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Juni 2012 Wie geht es weiter mit dem - alt-hoechst.de

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Nachrichten und Meinungen
Bürgervereinigung
Höchster Altstadt
Wie geht es weiter
mit dem
Bolongaropalast?
Die Sanierung des Bolongaropalastes
ist ein Höchster Dauerbrenner. Die ersten Entwürfe reichen weiter zurück als
das Jahr 2009. Eine erste Kostenschätzung mit Datum vom 21. Januar 2009
liegt vor. An diesem ersten bekannt gewordenen Entwurf waren die Höchster
Bürgerinnen und Bürger nicht beteiligt. Sein Konzept mit einer Mischung
aus Kultur (Museen) und Serviceeinrichtungen (Gastronomie, Bürgeramt)
wurde ohne besondere Resonanz zur
Kenntnis genommen. Man kann davon
ausgehen, dass die Höchster Bürgerinnen und Bürger – soweit ihnen das
neue Nutzungskonzept überhaupt bekannt war – keine Einwände hatten.
Warum auch? Es schien ja durchaus
vernünftig und ansprechend: 2028 m2
Museumsnutzfläche und sogar noch
ein überdachtes Theater im westlichen
Innenhof mit 382 m2 Nutzfläche. Da
konnte man nicht meckern.
Die Kosten sollten lt. Kostenschätzung
28 Mio. Euro betragen.
ger allerdings fanden diesen Vorschlag
mehrheitlich unakzeptabel.
Die Initiative „Hauptsache Kultur“
(IHH. Bürgervereinigung Höchster Altstadt, Bund für Volksbildung, Vereinsring) gründete sich und initiierte eine
Unterschriftensammlung. Sie ergab
2000 Unterschriften für einen Kulturpalast Bolongaro. Im Text der Erklärung an den Ortsbeirat 6 heißt es „Alle
Beteiligten sind sich einig: in den
Bolongaropalast muss in der Hauptsache Kultur“. Der Ortsbeirat schloss
sich dieser Forderung an.
Neben dem ausgeprägten Wunsch nach
Kultur im Bolongaropalast stieß auch
die Vorstellung einer Kitanutzung aus
unterschiedlichen Gründen auf Unverständnis.
Wäre eine solche Nutzung nicht zu intensiv? Kann man solche historischen
Räume überhaupt funktional für Kinderbetreuung einrichten? Verblüffenderweise kam aber vom Denkmalschutz
kein Einwand. Darauf kommen wir
noch zurück.
Juni
2012
Die Auseinandersetzungen zwischen
den Bürgern und der Oberbürgermeisterin (OB) eskalierten. Höhepunkte
waren der Vorwurf der OB an die Bürger, sie seien kinderfeindlich. Und umgekehrt gab es die Forderung einiger
Bürgergruppen, eine eigene Partei mit
dem Titel „Wir im Westen“ oder so ähnlich zu gründen – kurz vor der Kommunalwahl sicher ein wirkungsvolles
Druckmittel.
Planungswerkstatt und
Raumkonzept
In einer Versammlung mit Petra Roth
am 18. Februar 2010 schlug die OB
zur allgemeinen und positiven Überraschung eine Planungswerkstatt für
den Bolongaropalast vor, in der dann
ein neues Konzept für den „Kulturpalast Bolongaro“ entwickelt wurde, das
nachfolgend noch einmal kurz in Erinnerung gerufen wird:
Das Kitakonzept und seine Folgen
Diese Kosten waren der Oberbürgermeisterin allerdings zu hoch. Und vermutlich kam sie sich sehr clever dabei
vor, als sie statt Museen den Einbau
einer Kindertagesstätte (KiTa) vorschlug. Damit hätte sie zwei Fliegen
mit einer Klappe gefangen: Die Kosten
wären lt. Kostenschätzung auf 24.5 Mio.
Euro gesunken und die Stadt Frankfurt hätte auf diese (un-)elegante Weise
zusätzliche dringend benötigte Kitaflächen erhalten.
Die Höchster Bürgerinnen und Bür1
Erdgeschoss des Palastes: Schwerpunkt Serviceeinrichtungen, insbesondere Bürgeramt und Restaurant. Der
westliche Innenhof soll einen überdachten Wartebereich bekommen, der
außerhalb der Bürgeramtszeiten für
Versammlungen und Veranstaltungen
genutzt werden kann. Im rechten Seitenflügel sollten Räume für Jugendarbeit (Musikschule etc.) eingerichtet
werden.
Erstes Obergeschoss des Palastes:
Schwerpunkt Museen/Kultur
linker/östlicher Flügel:
Museum Barockes Leben, Geschichte
der Bolongaros und des Bolongaropalastes, Porzellanmuseum
Mittelteil zwischen den Flügeln incl.
Kapellensaal: Büro OB und gemischte
Nutzungen: Sonderausstellungen/Vorbereitungsräumen für Barock am Main
(M. Quast) + Musiksaal (= Pendant zum
Kapellensaal)
rechter/westlicher Flügel:
Ausstellung Juden in Höchst und Museum für Stadtgeschichte (auch als Mitmachmuseum bezeichnet)
Für das Museum für Stadtgeschichte liegen verschiedene Konzepte vor,
die hier im Einzelnen nicht aufgezählt
werden. Als allgemein akzeptiert gilt jedoch, das interaktive Mitmachkonzept
übergreifend einzusetzen.
2. Obergeschoss des Palastes:
Schwerpunkt Büros und Technik. Im
linken/östlichen Teil ist für das Porzellanmuseum ein Mitmachteil in Form der
Geschichte der Porzellanherstellung
und einer Porzellanwerkstatt geplant
Ziele der Planungswerkstatt
Die Ergebnisse der Planungswerkstatt
wurden allgemein – auch über die
Höchster Stadtgrenzen hinaus – als beispielhaft gelobt. Dies sollte vor allem vor
dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über den Umgang mit den Resultaten nicht vergessen werden.
Was also zeichnet das Konzept aus?
Welches sind die wichtigsten Ziele und
Ergebnisse? Dies soll im folgenden Abschnitt zusammengefasst werden:
1. Wichtig war zunächst einmal die gelungene partizipative Arbeitsform
der Planungswerkstatt: Von Anfang an
haben Bürger mit Fachleuten aus derVerwaltung, mit Museumsexperten und
mit den Architekten zusammen gearbeitet. Dies sollte auch so weitergehen,
z. B. in einer darauffolgendenNutzungswerkstatt, in der die z. T. noch sehr
groben Vorstellungen für die verschiedenen Nutzungen weiterentwickelt werden sollten.
2. Wichtig war auch, dass sich die Planungswerkstatt bereits sehr früh auf
2
einLeitziel geeinigt hat, nämlich dasLeitziel:
Kultur für Alle
Dies wurde bereits in der ersten Sitzung der Planungswerkstatt folgendermaßen formuliert: „Der Palast . soll
die Höchster Geschichte erlebbar machen“… und .. „der Palast soll für alle
Generationen und alle Kulturen ..attraktiv sein“.
Oder, wie es damals ein Freund formulierte: Im Palast sollen unsere Kinder die Höchster Geschichte lernen. Und
das bedeutet selbstverständlich auch,
dass damit alle Kinder gemeint sind,
eben auch die vielen Migrantenkinder,
die heute schon im Frankfurter Westen
mehr als die Hälfte aller Kinder ausmachen. Und selbstverständlich gilt dieses
Leitziel nicht nur für Kinder, sondern
auch für Jugendliche und Erwachsene.
3. Ein weiteres wichtiges Ziel wurde
ebenfall bereits in der 1. Planungswerkstatt formuliert: Zitat (Bericht 1.
Planungswerkstatt S. 18): Der museal und kulturell genutzte Teil des
Palastes soll sich modern, niederschwellig zugänglich, lebendig und
alle Generationen und Kulturen
ansprechend präsentieren. Es geht
also darum, einen leichten und attraktiven Zugang zu den Angeboten des
Palastes herzustellen. Für diese Zielsetzung sind insbesondere die bereits
genannten Mitmachkonzepte entwickelt worden.
4. Und ein letztes
hier aufgeführtes Ziel
kann mit dem Schlagwort Synergetische
Effekte beschrieben
werden.
Das Zusammenwirken der verschiedenen Angebote des
Palastes kann und
soll zu einer gegenseitigen Verstärkung
führen. So sind z. B.
Museum und Bürgeramt durch denselben
Haupteingang
zu
erreichen. Ein Servicebüro am Haupteingang soll zugleich
Touristen und Museumsbesucher informieren und so die
u ntersch ied l ichen
Nutzungen miteinander verbinden.
Das bisher Beschriebene macht deutlich:
Der Bolongaropalast
wird Eines sicher
nicht werden: ein
traditionelles Heimatmuseum. Vielmehr werden die Angebote von hoher
Qualität sein und damit ihre Wirkung
über die Stadtgrenzen hinaus entfalten
können.
Umsetzung der Ergebnisse
der Planungswerkstatt
In einer Informationsveranstaltung
am 16. 3. 2011 zum Abschluss der Planungswerkstatt und zur Wertung der
Ergebnisse hat die Oberbürgermeisterin die Arbeit der Planungswerkstatt
gelobt und den Höchster Bürgerinnen
und Bürgern gedankt. Zitat: „Die Bürgerinnen und Bürger Höchsts (haben) ein großes Projekt auf den Weg
gebracht.“ und weiter: „Frau Roth verspricht, dass die CDU-Fraktion über
einen Antrag versuchen wird, eine
Mehrheit der Stadtverordneten für
die Umsetzung der in den Planungswerkstätten entwickelten Konzeption
zu gewinnen“.
Weitere Zitate könnten aufgezählt werden. Sie sollen belegen, wie Anfang 2011
die Meinung im politischen Spektrum
einzuschätzen ist. Nach diesen Worten
war für Frau Roth die eigene Partei offensichtlich voll für eine Realisierung
der Ergebnisse der Planungswerkstatt,
und es ging scheinbar nur noch darum,
die anderen Parteienebenfalls dafür zu
gewinnen.
Auch die deutlich höheren Kosten von
37.6 Mio. schienen – trotz des Vorbe-
halts, dass darüber die Stadtverordneten zu entscheiden hätten – nach dem
Eindruck der Teilnehmer an dieser Veranstaltung kein unüberwindliches Problem darzustellen.
Und: Es gab aus dem Kreis der Fachleute keine Einwände. Auch der Denkmalschutz, der in die Planungswerkstätten
eingebunden war, meldete zu diesem
Zeitpunkt keine Bedenken an. Die zusätzlichen 13 Mio. wurden in die Haushaltsvorschläge übernommen, die auf
der Basis des Kitakonzeptes ermittellten € 24.5 Mio. waren bereits im Haushalt eingestellt und sicher zugesagt.
Die Mehrkosten von ca. 10 Mio. gegenüber den 28 Mio ersten Konzept (s. o.)
sind zwar nur schwer nachvollziehbar,
denn schließlich waren in diesem Konzept bereits 2028 m2 Museumsnutzfläche und sogar noch ein überdachtes
Theater im westlichen Innenhof mit
382 m2 Nutzfläche enthalten. Aber diese
Fragen spielten zunächst keine Rolle.
Dann war erst mal ein Jahr lang Ruhe
in der Bolongarodebatte.
Einsparungsvorschläge
der Haushaltskommission
Die von Frau Roth eingesetzte Haushaltskommission machte im Februar
2012 Sparvorschläge. Beim Bolongaropalast sollten 10 Mio. gegenüber den
37.6 Mio. eingespart werden. Das war
ein herber Schlag. Bei einer solchen
Einsparung wäre wohl das Herzstück
der Planung, das Kulturkonzept, nicht
mehr realisierbar.
Die Pessimisten schienen bestätigt
worden zu sein: Die ganze Planungswerkstatt war nach deren Meinung eh
nur eine Beschwichtigungsmaßnahme
der empörten Bürger gewesen. Doch
zunächst waren die aktiven Planungswerkstätter zwar sehr enttäuscht und
auch sauer, denn die Benachteiligung
des Frankfurter Westens war wieder
mal mit Händen zu greifen. Aber ein abgekartetes Spiel – das wollte man doch
nicht glauben.
Nun wäre es an der Oberbürgermei-
sterin gewesen, den von ihr
so geschätzten und gelobten
Höchstern (s. d.) die Gründe
zu erklären und zumindest
aufzuzeigen, wie am besten
doch noch die wesentlichen
Elemente des Planungswerkstattkonzept zu retten wären.
Doch Nichts dergleichen geschah.
Frau Roth war einfach abgetaucht und offensichtlich stärker mit ihrem Rücktritt und
der Förderung ihres potentiellen Nachfolgers beschäftigt.
Initiative „Hauptsache
Kultur“ wiederbelebt
Umgehend wurde die Initiative Hauptsache Kultur (BfV, BVHA und
Vereinsring) erneut gegründet. Als erstes wurde eine Unterschriftensammlung „Gezielter Tiefschlag gegen
den Frankfurter Westen“ - mit der
Forderung „Rettet das Kultur-Konzept
des Bolongaropalastes“ begonnen. Die
besondere kulturelle Bedeutung des
„Kulturpalastes Bolongaro“ wird betont
und vor der Zerstörung des mühevoll
aufgebauten Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger gewarnt. Ca. 500
Bürgerinnen und Bürger haben bis heute unterschrieben.
