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Einleitung Wie und wo finde ich Tantow? Tantow liegt im Nordosten

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Einleitung
Wie und wo finde ich Tantow?
Tantow liegt im Nordosten Brandenburgs etwa 100 km vor den Toren Berlins und etwa 25 km vor der polnischen
Hafenstadt Stettin. In landschaftlich
reizvoller Lage in unmittelbarer Nähe
des Urstromtals, in einem durch die
Eiszeit entstandenen Bodenrelief.
Am Rande des Naturschutzparks Unteres Odertal gelegen zeigt, dass es
nicht nur in der Neuzeit in eine reizvolle Landschaft eingebettet ist.
Die Gemeinde Tantow liegt im Norden
des 1992 gegründeten BrandenburgVorpommersches Amt Gartz/Oder im
Landkreis Uckermark. Demzufolge findet man das Kfz-Kennzeichen UM hier.
In Tantow leben und wohnen ca. 650
Einwohner. Zu Tantow gehören die
vier Ortsteile Keesow, Damitzow, Radekow-Vorwerk und Tantow-Ausbau.
Die Gemarkung umfasst eine Fläche
von ca. 22 km². Das Nachbarland Polen grenzt im Osten an und im Norden
grenzt das Bundesland MecklenburgVorpommern mit dem Landkreis Uecker-Randow an.
Als landschaftliche Besonderheit ist
der Nationalpark Unteres Odertal zu
nennen. Dieser erstreckt sich auf eine
Länge von 60 km zwischen Hohensaaten und Stettin.
Gerade in Deutschland kann sich das
Untere Odertal zu den artenreichsten
Lebensräumen von Flora und Fauna
zählen. Den Nationalpark kann man
gut durchwandern und auch auf dem
Fahrrad entdecken. Die Rad- und
Wanderwege führen auch durch Tantow.
Blick auf Tantow vom Norden
Die verkehrstechnische Anbindung ist
sehr gut. Man hat die Möglichkeit, Tan1
tow über die A11 (Berlin-Stettin) Abfahrt Penkun zu erreichen. Von da aus
sind es noch 15 km. Tantow liegt ebenfalls im Kreuzungsbereich der beiden
Bundesstraßen B113 und B2.
In den Nachbargemeinden Rosow (B2
Verlängerung nach Stettin) und Mescherin (zu Fuß oder mit dem Fahrrad)
befinden sich Grenzübergänge nach
Polen.
in die 50iger Jahre bereits in einer
Chronik von dem Autor Emil Creutziger
festgehalten wurde.
Die jetzigen Autoren hoffen, für unseren Ort und die zukünftigen Generationen, dass es immer wieder Bürger gibt,
die das gesellschaftliche, politische
und kulturelle Leben unserer Gemeinde in Wort und Bild dokumentieren und
so Heimatgefühl und Tradition erhalten
bleiben.
Kurzfassung historischer Daten
1255 erste urkundliche Erwähnung
der Gemeinde am 21.07
1300 Klosterzeit
1479 Prenzlauer Frieden, Tantow kam
zur Mark Brandenburg
1535 Barnim IX. widmet die Stiftung der
Blick auf Tantow vom Süden
Die Bahnlinie Berlin-Stettin führt über
Tantow, so dass mehrmals täglich Regionalbahnzüge auf der Strecke dahin
in Tantow halten.
Mit der ersten urkundlichen Erwähnung
der Gemeinde Tantow vom 21.07.1255
gehört Tantow mit zu den ältesten Dörfern unserer Region.
Salveymühlen dem neuen fürstlichem Hospital „St. Petrihospital“
1565 Beschlagnahme der Kirchengüter
Pachtvertrag der Mühlen mit dem
Hospital
1. Mühle =Walkmühle
2. Mühle =Malzmühle
3. Mühle =Hohe oder obere Mühle
4. Mühle =Zingelmühle
1659 Einfall polnischer Horden
1659
-1807 Zerstörung der Mühlen und Wiederaufbau, Müller der Zingelmühle
war gleichzeitig Zöllner
1679 Durchmarsch der Brandenburger
zur Belagerung Stettins
1680
-1720 Mühlen gehörten zu Schweden
1693 Vermessung des Mühlenlandes
durch die Schweden
1843 Bahnlinie Berlin-Stettin eröffnet
1848 Gutspark als Stiftung, Errichtung
Blick auf Tantow vom Osten
Tantow hat über die Jahrhunderte eine
wechselhafte Geschichte erlebt, die bis
2
einer kleinen Kirche, erste Gottesdienste
1870 erste Schule mit einem Klassenzimmer und einer Lehrerwohnung
1886 Rittergut mit Radekow-Vorwerk
zum Majorat erklärt
1913 Bahnlinie Tantow-Gartz in Betrieb
genommen
1945 teilweise Zerstörung der Gemeinde
nach der Kapitulation des 2. Weltkrieges
Rückblick Kriegsende
Im Jahr 1945 brach der 2. Weltkrieg
unter schweren Schlägen zusammen.
Auch im Dorf Tantow hat der Krieg
Spuren hinterlassen, die sich noch auf
mehrere Jahre auswirkten. Die Menschen waren erschüttert, der Ort hatte
keine Ähnlichkeit mehr mit früheren
Jahren. Es sah aus wie ein Kriegsschauplatz.
Es war Ostern und schönes Frühlingswetter. An den Häuserwänden war im
Sonnenschein zu lesen: Die Oder ist
Hauptkampflinie (HKL). Seit dem 11.
März wurde auch schon Stettin beschossen. Auf der Verladerampe des
Bahnhofs wurden Panzer und Geschütze ausgeladen. Die Straßen und
Bürgersteige waren von den schweren
Fahrzeugen stark beschädigt. Mitten
durch das Dorf liefen Schützengräben.
Überall sah man Soldaten, kaum noch
Zivilisten. Sie waren evakuiert. Lediglich der Bäcker Johannes Baseler und
der Fleischer Karl Schulz blieben noch
im Ort. Dorfbewohner wurden mit der
Bahn evakuiert. Der Zug brachte sie
auf die Insel Rügen nach Binz. Hier
wohnten die Flüchtlinge auf engstem
Raum; so zum Beispiel im Seeadler.
Mitte Mai kam auch die Rote Armee
nach Rügen und besetzte auch Binz.
Bald kam die Aufforderung, in die Heimatorte zurückzukehren. Die Rückführung war nicht so einfach. Unzählige
Flüchtlinge zogen sich in ihre Heimat in
die verschiedensten Richtungen zurück. Zunächst über den Rügendamm
nach Stralsund und dann weiter nach
Hause. In Jatznick war ein längerer
Halt angesagt. Dann weiter bis Scheune in Richtung Kolbitzow und Tantow.
Allmählich füllte sich das Dorf wieder.
Einheimische kamen zurück und viele
Trecks lagerten im Dorf, weil sie über
die Oder zurück in ihre Heimat wollten.
Auch im Ort war großer Schaden entstanden. Die Mühle war abgebrannt,
Transportwege zerstört ebenso die
Häuser Kiwitt, Baseler, Strebe und der
Speicher mit Wohnhaus. Ebenso viele
Häuser hatten durch Granaten und
Beschuss Schaden genommen. Erst
ganz allmählich normalisierte sich das
Leben im Ort wieder. Es begann der
Aufbau einer Selbstverwaltung. So
wurde Emil Schössow als erster Bürgermeister des Ortes benannt.
Im April 1946 bekamen die Einwohner
die ersten Lebensmittelkarten und
setzten auch eine Versorgung voraus.
Mit der Bodenreform begann eine neue
Zeitrechnung. Der Ort bestand aus einem Rittergut mit erheblichen Ländereien, handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben sowie einer erheblichen
Anzahl von Betrieben und Unternehmen mit langjähriger Tradition.
3
Gefallene des 2. Weltkrieges
1939-1945 aus Tantow
Hamann, Alfred
Heinrich, Artur
Hoppe, Udo
Hüfner, Heinz
Hüfner, Rudolf
Iselt, Fritz
Kiwitt, Ewald
Kobersein, Willi
Andree, Paul
Beese, Ernst
Bleckmann, Theo
Dethloff, Franz
Dethloff, Robert
Esch, Hermann
Faber, Hans
Laadsch, Albert
Mäusling, Karl
Nägel, Bernhard
Preuß, Gerhard
Pyritz, Heinz
Ristau, Herbert
Roepke, Franz
Scherett, Paul
Schmidt, Otto
Schmidt, Walter
Schössow, Erich
Schössow, Werner
Schössow, Willi
Schröder, Alfred
Schulz, Otto
Schülke, Richard
4
Schünemann, Rudolf
Seising, Fritz
Tews, Alwin
Uecker, Erwin
Winkelmann, Otto
Zahmel, Adolf
Zech, Karl-Friedrich
Zorn, Heinz
Das Rittergut Tantow bis 1945
Fläche: 1000 ha Ackerland (4000 Morgen) dazu einige ha Wiesen und einige
ha Wald
Der Gutshof Tantow: Schloss, Kapelle,
Park, Wirtschaftsgebäude und Arbeiterwohnungen
Radekow-Vorwerk: Schloss, Wirtschaftsgebäude und Arbeiterwohnungen
Herrenhaus
Die Arbeiterwohnungen bestanden aus
Stube, Kammer (unbeheizbar) und Küche. In den 30iger Jahren wurden moderne Wohnungen gebaut: 2 Stuben,
Küche und eine Dachstube.
Zur Bewirtschaftung standen 9 Gespanne je 4 Pferde (36 Pferde), 2
Raupenschlepper und ein gummibereifter Traktor zur Verfügung. Für die
Getreideernte wurden 4 Mähbinder
eingesetzt. Zuckerrüben und Kartoffeln
wurden per Hand geerntet. Bis zu 100
Landarbeiter waren dazu notwendig.
Von 1939 bis 1945 wurden dazu Gefangene und Zwangsarbeiter aus dem
Osten für diese Arbeiten herangezogen.
Zur Lage der Stammarbeiter: Die Wohnungen waren mietfrei. Kohle und Holz
sowie Getreide wurden vom Gut als
Deputat abgegeben. Das Getreide
reichte für 2 bis 3 Schweine und Kleintiere. Damit war die Ernährungsgrund-
lage gesichert. (Regenerierung der Arbeitskraft)
Täglich gab es 1,5 Liter Milch für den
Hauptarbeitnehmer sowie 1 Liter für
Mitarbeitende Familienmitglieder. Aus
16 bis 17 Liter Milch wurde 0,5 kg Butter gemacht. Die Ernte von ¼ Morgen
Kartoffelland pro Hauptarbeitnehmer
reichte für Mensch und Tier.
Die Entlohnung war sehr gering. Die
meisten Arbeiten wurden im Akkord
durchgeführt.
Für 1 Kiepe Kartoffeln gab es 0,10 Rm
(Reichsmark). Spitzenarbeiter kamen
auf 60 bis 70 Kiepen pro Tag. Für die
Pflege und Ernte von 0,25 ha (1 Morgen) Zuckerrüben wurden 80,- Rm gezahlt. (Pflege im Frühjahr 30,- Rm;
Ernte im Herbst 50,- Rm)
Ein Lehrling bekam 3,80 Rm in der
Woche. Der Hauptarbeitnehmer bekam
0,27 Rm Stundenlohn. Die mitarbeitenden Familienmitglieder erhielten
0,12 bis 0,20 Rm Stundenlohn. Der
Hauptarbeitnehmer erhielt 6 Raummeter Holz und 60 Zentner (30 dt) Brikett.
