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Personalzeitschrift des Kantons Thurgau
Nummer 5 · Oktober 2014
Leuetatze
Ohne den Thurgau kein
«Konstanzer Konzil»
DIE THURGAUER AKTIVITÄTEN ZUM KONZILJUBILÄUM
«Ich fühle mich wohl»
CARMEN HAAG GIBT ANTWORT IM LEUETATZE-INTERVIEW
Von Mostindien
zum Industriekanton
DAS HISTORISCHE MUSEUM AUF DEN SPUREN DER THURGAUER INDUSTRIEGESCHICHTE
Schwerpunkt
Der Thurgau und das Konziljubiläum
2–5
Personalinfos
6–7
· Neuer IT-Einführungskurs
· Gesundheitsmassage über Mittag
Information
8–10
· Rückblick auf das Kaderseminar
· Harte Jahre für die Landjäger
Kultur
14–16
· Welterbe im Moor
· Lesen mit den Jüngsten
Lernende
Die Gesichter der Neuen
17
Vorletzte Seite
23
Eisenbahnfan baut sich eine Gartenbahn
Martha Monstein (rechts) und Ramona Früh bringen die Aktivitäten zum Konziljubiläum auf die Schiene.
Foto Susanna Horber
Titelseite: Imperia von Peter Lenk. Foto Achim Mende
2 Schwerpunkt
Auch der Thurgau feiert
das Konziljubiläum
Vor 600 Jahren fand das Konstanzer Konzil statt, mit grosser
Unterstützung des ländlichen Hinterlandes. Die Dörfer des heutigen Kantons Thurgau versorgten die rund 72 000 Konzilsgäste
mit Lebensmitteln, Wasser, Brennholz und boten einem Grossteil
der Gäste auch Unterkunft. Mit zahlreichen Aktivitäten feiern nun
die Stadt Konstanz und der Thurgau das Jubiläum des Konzils.
Der Regierungsrat hat einem Gesamtkonzept «Der Thurgau und das
Konziljubiläum 2014–2018» zugestimmt, Geld aus dem Lotteriefonds
gesprochen und für die Thurgauer Aktivitäten eine Steuergruppe unter
der Federführung des Kulturamtes eingesetzt. Das erste Jahr des Konziljubiläums ist nun bald abgelaufen. Kulturamtsleiterin Martha Monstein und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Ramona Früh ziehen
eine positive Zwischenbilanz. Von der Buchreihe «Der Thurgau im
späten Mittelalter» über die Konzilswege, Ausstellungen und
Symposien bis zu den historischen Produkten und gastronomischen
Attraktionen – die Thurgauer Aktivitäten zum Konziljubiläum sind
vielfältig und sprechen ein breites Publikum an. «Es ist erstaunlich,
wie gross das Interesse an dieser Zeit ist», stellt Martha Monstein
erfreut fest.
Mit den Konzilsaktivitäten lässt der Kanton Thurgau eine Zeit auferstehen, die weit zurück liegt. Dabei will man ein Publikum erreichen,
das sich ohne grosse Vorkenntnisse mit der Geschichte des Thurgaus
auseinandersetzen möchte. Auch soll die enge Verbindung zwischen
dem Thurgau und der Stadt Konstanz aufgezeigt werden.
Die enge Zusammenarbeit in der Steuergruppe zwischen Kulturamt,
Amt für Archäologie, Thurgau Tourismus, Amt für Wirtschaft und
Arbeit sowie der Stadt Kreuzlingen klappe hervorragend, erklärt
Ramona Früh. Für den Überblick über die Fülle der Konzilsaktivitäten
sorgt seit diesem Sommer eine Koordinationsstelle bei Thurgau Tourismus. Sie fungiert als Anlaufstelle für die Projektpartner und Medien.
Denn Ideen rund um das Konziljubiläum gibt es noch viele und zudem
hofft man, noch weitere Projektpartner zu gewinnen, beispielsweise
Gemeinden, die sich mit eigenen Veranstaltungen beteiligen.
Editorial
«Es gibt hier herrliches Weissbrot, einen Wein,
der besser ist als unser Falerner, Fleisch aller
Art, Milch, Käse, Eier, Fische, Äpfel, die sogar
jetzt noch frisch sind. Vor einiger Zeit waren die
Trauben reif, jetzt ist ihre Zeit vorüber. Alles ist
im reichen Überfluss vorhanden.» So beschrieb
der aus Rom stammende Benedikt de Pileo die
Stadt Konstanz um 1414. Natürlich kamen all
die Herrlichkeiten aus dem Hinterland von
Konstanz, aus dem heutigen Kanton Thurgau.
Ohne diese Unterstützung hätte das wichtigste
Konzil des Spätmittelalters gar nicht stattfinden
können. Die Stadt habe selbst die Italiener zum
Schwärmen gebracht, schreibt Dominik Gügel
im ersten Band der Buchreihe «Der Thurgau im
späten Mittelalter», herausgegeben vom Kanton Thurgau. Das Buch mit dem Titel «Rom am
Bodensee» beschreibt leicht verständlich und
spannend die Zeit des Konstanzer Konzils. Wie
nun der Thurgau dieses Konziljubiläum feiert,
lesen Sie im Schwerpunkt dieser Leuetatze.
Mehr über das späte Mittelalter erfahren Sie
aus dem Buch. Der Verlag Neue Zürcher Zeitung offeriert dieses und die ganze Buchreihe
zu einem Spezialpreis (siehe Kasten
Seite 3) – machen Sie davon Gebrauch!
Susanna Horber
Noch nicht so weit zurück liegt die Gründung
der Kantonspolizei Thurgau. Das vor kurzem
erschienene Buch «550 Jahre thurgauische
Ordnungskräfte» fasst auf rund 300 Seiten
die Geschichte zusammen. Zahlreiche Kriminalgeschichten und die Schilderung amüsanter
Episoden aus dem Polizeialltag machen das
Buch zu einer vergnüglichen Lektüre. Eine
angenehme Lesestunde mit dieser Ausgabe
wünscht Ihnen
www.konzil-thurgau.ch
Susanna Horber
«Rom am Bodensee»: Herausgeberin Silvia Volkart präsentiert den ersten Band der Publikationsreihe
«Der Thurgau im späten Mittelalter», die aus Anlass des Konziljubiläums erscheint. Foto Martin Bächer
Ein Fischhändlerstand während des Konstanzer Konzils
aus dem Buch «Rom am Bodensee».
Bild Rosengartenmuseum Konstanz
Schwerpunkt 3
Eine für den Thurgau wichtige Zeit erhält ein Gesicht
Die auf vier Bände angelegte Publikationsreihe «Der
Thurgau im späten Mittelalter» bildet das Rückgrat für
die Aktivitäten zum Konziljubiläum. Darüber hinaus erhält
damit eine für den Thurgau wichtige, bisher aber wenig
erforschte Zeit ein Gesicht. Der Start mit Band 1 ist gelungen, Band 2 wird noch lebensnaher und bilderreicher.
Als bei der Buchvernissage am 23. Mai 2014 der erste Band
der Reihe unter dem Titel «Rom am Bodensee» in der Reithalle des Schlosses Chastel ob Tägerwilen zeitgerecht übergeben werden konnte, fiel Silvia Volkart ein Stein vom Herzen,
denn der Erwartungs- und der Zeitdruck waren gross gewesen.
Sie wird zwar von der Redaktionskommission unter der Leitung von Kulturamtschefin Martha Monstein (zuvor interimistisch unter der Leitung von Kantonsarchäologe Hansjörg
Brem) und von Ramona Früh als Koredaktorin unterstützt,
aber bei Silvia Volkart als Herausgeberin laufen die Fäden
zusammen, bei insgesamt 13 Autorinnen und Autoren für den
ersten Band eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Doch die
freiberufliche Kunsthistorikerin aus Winterthur ist auf Grund
ihrer breiten Erfahrung aus früheren Publikationen für diese
anspruchsvolle Aufgabe bestens gerüstet. Und inhaltlich war
sie von Anfang an dabei, hatte sie doch zusammen mit einer
Kollegin bereits das Gesamtkonzept für das Konziljubiläum
im Thurgau erarbeitet.
der erste Band stark auf das Konstanzer Konzil fokussiert, ist
der zweite Band ganz auf den Thurgau ausgerichtet, auf den
Alltag und die Wirtschaft hier im 15. Jahrhundert. Der Bogen
wird von der Landwirtschaft über die Bodenseeschifffahrt bis
zur Mode reichen. Dabei wird auch Band 2 dem Ansatz folgen,
Geschichte an Hand von konkreten Fällen und Ereignissen
greif- und fassbar zu machen. Das Detailkonzept für Band 2
steht, im Oktober 2015 wird er erscheinen.
Band 3 zum Thema «Kirchen, Klöster, Volksfrömmigkeit», der
sich vor allem mit religiösen Aspekten befassen wird, ist für
2017 geplant, Band 4 zum Thema «Vom Bischof zu Zwingli»,
der den Sprung des Thurgaus vom Mittelalter in die Neuzeit
beleuchten wird, für 2018. Wenn die Faszination über einen
solch langen Zeitraum erhalten bleiben soll, ist es wichtig, dass
flexibel auf Aktualitäten und neue Erkenntnisse eingegangen
werden kann, die sich erst im Lauf der Arbeiten herausstellen.
So werden beispielsweise viele Fragen, die Band 1 aufgeworfen
hat, im Band 2 beantwortet werden. Man darf gespannt sein.
Martin Bächer
Reduzierter Preis für Kantonsangestellte
Der gute Start mit Band 1 erleichtert die weitere Arbeit an der
Reihe, vor allem auch die Suche nach geeigneten Autorinnen
und Autoren. Und das ist entscheidend, denn mit den insgesamt 500 000 Franken, die der Regierungsrat für die gesamte
Reihe bewilligt hat, stehen zu wenig Mittel für vertiefte eigene
Forschung zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, Spezialistinnen und Spezialisten für einzelne Aspekte für die Mitarbeit
zu gewinnen. Umgekehrt kann die Buchreihe den Autorinnen
und Autoren eine willkommene Gelegenheit bieten, ihre Forschungsarbeit in einem attraktiven Umfeld und für eine breitere Leserschaft zugänglich zu machen. Für Band 2 konnten gar
19 Autorinnen und Autoren vertraglich zur Mitarbeit verpflichtet werden. Auch in der Thematik wird er breiter. War
Als Glücksfall hat sich die Zusammenarbeit mit dem Verlag Neue Zürcher Zeitung (NZZ Libro) erwiesen. Er verfügt nicht nur über ein
Renommee, das über die Landesgrenzen hinaus reicht, und ist bei
einer kulturhistorisch interessierten Leserschaft gut eingeführt,
sondern er unterstützt die Reihe auch publizistisch und werbemässig.
Entsprechend erfreulich sind die Verkaufszahlen des ersten Bandes.
Der Verlag hat sich bereit erklärt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
kantonalen Verwaltung den ersten Band für Fr. 35.00 abzugeben und
für Fr. 32.00 pro Band, wenn die ganze Reihe bestellt wird, in beiden
Fällen im Inland versandkostenfrei.
Bestellungen sind direkt an den Verlag zu richten:
NZZ Libro, Postfach, 8021 Zürich, T 044 258 15 05, nzz.libro@nzz.ch.
Vermerk «Angestellt Kt. Thurgau» nicht vergessen.
Die Papst-Mitra des Historischen Museums Thurgau ist
eines der wenigen noch erhaltenen Kunstwerke aus der
Zeit des Konstanzer Konzils. Foto Historisches Museum
Der zum Konziljubiläum auf dem Arenenberg erstellte Patriziergarten nach
historischem Vorbild. Foto Thurgau Tourismus
Ein Signet mit der Symbolik der Mitra
kennzeichnet sämtliche Thurgauer
Konzilsaktivitäten.
4 Schwerpunkt
Die grüne Seite des Konstanzer Konzils
Ohne den Thurgau hätte es das Konzil
nicht gegeben. Zum Jubiläum haben
sich die Ämter der kantonalen Verwaltung einiges einfallen lassen.
Am Konzil auch geographisch «am nächsten dran» ist das Napoleonmuseum Arenenerg. Seit der Lancierung fällt Direktor
Dominik Gügel allgemein ein erhöhtes
Interesse der Besucher am Mittelalter auf.
Dies sei auch im Museums-Shop spürbar.
Entsprechende Literatur sowie die
Mittelalter-Artikel von Agro Marketing
Thurgau verkauften sich sehr gut.
Heraus aus den Mauern
Dem Thurgau sei es bestens gelungen,
sich als die «grüne Seite des Konzils zu
präsentieren» und die Besucher aus den
«Mauern der Stadt Konstanz» herauszulocken, findet Gügel. Mit dem Wiederaufbau des ehemaligen Patriziergartens
im Zuschnitt eines klassischen mittelalterlichen Lustgartens unterstützt das
Napoleonmuseum gezielt diesen Trend.