Weiterhin wendete sich die Initiative an
den Magistrat und an den Referenten
der OB persönlich mit der Bitte, die
Aufschlüsselung der Kosten von €Euro
37.6 Mio. zu veröffentlichen. Damit
sollte es den Bürgerinnen und Bürgern
ermöglicht werden zu überprüfen, welche Kosten für welche Teile des Bauund Nutzungskonzeptes kalkuliert
wurden. Nur auf dieser Basis ist eine
Einschätzung evtl. Einsparungen möglich. Doch bis heute sind Magistrat und
OB-Referent eine Auskunft schuldig geblieben. Leider war dies nur der Anfang
einer Abwertung und Entmündigung
der Höchster Bürgerinnen und Bürger.
Weitere Tiefschläge folgten:
- Mitglieder der Initiative besuchten
die Sitzung des Kulturausschusses im
Februar 2012 und sorgten für eine bis
dahin offensichtlich untergeordnete
Wahrnehmung des Themas Bolongaropalast. Die nächste Sitzung des Ausschusses wurde daraufhin nach Höchst
in den Bolongaropalast einberufen.
- Die Sitzung fand dann am 15. 3. 2012
statt, in der ebenfalls wieder einige Mitglieder der Initiative teilnahmen und in
der Bürgersprechstunde für das Konzept der Planungswerkstätten warben.
In dieser Sitzung wurde aber anschließend deutlich, dass sich auch der Kulturausschuss nicht einstimmig für die
Sache des Kuturpalastes Bolongaro
einsetzen würde. Im Gegenteil: Es wurden seltsame Bedenken formuliert. Da
merkte die Ausschussvorsitzende an,
dass die vorgeschlagene Nutzung des
Palastes ja wohl aus der Sicht des Denkmalschutzes nicht unproblematisch sei.
Und der anwesende Denkmalpfleger
bestätigte diese Sicht – sehr zur Überraschung des Autors dieses Berichtes,
der aufgrund seiner beruflichen Erfahrung auf diesem Gebiet mehrfach bei
vergleichbaren Projekten erlebt hat,
dass gleichwertige hochkarätige Denkmäler bei ähnlicher Umnutzung problemlos umgerüstet werden konnten.
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ein Buch sollte es sein
3
Außerdem hatte der Denkmalschutz ja
bisher selbst bei dem „Kitakonzept“ keine Einwände erhoben.
- Statt einer angemessenen Würdigung
der Ergebnisse der Planungswerkstatt,
immerhin eines Instrumentes direkter
Demokratie, begann nun eine zunehmende Herabwürdigung und Verächtlichmachung. Da kommen aus dem Lager der schwarz-grünen Koalition
Bewertungen wie folgt (Zitate sinngemäß): Die Höchster Bürgerinnen und
Bürger hätten einen Rolls Royce gewollt und bekämen jetzt halt den eher
angemessenen Käfer (o. ä.).
Und: Die Bürgerinnen und Bürger hätten sich in der Planungswerkstatt verhalten nach dem Motto „Wünsch dir
was“.
Ein vorläufiger Tiefpunkt waren (zitiert
nach einem teilnehmenden Höchster
Bürger) ausfällige Bemerkungen eines
CDU-Ausschussmitglieds in der letzten Kulturausschusssitzung am 15. 5.
2012: Da wurde dann eine Sanierung
für 12 Mio. Euro als ausreichend
empfohlen. Ein Restaurant sei überflüssig, das gegenüberliegende Hotel
Lindner und eine Cafebar würden genügen. Die Museumsfläche sei viel zu
groß (als Vergleich wurde das Filmmuseum herangezogen. Vermutlich
hat dieser wackere Streiter für die
Kultur das Museum mit der vorläufigen Unterbringung des Filmtheater Valentin in den Bolongaropalast
verwechselt). Und vor allem sei der
finanzielle Aufwand angesichts der
Einwohnerzahl in den westlichen
Stadtteilen und der zu erwartenden
geringen Besucherzahl viel zu hoch.
Eine solche Argumentation ist platt
und unter der Gürtellinie. Sie zeigt
aber erneut, welche geringschätzige
Bewertung der Frankfurter Westen
aus der Stadtmitte erfährt.
Ehrlicherweise muss an dieser Stelle
gesagt werden, dass dieselben Akteure
in der darauffolgenden Sitzung des Bauausschusses deutlich zurückruderten –
vielleicht von einigen vernünftigen Kollegen abgemahnt.
4
Und es muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass die Höchsterinnen
und Höchster von den Abgeordneten
der SPD und den freien Wählern (!) in
Sachen Kulturpalast immer und engagiert unterstützt wurden.
- Man fragt sich, warum Stadtverordnete solche Schmähungen und Abwertungen einsetzen, und warum – auch
von der OB – keine Entschuldigung und
keine Verständigung versucht werden.
Offensichtlich greift hier ein altbekannter Mechanismus: erst macht man
etwas klein und minderwertig, dann
kann man es auch mit besserem Gewissen zerstören.
Wie geht es weiter
mit dem Bolongaropalast?
oder
Kann es mit dem Bolongaropalast
überhaupt noch weiter gehen?
Eine schwierige Frage. Mit einer starken
Mittelkürzung wäre das Kulturkonzept
„gestorben“. Aber die Höchsterinnen
und Höchster sollen ja an einer weiteren
Planungswerkstatt beteiligt werden.
Bisher sieht das allerdings so aus, dass
hier die bereits in den städtischen Gremien und Behörden getroffenen Entscheidungen nur abgenickt werden sollen. Dafür werden sich Bürgerinnen und
Bürger wohl kaum hergeben. Sie werden
als erstes den Nachweis fordern, dass
die vorangegangene Planungswerkstatt
kein abgekartetes Spiel zur Beschwichtigung der aufgebrachten Bürgerschaft
war - was zunehmend mehr Menschen
im Stadtteil glauben.
Und sie werden völlige Transparenz der
Entscheidungsspielräume und der verfügbaren Mittel verlangen.
Dies ist im Moment allerdings nicht zu
erwarten, wenn die Stadt bisher nicht
einmal bereit ist, die Zahlen für die Kostenschätzung des Konzeptes der Planungswerkstatt offen zu legen.
HB
Lieber Schorsch!
Wenn des stimmt, was de Ben Akiba
seinerzeit gesacht hot, daß es nämlich
nix Neues uff de Welt gibt, dann wun­
nerts aam nit, was im Aacheblick mit
unserm Bolongaropalast alles bassiert.
Ich waas nadierlich nit, ob Du die ganze Uffzeichnunge vom Dokter Schäfer
kennst, abber wenn de se kennst, dann
werst de aach wisse, daß des ganze Bo­
longaro-Theater, ibber des mir uns jetz
alsfort uffreeche, schon emol abgelaafe
is. Des is zwar schon bald zwaahun­
nertfuffzich Jahr her, un seinerzeit is
es aach nit haupt­sächlich um Kuldur
gange, sondern um Tabak, abber Tabak is schließlich aach e Stick Kuldur
– odder?
Also, zwaa Italiener namens Bolongaro
habbe im achtzehnte Jahrhunnert in
Frankfort mit Tabak gehannelt. Wie
aaner von dene beide gestorbe war,
un der annern is pengsioniert worn,
wollt der, wo pengsioniert worn is, sich
drum kim­mern, daß an seiner Stell
de Schwiechersohn von seim dritte
Bruder Frankforter Berjer werd, weil
nur als Frankforter Berjer hätt er in
des Geschäft eisteiche kenne. Heutzudaach wär des ibberhaupt kaa Problem
– notfalls ging des so­gar illegal. Abber
im achtzehnte Jahrhun­nert warn die
Frankforder halt noch nit so arsch mul­
dikuldi wie heutzudaach. Nit nur, daß
se was geeche Italiener hatte, aach mit
Katholike hatte se nit viel am Hut, un
mit katholische Italiener schon garnix.
Mer muß aach wisse, daß die in Frankfort mit Tabak un so Zeuch nit viel
aafange konnte, weil Ta­bak stinkt,
wenn er fabriziert werd, un in Frankfort hatte se den Verdacht, daß die Bolongaros irchendwann ihrn Tabak nit
nur ver­kaafe, son­dern aach noch selber
fabriziern wolle. Lieber war dene in
Frankfort schon, wenn die Leut mit irchendwas nur gehan­nelt habbe, am beste mit Geld, weil Geld stinkt nit, secht
mer. No ja, wie mers nimmt! Also, je-
denfalls habbe se die Migra­tion von dem
dritte Bolongaro seim Schwie­chersohn
korzerhand abgelehnt – basta!
Dann habbe die Italiener ebbes gemacht,
was die Frankforder heut noch nit ganz
verdaut habbe. Statt klaa bei­zugebbe,
habbe se sich in Frankfort aus em Staub
gemacht, un habbe sich bei unserm Erzbischoff erkun­dicht, ob er nit e preiswert
Plätzje in seiner Neustadt bei Heechst
hätt, wo se mit ihrm Tabak eiziehe kennte. Sie dehde aach en bassende Palast
drum erum baue, un wenn er Lust hätt,
kennt er sogar gelee­chentlich unne in
dem Pa­viljong, wo heut es Standesamt
drin is, ibbernachte. Nadierlich misste
se erst emol sehe, wie des alles funkzio­
niert, abber wenns funkzioniert, dehte
se sogar in Heechst ihr Steuern bezahle.
Unserm Erzbischoff war des nadierlich
nur recht, weil er froh sei konnt, wenn
sich ibberhaupt jemand in sei­ner neue
S­tadt aasiedele wollt. Spiel-Salongs un
Handy-Geschäfte gabs seinerzeit halt
noch nit, sonst wär des in der Gee­chend,
wo heut der Palast steht, ibber­haupt kaa
Problem gewese. Also, ums korz zu mache, de Erzbischoff hot nit lang ibberleecht, un des Stick Land, wo heut de
Palast druffsteht, fer grad emol dausend
Gulde an die Bolongaros ver­scherbelt.
Außerdem konnte se die Staa aus dem
Abbruch vom Heechster Schloß verwende, umsonst nadierlich. So schnell
hoste nit ge­guckt, hatte die ihrn Palast
uffgebaut, mitsamt em Standesamt un
dem scheene Garde hinne draa. Sogar
des Zimmer von de Petra Roth im erste
Stock habbe se vorsichtshalber nit ver­
gesse, falls doch irchend­wann emol die
Frankforder hier es Kommando ibbernemme sollte. So weitblickend kenne
Italiener sei.
Irchendwann habbe die in Frankfort
nadierlich gemerkt, was unsern Erzbischoff sich fer e Prachtstick unnern Naachel gerisse hot. En barocke
Palast hatte die nemlich nie gehabt.
Un weil se schon immer was ge­braucht
habbe, mit dem se so richdich uff de
Butz klobbe konnte, habbe se uns
neunzehhunnertachtunz­wan­zich kor­
zer­hand
annekdiert
mit­samt unserm Palast.
Dene Bolongaros ihrn
Tabaklade hatte se sich
ibberischens
schon
siebzehhunnertfünfunachtzig wid­der haamgeholt, nachdem se gemerkt habbe, was fer en
Geldschisser se fuffzeh
Jahr vorher habbe laafe
losse.
In den Palast habbe
se
dann
jahrelang
alles Meechliche ei-
neigepackt, von de Bollizei bis zum
Versicherungs­amt, bis se endlich ge­
merkt habbe, daß des Barockstick garnit mehr so barock war - eher barack,
kennt mer saache. Die meiste Zimmer
warn am End runnergewertschaft un
leergeräumt.
Vor e paar Jahr kam dann uff aan Schlaach de große Umbruch. Kuldur misst
bei, jede Menge, so viel wie nur enei
basst, hot die Oberberjermaasterin
aagekindicht, un wenn die Oberberjermaasterin so was aakindicht, denkt mer,
werd aach genuch Zaster in de Kass sei.
Von weeche Otto! Erst sin die Millione
nur so rumgeflooche, un dann war uff
aamol Schluß mit Lustich. Die Frankforter habbe die Heechster mitsamt de
Oberberjermasterin im Reeche stehe
losse un jetz werd nur noch des Dach
vom Palast rebariert, weils scheinbar
seit Jahr un Daach schon erei pinkelt.
Em Erzbischoff sein Pavilljong werd in
die Mangel genomme, die Feuerwehr
derf so viel Brandschutz eibaue, wie nur
enei geht, un fer Kuldur bleibt dann nit
mehr viel, weil vorher schon en Haufe
Geld druff­gange is, fer Planunge un
Partizipationierungsdiskussione.