Mitarbeitende Familienmitglieder (auch
Hofgänger) genannt, erhielten 20
Zentner Brikett.
Hammelstall
1945 sind alle Gebäude des Gutshofes
in Tantow, Radekow-Vorwerk und
Hammelstall zerstört worden. Übrig
geblieben ist nur die Kapelle im Tantower Schlosspark.
5
Die landwirtschaftliche Entwicklung
nach 1945
Die Bodenreform wurde auf Grund der
Rechte des alliierten Kontrollrates in
der sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1949 durchgeführt.
Grundbesitz von mehr als 100 ha Land
wurde entschädigungslos enteignet.
Die enteigneten landwirtschaftlichen
Flächen wurden an Landarbeiter, Umsiedler, Landarme und Kleinpächter
aufgeteilt oder in „Volkseigene Güter“
überführt. Viele Neusiedler hatten zuvor ihr Eigentum in den heute polnischen Gebieten östlich der OderNeiße-Linie verloren und waren in den
Wirren der Nachkriegszeit ohne Existenzgrundlage.
So erhielten Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten am Lindenweg von
Tantow nach Staffelde eine Siedlung
durch das Aufstellen von ehemaligen
Wehrmachtsbaracken und Land aus
der Bodenreform, das sie bewirtschaften konnten. Somit entstand ein neuer
Ortsteil von Tantow, der dann auch
Neutantow genannt wurde. Heute existiert Neutantow nicht mehr. Die Eigentümer sind verzogen oder verstorben.
Nichts erinnert mehr daran. Die Fläche
wurde rekultiviert. Die Bevölkerung von
Tantow vor 1945 kann in etwa untergliedert werden in landarme Bauern,
die am Eickstedtschen Gut angestellt
waren und einen hohen Anteil an Gewerbebetreibenden.
In Neutantow wurden 10 neue Hofstellen vergeben:
Familie Laskowski
Familie Brand
Familie Baumgart (Petzel)
Familie Gottschalk
Familie Loff, Wilhelm
Familie Böttcher, Erich
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Familie Böttcher, Ernst
Familie Voigt, Emil
Familie Schulz, Hermann
Familie Falkenberg, Rudolph
Hammelstall:
Familie Hegemann, Heinz
Familie Ziemann, Minna
Familie von Gruchalla
Familie Sieck
1945 wurde auf Befehl Nr. 146 der
sowjetischen Militäradministration die
Wiederaufnahme der Tätigkeit in der
Landwirtschaft begonnen.
Die Vereinigung der gegenseitigen
Bauernhilfe (VdgB) wurde gegründet.
Otto Döring, Franz Gandre und Alfred
Stein gehörten dem ersten Vorstand
an.
1946 wurde die Bodenreform auch in
Tantow durchgeführt. Hierbei erhielten
landarme Bauern vom Gut, Neubauern
aus dem Ort, Zuwanderer sowie
Flüchtlinge Land. Das Gut Tantow ver-
fügte über eine Nutzfläche von mehr
als 1000 ha.
Die landwirtschaftliche Nutzfläche war
so umfangreich, dass der Bedarf für
die Neuaufteilung restlos gedeckt werden konnte. Die Neusiedler erhielten
Flächen mit je 10 ha Land, die Handwerkersiedlung mit je 1 ha und die
Kleinparzellen für jedermann wurden in
je 0,25 ha aufgeteilt. Die Restfläche
wurde zum örtlichen Landwirtschaftsbetrieb (ÖLB) zusammengefasst, woraus später das VE Gut Staffelde gebildet wurde.
1949 entstand die Maschinen und Ausleihstation (MAS). Daraus entwickelte
sich 1952 die Maschinen-TraktorenStation (MTS). In der MTS begann
man mit der spezialisierten Instandsetzung von Landmaschinen.
Im Juli 1952 wurde eine neue Entwicklung der Agrarwirtschaft der DDR eingeleitet. Der Kleinbetrieb sollte vom
sozialistischen Großbetrieb verdrängt
werden. Es wurden LPG gegründet, in
die Kleinbauern das zuvor erhaltene
Land sowie die privaten Klein- und Mittelbauern ihr Land einbringen mussten.
Das Ackerland wurde gemeinsam genutzt. (LPG Typ III)
So entstand auch in Tantow 1952 die
erste LPG „Freie Erde“ – Typ III.
Beim Typ II brachten die Bauern die
motorischen und tierischen Zugkräfte,
sowie Maschinen und Gerät mit ein,
behielten aber ein Teil in privater Nutzung.
Der LPG Typ I bestand aus gemeinsamer Bodenbearbeitung, Nutzung der
Wirtschaftsgebäude und Gerätschaften. Die Viehwirtschaft wurde individuell betrieben. Den LPG-Mitgliedern boten sich Vergünstigungen wie z.B. bevorzugte Kreditgewährung oder bevorzugte Ausbildung der Kinder. 1960
entstand die LPG Typ I „Unter den Lin-
den“ mit dem Vorsitzenden Horst Banik
ebenso die LPG Radekow-Vorwerk
und Tantow Typ I mit dem Vorsitzenden Hans Koberstein.
1964 entsteht im Kreis Angermünde
der Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL).
1968 wird die Vertragswerkstatt für den
LKW W50 im Betriebsteil Tantow eröffnet.
Carsten Strebe und Norbert Kaddatz bei Forschungsarbeiten
1969 begann die Bildung von Kooperationsgenossenschaften in der Tier- und
Pflanzenproduktion. Häufig schlossen
sich die LPG’n mehrerer Dörfer zusammen und bildeten jeweils ein Teil
Tier- und ein Teil Pflanzenproduktion.
Am 1. 01.1972 wurde die KAP Staffelde-Tantow gegründet. Die Kooperationsgenossenschaft bestand aus 3x
LPG Tantow, Schönfeld, Damitzow,
Geesow und 2x Neurochlitz. Im Vorstand der jeweiligen LPG waren:
Staffelde: Hertel,
Siegfried
Puhr;
Harald
Meißner,
Jürgen
Schönfeld: Schmalhans,
Kairies,
Arno
Tantow: Gohlke,
Arno
Fischer,
Geesow: Trillhaase,
Karl
Damitzow: Oswald, Fritz
7
Jürgen Meißner wurde zum Vorsitzenden der KAP berufen. Die KAP hatte
ca. 6.800 ha Ackerland und 700 ha
Wiesen zu bewirtschaften.
Trockenwerk Rosow
1974 kam die LPG Friedrichsthal zur
KAP dazu. Vorsitzender war hier Siegfried Gehrke.
Mitarbeiter des Trockenwerkes
1976 wurde die KAP getrennt in VEG
Pflanzenproduktion Tantow und in
VEG Tierproduktion Staffelde. Der Betrieb hatte 368 Vollbeschäftigte und ca.
15 bis 20 Lehrlinge. So wurde bis 1991
gewirtschaftet.
1983 wird das erste Diagnosegerät im
Betriebsteil Tantow eingesetzt.
ACZ (Agrochemisches Zentrum)
Der VIII. Parteitag der SED charakterisiert die Chemisierung als wesentlicher
Faktor der weiteren Intensivierung der
landwirtschaftlichen Produktion. In immer zunehmenden Maße durchdringt
die Chemie alle Arbeitsprozesse in der
8
Landwirtschaft. In Übereinstimmung
mit der gesellschaftlichen Entwicklung
bereiteten die Landarbeiter und Genossenschaftsbauern der kooperativen
Abteilung Pflanzenproduktion (KAP)
seit 1967 zielstrebig die Ausgliederung
von bestimmten Arbeits- und Produktionsprozessen aus ihren VEG und LPG
vor und streben ihre Zusammenfassung in einer speziellen Einrichtung an.
Dazu nutzen sie ihre „Bäuerliche Handelsgenossenschaft“ (BHG).
Im Juni 1972 wurde durch die Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED
auf dem XI. Bauernkongress der DDR
beschlossen, das ACZ zur zwischenbetrieblichen Einrichtung der LPG,
VEG, GPG, und BHG zu entwickeln,
das direkt die kooperativen Abteilungen und spezialisierten LPG und VEG
der Pflanzenproduktion betreut.
Wichtige Schwerpunkte
• Entladung, Lagerung und
Transport von Mineraldüngemitteln
• Zwischenlagerung von Pflanzenschutzmitteln
• Ausbringen von Mineraldünger
auf die Felder
• Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen
• Mitarbeit beim Einsatz von Agrarflugzeugen
• Übernahme von zwischenbetrieblichen landwirtschaftlichen
Transporten für die KAP, besonders von Erntegütern wie
Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Grüngut sowie Stalldung
• Übernahme der Pflege und
Wartung der Traktoren, LKW’s
und andere mobile Technik für
den eigenen Maschinenpark
Ansässige Betriebe und Unternehmen
Elektroanlagen
•
•
•
Hermann Becker (1923-1953)
Walter Becker (1953-1991)
Lutz Becker (1991)
Bäckerei(en)
• Franz Baseler (1914-1933)
• Johannes Baseler (1933-1966)
• Walter Ehrke (1935-1941)
Malerbetrieb
•
•
Max Schimazek (1914-1952)
Rudolf Schimazek (1954-1975)
Steinsetzer
•
Erich Mecklenburg (1948-
)
Landmaschinen-Schlosserei
•
•
•
•
•
Hermann Kühl (1914-1920)
Rudolf Strebe ( 1920-1970)
Otto Bettac (1935-1961)
Friedrich Reiß (1945-1952)
Herbert Reiß (1952-1958)
Steuerberater
•
Walter Stegemann (1945-1988)
Tierarzt
•
•
•
Dr. Kurt Krenz (1930- )
Dr. Ullrich Näther ( -2001)
Ulrike Eliewsky (2001- )
Bäckerei Baseler
Schneiderei(en)
•
•
•
•
Hans Asmus (1935-1980)
Paul Hoppe (1925-1960)
Grete Haack (
-1945)
Wilhelm Jenek (1946-1960)
Frisör
•
•
•
August Hüfner (1914-1948)
Helmut Hüfner (1948-1968)
Rotbart ( -1940)
Fleischerei
• Wilhelm Schmidt (1914-1923)
• Karl Schulz (1923-1958)
• Fritz Retzlaff (1958-1984)
• Wolfgang Retzlaff (1984)
Hebamme
• Ida
Bartelt (1930-1960)
Schuhmacher
•
•
•
Fritz Haack (1914-1958)
Günter Michaelis (1958-1966)
Erwin Maskow (1946-1949)
Baubetrieb(e)
•
•
•
•
•
•
•
Gustav Städing (1920-1968)
Hermann Kenstel (1946-1977)
Klaus Kenstel (1977- )
Manfred Barz (1989- )
BHS Tantow (1990- )
Otto Marzahn (1920-1955)
Ivo Barkow (1957-1961)
Töpfer
•
Richard Godau (1946-1963)
9
Handels-Unternehmen
• Otto Schulz (1908-1917)
• Wilhelm Schulz (1917-1945)
• Eva Roß (1945-1953), danach
HO
Fuhrunternehmen
• Friedrich Schröder (1930-1935)
• Adalbert Ristau (1935-1939)
• Gustav Myslewic (1939-1945)
• Emil Buchwald (1939-1945)
• Sachs (1939-1945)
Tischlerei
•
•
•
Paul Jayte (1920-1931)
Walter Jayte (1931-1973)
Ferdinand William (1914-1930)
Bürstenmacher
Kolonialwaren Schulz (Originalzustand)
• Johannes Beese (1914-1937)
• Max Klein (1937-1945), danach
Konsum
•
Otto Scherett (
-1945)
Schmiede
• Kollin ( 1945)
• Schreiber (1946-1948)
Handelsbetrieb
•
•
•
•
Gaststätte Max Klein (um 1939)
•
•
•
Karl Trester (1920-1940)
Karl Ruthenberg (1914-1940)
Willi Kiwitt (1940-1945)
Konrad Senger (1915-1945)
Stettiner Einkauf.. (1945-1950)
VEAB / später VEG (1950-1990)
VdgB BHG (1947-1989)
Sattler
•
•
Ernst Suckow (1914-1945)
Karl Adermann (1945- )
Brunnenbauer
• Reinh.Schünemann(1957-1966)
Zimmermann
•
Haus Kiwitt (um 1940)
•
•
•
10
Christian Lau (1910-1915)
Fritz Lewinski (1914-1930)
Karl Wulf ( -1945)
Erich Redepennig (1946-1957)
Bahnhofsgaststätte (Betreiber)
• Tews, Sembach, Bielke, Ristau,
Hübner, Stanitz, ab 1945 Mitropa
Ärztliche Versorgung
Die Bahnlinie Berlin – Stettin
Am 3.08.1840 erfolgte der erste Spatenstich bei Eberswalde für die Strecke
Berlin – Stettin, die auch durch Tantow
führt. Als erstes wurde die Strecke Eberswalde – Berlin fertig gestellt. Anschließend erfolgte das zweite Teilstück von Eberswalde nach Angermünde. Das dritte Teilstück von Angermünde nach Stettin vollendete die
Gesamtstrecke.