Zwar habe der nasse Sommer Gartenbesuche nicht gerade gefördert, aber das
Echo sei erfreulich und wirke sich positiv
auf die Besucherzahlen aus. Ausserdem
sei das Interesse von in- und ausländischen Medien gross. Selber hat der
Museumsdirektor als Autor mit mehreren Beiträgen an «Rom am Bodensee»
mitgearbeitet und hält zahlreiche Referate zu Mittelalter, Thurgau und Konzil.
Start im Historischen Museum
Eine zentrale Rolle bei den Thurgauer
Veranstaltungen spielt das Historische
Museum. Im Schloss Frauenfeld wurden
im Frühjahr die Aktivitäten erstmals den
Medien vorgestellt. Bereits im Januar
hatte das Historische Museum Thurgau
in den Räumen des Staatsarchivs eine
internationale Tagung zu den Ereignissen
im 15. Jahrhundert organisiert.
Mitra im Mittelpunkt
Auch die Ausleihung der Thurgauer
Papst-Mitra an die Baden-Württembergische Landesausstellung in Konstanz hat
gemäss Gabriele Keck grosse Aufmerksamkeit erregt. «Die frisch restaurierte
Mitra ist das kostbarste Erinnerungsstück des Thurgaus an die Konzilszeit»,
betont die Museumsdirektorin. Sie sei
sehr froh, dass das prestigeträchtige
Geschenk von Papst Johannes XXIII für
die Gastfreundschaft im Kloster Kreuzlingen aus einer «etwas dunklen Ecke im
Schloss» nun ins rechte Licht gerückt
worden sei. Am «Mitra-Sonntag» am
1. Advent wird die Rückkehr gebührend
gefeiert.
Schlüsselepoche für den Thurgau
Einen Höhepunkt im Schloss bildet die
Sonderausstellung zu den Auswirkungen
des Konzils auf den Thurgau, die für
Herbst 2015 geplant ist. Beleuchtet wird
erstmals die turbulente Zeit des 15. Jahrhunderts, einer Schlüsselepoche für den
Thurgau. 1415 verlieren die Habsburger
ihre Vorherrschaft im Thurgau und im
Aargau. 1460 wird der Thurgau von den
Eidgenossen erobert. Den Umbruch
besiegelt der Einzug des Landvogts ins
Schloss Frauenfeld im Jahr 1534.
Archäologie: Unterstützung im
Hintergrund
Wichtige Geburtshilfe, allerdings eher im
Hintergrund, leistete das Amt für Archäologie beim rechtzeitigen Erscheinen des
Eröffnungsbuches der vierteiligen Reihe
über das spätmittelalterliche Leben im
Thurgau. Unterstützung gewährt man
gemäss Kantonsarchäologe Hansjörg
Brem auch bei den Veranstaltungen von
Thurgau Tourismus. Oder bei der Planung von Anlässen wie der Sonderausstellung «Bischofszell im Spätmittelalter», welche das lokale historische
Museum Ende April 2015 eröffnen
möchte. Zudem sorgt das Amt dafür,
Monumente aus der Konzilszeit, wie zum
Beispiel die Ruine Chastel bei Tägerwilen, zu erhalten und zu präsentieren.
AWA: Modernes Wirtschaftskonzil
Den Bogen zur Neuzeit spannt das Amt
für Wirtschaft und Arbeit (AWA) mit dem
internationalen «1. Wirtschaftskonzil
2015», das am 30. April 2015 zusammen
mit deutschen und Schweizer Partnern in
Konstanz stattfindet. Die Veranstaltung
wird namhafte Referenten sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft nach Konstanz ziehen. Im
Geist des Konzils und dem Willen zur
Problemlösung in Europa wird über die
wirtschaftliche Modellregion des Bodenseeraumes sowie Zukunftsfragen diskutiert. Weitere Wirtschaftskonzile sollen
2016 und 2017 folgen.
Florian Stöckli
Sehenswürdigkeit am Konzilsweg: Wallfahrtskappelle Klingenzell ob Mammern.
Die Konzilsprodukte von Agro Marketing Thurgau
beinhalten Spezialitäten aus regionaler Produktion.
Fotos Thurgau Tourismus
Schwerpunkt 5
Auf den geografischen und kulinarischen Spuren
des Konzils
Was ist bei einem Amtsausflug, einem Kongress oder
einer Tagung, abgesehen vom Programm, das Wichtigste –
und bleibt oft auch länger im Gedächtnis haften als das
Programm selber? – genau: Die Unterbringung und die
Verpflegung. Das war schon vor 600 Jahren so, als König
Sigismund das Konzil in Konstanz organisierte.
Er musste damit rechnen, dass die zu versorgende Einwohnerzahl der Stadt sich um einen Faktor 10 bis 12 vergrössern
würde. Gesandte des Papstes und den Chronisten Ulrich von
Richental liess er genau prüfen, ob die Stadt und ihr Umland,
vor allem das Gebiet des Kantons Thurgau, genügend Unterbringungsmöglichkeiten und Verpflegung aufbringen könnten,
um den damaligen Weltanlass durchzuführen. Und dieser dauerte, wie wir heute wissen, nicht nur ein paar Wochen, sondern
ein paar Jahre… Der heutige Thurgau war schon im 15. Jahrhundert bekannt für seine leistungsfähige Gastronomie.
Den Ritt von Richental nachempfinden kann man auf dem
Richental-Weg, dem ersten von fünf Konzilswegen durch den
Thurgau. Auf dieser Route kommt man an Schlössern, Gutsbetrieben und anderen Sehenswürdigkeiten mit Bezug zum
Konzil bzw. Mittelalter vorbei, und einige Gasthöfe offerieren
ein Konzil-Menü. Diese Menüs sind mit einer stilisierten Mitra
gekennzeichnet, dem Logo aller Konzilsaktivitäten im Thurgau, und sie greifen Nahrungsmittel und Gewürze auf, die in
der Zeit des Konzils schon hier bekannt waren. Zanderfilets
und Kürbissuppe… Das tönt schon mal gut, war aber damals
den oberen Schichten vorbehalten, der einfache Mann von der
Strasse ass Brei und dünne Suppe. Weitere Konzilswege zu verschiedenen Themen (zum Beispiel: Anreise des Papstes, Fluchtweg) sind geplant – auf die kommenden Routen kann man
gespannt sein. Denn nicht zuletzt des Konzils wegen sind so
viele Herrschaftssitze im Einzugsgebiet des Sees zu finden und
herrschte in der Gegend seit jener Zeit ein gewisser Wohlstand.
Vielleicht sind unter den Konzilswegen auch gute Möglichkeiten für Abteilungs- oder Amtsausflüge mit «mittelalterlichem
Flair»? Jasmine Forster von Thurgau Tourismus freut sich auf
Anfragen und vermittelt gerne die nötigen Kontakte.
Konzilsprodukte: Spezialitäten aus dem Mittelalter
Besonders gespannt darf man auf Menüs sein, die Produkte enthalten, die wir heute nicht mehr so gut kennen. Verjus ist eines
davon. Verjus ist der Zitronensaft von früher, aus unreifen
Äpfeln oder Trauben im Frühsommer schon abgepresst. Simone
May von Agro Marketing Thurgau lobt den sauer-süssen Saft:
«Seine Säure ist bedeutend feiner als die von Essig, und das Aromenspektrum ist weitaus reizvoller als das des Zitronensaftes.»
Das Wort kommt aus dem Französischen und ist die Herkunftsbezeichnung schlechthin: Jus des fruits verts – Saft unreifer
Früchte. Ursprüngliche Nahrungsmittel, die schon vor 500 und
mehr Jahren heimisch waren, wieder zu propagieren, ist europaweit im Trend. Verjus kann man auch in französischen Weinregionen wieder finden. Auch der mittelalterliche Elbling gehört
zu den sechs Konzilsprodukten – er wird nur noch in Ermatingen sortenrein gekeltert. Die Konzilsprodukte sind als Geschenke, Souvenirs oder Mitbringsel gedacht – zum Beispiel
auch als Geschenke für Gastreferenten oder bedeutende Gäste
aus andern Kantonen. Sie können im Schlaraffenland-Laden in
der Frauenfelder Altstadt oder im Schlossladen des Historischen
Museums einzeln bezogen werden, bei mehreren Bestellungen
auch beim Agro Marketing direkt. Dabei sind die Produkte einzeln oder in Kombination ansprechend verpackt im Angebot.
Anita Enz
Das historische Rezept: Ausgebackene Blüten
(Für 6 Personen) Für den Teig: 250g Mehl, 1 EL Öl (geschmacksneutral), 1 Eiweiss, 1 Prise Salz, lauwarmes Wasser,
½ Päckchen Backpulver. Akazienblüten oder Ringelblumen
oder Holunderblüten oder Salbeiblätter, Öl zum Ausbacken,
Puderzucker oder dünnflüssiger Honig.
In einer Schüssel Mehl, Salz, Backpulver und das Öl miteinander verrühren. Nach und nach unter Rühren so viel lauwarmes Wasser dazugeben, dass der Teig glatt ist und vom Löffel fliesst. Das Eiweiss leicht
schlagen (es soll nicht steif werden) und unter die Mischung geben.
2 Stunden stehen lassen. In einer Pfanne das Öl sehr heiss werden
lassen. Die Blüten in den Teig tauchen (sie sollten ganz davon umhüllt
sein) und im Öl ausbacken. Auf Küchenpapier entfetten, mit Puderzucker bestreuen oder mit Honig beträufeln und heiss servieren.
Kursraum Thur im Amt für Informatik in Weinfelden. Foto Damian Kalbermatter
Die Vorstandsmitglieder von Personalthurgau anlässlich einer Strategie-Sitzung.
Foto zVg
6 Personalinfos
Neue Einführung in die
IT-Systeme
Neue Strategie für
Personalthurgau
«Einführung in die Informatikumgebung und -applikationen Thurgau» heisst der neue Fixpunkt im Einführungsprogramm der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
kantonalen Verwaltung. Die Informatikumgebung soll
dabei gesamthaft betrachtet werden. Dieser Kurs ersetzt
den bisherigen Fabasoft-Grundkurs.
Was ist Personalthurgau eigentlich und was tut dieser Verband? Diese Frage stellen sich nicht nur Menschen, die
den Begriff Personalthurgau zum ersten Mal hören. Auch
für alle Beteiligten, die gemeinsam eine Organisation ausmachen, ist es notwendig, sich solche Fragen hin und wieder zu stellen. Personalthurgau tat dies anlässlich eines
Strategieprozesses, der in diesem Frühling erfolgreich
abgeschlossen werden konnte.
Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen wie «Der FabasoftKurs ist zu ausführlich», «Der Fabasoft-Kurs geht zu wenig in
die Tiefe» oder «Es fehlt eine Einführung in die IT-Systeme»
hat sich das Amt für Informatik in Zusammenarbeit mit dem
Personalamt Gedanken über eine Neuausrichtung des Fabasoft-Grundkurses gemacht. Neben dem Einführungstag für
neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an dem die Neueintretenden ihren Arbeitgeber mit allen Rechten und Pflichten kennenlernen, erschien eine breitere Einführung in die Informatikumgebung und -applikationen als optimale Lösung.
Neben der Einführung in Fabasoft werden die wichtigsten
Funktionen des Einstiegsportals, von GroupWise (Mail/Kalender) und der Perstools (Zeit- und Spesenerfassung) aufgezeigt.
Die Kurse werden jeweils in der zweiten Woche jeden Monats
angeboten. Die Anmeldung erfolgt automatisch bei der Bestellung des Anmelde-Accounts durch die vorgesetzte Person beim
Amt für Informatik.
Amt für Informatik / Personalamt
Personalthurgau wurde 1999 als Nachfolgeorganisation der
seit 1982 bestehenden Arbeitsgemeinschaft der Personalverbände des Kantons Thurgau (APTG) gegründet. 2011 wurde
ein Strategieprozess gestartet, in dessen Verlauf Tätigkeit und
Wirkung des Verbandes der letzten zwölf Jahre kritisch hinterfragt und die Weichen für die Zukunft gestellt wurden.
In einer ersten Phase wurden systematisch Dienstleistungen,
Wirkung, Selbstverständnis, Öffentlichkeitsarbeit, Rolle und
weitere Themen analysiert und die wichtigsten Eckwerte der
Strategie festgelegt. Es zeigte sich, dass der erste Schritt die
erfolgreiche Besetzung des Präsidiums sein musste. In einer
zweiten Phase wurden die Strategiegrundsätze gemeinsam mit
den Mitgliedsverbänden vertieft und Massnahmen zur Umsetzung festgelegt. Eine breit abgestützte, gute Vernetzung mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeberseite und der Politik
sowie ein stetiges Lobbying für die Interessen der angeschlossenen Arbeitnehmenden stehen im Zentrum der Strategie. Zudem
soll der Dachverband durch eine engere Zusammenarbeit der
Mitgliedsverbände gestärkt werden. Das Kerngeschäft von Personalthurgau ist Kommunikation. Das Herzstück der Strategie
ist daher das Kommunikationskonzept, in welchem diese Tätigkeit abgebildet, Ziele definiert und Massnahmen zur Umsetzung festgelegt wurden. Eine Verstärkung der Wirkung nach
aussen kann nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten wissen,
wie sie erfolgreich zusammenarbeiten und welche Ziele sie
anstreben wollen. Zumindest dieser zweite Teil wurde mit dem
Strategieprozess schon erreicht.
