mit Gunter Böhnke &
Steps.
Moritzbastei, Tel. 70 25 90, Universitätsstr. 9; 20.30 Uhr: Amphitryon, Sommertheater der Theaterturbine.
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Macht Los oder Aus und dabei, mit Lothar
Bölck.
Zoologischer Garten, Tel. 5 93 35 00,
Pfaffendorfer Str. 29; 21 Uhr: AngeMeiert
und ausgeMerkelt, Sommerkabarett der
Leipziger Funzel (Kartentel. 9 60 32 32).
Noch Besser Leben, Tel. 3 01 58 06,
Merseburger Str. 25; 21 Uhr: Livemusik.
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Macht Los oder Aus und dabei, mit Lothar
Bölck.
Mittwoch, 30.07.08
Bettenhaus Uniklinik, Liebigstr. 22; 17
Uhr: Gottesdienst.
25.07.08 BIS 07.08.08
Hochschule für Musik und Theater, Tel.
2 14 46 15, Grassistr. 8; Großer Saal
19.30 Uhr: Abschlusskonzert mit Teilnehmern der Euro Music Academy Leipzig.
Moritzbastei, Kartentel. 21 78 78 78,
Universitätsstr. 9; Innenhof 20 Uhr: Kauf
mich! Sommerkabarett der Academixer
mit Carolin Fischer und Anke Geißler.
Schumann-Haus, Tel. 3 93 96 20, Inselstr. 18, 15 Uhr: Lieder und Tänze des
Todes, Liedernachmittag.
Moritzbastei, Kartentel. 21 78 78 78,
Universitätsstr. 9; Innenhof 20 Uhr: Kauf
mich! Sommerkabarett der academixer
mit Carolin Fischer und Anke Geißler.
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Ende der Schonung, mit Ute Loeck, Jan
Gärtig und Marco Schiedt.
Funzel, Tel. 9 60 32 32, Nikolaistr. 6-10;
20 Uhr: Internationale Travestierevue
Femme Fatale, Gastspiel.
Kabarett Leipziger Brettl im Gambrinus,
Tel. 9 61 35 47, Odermannstr. 12; 20.30
Uhr: Gelumbe, Arschgrieschor, Bleede –
Reprise, Streifzug durch die letzten
Brettl-Programme mit Steffen Lutz Matkowitz.
Krystallpalast Varieté, Tel. 14 06 60, Magazingasse 4; 21 Uhr: Summer in the City,
klassisches Varieté mit Katrina Schwarzblond, Gunnar Eric u. a.
Moritzbastei, Tel. 70 25 90, Universitätsstr. 9; 20.30 Uhr: Amphitryon, Sommertheater der Theaterturbine.
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Macht Los oder Aus und dabei, mit Lothar
Bölck.
Montag, 04.08.08
Moritzbastei, Kartentel. 21 78 78 78,
Universitätsstr. 9; Innenhof 20 Uhr: Bette
sich wer kann, Sommerkabarett der academixer mit Carolin Fischer, Anke Geißler,
Ralf Bärwolff und Peter Treuner.
Paulaner-Innenhof, Kartentel. 5 63 72
76, Klostergasse 3-5; 20 Uhr: Mir ham se
als geheilt entlassen – Der neue OttoReutter-Abend, Sommer-Kabarett mit
Meigl Hoffmann (bei Regen im
gohglmohsch-Kabarett).
Tonelli's, Tel. 0177/6 03 19 78, Elsterstr. 35; 20 Uhr: Comedy-Lounge.
Sonntag, 27.07.08
Dienstag, 05.08.08
Am Palmengarten, Tel. 2 25 13 63, Jahnallee 52; 20 Uhr: Wellenbrecher, Lieder
von Hans Albers, Rio Reiser, Bertolt
Brecht u. a. mit Hansa Molle und Heidi
Steger.
Gohliser Schlösschen, Kartentel. 1 49 76
55, Menckestr. 23; 20 Uhr: Arzt wider Willen – Moliére reloaded, Sommertheater
mit Theater light.