Lieber Schorsch, jetz habbe mer de
Salat. Jetz misse mer druff warte,
daß vielleicht die ibberdribbernächst
Fußballweltmeisterschaft hier stattfind, weil dann is des mit mit unserm
Kuldurpalast bestimmt kaa Problem
mehr. Bei so Geleechenheide habbe die
in Frankfort nemlich immer die Spendierhose aa. Des bringt halt jede Menge
Immätsch. Un Immätsch is fer die in
Frankfort schon immer die Hauptsach.
Dehinner is dann oft weider nix, wie en
Haufe warm Luft. Machs gut, un denk
immer an de Ben Akiba!
Dein Karl aus em Burschgrabe
Briefmarkenhaus
K. Schaper
Münzen
Ankauf · Verkauf
Taxierung
Bolongarostraße 145
Telefon 069/312191
Fax 069/30089278
65929 F-Höchst
5
Editorial
In diesem Frühjahr ist manches
eingefroren, was schon munter zu
sprießen begonnen hatte, und uns
hier in Höchst trifft da vor allem
der Stillstand beim Bolongaropalast, für dessen Sanierung und Umbau auf einmal kein Geld mehr da
sein soll. Für das Wetter ist keine
Stadtregierung verantwortlich, aber
wenn nicht genug Geld rein kommt,
muss man klug entscheiden, für
was man das vorhandene einsetzt.
Mal ganz ehrlich, wer braucht den
Neubau einer Altstadt zwischen
Dom und Römer, aber der Bolongaropalast wird nicht erst gebaut,
der steht schon und muss saniert
werden. Wir berichten darüber mit
einer ausführlichen Darstellung der
(Stolper-) Schritte seit 2009. Auch
der Karl aus em Burchgrabe macht
sich so seine Gedanken über den
einzigen barocken Palast in Frankfurt und erfolgreiche, migrantengestützte Wirtschaftsförderung im
Westen.
kel mit vielen Fotos, der die zwischen
1871 und 1918 ausgeführten Neubauten
in den Vordergrund rückt; die Fortsetzung 1918 bis heute soll dann im nächsten Heft erscheinen. Der Artikel erhebt
nicht den Anspruch auf Vollständigkeit,
wir freuen uns auf Ergänzungen und
gegebenenfalls Korrekturen. Die drastischen Beispiele kennt ja jeder, aber
die stillen kann man sich mit dem Heft
in der Hand beim Gang durch die Gassen anschauen.
Zum Bolongaropalast führt der
Weg über die Bolongarostraße,
die jetzt saniert werden soll, dazu
gibts im Heft die neuesten Informationen; wenns auch nicht viele
sind, so steht doch fest, dass in diesem Jahr nichts gebaut wird, aber
die Planung soll weiter (los) gehen
und wird vor Festlegung der Ausführung den Höchstern noch vorgestellt. Na dann, wir sind gespannt.
Hoffentlich machen sie wegen des
knappen Geldes nicht nur die linke
Straßenseite, oder die rechte, oder
gar nur einen Grünstreifen (wär ja
mal was!).
Mit das Schönste, was auf einen zukommen kann (und da zahlt man gerne!), ist
der Tafelspitz von Christa Scheungraber, der guten Seele aus der Küche von
der Gaststätte Zum Schwan. Und weil
Leib und Seele zusammen gehören,
berichtet in unserem Gastbeitrag Dr.
Rudolf Hartleib über die Jazzfreunde
Höchst eV und den Treffpunkt im 700
Jahre alten Schlosskeller. Ungezählt
sind die Menschen, die viele Jahre lang
Jazz im Burggraben gehört und immer
wieder gerne genossen haben, von den
anderen Veranstaltungen ganz abgesehen. Gehen Sie mal wieder hin.
Der Goldene Adler soll versilbert
werden, außerdem wird demnächst
eine historische Bauaufnahme vorgenommen (auf Kosten der Stadt);
hoffen wir, dass er danach nicht
einfach abgerissen wird. Den Eigentümer haben wir nach der Liegenschaft im Allmeygang gefragt, aber
telefonisch bekommen wir keine
Auskunft, einen Termin kriegen wir
aber auch nicht. Wir bitten deshalb
die Stadtverwaltung, erkennbare
Verwahrlosung dort abzustellen, bevor es zu spät ist.
Mit dem Thema Neubau in der
Altstadt beschäftigt sich ein Arti-
6
Abbruch auch außerhalb der Stadtmauer: das alte Verwaltungsgebäude
der MKW wird derzeit abgerissen, und
auch hierüber berichten wir sachlich,
aber wegen der Umstände auch mit Wut
im Bauch. „Wirtschaftlicher Totalschaden“, hatte das Höchster Kreisblatt getitelt, doch den Schaden davon hat allein
Höchst, und wir wüssten gerne, wer dafür verantwortlich ist. Wir bleiben dran
und stellen unangenehme Fragen, denn
da kann noch viel auf uns zahlende Bürger zukommen.
Einfach toll, was man alles in so einem
Keller machen kann: wir berichten über
ein Kraftwerk im Keller, das sich bestens zum Energiesparen eignet. Vielleicht muss man noch 1-2 Jahre warten,
aber die Zukunftsmusik klingt doch
ganz schön dynamisch. Andererseits
hört man, dass ein Altstadtbürger eine
Solaranlage auf dem Dach seines Hinterhauses aufstellen will, das wird eine
echte Herausforderung für alle Beteiligten. Die Denkmalpflege hat sich gerade mit einem Fachmann aus Marburg
verstärkt, dort ist das Thema Solarenergie schon einige Zeit am köcheln,
wir lassen uns mal überraschen (auch
wenn unser diesbezügliches Schreiben
an die Denkmalschutzbehörde noch
nicht beantwortet wurde). Allerdings: die Bedeutung des Höchster
Schlossturmes für die Beurteilung
einer Sonnenkollektoranlage erschließt sich bisher den Wenigsten.
Schließlich freuen wir uns, Ihnen
ein neues Mitglied unserer Redaktion vorzustellen: Heike Grohmann (hg), Altstadtbewohnerin
seit 1994 und inzwischen stolze
Besitzerin dieses Hauses, das sie
und ihr Mann liebevoll und mit viel
Einsatz prima restauriert haben. Sie
hat sich als Thema vorgenommen,
über die neuen Projektmanager
für unseren Stadtteil zu berichten,
was aus zwei Gründen schwierig
ist: erstens läuft das Projekt gerade erst an, nämlich seit April 2012,
und zweitens umfasst die Aufgabe
des Teams der NH ProjectStadt offensichtlich eigentlich alles, was in
diesem Stadtteil abläuft bzw. nicht
abläuft. Dafür ist dieses Team aber
bestens gerüstet, steht doch die
Nassauische Heimstätte mit ihrer vollen Kapazität dahinter. Wir
wünschen dem Team viel Erfolg für
die Höchster Altstadt und sind gespannt.
Der Bericht des 1. Vorsitzenden
Wolfgang Weber über die Jahreshauptversammlung
zeigt
vergangene und kommende Aktivitäten der Bürgervereinigung
Höchster Altstadt auf. Freud und
Leid liegen hier eng beieinander, die
einzelnen Themen wurden auch in
diesem Heft aufgegriffen und bleiben aktuell. Wir freuen uns über
jede und jeden, die und der sich mit
uns engagiert.
Während das Team der NH ProjectStadt in diesen Tagen und Wochen
seine Aufgaben in den Blick nimmt,
suchen wir den Blickkontakt in der
Altstadt und fragen: „Wo ist das?“
Und wenn Sie beim Suchen etwas
finden, von dem Sie denken, dass
es doch unbedingt in Alt-Höchst
angesprochen werden sollte: dann
melden Sie sich bitte einfach bei der
Redaktion.
Wir wünschen Ihnen und uns allen einen spannenden Sommer und
Herbst.
tb
Abbruch des MKW-Verwaltungsbaus
Freier Blick auf den Main — und auf manche Lüge
Nach fast 60 Jahren der Nutzung wird
das ungeliebte Verwaltungsgebäude
der MKW abgerissen und der Blick
freigemacht auf den Main. So, wie es
übrigens früher schon einmal war:
heimlich, still und leise, ohne Kenntnis
der Öffentlichkeit, wurde 1953 dieses
Grundstück aus dem Park herausgeschnitten, um der MKW ein (in dieser
Masse in der ganzen Umgebung nicht
zu findendes) riesiges Gebäude zu ermöglichen, einen 6-geschossigen Klotz,
bei einer Grundstücksnutzung, wie sie
sonst nur in der Innenstadt vorkommt,
direkt neben dem Schloss und unter
dem starren Blick von Bismarck, und
1975 (Denkmalschutzjahr!) nochmals
um 2 Geschosse aufgestockt. Eigentlich
damals schon eine Zumutung.
Fehlende Baugenehmigung?
Asbestverseuchung?
Ob die ganze Baugenehmigung oder
nur die Statik für die Aufstockung fehlt, spielt jetzt keine Rolle mehr, und ob
dort Asbest verbaut wurde, wie in der
Diskussion einer Umnutzung behauptet (das alte Totschlagargument), hat
auch seine Relevanz verloren. Es bleibt
der Verdacht, dass hier ignorant eine
Chance vertan wurde, ein Gebäude für
Wohnzwecke, zB. Studentenwohnungen umzunutzen und die immer wieder verbal beschworene Nachhaltigkeit
zum Zuge kommen zu lassen. Das rechnet sich nicht, wurde behauptet, ohne
die Fakten auf den Tisch zu legen.
Wie heute wieder bei dem Umbau
des Bolongaropalastes, wo Zahlen
hin und her geschoben werden, jeder
macht gerne mit, noch 2 Millionen
einsparen, bitte sehr, aber keiner
weiß konkret, was und wo und wie,
und um welche
Positionen
es
überhaupt geht.
Diese Stadtverwaltung ist nicht
offen, sie trickst
und informiert
ihre Bürger nur
minimal
und
dann unvollständig und tendenziell. Wer nachfragt,
wird elegant und
aalglatt
abgespeist, von der
Fachbehörde bis
hin zum Revisionsamt.
Überteuertes
Grünland
Die Stadt Frankfurt, der einzig
mögliche Interessent, kauft das
Grundstück und
fügt es wieder in
den Park ein, eine
Reparatur
also.
Während es im
Höchster
Kreis-
blatt am 30.9.2011 noch hieß „wirtschaftlicher Totalschaden“, können sich
die alten Eigentümer vergnügt die Hände reiben, die Bürger indes die Augen:
das Gelände 1953 für rund 7.200,- DM
gekauft, ein Verwaltungsgebäude „hingeklotzt“ und 60 Jahre lang genutzt,
wird das Grundstück jetzt von der Stadt
für rund 1.400.000,- Euro (gebäudefrei) übernommen. Dabei gibt es nicht
einmal eine Aussage des Gutachterausschusses zu dem Grundstückswert.
Solch einen Totalschadens möchte man
gerne einmal erleiden, der reicht sogar
für mehrere Leben.
Die Reparatur des Parks zahlt natürlich
auch die Stadt, schon 1956 hat die
MKW keinen Pfennig zu der erforderlichen Umgestaltung dazugegeben. Oder
sind wir jetzt kleinlich, dass wir noch
einmal darauf hinweisen? Man muss
ja schließlich auch noch das Loch auf
der Westseite des Parks ausgleichen,
das durch die Wege zum neuen Verwaltungsgebäude der SÜWAG gerissen
wurde. Von einer Planung haben wir
bisher nichts gehört, und das macht besorgt um die Gestaltung.
Und wer bezahlt die Straße?
Damit sind die Veränderungen in diesem Bereich aber nicht abgeschlossen:
eine neue Straße soll von der Kreuzung
Leverkuserstraße/Bolongarostraße in
das SÜWAG-Gelände geführt werden.
Wir bitten nochmals die Stadtverwaltung um Informationen über die Planung und die Kosten incl. Kostenträger
und die Stadtverordneten und den
Ortsbeirat, an diesem Thema dranzubleiben. Es ist schon zuviel Geld in die
falschen Taschen geflossen.
tb
7
Goldener Adler –
jetzt versilbert?
Wenn einem etwas lästig wird, schmeißt
man es weg. Mit dem alten Sofa oder
Fernseher, also mit Müll, geht das einfach, wie man immer wieder sieht in
der Höchster Altstadt, aber Immobilien
stehen meist ziemlich fest auf ihrem angestammten Platz, jedenfalls lassen sie
sich nicht wegwerfen, und schließlich
ist da ja noch das Grundstück. 26 Jahre
keinen Pfennig in das Haus investiert,
nur das unbedingt notwendige billig geflickt, da kann man sich ja wenigstens
das Grundstück versilbern lassen.