Mette Baumgartner, Geschäftsführerin Personalthurgau
Die Organisatoren Michael Krucker (Sportamt, links), Marc Flammer und Michael
Biefer (beide Personalamt) übergeben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von
«Bewegt zur Arbeit» als Belohnung ein Mini-Notfall-Kit. Stefan Guhl, Jugendanwaltschaft, freut sich darüber. Foto Florian Stöckli
Alexandra Gardi massiert jeden Mittwoch im Regierungsgebäude.
Foto Susanna Horber
Personalinfos 7
Fitness für alle
«Bewegt zur Arbeit» hiess es bei rund 53 Ämtern im Kanton Thurgau auch dieses Jahr. Von Anfang Mai bis Ende
August strampelten 188 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ihren Arbeitsweg mit dem Fahrrad ab oder gingen zu Fuss.
Die Aktion des betrieblichen Gesundheitsmanagements
(BGM) konnte dieses Jahr einen neuen Teilnehmerrekord
verzeichnen.
Gegenüber 2013 beteiligten sich 42 Personen mehr an der
Gesundheitsaktion. Auch Regierungsrat Kaspar Schläpfer war
aktiv dabei und fuhr täglich mit seinem Fahrrad zur Arbeit ins
Regierungsgebäude. Zusammen haben die Teilnehmenden des
Kantons Thurgau unglaubliche 58 168 Kilometer geschafft!
In anderen Zahlen ausgedrückt: 44 mal die Tour de Suisse,
16 mal die Tour de France oder 22 mal die Distanz nach
Moskau. Mit einem solchen Ergebnis hat niemand gerechnet.
Umso erfreuter dürfen alle Beteiligten auf ihre Leistung
zurückschauen.
Am 28. August begrüssten Michael Krucker, Marc Flammer
sowie Michael Biefer alle Teilnehmenden der gemeinsamen
Aktion am Haupteingang des Casinos Frauenfeld per Händedruck. Bis zur offiziellen Begrüssung genossen alle einen feinen
Apéro in der Eingangshalle. Regierungsrat Kaspar Schläpfer
lobte in seiner Ansprache die Teilnehmenden von «Bewegt zur
Arbeit» und betonte, wie wichtig die persönliche Fitness auch
für den Büroalltag sei. Beim gemütlichen Beisammensein wurden die persönlichen Erlebnisse auf den «bewegten» Arbeitswegen ausgetauscht.
Michael Biefer, Personalamt
Einmal pro Woche zur
Gesundheitsmassage
Das angestrengte Arbeiten am PC hat meinen Nacken und
die Schultern verspannt – trotz den gut gemeinten «Tipps
für einen gesunden Rücken», die an meinem Bildschirmrand kleben. Glücklicherweise ist heute Mittwoch. An
diesem Tag gibt es im Regierungsgebäude von 11.30 bis
17.00 Uhr das Massage-Angebot.
Einmal pro Woche stellt die ausgebildete Gesundheitsmasseurin Alexandra Gardi im Duschraum des Regierungsgebäudes
ihre Massageliege auf. «Ich freue mich jedes Mal, hierher zu
kommen», sagt die junge, sympathische Frau. Auch ich freue
mich auf die halbe Stunde Entspannung. Die geübten Hände
von Alexandra Gardi spüren meine Verspannungen in Schultern, Nacken und entlang der Wirbelsäule auf und kneten die
Muskeln…, bis sich mein Rücken wieder weich und elastisch
anfühlt. So kann ich die zweite Hälfte meines Arbeitstages
ganz entspannt angehen.
Initiiert hat das Massageangebot vor einem halben Jahr das
betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), nachdem sich
Alexandra Gardi mit ihrer Idee beim Personalamt gemeldet
hatte. Ein geeigneter Raum mit Lavabo und Umkleidemöglichkeit wurde im UG des Regierungsgebäudes gefunden. Es folgte
eine Mitarbeiterumfrage durch die Gesundheitskoordinatoren
der Ämter. Das Interesse war da und so konnte das Massageangebot im April auf den Probelauf geschickt werden. «Die
vielen positiven Rückmeldungen und eine wachsende Stammkundschaft bewirkten die Weiterführung», berichtet Marc
Flammer, Leiter des BGM im Personalamt. Die Gesundheitsmassage hat sich im Regierungsgebäude etabliert und Alexandra Gardi kann sich vorstellen, diese auch in weiteren Ämtern
anzubieten. Was es dazu braucht, erfahren Interessierte beim
BGM im Personalamt.
Susanna Horber
Massage für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Regierungsgebäude:
Jeden Mittwoch ab 11.30 Uhr bis 17.00 Uhr, im Duschraum (UG, Ostflügel). 30 Min. Rücken-Nacken-Massage kosten 35 Franken. Buchen
kann man über Doodle. Den Link dazu und weitere Infos bei Alexandra
Gardi über E-Mail: alexa211@gmx.ch
Regierungsrätin Carmen Haag auf dem Weg zur Medienkonferenz
in der Kartause Ittingen. Foto Walter Hofstetter
Die neue Chefin des Departements für Bau und Umwelt, Carmen Haag, besuchte
kurz nach ihrem Amtsantritt die Forstreviere Hüttwilen und Eschenz-Mammern.
Revierförster Meinrad Hugentobler erklärt dabei der Regierungsrätin sowie Vertretern
der beiden Forstreviere die Besonderheiten des Waldrandes. Foto Claudia Meile
8 Information
«Ich fühle mich wohl als Chefin DBU»
Seit dem Amtsantritt von Carmen Haag
gibt es im Thurgau erstmals zwei Regierungsrätinnen. Am 1. Juni 2014 hat sie
die Leitung des Departements für Bau
und Umwelt übernommen und kann
nun bereits einen ersten Blick zurück auf
ihre neue Tätigkeit werfen. Die Fragen
dazu hat ihr Walter Hofstetter gestellt.
Was ist Ihr Eindruck von der kantonalen
Verwaltung nach den ersten Monaten?
Ich erlebe ein initiatives, kompetentes
und hart arbeitendes Team.
Wo sehen Sie die grössten Unterschiede
zu Ihrer vorherigen Tätigkeit in der Privatwirtschaft und mit dem eigenen
Unternehmen? Sie sind nicht so gross,
wie von aussen oft stipuliert. Die Entscheidungswege sind länger, die Aufträge sind oft von Bund oder Parlament
vorgegeben und vieles wird in der
Öffentlichkeit abgehandelt.
Wie fühlen Sie sich als erste Chefin des
DBU? Ich fühle mich wohl und habe
grosse Freude an den Themen. Ich erachte es als Privileg, dass ich soviel Neues
lernen darf.
Bau gilt immer noch gewissermassen als
Männerdomäne, spüren Sie das? Ja, aber
nicht negativ. Ich arbeite gerne mit Männern zusammen.
merke ich in der Nacht manchmal, dass
ich noch nicht alles auf die Seite legen
konnte. Dann gibt es gelegentlich Nachtsitzungen (lacht).
Wie gehen Sie mit einer vollen, manchmal übervollen Agenda um? Das stört
mich nicht, das hatte ich vorher auch.
Schwierig würde es erst, wenn Dinge liegen blieben und ich mich nicht mehr auf
die Termine vorbereiten könnte. Aber
soweit ist es noch nicht gekommen.
Wie empfinden Sie die Arbeit im Regierungsgremium? Als sehr angenehm.
Man diskutiert intensiv und kann auch
unterschiedlicher Meinung sein, aber es
ist kollegial und man unterstützt sich
gegenseitig. Ich schätze das sehr.
Wie wichtig ist es für Sie, dass nun zwei
Frauen im Regierungsrat vertreten sind?
Für mich ist das nicht so wichtig, aber
ich tausche mich gerne mit Monika aus.
Worüber können Sie sich bei Ihrer Arbeit
aufregen? Wenn jemand nicht ehrlich ist
oder wenn man nur an die eigenen Interessen denkt. Und wenn ich von der Presse falsch zitiert werde.
Gab es schon Momente, wo Sie sagten:
Halt, so geht das nicht! Nein, das war
bis jetzt nicht notwendig.
Worüber haben Sie sich in Ihrer bisherigen Tätigkeit als Regierungsrätin am
meisten gefreut? Über spontane positive
Rückmeldungen aus der Bevölkerung
oder aus meinem Team. Und natürlich
über die Dächlikappe des Tiefbauamtes
mit der Aufschrift «CDBU».
Träumen Sie von Ihrer Tätigkeit als
Regierungsrätin? Ja, nach einem
anstrengenden Tag mit vielen Sitzungen
Wie halten Sie die Work-Life-Balance?
Ich gehe ins Yoga, versuche am Wochenende nicht zu arbeiten und schaue nicht
immer auf den Blackberry. Und ich
nehme mir regelmässig Auszeiten.
Wo trifft man Sie in Ihrer Freizeit und
wo sicher nicht? Am ehesten in der
Natur beim Spazieren oder Wandern.
Am wenigsten vor dem Fernseher.
Welche Musik hören Sie beim Autofahren, welche zu Hause auf dem Sofa?
Ich höre in letzter Zeit eher etwas weniger Musik, weil ich manchmal die Stille
geniesse. Aber im Auto am liebsten U2
in voller Lautstärke und zu Hause eher
klassische Musik.
Haben Sie noch Zeit für eine Bettlektüre?
Ja, die benutze ich manchmal zum
Abstellen. Aber meistens fallen mir bald
die Augen zu.
Stehen Sie ab und zu in der Küche? Falls
ja, was kochen Sie am liebsten? Sehr
gerne sogar. Die thailändische Küche
mag ich sehr, sie hat so intensive Gerüche und Geschmäcker. Aber auch die
italienische Küche gefällt mir gut.
Welcher Film, den Sie kürzlich gesehen
haben, hat Sie am meisten berührt?
Ich war schon länger nicht mehr im
Kino, aber beim Buch «Ein ganzes
halbes Jahr» von Jojo Moyes musste ich
ziemlich weinen.
Was werden Sie in Ihren ersten Ferien als
Regierungsrätin machen? Wandern,
lesen und mich in einem Wellnesshotel
verwöhnen lassen.
In Workshops setzten sich die Kadermitglieder mit verschiedenen Themen auseinander. Foto Esther Schindler
Information 9
Einigung auf eine gemeinsame Musik
Wie wirken die Regierung und das oberste Kader zusammen? Wie werden die verschiedenen Rollen ausgefüllt und
welche Perspektiven ergeben sich? Antworten auf diese
Fragen wurden am Kaderseminar am 4. September 2014
in Horn gesucht. Der allgemeine Tenor lautete: Alle müssen motiviert sein, damit das Orchester gute Musik macht.
Den Vergleich mit einem Orchester zog einleitend zum Seminar der Publizist und Philosoph Ludwig Hasler. «Man muss
immer wieder an die gemeinsame Musik denken», empfahl
Hasler. Übertragen auf das Kader der kantonalen Verwaltung
heisse das, gemeinsam am Kanton Thurgau zu bauen. Das
Zusammenwirken von Regierungsrat und Kader beschrieb
Hasler in vier Stichworten. Mit dem Geist als eigentliche
Musik des Orchesters. Ihn müsse man täglich stiften und alle
auf einen gemeinsamen Geist einstimmen. Die Akteure als
Zweites müssten sich im Klaren sein, wer auftritt, wer mitspielt und wer hinter der Bühne tätig ist. Drittens: Die Rollen
von Regierung und Verwaltung würden sich gegenseitig bedingen. «Ohne den anderen geht es nicht», stellte Hasler klar. Und
als Viertes gehe es um das Ensemble, bei dem es wichtig sei,
dass ein Austausch stattfinde, damit alle besser spielen.
Gefahr der Departementalisierung
Iwan Rickenbacher, der Moderator des Anlasses, nahm im
Anschluss daran das Bild des Orchesters auf, als er auf die
Ergebnisse einer Umfrage unter dem Kader einging. Die
Umfrage suchte Antworten auf Fragen zur Kommunikation,
zu den Prozessen und zur Unternehmenskultur. Er attestierte
dem «Orchester kantonale Verwaltung», dass es auf gutem
Weg sei, dass die Rollen der Dirigenten (Regierungsmitglieder)
und Stimmführer (Amtsleitungen) klar und sie damit weitgehend zufrieden seien. Bezüglich der Identifikation habe die
Umfrage gezeigt, dass sich die Amtsleitungen sehr stark mit
ihrer Arbeit, mit ihrem Departement und mit dem Thurgau
identifizierten. Weit weniger ausgeprägt sei hingegen die Identifikation mit der kantonalen Verwaltung. Für Rickenbacher
besteht gar eine Gefahr der Departementalisierung sowohl im
Denken als auch im Handeln, was zu unerwünschten verschie-
denen Realitäten innerhalb der Verwaltung führen könne.