Moritzbastei, Tel. 70 25 90, Universitätsstr. 9; 20.30 Uhr: Amphitryon, Sommertheater der Theaterturbine.
Zoologischer Garten, Kartentel. 9 60 32
32, Pfaffendorfer Str. 29; 21 Uhr: AngeMeiert und ausgeMerkelt, Sommerkabarett der Leipziger Funzel.
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Ende der Schonung, mit Ute Loeck, Jan
Gärtig und Marco Schiedt.
theater fact, Tel. 9 61 40 80, Hainstr. 1;
Webers Hof 21 Uhr: Don Juan oder Zur
Sache, Schätzchen!, Sommertheater.
Mittwoch, 06.08.08
Montag, 28.07.08
Galopprennbahn Scheibenholz, Kartentel. 1 49 76 55, Rennbahnweg; 20 Uhr:
Hamlet4You – Shakespeare's not dead,
Sommertheater mit Theater light.
Gohliser Schlösschen, Kartentel. 1 49 76
55, Menckestr. 23; 20 Uhr: Arzt wider Willen – Moliére reloaded, Sommertheater
mit Theater light.
Paulaner-Innenhof, Kartentel. 5 63 72
76, Klostergasse 3-5; 20 Uhr: Best of Comedy: Frauen denken anders – Männer
nicht! mit Matthias Machwerk, SommerKabarett (bei Regen im gohglmohsch-Kabarett).
Dienstag, 29.07.08
Galopprennbahn Scheibenholz, Kartentel. 1 49 76 55, Rennbahnweg; 20 Uhr:
Hamlet4You – Shakespeare's not dead,
Sommertheater mit Theater light.
Moritzbastei, Kartentel. 21 78 78 78,
Universitätsstr. 9; Innenhof 20 Uhr: Kauf
mich, Sommerkabarett der academixer
mit Carolin Fischer und Anke Geißler.
Mit Charisma und einem überwältigendem Stimmvolumen lässt
Katie Melua ihre Konzerte zu einem unvergesslichen Erlebnis
werden. Am Mittwoch, den 6. August um 20 Uhr, singt sie in der
Leipzig-Arena und wird dabei durch ihre brillante Band unterstützt.
Foto: André Kempner
Galopprennbahn Scheibenholz, Kartentel. 1 49 76 55, Rennbahnweg; 20 Uhr:
Hamlet4You – Shakespeare's not dead,
Sommertheater mit Theater light.
Moritzbastei, Kartentel. 21 78 78 78,
Universitätsstr. 9; Innenhof 20 Uhr: Kauf
mich! Sommerkabarett der academixer
mit Carolin Fischer und Anke Geißler.
Paulaner-Innenhof, Kartentel. 5 63 72
76, Klostergasse 3-5; 20 Uhr: Frauen
denken anders – Männer nicht! mit Matthias Machwerk.
Freitag, 01.08.08
Donnerstag, 31.07.08
Sonnabend, 02.08.08
academixer, Tel. 21 78 78 78, Kupfergasse 2; 20 Uhr: Ach so, – hier..., mit Olaf
Böhme.
Krystallpalast Varieté, Tel. 14 06 60, Magazingasse 4; 21 Uhr: Summer in the City,
klassisches Varieté.
Paulaner-Innenhof, Kartentel. 5 63 72 76
Klostergasse 3-5; 20 Uhr: Mir ham se als
geheilt entlassen – Der neue Otto-ReutterAbend, Sommer-Kabarett mit Meigl Hoffmann (bei Regen im gohglmohsch).
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Ende der Schonung, mit Ute Loeck, Jan
Gärtig und Marco Schiedt.
Do., 31.07.2008, 21 Uhr
Hauptsache Gesund
(MDR)
Sonntag, 03.08.08
Kabarett Leipziger Brettl im Gambrinus,
Tel. 9 61 35 47, Odermannstr. 12; 18
Uhr: Quarkkeulchen und Goggolohres –
Sächsisch-Sachsen-Leipzig und mehr.
