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Institut für Sozialstrategie Wert und Werte – wie passt das zusammen?

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Institut für Sozialstrategie
Laichingen
Wert und Werte – wie passt das zusammen?
Universität Bayreuth, 24. Oktober 2008
Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel
Universität Regensburg
Woher kommt das Thema? (I)
- Gesellschaftliche Ausgangslage § Wirtschaft und Gesellschaft sind auf
„Crash-Kurs“
§ Erosion des Vertrauens bis hin zur
Finanzkrise
§ Hilflosigkeit vor ethischen Fragen
§ Scheinbarer oder echter Widerspruch
zwischen Wirtschaft und Ethik1)
§ Härter: Gibt es einen kausalen
Zusammenhang zwischen
ökonomischem Wert und ethischen
Werten?
Vgl. J. Bakan, Das Ende der Konzerne, Leipzig 2005
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
Institut für Sozialstrategie
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Woher kommt das Thema? (II)
- Biographische Ausgangslage § Doppelstudium und Doppelinteresse
Theologie und Wirtschaft
§ Professur in Katholischer Theologie
(Regensburg) seit 1996
§ Erfahrungen als
-
Unternehmensberater (BCG)
Manager eines Familienkonzerns (CEO, Paul Hartmann AG)
… und eines Private Equity Unternehmens (Süddekor GmbH)
Aufbau einer eigenen Unternehmensgruppe
Gegründet 2004; heute 37 Mio.€ Umsatz, 160 Mitarbeiter
§ Frage nach der ethischen Gültigkeit des Lebensbereichs
„Wirtschaft“
§ Fazit: Wirtschaft und Ethik müssen kein Widerspruch sein
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
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Unternehmen und Marken sind Wertgemeinschaften
- Erstes („unternehmensgenetisches“) Konvergenzargument
§ Gemeinsame Auslegung von
Sinn und Bedeutung
- Unternehmensgeschichte
- Unternehmensidentität
- Unternehmenskultur
§ Gemeinsame Überzeugungen
und Tabus…
- Unternehmensmarke und Marken des Unternehmens
§ … in Teilhabe und Gestaltung, d.h. in Dialog, Konsens
und Konflikt
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
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Erfolg reicht nicht aus
- Zweites (anthropologisches) Konvergenzargument Zweckrationalität
Sinnschöpfung
§ Erfolg
§ Zielausrichtung
§ Äußere Kriterien entscheiden
§ Zweckrationales Handeln
§ Menschenwürde
§ Gottebenbildlichkeit
§ Absoluter Wert der Person
§ Kommunikatives Handeln
Proklamation von Sinn und Werten reicht nicht aus
Sachkriterien besitzen ethische Relevanz
Kernwert Integrität und „Philosophie der Anerkennung“
Vgl. J. Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt/M. Bd. 1-2, 1981
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
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Ethischer Rahmen wirtschaftlichen Handelns unverzichtbar!
- Drittes (rechtlich kontextuelles) Konvergenzargument § Der äußere Rahmen der
Legalität spiegelt den
gesellschaftlichen
Einfluss ethischer Werte
§ Ausschließlich ökonomische
Parameter sind ökonomisch
suboptimal (Eisverkäuferbeispiel)
R.S.Pindyk/D.L.Rubinfeld
Microeconomics, Upper Saddle River N.J. (Prentice Hall)
2001, 466
24.10.2008
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Menschliches Interesse für Fairness und Gerechtigkeit
- Drittes (psychogenetisches) Konvergenzargument § „Ultimatum-Spiel“ in der
Neuroökonomie
vgl. M. Spitzer, Selbstbestimmen, Gehirnforschung
und die Frage: Was sollen wir tun?, München 2004,
266-282
§ Axiomatische Bedeutung
alltäglichen Vertrauens
(Begriff des „ehrbaren
Kaufmanns“)
§ „Wertschöpfung durch
Wertschätzung“
§ Frage nach Werten ist aber
auch Ausdruck großer
Verunsicherung!
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
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Wirtschaftlicher und ethischer Mehrwehrt gehen Hand in
Hand (1) - Viertes („ökonomisches“) Konvergenzargument § Ethischer Kernwert wirtschaftlichen
Handelns ist Vertrauen!