Zusammengehalten werde das Ensemble durch ein ausgeprägtes gegenseitiges Vertrauen und durch den gemeinsamen Einsatz für den Lebensraum Thurgau. Unter dem Stichwort
«Souffleur übernimmt die Regie» wies er auf die Gefahr hin,
dass vermehrt Zuschauer versuchten, im Stück mitzuspielen.
Er warnte davor, dass wichtige Entscheide nicht ausserhalb der
Verwaltung, beispielsweise durch «runde Tische» oder Interessengemeinschaften gefällt werden.
Think Tank in der Verwaltung bilden
In Workshops setzte sich das Kader mit Themen wie «Erwartungen an die Rollen von Departmentschefinnen und -chefs
und Generalsekretären», «gemeinsame Visionen», «gemeinsame Willensbildung» sowie «Leistungsüberprüfung» auseinander. Als Stärke der kantonalen Verwaltung wertet das Kader
die bereits gute Vernetzung über die Departemente hinaus.
Diese ermögliche kurze Wege und rasche Entscheide. Intensiv
wurde zum Rollenverständnis von Departementschefin oder
-chef, Generalsekretären und Amtsleitungen diskutiert. Dabei
war man sich einig, dass die Politik Sache der Departementschefinnen und -chefs ist, dass vorwiegend sie wahrnehmen,
was ausserhalb der Verwaltung läuft und dass sie diese Wahrnehmungen nach innen einbringen. Die Generalsekretäre
sehen sich als Koordinatoren und Vernetzer, als solche, die
zwar politisch denken, aber nicht politisch wirken. Die Amtsleiterinnen und -leiter ihrerseits sind diejenigen, die handeln
und umsetzen, die aber auch gestalten und ermöglichen sollen,
statt nur zu verwalten.
In seinem Schlusswort hielt Ludwig Hasler fest, dass ihm die
typisch thurgauische Art, pragmatische Lösungen zu suchen,
gefalle. Er sprach von der Pflicht, über den Zaun hinauszudenken und regte an, einen Think Tank in der Verwaltung zu bilden, um das grosse vorhandene Wissen zu bündeln. Das mache
stark und zeige, dass in der Verwaltung viel Denkarbeit geleistet werde.
Walter Hofstetter
Eine erste Hundeführergruppe entstand Anfang der 1930er Jahre.
Der Erkennungsdienst rückte jeweils mit dem Dodge des Regierungsrates zu den
Unfällen aus. Fotos zVg Archiv Kantonspolizei
10 Information
Harte Jahre für die Landjäger
Wenig Personal, kaum Freizeit und
mangelnde Ausbildung: Die thurgauischen Ordnungskräfte hatten
anfänglich einen schweren Stand,
wie die packend geschriebene
«Geschichte der Kantonspolizei
Thurgau» zeigt. Die Leuetatze wirft
einen Blick auf die Arbeitsverhältnisse in den Anfangsjahren bis vor
den Zweiten Weltkrieg. Autor Ernst
Abegg bietet weit mehr. Anhand des
Wirkens der Kantonspolizei Thurgau vermittelt er auch einen Einblick in die sozialen und politischen
Verhältnisse in den jeweiligen Epochen.
handelte es sich um «nüchterne, thätige
und entschlossene Männer, die lesen und
schreiben können und einen unbescholtenen Ruf» hatten. Eine einheitliche Uniform trugen die Polizey-Wächter nicht,
Bewaffnung und Munition hatten sie selber beizubringen, weil der Staat dafür
kein Geld hatte. Die eigentliche Geburtsstunde der Kantonspolizei Thurgau
schlug aber erst am 26. Februar 1807. In
einer Verfügung ordnete die Regierung
an, dass die 15 Polizey-Wächter nicht
mehr von den Bezirken, sondern vom
Kanton angestellt und aus der «CantonsCassa» besoldet, uniformiert und ausgerüstet werden sollten.
Während langer Zeit war das Thurgauer
Polizeiwesen so unübersichtlich wie das
gesamte Rechtssystem. Nachdem der
Thurgau 1798 als freier Kanton anerkannt und in den Bund aufgenommen
worden war, meldete der damalige
Regierungsstatthalter Johann Jakob
Gonzenbach der Zentralregierung in
Aarau, auf dem gesamten thurgauischen
Kantonsgebiet gebe es keinerlei Polizisten. Die existierenden Ordnungshüter
entsprachen schlicht nicht dem Bild der
Polizei in einem damals als modern geltenden Staatsapparat.
Der Bestand der Thurgauer Landjäger
lag über Jahrzehnte konstant bei 32 und
wurde damit so knapp wie möglich
gehalten. Die Landjäger waren nicht nur
mässig bezahlt, sondern mussten auch
hart arbeiten. Freizeit war rar. Ausser
sonntags zum Gebet wurde durchgehend
Dienst geleistet und zwar bis ins hohe
Alter, da es kein Ruhestandgehalt gab.
Äusserst bescheidene Renten oder Abfindungen erhielt nur, wer im Dienst
«untauglich» wurde. Lange im Argen lag
die Ausbildung, von Weiterbildung
konnte nicht die Rede sein. So gab es beispielsweise bis in den Ersten Weltkrieg
hinein keine Schiessübungen.
Die erste Polizeiverordnung, die gemeinhin als Gründungsdokument des heutigen Polizeikorps gilt, erliess die Kantonsregierung 1803. «Zur Abtreibung
des schlechten und verdächtigen Gesindels» wurden 15 Polizey-Wächter auf
die Distrikte des Kantons verteilt. Dabei
Ein paar Tage Ferien
Erste Ruhetage bewilligte die Kantonsregierung ihren Landjägern erst rund 100
Jahre nach der Gründung des Korps –
einen pro Monat und Mann. Nachdem
es Ferien zunächst nur auf ärztliche Verschreibung gegeben hatte, erhielten die
Landjäger ab 1922 endlich offizielle
Ferientage: 8 Tage vom dritten bis siebten Dienstjahr, 14 Tage vom achten
Dienstjahr an. Die Zahl der jährlichen
Ruhetage wurde auf 24 verdoppelt.
In den Jahren zwischen dem Ersten und
dem Zweiten Weltkrieg wurden dann die
Grundlagen für weitreichende Reformen
gelegt. Das gesamte Korps wurde mit
Blick auf fremden- und verkehrspolizeiliche Vorschriften geschult und zum regelmässigen Schusswaffentraining aufgeboten. Ausserdem gab es Schulungen im
Erkennungsdienst, in Spurensicherung
sowie im Sammeln und Verpacken von
Tatortspuren. In diesen Jahren erhielt das
Thurgauer Polizeikorps auch das erste
eigene Auto: einen Chevrolet. Die Vorliebe für amerikanische Autos sollte sich
noch lange halten, auch wenn diese meist
als Occasionen gekauft und fast bis zum
Auseinanderbrechen benützt wurden.
Umso rascher schritt dafür die weitere
Professionalisierung der Kantonspolizei
nach dem Zweiten Weltkrieg voran. In
welchem Kontext diese stattfand, welche
Umstände die Entwicklung prägten und
welches die spektakulärsten Kriminalfälle waren, zeigt Ernst E. Abegg in der
«Geschichte der Kantonspolizei Thurgau. 550 Jahre thurgauische Ordnungskräfte», erschienen beim Verlag Huber
Frauenfeld.
Karin Enzler
Auf einem kleinen Abendspaziergang erkundete «Leuetatze unterwegs»
den neuen Murgauenpark in Frauenfeld. Fotos Susanna Horber
Der Rebberg von Kalchrain liegt an einem Südhang des Seerückens oberhalb des
Seebachtals. Foto zVg
LT unterwegs 11
Rückblick
Murgaue zum Verweilen
Der Murgauenpark ragt wie ein Finger ins städtische Gebiet
von Frauenfeld. «Die Stadt bemühte sich sofort um das ‚Buebewäldli‘, als sich das Militär daraus zurückzog. Damit können wir einen Erholungsraum anbieten, der sehr speziell und
naturnah werden wird», sagt Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter
Jugend, Sport und Freizeit der Stadt Frauenfeld, der dieses Projekt mit sehr viel Einsatz leitet. «Ein spannendes Projekt, bei
dem vieles immer wieder neu überdacht werden muss, weil
Hochwasser oder der Biber unsere Pläne durchkreuzen, weil
viele Stellen im Kanton und in der Stadt und viele private Auftragnehmer daran beteiligt sind und weil das Publikumsinteresse gross ist.» Und: «Wir legen mehr Wert auf das Wort
‚Murgaue‘ als auf die Endung Park. Ja, es gibt einen Park, es ist
eine von Menschen wieder erschaffene Landschaft. Aber wichtig ist, dass wir darin die Aue erleben.»
Während des Rundgangs mit «LT unterwegs» zeichnet sich
Freude am Gesehenen in den Gesichtern der rund zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab. «Das Projekt macht viel
Freude, und die Akzeptanz, so wie ich es mir wünsche, wird
kommen. Bereits jetzt sind Menschen bei schönem Wetter auf
den Kiesbänken am Wasser», sagt Hugentobler. Ein geschenkter Brotbackofen, den ein Verein betreibt, ist hinter einer
Metalltür im Pavillon versteckt. Im Pavillon gibt es auch einen
Raum, wo ca. 50 Personen zum Essen Platz finden können –
und bereits sind Reservationen für Anlässe mit und ohne Ofennutzung eingegangen. Unsere Pizza am Schluss des Rundgangs
war auch gut, obwohl sie nicht aus diesem Ofen stammte!
Die Weine der
Staatsdomäne Kalchrain
Seit 450 Jahren hat in Kalchrain der Weinbau Tradition.
Aus den Trauben des Rebbergs an bester Südlage des
Seerückens oberhalb des reizvollen Seebachtals werden
heute natürliche, sortentypische, jahrgangs- und terroirbetonte Weine gekeltert. Am 11. November führt «Leuetatze
unterwegs» in den Weinkeller der Staatsdomäne Kalchrain.
Urkundlich erwähnt wird der Rebberg des Zisterzienserinnenklosters Mariazell zu Kalchrain erstmals 1563. Damals liess
die Äbtissin Katharina Schmid nach den Wirren der Reformation im Zuge des Wiederaufbaus des Klosters auf der «langen
Egg» Reben einschlagen. Reben und Wein sind seit jeher mit
den Klöstern verbunden. In ihren Rebbergen produzierten sie
Messwein für die Liturgie wie auch Wein für den Alltagsgebrauch. Nach den aktuellen Erkenntnissen dürfte der Rebhang
von Kalchrain lange Zeit eine Fläche von zwei Jucherten eingenommen haben, was ca. 75 Aren entspricht. Im 20. Jahrhundert wurde der Rebberg erweitert und umfasst heute 3 Hektaren. Die meisten Rebstöcke sind zwischen 20 und 37 Jahren
alt. Die jahrhundertealte Tradition des Weinbaus wird im heutigen Massnahmenzentrum weitergeführt.
Für die interessierten Leserinnen und Leser der Leuetatze öffnet Beat Thommen, Leiter Weinbau, am 11. November 2014
den Weinkeller von Kalchrain und stellt den Rebbau und die
Weine der Staatsdomäne des Kantons Thurgau vor. Bei einem
kleinen Imbiss können die verschiedenen Weine degustiert
werden.
Hugentobler ist überzeugt: «Wir bauen etwas Schönes. Und
wir tragen ihm Sorge. Die negativen Stimmen höre ich wohl,
und ich kann nicht verhindern, dass mal eine Flasche herumliegen wird. Aber deshalb dieses Projekt nicht zu verwirklichen,
würde die vielen andern strafen, die sich über das Resultat
freuen werden!»
Datum Dienstag, 11. November 2014
Zeit 17.45 Uhr bis ca. 19.00 Uhr
Ort Weinkeller Kalchrain, Massnahmenzentrum Kalchrain, Herdern
Teilnahme Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Pensionierte der
kantonalen Verwaltung
Anmeldung Bis Donnerstag, 6. November 2014, an Informationsdienst,
Sybille Baumgartner, T 058 345 53 20 oder sybille.baumgartner@tg.ch
Anita Enz
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Susanna Horber
Die Juristin Rahel Schütz liebt Tiere und setzt sich gerne für sie ein. Foto Susanna Horber
12 Pingpong
13 Fragen an Rahel Schütz
Zur Person
Name: Rahel Schütz
Alter: 29 Jahre
Amt: Departement für Justiz und
Sicherheit
Funktion: Juristin im Rechtsdienst
Beim Kanton seit: August 2010
Beschreibe dich selbst in einem Satz. Ich
werde oft als fröhliche, hilfsbereite und
unternehmungslustige Person mit einem
grossen Herz für Mitmenschen und
Tiere bezeichnet.