Allgemein Medizin
• Dr.med.Büchler (1937-1945)
• Dr. Böhme (1967-1968)
• Dr. Hella Wagner (1969-1997)
• DM Carola Bahr (2002- )
Zahnarzt
•
•
Dentist F. Roepke (1935-1941)
DS Ulrike Jenek (1995- )
Weitere ansässige Unternehmen
seit 1989
Frisör
•
Anke Huth (1993-
)
Floristikgeschäft
•
•
Bahnhof in der Ursprungsausführung
Steffi Steinberg (1995- )
Michaela Pietracz (2003--
)
Getränkevertrieb
•
Fa. Thoss (1999-
)
Metallverarbeitung
•
MBS Frank Beiersdorf(2001-
Physiotherapie
• Matthias
Danker
Sonnenstudio
• Sonnenblume
(Ulrike Jenek)
Steuerbüro
•
Freund & Partner
)
Am 15.08.1843 wurde die Eisenbahnstrecke Berlin – Stettin durch den damaligen König Friedrich Wilhelm IV.
eröffnet. Es fuhren damals täglich 2
Züge. Die Fahrzeit betrug für die gesamte Strecke ca. 4,5 Stunden mit 6
Haltestationen. Auch in dem Jahr wurde der Bahnhof Tantow erbaut. Er ist
somit der älteste in Pommern. 1851
verkehrte der erste Nachtzug auf dieser Strecke.
Ursprünglich sollte die Strecke von
Berlin nach Stettin über Gartz führen,
aber durch den stolzen Eigensinn der
Stadtoberhäupter von Gartz wurde
diese Einbindung nicht zugelassen. Sie
soll regelrecht verhindert worden sein.
Somit wurde sie über Tantow gelegt.
Zu diesem Zeitpunkt trabten noch immer die Rösser vor der Postkutsche.
11
Die Bahnlinie Tantow – Gartz/O
Am 12.12.1912 wurde die Nebenbahnverbindung von Tantow nach Gartz feierlich eröffnet. Die Gartzer hatten sich
für die Inbetriebnahme etwas ganz besonderes einfallen lassen.
Pünktlich am 12.12.1912 um 12:12 Uhr
wurde dieser so bedeutsame historische Fortschritt eingeweiht.
Zu diesem Zeitpunkt hielten in Tantow
nur Personen- und Eilzüge, nicht aber
D-Züge. Der „Feurige Elias“ oder auch
„Salvey-Express“ genannt raste nun
Läutend und pfeifend durch die typische vorpommersche Moränenlandschaft.
Salveymühlen antreibt. Dann taucht
bald aber die Turmspitze der Gartzer
Kirche auf und der Zug bremst stampfend in den mehrgleisigen Bahnhof ein
– ja es gab wirklich zwei Bahnsteige
für den Personenverkehr.
Natürlich löste der verkehrstechnische
Fortschritt das Althergebrachte ab, die
ehrwürdige romantische Postkutsche
ging am 14. März 1913 auf ihre letzte
symbolische Fahrt.
Der Krieg brachte es mit sich, dass
nicht nur der Schiffsverkehr eingestellt
wurde, sondern auch die Gleise der
Bahnverbindung Tantow-Gartz als Reparation von der SMA demontiert wurden.
Die Bahn nach dem 8.05.1945
Haltepunkt Geesow
Das Dorf Geesow, es liegt einen Kilometer vom Haltepunkt entfernt, ist der
einzige Bahnhof an dem der Zug hält.
Milchkannen werden ein- oder ausgeladen, ein paar Hühner oder Enten im
Korb mit lautem Getöse eingeladen.
Bahnhof Gartz/O
Die weitere Fahrt geht am Salveybach
entlang, der in idyllischer Lage die drei
12
Der Tantower Bahnhof wurde Grenzbahnhof. Die polnische Grenze wurde
hinter dem Bahnhof Rosow gezogen.
Da Rosow nur ein Haltepunkt war, eignete er sich nicht zum Grenzbahnhof.
Nachdem die gesprengten Brücken
und Gleise wieder hergestellt waren,
rollten die Reparationszüge der Roten
Armee in Richtung Osten.
1946 verkehrte der ehemalige Personenzug Berlin-Stettin wieder, aber jetzt
nur bis Tantow. Die Verbindung nach
Berlin war wieder hergestellt. Das
zweite Gleis wurde demontiert. Die
Nebenstrecke Tantow-Gartz wurde
stillgelegt.
Da die Dampfloks in Tantow mit Wasser und Kohle versorgt werden mussten, lagerten Kohlen in großen Mengen. Nachts, wenn eigentlich kein Zug
rollte, rollten aber die Kohlen in die Säcke der Tantower Bürger. Warme Stuben und heiße Töpfe waren in dem kalten Winter 1946/47 mehr wie Gold
wert.
Sport in Tantow
1920 -1945
Bahnhof Tantow um 1930
Von Gold und anderen Wertgegenständen musste sich die hungernde Bevölkerung trennen, um etwas Essbares
einzutauschen. Besonders viele Berliner waren darunter. Nicht immer kamen sie mit vollen Rucksäcken zu
Hause an. Polizei stand vor dem
Bahnhof und nahm ihnen die „Hamsterware“ ab. Diese Ware wurde durch
den Wartesaal zum Lokpersonal weitergereicht. Hungernde Berliner wurden betrogen und andere „Hamsterer“
haben sich bereichert.
Bahnhofsvorsteher in Tantow:
• Paul Petschak
• Paul Barz
• Dittmann
• Eberhard Sümnich
Es wurden in Tantow folgende Sportarten betrieben: Fußball, Handball und
Turnen.
Auf einem abgetragenen Kiesberg wurde in Handarbeit ein Sportplatz hergerichtet. Der Gutsbesitzer Balduin von
Eickstedt hat die Sportbekleidung gestiftet. Der Sportbetrieb wurde 1940
eingestellt. Die meisten Sportler wurden Soldat. Im Jugendbereich wurde
der Sportbetrieb etwas länger aufrechterhalten. Den Verein führte Johannes Baseler, Bäckermeister in Tantow, bis zu seiner Einberufung zur
Wehrmacht.
Viele Sportler aus Tantow sind im
Krieg gefallen und einige sind nach
dem Krieg nicht wieder zurückgekommen.
So zum Beispiel Horst Ehrke, Torwart
der letzten Juniorenmannschaft. Er
spielte nach dem Krieg in Cuxhaven,
später war er für den DFB im Norden
für den Spielbetrieb tätig.
Heinz Manthe blieb nach der Gefangenschaft in England.
Heinz Trester spielte in Frankfurt/Main
und war später im Vorstand tätig.
1945 – heute
Bahnhof Tantow 2002
Tantow war mit Flüchtlingen aus den
Ostgebieten voll gestopft.
Darunter auch Bruno Mecklenburg, der
früher in Stettin Fußball spielte.
Ihm ist es zu verdanken, dass der
Sport wieder in Gang kam. 1946 organisierte er das erste Spiel nach dem
Krieg gegen eine Mannschaft aus
Nadrensee.
13
arten erreicht: Turnen, Radball, Straßenradsport, Handball, Leichtathletik,
Schießen, Boxen und Judo.
1947 ging es im Punktspielbetrieb richtig los. Es spielten im damaligen Kreis
Randow Mannschaften aus folgenden
Orten:
Tantow, Penkun, Brüssow, Grambow,
Gramzow, Krakow, Lebehn, Gartz, Casekow und Schönow
Es ging zu Fuß, per Pferd und Wagen
oder mit einigen übrig gebliebenen
Fahrrädern zu den Spielorten. Die
MAS (Maschinen und Ausleihstation)
erhielt den 1. LKW aus der Sowjetunion, dadurch wurde der Raum, der erreichbar wurde, erheblich größer. Es
ging weit nach Mecklenburg hinein.
Der Raum Berlin war auch keine Hürde
mehr.
Mit dem Aufbau der Zentralschule
(1959) und die dazugehörige Turnhalle
wurden auch andere Sportarten möglich. Von Tantower Sportlern wurden
gute Platzierungen im Kreis- ,Landesund DDR-Maßstab in folgenden Sport14
Es gab auch einen Spielmannszug. An
den Erfolgen im Turnen war maßgeblich Herr Taßler beteiligt. Er war Sportlehrer an der Schule in Tantow.
Für den Straßenradsport und Radball
war der Direktor Herr Wangerin verantwortlich. Als Mechaniker zeichnete
sich Heinz Bauer aus. Als Trainer fungierte der Agronom Grimm. Der Schüler Hegeholz aus Hohenreinkendorf
wurde auf Grund seiner Leistungen
zum Sportclub Dynamo Berlin delegiert. Dort schaffte er den Sprung in
die Nationalmannschaft. Eine MalariaInfektion, die er sich bei einer Afrikarundfahrt zugezogen hatte, stoppte
seine weiteren Erfolge.