Jetzt hängt also ein Plakat an der Kneipentür, das Anwesen kann erworben
werden, übrigens provisionsfrei, und
den Preis kann man großzügigerweise
selbst festlegen, ein sogenanntes Bieterverfahren. Ob viele kommen, die sich
dann auch noch überbieten? Das ist
nicht anzunehmen, dazu wird zu wenig
geboten. Das Grundstück ist etwa 270
m² groß, der Bodenwert in der Bolongarostraße liegt laut Bodenrichtwertkarte
von 2010 bei 700,- €/m², was ohne weitere Berechnung der Zu- und Abschläge
und der Berücksichtigung der Besonderheiten des Grundstücks dann rund
189.000,- € ausmachen würde, was natürlich kein Mensch zahlt (nur die Stadt
Frankfurt zahlt manchmal für Grundstücke bis zu 8 x mehr, als sie wert sind,
siehe aktuell das MKW-Gelände). Nach
der gängigen Berechnungsmethode
muss man vom Grundstückswert die
Abbruchkosten abziehen, und das ist
dann wohl das, was sich der Besitzer
davon verspricht.
Wegen des Denkmalschutzes wird hier
jedoch keine Abrissgenehmigung erteilt, vielmehr kann die Stadt sogar ein
Sanierungsgebot erlassen. Wenn man
die erforderlichen Sanierungskosten berücksichtigt, wird der Grundstückswert
aber negativ, dh man muss bezahlen dafür, dass jemand das Grundstück übernimmt. Nach Darstellung der Denkmaltopographie der Stadt Frankfurt am
Main steht das Haus Bolongarostraße
156 selbst unter Einzelschutz, der Rest
des Anwesens unter Ensembleschutz,
so weist es die Karte aus, während auf
die besondere Bedeutung des Hauses
im Text/der Bildunterschrift nicht eingegangen wird. Es ist aber ein besonders geschütztes Bauwerk, wie Herr Dr.
Timpe auf Nachfrage bestätigt.
Aber vermutlich spekuliert der Eigentümer eher darauf, dass die Stadt Frankfurt „diesen Schandfleck“ übernimmt.
Im Ortsbeirat wurde auch schon ein
solcher Vorschlag gemacht, natürlich
8
nicht, um die Spekulation zu
unterstützen, sondern um sie
baldmöglichst zu beenden und
das Haus zu retten, was aber
dummerweise auf das Gleiche
hinausläuft. „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“,
so heißt das alte Spiel, und mit
dem Argument „Der Schandfleck muss verschwinden“ bleiben die Kosten an der Stadt
hängen. Warum lässt sie so
eine Verwahrlosung eigentlich
jahrelang zu? Es war doch für
jeden zu sehen, wie das Haus
verkommt. Wie aufmerksam ist
eigentlich unsere Stadtverwaltung, und warum nutzt sie ihre
Möglichkeiten nicht früher,
wenn es später so viel teurer
kommt?
Schon im Infobrief der BVHA
hatte der Vorsitzende Wolfgang
Weber auf die Ersatzvornahme
hingewiesen, ein (für die Verwaltung) aufwändiges, aber
gängiges Verfahren; gleiches
gilt für eine Enteignung. Aber damit wird’s wahrscheinlich nichts, den
Mumm hat die Stadt vermutlich nicht
(zumindest nicht an dieser Stelle, denn
der „Wiederaufbau“ der „Altstadt“ im
Dom-Römer-Bereich ist finanziell ungleich riskanter). Probiert es doch wenigstens einmal, lasst doch nicht den
Aufwand der Räumung, den Einsatz
von mehreren städtischen Ämtern, der
Polizei und des Zolls
am frühen Morgen
einfach im Sande
verlaufen.
besonders geschütztes Denkmal, das
denkmalgerecht wieder herzustellen
ist. Interessenten wird dringend empfohlen, sich vor einer Angebotsabgabe
mit der Denkmalpflege der Stadt Frankfurt am Main in Verbindung zu setzen.“
tb
Kraftquelle
Frankfurt-Höchst
Was
unbedingt
verhindert werden
muss ist, dass ein
Unbedarfter
das
Anwesen in Unkenntnis der auf
ihn zukommenden
Kosten billig kauft;
das soll kürzlich
passiert sein, als jemand ein Haus bei
der Versteigerung
ungesehen gekauft
hat. Aber wie kann
man dem vorbeugen? Vielleicht sollte
man neben dem Verkaufsplakat einen
Hinweis anbringen:
„Auch wenn es nicht
so aussieht, handelt
es sich bei diesem
Anwesen um ein
n Marma Yoga
Entspannung und Selbsterfahrung
durch sanften Yoga und Achtsamkeitspraxis
Einzel- und Gruppenunterricht
n Arbeit am Tonfeld
Im Greifen sich selbst begreifen
Schöpferische Lebensgestaltung
Einzelarbeit mit Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen
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Das Original aus Japan
Ursprünglich, Kraftvoll, Klar.
Ute Vetter
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Neubau
in der Altstadt
In Frankfurt soll demnächst die Altstadt wieder aufgebaut werden, so haben das die Stadtverordneten beschlossen. Sie wird natürlich nicht komplett
wiederaufgebaut, sondern nur einzelne
Gebäude, in einer Mischung mit neuen,
„modern“ gestalteten Altstadthäusern,
was auch immer man sich darunter
vorzustellen hat. Während es sich hier
um eine völlig neue Bebauung eines im
Krieg restlos zerstörten Fachwerkensembles handelt, konnte die Höchster
Altstadt komplett über Brände und
Kriege hinweg bewahrt werden, wobei
auch Glück (z.B. im letzten Weltkrieg),
fehlender wirtschaftlicher Druck und
nicht zuletzt auch die Anstrengungen
der engagierten Bürger hilf- und erfolgreich waren.
Warum gibt es Abriss und Neubau?
Aber ist das wirklich das historische
Stadtbild, das sich hier in Höchst den
Besuchern präsentiert? Historisch ist es
auf jeden Fall, aber komplett erhalten
und homogen ist es schon lange nicht
mehr – und war es auch nie. Immer wieder sind in den vergangenen Jahrhunderten alte Gebäude abgerissen worden
und neue an ihre Stelle getreten, ohne
dass wir heute das immer gleich sehen,
sei es, weil sich die neuen Häuser gut
eingefügt haben, sei es, weil wir diesen
Anblick einfach gewohnt sind. In dem
folgenden Artikel sollen deshalb die erstaunlich vielen Neubauten in der Altstadt näher betrachtet werden.
1. Feuer
Ursachen dafür, dass ein Haus neu errichtet werden muss, gibt es viele: an
erster Stelle steht der Verlust eines
Gebäudes durch Feuer, worauf zB die
Straßennamen „Brand“ und „Nach dem
Brand“ deutlich hinweisen. Wenn man
sich die Bebauung der Straße „Brand“
genauer anschaut, fällt auf, dass deren
Häuser kleiner und einfacher errichtet
sind, vor allem die Dichte der Bebauung ist deutlich geringer als schon eine
Gasse weiter, es gibt unbebaute Flächen
direkt an der Straße und Schuppen,
was sonst in der Altstadt selten ist.
Gut in Erinnerung sind auch noch
die Brände im Anker in der Bolongarostraße 173 gegenüber der Wed, der zu
einem Wiederaufbau in Massivbauweise
mit vorgestellten Fachwerkfassaden
führte (1978), und im Hinterhaus des
Gasthauses „Zum Bären“, das 1992 nach
einem Brand abgerissen und - trotz der
extrem dichten Bebauung auf diesem
und den Nachbargrundstücken – wieder aufgebaut wurde. Immerhin können wir uns freuen, dass durch Brände
keine bleibenden Lücken in die Altstadt
gerissen wurden, und - vor allem – dass
durch die Feuer keine Meschenleben zu
beklagen waren.
die technische Entwicklung wie zB die
Einführung einer Kanalisation oder
die Elektrifizierung. Diese Veränderungen erzeugen einen Druck, der unausweichlich ist. Auch der Zeitgeist will
immer wieder (und immer schneller)
etwas Neues, denn auch das Wohnen ist
der Mode unterworfen.
2. Einsturz
Eine weiterer Grund für einen Neubau
ist erfreulich selten: bisher ist kein Fall
bekannt, dass in der Höchster Altstadt
ein Gebäude eingestürzt wäre. Allerdings gibt es auch bei uns genügend
Beispiele für jahrelange Vernachlässigung der erforderlichen Instandhaltung von Gebäuden. Dieses Thema ist
gerade aktuell am „Goldenen Adler“ zu
besichtigen, und auch andere Häuser
zeigen mehr oder weniger offen, dass
der „Abgang“ von Gebäuden immer
droht. Eine Hürde gegen den Abriss
von historischen Gebäuden setzt jedoch
das Hessische Denkmalschutzgesetz,
wenngleich dieser Schutz offensichtlich
nur schwer durchgesetzt werden kann.
4. Wirtschaftlichkeit
Letztlich sind es also 2 Mühlsteine,
zwischen denen der Bestand langsam,
aber sicher aufgerieben wird: der Zerfall und der Fortschritt. Ein Haus wird
entweder von seiner Substanz her unbrauchbar, oder man braucht ein anderes, besseres, schöneres, größeres, also
letztlich nützlicheres Haus. Meistens
kommen mehrere Argumente zusammen: auch ein Haus kommt in die Jahre,
es sind immer wieder kleinere und
schließlich immer größere Reparaturen
erforderlich, und irgendwann stellt sich
die Frage, ob es noch sinnvoll und
wirtschaftlich vertretbar ist, immer
weiter nachzubessern oder besser abzureißen und neu zu bauen. Die Rahmenbedingungen hierfür sind im Laufe
der Jahrhunderte immer wieder unterschiedlich, in Zeiten des Mangels kommt es eher zu Reparatur, Umbau und
Anbau, in einer Zeit des Aufbruchs oder
des Wohlstands wird das alte Haus eher
durch ein neues ersetzt. Dieser Prozess
wird früher oder später erneut stattfinden, oder neuerdings auch rückgängig
gemacht, siehe Dom-Römer-Bereich,
indem man das gerade erst Neue
wieder abreißt und durch neues
Altes ersetzt. Man sieht, selbst die
Wirtschaftlichkeit ist dem Zeitgeist unterworfen.
3. Fortschritt
Schließlich kommt noch ein Motiv
hinzu, das man mit Weiterentwicklung
oder Fortschritt zunächst nur unvollständig beschrieben werden kann: die
Anforderungen an die Gebäude ändern sich ständig. Handel und Handwerk brauchen mehr
Platz, höhere Räume,
mehr Licht, ebenerdigen Zugang und
ähnliches, hinzu kommen neue Vorstellungen von Wohnen und
Repräsentanz,
und
nicht zuletzt erfordern
ein Mehr an Menschen,
Verkehr,
Sicherheit
und vielen anderen
Rahmenbedingungen
eine ständige Veränderung des Bestehenden. Von besonderer
Bedeutung ist hierbei
5. Alternativen oder
das Korsett Stadtmauer
Das Neue einfach neben das Alte zu
bauen war jahrhundertelang nicht
möglich, weil die Stadtmauer die im
Ort verfügbare Fläche begrenzte. Erst
als der Schutz der Bevölkerung durch
eine Stadtmauer sich immer mehr als
nicht ausreichend herausstellte, konnte
man außerhalb der Mauer bauen, nicht
nur die Weiterentwicklung der Waffentechnik gab hinter der Mauer nicht
mehr Sicherheit als vor ihr. Die geplante
Erweiterung von Höchst in Richtung
Osten im 18. Jahrhundert blieb in der
Entwicklung stecken, nur der Bolongaropalast und einige Gebäude drum
herum wurden errichtet, das wars dann
erst einmal mit der geplanten Vergrößerung von Höchst. Relativ ungeplant
wurden im Zuge des wirtschaftlichen
Aufschwunges im 19. Jahrhundert die
Flächen nördlich und östlich der Stadtmauer bebaut, während sich im Westen
9
gebrochen und durch neue Wohnhäuser
ersetzt, die in ihrer Höhe und Geschlossenheit durchaus die Stadtgrenze markierten. In der Hilligengasse und den
sich nördlich anschließenden Gassen
wurden neue, moderne Häuser errichtet und dafür die niedrigen Fachwerkgebäude mit den angebauten Schuppen
und Erweiterungen abgebrochen, aber
das liegt vor der Stadtmauer und bleibt
bei unserer Betrachtung außen vor.
Höchster Markt: Wohnhauszeile (1894)
und der Rest der Stadtmauer
langsam die Industrie ansiedelte. In der
Altstadt wurden weiterhin vereinzelt
Fachwerkhäuser abgerissen und neue
Gebäude errichtet.
Wiederaufbau oder Neubau
Das Alte wieder genau so aufzubauen
wie es vorher war, so verrückt waren
die Menschen damals nicht: man baute
jeweils in dem Stil, der zurzeit aktuell
war, in einer gewissen Bandbreite der
Gestaltung natürlich, es musste ja dem
Bauherren gefallen. Die Fenster wurden
größer, die Räume höher, das waren die
äußerlich sichtbaren Veränderungen.