§ Ohne Vertrauen ist vernünftiges
Wirtschaften nicht möglich
- Grundvertrauen
- Systemvertrauen
- Kompetenzvertrauen
- persönliches Vertrauen
- Vorschussvertrauen
§ Chance und Risiko aus Vertrauen („Risikomanagement“
und „Chancenmanagement“)
24.10.2008
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Wirtschaftlicher und ethischer Mehrwehrt gehen Hand in
Hand (2) - Viertes („ökonomisches“) Konvergenzargument § Definition für „ethischen Mehrwert“:
§ „Schaffen und Erhalten von
Vertrauen, aber auch Pflege von
Ausdrucks- und
Selbstentfaltungswerten“
§ Vertrauen wirkt als Katalysator der
Wertschöpfung
§ Bindeglied zwischen ökonomischem
und ethischem Mehrwert
§ Selbstentfaltung drückt u.a. die „persönliche
Wertelandschaft“ und den eigenen Lebensentwurf aus
(Gedankenexperiment)
24.10.2008
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Ethik im Lebensbereich Wirtschaft – ein Zwischenfazit
§
§
§
§
Ethik ist im Lebensbereich Wirtschaft verankert
Es gelten allgemeine ethische Regeln…
… aber auch bereichstypische Sonderregeln
Es gilt das Prinzip der persönlichen
Verantwortung
§ … innerhalb der Grenzen meiner Handlungsreichweite
§ Es gelten aber auch die üblichen Grenzen der Ethik
- Macht und Ohnmacht
- Verblendung und Verkennung der Realität
- Menschliche Schwäche / Korruption
§ Die Konvergenz zwischen Wirtschaft und Ethik gilt nur
langfristig
§ und schließt weder Missbrauch noch Systemkrisen aus
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Worauf kommt es bei der Umsetzung von „Wert und
Werten“ an?
§ Prinzipien für die Konvergenz
von Wirtschaft und Ethik:
- Ethisches Handeln in der
Wirtschaft steht unter dem
Imperativ der Wertschöpfung!
- Ansonsten handelte es sich
nicht um den Bereich der
Wirtschaft
- Es gilt das Generalpostulat
der Professionalität
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Ethische Postulate guter Unternehmensführung
1. Professionalität
2. Wertschöpfung
3. Strategie
4. Transparente Kommunikation
5. Persönliche Verantwortung
Systeme prägen – Personen handeln!
6. Professionelles Konfliktmanagement
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Integrität als Brücke und zentraler Wert zur Balance
ethischer und wirtschaftlicher Ziele
§ Integrität der handelnden Personen
(Übereinstimmung von Wort und Tat,
Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit)
§ Integrität der handelnden Systeme
und Institutionen (Unbestechlichkeit,
Absicherung gegen Missbrauch,
Selbsterneuerungskräfte)
§ Integrität von Unternehmen
(Verlässlichkeit in den Augen von Kunden, Lieferanten,
Mitarbeitern, Aktionären, z.B. durch langfristige
Lieferbeziehungen, langfristige Strategien,
Glaubwürdigkeit im Auftritt)
24.10.2008
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Das Ziel:
„Menschlich stark und wirtschaftlich erfolgreich“
§ Leitziel Integrität
- „Tue das, was du sagst,
sage das, was du tust.“
§ Leitziel persönliche Verantwortung
wahrnehmen.
§ Schärfung der Wahrnehmung und
„Schärfung des Werteprofils“
- Persönlich und in den betroffenen Unternehmen
§ Schluss: Einladung zu persönlicher Verantwortung
und zu Integrität als Unternehmensziel!
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Institut für Sozialstrategie
Laichingen
Backup
Auf welche Werte kommt es in der Praxis an?
- Betrachtung des Arbeitslebens aus zwei Perspektiven Wünsche der Arbeitnehmer
für ihre Tätigkeit
1. Anerkennung gut
geleisteter Arbeit
2. Genaue Kenntnisse der
Produkte und der Ziele
des Unternehmens
3. Eingehen auf private
Sorgen
4. Gutes Einkommen
5. Interessante Arbeit
Annahme der Arbeitgeber,
was wichtig sei
1. Gutes Einkommen
2. Gute Arbeitsbedingungen
3. Wohlergehen der Firma
4. Gesicherter Arbeitsplatz
5. Interessante Arbeit
Quelle: Gesellschaft für betriebliche Weiterbildung, Berlin
24.10.2008
Prof. Dr. Dr. Hemel
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