Was schätzt du am meisten an deiner
Arbeit? Die abwechslungsreiche Tätigkeit, insbesondere das Erteilen von
Rechtsauskünften betreffend Gastgewerbe, Bearbeiten von Gesuchen bezüglich Opferhilfe, Ausarbeiten von Entscheiden im Bereich Migration, Einbürgerung, Strafvollzug etc., das Verfassen
von Protokollen oder Mitwirken an
Gesetzes-Botschaften. Ferner schätze ich
das gut eingespielte, kollegiale Team und
den Kontakt zu den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern der anderen Ämter.
Viel Freude bereitet mir auch das Organisieren von Teamausflügen.
Welchen Beruf würdest du auch gerne
ausüben? Ich habe mich mit dem Beruf
der Tierärztin und der Juristin auseinandergesetzt, da es mich seit meiner
Kindheit fasziniert, Menschen und
Tieren zu helfen.
Woran erkennt man dich sofort? An
meinem Lachen und meinem Drang
nach Süssem.
Was kann dich richtig wütend machen?
Egoistische und arrogante Personen.
Lügen, Ungerechtigkeiten und Tierquälereien machen mich traurig.
Wo und wie kannst du am besten
abschalten und auftanken? Bei gemeinsamen Erlebnissen mit meiner Familie
und meinen Freunden: einem lustigen
Nachmittag am See, einem gemütlichen
Kinoabend, einer unterhaltsamen Grillparty oder einem Fondueplausch, beim
Tanzen oder Snowboarden. Erholung
pur ist für mich auch das Relaxen auf
dem Liegestuhl im Garten, mit einem
spannenden Krimi von John Grisham in
der Hand und meinem Golden Retriever
neben mir.
Womit kann man dir eine Freude
machen? Mit einem Lächeln oder einer
netten Geste.
Was kochst du für deine Freunde? Selbstgemachtes Cordon Bleu mit viel Käse,
dazu Gemüse und Kartoffelschnitze. Als
Mitbringsel sind meine Schokolade-Würfel mit Kokosraspeln immer gern gesehen.
Was ist dein Traumreiseziel und wo hast
du schon mehr als einmal deine Ferien
verbracht? Unvergesslich bleiben mir
unsere Flitterwochen auf Hawaii, wo
wir das urbane Strand- und Stadtleben
von Oahu genossen haben. Die Blumeninsel Kauai erkundeten wir mit Kajakfahrten oder im Sunset-Dinner-Cruise,
und auf Maui sind wir mit Schildkröten
um die Wette geschwommen. Den
«Aloha-Spirit» und die eindrückliche
Tier- und Pflanzenwelt kann ich jedem
wärmstens empfehlen. Immer wieder
gerne besuchen wir meinen Schwager,
meine Schwägerin und unseren Göttibueb in Wien. Auch aufgrund meiner
österreichischen Wurzeln – meine Oma
stammt aus Gmunden bei Salzburg –
fühle ich mich dort sehr wohl.
Welcher Film hat dich am meisten
berührt? La vita è bella von Roberto
Benigni.
Bevorzugst du Theater- oder Konzertbesuche? Konzertbesuche. Die Openairs
St. Gallen und Frauenfeld waren stets
ein Highlight des Sommers. Auch das
«Moon and Stars» in Locarno zieht
mich immer wieder an. Lenny Kravitz,
Bryan Adams, Coldplay und Pink verzauberten uns Zuhörer auf der schön
beleuchteten Piazza Grande.
In welchem Verein bist du aktiv und
weshalb? Ich bin Vorstandsmitglied im
Verein der Ehemaligen der Kantonsschule Romanshorn. Ich erinnere mich gerne
an diese schöne und lehrreiche Zeit
zurück, wo ich Freundschaften fürs
Leben schliessen durfte.
Was gefällt dir am Kanton Thurgau?
Der Kanton Thurgau bietet mit seinen
schönen Landschaften, dem Bodensee
und der Nähe zu den Bergen viele Möglichkeiten, um die Natur zu geniessen. Er
verfügt über viele interessante Orte mit
allen Annehmlichkeiten.
Interview: Dorian Müller
Im nächsten Pingpong: Mirco Edelmann,
Sozialarbeiter, Jugendanwaltschaft
Die Wirtschaftsförderung begrüsste am Wifö Terrassen-Treff bei bestem Wetter rund
40 Gäste zu einem ungezwungenen Netzwerk- und Kontaktaustausch. Ehrengast war
der langjährige und inzwischen pensionierte TZ-Sportredaktor Ruedi Stettler (rechts).
Foto Ingrid Wolf
Der jährliche Ausflug mit einer Arbeitssitzung führte die Mitglieder der LeuetatzeProduktionsgruppe nach Uerschhausen. Der vorgesehene Schwumm im nahen
Nussbaumersee fiel an diesem kühlen Sommernachmittag aber buchstäblich ins
Wasser. V.l.n.r.: Walter Hofstetter, Karin Enzler, Peter Guarisco, Anita Enz,
Susanna Horber, Florian Stöckli, Martin Bächer. Foto zVg
People 13
Nach über 37 Jahren Staatsdienst hat Kurt Schwander (links) als Teilzeitpensionär
den Rechtsdienst des Departements für Erziehung und Kultur Ende Juli 2014 verlassen. Marcel Volkart überreichte zum Abschied einen Gutschein für einen Aufenthalt
im Grandhotel Giessbach über dem Brienzersee. Foto Susanna Horber
Das Bildungszentrum für Wirtschaft Weinfelden (BZWW) durfte das EFQM-Zertifikat
«Recognised für excellence» entgegen nehmen. Rektorin Esther Ott-Debrunner und
ihr BZWW-Team erreichten damit als eine der wenigen Institutionen in der Schweiz
vier Sterne in der zweiten Stufe dieses Qualitätsmanagement-System-Labels. V.l.n.r.:
Franz Odermatt, EFQM-Assessor, Remo Keller, Qualitätsleiter, Esther Ott-Debrunner
und die Prorektoren Hannes Jeggli und Roger Peter. Foto Susanna Horber
Der Ausflug der Staatskanzlei führte in die Museums-Spinnerei Neuthal in Bäretswil
(ZH). Das Museum zeigt in der gut erhaltenen ehemaligen Spinnerei aus der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts die Herstellung von Baumwollgarn auf historischen
Spinnmaschinen. Auf dem Rundgang konnten die verschiedenen historischen Maschinenmodelle in Betrieb bestaunt werden. Foto Susanna Horber
Der Thurgauer Regierungsrat empfing im August den Regierungsrat des Kantons
Obwalden. Mario Gaccioli fotografierte die Gesellschaft vor dem Schloss Hagenwil.
Das Besuchsprogramm führte zuerst ins Saurer-Museum Arbon und nach Gottlieben,
am zweiten Tag ins Napoleonmuseum, dann ins Paketpostzentrum und in die
Kartause Ittingen. Foto Susanna Horber
Blick in die Dreherei von Saurer in Arbon, um 1910.
Fotos Archiv Historisches Museum Schloss Arbon
Arbeitsschluss in Werk I bei Saurer in Arbon, 1910.
14 Kultur
Industriekanton Thurgau – eine Geschichte für sich
Wir werben mit dem Apfel, und Mostindien ist schweizweit
ein Begriff. Doch nur wenige wissen: Der Thurgau gehört
zu den ersten industrialisierten Gebieten Europas und
jeder Zweite verdiente vor hundert Jahren sein Geld in der
Industrie. Diese Geschichte eröffnet eine andere Perspektive auf den Kanton.
Wir beginnen unsere Reise im 17. Jahrhundert. Im thurgauischen Hauptwil wird Leinwand verarbeitet, es gibt hier aber
keine Zunft, die alles kontrolliert – im Unterschied zu St. Gallen. Die dort ansässigen Gebrüder Gonzenbach wollen sich
dem Zwang der Zunftregeln entledigen und siedeln um. In
Hauptwil treffen sie auf die Triebkräfte der frühen Industrialisierung: Wasser und Arbeiter. Die Bauern in der Umgebung
von Hauptwil spinnen und weben als Heimarbeiter jetzt auch
für die Gonzenbachs.
Von Mostindien zum Industriekanton
Natürlich sind es die idyllische Landschaft, die Obstbäume,
die Weinreben und die Wasserläufe, die den Thurgau attraktiv
machen. Schon die Menschen im Mittelalter wurden davon
angezogen, wie wir aus Schriften des Konstanzer Konzils
(1414–1418) wissen. Die Geographie und die einfach nutzbare
Wasserkraft der Flüsse waren später für die Industrie ein
Standortvorteil. Deshalb wurde der Thurgau gezielt bestückt
mit Fabrikbauten, die heute als wahrhafte Topographie der
Industriegeschichte die Landschaft prägen.
Setzen wir unsere Reise fort – ins 18. Jahrhundert. In Islikon
steht der Greuterhof, eine Textildruckerei. Wohlhabende
Schichten reissen sich um farbig bedruckte Baumwollstoffe,
mit denen sie sich an Höfen und später in den Salons reich präsentieren. Die Ostschweiz stellt auch um: Nicht mehr Leinwand, sondern Baumwolle ist nun der Renner. Der Thurgauer
Bernhard Greuter hat die Nase dafür. Nachdem er in Glarus
das Handwerk des Textildruckers gelernt hatte, gründete er in
Islikon eine Färberei und Stoffdruckerei. Um 1800 kann der
Macher vom Greuterhof nach Frauenfeld und ins Elsass
expandieren, 1826 beschäftigt Greuters Firma bereits 2600
Arbeiter.
Vielfältige Geschichte des Arbeitens
Solche Erfolgsgeschichten haben wir zahlreiche im Kanton.
Schon 1910 verdient jeder zweite Erwerbstätige im Thurgau
seinen Lebensunterhalt in einer Fabrik. Dies bleibt so bis in die
1970er-Jahre. Diese Geschichte hat aber auch Schattenseiten,
weil das Fabrikleben den Alltag der Menschen nachhaltig veränderte: Im 19. Jahrhundert waren 14-stündige Arbeitstage
und Kinderarbeit an der Tagesordnung. Erst allmählich haben
harte Arbeitskämpfe und die Erfahrungen aus zwei Weltkriegen zu kürzeren Arbeitszeiten und den heutigen Sozialleistungen geführt. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) hat den
Thurgauer Historiker Stefan Keller beauftragt, die vielfältige
Geschichte des Arbeitens im Kanton Thurgau wissenschaftlich
zu erforschen.
In den nächsten Jahren wird das Historische Museum Thurgau
seinerseits der Geschichte des industriellen Arbeitens besondere Aufmerksamkeit widmen. Geplant ist 2018 eine Sonderausstellung zum Thema, für die wir auch Geschichten und Objekte aus der Bevölkerung aufbereiten. Ein spezielles Projekt mit
dem Titel «meineindustriegeschichte.ch» knüpft Kontakt mit
der älteren Generation von Thurgauerinnen und Thurgauern,
die unsere Sicht auf die Industriegeschichte bereichern und
ergänzen.
Haben Sie lebensnahe Geschichten oder ein spannendes
Objekt aus dem Industriezeitalter für uns? Möchten Sie unsere
Zeitzeugen sein? Bitte melden Sie sich unter T 058 345 73 80
oder historisches.museum@tg.ch.
Regula Wyss, Historisches Museum Thurgau
Erster Advent im Schloss
Die Frauenfelder Mitra, das Prunkstück des Historischen Museums, ist
wieder daheim. Wir feiern diesen Event mit Jung und Alt. Glühwein,
Kurzführungen, Musik aus der Zeit um 1400 mit «La Morra» sowie
mittelalterliche Leckerbissen sorgen für die passende Atmosphäre.
Sonntag, 30. November 2014, 11–17 Uhr, Schloss Frauenfeld
Saisongerecht – am «Öpfelmart» im Naturmuseum Thurgau können
viele Apfelsorten probiert werden. Foto Jürgen Fälchle/fotolia
Die pfynzeitlichen Moorsiedlung wurde 1962–1963 von einem Grabungsteam der
Universität Groningen (NL) freigelegt. Foto zVg
Kultur 15
Saisongerecht:
«Öpfelmart»
Am Samstag, 18. Oktober, findet im Garten des Naturmuseums und des Museums für Archäologie ein «Öpfelmart»
statt. Verschiedene Institutionen und Produzenten präsentieren Genüssliches rund um den Thurgauer Apfel.
Am «Öpfelmart» dreht sich alles um den König der Früchte.
Der Anlass ist Teil des Rahmenprogramms der aktuellen Ausstellung «Der Apfel» im Naturmuseum, die weit über die
Region hinaus auf grosses Besucherecho stösst.