Im Handball und in der Leichtathletik
hatte Heinz Begert, Sportlehrer an der
Schule, großen Anteil an den Erfolgen.
Den Schießsport prägte der Lehrer Alfred Walter. Er führte Schüler bis zum
DDR-Jugendmeistertitel.
Der Fleischermeister Fritz Retzlaff baute eine hervorragende Boxstaffel auf.
Die Staffel erfolgreich bei DDRMeisterschaften. Seine beiden Söhne
Dietmar (Schwergewicht) und Wolfgang (Mittelgewicht) waren die Erfolgreichsten.
Die Judokas wurden vom Zollangestellten Helmut Loff zu großen Erfolgen
geführt. Die Schülerin Simone Nawrath
(verh. Sempf) erkämpfte mehrere Medaillen bei den DDR-Meisterschaften.
Später aber auch im Studentenbereich.
Der Spielmannszug wurde ebenfalls
von dem Lehrer Alfred Walter geleitet.
Bei öffentlichen Veranstaltungen war
dieser Klangkörper nicht wegzudenken.
All diese Erfolge wären nicht möglich
gewesen, wenn es den MTS-Direktor
Fritz Ostwald nicht gegeben hätte. Der
Tantower Sport hat ihm viel zu verdanken.
Mit der Wende 1989 brach die ökonomische Kraft der Landwirtschaft zusammen und somit auch der Tantower
Sport. Übriggelieben ist ein Fußballverein und einige Freizeitsportler. Das
ist die traurige Bilanz.
Der Schützenverein
Der Schützenverein existierte bis vor
dem Krieg. Zu Pfingsten jeden Jahres
wurde der neue Schützenkönig ermittelt mit anschließendem Vereinsball,
ebenso hatten die Kinder ihr Vergnügen bei Spielen.
Schützenvereine sind in der sowjetischen Besatzungszone verboten worden. Mit der Gründung der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) wurden hauptsächlich Jugendliche an das
Sportschießen herangeführt.
Nach 1989 wurde ein Schützenverein
in Tantow wieder gegründet, der aber
bis zum heutigen Tage nicht in Erscheinung tritt.
Mannschaft von 2002
Nach Jahren der Ruhe im Tantower
Sport gab es ein Wiedererblühen. Die
Unterstützung kam jetzt vom VEG Tantow. Auch dem Direktor des VEG Dr.
Jürgen Meißner gebührt hier der Dank.
15
Freiwillige Feuerwehr in Tantow
1950-1952
Sechziger Jahre
Wehrleiter: Hans
Radünz
Wehrleiter: Hans Roß
Stellvertreter: Ernst Marquardt
Mitglieder: Rudi Zorn, Walter Becker,
Manfred Neumann, Günter Nack, Hans Radünz,
Herbert Milster, Dieter
Kahn
Gerätehaus: ehem. Gemeinde- jetzt
Wohnhaus(Bahnhofstr.23)
Fahrzeug: PKW, Hänger; TSA –
TS8 Spritze
Einsätze: Hammelstall,
Strohmiete,
Hohenselchower Scheunenbrand
16
Stellvertreter: Heinz Bauer
Mitglieder: Ernst Marquardt, Eduard
Richert, Günter Nack,
Kurt Zahmel. Arno
Gandre, Ernst Radünz
Fahrzeug: Granit, Hänger
Einsätze: Schünemann, Staffelde,
Schneeverwehungen1978
Wasser
Ab 1991
Wehrleiter: Klaus Höflich
Stellvertreter: Dieter Marquardt
Mitglieder: Udo Döring, Fred Werbel,
Andre Bauer, Hardy Neumann
Fahrzeug: W50 TLF, MercedesLF
16
Trabant_Kübel
Einsätze:
1996 Staffelde, 1998 Oderhochwasser, Kleiderhalle Rashied, 2000 Möbelhalle, 2001 Großbrand
Friedrichsthal, 2002 Elbehochwasser Prignitz
Schule und Kindergarten
Schule
Um 1870 wurde von der Eickstedtschen Verwaltung eine Schule mit einem Klassenzimmer und einer Lehrerwohnung in der Nähe des Gutshauses
im Gutshof gebaut. Später wurde ein
Klassenraum gebaut. Später wurde ein
Klassenraum angebaut.
ehemalige Gutsschule
Diese ehemalige Gutsschule ging
durch das Bodenreform-Gesetz 1945
auf die Gemeinde Tantow über und
wurde noch weiter den schulischen
Zwecken erhalten.
Die Schule befand sich nach Kriegsende in einem trostlosen Zustand.
Fenster, Türen und sogar die Schulbänke waren demoliert. Der damalige
Bürgermeister Otto Gaede setzte sich
dafür ein, dass die größten Mängel beseitigt wurden.
Die Frage der Lehrkraftbeschäftigung
war schwierig. Die Lehrerin Elisabeth
Kersten begann den Unterricht als Erste am 16. Januar 1946 in einem Raum,
der notdürftig hergerichtet war. Ungefähr 16 Tage später nahm die Lehrerin
Emmi Sanden auch wieder ihre Arbeit
an der Schule auf.
Der Anfang war mehr als schwer. Ein
Lehrer unterrichtete drei Klassen in einem Raum. 1949 standen schon vier
17
Lehrer für die Klassen 1 bis 8 zur Verfügung. Am 1. September 1950 wurde
die Schule eine Zentralschule. Das
Schuljahr 1951/52 gestaltete sich in
Tantow noch recht schwierig. Die Einwohnerzahl überschritt die 1000; somit
stieg auch die Schülerzahl. Die Raumnot machte sich immer mehr bemerkbar. Trotz des Unterrichts am Vor- und
Nachmittag reichte der zur Verfügung
stehende Platz nicht aus. 260 Schüler
besuchten im Schuljahr 1952/53 die
Klassen 1 bis 8.
Zentralschule
Der erste Neubau mit vier Klassenräumen, in dem heute der Kindergarten untergebracht ist, wurde am
5.01.1953 eröffnet.
Schulbetrieb gleichzeitig in der Zentralschule sowie der neugebauten
Schule. Jetzt gab es helle, große und
moderne Klassenräume, ein Lehrerzimmer, ein Büro und eine separate
Turnhalle. Die Schule erhielt eine Sekretärin.
Im April 1959 fand die erste Jugendweihe statt. Es nahmen 9 Schüler daran teil. Ab 1962 sollte jedes Kind die
Möglichkeit haben, eine 10-jährige
Schulzeit an der polytechnischen Oberschule zu absolvieren.
An den Schulen wurde nun großer
Wert auf kulturell-künstlerische Betätigung der Kinder gelegt, ob es nun musikalische Solovorträge, Instrumentalmusik, Chorgesang, Gedichtvorträge,
Volkstänze, Laienspiele, Sketche ja
sogar sportliche Darbietungen waren.
Der Schalmaienzug der Oberschule
Tantow unter Leitung von Herrn Walter
ist besonders hervorzuheben.
Nach der Wende wurde die POS aufgelöst und In Tantow gibt es nur noch
die Klassen 1 bis 6; die Schüler ab
Klasse 7 besuchen die Gesamtschule
in Gartz. Die Grundschule in Tantow
ist die größte im Amtsbereich und hat
einen Einzugsbereich von zehn umliegenden Gemeinden. 167 Grundschüler
besuchen die Tantower Grundschule.
(2003)
An den Tantower Schulen waren u.a.
tätig:
Oberschule
Der zweite Neubau mit zehn Klassenräumen und Turnhalle wurde schrittweise in Betrieb genommen ab Dezember 1959. Dabei erfolgte der
18
Heinz Küster
Minette Schwiede
Emmi Sanden
Elisabeth und Siegfried Kersten
Ruppert
Erich und Erika Wangerin
Arno Taßler
Ursula und Klaus Meixner
Brunhilde Braunsdorff
Frau Zühlke
Giesela Biele
Elsbeth Trapp
Elke und Manfred Tack
Erwin Roggenbuck
Horst Benz
Herr Wegner
Renate und Heinz Begert
Hedwig und Fritz Zehm
Roman Stachowiak
Ingrid Albrecht
Anneliese Bracht
Astrid Lübke
Helga Bachmann
Vera Rehländer
Margit und Dieter Kunow
Adolf Mahns
Waltraud und Günter Stephan
Christa Krenz
Irene Wolf
Fritz Wangerin
Waltraud und Jürgen Klesse
Peter Witte
Heiderose Schmidt
Petra und Arne Stahl
Waldemar Schröder
Erich Zabel
Karla Lübke
Rudi Callies
Beckmann
Ilse-Marie und Wilfried Kleinschmidt
Georg Bressem
Herta Beckert
Helga Schnell
Gerda Sempf
Doris Robinski
Gudrun und Reinhard Buchholz
Ernst Nedwedt
Detlef Werner
Helga Bitterlich
Rainer Bollensdorf
Jünger
Gudrun Mechler
Christa und Heino Schönemann
Karin Janzen
Renate Schadewald
Udo Probstmeyer
Karin Lorenz
Frau Erdmann
Peter Wurzel
Siegfried Soldan
Holger Kliche
Ingrid Zittlau
Karin Paradowski
Helga Heiling
Helga Drews
Frau Molzahn
Agnes Myslewiec (Aufsicht)
Frau Kluge
Sonja Kliemann
Angela Kunerow
Renate Waldmann
Bärbel Jurk
Hannelore Binte
Helga Gentz
Karin Heß
Margret Krüger
Marie Schulz
Doris Gohlke
Alfred Walter
derzeitige Lehrer
Barbara Butenhoff
Dagmar Gustmann
Juliane Becker
Inge Hornburg
Karin Kohlheim
Christiane Frost
Karina Krüger
19
Beate Löhrs
Adelheid Thon
Carola Schwensow
Heidi Ramm
Marita Richter
Christa Wangerin
Margot Peter
1985 erfolgte dann die gesamte Auslastung des Gebäudes, ebenso kam
die Kinderkrippe dazu. Diese befand
sich von 1960 bis 1985 im alten Schulgebäude des Gutshofes.
Direktoren der Schule
Erich Wangerin
Fritz Zehm
Günter Stephan
Reinhard Buchholz
Gudrun Mechler
Doris Gohlke
Marie Schulz
Dagmar Gustmann
Hausmeister
Paul Karmesin
Heinz Bauer
Karl Redenz
Hans-Joachim Boecker
Ingo Zahmel
Klaus Höflich
Die Tantower Grundschule wird nach
Beschluss des Amtsausschusses im
Oktober 2002 umbenannt. Zukünftig
soll sie den Namen „Salveytal-Grundschule“ tragen.
Am Freitag, den 21.März 2003 fand die
feierliche Namensänderung der Tantower Schule statt.
Kindergarten/Kinderkrippe
Im ehemaligen Gutspark wurde 1956
in einer Holzbaracke der erste Kindergarten gegründet. Darin war er bis
1980. Dann zog der Kindergarten in
sein jetziges Domizil, mit zwei Räumen, in die ehemalige Zentralschule.
20
Kindertagesstätte 2002
Im Juli 1992 wurde der Kindergarten
mit Kinderkrippe in die freie Trägerschaft der Volkssolidarität übertragen.