So sind (damals) moderne Häuser im
alten Stadtkern nicht ungewöhnlich,
wie an den verschiedensten Stellen gut
zu sehen ist. In der Umgebung des Antoniterklosters hat es zB um 1850 einzelne Gebäude in dem aktuellen spätklassizistischen Baustil gegeben wie das
Haus Bolongarostraße 150 oder (bescheidener) Badstubengasse 2-8. Die
augenscheinlichsten Veränderungen
fanden jedoch in den vergangenen 140
Jahren statt, hier lassen sich relativ klar
3 Zeiträume definieren: die Gründerzeit (1871 bis 1918), die Zwanziger und
Dreißiger Jahre (1918 bis 1945) und die
Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis heute. Im
Folgenden wollen wir uns diesen Zeitraum der baulichen und gestalterischen
Entwicklung der Höchster Altstadt einmal genauer ansehen.
Die Gründerzeit
Am Eingang der Altstadt steht das
Denkmal, das den Vaterlandsvereiner
Otto von Bismarck zeigt. Stolz und
staatsmännisch in sich ruhend, den
Vertrag der deutschen Reichsgründung und das Schwert des siegreichen
deutsch-französischen Krieges haltend
(wenn letzteres nicht, wie schon öfter
geschehen, gerade geklaut ist) stellt er
sein linkes Bein vor. Die neue Zeit hatte
damals bereits ihren Fuß deutlich in die
Altstadt gesetzt hat. Die alte Stadtmauer
am Markt ist zusammen mit den Resten
des Porzellanhofes einer Neubebauung
mit Mietshäusern gewichen, und auch
östlich hiervon an der Albanusstraße
Ecke Brand wurde die Stadtmauer ab10
Großstädtische Häuser
mitten in der Altstadt
Aber selbst mitten in der Altstadt wurde rigoros der kleinteilige Fachwerkbestand abgerissen und durch die 3- bis
4-stöckigen Häuser dieser neuen Zeit
ersetzt, vornehmlich an der Bolongarostraße. Hier stand mit dem ehe-
Neue Gebäudetypen
Diesen neu errichteten Häusern lagen
zum Teil auch neue Bedürfnisse zugrunde: durch die rasante Entwicklung
der Industrie in Höchst wurde Wohnraum insbesondere für die Mitarbeiter
Bolongarostraße Ecke Storchgasse:
die Altstadt geriet unter Druck (1892)
Brand: zögerlicher Wiederaufbau im
Süden, massiver Neubau im Norden
(1896)
maligen Antoniterkloster eine große
Fläche zur Verfügung, die nach der Auflösung des Klosters in mehrere kleine
Grundstücke aufgeteilt wurde und so in
unterschiedliche Hände kam, die dann
frei von jeglicher Stadtplanung das Maximum an Bebaubarkeit realisierten.
Heute übrigens hätte man den ganzen
Komplex an einen Investor verkauft,
und dann wäre gar nichts mehr vom alten Bestand übrig geblieben.
benötigt, die nur alleine und während
der Woche hier wohnten und erst am
Samstag
Abend
über Sonntag nach
Hause fuhren. Dies
wirkt sich deutlich
bei den Grundrissen aus, die zum
Beispiel keine Küchen
enthielten,
dafür gab es dann
ein Lokal im Erdgeschoss des Hauses
oder nebenan. Die
Zimmer waren mit
mehreren Betten
In unserem Restaurant „Alte Zollwache“
ausgestattet und
sind Sie immer willkommen.
wurden bettweise
Ob Sie gemütlich in kleiner Runde
einzeln vermietet.
So entwickelte sich
ein Bier trinken oder zusammen
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diese immer noch
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Höchster
Markt
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Albanusstraße
7
nicht an.
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Badstubengasse: Bürgerliches Wohnhaus und Pfarrhaus (um 1880)
Justinusplatz: neues Mietshaus (1890)
neben der Justinuskirche
So wurden mit den Häusern Badstubengasse 3 und Justinusplatz 1 zeittypische Wohnhäuser errichtet und ein
neues Pfarrhaus für die Justinuskirche.
aus, wo das Korbhaus Löllmann in der
historischen Bebauung steht wie der
berühmte Fels in der Brandung, nur
nicht so romantisch. Am Justinusplatz
4 und 5 wurden ebenfalls neue Wohnhäuser gebaut (die Schule gegenüber
war bereits 1840 errichtet worden), und
für das Höchster Kreisblatt wurde im
Der brutalste Eingriff in die historische
Bausubstanz erfolgte mit der Teilung
des ehemaligen Konventgebäudes des
Klosters und dem Abriss des östlichen
Teiles, der durch einen Neubau des
Jahres 1896 ersetzt wurde. Dieses Haus
bricht förmlich aus den Gebäuden des
16. Jahrhunderts heraus und passt wie
die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Genauso sieht es ein paar Meter weiter
setzen, ja auszuradieren trachtete, aber
das ist natürlich unsere heutige Sichtweise. Offensichtlich war es infolge der
lang herbeigesehnten Reichsgründung
zu einer großen Euphorie in Deutschland gekommen, ein ungeheurer Aufschwung der Wirtschaft folgte diesem
politischen Neubeginn, alles war auf
Wachstum und Entwicklung ausgerichtet, die kleinen Maßstäbe waren von
großen abgelöst, sei es nun das kleinstaatliche Fürstentum oder die engen
Altstadthäuschen, man schaute nur
vorwärts, es ging aufwärts mit einem
ungeheuren Schwung, der das bisherige enge und muffige Ambiente hinter
sich lassen und es am liebsten komplett
vergessen wollte.
Ganz so einheitlich war diese Denk- und
Bauweise dann doch nicht: neben den
Gründerzeitbauten, die stilistisch (und
mengenmäßig) überwiegen, gab es
auch einzelne Häuser, die eher dem Jugendstil sich annäherten, zB das Haus
Alt-Höchst 6, das anstelle zweier Häu-
Bolongarostraße: das Fachwerkhaus
war einmal doppelt so breit —
und der einzig erhaltene Konventbau
nördlich der Alpen
Alt-Höchst 6: Jugendstil-Neubau (1905)
anstelle von 2 Fachwerkhäusern
Oben: Bolongarostraße 150 Hinterhaus
Druck- und Verlagsgebäude
im Jugendstil
Unten: das Vorgängergebäude
Badstubengasse 6 Hinterhaus
Hof neben dem Kronberger Haus ein
modernes Druck- und Verlagsgebäude
errichtet (das übrigens das erst ca 30
Jahre alte Hinterhaus in der Badstubengasse 8 ersetzte, so rasant war die
Entwicklung der Drucktechnik und des
Zeitungsverlags fortgeschritten).
Wie kam es zu
dieser Kulturrevolution?
Heute fragt man sich, wie es zu einer so
gravierenden Veränderung einer doch
historisch gewachsenen Struktur kommen konnte, die alles Bestehende zu er-
ser im Jahre 1905 errichtet wurde. Auch
bei dem neuen Gebäude des Höchster
Kreisblatts im Hof der Bolongarostraße
150 sind Jugendstilelemente erkennbar. Diese Gebäude fügen sich dem
Stadtbild unauffällig ein, sie sind nicht
so dominant wie diese hohen Gründerzeithäuser in der Bolongarostraße.
Interessanterweise wird vom Haus Löllmann berichtet, dass es damals schnell
gebaut wurde, um bei einer erwarteten
Neubebauung der Altstadt etwas in der
Hand zu haben und dabei zu sein bei der
neuen Entwicklung; ein Spekulationsobjekt, schon damals also.
Wo war der Denkmalschutz?
Den Begriff Denkmalschutz gab es
noch gar nicht, und wenn man an den
Erhalt historischer Gebäude dachte,
dann bezog sich das nur auf sehr we11
nige, sehr alte Kulturgüter wie z.B.
Kirchen und Burgen, auf einzelne wenige Pretiosen sozusagen. Dass man
ein Stadtbild erhalten sollte, einen historischen Gesamteindruck konservieren, das war dem damaligen Zeitgeist
völlig unverständlich. Schließlich hatte
das aufstrebende Bürgertum die Macht
übernommen, und der neue Baustil mit
hohen Räumen und gegliederten, häufig mit Figuren und Ornamenten geschmückten Backsteinfassaden scherte
sich nicht um die niedrigen Fachwerkhäuser, die ohnehin in den nächsten
Jahren abgerissen werden würden,
davon war man überzeugt. Nun ja, mit
diesen Träumen räumte der verlorene
1. Weltkrieg zunächst einmal gründlich
auf.
tb
Fortsetzung im nächsten Heft
...und immer
wieder
Bolongarostraße
Wie ein roter Faden durchzieht das
Thema Bolongarostraße die Ausgaben
von ALT HÖCHST. Immer wieder tauchen neue Aspekte auf, immer wieder
wird „in Aussicht gestellt“, immer wieder passiert de facto nichts.
Treffen mit Vertretern
des Planungsamtes
Am 12. März 2011 ließen Herr Buch und
Frau Langhammer vom Planungsamt
der Stadt Frankfurt einige Hoffnungsschimmer beim Treffen mit zehn Vertretern der Bürgervereinigung Höchster
Altstadt in den Vereinsräumen Wed 13
aufleuchten. Frau Langhammer erläuterte den derzeitigen Planungsstand.
Änderungen
Neben den bisherigen Planungen soll
die Umgestaltung der Wed hinzukommen, eine langjährige Forderung der
Bürgervereinigung.
Statt zweier getrennter Bauabschnitte
– Bolongaro­straße West und Bolongarostraße Ost – sollen beide Abschnitte
zeitgleich in Angriff genommen werden, obwohl die Umbaupläne für den
Bolongaropalast momentan wieder unsicher sind.
Die Planung für den technischen Ausbau obliegt dem Büro Seehoff. Für die
Gestaltung wurde Büro Kissler + Effgen beauftragt. Damit sich die Bürger
ein Bild von der Umgestaltung machen
können, möchte die Firma eine 3-DDarstellung der Planung vorbereiten.
Den Umbaumaßnahmen, bedingt
durch die Fahrbahnbreite von vier Me-
Herzlich
willkommen im
im Hof des Alten Höchster Schlosses.
An warmen Tagen Sitzmöglichkeiten im Freien.
Täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet
Am Schlossplatz 16, 65929 F-Höchst
Telefon 069-331765
12
tern, fallen rund 50 Prozent der vorhandenen Parkplätze zum Opfer. Dies
sei erforderlich für die Nutzung der
Fahrbahn durch Radfahrer in die Gegenrichtung. Frau Langhammer wies
aber auf Kompen­sationsmöglichkeiten
im östlichen Abschnitt hin, da hier
nur noch eine Fahrbahn verlaufen soll.
Außerdem seien die Eigentümer des
Grundstückes Ecke Zuckschwerdtstraße an der Errichtung und dem Betreiben eines Parkhauses interessiert.
Baubeginn wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2013 sein.
Einwände und Wünsche
der Bürgervereinigung
Vertreter der Bürgervereinigung begrüßten zunächst einmal die Einbeziehung der Wed in die Umbaupläne.
Keine Rennstrecke
Bliebe es bei der breiten und geradlinig verlaufenden Fahrbahn, hätten die
Raser und eiligen Busfahrer eine ideale
Rennstrecke. Tempo-30-Schilder wären, wie die Erfahrung bisher schon
zeige, völlig nutzlos. Entgegenkommende Radfahrer, die den Verkehr
verlangsamen sollen, würden auf die
breiteren Gehwege ausweichen. Das
Nachsehen hätten die Fußgänger. Mehrere Vertreter der Bürgervereinigung
forderten daher, die Verlangsamung
des Verkehrs durch geeignete Maßnahmen zu erzwingen. Denkbar wäre
eine Verschwenkung der Fahrbahn z.B.
durch Schrägparken, wie es in der Hostatostraße schon zum Erfolg führte.
Stellenweise Auf­pflasterung, Rechtsvor-links-Regel und mehrere Fußgängerüberwege waren weitere Vorschläge.
Fußgängerampeln, von Hand und ge-
steuert zu regeln. Hier müsse die Planung unbedingt alle Möglichkeiten in
Betracht ziehen, weil sie an dem Erfolg
gemessen werden wird.
Eine weitere wichtige Forderung in diesem Zusammenhang war die Reduzierung der Fahrbahnbreite auf 3,50 Meter
und der damit einhergehende Verzicht
auf Radfahrergegenverkehr. Außerdem
ist bei dem Ausbau auf den Schallschutz
zu achten.
Für Parkraum sorgen
Für das Parkplatzproblem müsse unbedingt eine Lösung her. Es gehe nicht
an, einfach 50 Prozent der Parkplätze
wegfallen zu lassen. Die Kompensation
im östlichen Abschnitt der Bolongarostraße sei keine Lösung. Die Vertreter
der Bürgervereinigung verlangten, auf
dem von der Stadt erworbenen SüwagGelände Parkplätze für die Anwohner
zur Verfügung zu stellen. Man kann
sich vorstellen, wie die Bürgersteige,
vor allem abends,
zugeparkt sind.