Staunen, probieren und geniessen
Von 10 bis 14 Uhr bieten an diesem Samstag sechs Institutionen und Produzenten aus der Region Genüssliches, Spannendes und Unbekanntes zum Apfel an. Es besteht die Möglichkeit, seltene Apfelsorten kennenzulernen und zu probieren.
Vom Apfelessig über Öpfelringli bis zur Süssmostcrème aus
einer alten Sorte oder verschiedenen Süssmostvariationen können Apfelprodukte probiert und gekauft werden. Fachleute
zeigen, wie Apfelbäume veredelt und Apfelsorten bestimmt
werden, und wer will, wird Pate eines Thurgauer Hochstammapfelbaumes.
Aktivitäten für Gross und Klein
Im Museumshof warten Aktivitäten auf grosse und kleine
Marktbesucher. Ein gutes Auge und eine sichere Hand
braucht, wer mit einer Armbrust den Apfel treffen will wie
einst Wilhelm Tell – natürlich nicht von einem Kinderkopf herunter. Wer die Mostmenge in historischen Mostflaschen richtig
schätzt oder die längste Apfelschale von einem Apfel schält,
kann einen der zahleichen Preise gewinnen. Im Museumscafé
schliesslich gibt’s Apfelspeis und Apfeltrank zur Stärkung.
Der «Öpfelmart» findet am Samstag, 18. Oktober, von 10 bis
14 Uhr, im Museumsgarten an der Promenadenstrasse statt,
gleich gegenüber dem traditionellen Wochenmarkt. Ein Flyer
mit weiteren Informationen findet sich auf der Webseite
www.naturmuseum.tg.ch.
Hannes Geisser, Naturmuseum Thurgau
Welterbe im Moor
Das Naturmuseum und das Museum für Archäologie
Thurgau zeigen in Frauenfeld vom 22. November 2014 bis
22. März 2015 eine Sonderausstellung des Naturmuseums
St. Gallen über den vielfältigen Lebensraum Moor. Zahlreiche Holzfunde aus der Welterbestätte Niederwil-Egelsee
werden erstmals öffentlich gezeigt.
Am 27. Juni 2011 wurde die Moorsiedlung Gachnang/Niederwil-Egelsee – zusammen mit 110 anderen Pfahlbau-Fundstellen
rund um die Alpen – auf die Unesco Welterbe-Liste gesetzt. Das
wissenschaftliche Informationspotenzial, die aussergewöhnliche Erhaltung, die Zeitstellung und der Schutz der im Boden
belassenen Schichtreste waren massgeblich für die Auswahl.
1962 und 1963 wurden vom «Biologisch-Archaeologisch Instituut» der Universität Groningen unter Leitung von H.T. Waterbolk ca. 30 Prozent des Dorfes ausgegraben. Es lassen sich etwa
33 Hausstandorte nachweisen. Dank der dendrochronologischen Analyse sind mehrere Bauphasen zwischen 3714 und
3626 v.Chr. bekannt. Die Fundstelle lieferte ein reiches und sehr
gut erhaltenes Fundinventar, das international Aufsehen erregte.
Die archäologischen Funde werden umrahmt von einer Ausstellung über den interessanten Lebensraum Moor. Dieser bietet ein
Biotop für seltene Tiere und Pflanzen. Zur Ausstellung wurde
ein umfangreiches Rahmenprogramm zusammengestellt.
Hannes Geisser und Urs Leuzinger
Veranstaltungen zur Ausstellung
Sa 22. November 2014, 16.30: öffentliche Vernissage
Sa 29. November 2014, 10.30: öffentliche Führung
Di 13. Januar 2015, 19.30: Vortrag über Niederwil
Fr 30. Januar 2015, 10.30: Museumsznüni
Di 15. Februar 2015, 19.30: Vortrag über das Hudelmoos
Di 17. Februar 2015, 19.30: öffentliche Führung
Sa 28. Februar 2015, 13.30–15.30: Exkursion Hudelmoos
Führungen für Schulklassen und Gruppen nach Anmeldung jederzeit
möglich: T 058 345 74 00 (nachmittags), www.archaeologie.tg.ch
Marianne Wäspe animiert Kinder, Bücher in die Hand
zu nehmen und Geschichten zuzuhören.
Zahlreiche Kinderwagen im Eingangsbereich der Kantonsbibliothek.
Fotos Jolanda Loser
Der Lyriker Friedrich Hölderlin.
Foto zVg
16 Kultur
Lesen und Lernen – auch für die Jüngsten
1864, vor 150 Jahren, wurden die
Stadtbibliothek Frauenfeld und die
Kantonsbibliothek zu einer Bibliothek
zusammengeführt. Seither stehen in
den Regalen der Bibliothek neben
sogenannt «anspruchsvoller» Literatur
auch unterhaltende Bücher für Jung
und Alt. Das neueste Angebot richtet
sich an Eltern mit Kleinkindern.
Auch heute noch richtet sich die Kantonsbibliothek mit ihrem Angebot an ein
breites Publikum. Dies führt dazu, dass
nicht nur unterschiedliche Bücher in der
Kantonsbibliothek zusammenfinden,
sondern auch unterschiedliche Menschen. Eindrücklich konnte dies am
17. September 2014 beobachtet werden.
An diesem Tag fanden zwei völlig unterschiedliche Veranstaltungen statt: Am
Morgen trafen sich 25 Mütter mit eben
so vielen Kindern im Alter zwischen
sechs Monaten und drei Jahren mit Leseanimatorin Marianne Wäspe, um
gemeinsam Geschichten zu hören, Versli
zu sprechen und Lieder zu singen. Am
Abend dann sprach Ulrich Gaier, emeritierter Professor der Universität Konstanz, vor einem eher gesetzten Publikum über Hölderlin und die «künftige»
Schweiz. Dabei wurde lebhaft über das
politische Modell der Schweiz debattiert
und es wurde festgestellt, dass die
Diskussion, die um 1800 von einem
Kreis Gelehrter rund um Hölderlin
geführt wurde, an Aktualität nichts eingebüsst hat. Gemeinsam an beiden Veranstaltungen war: Alle Beteiligten waren
mit grossem Lerneifer dabei.
Buchstart
«Buchstart» ist ein gesamtschweizerisches Projekt zur Frühsprachförderung
und zur ersten Begegnung von Kleinkindern mit Büchern. Mit einem Buchgeschenk will «Buchstart» Eltern dazu
anregen, mit dem Baby aktiv zu kommunizieren und es ab ungefähr sechs Monaten mit Bilderbüchern vertraut zu
machen. Bilderbücher sind nicht nur
eine grosse Hilfe beim Spracherwerb, sie
fördern auch die Gesprächskultur innerhalb der Familie und bieten Trost und
Geborgenheit. Kinder, die von Anfang
an mit Büchern aufwachsen, sind im
Vorteil. Sie erfahren schon früh, wie viel
Spass in Bildern und Büchern steckt, und
haben ihr Leben lang Freude am Lesen
und Lernen. Das Ziel von «Buchstart»
ist, allen Kindern die Möglichkeit zu
geben, von Anfang an mit Büchern zu
wachsen. Dafür setzen sich Hunderte
von Bibliotheken und Kinderärzten in
Kooperation mit Bibliomedia Schweiz
und dem Schweizerischen Institut für
Kinder- und Jugendmedien ein.
An die «Buchstart»-Anlässe in der Kantonsbibliothek Thurgau sind Eltern mit
ihren Kindern (6 Monate bis 3 Jahre)
herzlich eingeladen. Die Anlässe beginnen jeweils um 9.30 Uhr und dauern
etwa eine halbe Stunde. Die zwei nächsten Veranstaltungen finden in
Zusammenarbeit mit der Mütter- und
Väterberatung der Region Frauenfeld
und mit der Bibliothek der Kulturen
statt: am Mittwoch, 29. Oktober, in der
Bibliothek der Kulturen, Quartiertreff-
punkt Talbach, Frauenfeld, und am
Donnerstag, 27. November, im Vortragssaal der Kantonsbibliothek Thurgau.
Ausbau der digitalen Bibliothek
Die Kantonsbibliothek ist überzeugt,
dass Lesen eine grundlegende Kulturtechnik ist, mit der sich die Welt in
jedem Lebensabschnitt wieder neu
erschliessen lässt. Der Einstieg in diese
Kulturtechnik soll so früh wie möglich
erfolgen, die Schwelle tief gehalten werden und verschiedene Zugänge sollen
offen stehen. Neben dem traditionellen
Buch steht heute gleichberechtigt das EBook. Im elektronischen Bereich verfügt
die Kantonsbibliothek mit der Digitalen
Bibliothek Ostschweiz bereits über ein
gut genutztes Angebot, das im nächsten
Jahr ausgebaut werden soll. (Weitere
Informationen: www.dibiost.ch)
Die verschiedenen Angebote bescheren
der Kantonsbibliothek weiterhin einen
regen Zulauf. So wurden in den ersten
acht Monaten dieses Jahres über 60 000
Besucher gezählt. Manchmal spielt auch
das Wetterglück mit: Noch nie hat die
Kantonsbibliothek in einem Monat so
viele Bücher ausgeliehen wie im verregneten Juli 2014.
Bernhard Bertelmann,
Kantonsbibliothekar
www.kantonsbibliothek.tg.ch ➔
Veranstaltungen
Die neuen Lernenden an ihrem Einführungstag. Fotos Esther Schindler
Lernende 17
Die neuen Lernenden 2014
1
5
9
13
17
21
25
29
2
6
10
14
18
22
26
30
3
7
11
15
19
23
27
31
4
8
12
16
20
24
28
1 | Larina Breitenbach
Kauffrau, Kreisämter Frauenfeld
2 | Patricia Hasler
Kauffrau, Kreisämter Arbon
3 | Fabienne Gehrig
Kauffrau, Kreisämter Felben-Wellhausen
4 | Marko Maksimovic
Kaufmann, Kreisämter Münchwilen
5 | Annina Inauen
Kauffrau, Zentralverwaltung
6 | Michelle Zarn
Kauffrau, Zentralverwaltung
7 | Seline Fleischer
Geomatikerin, Amt für Geoinformation
8 | Tobias Gross
Informatiker, Dienste Berufsfachschulen
9 | Iris Niedermann
Kauffrau, Zentralverwaltung
10 | Ronja Seger
Köchin, PMS Kreuzlingen
11 | Susanne Grüninger
Gärtnerin, BBZ Arenenberg
12 | Sabrina Lüthi
Kauffrau, Zentralverwaltung
13 | Muriel Rich
Fachfrau Hauswirtschaft, BBZ Arenenberg
14 | Sina Baumann
Kauffrau, Zentralverwaltung
15 | Stefanie Stojic
Kauffrau, Sozialversicherungszentrum
16 | Gabriela Tomes
Kauffrau, Zentralverwaltung
17 | Saskia Bachmann
Kauffrau, Zentralverwaltung
18 | Leon Staub
Kaufmann, Strassenverkehrsamt
19 | Jana Vicentini
Kauffrau, GBW
20 | Dalila Paramin
Kauffrau, Sozialversicherungszentrum
21 | Rafael Wyler
Kaufmann, BZWW
22 | Daniel Keller
Fachmann Betriebsunterhalt, Tiefbauamt,
Sulgen
23 | Florian Frei
Betriebsinformatiker, Amt für Informatik
24 | Julian Rothacker
Betriebsinformatiker, KS Kreuzlingen
25 | Brönnimann Valentin
Werkhofarbeiter, Werkhof Eschlikon
26 | Cédric Fecker
Fachmann Betriebsunterhalt, Tiefbauamt,
Frauenfeld
27 | Nicolas Gerber
Fachmann Betriebsunterhalt, BBM Kreuzlingen
28 | Roman Huldi
Forstwart, Forstbetrieb Fischingen-Tobel
29 | Raphael Bischof
Fachmann Betriebsunterhalt, Dienste Berufsfachschulen
30 | Mike Fischer
Fachmann Betriebsunterhalt, Tiefbauamt,
Sulgen
31 | Marco Ackermann
Betriebsinformatiker, Amt für Informatik
| Hannah Daiki Giger (ohne Bild)
Laborantin, Kantonales Laboratorium
Im Gänsemarsch durch eine Wiese im Appenzellerland. Foto René Züst
Xaver Wassmann signierte nach seinem Vortrag für eine
Teilnehmerin. Foto Rudolf Würgler
18 Pensionierte
Durchs Appenzeller
Vorderland
An zwei Tagen zeigte Wanderleiter René Züst den je 50
Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine ursprüngliche
Heimat und führt durch das bekannte wie auch das unbekannte Appenzeller Vorderland entlang der Ausserrhoder
Kantonsgrenze bis nach Oberegg im Innerrhodischen.
Nach dem Regensommer präsentierte sich die Molasselandschaft
total grün. Walzenhausen und vor allem Heiden sind weltbekannt. Nach dem Dorfbrand 1838 wurde Heiden einheitlich im
Biedermeierstil neu aufgebaut. Ein Begriff sind die Einzelhofsiedlungen. Früher waren es Kleinbauernbetriebe mit Textil-Heimarbeit. Heute sind diese «Höckli» häufig Zweitwohnungen.