Ab 1995 wurde auch der Hort der
Schule übernommen.
Beschäftigte im Kindergarten
Leiter:
1956-1978 Frieda Laadsch
1978-1990 Anneliese Wolfgramm
1990Gerlinde Witt
Mitarbeiter:
1956-1964 Rosemarie Kenstel
1979-1995 Ruth Sterling
1979Maria Schünemann
1984-1996 Rosemarie Kenstel
Renate
Pintschovius
Monika
Kebschull
Köchin:
Erika
1991-
Asmus
Karin Zemke
Reinigung:
-1994
1994-
Annegret Gensicke
Marina Albrecht
Hort:
1995-1998 Karla Lübke
-2002 Kerstin Becker
Beschäftigte der Krippe
Leiter:
-1991
Ilse Schütt
Mitarbeiter:
-1991
Edith Schön
-2002
Gerda Böttcher
1990Gerlinde Witt
Köchin:
-1991
Erna
Helene Zielinski
Million
Aus Anlass der 500jährigen Feier der
Erbkämmererwürde im Jahr 1857 begann man mit der Ausführung des
Baues. Die Zeichnungen der Kapelle
wurden vom königlichen Geheimen
Oberbaurat Friedrich August Stühler
nach Entwürfen des König Friedrich
Wilhelm IV. von Preußen gefertigt. Die
Bauausführung erfolgte durch den
Maurermeister Steinweg zu
Gartz/Oder.
Die Kindertagesstätte mit derzeit 79
Plätzen hat einen Einzugsbereich von
5 Gemeinden. (Stand: Mai 2002)
Die Schlosskapelle zu Tantow
Am 23. Mai 1858 erfolgte die Grundsteinlegung der Kapelle zu Tantow,
welche durch Friedrich Wilhelm VI. von
Eickstedt erbaut wurde. Die einstmalige Kirche (ecclesia vagans) von Tantow war im Jahr 1805 abgebrannt.
Friedrich Wilhelm VI. von Eickstedt,
Freiherr auf Tantow und Radekow hatte die Absicht, anstelle der abgebrannten Kirche eine Familienkapelle zum
Schloss Tantow zu erbauen.
Zu deren Grundsteinlegung versammelte er 21 Familienmitglieder und
Gäste. An der Stelle des alten zerstörten Altars der früheren Kirche lies er
aus Pietät einen Gedenkstein für Hans
von Eickstedt und Irmgard von Quitzow
errichten. Die Güter Tantow und Radekow, nunmehr 15 Jahre im Besitz
Friedrich Wilhelm VI. von Eickstedt;
waren in den äußeren Verhältnissen
wiederhergestellt, d.h. die Zerstörung
des Krieges 1806-1813 waren beseitigt. Nunmehr war es das Bedürfnis
des Freiherrn und der Gemeinde auch
die kirchlichen Verhältnisse zu ordnen.
Ansicht nach Restauration
Die Kirche wurde in einfachen Formen
als Sichtziegelbau mit flachem Satteldach errichtet, der im Westgiebel durch
eine schmuckvolle Rosette betont wird
und im Dachfirst mit einem Glockentürmchen endet. Den Kircheninnenraum prägen ein sichtbar belassenes
Dachwerk, die durch einen Triumphbogen getrennten gewölbten Apsisfenster sowie einer darunter befindli21
chen Grabplatte für den Ritter Hans
von Eickstedt und seiner Frau Irmgard
von Quitzow.
Zwischen dem Eickstedtschen Schloss
in Tantow und der Schlosskapelle existierte ein direkter oberirdischer Mauerzugang. Am 20/21. April 1945 begann
die Großoffensive der Roten Armee im
Abschnitt des unteren Odertals, wobei
der Ort Tantow fast pausenlos durch
russische Kampfflugzeuge angegriffen
wurde. Hierbei erhielt das Tantower
Schloss einen Treffer im Dachgeschoß. Es wurden Brandkanister, Minen und Bomben abgeworfen und mit
Bord-MG auf die Gehöfte geschossen.
Das Schloss derer von Eickstedt
brannte dadurch völlig aus, ebenso wie
viele Häuser in allen Dörfern der ganzen Gegend um Tantow. Die Schlosskapelle jedoch blieb vom Feuer verschont, wenn auch Granatsplitter ihre
Spuren hinterlassen haben. Die größere Glocke, welche zeitweise links neben dem Eingangsportal angebracht
war, wurde während des II. Weltkrieges eingeschmolzen. Seit den 50-iger
Jahren existiert nur noch das derzeit in
dem kleinen Türmchen vorhandene
Glöckchen, welches gegen die gerissene Glocke von 1848 ausgetauscht
wurde.
Am Ende des Jahres 1998 musste die
Kirche gesperrt werden, da sich die
Deckenbalken verzogen und die gesamte hölzerne Dachkonstruktion herunter zu brechen drohte. Um die Kirche retten zu können, startete Pastor
Warnkros einen Spendenaufruf und
bemühte sich um Fördermittel. Mit einer Vergabe-ABM des diakonischen
Werkes Angermünde und Geldern des
Denkmalschutzes begann die Sanierung. Im Juli 1999 wurde auf Grund erheblicher Schäden am Dachtragwerk
22
mit der Gesamtsanierung des Bauwerkes begonnen.
Die BHS Tantow bekam den Auftrag.
Gemeinsam mit dem Angermünder Architekten Martin Krassuski wird ein Ablaufplan der behutsamen Sanierung
der Kirche entwickelt und das Baugeschehen Schritt für Schritt überwacht.
Im Ergebnis der Sanierung konnte die
ursprüngliche Farbfassung des Innenraumes restauratorisch nachgewiesen
und an Hand der Befunde wieder hergestellt werden. So ist heute ein phantastischer Kirchenraum erlebbar, der
auch im Bereich der Apsis die Originalfassung der blauen Kassetierung mit
goldenen Sternen zeigt.
Am 10. Dezember 2000 wurde in einem Festgottesdienst die Wiedereinweihung der Tantower Kapelle gefeiert.
Im Zuge der zweijährigen Renovierung
war es möglich, den originalen Zustand
des Gebäudes im Äußeren sowie im
Inneren bis auf ganz geringe Unsicherheiten wieder herzustellen.
Pastoren der Gemeinde Tantow
bis 1949
Pastor Welmer
1949-1966 Pastor Reimer
1966
Pastor Dilsner
1966-1990 Pastor Wutzke
1990-1996 Pastor Ponader
ab 1996
Pastor Warnkros
Gräberrestauration auf dem Tantower Friedhof
Kurzfristig wurde im Mai 2000 die letzte Ruhe der gefallenen Soldaten auf
dem Friedhof gestört. 15 Kameraden
des Transportbataillon 120 der Bundeswehr in Werthe (Emsland) haben
die Grabanlagen für 134 deutsche
Kriegstote der letzten Kriegstage des
II. Weltkrieges instand gesetzt. Die 121
Einzelgräber und ein Sammelgrab, in
dem 13 Tote beigesetzt wurden, werden neu gestaltet und im Namen der
Opfer auf den Grabzeichen ausgewiesen.
Abschlussappell nach getaner Arbeit
Öffentliche Einrichtungen
Postamt Tantow ab Oktober 1949
Amtsvorsteher waren Reinhold Schulz,
danach Josef Lawitschka
Es waren 7 Postzusteller angestellt:
Hermann Hemke, Karl Zorn, Wilhelm
Bretsch, Hans Scherett, Ewald Bluhm,
Erwin Gürges und Alois Krippner
Innen- und Schalterdienst:
Karl Mittag, Willi Zimmermann, Hildegard Moritz, Erna Scherett und Charlotte Klug
Es gab sogar eine Reinigungskraft:
Helene Höppner
Gruppenbild von 1951
Der Telefondienst (Vermittlung am
Klappenschrank) wurde abwechselnd
von den Kollegen des Schalterdienstes
übernommen. Es gab 50 Telefonanschlüsse und zwei Fernleitungen nach
Löcknitz.
Die Post kam morgens um 5:30 Uhr
mit dem Zug aus Angermünde an. Die
abgehende Post wurde nachmittags
um 15:30 Uhr mit dem Zug befördert.
Der Transport wurde mit einer vierrädrigen Karre vom Postamt zum Bahnsteig durchgeführt.
Es gab auch noch eine Poststelle I in
Mescherin und Poststelle II in Nadrensee und Pomellen. Die Post zu den
Poststellen wurde mit Pferdefuhrwerken transportiert. (Heinz Mecklenburg
nach Mescherin sowie Heinz Plath
nach Nadrensee bzw. Pomellen)
Zum Einzugsbereich des Postamtes
Tantow gehörten auch folgende Ortschaften: Schönfeld, Damitzow, Radekow, Rosow, Neurochlitz, Hohenreinkendorf sowie Geesow einschließlich Mühle.
Alle Zusteller traten ihren Dienst zu
Fuß bzw. mit dem eigenen Fahrrad an.
So kam z.B. der Kollege Karl Mittag,
der Älteste, jeden Morgen um 5:30 Uhr
zu Fuß aus Neurosow zum Dienstantritt.
23
Im Jahr 1952 wurde auch jeweils eine
Poststelle in Radekow und Geesow
eingerichtet. Die Post wurde persönlich
von den jeweiligen Poststellenverwaltern abgeholt. Später wurden noch
weitere Poststellen eingerichtet, welche die Post ab 1957 per Auto von
Gartz erhielten.
1999 wurde dann dieses Gebäude geräumt und die komplette Einrichtung
mit gleichen Dienstleistungen in der
Lindenallee (Nähe der Schützenklause) wieder eröffnet.
Seit Juli 2002 wurde die Poststelle abermals umgelagert. Nun hatte Tantow
eine Post im Souvenirshop Ruth Nägel
in der Lindenallee. (ehemaliges LPGBüro)
Dieser Shop wurde aber im April 2003
wieder geschlossen, so dass es seit
diesem Zeitpunkt in Tantow keinen
Postservice mehr gibt, obwohl in dieser
kurzen Zeit diese Poststelle über einen
elektronischen Postschalter verfügte
und Leistungen der Postbank in Anspruch genommen werden konnten.
Postamt in den 50iger Jahren (Bahnhofstrasse)
Nach dem Tod von Kollege Josef Lawitschka wurde Frau Hildegard Moritz
Amtsleiter, die dann mit dem Kollegen
Alois Krippner den Schalterdienst übernahm. Bald darauf wurden durch
die Einrichtung von weiteren Poststellen im Bereich die Kollegen Willi Zimmermann, Erwin Gürges und Alois
Krippner entlassen.
Mittlerweile gab es dann nur noch Wally Kahn und Hildegard Pehl als Briefträger. Als Vertreter und technische
Kraft kam Frau Emma Krippner dazu.
Den Schalterdienst hatten zu dieser
Zeit Frau Hildegard Moritz sowie Frau
Christel Klawitter.
Bis 1989 waren dann als Postzusteller
Frau Wally Kahn als auch Frau Rosi
Seecker sowie am Schalter Frau Christel Klawitter und Frau Emma Krippner
tätig.