Keine Großraumbusse
Der Verzicht auf Großraumbusse wurde, wie schon so oft, auch diesmal gefordert. In anderen Stadtteilen probe
man den Einsatz von Kleinbussen. Für
Höchst müsse unbedingt ein Ring­bus­
vekehr mit kleineren Fahrzeugen in Betracht gezogen werden. Die bisherigen
Großraumbusse, die während der meisten Zeit nur wenige Fahrgäste durch
die Altstadt transportierten, würden zu
Schäden an der historischen Bausubstanz führen. „Selbst im Bolongaropa­
last schwingen Decken und Fußböden
beim Vorbeifahren der Busse“, bemerkte ein Teilnehmer.
Hoffentlich kein Trostpflaster
Frau Langhammer sagte, sie wolle
sich bemühen, den Vorstellungen der
Bürgervereinigung in dem einen oder
anderen Punkt nachzukommen. Sie
müsse aber versuchen, die Vorgaben
vieler städtischer Gremien und Institutionen unter einen Hut zu bringen, was
zwangsläufig zu Kompromissen führen
würde. Auf jeden Fall sollen die neuen
geänderten Pläne der Bürgervereinigung vorgestellt werden.
Die Bolongarostraße wird somit auch
in der nächsten Ausgabe von ALT
HÖCHST wieder ein Thema sein. Wetten, dass...?
AS
13
Das Kraftwerk
im Keller
Eine Alternative
für Altstadthäuser?
Energiesparen
und Denkmalschutz
Mit zunehmendem Umweltbewusstsein
und steigenden Energiepreisen werden
sperrige Begriffe wie Energieeffizienz,
Solarenergie oder Kraft-Wärme-Kopplung immer populärer.
Fühlte sich mancher Besitzer eines
denkmalgeschützten Hauses anfangs
noch nicht so recht angesprochen, weil
er dachte, die ganze Debatte würde sich
eher auf Neubauten beziehen, so macht
er sich nun ebenfalls Gedanken, wie er
in seinen Fachwerkwänden an den Segnungen der neuesten Energiespartechniken teilhaben kann. Neidisch schaut
er zu den Menschen auf dem Land, die
sich großflächig Solarpaneele auf die
Dächer schrauben, um Strom oder Wärme für den eigenen Bedarf zu gewinnen
und den elektrischen Überschuss gegen
finan­zielle Zuwendungen des Staates in
das öffentliche Netz zu speisen.
Die rechteckigen, dunkelblauspiegelnden Solarpaneele bieten schon bei Neubauten nicht im­mer einen erfreulichen
Anblick. Auf denkmalgeschützten Häusern sind sie eher fehl am Platz, es sei
denn, man findet ein Dächelchen, das
von außen nicht einsehbar ist, und einen Denk­mal­­pfle­ger, der seinen Segen
gibt.
Zauberwort Blockheizkraftwerk
Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
im Blockheizkraftwerk (BHKW) verzichtet man in der Regel nicht auf fossile
Energieträger, meist Erdgas, aber man
nutzt die Energie zweimal, indem man
mit Hilfe eines kleinen Motors Strom
und Wärme erzeugt. Und das Tolle: Alles kann im Keller gesche­hen. Lesen Sie
dazu den Info-Text der Mainova AG:
Erzeugen Sie Ihren Strom
und Wärme selbst
Erdgasbetriebene Mikro-Blockheizkraftwerke (BHKW) sind mittlerweile eine etablierte wirtschaftliche und
umweltschonende Alternative für
Ein- und Zweifamilienhäuser! Sie
arbeiten wie Heizkraftwerke nach
dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), bei dem gleichzeitig
Strom und Wärme erzeugt werden.
Die Bewegungsenergie des gasbetriebenen Motors wird dabei zur Stromerzeugung eingesetzt. Gleichzeitig
dient die automatisch anfallende
14
Wärme zum Heizen und
Erwärmen des im Haushalt gebrauchten Wassers.
Klein, kompakt
und klimaschonend
Die Energie der eingesetzten Brennstoffe wird dank
KWK bis zu 40 Prozent effizienter genutzt als bei
der herkömmlichen Wärme- und Stromerzeugung.
Durch eine bessere Verwertung wird deutlich weniger
Energie verbraucht. Zudem entstehen kaum Übertragungsverluste, denn die
Energie wird unmittelbar Schaubild Mainova-Mikro-BHKW
da erzeugt, wo sie benötigt
Benzinmotor betrieben wird. Warum
wird. (Quelle Mainova AG)
ist man nicht schon längst auf die Idee
gekom­men, so ein kleines Kraftwerk in
Expertenmeinung
Einen Schritt weiter geht der Inge- den eigenen Keller zu stellen und die
nieur, Kaufmann und promovierte Abwärme für Heizzwecke zu nutzen?
Wirtschaftswissenschaft­ler Hans-Josef Cromm: Anlagen im Leistungsbereich
Cromm von der in Höchst ansässigen zwischen 5 und 30 kW (elektrisch), die
nach dem Prinzip der Kraft-WärmeFirma Cromm mit seiner Expertise:
Moderne Klein-KWKs, sogenannte Kopplung arbeiten, gibt es schon länger
Stirling Konzepte, sehen allgemein sta- als 20 Jahre. Wirtschaftlich sinnvoll für
tionäre Aggregate vor, die über einen den Kleinstanwender im Leistungsbeangekoppelten Generator Strom erzeu- reich um 1 kW elektrisch sind sie erst
gen. Durch die im Gegensatz zu Otto- seit den letzten drei Jahren, seit inmotoren geschlossenen Arbeitsräume dustriell verwertbarer Einführung des
und die Wärmezufuhr von außen sind Stirlingmo­tors und zwar im Kleinst­
sie unab­hängig von der Art der Wärme- leistungsbereich.
quelle. Es können sowohl fossile (Gas, AH: Den Stirlingmotor gibt es schon
Öl) als auch erneuer­bare Energien wie über hundert Jahre. Einige kennen ihn
Biomasse, und oder Sonne als Energie- aus ihrem Physik­unterricht.
träger eingesetzt werden. Rückstän­de Cromm: Durch die Wärme eines Brenaus der Verbrennung können nicht in ners wird der Motor zum Laufen gedas Innere des Stirlingmotors gelan- bracht. Seine Bewegungs­ener­gie wird
gen, was zu geringeren Verschleiß und in elektrische und thermische Energie
damit zu langen wartungsfreien Lauf- umgewandelt.
AH: So ein Motor erzeugt Lärm und Vizeiten führt.
Stirlingmotoren als Antriebseinheit in brationen. Wird das nicht auf die Dauer
kleinen BHKWs weisen gegenüber kon- lästig?
ventionellen BHKWs Vorteile auf, die Cromm: Die gesamte technische Einbesonders bei kleinen Leistungen zum heit ist schalldicht gekapselt und aufgestellt. Herkömmliche VerbrennungsTragen kommen:
War­­­tungs­­­inter­valle zwischen 5.000 und motoren machen sich ähnlich einer
10.000 h und mindestens 10mal nied- Waschmaschine bemerkbar, wenn sie
rigere Schad­stoffemissionen gegenüber nicht gerade den Schleudergang einge­
schaltet hat. Bei Stirlingmotoren hört
Gas-Ottomotoren mit Katalysator.
Die KWK ist unter dem Gesichtspunkt man praktisch nichts.
Primärenergie- und CO2-Einsparung AH: Wie steht es mit dem Platzbedarf?
eine sehr wirksame Maßnahme und bei Cromm: Der Platzbedarf ist etwas
korrekter Auslegung der Anlagen für größer als bei einem herkömmlichen
den Betreiber auch überdurchschnitt- Kessel oder Heiztherme, da ein zusätzlich wirtschaftlich. Bedingung ist, dass licher Pufferspeicher aufgeheizt weram Standort sowohl für den erzeugten den muss. Es soll so vermieden werden,
Strom als auch für die Wärme genügend dass der Motor ständig ein- und ausge­
Bedarf besteht und jährliche Laufzeiten schaltet wird.
AH: Was kann von der alten Heizanlage
über 4.000 h erreicht werden.
bleiben?
Cromm: Das kann nur durch Analyse
Fragen an den Experten
ALT HÖCHST: Herr Cromm, viele Be- und Synthese eines Experten festgesitzer einer Gartenlaube haben einen stellt werden.
kleinen Stromgenerator, der von einem AH: Gewöhnlich hält ein herkömm-
KWK am Beispiel des SenerTec Dachs
licher Heizkessel länger als ein Automotor. Wie ist es mit der Lebensdauer des
Motors im Keller bestellt?
Cromm: Da die Stirlingmotoren erst
seit drei Jahren eingesetzt werden,
kann man noch keine verläss­lichen
Aussagen machen. Kraft-Wärme-Kopplungen im Leistungsbereich von bis zu
10 kW elektrisch laufen bereits seit 1992
zur besten Zufriedenheit.
AH: Gibt es spezielle Bauvorschriften?
Cromm: Bauvorschriften im und am
Objekt gibt es keine. Anträge, Auskünfte und Genehmigungen sind bei
verschiedenen Stellen abzugeben bzw.
einzuholen. Da hilft Ihnen der Fachmann weiter.
AH: Wir danken für das Gespräch.
Eine zufriedene Kundin
Die Kundin Spieske hat gut lachen,
wenn sie in den Keller geht. Bereits vor
zwölf Jahren hat sie sich entschieden,
in ihren Liegenschaften nicht irgendwelche Heizsysteme hinzu­stel­len. Sie
setzte auf Kraft-Wärme-Kopplung.
In einem Neun-Parteien-Haus in Höchst
mit ca. 700 m² Nutzfläche laufen seit
geraumer Zeit drei kleine Kraftwerke
mit einer Nennleistung von 3 mal 5,5
kW elektrisch und drei mal 14 kW thermisch. Die Idee: Wenn die Anlage im
Keller läuft, um Wärme
für Heizung und /oder
Brauchwasser zu erzeugen, wird gleichzeitig
Strom produziert. Rund
70% des so nebenher
erzeugten Stroms werden für den Bedarf der
Mieter genutzt, rund
30% werden ins öffentliche Netz der Energie­
versorger ein­gespeist.
Ab
Inbetriebnahme
gibt es 5,11 Euro-Cent
für jede erzeugte elektrische kWh - für insgesamt 10 Jahre. „Das ist der KWK-Bonus,
der zusätzliche Cent im Portemonnaie“
freut sich Frau Spieske. „Weitere Kleinkraftwerke in der Umgebung sind im
Entstehen oder bereits in der Planungs­
phase. Viele Kleinkraftwerke in den
Kellern ersetzen ein Atomkraftwerk auf
dem Land.“
Fazit
Da die Miniaturisierung der Blockheizkraftwerke leider noch nicht so weit
fortgeschritten ist, sollte der Besitzer
eines kleinen Fachwerkhauses eher
an den Einbau einer konventionellen
Brennwert-Gas-Kombiheizung
denken. Erst ab 20.000 kWh Jahresleistung rechnet sich zurzeit ein MikroBlock-Heiz­kraftwerk. Hier aber ist dem
Kraftwerk im Keller eine weite Verbreitung zu wünschen. Ent­scheiden sich
viele Hausbesitzer für diese Art der
Energieum­wandlung, würde manches
Großkraftwerk - und die davon ausgehenden Stromtrassen mit Leitungsverlusten von bis zu 66 Prozent - überflüssig werden.
AS
Info: Bei folgenden Firmen können Sie
nähere Auskünfte einholen:
www.cromm-gmbh.de
www.lichtblick.de
www.mainova.de/BHKW
www.senertec.de
Suchspiel
in Alt-Höchst
Mit offenem Blick durch Höchst gehen,
das wollen wir selbst, und das wollen
wir auch bei unseren Lesern fördern.
Deshalb haben wir eine Serie laufen,
die ein Foto aus der Altstadt zeigt und
fragt: Wo ist das?
Herzlichen Glückwunsch
Gewinnerin des Suchspiels aus der vorherigen Ausgabe ist Else Aurass, die
die beiden Ferngläser richtig der ehemaligen Synagoge neben dem Höchster
Markt zuordnet. Wir gratulieren der
Gewinnerin, der Gutschein für das
Neue Theater ist wohl inzwischen bei
ihr angelangt.
Gerne zitieren wir ihren Brief:
„Als alte Höchsterin (Jahrgang 1930)
weiß ich natürlich, wo die beiden
Ferngläser stehen und sehe auch
gerne durch. Ich habe die Synagoge
noch gekannt und erinnere mich gut
an die schreckliche „Kristallnacht“
1938. Der dort entstandene Bunker
diente uns während der Schulzeit
als Schutz bei Fliegeralarm, aber
schön fand ich ihn nie und bedauere
sehr, dass man die schöne Synagoge
heute nur noch durch die Ferngläser
sehen kann. – Fazit, die Gläser stehen auf dem Platz vor dem Bunker
in der Nähe des Höchster Marktes.“
Das neue Suchspiel
Diesmal fragen wir nach einem Haus in
der Altstadt, in dem ein in Höchst geborener Nobelpreisträger gewohnt hat.