Deswegen schrumpften die Einwohnerzahlen, und dezentrale
Schulen mussten schliessen. Für Aussenstehende kurios sind die
Appenzeller Sagenwelt und Politik. Noch nicht ausgestorben sind
die «Schönwetter-Wochenend-Wirtschaften», so die «Sonne» in
Blatten mit der cleveren Turbo-Zwischenverpflegung.
Armin James Bont
Von den Erdmännchen
am Immenberg
Mitte August hielt Xaver Wassmann beim Treffen der Altlehrer- und Altlehrerinnen-Vereinigung Untersee bis
Hinterthurgau einen Vortrag. Eine Zusammenfassung von
Martha Quenson.
Die Menschen in Lommis und Umgebung glaubten früher, dass
vor den grossen Erdrutschen von 1876 in den Höhlen und
Löchern des Immenbergs Erdmännlein gehaust haben, fussgrosse, menschenähnliche Wesen. So steht es in der Thurgauer Sagensammlung von Arnold Oberholzer (1912, S. 41, Nr. 39). Die Vorstellung, dass in Erd- oder auch Felshöhlen oder -spalten kleine
menschengestaltige Wesen leben, ist aber weltweit verbreitet und
uralt. Überall glaubten die Menschen, dass die Natur von Geistern belebt oder beseelt ist. Selbst die anorganische Materie war
in ihren Augen nicht tot, sondern von Geist- oder Seelenwesen
belebt. Auch in Bäumen und Wäldern, in Quellen, Flüssen und
Seen usw. existierten sie. Sie hatten in den verschiedenen Gegenden und Ländern verschiedene Namen, aber ihre Wesenszüge entsprachen einander weitgehend. Meist ausgesprochen weibliche
Naturwesen wie die altgriechischen Nymphen sind in Europa die
Feen und Nixen, die Saligen, Vilen und Dialen, letztere im romanischen Graubünden.
Die Aufklärer des 17. und 18. Jahrhunderts waren die ersten, die
diesen Glauben kritisiert hatten. Sie taten das jedoch abwertend
und achteten die Integrität des Volkes nicht: Der Glaube an Geister sei reine Einbildung, eine Illusion oder beruhe auf Halluzinationen oder Angstzuständen etc., alles sei Wahn und Aberglaube.
Wir sind heute vorsichtiger und gehen aufgrund von authentischen Berichten davon aus, dass die Leute in der Natur tatsächlich
etwas Besonderes erlebt hatten. Die Frage ist nur: was? Es gibt
wenigstens zwei Antworten dazu: Die erste ist die psychologische.
In einer Zeit, in welcher es noch keine Elektrizität gab und die
Menschen in einer uns kaum mehr vorstellbaren Intensität mit
der Natur zusammenlebten, unterschieden sie Innen und Aussen
kaum voneinander. Sie konnten auch noch nichts vom kollektiven
Unbewussten (C. G. Jung) in ihrer eigenen Psyche wissen, und so
erlebten sie den Geist der Natur ihrer unbewussten Psyche in einer
Art «participation mystique» (Levy-Bruhl) aussen in den Naturobjekten. Sie sahen ihre Träume und Traumgestalten sozusagen
offenen Auges auf der Bildfläche der Natur.
Die zweite Erklärung berücksichtigt die Möglichkeit, dass entgegen aller aufgeklärten Vernunft die Existenz eines objektiven Geistes der Natur Tatsache sein könnte. Gewisse unerklärliche Vorfälle, die fast jeder Mensch in seinem Leben ein oder mehrere
Male erlebt und die C. G. Jung «Synchronizitäten» genannt hat,
weisen darauf hin, dass Psyche und Materie nicht unvereinbare
Grössen sind. Die Psyche existiert ja nicht nur im Menschen, sondern auch in den Tieren und Pflanzen und selbst in der anorganischen Materie, sie ist ein autonomes Naturprinzip wie die Materie. In diesem Fall wäre den Menschen in ihren Primärerlebnissen
eine Offenbarung des objektiven Naturgeistes zugestossen, der
sich im Bild der Männlein und Weiblein vermutlich nicht anders
als symbolisch zeigen kann.
Hansjörg Enzler
Jakob Heussi
Kurt Bachmann
Leute · Ehrungen 19
25 Dienstjahre
Zum Gedenken
Hansjörg Enzler
Jakob Heussi
Kurt Bachmann
Hansjörg Enzler trat 1989 als Leiter der
Abteilung Gemeinderechnungswesen
und Finanzausgleich sowie als Revisor
bei der Finanzkontrolle ein. Von Beginn
an engagierte er sich für die Umsetzung
des neuen Rechnungsmodells bei den
Thurgauer Gemeinden. Er gilt als kompetenter Ansprechpartner und sein breites Fachwissen ist sehr gefragt. In den 25
Jahren prägte er das Thurgauer Gemeinderechnungswesen und das Finanzausgleichbeitragssystem massgeblich.
Durch die Einführung des neuen Rechnungsmodells HRM2 verlagerte sich
sein Arbeitsgebiet in den letzten Jahren
immer mehr in Richtung Gemeinderechnungswesen und Finanzausgleich. Das
Departement für Finanzen und Soziales
hat darum entschieden, die Stelle ab dem
Jahr 2015 neu in der Finanzverwaltung
anzusiedeln. So zieht Hansjörg Enzler
nach genau einem Vierteljahrhundert
vom Casino ins Regierungsgebäude um.
Das Team der Finanzkontrolle bedauert
seinen Austritt sehr und wünscht ihm für
die Zukunft alles Gute. Es freut sich auf
die weitere Zusammenarbeit mit Hansjörg Enzler bei der Finanzverwaltung.
Ich danke Hansjörg Enzler für seine
langjährige und kompetente Arbeit für
die Finanzkontrolle und gratuliere ihm
herzlich zu seinem Dienstjubiläum.
Jakob Heussi trat am 1. Oktober 1989
die Stelle als Strassenwart im kantonalen
Tiefbauamt an. Damals wurde den
Strassenwärtern noch eine bestimmte
Strecke zugeteilt, für die sie die verschiedenen anfallenden Unterhaltsarbeiten zu
erledigen hatten. Für Jakob Heussi war
das die Strecke Müllheim – Pfyn – Felben – Scheidweg. Im Jahr 2002 erfolgte
dann eine Umstrukturierung in den
Unterhaltsbezirken und Jakob Heussi
wechselte in den Unterhaltsbezirk 3 in
Eschlikon, wo er bis heute seine Fähigkeiten einsetzen kann. Seine Stärken liegen in der Grünpflege und dem Unterhalt der Entwässerungsleitungen und
Schächte. Es gibt hier unter vielen Kilometern Leitungen und Hunderten von
Schächten kaum einen Abschnitt, den er
noch nicht bearbeitet hat. Zudem kennt
er das Entwässerungsnetz in- und auswendig.
Seine Freizeit verbringt er meist auf dem
elterlichen Bauernbetrieb in Sommeri,
wo er tatkräftig mithilft. Fussballspiele
ansehen oder wenn immer möglich diese
selbst besuchen, gehören ebenso zu
seinen Hobbys wie das Reisen in ferne
Länder wie Ägypten, Türkei, Tunesien
oder Italien.
Wir danken Jakob Heussi für seinen
langjährigen Einsatz und wünschen ihm
zu seinem Dienstjubiläum alles Gute.
Am 27. August 2014 ist Kurt Bachmann, Leiter Ressort Bürotechnik und
Postdienst in der Büromaterial-, Lehrmittel- und Drucksachenzentrale
(BLDZ), unerwartet verstorben. Wir
haben mit ihm einen Arbeitskollegen
verloren, der fast drei Jahrzehnte in der
BLDZ tätig war. Kurt bleibt uns als
erfahrener Abteilungsleiter mit dem
steten Fokus auf die Bürotechnik, den
Kommunikationsdienst, die Logen und
den Postdienst in Erinnerung. Durch den
technischen Wandel setzte sich Kurt
während seiner langjährigen Tätigkeit
immer wieder mit Neuerungen auseinander und eignete sich zusätzliches Wissen an. Viele Bürogeräte wurden durch
Multifunktionsgeräte abgelöst, denn
Nachhaltigkeit und ökologische Grundsätze standen bei seiner täglichen Arbeit
stets im Vordergrund.
Aber nicht nur als Ressortleiter haben
wir Kurt hoch geschätzt, sondern auch
als Kameraden, der mit leuchtenden
Augen von seinen Berg- und Velotouren
erzählte, zuletzt jener auf den Säntis in
diesem Sommer.
Unseren herzlichen Dank für seine geleistete Arbeit können wir ihm nun leider
nicht mehr aussprechen. Wir werden ihn
jedoch als kompetenten Partner und als
liebenswerten Menschen in guter Erinnerung behalten.
Ulrich Künzi, Bezirkschef 3 Eschlikon
Beda Blöchlinger, Leiter Büromaterial-,
Lehrmittel- und Drucksachenzentrale
Hansulrich Keller, Leiter Finanzkontrolle
Foto Susanna Horber
20 Leute · Ehrungen
Die anderen runden Zahlen
20 Dienstjahre
30 Dienstjahre
Patrick Altherr, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Hanspeter Bieri, Sachbearbeiter, Friedensrichter- und
Betreibungsamt Weinfelden
Peter Bretscher, Leiter Schaudepot St. Katharinental, Historisches Museum
Daniel Butti, Staatsanwalt, Staatsanwaltschaft
Reto Dörig, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Arthur Eisenring, Fachspezialist Abwasser/Anlagensicherheit,
Amt für Umwelt
Peter Erni, Kunstdenkmälerautor, Amt für Denkmalpflege
Christian Gremlich, Handwerker, Tiefbauamt-Betrieb
Urs Gurtner, Gruppenführer, Tiefbauamt-Betrieb
Peter Häuptli, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben, Kantonspolizei
Ulrich Jetter, Gruppenführer, Tiefbauamt-Betrieb
Adrian Kutter, Polizei-Adjutant, Kantonspolizei
Stefan Louis, Handwerker/Chauffeur, Tiefbauamt-Betrieb
Marco Michel, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben, Kantonspolizei
Daniel Reich, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben, Kantonspolizei
Andrea Scherrer Ogg, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben,
Kantonspolizei
Martin Sigg, Polizei-Adjutant, Kantonspolizei
Hans-Peter Somm, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben,
Kantonspolizei
Katia Staunovo, Sachbearbeiterin FAK, Sozialversicherungszentrum
Martin Tobler, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Guido Bruggmann, Berufsschullehrer, BZW Weinfelden
Daniel Covini, Lehrbeauftragter, Kantonsschule Romanshorn
Vinzenz Keller, Lehrer Brückenangebote, BZT Frauenfeld
Hans Kuhn, Leiter Museumstechnik, Kunst- und Ittinger-Museum
Daniel Müller, juristischer Sachbearbeiter, Generalsekretariat DJS
Heinz Rüfenacht, Berufsschullehrer, BZW Weinfelden
25 Dienstjahre
Kurt Brunner, Lehrbeauftragter, PMS Kreuzlingen
Ruedi Herzog, Prorektor, Kantonsschule Romanshorn
Hanspeter Hitz, Rektor, Kantonsschule Frauenfeld
Alex Kappeler, Lehrbeauftragter, Kantonsschule Kreuzlingen
und Romanshorn
Markus Keller, Mittelschullehrer, Kantonsschule Romanshorn
Peter Lehmann, Mittelschullehrer, Kantonsschule Romanshorn
Regula Lehner, Berufsschullehrerin, BZW Weinfelden
Lukas Peer, Mittelschullehrer, PMS Kreuzlingen
Karin Schreiner, Sachbearbeiterin, Personalamt
Barbara Weishaupt Dreger, Lehrbeauftragte, PMS Kreuzlingen
Josephine Zingg, Lehrbeauftragte, PMS Kreuzlingen
35 Dienstjahre
Heinz Bachmann, Polizei-Major, Kantonspolizei
Werner Bürgi, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Urs Eberli, Polizei-Adjutant, Kantonspolizei
Armin Fritsche, Techn. Schulleiter, Polizeischule Ostschweiz Amriswil
Stephan Gossweiler, Mitarbeiter Historische Bestände und
Sammlungen, Kantonsbibliothek
Fritz Hefti, Polizei-Major, Kantonspolizei
Markus List, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben, Kantonspolizei
Beat Loosli, Polizei-Adjutant, Kantonspolizei
Beat Mühlemann, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Thomas Müller, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Roland Reinhart, Polizei-Feldweibel, Kantonspolizei
Walter Widmer, Polizei-Wachtmeister mit bes. Aufgaben, Kantonspolizei
Foto Susanna Horber
Leute · Ehrungen 21
Kommen und Gehen
Eintritte (siehe auch Seite 22)
Martin Beljean, Mitglied, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
Arbon
René Binder, Fachspezialist BVM, Sozialversicherungszentrum
Sabrina Dimasi, Sozialpädagogin, Massnahmenzentrum Kalchrain
Barbara Toscan, Mitarbeiterin Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung, Amt für Wirtschaft und Arbeit
Austritte
Ursin Camenisch, Ressortleiter Ausbildung, Amt für Bevölkerungsschutz und Armee
Luzius Gredig, Gruppenführer, Tiefbauamt-Unterhalt
Rolf Keller, Fachspezialist Finanz- und Rechnungswesen,
Amt für Wirtschaft und Arbeit
Marco Ludescher, Handwerker, Tiefbauamt-Unterhalt
Simona Matamoro Meza, Sachbearbeiterin, Staatsanwaltschaft/
Jugendanwaltschaft
Ralph Meier, Polizist, Kantonspolizei
Janine Sabato, Sachbearbeiterin, Sozialversicherungszentrum
Rainer Siebert, Sozialpädagoge, Massnahmenzentrum Kalchrain
René Wahl, Koch, Bildungs-und Beratungszentrum Arenenberg
Pensionierungen
Gisela Cerny, Stv. Leiterin Liegenschaftenverwaltung,
Finanzverwaltung
Johannes Steiner, Wissenschaftlicher Archivar, Staatsarchiv
Marianne Vögeli, Besucherservice Napoleonmuseum, Kulturamt
Kurt Vollenweider, Polizei-Wachtmeister mit besonderen Aufgaben,
Kantonspolizei
Zofija Wyssmann, Sachbearbeiterin, Staatsarchiv
Übertritte
Zippora Müller, Fachspezialistin Liegenschaftenverwaltung,
Finanzverwaltung
Irene Müller, Sachbearbeiterin, Sozialversicherungszentrum
Foto Susanna Horber
22 Leute · Ehrungen
Eintritte
Katharina Brun
Handbuchbinderin,
Staatsarchiv
Monica Bürgin
Sachbearbeiterin, Staatsanwaltschaft Frauenfeld
Liliana Coutinho
Datenerfasserin/Büroangestellte OBZ, Kantonspolizei
Silvia Gasser
Personalberaterin, RAV
Kreuzlingen/Amt für Wirtschaft und Arbeit
Ronald Graf
Finanzfachmann, Kindesund Erwachsenenschutzbehörde Münchwilen
Brigitte Heeb
Personalberaterin, RAV
Frauenfeld/Amt für Wirtschaft und Arbeit
Maria Heinatz
Polizei-Korporal, Kantonspolizei
Felix Jerusalem,
Projektleiter/Fachexperte,
Hochbauamt
Thomas Meier
Sachbearbeiter Besoldungs- und Rechnungswesen, Kantonspolizei
Sujen Piva
Mitarbeiterin Administration, Amt für Wirtschaft
und Arbeit
Gisela Rehmann
Sekretärin, Verwaltungsgericht
Marc Rudolf
Leiter Abteilung Strassenbau, Tiefbauamt
Markus Sauder
Leiter Administration,
Staatsanwaltschaft/
Jugendanwaltschaft
Stefan Schmucki
Polizist, Kantonspolizei
Regine Siegenthaler
Juristische Sachbearbeiterin, Generalsekretariat
DEK
Christoph Werner
Sozialpädagoge, Massnahmenzentrum Kalchrain
David Gallati zeigt, wie die geplante Gartenbahn, hier noch auf frei verlegbaren
Geleisen, einmal aussehen wird. Fotos Florian Stöckli
Wird detailgetreu nachgebaut: Das Stationsgebäude von Tiefencastel.