Mendelssohn-Haus, Tel. 1 27 02 94,
Goldschmidtstr. 12; 17 Uhr: Auguste
Schmidt (1833-1902) – Pädagogin, Publizistin und Frauenrechtlerin – zum 175.
Geburtstag, Texte von und über Auguste
Schmidt lesen Luise Wilsdorf und Bernhard Scheller.
Völkerschlachtdenkmal, Tel. 8 78 04 71,
An der Tabaksmühle 210; 15 Uhr: Virtuose Orgelmusik aus versch. Epochen.
Sonnabend, 26.07.08
TV-TIPPS
Bettenhaus Uniklinik, Liebigstr. 22; 17
Uhr: Gottesdienst.
Arena, Tel. 2 34 10, Am Sportforum; 20
Uhr: Katie Melua.
Galopprennbahn Scheibenholz, Kartentel. 1 49 76 55, Rennbahnweg; 19.30
Uhr: Der Contest der Exoten – Schlagercomedy International, Sommertheater mit
Theater light.
Michaeliskirche, Tel. 5 64 55 09, Nordplatz 14; 12 Uhr: Orgelmusik an der historischen Sauer-Orgel von 1904.
Donnerstag, 07.08.08
Galopprennbahn Scheibenholz, Kartentel. 1 49 76 55, Rennbahnweg; 19.30
Uhr: Der Contest der Exoten – Schlagercomedy International, Sommertheater mit
Theater light.
Paulaner-Innenhof, Kartentel. 5 63 72
76, Klostergasse 3-5; 20 Uhr: Mir ham se
als geheilt entlassen, mit Meigl Hoffmann
(bei Regen im gohglmohsch).
Pfeffermühle Interim im Kosmos-Haus,
Tel. 9 60 31 96, Gottschedstr. 1; 20 Uhr:
Ende der Schonung, mit Ute Loeck, Jan
Gärtig und Marco Schiedt.
theater fact, Tel. 9 61 40 80, Hainstr. 1;
Webers Hof 21 Uhr: Don Juan oder Zur
Sache, Schätzchen! Sommertheater.
Ist der geliebte Kaffee ungesund?
Foto: dpa
Kaffee ist ungesund, entzieht
dem Körper Wasser, erhöht den
Blutdruck und ist verantwortlich
für Herzinfarkte – so die landläufige Meinung. Doch immer mehr
Studien zeigen das Gegenteil:
Kaffee senke das Diabetes-Risiko, könne chronischen Leberkrankheiten und sogar Krebs vorbeugen. Ist aus dem vermeintlichen Gesundheitskiller ein Wundermittel geworden? Hauptsache Gesund geht der Frage
nach, wie viel Koffein ist gesund?
Das MDR-Gesundheitsmagazin
beleuchtet neben den gesundheitsfördernden Eigenschaften
des Kaffees auch die Randbedingungen. Welchen Unterschied
macht die Zubereitung des Kaffees? In welchen Kaffeemaschinen lauern besonders viele Keime und Pilze? Und woran erkennt
man gute und weniger gute Kaffee-Mix-Getränke? Antworten auf
diese und viele andere Fragen
gibt es ab 21 Uhr im Mdr.
Do., 07.08.2008, 21 Uhr
Hauptsache Gesund
(MDR)
Ein Bienenvolk besteht aus rund
60 000 Tieren. Doch trotz der
Enge und Wärme im Stock erkranken Bienen nur selten. Natürliche Heilmittel schirmen
Krankheitserreger ab: Honig,
Propolis, Pollen und andere Bienenprodukte beinhalten über
200 aktive Wirkstoffe aus der
Naturapotheke. Hauptsache Gesund zeigt, wie diese Naturheilmittel auch dem Menschen nutzen und verrät die besten Hausmittel von Bienenexperten. Eine
Imkerin aus Weimar zieht nicht
nur Königinnenlarven mit Gelée
Royale groß, sondern stärkt
auch das Immunsystem ihrer eigenen drei Kinder mit dem Weiselfuttersaft. Ein Heilpraktiker
aus Dresden setzt das Bienenharz Propolis erfolgreich bei Magen-Darm-Entzündungen
ein,
weil es das Wachstum schädlicher Bakterien und Pilze hemmt.