Schreiben Sie uns, um welches Haus
es sich handelt, gerne auch mit einer
kurzen Anmerkung und Information
zur Person oder zum Gebäude (ist keine
Bedingung für die Teilnahme am Suchspiel). Für die richtige Antwort gibt es
wieder einen Gutschein für das Neue
Theater im Wert von 25 Euro, bei mehreren richtigen Antworten entscheidet
das Los.
Einsendung bis zum 1.10.2012 an die
Redaktion Alt-Höchst, BVHA, Wed 13,
65929 Frankfurt/Main. Beteiligen dürfen sich alle Leser (außer Vorstandsund Redaktionsmitgliedern sowie der
Hausbesitzer). Wir freuen uns auf Ihren
Sucherfolg.
tb
15
Höchst wird
gemanaged
Ein neues Projekt
in der Altstadt
Im April hat das Team der NH ProjectStadt seine Arbeit als Projektmanager
für den Stadtteil Höchst aufgenommen.
Da stellt sich natürlich die Frage, was
wird da gemanaged, und vor allem, wie
und von wem.
Die NH ProjectStadt ist eine Marke
der Unternehmensgruppe Nassauische
Heimstätte, die als Dienstleister der
Stadt Frankfurt die Stadtentwicklung
in diversen Stadtteilen übernimmt.
Das Team, das seit April nun auch für
Höchst zuständig ist, besteht aus einem
Kernteam, das von Frau Barbara Brechmann als Projektleiterin geführt wird.
Neben ihr im Team sind Frau Simone
Planinsek und Frau Juliane Rösler. Die
drei Damen werden von fünf weiteren
Mitarbeitern des Projektmanagements
in verschiedenen fachlichen Kompetenzen unterstützt. Natürlich stehen
ihnen darüber hinaus auch noch zahlreiche Mitarbeiter weiterer Abteilungen
zur Verfügung.
Stadtteilbüro mitten
in der Altstadt
Der Sitz des Teams ist im Stadteilbüro Höchst in der Bolongarostraße 135,
man teilt sich das Büro mit Frau Plechatsch, die vielen Bewohnern und Eigentümern schon von der Stadtförderung bekannt ist. Das Förderprogramm
der Stadt Frankfurt, das Hausbesitzern
für die Modernisierung ihrer Häuser
und Wohnungen kostenlose Beratung
und Zuschüsse zu den Erneuerungsmaßnahmen zur Verfügung stellt, wird
weiterhin von Frau Plechatsch durchgeführt. Es soll eine Zusammenarbeit
entstehen, bei der man sich gegenseitig
unterstützt.
Die Projektaufgaben werden an das
Team von verschiedenen Seiten herangetragen. Natürlich ist die Stadt als
Auftraggeber dabei, sowie die Stadtplanung und verschiedene Interessengemeinschaften, wie z.B. Vereine oder
Standortbetreiber. Es können aber auch
Privatpersonen mit ihren Anliegen
in den Sprechzeiten kommen. Neben
den Themen, die an sie herangetragen
werden, sucht das Projektteam auch
aktiv das Gespräch mit den in Höchst
ansässigen Initiativen, um über das Geschehen in Höchst auf dem Laufenden
zu bleiben und eventuelle Probleme
aufnehmen zu können. So sind schon
16
Treffen geplant mit Pro Höchst, Bunter
Tisch und Infraserv.
Große Bandbreite an Themen
und Interessentengruppen
Das Spektrum der Aufgabenstellungen
im Quartiersmanagement ist breit. Es
gilt nicht, klar definierte Projekte von
A bis Z zu planen und durchzusetzen,
sondern vorhandene Themen unterstützend zu begleiten. So wird sich das
Projektteam unter Anderem beim Umbau der Bolongarostraße helfend einbringen, in dem es Lösungen bei der
Umsetzung anbietet. Darunter fallen
z.B. Parkplatzprobleme während der
Bauphase, Zugang zu den Geschäften
während der Baustelle und weitere Probleme, die an es herangetragen werden
(dies könnte auch eine allgemeine Unzufriedenheit der Planung des Umbaus
sein, die das Team dann der Stadt darlegt).
Privatpersonen können, zusätzlich
zu dem bereits laufenden Förderprogramm, Hilfe erwarten bei Bau, Umbau
und Eigennutzung von Wohnimmobilien. Ebenso stehen sie mit Rat und Tat
bei Planung und Umsetzung zu Geschäftseröffnungen zu Verfügung. Hier
unterstützen Architekten, weitere fachlich kompetente Mitarbeiter und die guten Kontakte zur den einzelnen Stadtämtern die gewünschte Problemlösung.
Weiß das Projektteam einmal nicht weiter, oder fällt die an sie herangetragene
Thematik nicht in sein Ressort, so sind
sie sich sicher, den Fragesteller an die
richtigen Stellen verweisen zu können.
Weggeschickt wird bei uns niemand,
verspricht Frau Planisek.
Türen öffnen und
Gespräche in Gang bringen
Das Projektmanagement möchte bei
Stagnationen helfen, mediativ einwirken, Leute an einen Tisch bringen
und nach alternativen Lösungen suchen. Dabei stehen soziale Aspekte
im Vordergrund. Es geht nicht darum,
Höchst
schöner,
interessanter oder
zum Frankfurter
Kleinod zu machen,
sondern sich ein
breites Meinungsbild der Interessengruppen zu bilden
und im Sinne der
sozial
Schwächsten eine Lösung
durch Moderation
herbei zu führen.
Wo h n u n g s w i r t schaftlichen
Lösungen und ideellen
Förderungen wird
mehr Gewicht beigemessen, als den
Fragen des Stadtbildes und der Gestaltung.
Frau Planinsek vergleicht ein Teil ihrer
Arbeit mit einem Hausarzt, der Hausbesuche macht. Vor Ort hat sie schon
manche tiefe Einblicke bekommen und
oft erklärt sich auch dabei, warum keine
Blumen vor der Tür des Hauses stehen.
Es gibt Menschen, die sich entscheiden
müssen, ob ein Stück Fleisch auf dem
Teller liegt oder nicht. Da kommt eine
Frage nach Blumenkübeln vor der Tür,
oder gar ein Neuanstrich der Fassade
gar nicht erst auf.
Unterstützung aller —
vom Bewohner bis
zum Geschäftsinhaber
Der Grundgedanke andere zu unterstützen, Lösungen zu suchen, die Meinungen aller Beteiligten einzuholen
und Menschen mit unterschiedlichen
Interessen an eine Tisch zu bringen ist
positiv. Gut ist auch, es nicht besser oder
anders zu machen, sondern alle Fakten
zu sammeln und diese im jeweiligen
Kontext gegeneinander abzuwiegen.
Was genau das Projetteam in Höchst
machen wird und umsetzen kann ist
abzuwarten. Resultate beleuchten kann
man, erst wenn das Team Themen konkret angegangen und verwirklicht hat.
Zu erreichen ist das Projektteam
in der offenen Sprechstunde:
Bolongarostraße 135
Dienstags 13 - 16 Uhr Frau Rößler
Mittwochs 13 - 19 Uhr Frau Planinsek
Freitags 13 - 16 Uhr Frau Brechmann
oder nach
telefonischer Terminvereinbarung
Frau Rößler 069 212 40802
Frau Planinsek 0178 6001461
Frau Brechmann 0178 6001682
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Blumenhaus Wesemeyer
Hostatostraße 17
65929 Frankfurt-Höchst
Telefon 069-313229
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Jahreshauptversammlung 2012
Wie es die Satzung unseres Vereins
bestimmt, fand auch dieses Jahr am
29. März 2012 unsere Jahreshauptversammlung im Kapellensaal des Bolongaropalastes statt. Um 19.13 Uhr erfolgte die Eröffnung. Anwesend waren 19
Mitglieder und 13 Gäste.
Nach den üblichen Formalitäten konnte
mit dem Bericht des Vorstands begonnen werden.
Die Vorstandsmitglieder haben sich,
wie auch in den vergangen Jahren,
alle zwei Monate in der Wed 13, zu den
Vorstandssitzungen getroffen, um aktuelle Probleme zu besprechen und zu beraten - auch außerplanmäßig zu akuten
Fragen oder um Gäste zu empfangen.
Natürlich gab es auch im Jahr 2011
Treffen mit städtischen Mitarbeitern
und Kommunalpolitkern. Gute Gelegenheiten zu Gesprächen waren die
Neujahrempfänge des Vereinsrings, des
Ortsbeirats und der alljährlich stattfindenden Jahrspressekonferenz der Oberbürgermeisterin im Bolongaropalast.
Unser 40jähriges Vereinsjubiläum
wurde zunächst in der letzten Jahreshauptversammlung im Kronberger
Haus nach Abschluss des offiziellen
Teils mit einem kleinen Umtrunk begangen.
Die eigentliche Jubiläumsfeier fand am
30. September im Schlosskeller statt.
Auf Vorträge zur Geschichte des Vereins oder zu Problemen der Denkmalpflege wurde bewusst verzichtet. Dem
Vorstand kam es vielmehr darauf an,
eine lockere Feier zu veranstalten. Mit
der Idee, Michael Quast und zum musikalischen Teil Kay Dieterichs einzuladen, wurde es ein gelungener Abend
nach Meinung der Besucher.
Um die Jahrsausgaben einigermaßen
im Griff zu behalten, wurde auf den
üblichen Herbstausflug diesmal verzichtet, was natürlich nicht bedeutet, dass
er 2012 wieder stattfinden wird.
Zum Thema Bolongarostraße:
Die Planung bei den städtischen Ämtern läuft und läuft, was uns veranlasst
hatte im Stadtplanungsamt vorzusprechen, um den neuesten Stand zu erfahren.
Viel Neues konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Es soll aber weitergehen
unter Zugrundelegung der bisherigen
Pläne und unter Einbeziehung des
Planes der Bürgervereinigung. Dazu
wurde ein Planungsbüro aus Wiesbaden beauftragt. In dieser Phase befinden wir uns nun tatsächlich, wie
wir in der Zusammenkunft mit den
Mitarbeitern der Stadtplanung, Herrn
Buch und Frau Langhammer erfahren
konnten. Gleichzeitig hatten wir aber
auch noch einmal auf das Problem des
Wegfalls einer Reihe von Parkplätzen
in der Altstadt hingewiesen, bzw. auf
die Möglichkeit, einen Teil des freiwerdenden SÜWAG-Geländes dafür zu verwenden. Es wurden Vorschläge zur Verlangsamung des Autoverkehrs gemacht
und das Problem des Busverkehrs angesprochen. Man nahm unsere Argumente mit Interesse auf und versprach
mit uns in Verbindung zu bleiben.
Auf Grund unserer Zusammenkunft
mit dem neuen Verkehrsdezernenten,
Herrn Meyer und der jetzigen Landtagsabgeordneten Frau Feldmaier am
8.12.2012, ist eine gewisse Skepsis angebracht, was am Ende beschlossen wird.
Auf den letzten Infobrief sei insoweit
verwiesen.
Verwahrlosung Goldener Adler:
Ein weiteres wichtiges Thema, wie auch
schon im vergangen Jahr angesprochen,
waren die sogenannten „Götz-Häuser“,
vorrangig das Haus „Zum Goldenen
Adler“. In Schreiben und Gesprächen
mit der Stadtverwaltung und der Oberbürgermeisterin wurde von uns auf
die Problematik hingewiesen. Alle Beteiligten bemängeln die fehlende Reaktion der Firma Götz, sodass es bei allem Willen seitens der Stadt schwierig
sein wird, tätig zu werden. Wir jedenfalls hatten uns entschlossen, mit dem
Problem an die Öffentlichkeit zu gehen.
So konnten wir erreichen, dass in den
Regionalteilen der drei großen Frankfurter Zeitungen mehrfach umfangreich über den „Adler“ berichtet wurde.
Wir hatten es sogar bis in die Hessenschau geschafft. Der Beitrag wurde am
10.11.2011 ausgestrahlt. Er kann unter
hr-online.de Archiv/Datum abgerufen
werden. Wir selbst haben von der Firma Götz keinerlei Nachricht erhalten,
obwohl es so aussieht, dass unsere
Aktionen dort aber doch angekommen
sind. Es wurde ein Schild am „Adler“
angebracht, das eine Verkaufsabsicht
signalisiert. Außerdem haben wir von
der Stadt die Information über eine
Untersuchung der Bausubstanz, auch
unter der Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange. Wir werden
sehen, wie es weitergehen wird.
Bolongaropalast:
Mitglieder des Vorstandes hatten natürlich an der Planungswerkstatt teilgenommen und ihre Beiträge geleistet.
Ohne auf die Einzelheiten einzugehen:
die Enttäuschung und Erbitterung in
Höchst war groß, als man erfuhr, dass
es zu erheblichen Streichungen
kommen soll. Über die Frage, was tatsächlich versprochen wurde und was
vage in den Raum gestellt wurde, kann
man streiten, aber die Teilnehmer der
Planungswerkstatt haben ein Recht darauf, konkret zu erfahren, wo die Streichungen vorgenommen werden, wie es
um die weiteren Vorschläge bestellt ist
und was insgesamt von dem Kulturteil
übrig bleibt. Wir haben mit dem Vereinsring und dem Bund für Volksbildung
unter dem Begriff „Hauptsache Kultur“
zunächst ein Sprachrohr geschaffen.