Mit der Wende Ende 1989 wurde der
herkömmliche Postbetrieb in diesem
Gebäude in der Bahnhofstrasse eingestellt. Hier wurde ein Getränkeshop mit
Post-Dienstleistungen eingerichtet.
24
Das Bankwesen
Das Bankwesen spielte sich bis 1945
hauptsächlich bei der Post gegenüber
dem Bahnhof ab. Die Tantower tätigten
hier ihre Geldein- und auszahlungen.
Einige Bürger hatten auch ein Postsparbuch.
Die Filiale der Spar- und Darlehenskasse wurde bei der Firma Schütz
(Salveymühle III) betrieben. Auch hier
konnte man Ein- und Auszahlungen
sowie Spareinlagen wie bei der Post
tätigen. Eine Zahlstelle wurde in der
Fleischerei Karl Schulz (heute Fleischerei Retzlaff) eingerichtet. Damit
wurde den Tantowern der Weg zur
Salveymühle erspart.
Lohnzahlungen wurden von den Betrieben wöchentlich in bar ausgezahlt.
Nach 1945 lief der Geldverkehr weiter
bei der Post. Mit der Gründung der
VdgB BHG wurden die Bankgeschäfte
hauptsächlich hier getätigt. Die Einrich-
tung entstand auf dem Gelände der
abgebrannten Mühle Karow. Paul Stolzenburg war Hauptkassierer. Danach
wurde Frau Giesela Gandre Hauptkassierer bis 1992.
Fast der gesamte Geldverkehr der
Bauern, Handwerker und Betriebe
wurde hier abgewickelt. Auf abenteuerliche Weise wurde sogar die Rente per
Fahrrad zu den umliegenden Ortschaften gebracht; ohne jegliche Sicherung.
Nach 1989 wurde der Bankverkehr von
der Raiffeisen Bank übernommen.
Hauptkassierer blieb Frau Giesela
Gandre, Stellvertreter war Frau Dagmar Hertzfeld. Seit ist Frau Dagmar
Hertzfeld Filialleiterin der Volksbank
Uckermark, die ihren Sitz in der Bahnhofstrasse 33 hat. EC-Karten und
Geldautomaten bestimmen heute das
Bankgeschäft.
Gaststätten/ Kolonialwaren/ Pensionen
Gaststätte, Kolonialwaren und Ausspanne gegenüber dem Bahnhof
Bis 1937 Inhaber Johannes Beese
Von 1937 – 1945 Max Klein
Der Inhaber Johannes Beese ging
1937 in Rente. Er verkaufte das Anwesen an den Kaufmann Max Klein (bis
1937 in Stettin tätig). Dieses Anwesen
liegt gegenüber dem Tantower Bahnhof. Johannes Beese baute sich vom
Verkaufserlös ein Haus in der jetzigen
Bahnhofstrasse 24 gegenüber der
Tischlerei Jayte.
Im Hauptgebäude befanden sich die
Gaststätte, Kolonialwaren, Saal, Küche, Wohnung sowie oben Zimmer für
Personal und drei Gästezimmer. Für
Familie Klein waren noch 3 Angestellte
tätig. Ab 1939 kam noch ein Pole für
die Hofarbeiten dazu.
Max Klein (Ansicht von 1938)
Im Nebengebäude war ein Frisiersalon. Hinter dem Laden wohnte bis 1938
eine Jüdin namens Unger. Nach der
„Kristallnacht“ war sie plötzlich verschwunden. Sie ging sicher den Weg
der meisten Juden zu dieser Zeit in
Deutschland.
Oberhalb des Frisiersalons waren zwei
Wohnungen. In der einen wohnte der
Frisör mit seiner Familie und in der anderen die Familie Schössow. Nachkommen der Familie Schössow wohnen heute noch in Tantow.
Ab 1943 wurde der Saal als Büro der
Firma Siemens eingerichtet. Wegen
der Luftangriffe auf Stettin verlagerte
die Firma die Verwaltung nach Tantow.
Im Frühjahr 1945 wurde der Saal als
Hauptverbandplatz eingerichtet. Verwundete Soldaten der Wehrmacht, die
von der Oderfront kamen, erhielten
hier ihre erste Versorgung.
Max Klein wurde 1942 als Parteimitglied der NSDAP zum Bürgermeister
benannt, musste es aber nach dem
Krieg im Internierungslager Neubrandenburg bitter büßen. 1945 wurde die
25
Familie enteignet. Einige Tantower
Bürger spielten hierbei keine rühmliche
Rolle. Er war Mitläufer, aber mit Sicherheit kein Nazi. Nach der Enteignung wurde die Gaststätte vom Konsum übernommen. Der erste Leiter war
Karl Mecklenburg. Heute steht auf dem
Gelände ein Mehrfamilienhaus. (5 WE)
Die heutige Schützenklause
An der Ecke B113 und Bahnhofstrasse
gegenüber des Bahnübergangs steht
ein zweistöckiges Gebäude. Anfangs
war es eine Ausspannung mit Landwirtschaft. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Anwesen zur Gaststätte mit
Saal und einem Geschäft mit Kolonialwaren des täglichen Bedarfs.
Dieses Anwesen war von 1908 bis
1917 im Besitz der Familie Otto
Schulz. Von 1917 bis 1945 führte der
Sohn Wilhelm Schulz die Geschäfte.
Aufnahme von 1930
Das Angebot im Laden wurde ständig
erweitert. Vom Salzhering bis hin zu
Südfrüchten wurde alles angeboten,
was der Markt hergab. Freitags war für
die meisten Familien Großeinkaufstag.
Der Lohn wurde wöchentlich am Freitag in einer Lohntüte bar ausgezahlt.
Monatsgehälter gab es noch nicht. Mit
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Schüsseln, Kannen und anderen Behältnissen wurde das Notwendige für
die Woche eingekauft. Verpackungsprobleme, die die Umwelt belasten,
gab es nicht.
Heringe, Gurken, Sauerkraut, Mostrich,
Marmelade und viele andere Waren
wurden aus Holzfässern verkauft.
(½ Tasse Mostrich für 5 Rpf)
War der Einkauf einer Familie groß
genug, gab es eine Spitztüte Bonbon
für die Kinder gratis. Bei der Familie
Schulz gab es außerdem 3% Rabatt.
Der nach dem II. Weltkrieg eröffnete
Konsum hat die versprochenen 3%
Rabatt bis zur Wende 1989 nie ausgezahlt, es kam maximal zu einer Rückvergütung bis zu 2,5%. Die Verwaltung
wurde auf Grund der Aufgabenstellung
besonders in den Dörfern immer größer.
Im Saal (100-120Plätze) haben die
Tantower viele schöne Feste gefeiert.
Ab den 30iger Jahren bis 1945 gab es
wöchentlich eine Filmvorführung. Es
gab die besten UFA-Filme. Einige werden heute noch im Fernsehen gezeigt.
Marika Röck, Johannes Heesters, Ilse
Werner, Marianne Hoppe, Theo Lingen, Hans Moser, Heinz Rühmann und
Hans Albers waren die Idole.
Ab 1939 wurden die Waren des täglichen Bedarfs rationiert. Zum Bleistift
kam die Schere. Aus der Lebensmittelkarte mussten die entsprechenden
Teilmarken abgeschnitten werden. Abends mussten die Marken auf große
Bögen geklebt werden.
1945 ging auch die Familie Schulz auf
die Flucht. Im Sommer 1945 kamen
die meisten Familien nach Tantow zurück. Es ging ans große Aufräumen. Im
Herbst 1945 gab es die ersten Lebensmittelzuteilungen. Diese wurden
von der Familie Schulz verkauft. Die
Tochter Eva heiratete und hieß nun
Roß. Mit ihrem Mann Hans wurde das
Geschäft und die Gaststätte wieder in
Schwung gebracht.
1946 gab es wieder die ersten Tanzvergnügen. Strom gab es zu dieser
Zeit in Tantow noch nicht. Der Saal
wurde mit Petroleumlampen ausgeleuchtet. Von Holzpantinen bis Knobelbecher reichte die exotische Fußbekleidung.
Wilhelm Schulz übergab das Geschäft
an seine Tochter Eva und an den
Schwiegersohn Hans Roß. Neben dem
Konsum blieb das Geschäft ein beliebtes Einkaufszentrum und in den
Gasträumen ein beliebter Treff Tantower Familien. Hervorzuheben ist die
absolute Ehrlichkeit der Familie
Schulz/Roß. Es wurde auf den Pfennig
genau gerechnet, aber auch der Pfennig Schulden eines jeden Kunden eingefordert.
Anfang der 60iger Jahre wurde der
staatliche Druck auf den Mittelstand so
groß, so dass es zur Geschäftsaufgabe kam. Unter Führung der Familie
Roß wurde es eine HO-Gaststätte. Der
Laden wurde geschlossen. Der Zuspruch der Tantower blieb auch jetzt
ungebrochen.
In den 70iger Jahren gab die Familie
Roß aus gesundheitlichen Gründen die
Leitung der HO-Gaststätte auf. Neuer
Betreiber wurde die Familie Christa
und Bruno Gandre. Beide führten die
Gaststätte unter dem Namen „Bruno’s
Eck“ bis kurz nach der Wende 1989.
Die Gebäude wurden von der Familie
Roß an die Gemeinde verschenkt. Die
Familie Gandre wollte diese von der
Gemeinde kaufen. Einige „schlaue“
Gemeindevertreter trieben den Preis in
die Höhe, so dass vom Kauf Abstand
genommen wurde. Weit billiger kaufte
der Tantower Schützenverein dieses
Objekt. Die neue Gaststätte wurde un-
ter dem Namen „Schützenklause“ wieder eröffnet.
Schützenklause (Innenansicht)
Inzwischen kam die DM und auch
Westpreise in die Gaststätte. Nun zogen sich die Tantower in ihre eigenen
vier Wände zurück.
Seit Herbst 2002 ist die „Schützenklause“ geschlossen. Bleibend sind nur
Erinnerungen an vergangene schöne
Feste.
Die Ladenstube
Auf dem Hof der Fleischerei Retzlaff
hat die Inhaberin Anke Retzlaff seit
Mitte März 2002 die „Ladenstube“ eröffnet. Es gibt Frühstück und Mittagessen nach deftiger Hausmannskost.
Herr Buss versorgt in der Ladenstube
die Bürger darüber hinaus mit edlen
Getränken.
27
Baugeschehen
Die Ortslage Tantow wird durch Bauten aus unterschiedlichen Epochen
geprägt. Der älteste Teil befindet sich
am ehemaligen Guts- und Wirtschaftshof, der derzeit durch einen Baustoffhandel genutzt wird. An den Hof
schließen sich Schlosspark und denkmalgeschützte Schlosskirche an.
Ein Beispiel für einen ortstypischen
Dreiseithof, gekennzeichnet durch eine
einfache Bauweise mit Feldsteinmauerwerk, ist der ehemalige Kutscherhof
in der Dorfstraße.
Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten
in Tantow verschiedene Dorferweiterungen infolge des Bahnanschlusses
Berlin-Stettin. In diesem Zusammenhang entstanden beispielsweise die
Bürgerhäuser und die Speichergebäude in der Bahnhofstraße.