Dass Honig Atemwegsbeschwerden und grippale Infekte lindert,
ist bekannt – wie er das macht,
untersuchte eine Ernährungsmedizinerin aus Roseburg.
24
STECKBRIEF
Ausgabe 15 / 25. Juli 2008
Gesundheit und mehr...
WAS IST WO?
IMPRESSUM
GESUNDHEIT UND MEHR...
Das Patientenmagazin des
Universitätsklinikums Leipzig
Herausgeber:
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Der Vorstand
Philipp-Rosenthal-Straße 27
04103 Leipzig
Telefon: 0341 97 109
Telefax: 0341 97 15 909
E-Mail: redaktion@uniklinik-leipzig.de
Redaktion: Heiko Leske (v. i. S. d. P.),
Frank Schmiedel.
Universitätsklinikum, Leipzig AöR
4. Jahrgang
In Kooperation mit der Redaktion der
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG.
Druck: Leipziger Verlags- und
Druckereigesellschaft mbH & Co. KG,
Peterssteinweg 19,
04107 Leipzig
ÜBERSICHT ÜBER DAS UNIVERSITÄTSKLINIKUM LEIPZIG
WICHTIGE SERVICENUMMERN
Universitätsklinikum Leipzig AöR
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Zentrale Notaufnahme
Operatives Zentrum
Liebigstraße 20 (Zufahrt über Paul-List-Straße)
04103 Leipzig
Telefon
(0341) 97 17800
Öffnungszeit
24 Stunden täglich
Notaufnahme für Kinder
und Jugendliche
im Zentrum für Kindermedizin
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Telefon
(0341) 97 26242
Öffnungszeit
24 Stunden täglich
Kreißsaal der Universitätsfrauenklinik
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Öffnungszeit
Schwangerenambulanz
Klinikbesichtigung
Infoabend für
werdende Eltern
24 Stunden täglich
(0341) 97 23494
(0341) 97 23611
(0341) 97 23611
Eine Anmeldung zur Entbindung
ist nicht erforderlich.
Mehr Informationen
www.geburtsmedizin-leipzig.de
Blutbank (Blutspende)
Delitzscher Straße 135,
04129 Leipzig
Philipp-Rosenthal-Straße 27c,
04103 Leipzig
Info-Telefon
(0341) 97 25410
www.blutbank-leipzig.de
Zentraler Empfang
Operatives Zentrum
Telefon
Zentrale Ambulanz-Nummer Innere Medizin
(0341) 97 12222
Zentrale Ambulanz-Nummer Chirurgie
(0341) 97 17004
Zentrale Ambulanz-Nummer Kinderzentrum
(0341) 97 26242
Universitäres Darmzentrum
(0341) 97 19967
Rheumazentrum am Universitätsklinikum
Leipzig e.V.
(0341) 97 24930
Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen
(0341) 97 24202
Neuropsychiatrisches Zentrum (0341) 97 24304
Diabeteszentrum
(0341) 97 12222
Transplantationszentrum
(0341) 97 17271
Universitäres Brustzentrum
(0341) 97 23460
Toxikologische Auskunft
(0341) 97 24666
Kliniksozialdienst
(0341) 97 26206
Seelsorge
(0341) 97 15965
26126
(0341) 97 17900
Zentraler Empfang Bettenhaus
Telefon
(0341) 97 16344
Detaillierte Informationen zu allen Kliniken
und Ambulanzen finden Sie im Internet unter
www.uniklinik-leipzig.de.
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