Sonstige Aktivitäten:
Bezüglich der weiteren Aktivitäten
des Vereins ist auf unsere Zeitung „Alt
Höchst“ hinzuweisen, die zweimal im
Jahr erscheint. Den Redaktionsmitgliedern sei an dieser Stelle gedankt. Zwischengeschaltet ist der Info-Brief, der
kurz über aktuelle Themen berichtet.
Unser Stammtisch findet immer noch
jeden ersten Donnerstag eines Monats
statt.
Bei dieser Gelegenheit sei nochmals auf
die Möglichkeit hingewiesen, mit dem
Vorstand in Verbindung zu treten, beim
Stammtischbesuch, mit der Mail-Adresse vorstand@alt-hoechst.de bzw. weberzeilsheim@googlemail.com oder
den weiteren Verbindungsmöglichkeiten auf unserer Internet-Seite www
alt-hoechst.de.
Ich möchte mich noch bei allen Weihnachtsmarkt-Helfern bedanken, ohne
deren vielfältige Hilfe es nicht möglich
gewesen wäre, so erfolgreich daran teilzunehmen.
Es folgte der Kassenbericht von Frau
Arndt, unserer langjährigen Kassenwartin. Herr Baumann legte den Prüfbericht vor, an dem es keinerlei Beanstandungen gab.
Besonders hervorzuheben war in der
folgenden Diskussion, den Druck auf
die Firma Götz zu verstärken, um es
möglich zu machen, das Haus durch die
Stadt oder die KEG übernehmen zu lassen.
Nach dieser Aussprache wurde der
Vorstand entlastet und die neuen Revisoren gewählt: Die Herren Baumann,
Dehl und Noack.
Zum Schluss stellte Herr Buch vom
Stadtplanungsamt das neue Programm
der Höchstförderung vor, eingehend erläutert von Frau Dr. Planinsek von der
Nassauischen Heimstätte.
Um 20.13 Uhr wurde die diesjährige
Jahrshauptversammlung geschlossen.
Herr Heidenfelder, unser derzeitiger
Denkmalpfleger, hielt einen interessanten Vortrag über die „Höchster Kostbarkeiten“.
Wolfgang Weber
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Ausstellungen /Führungen
Altes Höchster Schloß
Höchster Schloßplatz 16
Im Alten Höchster Schloß residiert die Denkmalakademie
der Deutschen Stiftung Denkmakschutz.
Telefon 069-340078621, Fax 069-340078619
Die Schloßterrasse und der Graben sind tagsüber
für Besucher geöffnet.
Im Schloßkeller finden Jazzkonzerte statt. Termine und
Programme können der Tagespresse entnommen werden.
Neu! „Café im Schloß“ in der ehemaligen Remise.
Täglich geöffnet.
Höchster Porzellan im Kronberger Haus
Kronberger Haus, Bolongarostraße 152
Ansprechpartner für Gruppenbesuche,
Führungen und Veranstaltungen
Susanne Angetter, Tel. 069-21235154, Fax 069-21230702
susanne.angetter@stadt-frankfurt.de
Öffnungszeiten Samstag, Sonntag und
zusätzlich an Feier- und Brückentagen von 11 bis 18 Uhr
Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Öffentliche Führungen siehe Ankündigung in der Tagespresse
Sonderführungen 50 Euro plus Eintritt, max. 30 Personen
St.Josefskirche (kath.)
Ecke Hostato-Justinuskirchstraße
Ansprechpartner Pfarrbüro St.Josef, Tel. 069-339996-15
Öffnungszeiten Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 19 Uhr,
Samstag von 8 bis 17.30 Uhr und Sonntag von 10 bis 19 Uhr
Besuche außerhalb dieser Zeiten, mit oder ohne
Führung, können vereinbart werden.
Justinuskirche (kath.)
am Justinusplatz
Bolongaropalast
Bolongarostraße 109
Ansprechpartner für Besichtigungen
und Sonderführungen Henning Brandt,
Telefon 069-21245521, Fax 069-21245763
henning.brandt@stadt-frankfurt.de
Öffnungszeiten Porzellanausstellung
Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr, Eintritt frei
Öffentliche Führungen siehe Tagespresse (Teilnahme frei)
Der Bolongaropalast bietet außer der sehenswerten
Porzellansammlung erholsamen Aufenthalt im Park
mit den beiden Pavillons über dem Fluß, weiterhin die
Besichtigung des ehemaligen Magistratssitzungssaales
und des reich ausgestatteten Kapellensaales
im 1. Stock des Palastes.
Im westlichen Gartenpavillon ist das Standesamt
untergebracht.
Führungen müssen unter der oben
angegebenen Telefonnummer verabredet werden.
Service im Bürgeramt Bolongaropalast
Erdgeschoß, Zimmer 20
Öffnungszeiten Montag und Donnerstag 9 bis 18 Uhr,
Dienstag und Mittwoch 7.30 bis 13.30,
Freitag 7.30 bis 13 Uhr
Info und Beratung Telefon 069-21245796,
Fax 069-21245797
Peter-Behrens-Bau
Industriepark Höchst
Ansprechpartner
Robert Woggon, Telefon 069-305-7179 und
Dagmar Demmig, Telefon 069-305-5413
Besuchsdaten und Führungen auf Anfrage
Zeitstreifen
Industriepark Höchst, Tor Ost (Besucherempfang)
Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr,
Freitag von 7 bis 15 Uhr
Ansprechpartner Pfarrbüro St.Josef, Tel. 069 339996-15
Öffnungszeiten
April bis Oktober 14 bis 17 Uhr (Kirche und Garten)
November bis März 14 bis 16 Uhr (Kirche)
Stadtkirche (evang.)
Ecke Leverkuser Straße-Melchiorstraße
Die Kirche kann nach Vereinbarung besucht werden.
Voranmeldung im Gemeindebüro (069-313085),
Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr
Jeden ersten Samstag im Monat ab 10.30 Uhr Orgelkonzert
(„Musik zur Marktzeit“), Eintritt frei
18
Höchster Porzellan-Manufaktur
Palleskestraße 32, Info-Telefon 069-30 09 020
Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr,
Samstag von 9.30 bis 14 Uhr
Führungen dienstags 10 und 15 Uhr (Dauer 1 Std.)
Teilnahme 5 Euro, Jugendliche bis 16 Jahre 2,50 Euro
Kinder unter 10 Jahren frei.
Sonderführungen 50 Euro
Tafelspitz
Beitrittserklärung
Nach den eher exotischen Rezepten in den vorherigen Ausgaben von ALT HÖCHST
nun mal ein Küchenklassiker:
Christa Scheungraber, die gute Seele in der Küche der Gaststätte „Zum Schwan“
am Höchster Schlossplatz, hatte ihn anlässlich einer Geburtstagsfeier zubereitet.
Hätten nicht anerzogene Tischmanieren die Gäste am Schmatzen gehindert, jeder
hätte es getan, so gut mundete er. Nur der Suppentopf führte in der Ecke des Büffets das Dasein eines Mauerblümchens, bis Christa eindringlich bat: „Probiert doch
bitte mal die Suppe!“ Nach den ersten Proben wurde die Suppe fortan der Renner.
Beim Tafelspitz lässt sich trefflich streiten: „Was ist die Hauptsache? Das Fleischgericht oder die Suppe?“
Zutaten für vier Personen
gut 1 kg Tafelspitz 1 Bündel Suppengemüse 1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe frischer Meerrettich Meine Anschrift
Zitrone
Schnittlauch
kleine Suppennudeln
kleine Kartoffel, Menge je nach Appetit
Salz, Pfeffer
Zubereitung Den Tafelspitz waschen und abtrocknen. Dabei darauf achten, dass
nichts von der Fettschicht verloren geht. Die Fettschicht macht den Tafelspitz saftiger und verbessert die Suppe. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben, zusammen mit dem kleingeschnittenen Suppengemüse, der Zwiebel und der Knoblauchzehe 2 ½ bis 3 Stunden im Wasser, das den Tafelspitz überdecken sollte, langsam
köcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit Salzkartöffelchen kochen. Die Nudelsuppe
extra zubereiten. Die Nudeln sollten nicht zu weich werden. Frischen Meerrettich
reiben und etwas Zitronensaft zugeben, damit er nicht braun wird. Den Schnittlauch kleinschneiden.
Serviervorschlag Schnittlauch in Teller und Suppentasse streuen. Etwas Nudelsuppe in die Tasse geben und mit der Brühe vom Tafelspitz auffüllen. Den in feine
Scheiben geschnittenen Tafelspitz mit Salzkartöffelchen und Meerrettich servieren. Wahlweise kann anstelle des Meerrettichs auch Grüne Soße oder im Winter
feingehackter Wirsing gereicht werden, der schon den ersten Frost mitgemacht
hat. In der Wiener Küche, dem Ursprung des Gerichts, werden statt der Nudeln
Frittaten - für Nichtösterreicher: in Streifen geschnittene Pfannkuchen - in die
Suppe gegeben. Christa betont ausdrücklich, dass die Zutaten alle frisch sein sollen. Für ihre Küche geht sie regelmäßig auf den Höchster Markt. Hier ist Frische
garantiert. Der Tafelspitz steht nicht auf der Speisekarte. Wenn sich genügend Leute einfinden und ihren Wunsch rechtzeitig mitteilen, bereitet sie ihn gerne zu. AS
Rund um den Schlosskeller
Wer Jazz liebt, hat seit einigen Jahren einen neuen Treffpunkt. Die Jazzfreunde
Höchst e.V. haben sich 2005 gegründet, um die Jazztradition im Stadtteil wieder
zu beleben. Die Älteren erinnern sich vielleicht an die Reihe „Jazzbandball“ im
alten Volksbildungsheim in der Gebeschusstrasse. Es wurde unter anderem zur
Musik der Barrelhouse Jazzband getanzt. Später folgte „Jazz im Burggraben“, der
viele Besucher anlockte. Nach 2005 wurden die Jazzkonzerte zunächst im neuen
Höchster Schloss oder auf dem Schlossplatz veranstaltet. Mittelpunkt der heutigen
Aktivitäten sind der ca 700 Jahre alte Schlosskeller mit dem tollen Ambiente und
in den Sommermonaten der Schlosshof. Die Räumlichkeiten wurden von Norbert
Häusser, dem 2. Vorsitzenden des Vereins, mit großem Engagement renoviert und
zu einem einzigartigen Veranstaltungsraum im Frankfurter Westen ausgebaut. Im
Dezember 2008 fand das erste Jazzkonzert in dem urigen Gewölbekeller statt. Die
Musiker und Zuhörer schätzen dessen besondere Akustik. New Orleans Jazz, Dixieland, Swing und Blues waren zu hören.
Die Musikangebote sind vielfältig, unter anderem werden Sonntagsvormittags
Jazzfrühschoppen veranstaltet. Für den 9.9.2012 ist ein Jazzfestival mit mehreren
Bands auf der Schlossterrasse und im Burggraben geplant.
Details bezüglich des Vereins und Hinweise auf Veranstaltungen sind unter www.
jazz-hoechst.de und www.schlosskellerhoechst.de zu finden.
Gäste und neue Mitglieder sind den Jazzfreunden jederzeit willkommen. Besuchen
Sie uns also im alten Höchster Schloss und genießen Sie Jazz mit Blick auf die Altstadt, den Burggraben und die Skyline Frankfurts.
Rudolf H. Hartleib
Mein Name
Ich werde Mitglied ab
und überweise meinen Jahresbeitrag von 20 EURO auf das Konto
117-102400 der Bürgervereinigung
Höchster Altstadt bei der
Frankfurter Sparkasse von 1822,
BLZ 500 502 01, oder auf das Konto
07 502 874 00 bei der Commerzbank
in Höchst, BLZ 500 800 00.
Ich erhalte dann umgehend die
Satzung der BVHA, beziehe
kostenlos halbjährlich die
Stadtteilzeitung „Alt-Höchst“ und
den Infobrief , in dem über besondere Aktivitäten unterrichtet wird.
www.alt-hoechst.de
Impressum
Herausgeber:
Bürgervereinigung
Höchster Altstadt e.V.
Wed 13, 65929 F-Höchst
Redaktion: Hans Benninghoven
HB, Thomas Bundschuh tb, Heike
Grohmann hg, Gudrun Obenland go,
Nicole Jonas NJ, Alf Steinebach AS
(V.i.S.d.P.)
Schorschbrief: Willi Grossbach,
Gastautor: Rudolf H. Hartleib
Layout/Grafik: Peter H. Schäfer Schä
Fotos: Th. Bundschuh, G. Obenland,
P. H. Schäfer, A. Steinebach, Mainova
Druck: Wagner-Druck F-Höchst
Der Nachdruck von Textbeiträgen
ist ausdrücklich gestattet
(bitte nur mit Quellenangaben).
19
20
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Seele and Geist
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