In den Jahren 1930 bis 1939 erfolgte
eine weitere bauliche und strukturelle
Erweiterung Tantows. Gebaut wurden
dabei die Wohnhäuser im Siedlungsweg im Rahmen des NSDAPSozialprogramm.
Die Schulstraße wird durch die sogenannten Neubauten aus den 60iger
Jahren mit 4 bzw. 24 WE (Wohneinheiten) und einem Garagenkomplex sowie
14 Eigenheime gekennzeichnet.
Gegenüber dem ehemaligem Wirtschaftshof und dem abgebranntem
Schloss wurde ab 1950 die LPG „Freie
Erde“ eingerichtet. In diesem Zusammenhang wurden die Häuser entlang
der Lindenallee weiter ausgebaut.
Die letzte große bauliche Erweiterung
erfolgte bis etwa 1990 entlang der verlängerten Bahnhofstraße in Richtung
Tantow-Ausbau. Hier wurden mehrere
Eigenheime als Typenbauten errichtet.
Seit der Wende 1989 entstanden weitere neue Eigenheime. (Dez. 2002)
28
1953 Bau der MTS-Häuser in der Bahnhofstraße, bezogen 1954, 3Zimmer-Wohnung, 25,- Mark Miete
Bau der Zentralschule in der Bahnhofstraße (heute Kindergarten)
1954 Baubeginn MTS-Häuser in der
Schulstraße, bezogen 1956, 3Zimmer-Wohnung, 27,- Mark Miete
Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen aus Tantow (Gebäude am Bahnhof, heute Nutzung für
Zoll und BGS)
1957 Baubeginn Gemeindehäuser in der
Schulstraße, bezogen 1958 (4
WE), 62 m², 36,- Mark Miete; (12
WE), 2 ½ -Zimmer-Woh-nung,
45,50 Mark Miete
1959 teilweise Inbetriebnahme der neugebauten 10-Klassen-Schu-le mit
Turnhalle (Schulstraße)
1977-1979
Bau von 14 Eigenheime in der
Schulstraße
1987 5 WE vom VEG (P) erbaut, gegenüber dem Bahnhof (ehemals Konsum), 1985/86 Abriss des alten
Gebäudes
1994 Einweihung des neugebauten Feuerwehrhauses
2000 am 10.12. Wiedereinweihung der
Schlosskapelle nach 2-jäh-riger
Renovierung
2002 Einweihung des Oder-Neiße-Radweges, Bauabschnitt Ortsausgang
Tantow entlang der B113 bis Kreuzung Schönfeld
Bau des Abwassernetzes
Die Gemeindevertretung von Tantow
beschloss 1994 den Abwasseranschluss ans Gartzer Klärwerk. Dabei
sollen die Lindenallee, Siedlungsweg,
Schulstraße und Hohenreinkendorfer
Straße angeschlossen werden. Im Mai
1999 begannen die Firmen GAST aus
Gartz sowie TRF aus Frauenhagen mit
den Bauarbeiten. Für die Grundstückseigentümer besteht Anschlusszwang.
Unfälle/ Katastrophen/ Unwetter
Drei Täter erschossen Oberlandjäger
Krüger zwischen Tantow und Greifenhagen am 9.01.1932
Am Abend des 9. Januar 1932 war der
Oberlandjäger Hermann Krüger auf der
Straße von Tantow nach Greifenhagen
unterwegs, als er Radfahrer, die ohne
Licht fuhren, anhalten wollte. Einer der
Radfahrer schoss sofort auf den Beamten, der von vier Schüssen getroffen wurde.
Materiallagerung in der Bahnhofstraße
Die Gemeinde hatte 1992 schon einmal begonnen, Abwasserleitungen zu
bauen. Die ungenutzten Leitungen
versucht die ZOWA nun in das Projekt
einzubinden. Allerdings sind die Rohre
und Schächte zum Teil sanierungsbedürftig.
Im Herbst 2002 werden die Bauarbeiten in der Bahnhofstraße fortgesetzt.
Dabei erhält die Straße abschließend
eine Schwarzdecke.
Gedenkstein nähe Kreuzung B113/B2
Trotz sofortiger Hilfe verstarb der Oberlandjäger zwei Tage später. Die
flüchtigen Täter konnten später dingfest gemacht werden, wobei einer von
ihnen in Polen zum Tode verurteilt
wurde.
Bahnhof Tantow Silvester 1943
Durchörterung am Bahnübergang
Morgens gegen 6:00 Uhr ein fürchterlicher Knall! Alle Tantower glaubten, eine Bombe sei explodiert. Was war geschehen?
Zwei Lokomotiven kamen aus Stettin
und sollten in Tantow auf ein Nebengleis den Fronturlauberzug aus Danzig
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die Durchfahrt gewähren. Der diensthabende Eisenbahner Karl Haase aus
Tantow stellte die richtige Weiche. Die
Lokomotiven fuhren zurück, aber nicht
weit genug. Sie blieben im Weichenbereich stehen.
Der ankommende D-Zug raste mit voller Geschwindigkeit auf die stehenden
Lokomotiven. Dieses Zugunglück kostete 49 Menschen das Leben, 3 weitere starben an den Folgen in Krankenhäusern in Stettin. Den Hilfeleistenden
bot sich ein grauenhaftes Bild.
Der Eisenbahner Karl Haase wurde zu
einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Diese endete am 8. Mai 1945. Danach
arbeitete er wieder auf dem gleichen
Stellwerk des Tantower Bahnhofs bis
zur Rente.
Unwetter mit hühnereigroßen Hagelkörner am 15.07.1994
Das Unwetter an diesem Freitag hat
einen Streifen der Verwüstung in der
Uckermark hinterlassen. Die Gemeinden Hohenselchow, Geesow, Petershagen, Schönfeld und Tantow waren
am stärksten betroffen. Während es im
4 Kilometer entfernten Casekow nur
einige Tropfen regnete, fielen bei uns
ca. 57 Liter pro m² in nicht mal einer
Dreiviertelstunde. Normalerweise fallen
etwa 20 Liter pro m². Das Ungewöhnlichste daran war, dass das Hagelgewitter aus Richtung Osten von der Oder kam. Im Bereich der Agrargenossenschaft Schönfeld sind 90% des
Rapses, 40% des Weizens, 60% der
Zuckerrüben, 70% des Maises und bei
den Sonnenblumen 50% dem Hagel
zum Opfer gefallen. Während Raps
und Weizen regelrecht auf dem Halm
ausgedroschen worden sind, haben
die Hagelkörner die größeren Pflanzen
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wie Rüben, Sonnenblumen und Mais
einfach zerschlagen.
Ehrungen/ Jubiläen/ Feste
30. September 1958 Volksfest
Die Straßen sind gesäubert und festlich geschmückt. Es werden Gäste aus
dem ganzen Kreis erwartet.
Um 9:00 Uhr wird die Landwirtschaftsausstellung im Maschinenhof
der MTS eröffnet. Das Orchester der
Nationalen Volksarmee spielt flotte
Marschmusik. Auch die neue Mittelschule zeigt eine Ausstellung. Geholfen dabei hat der Patenbetrieb, das
Ministerium für Verkehrswesen.
Im Park ist großes Getöse. Gleich vorn
kann man die Treffsicherheit beim
Schießen beweisen. Es ist eine Bühne
aufgebaut, wo der Minister für Verkehrswesen, Kramer, eine Rede hält.
Anschließend bietet das Ensemble der
Deutschen Grenzpolizei ein buntes
Programm. Beim Tanz spielt das
Schauorchester Heinz Igel auf. Es wird
bis spät in die Nacht getanzt, gesungen und gelacht.
13.-15. Dezember 1991 1. Tantower
Miniweihnachtsmarkt
Mit der Idee der Gewerbetreibenden
von Tantow wird dieser 1. Miniweihnachtsmarkt stattfinden auf dem Gelände des ehemaligen VEG. Für die
Kleinen kommt der Weihnachtsmann.
Außerdem sorgen Kutschfahrten und
Reiten für Abwechslung. Für das leibliche Wohl gibt es Wildschwein am
Spieß, Kaffee und Kuchen, Glühwein
u.v.m. Die Feuerwehr wird den Einsatz
ihrer Technik vorführen.
1999 buhlten gleich zwei Weihnachtsmärkte um ihre Kunden, die nur ein
Steinwurf voneinander entfernt lagen.
Dabei drohte der beliebte Weihnachtsmarkt, der in den Vorjahren viele
Besucher auch von außerhalb anlockte, in diesem Jahr auszufallen.
Die Gemeinde konnte mit einer Haushaltssperre keinen Pfennig locker machen. Tantower Gewerbetreibende griffen zur Selbsthilfe. Während am Wochenende auf dem Gelände der Schützenklause Händler und Wirtsleute um
Kunden buhlten, tummelten sich am
Blumengeschäft Steinberg viele Tantower ebenfalls an Händlerständen.
Rassegeflügelschau 1998
Am 12. und 13. Dezember zeigten die
Rassegeflügelzüchter des RGZV
„Sperber 52“ Gartz und ihre Zuchtfreunde aus nah und fern 500 Spitzentiere auf ihrer diesjährigen Vereinsschau in Tantow. Sechs Preisrichter
nahmen eine strenge Bewertung der
Tiere vor.
Tantower engagiert sich 25 Jahre für
Wetterdienst
Am 24.10. 2002 haben zwei Mitarbeiterinnen der regionalen Messnetzgruppe
Potsdam des Deutschen Wetterdienstes den 66jährigen Tantower Günter
Stephan mit einer Urkunde und der
Wetterdienstplakette ausgezeichnet.
25 Jahre hat Stephan, der in der Tantower Schule 32 Jahre lang unterrichtete, täglich um 7:30 Uhr den Niederschlag gemessen. Dazu zählt aber
auch die Wetterentwicklung zu beo-
bachten, die Form des Niederschlages
festzuhalten und die Witterungsverhältnisse aufzuschreiben.
Inselfest in Damitzow
Das traditionelle Inselfest in Damitzow
soll erstmalig im Jahr 1961 stattgefunden haben. In einem Artikel vom „Uckermärker“ vom 11.08.1997 heißt es
nämlich, dass dieses Fest nun schon
seit 36 Jahren veranstaltet wird.
Die Gemeinde als Veranstalter in Zusammenarbeit mit den Vereinen des
Ortes organisiert ein unterhaltsames
Programm für Jung und Alt und findet
in den Sommermonaten statt.
Letztmalig fand das traditionelle Inselfest Anfang August 1999 statt. Spätere
Feste unter diesem Namen waren eigentlich nur Disco- und Tanzveranstaltungen.
Tantower Kinderfest
Anfang Juni 2001 fand auf dem Gelände neben der Schlosskapelle auf Initiative des Bürgermeisters Herrn Gerd
Schimazek erstmals wieder ein Kinderfest statt. Vorher hatten ABM-Kräfte für
Ordnung gesorgt. Es wurden Bäume
beschnitten, Gestrüpp beseitigt und
Gras gemäht, einige Holzbuden aufgebaut und eine kleine Tanzfläche aus
Beton geschaffen.