Vorletzte Seite 23
Eine Gebirgsbahn im eigenen Garten
Als diplomierter Geograf bearbeitete
David Gallati in der Staatskanzlei Statistiken über den Kanton Thurgau, seit
Jahresbeginn behandelt er im Amt für
Raumentwicklung (ARE) Baugesuche
und Ortsplanungen. Seine Freizeit
gehört neben der Familie, Velofahren
und Musizieren dem Bau einer Gartenbahn.
Wenn eine junge Familie ein Haus kaufen möchte, müssen viele Kriterien wie
Lage, Kinderfreundlichkeit, Nähe zu
Schulen, etc. geprüft werden. Für David
Gallati stand noch eine wesentliche
Eigenschaft im Vordergrund: Ist die Liegenschaft, beziehungsweise der Umschwung, geeignet für den Bau einer
Garteneisenbahn? Die Familie Gallati,
neben David bestehend aus Gattin Verena und dem kleinen Lorenz (2), hatte
Glück: «Das knapp 50-jährige Haus im
Vogelquartier in Frauenfeld hatte alles,
was wir uns wünschten und das zu einem bezahlbaren Preis.» Und: Auf dem
Umschwung von immerhin rund 800
Quadratmetern lässt sich problemlos
eine Gartenbahn realisieren. Als Geograf
war es für David Gallati leicht zu erkennen, dass die abfallende Westseite für die
Nachbildung einer Gebirgsbahn
geschaffen war.
Pläne schon weit gediehen
Zwar ist die Familie erst vor einem halben Jahr von Stein am Rhein nach Frauenfeld umgezogen, aber die Pläne sind
schon so weit gediehen, dass David Gallati hofft, noch diesen Winter mit ersten
Bauten beginnen zu können. «Vielleicht
noch nicht mit Grabarbeiten draussen,
aber sicher mit der Herstellung von
Gebäuden und Anlageteilen.» Falls es
einen milden Winter gebe, könne er es
sich aber durchaus vorstellen, zur Schaufel zu greifen und wenigstens den Untergrund vorzubereiten.
Rhätische Bahn als Vorbild
Über die Wahl des Vorbilds musste sich
der 34-Jährige nicht lang Gedanken
machen: «Seit einigen Jahren kaufe ich
nur noch Gross-Modelle der Rhätischen
Bahn, die auf der Spurbreite G (45 Millimeter) verkehren. Angeboten werden sie
meist von deutschen Herstellern, die
industrielle Serien produzieren, was sich
vorteilhaft auf die Preise auswirkt.»
Wobei günstig relativ ist: Ein Personenwagen kostet rund 300 Franken. Teuer
wird es bei der Anschaffung der Lokomotiven. Vor allem, wenn sie möglichst
originalgetreu, exklusiv und mit neuester
Technik ausgestattet sein sollen. «Ein
Triebwagen, handgefertigt aus Messing,
hergestellt in einer Kleinserie von weniger als zehn Fahrzeugen, ist eine Anschaffung, die man nicht jeden Tag
macht», erzählt David Gallati. Deshalb
sei er froh, die Investition in die Sammlerstücke mit seinem Vater teilen zu können, der ebenfalls Eisenbahnfan ist und
über eine bedeutende Sammlung der
kleineren Spur H0 verfügt. «Er freut sich
jetzt schon darauf, nach seiner Pensionierung so soft wie möglich mit seinen
Enkeln zu spielen.»
Grossvater baute Modelle selber
Den Grundstein für die Eisenbahn-Affinität der Familie legte Grossvater Fridolin. Als Ingenieur bei einem Winterthurer
Industrieunternehmen im Stahlbau tätig,
baute er Spur-0-Modelle gleich selber
und liess sie zur Freude der Kinder im
Garten Kreise drehen. Etliche Elemente
des Schienenmaterials, die der Grossvater selber anfertigte oder kaufte, werden
auf der Gartenanlage Verwendung finden. Die vielen Meter Schienen wird
David Gallati gut gebrauchen können.
Seine Pläne sehen vor, das «Gartengebirge» unter Verwendung von raffinierten
Kehrtunnels und kühnen Brücken zu
überwinden, dann den Gartensitzplatz in
einem langen Tunnel zu unterqueren und
in kühnem Bogen entlang des Gartenzauns zum Ausgangsbahnhof zurückzukehren. Dabei handelt es sich natürlich
nicht um einen x-beliebigen Bahnhof.
Möglichst originalgetreu nachgebaut
werden soll die Bahnanlage von Tiefencastel. Das Stationsgebäude hat David
Gallati bereits detailliert gezeichnet −
quasi Brett für Brett, nach Originalplänen der RhB, eigenen Fotos und seiner
Erinnerung. Schliesslich hat er während
eines Praktikums im regionalen Naturpark «Ela» einige Wochen lang im selbigen Bahnhof gewohnt.
Florian Stöckli
Impressum
Redaktionskommission Walter Hofstetter, Informationsdienst (Vorsitz);
Linus Lüthold, Personalamt (Vorsitz Stv.); Martin Bächer, Amt für Mittel- und
Hochschulen; Anne-Mette Baumgartner, personalthurgau; Heinz Brandner,
DEK; Anita Enz, Amt für Umwelt; Karin Enzler, DBU; Alex Fey, DJS;
Peter Guarisco, BLDZ; Susanna Horber, Informationsdienst; Pius Lang,
Pensionierten-Vereinigung; Florian Stöckli, Informationsdienst.
Layout ADUR Werbung AG, Weinfelden
Druck Sonderegger Druck AG, Weinfelden
Redaktion Susanna Horber, Informationsdienst, susanna.horber@tg.ch
Administration (Adressänderungen) Personalamt, Schlossmühlestrasse 9,
8510 Frauenfeld, servicedesk.pa@tg.ch
Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 12. November 2014
klimaneutral gedruckt
Energieeffizient gedruckt und CO 2 kompensiert
SC2011120102 - swissclimate.ch
24 Letzte Seite
Wettbewerb
Leuechralle
71 Antworten gingen ein, 58 waren richtig! Wir gratulieren
der glücklichen Gewinnerin und den Gewinnern herzlich.
Unmassgebliche Gedanken
eines ehemaligen Lehrers
Die richtigen Antworten
1. 60 Massnahmen, 29 Prozent
2. Eschenz
3. Marcel Haag
4. Seite 14
Gleich vorweg möchte ich mich für den Fehler im Titel entschuldigen. Lehrer gibt es nämlich in der offiziellen Bezeichnung nicht
mehr, auch nicht mehr Lehrkräfte, sondern noch gendergerechter heissen sie heute Lehrpersonen. So weit, so gut. Zur Sache:
Die Gewinnerinnen und Gewinner
1. Hans Mästinger, Bottighofen
(zwei Halbtax-Tageskarten «Ostwind»)
2. Hansueli Soller, Neukirch-Egnach
(Thurgauer Sackmesser)
3. Martha Witzig, Romanshorn
(Thurgauer Sigg Bottle)
Wer kennt die Leuetatze?
1. Wieviele Gäste nahmen am Konstanzer Konzil teil?
2. Was ist ein Landjäger?
3. An wen richtet sich das neue Angebot der Kantonsbibliothek?
4. Von welcher Seite stammt der obenstehende
Bildausschnitt?
Lösungen an Leuetatze-Wettbewerb, Informationsdienst,
Regierungsgebäude, 8510 Frauenfeld oder per
E-Mail an: infodienst.sk@tg.ch, Stichwort: LT-Wettbewerb
Leuetatze-Wettbewerb 5 · 2014
Name
Kürzlich hat der Regierungsrat einen RRB (Regierungsratsbeschluss) mit den finanziellen Rahmenbedingungen zur Einführung und Umsetzung des Lehrplans 21 im Thurgau verabschiedet. Das tönt ziemlich papieren, hat es aber in sich, finde ich als
ehemaliger «Sie wissen ja schon». Die Einführung in den Schulen soll geschlagene vier Jahre dauern, die bereits laufende Vorbereitungsphase nicht mit eingerechnet. Selbstverständlich gibt
es dazu ein separates Einführungskonzept. Meine Lehrertätigkeit, bzw. Tätigkeit als Lehrperson liegt zugegebenermassen
schon einige Jahrzehnte zurück. Aber wenn ich mich richtig entsinne, was nicht unbedingt der Fall sein muss, habe ich damals
auch einen neuen Lehrplan in Form von drei Büchern bekommen. Darin war zwar auch recht viel zu lesen, das Ganze stand
aber mehr unter dem Motto «c’est à prendre (eher weniger) ou à
laisser (eher mehr)». Damals standen auch nicht 120 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als Einführungshilfen zur Verfügung, wie das heute vorgesehen ist, und deren Aufgaben selbstverständlich auch in einem separaten Konzept nachzulesen sind.
Ich fand damals auch nirgends einen ähnlich tönenden Satz wie
diesen: Die Gremien der Projektorganisation unterstützen mit
den entwickelten Instrumenten (Kompetenzprofile, Beurteilung
etc.) die Implementierung. Und darüber bin ich heute noch froh.
Aber eben, für mich als ehemaligen Lehrer (!) müsste es bezüglich diesem Thema einfach heissen: Schnauze halten!
Adresse
Frage 1
Frage 2
Frage 3
Frage 4
Einsendeschluss: 12. November 2014
Walter Hofstetter
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Seele and Geist
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