Für die Kinder wurden Spiele organisiert und auch die Freiwillige Feuerwehr sorgte für Programm. Kaffee und
Kuchen sowie Gegrilltes wurde angeboten. Abends gab es ein großes Lagerfeuer und Tanzveranstaltung für die
Großen.
Ab 2002 wurde das Kinderfest jährlich
gefeiert.
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Kommunalpolitik
der ehemaligen Schulspeisung in der
Bahnhofstraße 5 ab.
Bürgermeister der Gemeinde Tantow
vor 1945
Hermann Genz
1942-1945 Max Klein
1945
Emil Schössow (1. Bürgermeister nach dem
Krieg)
in kurzen Abständen folgten:
Otto
Gaede
Max
Mecklenburg
Hermann
Becker
Hermann
Milster
Adalbert
Ristau
Karl
Marquardt
Willi
Plath
Ernst Kolbe (Polizist)
Vieck
1954
Karow (Polizist)
1955
Herbert Schulz
1956
Günter Jentsch
Wilbrand
Werner
Ladenthin
Wolfgang
Saarow
1972-1985 Walter Look
1985-1987 Bovermin
1988
Hans-Joachim Karolow
1990
Fritz Wangerin
bis 1998
Andreas Roggenbuck
1998-1999 Mario Krüger
2000
Marita Richter
2000-2001 Bärbel Schulz
2000-2003 Gerd Schimazek
2003
Axel Becker (seit Januar
Bürgermeister der Großgemeinde Tantow)
Das Bürgermeisterbüro befand sich
früher im jetzigen Wohnhaus in der
Bahnhofstraße 23 und später im Gebäude der heutigen Raiffeisenbank.
Seit 2002 hält der Bürgermeister seine
Sprechstunden im Gemeindebüro mit
Mehrzweckraum und kleiner Küche in
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Ortsteil Tantow-Ausbau gehört zu Tantow
Die Gemeindevertreter stimmten dem
Flächentausch der Gemeinden Hohenreinkendorf und Tantow zu. Damit soll
der Ortsteil Tantow-Ausbau rechtlich
auch der Gemarkung Tantow überschrieben werden.
Für die Bewohner der betroffenen
Siedlung ändert sich praktisch nichts.
Sie sind ohnehin schon als Tantower
gemeldet.
Gemeindefusion
Am 29.01.2003 fand auf Grund der
Gemeindefusionen Tantow und Schönfeld zur Großgemeinde Tantow die
Wahl des Bürgermeisters statt.
Die Wahl ergab:
Bürgermeister: Axel
Becker
Stellvertreter: Olaf
Metzke
Vertreter im Amtsausschuss:
Jan
Eggemann
dessen Stellvertreter:
Christa
Wangerin
Dem bisherigen Bürgermeister Herrn
Schimazek ist es federführend zu verdanken, dass in seiner Amtszeit ein
Dorferneuerungsplan aufgestellt wurde.
Hauptschwerpunkte darin liegen:
•
•
Gestaltung des Bahnhofvorplatzes
Gestaltung des Schlossparks
• Gestaltung der Feierhalle
• Erneuerung und Umgestaltung der
Schulstraße und des Siedlungsweges mit Außenanlagen und Straßenbau
• Gestaltung der Räumlichkeiten für
die Gemeindevertretung im ehemaligem Gebäude der Schulküche
Aufgrund des wirtschaftlich schwachstrukturierten ländlichen Raumes und
der mangelnden wirtschaftlichen Stabilität kann zunächst in naher Zukunft
noch kein Bevölkerungszuwachs in der
Gemeinde Tantow erwartet werden.
Eine Trendwende ist direkt abhängig
von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Region und insbesondere
der Entwicklung des Grenzgebietes.
Der neue Ortsbürgermeister
Olaf Metzke ist neuer Ortsbürgermeister des Ortsteils Tantow. Am 26.
März 2003 fand die Wahl der gesetzlichen Vertreter des Ortsbeirates Tantow statt.
Nach dem Rücktritt von G. Schimazek
hat nun Tantow bis zum 26. Oktober
wieder einen Ortsbürgermeister. Dann
werden die Wahlberechtigten des
Ortsteil Tantow drei Ortsbeiräte wählen. Aus diesen heraus wird der neue
Ortsbürgermeister gewählt.
Bevölkerungs-Entwicklung
In der Gemeinde Tantow leben etwa
690 Einwohner (Stand 2001). Im Jahr
1960 hatte die Gemeinde die höchste
Einwohnerzahl von ca. 1200. Danach
war ein starker Bevölkerungsrückgang
zu verzeichnen, der sich seit 1989
wieder stabilisiert hat.
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Was gibt es Neues aus den Nachbargemeinden
Gartzer Bürgermeister kommt aus
Geesow
Der Geesower Ortsbürgermeister Lutz
Mademann ist neuer Bürgermeister der
Stadt Gartz. So hatten 30 von 35 Vertretern der Stadt Gartz, die sich aus
den Ortsteilen Gartz, Geesow, Hohenreinkendorf und Friedrichsthal zusammensetzt, am 30. Januar 2003 den
Weg ins Gartzer Rathaus gefunden,
um einen neuen Bürgermeister zu
wählen.
Mit 21 Stimmen setzte er sich gegen
den Kandidaten der SPD, Burkhard
Fleischmann, durch.
Mescheriner Bürgermeister kommt aus
Neurochlitz
Die Gemeinden Mescherin, Neurochlitz, Radekow und Rosow haben sich
im Zuge der Gemeindegebietsreform
als Großgemeinde Mescherin zusammen gefunden. Von den 12 Gemeindevertretern setzte sich Wilfried Burghardt in der Wahl mit sieben zu drei
Stimmen gegen den Mescheriner Bürgermeister Karl Menanteau durch.
Das Vorpommersche Amt Gartz/O
Zu den Wurzeln des Amtes
Der 21. Juli 1992 war Stichtag. 18
Gemeinden bildeten den Grundstein
für das heutige Brandenburg-Vorpommersche Amt Gartz. Am 7. August
des Jahres wurde mit dem Casekower
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Dr. Wolfgang Germer der Amtsausschußvorsitzende gewählt. Seine Stellvertreter waren Dietrich Kaecker und
Hans Dünow. Zum Amtsdirektor machte der Ausschuß den damaligen Gartzer Bürgermeister Hartmut Wohlthat.
Geblieben von den Amtsleitern dieser
Zeit ist nur die Kämmerin des Amtes,
Angelika Böcker. An ihrer Stelle standen damals der Tantower Andreas
Roggenbuck, der das Haupt- und Ordnungsamt führte sowie der langjährige
inzwischen pensionierte Bauamtschef
Max Roeschke.
Zum 1. Oktober des selben Jahres
kamen Vierraden und die Gemeinde
Hohenfelde zum Amt. Damals zählte
es 9358 Einwohner, im vergangenen
Jahr (2001) waren es nur 350 Einwohner weniger. Es verfügt über eine Fläche von 306 km² und ist im Landkreis
Uckermark flächenmäßig das zweitgrößte Verwaltungsamt.
Die Amtsgemeinden haben folgende
Bürgermeister: (Oktober 2002)
Blumberg: Ernst Mahlow
Casekow: Andreas Hinz
Friedrichsthal: Angelika Metzke
Gartz:
Ulrike Siebeke
Geesow: Lutz
Mademann
Groß Pinnow: Norbert Dittmann
Hohenfelde: Dieter Fiedler
Hohenreinkendorf: Manfred Krapalies
Hohenselchow: Angelika Pieper
Luckow-Petershagen: Donata Oppelt
Mescherin: Karl Menanteau
Neurochlitz: Wilfried Burkhardt
Radekow: Ursula Laatsch
Rosow: Karl
Lau
Schönfeld: Axel Becker
Tantow: Gerd
Schimazek
Vierraden: Karin Stockfisch
Wartin: Ursula
Barkow
Woltersdorf: Manuela Ellerkamp
Anekdoten
Die landwirtschaftlichen Kenntnise des
Herrn Major von Eickstedt
Bei einer Ausfahrt über die Felder sagte er zum Kutscher:“ Die Kartoffeln
blühen aber gut!“ „Herr Major, das ist
ein Luzerneschlag.“
Bei einer der nächsten Ausfahrten sagte der Major wiederum zum Kutscher:
“Die Luzerne blüht aber prima.“ „Herr
Major, das ist ein Kartoffelfeld.“
Für Kenner: Die Luzerne blüht blau
und es gibt Kartoffelsorten, die ebenfalls blau blühen.
Fazit: Der Major hatte keine Ahnung
von der Landwirtschaft, aber einen guten Inspektor!
Begebenheiten vom Gut Tantow
Der Major von Eickstedt bestellt ein
Holzfass französischen Cognac. Dieses Fass musste vom Güterbahnhof
abgeholt werden. Zwei Pferdeknechte
mussten es abholen. Beim Überrollen
zum Wagen rollte es am Steg vorbei
und zerbrach auf dem Pflaster.
Der Rausschmiss der beiden Knechte
war sicher, also dann schon mit französischem Cognac. Mit Händen und
Zunge wurde soviel wie möglich aus
dem Rinnstein gerettet. Die Beichte
wurde vertagt.
Das Donnerwetter und der Rausschmiss folgten sofort. Einer der Beiden ging nach Keesow zu seiner
Liebsten, zeugte in Cognac-Laune einen Sohn (so sagt man) und er selbst
fand im Gut Keesow eine neue Anstellung als Pferdeknecht. Er lebte mit seiner Familie bis zu seinem Tod dort
glücklich und zufrieden. Die Nach-
kommenschaft lebt heute noch in Tantow und Umgebung.
Fazit: Der Zorn des Majors führte zu
einer glücklichen Familie!
Im Schloss lebten drei angenommene
Mädchen, da die gnädigste Herrschaft
ohne Kinder blieb.
Der Major von Eickstedt führte im
Schloss ein militärisches Regime.
Nach der Inflation gab es Wäschekörbe voll Geldscheine. Je nach Vergehen
mussten die Haustöchter die Toilette
mit diesen Geldscheinen tapezieren.
Jeder Benutzer der Toilette wurde somit an die Inflation erinnert.
Diese historische Toilette existiert heute leider nicht mehr, da das Schloss im
April 1945 durch die Kriegseinwirkungen abbrannte.
Fazit: Über die Reichsmark, das Besatzungsgeld, die Ostmark, die DM im
Westen sind wir heute beim EURO angekommen. Viele Toiletten und andere
Örtlichkeiten hätten mit den verflossenen Geldscheinen tapeziert werden
können.
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Schlusswort
Auf Wunsch einiger Bürger unserer
Gemeinde doch die Ortschronik nach
jahrelanger Pause wieder fortzuführen,
haben wir unter Mithilfe vieler Bürger
dieses Werk begonnen.
Wir haben versucht, einiges anzusprechen, das eine tiefer, das andere nur
angerissen.
Wir hoffen aber, Anregungen gegeben
zu haben, über dieses und jenes nachzudenken, an schöne aber auch weniger schöne Momente.
Die Autoren:
Herr Eberhard Gandre
Herr Dietrich Sempf
Frau Dietlinde Schünemann
Frau Maritta John
Für die Gestaltung und Herstellung
Herr Horst Mecklenburg
36
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Seele and Geist
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